Most Pirated Games of 2010
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- Dominius
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Es ist mir aufgefallen, dass bei dieser ewig wiederkehrenden Diskussion ein Punkt zwar häufiger angesprochen wird, aber niemals tiefer analysiert wird: Der Wert der Spiele.
Zweifellos behaupten hier die meisten, Spiele haben als Kulturgut, Kunst oder einfache Ware einen bestimmten Wert. Dem will ich auch nicht völlig widersprechen, die Frage ist vielmehr, wie sich dieser Wert bemessen lässt und da sehe ich größere Probleme.
Natürlich könnte mensch es sich einfach machen und als Wert einfach den Preis nehmen, aber dann würden Spiele mit der Zeit an Wert verlieren, andererseits aber auch gewinnen, wenn mensch sich nur mal rare Titel wie etwa "Alien Crossfire" oder auch "Planescape: Torment" anschaut. Von Konsolenspielen in minimaler Auflage will ich gar nicht erst anfangen. Aber der Preis ist ja nur eine Kostenkalkulation und unterscheidet sich regional und auch von Geschäft zu Geschäft. Dies als Wertmaßstab zu nehmen wäre jedenfalls keine feste Basis. Und wer würde behaupten, dass ein Spiel während eines Steam-Deals plötzlich wesentlich weniger wert seie?
Die klassischen Warenwerttheorien (etwa nach Marx oder Angebot-Nachfrage) stoßen bei digitalen Gütern schnell an ihre Grenzen. Sicher kann ich feststellen, wieviel gesellschaftlich durchschnittliche Arbeitkraft in ein Spiel geflossen ist und ich kann auch zählen, wieviele potentielle Interessent*innen es für ein Spiel gibt. Eine Sache zersötrt jedoch jegliche Rechenmöglichkeit: Spiele - und auch sonst eigentlich jede Art digitaler Ware - ist faktisch unendlich verfügbar. Das Angebot gegenüber der Nachfrage also faktisch unendlich groß und der Preis fällt somit auf null. Und auch die aufgewendete Arbeitskraft für eine Ware wird bei einer unendlichen Anzahl unendlich klein.
Dinge, die unbegrenzt verfügbar sind, sind eigentlich somit wertlos, egal, wieviel Arbeit und Zeit nun da rein gesteckt hat. Würde ich eine Maschine entwickeln, die unendlich viele Bälle produzieren könnte, würden Bälle ziemlich schnell wertlos werden. Und eine Sache, die für uns quasi unbegrenzt vorhanden ist und für die wir nicht bezahlen müssen, kennen wir auch alle: Atemluft. Wenn wir also bereit sind, für Dinge zu bezahlen, die unendlich verfügbar (und in diesem Falle zwar nicht lebenswichtig) sind, sind wir dann auch irgendwann bereit, für lebenswichtige, unendlich verfügbare Dinge - wie Luft - zu bezahlen?
Dieses Problem ist schwerwiegend in einer zunehmend digitalen Gesellschaft. Wie können wir denn den Wert von etwas bemessen, dass sich unendlich vervielfältigen lässt? Wie können wir Kulturgütern einen Wert zugestehen, der den Kulturschaffenden einen Lebensunterhalt ermöglicht? Diese Diskussion greift eigentlich viel weiter und Schwarzkopiererei ist nur die oberste Spitze des Eisbergs.
Zweifellos behaupten hier die meisten, Spiele haben als Kulturgut, Kunst oder einfache Ware einen bestimmten Wert. Dem will ich auch nicht völlig widersprechen, die Frage ist vielmehr, wie sich dieser Wert bemessen lässt und da sehe ich größere Probleme.
Natürlich könnte mensch es sich einfach machen und als Wert einfach den Preis nehmen, aber dann würden Spiele mit der Zeit an Wert verlieren, andererseits aber auch gewinnen, wenn mensch sich nur mal rare Titel wie etwa "Alien Crossfire" oder auch "Planescape: Torment" anschaut. Von Konsolenspielen in minimaler Auflage will ich gar nicht erst anfangen. Aber der Preis ist ja nur eine Kostenkalkulation und unterscheidet sich regional und auch von Geschäft zu Geschäft. Dies als Wertmaßstab zu nehmen wäre jedenfalls keine feste Basis. Und wer würde behaupten, dass ein Spiel während eines Steam-Deals plötzlich wesentlich weniger wert seie?
Die klassischen Warenwerttheorien (etwa nach Marx oder Angebot-Nachfrage) stoßen bei digitalen Gütern schnell an ihre Grenzen. Sicher kann ich feststellen, wieviel gesellschaftlich durchschnittliche Arbeitkraft in ein Spiel geflossen ist und ich kann auch zählen, wieviele potentielle Interessent*innen es für ein Spiel gibt. Eine Sache zersötrt jedoch jegliche Rechenmöglichkeit: Spiele - und auch sonst eigentlich jede Art digitaler Ware - ist faktisch unendlich verfügbar. Das Angebot gegenüber der Nachfrage also faktisch unendlich groß und der Preis fällt somit auf null. Und auch die aufgewendete Arbeitskraft für eine Ware wird bei einer unendlichen Anzahl unendlich klein.
Dinge, die unbegrenzt verfügbar sind, sind eigentlich somit wertlos, egal, wieviel Arbeit und Zeit nun da rein gesteckt hat. Würde ich eine Maschine entwickeln, die unendlich viele Bälle produzieren könnte, würden Bälle ziemlich schnell wertlos werden. Und eine Sache, die für uns quasi unbegrenzt vorhanden ist und für die wir nicht bezahlen müssen, kennen wir auch alle: Atemluft. Wenn wir also bereit sind, für Dinge zu bezahlen, die unendlich verfügbar (und in diesem Falle zwar nicht lebenswichtig) sind, sind wir dann auch irgendwann bereit, für lebenswichtige, unendlich verfügbare Dinge - wie Luft - zu bezahlen?
Dieses Problem ist schwerwiegend in einer zunehmend digitalen Gesellschaft. Wie können wir denn den Wert von etwas bemessen, dass sich unendlich vervielfältigen lässt? Wie können wir Kulturgütern einen Wert zugestehen, der den Kulturschaffenden einen Lebensunterhalt ermöglicht? Diese Diskussion greift eigentlich viel weiter und Schwarzkopiererei ist nur die oberste Spitze des Eisbergs.
- Chibiterasu
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^^ Wirtschaftstheorien überfordern mich ganz gerne mal ein wenig, aber in dem Fall bleibt sie wohl eines: Theorie :wink:
In erster Linie ist wichtig, wieviel die Entwicklung kostet - und die wird, auch bei endlos vervielfältigbarem Endprodukt, nie null sein - somit kann das Produkt auch nie wertlos sein.
Deine Ballmaschine muss ja auch entwickelt werden. Diese Kosten musst du decken können, sonst wirst du sie nicht entwickeln.
Dass Spiele die endlos verfügbar sind mehr an Wert verlieren als zB seltene Japan-only Dreamcast Spiele sieht man ja an Steam. Insofern ist da schon was dran. Da aber auch Systeme wie Steam durch den Support etc. immer etwas Geld verschlingen, werden die Spiele auch dort nie auf Null fallen, höchstens um neue Kunden zu ködern.
In erster Linie ist wichtig, wieviel die Entwicklung kostet - und die wird, auch bei endlos vervielfältigbarem Endprodukt, nie null sein - somit kann das Produkt auch nie wertlos sein.
Deine Ballmaschine muss ja auch entwickelt werden. Diese Kosten musst du decken können, sonst wirst du sie nicht entwickeln.
Dass Spiele die endlos verfügbar sind mehr an Wert verlieren als zB seltene Japan-only Dreamcast Spiele sieht man ja an Steam. Insofern ist da schon was dran. Da aber auch Systeme wie Steam durch den Support etc. immer etwas Geld verschlingen, werden die Spiele auch dort nie auf Null fallen, höchstens um neue Kunden zu ködern.
- crashcrush
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also wenn ich jetzt ein bild zeichne, also n richtig aufwändiges mit kolorieren und nachbearbeiten am pc, und dieses dann einscanne, dann wird es quasi wertlos? glaubst du nicht das man das als künstler, der viel arbeit in so etwas steckt, etwas anders sieht?
ich verstehe ja auf was du hinaus willst. ein produkt das unendlich verfügbar ist, ist praktisch wertlos, narütlich.
aber für mich ist das halt eine frage des respekts dem künstler (bzw. jedem anderen der viel arbeit in das spiel steckt) gegenüber, das ich für ein spiel das ich spiele auch bezahle.
ich gehe jetzt natürlich nur von spielen aus die mich interessieren und denen ich einen gewissen wert beimessen kann. was für spiele das sind muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. für mich ist ein landwirtschafts- oder notarzt simulator reine abzocke und daher auch sein geld nicht wert. aber manch einer scheint durchaus bereit dafür geld auszu geben.
ich verstehe ja auf was du hinaus willst. ein produkt das unendlich verfügbar ist, ist praktisch wertlos, narütlich.
aber für mich ist das halt eine frage des respekts dem künstler (bzw. jedem anderen der viel arbeit in das spiel steckt) gegenüber, das ich für ein spiel das ich spiele auch bezahle.
ich gehe jetzt natürlich nur von spielen aus die mich interessieren und denen ich einen gewissen wert beimessen kann. was für spiele das sind muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. für mich ist ein landwirtschafts- oder notarzt simulator reine abzocke und daher auch sein geld nicht wert. aber manch einer scheint durchaus bereit dafür geld auszu geben.
- tschief
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Döner in Brot, nicht komplett mit allesgrave__! hat geschrieben:reden wir hier von Döner komplett mit alles oder von Döner in Brot? Weil man hier für einen gescheiten dönerteller auch schon 8€ blechen kann3.50 Euro pro Döner????? Shocked Shocked
Mann, Ihr Deutschen habts gut! Wir Schweizer zahlen umgerechnet 8 Euro dafür -.-...
Alles Döner oder was?
Raubkopien sind sowieso nur eine Ausrede der grossen Publisher, um den Gebrauchtmark auszutrocknen.. Weiss doch jeder
- danke15jahre4p
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ich bin dafür, deutschland/europa sollte endlich mal ne datenflatrate für 50 euro im monat einführen! darin enthalten alle games und je nach downloadzahl wird die kohle gerechtfertig an publisher/entwickler verteilt! gut is!Muramasa hat geschrieben:finde sowieso das alte spiele umsonst angeboten werden müssen und nicht wie nintendo ihre alten klassiker immer wieder zum vollpreis raussemmelt.
qualität lohnt sich wieder, keine drm gängelung, das theoretisch unendliche gut wird dementsprechend vermarktet!
greetingz
- DARK-THREAT
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leifman hat geschrieben:ich bin dafür, deutschland/europa sollte endlich mal ne datenflatrate für 50 euro im monat einführen! darin enthalten alle games und je nach downloadzahl wird die kohle gerechtfertig an publisher/entwickler verteilt! gut is!Muramasa hat geschrieben:finde sowieso das alte spiele umsonst angeboten werden müssen und nicht wie nintendo ihre alten klassiker immer wieder zum vollpreis raussemmelt.
Dann bin ich dafür, dass erstmal in dem gesammten Datenflatrategebiet die selben Vorraussetzungen gelten. Statt ein User 50Mbit/s und 4 garkein oder nur wenig DSL einigen wir uns in der Mitte - Jeder bekommt DSL2000 und gut ist.
Siehst du, wie unmöglich das ist.
Peace.
- danke15jahre4p
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dann kommen die daten halt auf nem datenträger zu dir, wie in 90% der fälle zur zeit!DARK-THREAT hat geschrieben:leifman hat geschrieben:ich bin dafür, deutschland/europa sollte endlich mal ne datenflatrate für 50 euro im monat einführen! darin enthalten alle games und je nach downloadzahl wird die kohle gerechtfertig an publisher/entwickler verteilt! gut is!Muramasa hat geschrieben:finde sowieso das alte spiele umsonst angeboten werden müssen und nicht wie nintendo ihre alten klassiker immer wieder zum vollpreis raussemmelt.
Dann bin ich dafür, dass erstmal in dem gesammten Datenflatrategebiet die selben Vorraussetzungen gelten. Statt ein User 50Mbit/s und 4 garkein oder nur wenig DSL einigen wir uns in der Mitte - Jeder bekommt DSL2000 und gut ist.
Siehst du, wie unmöglich das ist.
Peace.
es geht doch nicht um den weg der daten zum kunden, sondern wie die daten bezahlt werden!
greetingz
- Billie?
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leifman hat geschrieben: ich bin dafür, deutschland/europa sollte endlich mal ne datenflatrate für 50 euro im monat einführen! darin enthalten alle games und je nach downloadzahl wird die kohle gerechtfertig an publisher/entwickler verteilt! gut is!
Im Falle Deutschlands müsste die gesamte Unterhaltungsindustrie mit 49,2 Milliarden im Jahr auskommen. Das Geld würde sie nur von Deutschland erhalten, wenn da noch andere Nationen mitmachen würden, könnte sich das durchaus rechnen und alle hätten ja irgendwie gewonnen. Es würden die riesen Gewinne für die Konzerne halt ausbleiben, dafür hätten auch Nieschenproduktionen in allen Bereichen eine Chance fair für ihre Arbeit entlohnt zu werden.
Aber ist letztlich zu revolutionär, um tatsächlich durchgeführt zu werden.
-
Mr. Nathan Drake
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Krasse Zahlen, aber...
Naja, viele hier denken ja schlecht von Leuten, die PC-Cracks, etc. downloaden. Naja, ich würde meine Xbox 360 eigentlich gerne flashen lassen.
Ich habe als U18 begrenzte Möglichkeiten und da ich sehr strenge Eltern hab, was Videospiele angeht SEHR begrenzte. Und der Spielemarkt ist mittlerweile so voll, dass man sich um alle Spiele die man als allgenrezocker will - sogar für 20€ pro Spiel - ca. 1000 euro hinblättern (hab mir mal ne liste mit allen geilen spielen gemacht die ich gerne durchspielen würde). Ich habe zwar verwandte Ü18 - in einer videothek angemeldet - aber die videotheken halten auch nicht immer das versprochene. viele spiele gibts nicht und viele spiele sind einfach so zerkratzt, dass man sie nicht spielen kann...
Versteht mich nciht falsch, ich will jetzt nicht 50 games am stück durchzocken, aber da ich auch nicht der faszinierte onlinezocker bin, würde ich es bevorzugen lediglich alle gewollten games in ein paar zu haben und am wochenende mal einzulegen. es ist ein cooles hobby, doch ich würde dafür nur 1000€ ausgeben wenn ich 3000€ im monat machen und meinen dicken CL fahren würde.
Jedem das seine. Man muss ja auch mit den konsequenzen leben (evtl. strafen). bei microsofts xbox scheinen die ja noch mild zu sein.
Mal sehen ob die Hardwareschmiede evtl. meine xbox 360 zu gesicht bekäme, andererseits frage ich mich ob sicher der aufwand zum downloaden von x,xx GB sich lohnt.
Ich habe als U18 begrenzte Möglichkeiten und da ich sehr strenge Eltern hab, was Videospiele angeht SEHR begrenzte. Und der Spielemarkt ist mittlerweile so voll, dass man sich um alle Spiele die man als allgenrezocker will - sogar für 20€ pro Spiel - ca. 1000 euro hinblättern (hab mir mal ne liste mit allen geilen spielen gemacht die ich gerne durchspielen würde). Ich habe zwar verwandte Ü18 - in einer videothek angemeldet - aber die videotheken halten auch nicht immer das versprochene. viele spiele gibts nicht und viele spiele sind einfach so zerkratzt, dass man sie nicht spielen kann...
Versteht mich nciht falsch, ich will jetzt nicht 50 games am stück durchzocken, aber da ich auch nicht der faszinierte onlinezocker bin, würde ich es bevorzugen lediglich alle gewollten games in ein paar zu haben und am wochenende mal einzulegen. es ist ein cooles hobby, doch ich würde dafür nur 1000€ ausgeben wenn ich 3000€ im monat machen und meinen dicken CL fahren würde.
Jedem das seine. Man muss ja auch mit den konsequenzen leben (evtl. strafen). bei microsofts xbox scheinen die ja noch mild zu sein.
Mal sehen ob die Hardwareschmiede evtl. meine xbox 360 zu gesicht bekäme, andererseits frage ich mich ob sicher der aufwand zum downloaden von x,xx GB sich lohnt.
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Mr. Nathan Drake
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- Brakiri
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Damit hast du schon recht.Dominius hat geschrieben:Es ist mir aufgefallen, dass bei dieser ewig wiederkehrenden Diskussion ein Punkt zwar häufiger angesprochen wird, aber niemals tiefer analysiert wird: Der Wert der Spiele.
Zweifellos behaupten hier die meisten, Spiele haben als Kulturgut, Kunst oder einfache Ware einen bestimmten Wert. Dem will ich auch nicht völlig widersprechen, die Frage ist vielmehr, wie sich dieser Wert bemessen lässt und da sehe ich größere Probleme.
Natürlich könnte mensch es sich einfach machen und als Wert einfach den Preis nehmen, aber dann würden Spiele mit der Zeit an Wert verlieren, andererseits aber auch gewinnen, wenn mensch sich nur mal rare Titel wie etwa "Alien Crossfire" oder auch "Planescape: Torment" anschaut. Von Konsolenspielen in minimaler Auflage will ich gar nicht erst anfangen. Aber der Preis ist ja nur eine Kostenkalkulation und unterscheidet sich regional und auch von Geschäft zu Geschäft. Dies als Wertmaßstab zu nehmen wäre jedenfalls keine feste Basis. Und wer würde behaupten, dass ein Spiel während eines Steam-Deals plötzlich wesentlich weniger wert seie?
Die klassischen Warenwerttheorien (etwa nach Marx oder Angebot-Nachfrage) stoßen bei digitalen Gütern schnell an ihre Grenzen. Sicher kann ich feststellen, wieviel gesellschaftlich durchschnittliche Arbeitkraft in ein Spiel geflossen ist und ich kann auch zählen, wieviele potentielle Interessent*innen es für ein Spiel gibt. Eine Sache zersötrt jedoch jegliche Rechenmöglichkeit: Spiele - und auch sonst eigentlich jede Art digitaler Ware - ist faktisch unendlich verfügbar. Das Angebot gegenüber der Nachfrage also faktisch unendlich groß und der Preis fällt somit auf null. Und auch die aufgewendete Arbeitskraft für eine Ware wird bei einer unendlichen Anzahl unendlich klein.
Dinge, die unbegrenzt verfügbar sind, sind eigentlich somit wertlos, egal, wieviel Arbeit und Zeit nun da rein gesteckt hat. Würde ich eine Maschine entwickeln, die unendlich viele Bälle produzieren könnte, würden Bälle ziemlich schnell wertlos werden. Und eine Sache, die für uns quasi unbegrenzt vorhanden ist und für die wir nicht bezahlen müssen, kennen wir auch alle: Atemluft. Wenn wir also bereit sind, für Dinge zu bezahlen, die unendlich verfügbar (und in diesem Falle zwar nicht lebenswichtig) sind, sind wir dann auch irgendwann bereit, für lebenswichtige, unendlich verfügbare Dinge - wie Luft - zu bezahlen?
Dieses Problem ist schwerwiegend in einer zunehmend digitalen Gesellschaft. Wie können wir denn den Wert von etwas bemessen, dass sich unendlich vervielfältigen lässt? Wie können wir Kulturgütern einen Wert zugestehen, der den Kulturschaffenden einen Lebensunterhalt ermöglicht? Diese Diskussion greift eigentlich viel weiter und Schwarzkopiererei ist nur die oberste Spitze des Eisbergs.
Digitale Güter könnte man bei rein theoretischer Betrachtung als öffentliche Güter klassifizieren.
Ihr Zugang ist "unbehindert" aber die Produktionskosten sind grösser null.
Daher versuchen ja die Hersteller ein Klubgut draus zu machen. Klappt nur leider nicht
Ich denke die Hersteller stehen da auf verlorenem Posten. Selbst wenn sie jede Regierung kaufen, was sie ja schon tun, um überall drakonische Anti-Urheberrechtsverletzungsgesetze zu etablieren, wird das auf lange Sicht nicht funktionieren.
Sieht man doch schon hier in Deutschland. Das Rechtssystem ist damit völlig überlastet. Es haben sich ja schon sogar Staatsanwälte und Richter aktiv geweigert, solche Bagatellfälle anzunehmen.
Überleg mal, du müsstest jeden Monat 100000 Leute wegen Urheberrechtsverletzungen anzeigen/verklagen. Dann ging hier rechtsstaatlich nichts mehr.
Um diesen Krieg zu gewinnen, müsste man Standgerichte einführen, oder die Industrie müsste Staatsanwälte und Richter sponsorn.
Aber zurück zum Thema:
Digitale Ware hat zwar theoretisch einen Wert von 0 auch wenn der persönliche Nutzen grösser ist, aber man sieht ja in der Realität, das trotz Kopiermöglichkeiten genug Leute existieren, die es kaufen.
Ob das nun am Status des Kulturgutes liegt, an der Moral und dem damit verbundenen Unrechtsbewusstsein, oder an der Angst vor rechtichen Repressalien, das müsste man mal näher erforschen.
Es gibt aber auch "Trotzköpfe", die die Nase voll haben von der ständigen Kundenverarsche, die ja auch jeden Tag passiert. Testseiten/Zeitschriften die jeden mittelmässigen Mist in den Himmel loben, oder Spiele die kaum 5h lang sind.
Viele dieser Leute, und ich kenne ein paar davon, ziehen sich neue Spiele, schauen sich das an, denn Demos werden ja auch immer seltener, und wenn es ihnen gefällt, kaufen sie es.
Eine Studie, die sich mal mit der halbwegs repräsentativen Verteilung der Gründe und Aktivitäten der Spieler befasst wäre interessant. Wer kopiert warum, wer kauft nach kopieren noch, warum wird überhaupt noch gekauft, wer, wenn er es denn eine gezogene Kopie spielt, hätte überhaupt das Geld es alternativ zu kaufen, welche Schichten spielen in welchen Lagern eine Rolle usw.
DAS wäre interessant. Aber die Wahrheit ist ja garnicht gewollt. Die Hersteller von Spielen wollen ja nur Studien die ihrer engstirnigen Sichtweise recht geben, wärend das andere Extrem nur an Studien interessiert ist, die das Gegenteil behaupten.
Wie in so vielen Interessenskämpfen ist die Wahrheit schon lange nicht mehr von Interesse.
Schade eigendlich.
- danke15jahre4p
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okay, man müsste sehen, dass natürlich nicht jeder bereit ist regelmäßig für software zu zahlen!Billie_the_man hat geschrieben:leifman hat geschrieben: ich bin dafür, deutschland/europa sollte endlich mal ne datenflatrate für 50 euro im monat einführen! darin enthalten alle games und je nach downloadzahl wird die kohle gerechtfertig an publisher/entwickler verteilt! gut is!
Im Falle Deutschlands müsste die gesamte Unterhaltungsindustrie mit 49,2 Milliarden im Jahr auskommen.
deutschland hat ca. 40 mio spieler, sagen wir, die hälfte wäre bereit 50 euro zu berappen! wären das also 1 mrd. im monat an umsatz x 12 = 12 mrd umsatz im jahr! die summe entspricht etwa dem dreifachen von dem was 2009 umgesetzt wurde!
2009 hat die videospielbranche in deutschland einen umsatz von knapp 4 mrd.
also kann man ruhig auf 25 euro im monat runtergehen und hätte immernoch einen größeren topf zum verteilen als ohnehin gemacht werden würde!
und ja, wirklich alle hätten davon einen nutzen! raffgierige, nur gewinnorientiere aktionäre müssten wohl ein wenig kürzer treten, aber who cares!?
greetingz
- Billie?
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leifman hat geschrieben:okay, man müsste sehen, dass natürlich nicht jeder bereit ist regelmäßig für software zu zahlen!Billie_the_man hat geschrieben:leifman hat geschrieben: ich bin dafür, deutschland/europa sollte endlich mal ne datenflatrate für 50 euro im monat einführen! darin enthalten alle games und je nach downloadzahl wird die kohle gerechtfertig an publisher/entwickler verteilt! gut is!
Im Falle Deutschlands müsste die gesamte Unterhaltungsindustrie mit 49,2 Milliarden im Jahr auskommen.
deutschland hat ca. 40 mio spieler, sagen wir, die hälfte wäre bereit 50 euro zu berappen! wären das also 1 mrd. im monat an umsatz x 12 = 12 mrd umsatz im jahr! die summe entspricht etwa dem dreifachen von dem was 2009 umgesetzt wurde!
2009 hat die videospielbranche in deutschland einen umsatz von knapp 4 mrd.
also kann man ruhig auf 25 euro im monat runtergehen und hätte immernoch einen größeren topf zum verteilen als ohnehin gemacht werden würde!
und ja, wirklich alle hätten davon einen nutzen! raffgierige, nur gewinnorientiere aktionäre müssten wohl ein wenig kürzer treten, aber who cares!?
greetingz
ich dachte es handele sich um eine alles umfassende Unterhaltungsflatrate. Heißt, man zahlt auch für Musik, Film und E-book oder so. Ich wusste nicht, dass sie sich bloß auf Spiele bezog - das muss sie nämlich nicht finde ich.
- dobpat
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Also ich glaube 40mio Spieler ist viel zu hoch angesetzt.leifman hat geschrieben:okay, man müsste sehen, dass natürlich nicht jeder bereit ist regelmäßig für software zu zahlen!Billie_the_man hat geschrieben:leifman hat geschrieben: ich bin dafür, deutschland/europa sollte endlich mal ne datenflatrate für 50 euro im monat einführen! darin enthalten alle games und je nach downloadzahl wird die kohle gerechtfertig an publisher/entwickler verteilt! gut is!
Im Falle Deutschlands müsste die gesamte Unterhaltungsindustrie mit 49,2 Milliarden im Jahr auskommen.
deutschland hat ca. 40 mio spieler, sagen wir, die hälfte wäre bereit 50 euro zu berappen! wären das also 1 mrd. im monat an umsatz x 12 = 12 mrd umsatz im jahr! die summe entspricht etwa dem dreifachen von dem was 2009 umgesetzt wurde!
2009 hat die videospielbranche in deutschland einen umsatz von knapp 4 mrd.
also kann man ruhig auf 25 euro im monat runtergehen und hätte immernoch einen größeren topf zum verteilen als ohnehin gemacht werden würde!
und ja, wirklich alle hätten davon einen nutzen! raffgierige, nur gewinnorientiere aktionäre müssten wohl ein wenig kürzer treten, aber who cares!?
greetingz
Ich würde höchstens auf 8mio tippen.
Kenne dazu aber auch keine Zahlen. Alledings dürfte die Zahl mit den neuen Generationen doch stetig steigen, wenn die heute alten Leute wegsterben.
