Robby1234 hat geschrieben:
Raubkopierer stören sich auch nicht an den Leuten, die ihre Spiele normal kaufen. Wieso ist das andersherum denn so?
Die Frage ist ernstgemeint, vielleicht habe ich auch zuviel Nächstenliebe in mir aber ich verstehe es nicht.
Raubkopierer und Käufer haben im Normalfall eines gemeinsam: sie mögen das Spiel, welches sie gerade spielen. Der Unterschied: der Käufer gibt dem Publisher des Spiels Geld, damit der wieder neue Titel in Auftrag geben kann.
Daraus ergibt sich zunächst eine ganz einfache Rechnung: wäre der Anteil der Raubkopierer wesentlich größer als der Anteil der Käufer, hätten die Publisher nach geraumer Zeit Geldprobleme und es würden entweder schlechtere Spiele oder weniger bis gar keine Spiele mehr produziert (ein kleineres Entwicklerteam kostet nunmal weniger Geld).
Das war aber meiner Meinung nach bis jetzt nie der Fall. Die Spieleindustrie ist doch seit ca. 20 Jahren nur im Aufschwung. Sicher, kleinere Entwickler wurde geschluckt von den großen Konzernen und AAA Titel werden wahrscheinlich das 10 - 100 fache von dem kosten, was vor 10 Jahren für "große" Titel ausgegeben wurde, aber ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwann mal der Umsatz der Spieleindurstrie zurückgegangen ist. Er war immer stabil bzw. ist gestiegen.
Die eigentlichen Probleme sind für mich, dass
1) sobald ich ein Spiel gekauft habe, "halte ich es für gut". Ich möchte das an einem anderen Beispiel darlegen: ich habe mir Batman - The Dark Knight im Kino angeschaut, weil mir der erste Teil gut gefallen hatte. Den zweiten fande ich aber eher mittelmäßig. Dadurch, dass ich aber an der Kasse bereits mein Geld abgegeben hatte, habe ich den Film "komplett" unterstützt. Schließlich werde ich ja auch als Teil der Statistik aufgeführt, dass der Film in der ersten Woche 2 Millionen Zuschauer hatte. Hier würde ich mir vorstellen, dass ich nach dem Film entscheiden kann, wie viel er mir wert ist, z.B. wenn er mir gefallen hat, 20€, falls nicht, nur 3€. Analog könnte man das auch auf Spiele anwenden. Das erfordert natürlich ehrliche Kunden.
2) das Geld geht nicht an den Entwickler, sondern an den Publisher. Was er damit macht, kann vom Kunden nicht überprüft werden. Lieber wäre es mir, wenn ich das entsprechende Entwicklerstudio unterstützen kann, denn sie sind ja verantwortlich für das Produkt.
Was haltet ihr denn von diesen Modellen, abgesehen davon, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sowas umfassend umgesetzt wird, gegen 0 tendiert?