GDC 2011: »Kopieren ist kein Diebstahl«

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
ToryFaol
Beiträge: 156
Registriert: 05.04.2009 17:42
Persönliche Nachricht:

Beitrag von ToryFaol »

was dieses hick hack soll... "raubkopiere" wirste nich los. kannst machen was du willst. aber is das schlecht, auf kopierschutz zu bauen? immerhin schafft das auch arbeitsplätze, oder etwa nicht? große firmen können sich auch teure kopierschutzentwickler leisten. auch wenns nich sehr clever ist, weils sowieso geknackt wird.

dann muss man eben was anbieten, was leute unbedingt haben wollen und dafür zahlen müssen. wie persson schon sagte: einen online-account kann man nicht raubkopieren. minecraft is zwar auch im offline modus cool, aber unterhält nicht zwingend lang. im onlinemodus machst einfach mehr spaß, aber dazu muss man das spiel auch kaufen.
und so ist es mit vielen spielen. ich glaub activision setzt bei CoD z.b. gar nicht mehr auf den SP... der is nämlich sau lame. erst der MP hat das game gerettet (ich mags immernoch ned, aber so isses nunmal). wer spielt bei starcraft schon den SP? die hängen doch alle im MP rum... und dafür muss mans kaufen...
oder eine ewtas kindlichere variante: gestern kam pokemon black/white raus. das gibts schon lange aufm emulator, kann man alles schon spielen ohne was dafür zu zahlen. aber so kann man natürlich keine online funktionen nutzen oder mit leuten tauschen/kämpfen usw.

und wenn firmen wie EA DLCs überteuert anbieten... kauf ichs mir eben nicht. als erwachsener mensch kann man durchaus entscheiden, obs lohnt, oder nicht und kinder müssen meist eh immer die eltern fragen.
aber an und für sich, is dieser raubkopiererquatsch nicht mein problem, solange es noch leute gibt, die games nicht nur aus geldgeilheit heraus entwickeln. und wenn mal einen monat nicht der ultimative burner rauskommt, sondern nur so n uninteressanter kram wie der 10000. kriegsshooter oder der 300. wow-klon, is mir das auch egal. gibt auch noch andere sachen.
Benutzeravatar
Wulgaru
Beiträge: 29391
Registriert: 18.03.2009 12:51
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Wulgaru »

Selbst wenn man sich auf die Argumentation "Spieler denen etwas ein bisschen zu teuer ist, können kopieren weil sie es sonst eh nicht gekauft hätten" einlässt.....selbst wenn.

Mal ganz ehrlich....die Leute die so argumentieren (und das tun ja scheints einige) glauben doch nicht im Ernst das durch die Möglichkeit zu für umsonst zu kopieren die individuelle Definition von "zu teuer" oder "kein "angemessener" Preis" preislich in den Keller getrieben wird?
So etwas ist doch völlig willkürlich....und als Verteidigungsargument irgendwie ein bisschen naiv... :wink:
LinXitoW
Beiträge: 15
Registriert: 26.03.2007 19:52
Persönliche Nachricht:

Beitrag von LinXitoW »

Termix hat geschrieben:
weil sie fürchten ihre Gewinnspanne könne einbrechen (was noch nie bewiesen wurde das Kopien Verluste erzeugen)
Es wurde aber auch NIE das Gegenteil bewiesen.
Würde man generell günstiger Verkaufen würde einige es sich eher überlegen es sich legal zuzulegen.
Das ist sehr wahrscheinlich, ja - aber du musst mal ausrechnen, wie viel mehr Einheiten pro Spiel verkauft werden müssten, um einen ähnlichen Umsatz zu machen. Es gibt nämlich Fixkosten, wie z.B.
1. das Marketing (~10 Euro pro verkauftem Game - nur bis zu einer gewissen Anzahl)
2. die Retailer (Media Markt und co. bekommen ~10-20% vom Verkaufspreis)
3. die Konsolenhersteller (Lizenzgebühren, bisher ~20% pro Game)
4. die Entwicklungskosten (Kosten die reingeholt werden müssen!) Gran Turismo 5 z.B. über 40 Mio. Euro!
5. die Produktions-/Transport-/Lagerungskosten

Quelle: viele, z.B. http://www.gametrailers.com/video/episo ... ack/100545
Von 50 Euro Verkaufspreis fallen vielleicht 10 Euro Kosten an.
Der Verkaufspreis von 50 Euro (normaler MediaMarkt-Releasepreis) beinhaltet aber schon 19% USt, bleiben noch 40,50 Euro für die oben genannten Posten.

Nun stellt sich mir die Frage, ist es sinnvoller 10 Mio. Einheiten für 25 Euro zu verkaufen oder 5 Mio. für 50 Euro? Den Preis kann man nämlich auch schon 1-2 Monate nach Release senken, wenn die Entwicklungskosten etc. gedeckt sind.

100% mehr Verkäufe bei einer Halbierung des Kaufpreises würden übrigens nicht reichen, um einen ähnlichen Umsatz zu erzielen. Der tatsächliche Wert dürfte, je nach Spiel, bei 200-800% liegen.
Ein Negativ kann man nicht beweisen.

Was ist mit digital distributierten Spielen? Shogun 2 auf Steam kostet 49,99 Euro. Importiert aus UK 34 Euro(plus 3 Euro Versand).
Das heisst entweder die Publisher haben zuvor mit Games garkein Geld gemacht und haben jetzt erst bei Steam eine Profitmarge drin oder, gott verbiete, sie sind einfach gierige Arschlöcher. Übrigens sind es nicht die hartarbeitenden Spieleentwickler, die ich hier als Arschlöcher bezeichne, denn die meisten, die tatsächlich direkt programmieren und entwickeln, tun das aus Lust an der Freude, NICHT wegen des Geldes.
Benutzeravatar
Tabeekam
Beiträge: 211
Registriert: 24.01.2009 12:20
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Tabeekam »

LinXitoW hat geschrieben:
Termix hat geschrieben:
weil sie fürchten ihre Gewinnspanne könne einbrechen (was noch nie bewiesen wurde das Kopien Verluste erzeugen)
Es wurde aber auch NIE das Gegenteil bewiesen.
Würde man generell günstiger Verkaufen würde einige es sich eher überlegen es sich legal zuzulegen.
Das ist sehr wahrscheinlich, ja - aber du musst mal ausrechnen, wie viel mehr Einheiten pro Spiel verkauft werden müssten, um einen ähnlichen Umsatz zu machen. Es gibt nämlich Fixkosten, wie z.B.
1. das Marketing (~10 Euro pro verkauftem Game - nur bis zu einer gewissen Anzahl)
2. die Retailer (Media Markt und co. bekommen ~10-20% vom Verkaufspreis)
3. die Konsolenhersteller (Lizenzgebühren, bisher ~20% pro Game)
4. die Entwicklungskosten (Kosten die reingeholt werden müssen!) Gran Turismo 5 z.B. über 40 Mio. Euro!
5. die Produktions-/Transport-/Lagerungskosten

Quelle: viele, z.B. http://www.gametrailers.com/video/episo ... ack/100545
Von 50 Euro Verkaufspreis fallen vielleicht 10 Euro Kosten an.
Der Verkaufspreis von 50 Euro (normaler MediaMarkt-Releasepreis) beinhaltet aber schon 19% USt, bleiben noch 40,50 Euro für die oben genannten Posten.

Nun stellt sich mir die Frage, ist es sinnvoller 10 Mio. Einheiten für 25 Euro zu verkaufen oder 5 Mio. für 50 Euro? Den Preis kann man nämlich auch schon 1-2 Monate nach Release senken, wenn die Entwicklungskosten etc. gedeckt sind.

100% mehr Verkäufe bei einer Halbierung des Kaufpreises würden übrigens nicht reichen, um einen ähnlichen Umsatz zu erzielen. Der tatsächliche Wert dürfte, je nach Spiel, bei 200-800% liegen.
Ein Negativ kann man nicht beweisen.

Was ist mit digital distributierten Spielen? Shogun 2 auf Steam kostet 49,99 Euro. Importiert aus UK 34 Euro(plus 3 Euro Versand).
Das heisst entweder die Publisher haben zuvor mit Games garkein Geld gemacht und haben jetzt erst bei Steam eine Profitmarge drin oder, gott verbiete, sie sind einfach gierige Arschlöcher. Übrigens sind es nicht die hartarbeitenden Spieleentwickler, die ich hier als Arschlöcher bezeichne, denn die meisten, die tatsächlich direkt programmieren und entwickeln, tun das aus Lust an der Freude, NICHT wegen des Geldes.
Die hartarbeitenden Spieleentwickler sind aber die, die von Raubkopien besonders bestraft werden. Was meinst du, wie die "Arschlöcher" wieder Geld einsparen wenn ein Spiel nicht verkauft wird?

... und nein, Entwickler und Programmierer arbeiten bestimmt nicht 10+ Stunden am Tag aus Lust an der Freude.

(Abgesehen davon, dass einem als Designer die Freude gänzlich vergeht, wenn man sieht wie viele echte "Arschlöcher" deine Arbeit überhaupt nicht zu schätzen wissen und dein Projekt einfach schwarz aus dem Internet saugen und dann noch scheinheilig die Schuld auf die "gierigen" Publisher schieben weil sie selbst zu geizig sind).
Benutzeravatar
Drachensamariter
Beiträge: 29
Registriert: 19.08.2010 11:47
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Drachensamariter »

Raubkopieren ist Diebstahl! :?
Von den Speichermedien (CD/DVD) werden Inhalte des Originals unberechtigterweise kopiert und benutzt. Wenn wie jüngst durch einen berühmten Politiker geschehen, Textstellen aus anderen Büchern für das eigene Werk KOPIERT werden, dann ist das ja auch geistiger DIEBSTAHL!
Benutzeravatar
Hongii
Beiträge: 183
Registriert: 05.10.2009 13:33
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Hongii »

Ach macht doch mal die Augen auf, es gibt eine schöne Welt außerhalb Deutsschland ohne unsinnige Steuern.

Ich habe zum Relase von ebay Hong Kong Black Ops US Version für 34 bekommen.

Und letztens Killzone 3 LIMITED Edition für 46 Euro, ist das nicht geil? Kopf einschalten, Testberichte lesen und auf Deutschland scheißen, dann ist Raubkopieren nicht mehr nötig, als ich jünger war, habe ich auch Spiele geladen und was mich wirksam abbgebracht hat: SCHÖNE MULTIPLAYER, die wochenelang unterhalten, darauf kommt es an! Schöne Steelbooks, oder schicke Figuren!! Mehr haptische Extras!!



Steve Jobs: "Beschwert euch bei euer Regierung!"
Termix
Beiträge: 1046
Registriert: 08.06.2008 14:19
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Termix »

LinXitoW hat geschrieben:Ein Negativ kann man nicht beweisen.

Was ist mit digital distributierten Spielen? Shogun 2 auf Steam kostet 49,99 Euro. Importiert aus UK 34 Euro(plus 3 Euro Versand).
Das heisst entweder die Publisher haben zuvor mit Games garkein Geld gemacht und haben jetzt erst bei Steam eine Profitmarge drin oder, gott verbiete, sie sind einfach gierige Arschlöcher. Übrigens sind es nicht die hartarbeitenden Spieleentwickler, die ich hier als Arschlöcher bezeichne, denn die meisten, die tatsächlich direkt programmieren und entwickeln, tun das aus Lust an der Freude, NICHT wegen des Geldes.
Mein Fehler, da hätte noch ein vermutlich/sehr wahrscheinlich besser gepasst :p
Woher weißt du denn wie viel die Publisher bei Steam bekommen, hast du da eine Quelle wohin wie viel Geld fließt?
Und programmieren aus Lust an der Freude.... sicher nicht nach 20 Jahren Berufserfahrung und 12 Stunden und mehr am Tag, als kleiner Independent-Entwickler mag das ja noch sein.
Benutzeravatar
Boesor
Beiträge: 7853
Registriert: 09.12.2009 18:49
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Boesor »

Hongii hat geschrieben:Ach macht doch mal die Augen auf, es gibt eine schöne Welt außerhalb Deutsschland ohne unsinnige Steuern.
Diese unsinnigen Steuern finanzieren nicht wenige der Dinge die du täglich nutzt, nutzen könntest und teilweise hoffentlich niemals nutzten musst.
Ich darf annehmen, dass du noch nicht so alt bist?
Benutzeravatar
Hongii
Beiträge: 183
Registriert: 05.10.2009 13:33
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Hongii »

tut mir leid, wenn das nicht glasklar wurde aber ich meinte explizit die Art der Besteuerung, schließlich lebt es sich in anderen Industrienationen auch nicht "sinnloser", es ist die Sache wie die Politik es anpackt, siehe Drama mit Ipad wo Steve Jobs genervt war oder eben Spiele, deren Preise ich in Deutschland nicht nachvollziehen kann, gottlob Steuern allgemein sind ja wichtig, auch ich hätte gerne weiter Straßen, Schulen und Krankenhäuser, das ist aber auch nicht das Thema hier, meine Beitrag sollte darauf abziehlen, dass man hier nicht über die hiesigen Preise jammern sollte und deshalb raubkopiert sondern die Augen aufmacht und seinen Horizont erweitert, ich persöhnlich bestelle sämtliche Spiele, Klamotten und technische Geräte aus dem Ausland und meinem Geldbeutel tut es gut, Lebensmittel kann man ja hier kaufen, da hat DE exellente Preise ;D
Natone
Beiträge: 18
Registriert: 24.02.2009 18:13
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Natone »

Wie lang und breit soll das Thema eigentlich noch ausdiskutiert werden? Es ist sinnlos darüber zu reden! Ich weiß nur das ich mit meinen Kopien im Regelfall weniger Stress habe als meine Kumpels die original kaufen! Wenn ich da nur an diese Online-Account-Bindungen denke da wird mir schlecht. Bis ein original läuft habe ich es schon drei mal runtergeladen und kann zocken und das oft vor dem offiziellen Release! Ich arbeite selbst in einem Medienunternehmen (Musikverlag) das von den bösen Raubkopien betroffen ist. Und was ist? Der Laden macht dennoch mehr Umsatz als jemals zuvor und der Verlag existiert schon seit 1770! http://de.wikipedia.org/wiki/Schott_Music

Das mit dem Verlust Gelaber ist alles Quatsch!
Natone
Beiträge: 18
Registriert: 24.02.2009 18:13
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Natone »

PS: Multiplayer geht mir am A.... vorbei! Mache ich lieber zu zweit im Bett!
Benutzeravatar
Chibiterasu
Beiträge: 28966
Registriert: 20.08.2009 20:37
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Chibiterasu »

Hier treffen doch immer zwei Diskussionsthemen aufeinander.


Das eine ist das Moralische.

Moralisch gesehen ist Raubkopieren falsch, ohne wenn und aber. Der Einzelne handelt in jedem Fall egoistisch „will nix bezahlen“, „will kein DRM“, „will das ROM unterwegs auf meinem Handheld zocken“ etc. etc.

Trotzdem möchte ich, dass jeder der hier mit dem Finger zeigt mal überlegt, ob er nicht genauso MP3s von der Festplatte eines Kumpels geholt hat, ein Programm (zB Windows) nicht schon mal ohne Lizenz installiert hat, Serien und Filme aus dem Ausland gestreamt oder gedownloadet hat (weil sie nicht zu uns kommen oder es ewig dauert), Bilder aus dem Internet ohne Quellenangabe wieder verwendet hat, ein PDF irgendwo ohne Genehmigung her hat usw.

Da wird schnell fast jeder zum Raubkopierer.

Der Mensch ist ein Opportunist und handelt von Fall zu Fall. Hier sind vielleicht passionierte Videospieler unterwegs, die ihr Hobby unterstützen möchten. Der nächste spielt aber nur mal ab und zu aus Langeweile eine Runde irgendetwas, schätzt daher das Produkt nicht im Speziellen. Er hat aber vielleicht 1000 Vinylplatten zu Hause und versteht da die MP3-Saugenden nicht.

Es gibt nicht DEN Raubkopierer. Und auch wenn es in jedem Fall falsch ist, muss sich die Welt in Zukunft an die immer schnellere digitale Distribution von Inhalten, Informationen und Produkten gewöhnen.

10km/h schneller zu fahren ist auch nicht erlaubt und moralisch gesehen eigentlich noch verwerflicher, weil Menschenleben dranhängen können. Trotzdem hat das wohl fast jeder schon getan.


DRM ist moralisch gesehen imho genauso falsch. Ich mach dem zahlenden Kunden das Leben schwer und biete dem Raubkopierer das bessere Produkt an. Ist doch völlig daneben.
Solange nicht ein DRM gefunden wird von dem der Kunde so gut wie nichts mitbekommt und es Raubkopierer abhält (OnLive könnte so was sein) sollte komplett darauf verzichtet werden. Wird doch eh fast nur für die Investoren gemacht.


Fakt ist sicherlich, dass Raubkopien der Industrie schaden, die Frage ist einfach wie sehr.
Und da kommen wir zum zweiten Diskussionsthema. Stimmen die Horrorszenarios der Publisher? Ich sage Nein – nicht in dem Ausmaß.

Klar, sie haben jedes Recht dazu den Teufel an die Wand zu malen, schließlich wäre es sehr kontraproduktiv, wenn sie laut äußern würden „Raubkopien sind zwar ein Problem, aber kein so großes“. Dann hört sich das für viele vielleicht erst recht wie eine Legitimation an.

Also Nein, lieber Drama!, Drama! und an einzelnen Tätern Exempel statuieren um andere abzuschrecken. Gut. Soll so sein.

Trotzdem entspricht das Szenario einfach selten der Wahrheit.

Es ist nun mal so, dass
- sich nicht jeder jedes Spiel leisten kann
- manchen manche Spiele zu teuer sind (sie es ihnen nicht wert sind)
- Leute ein Spiel einmal austesten wollen, bevor sie es kaufen
- Leute wegen dem DRM nicht das Original wollen
- Spieler am Sammelwahn leiden und sich Dinge einfach ziehen, weil sie es können (auch wenn sie es evtl. nie zocken)
- usw.

Nochmal: das sind alles keine guten Gründe oder Rechtfertigungen. Es ist und bleibt ein falsches Verhalten, moralisch gesehen.
Aber es passiert. Und auch wenn die Gründe keine guten sind, sind es Gründe, die Menschen zu der Tat antreiben.

Der Punkt ist, dass der Anteil an Raubkopierern, die die Software kaufen würden, gäbe es keine andere Möglichkeit der Beschaffung, niemals so groß wäre wie die Gesamtzahl der Raubkopierer.
Wie viele es wären, steht nicht fest.

Ich würde ihn auf um die 20% schätzen (entbehrt jeglicher Grundlage). Das ist natürlich auch schnell mal viel Geld.
Jetzt zieht man aber noch die Leute ab, die
- sich evtl. danach doch von dem Spiel überzeugen ließen,
- es an andere weiterempfohlen haben, die es sich dann kaufen,
- die später einmal ein Remake von dem Spiel kaufen, weil sie es damals geil fanden
- usw.
und der Anteil wird noch etwas kleiner.



Dann sind wir beim Schaden den die Industrie erleidet. Der ist bedauerlich, aber ich würde ihnen sagen: „Lernt damit zu leben!“ und behandelt Kunden wieder wie Kunden.
spliffb
Beiträge: 216
Registriert: 19.11.2007 03:19
Persönliche Nachricht:

Beitrag von spliffb »

Ich denke man wird sich damit abfinden müssen, daß immer kopiert wurde und auch weiter kopiert werden wird, unabhängig welche gesetzlichen Regelungen beschlossen oder welche moralischen Bedenken geäußert werden.
Es liegt einfach im Naturell des Menschen Dinge und Verhaltensweisen zu kopieren und es trug und trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung der Spezies bei, geistreiche Ansammlungen möglichst weitgefächert weiterzugeben und zu verteilen.

Ob dadurch (kurz- oder auch langfristig) wahrhaftig ein Schaden für die jeweiligen Unternehmen entsteht, bleibt weiterhin offen und ungeklärt.
Ob eine Gesellschaft durch die Möglichkeit der Kopie und der daraus resultierenden großflächigen Befruchtung mit Wissen und Unterhaltung positive Resonanzen erfährt, ist hingegen unbestritten.
Opa
Beiträge: 1534
Registriert: 26.08.2002 17:31
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Opa »

Das eine ist, dass ich mich der Annahme anschließen möchte nicht jede Kopie als mutmaßliche Einnahme zu sehen. Ich denke die aktuellen Schadensberechnungen entbehren jeglichem Bezug zur Realität.


Ich befürchte aber neben dieser Frage wird und sollte sich die Industrie einem anderen Problem stellen - nämlich, dass offensichtlich mittelfristig nicht genug Geld einzunehmen ist mit Spielen um stetig steigende Fertigungskosten zu decken.

Da macht eine kleinere Einnahmeseite aufgrund Kopien sicherlich etwas aus aber man wird auch darüber nachdenken müssen die Kosten zu optimieren. Einerseits ist dies denkbar durch spezialisierte Dienstleister für virtuelle Modelle / Physik- und Grafikengines - hier spart sich der einzelne Entwickler nunmal große Teams. Andererseits wird man sich eben überlegen müssen ob man immer am Rande des technisch aktuell machbaren arbeiten muss. Auch wenn ich die Grafikfetischisten gerade aufschreien höre - es ist doch fast überall auf der Welt so, dass man als Konsument eben nicht High End bekommt sondern nur MidEnd aber das bezahlbar.

Zumindest sehe ich keine Formel1 Autos im Straßenverkehr, keine Gastrogeräte in Haushalten. Vielleicht wird "Gaming" sich irgendwann eben auch eher über Inhalte und Ideen definieren müssen als über die neueste detailierteste Grafik (an der einfach mal viele viele Mitarbeiter saulange sitzen). Ich denke der Erfolg von Appgames und Nintendo aktuell werden diese Entwicklung beschläunigen / begünstigen....
Benutzeravatar
monotony
Beiträge: 8138
Registriert: 30.05.2003 03:39
Persönliche Nachricht:

Beitrag von monotony »

4P|Zierfish hat geschrieben:@Tony
warum nicht gefallen? was, wenn einfach das preis leistungs verhältnis für einen selbst nicht gerechtfertigt ist?
dann lässt man die Finger davon!!! so einfach ist das.
Wenn die Publisher ihre kurzen Spiele nicht mehr verkaufen werden sie iwann auch den Trichter kommen, dass sie eben dies, zu kurz, sind.

Das rechtfertigt GAR NICHTS
und warum? warum sollte man die finger davon lassen wenn keinerlei schaden entsteht? aus prinzip?
4P|Zierfish hat geschrieben:
wem genau schadet jemand dann, wenn derjenige das spiel ohnehin nicht gekauft hätte?
pff den Entwickerln und Publisher seelisch? Anderen Industrien?
Denk doch mal nach ey... sie verbringen dann ihre Zeit mit einem Spiel, welches sie nicht gekauft haben. Zeit, in der sie sonst Werbung konsumieren, arbeiten oder sich mit was anderem beschäftigen müssten. Von mir aus eine Zeitung (kostet Geld)! So gesehen schaden Raubkopien anderen Freizeitaktivitäten, weil sie ihnen die potentielle Kundschaft, bzw ihre Zeit "rauben"
danke sehr. das war die beste vorlage seit langem. du hast nämlich gerade das raubkopieren mit jeder freizeitbeschäftigung gleichgesetzt die nicht direkt dem kapitalismus dient. jede beschäftigung, die uns nicht auf lemming'sche art und weise stetig konsumieren lässt und das nicht mögliche, aber von der industrie stets angestrebte unendliche wachstum zum ziel und selbstzweck hat. und sobald wir uns lieber ein holzpferdchen schnitzen, statt kohle im media markt zu lassen, machen wir die wirtschaft kaputt. ein donald trump hätte es nicht besser ausdrücken können.

niemand hortet das geld, dass durch raubkopien gespart wurde. es wird für spiele ausgegeben, die es wert sind oder es werden andere industrien gefüttert.
4P|Zierfish hat geschrieben:
und ich finde es dreißt, raubkopierer somit generell und ohne jede grundlage als ungerecht zu bezeichnen. das ist schwarz-weiß malerei.
sag mal gehts noch? was sind Raubkopien dann? Ein Kavaliersdelikt robin hoodscher Ausmaße? Was du hier betreibst ist Selbstbetrug vom aller feinsten.
nein, ich gehe sogar noch viel weiter. ich würde das raubmordtotschlagskopieren niemals als "delikt" bezeichnen.

das hat dann nichts mit selbstbetrug zu tun, sondern mit der bildung einer eigenen meinung mit eigenen schlussfolgerungen anstelle des aufsaugens der konzernpropaganda, die durch die content industrie in die welt geblasen wird.
ich weiß nicht was du über mich zu glauben meinst. aber ich zahle für gute spiele gern meinen beitrag. das kann mein steam account bezeugen. insofern habe ich sowas wie selbstbetrug aufgrund meines angeblich schlechten gewissens schlicht nicht nötig.
4P|Zierfish hat geschrieben:
EA und co verdienen sich weiter ihre badewannen voll gold und du bekommst weiterhin teilspiele zum vollpreis, bei dem der rest extra kostet. das kannst du leider nicht wegignorieren.
ey was rauchst du und kann ich auch was davon haben?! Badewannen voll Gold? Is dir klar, dass die großen Publisher extreme probleme haben die Badewanne mit Wasser zu füllen? Viele von denen schreiben regelmäßig rote zahlen! Aber das kannst du anscheinend wegignorieren ....

:x
die computetrspielbranche ist nach nichtmal 30 jahren inzwischen umsatzstärker, als die gesamte filmindustrie.

es ist richtig, dass z.B. EA im moment aufgrund reiner misswirtschaft rote zahlen schreibt. insofern waren die badewannen voll gold (zumindest was EA betrifft) etwas hochgegriffen. doch weder rechtfertigt das betrug am kunden, nämlich durch das veröffentlichen unvollständiger spiele zum vollpreis, noch trifft das auf alle publisher zu. activision blizzard hat zum vergleich ein dickes plus vor den geschäftszahlen für jahr 2010. und zwar ein plus, dass in einer wanne voll gold schwimmt.