E3-Eindruck: Mass Effect 3

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kolibri_
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Beitrag von kolibri_ »

MrMeister79 hat geschrieben:Das hat mit Arroganz nichts zu tun, und mich würde ehrlich interessieren, warum das für Dich nicht unlogisch war.
Na sicher war diese Konfrontation unlogisch. Natürlich hat man als Shepard eine etwas andere Begrüßung erwartet. Aber das sehe ich überhaupt nicht als Fehler von Bioware - ganz im Gegenteil. Menschen und scheinbar auch Asari ändern sich mit der Zeit. Man muss immerhin bedenken, dass zwischen dem Verschwinden und der Wiedergeburt Shepards zwei Jahre liegen. In der Zeit ist vermutlich viel passiert - das kann man sich auch denken ohne den DLC gezockt zu haben.

Mich stört da eher die Reaktion von Shepard: "Och, du mast mich nicht mehr? Ist auch gut" ^^
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Aurellian
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Beitrag von Aurellian »

Mordegar hat geschrieben:Drehen wir aber mal den Spiess um:
Was will die heutige Generation der *RPG* Spieler? Einsteigerfreundlichkeit, Spieltiefe, ein aktives Kampfsystem und schnelle Action.
Das ist genausowenig mit dem Genre an sich zu vereinbaren wie der Versuch aus einem Wingcommander ein Need for Speed zu machen.
Es gibt nicht umsonst andere Genre's die sich über Jahre definiert haben und noch heute so halten, wieso versucht man also jetzt krampfhaft die bewährte Formel über den Haufen zu werfen nur um die Kundschaft mehrerer Genre's in ein Spiel zu bekommen?
Der schnöde Mammon ist schuld, einzig und allein die Gewinnmaximierung!
Wenn die Industrie mit Baldurs Gate 2011 mehr Kohle scheffeln könnte als mit Dragon Age 2 und Co. dann würde sie das tun, hauptsache der Kunde kauft das Produkt.
Viele klassische Rollenspieler leiden dafür darunter und sehen ihr Genre langsam zu Grunde gehen.

Es allen Recht machen zu wollen ist aus meiner Sicht der falsche Weg, daher hoffe ich das Bioware irgendwann noch mehr auf die Schnauze fällt als bei Dragon Age 2 und noch deutlicher in die Kritik gerät.
In irgendwelchen Foren wie 4p geäußerte Kritik, auch wenn sie hier teilweise sehr frequent ist, dürfte die Verantwortlichen kaum interessieren. Was von Belang ist, das sind einzig und allein die Verkaufzahlen. Wenn die stimmen, vollkommen unabhängig von der Meinung der klassischen Spielergruppen, dann wird der Pfad eben fortgeführt - das würde ich in der entsprechenden Position genauso halten. Die Spieleindustrie ist in der Hinsicht ein ganz normaler Wirtschaftszweig - wenn die klassischen Zielgruppen zu klein werden, haben sie bei den großen Produktionen schlichtweg Pech gehabt. C'est la vie.

Aber es gibt ja durchaus noch Hoffnung, wenn man sich die geschätzten Verkaufszahlen für DAO und DA2 anguckt. Da ist DA2 trotz des Startvorteils deutlich hinter dem Vorgänger zurückgeblieben, insofern gibt es Gründe für die Annahme, dass EA den Arschtritt versteht.
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SonicSuperfast
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Beitrag von SonicSuperfast »

Was sollte BioWare auch die Kritik interessieren. Mass Effect 2 wird von Kritikern ebenso geschätzt wie von Zockern. Es ist eins der am besten bewertesten Spiele in der Gaminggeschichte und hatte enorme Verkaufszahlen. Es ist im Allgemeinen unumstritten, dass das Spiel genial ist. Es gibt nur Leute, die auf irgendwelchen RPG-Definitionen festgefahren sind und deswegen enttäuscht sind. Ich brauche auch 'richtiges' RPG-Futter und warte deswegen sehnsüchtigst auf Skyrim und Dark Souls, aber das was Mass Effect macht, macht es sehr gut.
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Andarus
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Beitrag von Andarus »

Mass Effect sollte eigentlich mal ein RPG sein und kein Shooter mit Dialog-Optionen!
Ich bin sicher BioWare schafft es ME3 noch schlechter als ME2 zu machen.
keldana
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Re: Aha

Beitrag von keldana »

Mordegar hat geschrieben: ME2 hatte wie Teil 1 eine gut verpackte Story, aber schon deutlich weniger Interaktionsmöglichkeiten mit der Spielwelt (Aufzüge z.B., Oberflächenmissionen, die erst mit einem DLC im begrenzten Umfang kamen).
Waffenverhalten wurde hier komplett gestrichen, man konnte als Greenhorn so gut ballern wie als vollausgebauter Soldat. =1 Schritt mehr hin zum FPS.
Oberflächenmissionen waren bei ME2 genauso vorhanden, wie bei ME1 ... nur mußte man nicht erst mit dem Fahrzeug fahren, sondern wurde mit einem Shuttle direkt vor der Haustür abgesetzt. Oder meinst Du "Fahrzeugmissionen" ??? Wenn ja, dann schreibt das auch.

Die Waffen unterscheiden sich in Teil 2 deutlich mehr voneinander als in Teil 1. Da gibt es fette "normale" Wummen, bei denen deutlich mehr Streuung ist, als bei den Schwächeren. Bei Teil 1 waren alle Waffen innerhalb einer Gattung gleich.

In Teil 1 WAR man anfangs ein Greenhorn, in Teil 2 kam man zwar aus dem Koma wieder hoch, aber war ja dennoch ein voll ausgebildeter Soldat. Völlig logisch also, dass sich die Unterschiede da in Grenzen halten.
Mordegar hat geschrieben: =1 Schritt mehr hin zum FPS.
Wenn dann bitte TPS, denn ME hat mit Ego-Perspektive NICHTS aber auch GAR NICHTS am Hut.
Ragism
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Beitrag von Ragism »

Typischer Fall von Blabla eines gehypten Journalisten.

Daß Actionspieler bei einem RPG-Studio wie BioWare (oder sagen wir "ehemaligem RPG-Studio") überhaupt berücksichtigt werden sollen, ist schon so widersprüchlich wie Döner auf der Karte eines Edelrestaurants. Am Ende bemerkt der Schreiberling irgendwie, daß da doch irgendwas im Argen liegt. Aber da die Präsentation ja so furchtbar ergreifend und packend war, spielt das Spiel dann doch keine Rolle mehr.
Prognose: Sehr gut!
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SonicSuperfast
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Beitrag von SonicSuperfast »

Ragism hat geschrieben:Typischer Fall von Blabla eines gehypten Journalisten.

Daß Actionspieler bei einem RPG-Studio wie BioWare (oder sagen wir "ehemaligem RPG-Studio") überhaupt berücksichtigt werden sollen, ist schon so widersprüchlich wie Döner auf der Karte eines Edelrestaurants. Am Ende bemerkt der Schreiberling irgendwie, daß da doch irgendwas im Argen liegt. Aber da die Präsentation ja so furchtbar ergreifend und packend war, spielt das Spiel dann doch keine Rolle mehr.
Prognose: Sehr gut!
Bist du dafür, dass Spiele nicht für sich betrachtet werden, sondern imme rim Zusammenhang mit dem Entwickler? Wenn Rockstar ein Tischtennisspiel macht, sollte es boykottiert werden, weils kein Actiontitel ist und wenn Square Enix einen Shooter macht ebenso. Egal wie gut die Spiele sind. Echt dämlich.
Ragism
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Beitrag von Ragism »

Nun ja, wir können im Moment einfach noch kein Spiel für sich betrachten. Wir haben es schließlich noch nicht in den Händen. Wir können uns nur an die Aussagen der Entwickler halten, und an die vagen Berichte von Journalisten.

Was die Entwickler gesagt haben, war im Grunde in erster Linie, daß sie die Shooter-Elemente des shooterlastigen zweiten Teils noch stärker bearbeiten wollen. Diese haben auch die gesamte öffentliche Präsentation ausgemacht. Wenn wir uns an das halten möchten, was Journalisten aussagen, werden wir der Natur der Sache nach auch kaum klüger. Dort erfahren auch nur unter der Hand, daß dort evtl. ein wenig verändert werden soll.
Da wir natürlich auch nicht blöde sind und den unzweifelhaft versimplifizierten 2. Teil gespielt haben, müssen wir also nach allen Vorzeichen davon ausgehen, daß der dritte Teil einfach noch weniger von dem bieten wird, was die Fans von der Serie erwarten.

Der Entwickler spielt für mich insofern eine wichtige Rolle, als daß er in der Vergangenheit für einige der bewegendsten, intensivsten und forderndsten RPGs gesorgt hat. Daß BioWare anders kann, als für eine anspruchslose und gefällige Mehrheit zu entwickeln, ist doch selbstverständlich.
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Brakiri
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Beitrag von Brakiri »

SonicSuperfast hat geschrieben:Was sollte BioWare auch die Kritik interessieren. Mass Effect 2 wird von Kritikern ebenso geschätzt wie von Zockern. Es ist eins der am besten bewertesten Spiele in der Gaminggeschichte und hatte enorme Verkaufszahlen. Es ist im Allgemeinen unumstritten, dass das Spiel genial ist.
Ah..ok. Die Masse hat recht.
Wenn das so wäre, würden wir heute immernoch glauben, dass die Erde eine Scheibe ist, und sich die Sonne um die Erde dreht.
Zugegeben, das lässt sich falsifizieren, aber wie kann einen "Meinung" unumstritten, geweige denn, ein Fakt sein?

Bei Licht betrachtet hatte ME2 schon deutlich weniger anzubieten, gameplaymässig, als der erste Teil. Die Story war deutlich öder, die Welt viel weniger interessant, weniger Interaktion mit der Welt, Mini-Areale, und die Missionen waren nie aus einem Guss. Die guten Dialoge und Chars reissen das für mich nicht raus, denn ich möchte gerne viele verschiedene Dinge tun. Wenn ich nur gute Dialoge will, schaue ich einen Film.

Die persönliche Bewertung ist immer eine Frage des eigenen Maßstabs, und der Prioritäten. In einer recht zähen Story rumballern, und sich an der Grafik erfreuen, mag für viele ja genug sein, aber Gott bewahre es gibt Leute die gerne etwas mehr tun würden. Das sind dann Nörgler, und Zurückgebliebene, die eh keine Ahnung haben.

Ich denke GoG ist mit das beste was den Spielern heute passieren kann.
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TheGame2493
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Beitrag von TheGame2493 »

Ich bin fast wahnsinnig geworden, weil die 3E Spielszenen wirklich nur nach Shooter aussehen, und ich mich die ganze Zeit gefragt habe, ob Bioware die Rollenspielelemente nicht vergisst. Dieser 3E-Eindruck hat mich erleichtert. Bioware setzt wieder vermehrt auf Rollenspielelemente, zwar nicht wie in Mass Effect, aber trotzdem sollte es doch ausreichen und wir können schonmal froh sein, dass Bioware überhaupt neue Rollenspielelemente reinpackt. Ich kann mich wieder richtig auf Mass Effect 3 freuen!!
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SonicSuperfast
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Beitrag von SonicSuperfast »

Brakiri hat geschrieben:
SonicSuperfast hat geschrieben:Was sollte BioWare auch die Kritik interessieren. Mass Effect 2 wird von Kritikern ebenso geschätzt wie von Zockern. Es ist eins der am besten bewertesten Spiele in der Gaminggeschichte und hatte enorme Verkaufszahlen. Es ist im Allgemeinen unumstritten, dass das Spiel genial ist.
Ah..ok. Die Masse hat recht.
Wenn das so wäre, würden wir heute immernoch glauben, dass die Erde eine Scheibe ist, und sich die Sonne um die Erde dreht.
Zugegeben, das lässt sich falsifizieren, aber wie kann einen "Meinung" unumstritten, geweige denn, ein Fakt sein?

Bei Licht betrachtet hatte ME2 schon deutlich weniger anzubieten, gameplaymässig, als der erste Teil. Die Story war deutlich öder, die Welt viel weniger interessant, weniger Interaktion mit der Welt, Mini-Areale, und die Missionen waren nie aus einem Guss. Die guten Dialoge und Chars reissen das für mich nicht raus, denn ich möchte gerne viele verschiedene Dinge tun. Wenn ich nur gute Dialoge will, schaue ich einen Film.

Die persönliche Bewertung ist immer eine Frage des eigenen Maßstabs, und der Prioritäten. In einer recht zähen Story rumballern, und sich an der Grafik erfreuen, mag für viele ja genug sein, aber Gott bewahre es gibt Leute die gerne etwas mehr tun würden. Das sind dann Nörgler, und Zurückgebliebene, die eh keine Ahnung haben.

Ich denke GoG ist mit das beste was den Spielern heute passieren kann.
Wenn sowohl Kritiker als auch 'gewöhnliche' Zocker von dem Spiel begeistert sind, spricht das für ein gewisses Niveau. Und wenn dir das nicht reicht, es beweist zumindest, dass sehr viele Zocker damit sehr viel Spaß hatten und das ist bei einem Spiel letztendlich das entscheidende Kriterium.

Mass Effect hat das Problem, dass man es als reines RPG (teilweise) bewertet. Das ist unglaublich kurzsichtig, um nicht zu sagen dämlich. Spielt man Mass Effect etwas freier und unvoreingenommen, ist es ein sehr gutes Spiel. Mass Effect hat gar nicht den Anspruch hunderte Stats und Items zu haben. Es ist kein Elder Scrolls, und es ist auch kein KotOR. Mass Effect verbindet 3rd-Person-Shooter-Elemente mit Rollenspielelementen, wie kein zweites Spiel. Es wird leider oft ein falscher Maßstab an das Spiel gelegt.
Würde man das Spiel als 3rd-Person-Shooter betrachten, hätte man einen Titel, der außer Konkurrenz stehen würde, da er spannende Gefechte bietet, aber auch ein sehr komplexe, ausgereifte Story, Dialoge, Entscheidungen, zahlreiche Items, Charaktercustomization usw. So gesehen wäre Mass Effect der anspruchsvollste 3rd-Person-Shooter der Spielegeschichte vermutlich, trotz seiner Schwächen in diesem Genre. Denn für einen Actiontitel wäre Mass Effect im Vergleich zu Gears of War oder Uncharted nicht straff genug und die Steuerung müsste verbessert werden (könnte mit ME3 funktionieren).

Für ein RPG hat Mass Effect auch einige Kritikpunkte, denn viele Abschnitte sind linear und die Charakterentwicklung stößt schnell an ihre Grenzen (übrigens kann man das auch vielen JRPGs vorwerfen, die dann wiederrum in oftmals komplexen Kampfsystemen punkten). Für ein RPG wäre Mass Effect aber dafür auch sehr straff, hätte ein actionreiches, spannendes Kampfsystem und eine bombastische Inszenierung. Hier werden die Kritikpunkte des 3rd-Person-Shooters plötzlich zu positiven Punkten im RPG-Bereich.

4players ist leider sehr stark festgefahren in Genreschienen. Einige Redakteure knüpfen an Spiele sehr genaue Erwartungen, die Spiele in ein festes Schema zwingt, wenn sie eine gute Bewertung haben wollen. Mass Effect geht einen sehr eigenen Weg und muss deswegen auch mit einem neuen Maßstab betrachtet werden. Einige legen aber hier denselben Maßstab wie eben bei KotOR oder Fallout oder sonstwas an. Das funktioniert einfach nicht. Das führt zu gar nichts.

Andere Kritiker (die meisten) sind viel freier in ihrer Auffassungsgabe. Sie spielen ein Spiel unvoreingenommen und betrachten das Spiel isoliert (so gut das geht). Wenn man Mass Effect spielt, vermisst man doch keine zusätzlichen Fertigkeiten oder gar Attribute. Genauso wenig wie man bei Elder Scrolls keine krachenden Scriptsequenzen erwartet.
Kurzum: Wer ein klassisches RPG erwartet, wird enttäuscht sein, alle anderen werden wahrscheinlich auch mit ME3 sehr viel Spaß haben.
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AhBelle
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Beitrag von AhBelle »

SonicSuperfast hat geschrieben:...
Amen
Ragism
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Beitrag von Ragism »

Liest man Deine Für- und Widerworte zum Spiel, so hat man seltsamerweise noch immer den Eindruck, daß Mass Effect 2 einfach nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Ja, ein Spiel ist mehr als die Summe seiner Teile. Hier stimmen die Teile aber für sich gesehen einfach nicht. Sie wirken, als hätte man sie speziell für 8jährige entwickelt, dann zusammengeschustert und unter einer dicken Präsentation und einer - zugegebenerweise - über einige Strecken ansprechenden Geschichte versteckt.
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Aurellian
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Beitrag von Aurellian »

Ragism hat geschrieben:Liest man Deine Für- und Widerworte zum Spiel, so hat man seltsamerweise noch immer den Eindruck, daß Mass Effect 2 einfach nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Ja, ein Spiel ist mehr als die Summe seiner Teile. Hier stimmen die Teile aber für sich gesehen einfach nicht. Sie wirken, als hätte man sie speziell für 8jährige entwickelt, dann zusammengeschustert und unter einer dicken Präsentation und einer - zugegebenerweise - über einige Strecken ansprechenden Geschichte versteckt.
Bisschen extrem ausgedrückt, aber in der Sache sehe ich das ähnlich. Gerade ME2 ist zwar meiner Meinung nach trotz allem ein gutes Spiel, aber es schreit dem Spieler leider auch an ganz vielen Stellen entgegen "Hier wurde Potenzial vergeudet!".

Wegstreichen von Features, die im Vorgänger zwar suboptimal waren, aber mit ein bisschen Hingabe deutlich verbessert werden könnten; Eintönigkeit/Vorhersehbarkeit/Sterilität vieler Areale; die über weite Strecken viel zu sehr in den Hintergrund rückende Hauptstory - das ist nur ein kleiner Teil der Punkte, wo Bioware mit ME2 eine Menge falsch gemacht hat. Die Gewichtung dieser Probleme, und damit auch die Meinung zum gesamten Spiel, bleiben dann jedem selbst überlassen. Was die Mehrheit sagt, ist dabei erstmal irrelevant - die liest schließlich auch Bild und ist mit Merkel zufrieden
f1f2f3
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Beitrag von f1f2f3 »

Ist ja schön, dass es hier auch noch Leute gibt, die den allgemeinen Trend bei BioWare kritisch sehen. Ich bin zwar Rollenspiel-Fan, halte aber ME 1 für eines der besten Spiele aller Zeiten. Klar musste man da Zugeständnisse machen, aber es waren noch ernstzunehmende Rollenspiel-Elemente vorhanden. Vor allem aber waren natürlich Geschichte und Präsentation über jeden Zweifel erhaben. Die Entscheidungsmöglichkeiten waren ebenfalls toll, wenn auch natürlich nicht perfekt. ME 2 war jedoch ein großer Rückschritt insbesondere auch in diesen Bereichen. Kaum noch Rollenspiel-Elemente, zu starker Fokus auf eintönige Ballereien in Schlauchlevels, oberflächliche Dialoge und Romanzen, die wenigen Entscheidungsmöglichkeiten wirkten sich praktisch nicht aus, allgemein ein Mangel an Logik, viele Handlungsstränge von ME 1 waren plötzlich bedeutungslos, die Hauptgeschichte war schlecht geschrieben und präsentiert, und das Finale war ein Witz. Den Hype um das Spiel habe ich nie verstanden. Ich war froh, dass wenigstens 4Players das Spiel realistischer bewertet hatte.

Vermutlich lag der Hype aber an EAs Werbe-Budget und daran, dass die für viele Spieler heutzutage ja so wichtige Action jetzt einfacher und direkter war. Für mich war das Spiel aber eine große Enttäuschung. Erst der Shadowbroker-DLC brachte mal wieder die klassischen Elemente zurück, die ME 1 ausgezeichnet hatten. Aber nach DA 2 scheint es, als ob die Spiele von BioWare nunmehr tatsächlich alle in erster Linie auf den Konsolen-Shooter-Markt abgestimmt sind und man besseren Inhalt mit etwas Tiefgang wenn überhaupt nur noch als DLCs kaufen kann.

Was ME 3 angeht, habe ich daher wenig Hoffnungen. Vorbestellen werde ich es selbstverständlich nicht, aber sollte es doch gut werden, würde ich es natürlich gern kaufen. Früher konnte man sich halt darauf verlassen, dass BioWare Top-Rollenspiele liefert, da musste man auch nicht vorher Tests mit Spoilern lesen.