Lionhead: Gebrauchtmarkt schlimmer als Kopien

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Wigggenz
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Beitrag von Wigggenz »

Hoffentlich wird Fable 3 für PC das am meisten raubkopierte Game 2011.
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Affenkopf90
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Beitrag von Affenkopf90 »

Also im Grunde ist es doch ganz einfach.

Die sollen die Spiele günstiger machen als 70 Euro. Wer kann sich denn dauernd Spiele leisten die 70 Tacken kosten ?... Niemand und schon garnicht wenn man noch Schüler ist oder auch als Student.

70 Euro für ein Spiel ist in meinen Augen absolut übertreiben, und erst recht wenn man den neuen Trend noch beachtet, dass die Spiele quasi halb sind und Inhalte die bereits auf der DVD sind noch per DLC gekauft werden müssen.

Das geht einfach garnicht und würden die Spiele weniger kosten würde auch mehr Leute die Version direkt neu kaufen. Folglich wäre das Problem mit dem Gebrauchthandel auch nicht so stark.

Aber nein das geht ja nicht dann lieber die Leute weiter verarschen und Spiele immer weiter einschränken.

Klasse Idee...

Das kann alles eig. nur en Witz sein. !!!
bazzshot667
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Beitrag von bazzshot667 »

einfach eine Zeot warten und schon kosten die games die hälfte... ist doch nicht so schwer auf ein game zu warten... wenn die spiele wie blei liegen bleiben, werden sie umso schneller billiger... beispiele gibt es genug... so werden vertriebe hersteller publisher sehen was geht... wenn grundsätzlich keiner mehr bei 70 euro kauft, sondern erst bei 40, werden die lang oder kurz handeln...
unknown_18
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Beitrag von unknown_18 »

bazzshot667 hat geschrieben:einfach eine Zeot warten und schon kosten die games die hälfte... ist doch nicht so schwer auf ein game zu warten... wenn die spiele wie blei liegen bleiben, werden sie umso schneller billiger... beispiele gibt es genug... so werden vertriebe hersteller publisher sehen was geht... wenn grundsätzlich keiner mehr bei 70 euro kauft, sondern erst bei 40, werden die lang oder kurz handeln...
Exakt so sehe ich das auch. Meine Vermutung ist eh, dass den Publishern/Entwicklern vor allem deswegen der Gebrauchtmarkt ein Dorn im Auge ist, weil der bei einem Spiel schon innerhalb kürzester Zeit entsteht. Da kaufen Spieler Spiele zum Release und wissen beim Kauf schon, dass sie es in ein paar Tagen wieder verkaufen, weil sie das Geld für das nächste Spiel brauchen, was dann erscheint. Und schon gibts das Spiel nach ein paar Tagen bereits gebraucht zu kaufen und den Publishern/Entwicklern entgeht Geld in den wichtigen ersten Wochen nach Release, denn da wird die große Kohle gemacht.

Für die Theorie spricht auch, dass mit ihren Online Pass Systemen, wo man gebrauchte Spiele erst "freikaufen" muss, um 100% zu haben, vor allem die Spieler getroffen werden, die ihr Spiel so kurz nach Release wieder verkaufen, denn bei solchen neuen Spielen machen sie mit ihrer Art Geld zu sparen, um möglichst viele Spiele spielen zu können, deutlich mehr Verlust.
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

Balmung hat geschrieben:Meine Vermutung ist eh, dass den Publishern/Entwicklern vor allem deswegen der Gebrauchtmarkt ein Dorn im Auge ist, weil der bei einem Spiel schon innerhalb kürzester Zeit entsteht. Da kaufen Spieler Spiele zum Release und wissen beim Kauf schon, dass sie es in ein paar Tagen wieder verkaufen, weil sie das Geld für das nächste Spiel brauchen, was dann erscheint. Und schon gibts das Spiel nach ein paar Tagen bereits gebraucht zu kaufen und den Publishern/Entwicklern entgeht Geld in den wichtigen ersten Wochen nach Release, denn da wird die große Kohle gemacht.
Das ist aber ein hausgemachtes Problem, wenn die Publisher alle Top-Titel eines Jahres möglichst eng gedrängt in einem Zeitfenster releasen. Und selbst bei einem entzerrten Releaserythmus herrscht ein derartiges Gedränge auf dem Markt, dass kaum ein Kunde soviel Geld hat, um all die Spiele zum Neupreis zu kaufen, für die man sich interessiert. Es gibt gewissermaßen deutlich mehr Spiele als beim Kunden Kaufkraft zur Verfügung steht.

Und jetzt kommt der große Gag ... der Gebrauchtmarkt HILFT den Publishern bei diesem enorm dichten Angebot sogar, befreit er gebundene Kaufkraft bei den Spielern, die einen Titel immer sofort zum release haben müssen. Gäbe es keinen Gebrauchtmarkt, würden die Abverkäufe deutlich niedriger sein. Aber um das zu erkennen, muss man ein wenig mehr Ahnung von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen haben und nicht BWL-mäßig nur in die Firmenbilanzen starren. Doch wie schon oft genug hier gesagt, wenn Entwickler und Publisher meinen sich selbst ins Knie ficken zu müssen, dann sollen sie das gerne tun.
unknown_18
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Beitrag von unknown_18 »

Nun, in welchem Bereich kann man sich schon alles leisten, was einen interessiert? Eben, in fast keinem, also muss man eben Kompromisse eingehen und das heißt in dem Fall fast immer eben eine noch engere Wahl zu treffen was man sich leistet. Ich kann es mir auch nicht leisten in jeden Kinofilm zu gehen, der mich interessiert, also guckt man nur den ein oder anderen und den Rest später mal auf DVD/BluRay, meist sogar erst wenn diese günstiger sind. Kaum einer hier hat in seinem Leben so viel Geld, dass er sich alles leisten kann was er gerne haben möchte. Nur scheinbar scheint das für manche Spieler nicht zu gelten, da heißt es immer nur "will haben, alles!".

Und ob die Abverkäufe deutlich niedriger wären, wäre ich mir auch nicht so sicher. Denn dann hätten wieder andere Spieler nicht die Option einfach ne Woche zu warten und sich das Spiel dann günstiger gebraucht zu kaufen. Ein/Zwei Wochen warten können die Meisten, die unbedingt ein Spiel wollen, noch gerade so, aber Monate bis das Spiel günstiger neu zu kaufen ist die wenigsten. Was machen die dann? Die kaufen es sich dann halt doch im Release Zeitraum zum Vollpreis und sparen sich dann eben ein Kino Besuch oder sonstige andere Ausgaben.

Aber gut, es hätte so oder so aber einen großen Einfluss auf den Spielemarkt, weil schlechtere Spiele dann eher für bessere liegen bleiben. Dadurch würde zumindest nicht mehr jeder Schrott noch ausreichend gut für die Publisher verkauft werden... klingt zwar gar nicht mal so schlecht, aber das könnte auch bedeuten, dass weniger profitable Genres, bei denen selten AAA Titel erscheinen, noch weniger bedient werden und gar ganz aussterben. Muss es aber nicht zwangsläufig, XBL Arcade Spiele und ähnliches bei der Konkurrenz zeigt auch, dass es auch anders gehen kann. Klar ist jedenfalls auch, dass die Spielebranche zu viel Müll produziert und das auf Dauer so nicht gut gehen kann, irgendwann ist der Markt einfach erschöpft.
DesMoines
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Beitrag von DesMoines »

@ cichy_de

Ja und? Ich habe nichts anderes gesagt. Das man das gekaufte Spiel benutzen darf, wie du sagst, ist doch absolut klar und wurde von mir auch nicht angezweifelt. Das was du mit "Recht weiter veräußern" meinst ist schwammig formuliert, falls du aber freies Kopieren der Software, deren Manipulation oder Veröffentlichung meinst, ist das absolut nicht dein Recht. Hättest du dir einmal die AGBs/Nutzungsrechte/Disclaimer einer Software durch gelesen, wäre dir das auch aufgefallen. Und wenn du mein Posting richtig gelesen hättest, wäre dir auch aufgefallen, das ich überhaupt nichts gegen das Weiterverkaufen von Spielen gesagt habe. Mir ging es nur um den feinen Unterschied, dass das Besitzen einer DVD nicht gleichbedeutend mit dem Besitzen des geistigen Eigentums, das sich in den digitalen Daten manifestiert, ist.
Das versteht man unter Copyright...

Und das man natürlich nicht nur die reinen Produktionskosten beim Kauf bezahlt, ist logisch, irgendwie müssen die Entwicklungskosten auch abgedeckt werden.
Ein einfacher Vergleich:

Zahlst du für einen Kinofilm darfst du auch nicht während der Vorstellung mitfilmen, weil du ja Eintritt gezahlt hast und deswegen den Film "besitzt".

Und wenn du ein PC-Spiel (oder was auch immer an Medien) verkaufst, verkaufst du lediglich das "Material" und nicht irgendwelche Spiel-,Lizenz- oder Filmrechte, da du diese nie besessen hast.
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

Balmung hat geschrieben:Nun, in welchem Bereich kann man sich schon alles leisten, was einen interessiert? Eben, in fast keinem, also muss man eben Kompromisse eingehen und das heißt in dem Fall fast immer eben eine noch engere Wahl zu treffen was man sich leistet.
Richtig. Und genau DAS kann NICHT im Sinne der Publisher sein, die möglichst hohe Abverkäufe in den ersten Releasewochen zum vollen Retailpreis sehen wollen.

Der Gebrauchtmarkt hilft dabei, in dem er gebundene Kaufkraft wieder freisetzt.
Und ob die Abverkäufe deutlich niedriger wären, wäre ich mir auch nicht so sicher. Denn dann hätten wieder andere Spieler nicht die Option einfach ne Woche zu warten und sich das Spiel dann günstiger gebraucht zu kaufen.
Die würden aber auch kein Spiel zum vollen Preis kaufen, sondern würden dann auf das Budget-Release warten. Wir sprechen hier von zwei verschiedenen Käuferschichten. Die einen finden den vollen Retailpreis gerechtfertigt und die anderen finden den Preis zu hoch und kaufen via Gebrauchtmarkt oder Budgetrelease. Du kannst letztere NICHT dazu zwingen Spiele zum vollen Retailpreis zu kaufen, wenn Du den Gebrauchtmarkt verhinderst oder erschwerst. Genauso wenig wie Kopierschutz-Systeme oder DRM Leute dazu gebracht haben Spiele zu kaufen, wenn man nicht bereit ist für ein Spiel Geld auszugeben.

Man kauft Spiele, wenn man das Geld hat für den Preis, der einem gerechtfertigt erscheint. Aber da die Publisher und ihre Mietmäuler von den diversen Entwicklerstudios scheinbar keine Ahnung von Volkswirtschaft haben, so haben sie scheinbar auch keine Ahnung von grundlegenden Prinzipien der Preisfindung, vom Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.
unknown_18
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Beitrag von unknown_18 »

Nunja, wäre ich so ein Gebrauchtkäufer, der nicht Vollpreis zahlen will aber die Spiele trotzdem innerhalb der ersten Wochen nach Release haben wollte (was bedeutet die kosten mich immer noch ~45 Euro für ein 60 Euro Titel) und der Gebrauchtkauf fiele weg. Ich weiß nicht ob ich dann so lange warten könnte, bis ich das Spiel so neu günstig kriege. Da geht dann doch eher die Tendenz in die Richtung in den sauren Apfel zu beißen und zum Vollpreis zu kaufen, dafür dann aber sogar direkt zum Release Tag, hätte also noch einen Vorteil davon: etwas weniger Wartezeit anstatt erheblich mehr.

Aber gut, das ist eh ein ziemlich komplexes Thema, wo wir beide vermutlich nicht alle Fakten kennen, die man berücksichtigen muss, um wirklich ein korrektes Bild zu kriegen.
DesMoines
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Beitrag von DesMoines »

Dazu kommt auch noch, das ich z.B. Spiele niemals zum Releasetag kaufe, da sie oft zu Anfang noch verbuggt o.ä, sind. So kommt es durchaus oft vor, das ich ein Spiel erst nach 2-3 Monaten kaufe und dann den 2. oder 3. Patch nutzen kann.
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

Balmung hat geschrieben:Aber gut, das ist eh ein ziemlich komplexes Thema, wo wir beide vermutlich nicht alle Fakten kennen, die man berücksichtigen muss, um wirklich ein korrektes Bild zu kriegen.
Das Thema ist gar nicht komplex. Es ist ganz einfach, wenn man mit ein klitzeklein wenig Hintergrundwissen und gesunden Menschenverstand die Sache betrachtet: Der gute Mann erzählt kompletten Dünnpfiff!
unknown_18
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Beitrag von unknown_18 »

Sorry wenn ich berechtigte Zweifel daran habe, dass es so einfach ist wie du es hier dar stellst. Wenn auf der Welt alles so einfach wäre, wie du das Thema hier darstellst, hätten wir keine Probleme mehr.
saurerkraut
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Beitrag von saurerkraut »

Für gute Software geb ich gern den Vollpreis aus. Da steckt gute Arbeit dahinter und sollte somit auch mit einem möglichst maximalen Gewinn belohnt werden, damit die Entwickler hinter den Kulissen auch weiterhin ihren Job machen können.
Ich bin aber nicht weiterhin gewillt, für irgend einen verbuggte Dreck (nehmen wir mal Brink auf der 360), meine Kohle auszugeben. Zumindest nicht zum vollen Preis!
Faire Preis/Leistung seitens der Publisher könnte ja schon Abhilfe schaffen. "Sniper: Ghost Warrior" z.B. hat auf den Konsolen doch gezeigt, dass es geht. Niemand aus meinem Umfeld der das Spiel gezockt hat, konnte ernsthaft etwas, trotz der kleinen Macken, bemängeln, da es von vorne herein günstiger auf den Markt kam. Aber solange der Trend bestehen bleibt, sich mit halbgaren Müll die Taschen voll stopfen zu wollen, habe ich null Toleranz für solch ein Gejammer.

Ein Fiat Punto und ein Audi A3 kostet doch auch nicht gleich viel, nur weil beide Autos sind :)

Ansonsten bleibt nur noch zu sagen, dass hier eine natürliche Auslese statt findet. Das war zwar noch nie ein lustiges Spiel, aber schon immer Bestandteil eines jeden Kreislaufs. Und in der Spiele-Branche ist sie mittlerweile auch bitter nötig...
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Xris
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Beitrag von Xris »

Sorry wenn ich berechtigte Zweifel daran habe, dass es so einfach ist wie du es hier dar stellst. Wenn auf der Welt alles so einfach wäre, wie du das Thema hier darstellst, hätten wir keine Probleme mehr.


Wie erklärst du dir denn das stetige Wachstum (in den letzten ca. 10 Jahren ganz besonders) der Videospielindustrie? Wo doch Übel wie Raubkopierer und die bösen, bösen, böse etc. Gebrauchtkäufer den Umsatz derart minimieren?
reeBdooG
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Beitrag von reeBdooG »

@ Xchris
Akzeptanz von Videospielen in der Gesellschaft, ausweiten der Zielgruppe (siehe Wii), steigende Verbreitung von Systemen zum Spielen (auch durch subventionierte Preispolitik bei Konsolen), ...
Würde ich länger als eine Minute mit der Frage verschwenden würden mir noch mehr Punkte einfallen.

@ Kajetan
Der Gebrauchtmarkt setzt sicher Kaufkraft bei dem frei der verkauft, bindet aber auch Kaufkraft bei dem der kauft. Also so einfach ist das nicht.
Und wer sagt dass der der verkauft den erzielten Erlös auch wieder in Spiele investiert? Eine Behauptung die genauso schwer zu belegen ist wie "Derjenige der runterlädt hätte es sich eh nicht gekauft."

In einem Punkt stimm ich mit dir überein. Die release Politik der Publisher ist der Kern des Problems. Man kann halt nicht davon ausgehen das 4 AAA Titel 4 mal soviel Gewinn bringen wie einer (in einem bestimmten Zeitraum zur gleichen Zeit). Wie in jedem Wirtschaftsbereicht kommt der Punkt wo das Angebot die Nachfrage übersteigt und dann schauen die Kunden halt wie sie aus ihrem Geld das meiste rausholen.
Die Publisher haben Videospiele zu einer seelenlosen Massenware gemacht und sind jetzt schockiert dass sie auch genau so behandelt werden...