Most Pirated Games of 2010

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Chibiterasu
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Beitrag von Chibiterasu »

Nuoroda hat geschrieben:
Onekles hat geschrieben:Also so, wie hier einige gegen Kopien argumentieren (von wegen armer Entwickler/Publisher) könnte man im gleichen Atemzug gegen Gebrauchtspiele argumentieren. Auch hier sieht der Publisher keinen müden Pfennig vom Käufer. Es ist genauso ein verlorener Käufer. Jetzt mal vom rein rechtlichen Standpunkt abgesehen: Sind Gebrauchtspiele nun ok oder nicht?
IMO ist es OK, da diese eine "Kopie" (ja Spiele sind auch nur Kopien) schon verkauft wurde, ist also eigentlich nichts anderes als das Ausleihen im Freundeskreis, nur dass zwischendrin noch einer verdient. Ist halt ein Unterschied, ob man das Spiel einer Person zugänglich macht oder >20.
Zweites ist nicht wünschenswert, weil es bald keine Spiele mehr geben würde.
Ich glaube nur, dass das schon lange nicht mehr so läuft. Da wird ein Spiel Second-Hand verkauft, der zockt es gemütlich durch, verkauft es wieder an Gamestop und Co. usw, die es an den nächsten verkaufen. Das ist ein großer Kreislauf in dem nur das erste Mal der Publisher Geld sieht. Danach werden nur noch Zwischenhändler finanziert. Ein Spiel erreicht da wohl schnell mal >20 Leute, könnt ich mir vorstellen.
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mr archer
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Beitrag von mr archer »

Nuoroda hat geschrieben:
Man, früher hatte ich auch so manche CD vom Kumpel gebrannt, aber ich hab mich deshalb nicht aufgeführt als wäre ich der Rächer aller, die von Plattenfirmen enttäuscht sind. Irgendwann kam der Punkt an dem ich mir gedacht habe, dass dafür jemand wirklich gearbeitet hat und wenn ich es unbedingt haben muss, ich das ganze mit Geld honorieren muss. Scheiß auf die Plattenfirma, das sind Gangster, wie Publisher, alle nur an Geld interessiert, trotzdem kann man die Arbeit des Künstlers würdigen. Aber wie gesagt, ihn beklauen und dann noch über die schlechte Qualität schimpfen, ist echt das letzte.
Tja, das ist für remedy halt dumm gelaufen. Kopiert wird immer. Und AAA-Titel werden prozentual mehr kopiert, als Nischentitel. Deswegen ist es extrem riskant, einen AAA-Titel plattformexklusiv zu machen. Sowas kann man sich nur bei einer sklavisch ergebenen Fanbase erlauben. Diese hatte remedy auf dem PC nach dem beiden Payne-Spielen. Auf der X-Box hatte sie diese nicht. Dann kommt ein Spiel hinzu, dass eben nicht der Quantensprung ist, den man über Jahre hinweg angekündigt hat, sondern nur solide Unterhaltung - und schon ist der Karren im Dreck. Es fällt mir nur leider in dem Fall schwer, Mitleid zu haben. Ist ein bisschen wie bei Tim Schafer, wenn er sich mit Krokodilstränen dafür entschuldigt, das "Brütal legend" nicht auf dem PC kommt. Kein Entwickler wird nach Vertragsabschluss vom Publisher gezwungen, bestimmte Plattformen nicht zu bedienen. Sowas ist Teil der Verhandlungen. Wenn ich Wert darauf lege, als Künstler nicht in meiner Entscheidungsfreiheit beschränkt zu werden, dann suche ich mir einen Verleger, der dies nicht tut.

Und beklaut habe ich niemanden. Remedy hat nur von mir genausowenig Kohle für "Alan Wake" gesehen, wie Double Fine für "Brütal legend". Ich habe keine Konsole im Haus und schaffe mir auch keine mehr an. Erlaubt die Zeit einfach nicht. Was nicht am PC erscheint, kann von mir daher nicht gekauft werden. Wer mein Geld nicht will, muss halt mit denen Vorlieb nehmen, die er noch erreichen kann. Und wenn von denen mehr kopieren als zahlen, dann tut mir das im Einzelfall womöglich sogar leid und ich finde es moralisch nicht okay - aber die Entscheidung, sich von der Plattform mit der solventesten Kundschaft und einer durch den höheren Altersdurchschnitt wachsenden Bereitschaft, für Kunst den Künstler auch zu bezahlen, zu verabschieden - die haben die Künstler eben selber gefällt.
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Vino
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Beitrag von Vino »

Nuoroda hat geschrieben:
mr archer hat geschrieben:
4P|Zierfish hat geschrieben:
stell dir vor der Publisher würde dir die einzige Kopie verkaufen? Was wäre die Folge?
Entweder: er verlangt 10-100Mio€ für das Spiel (die du sicher nicht hast)
oder, er zahlt den Entwickler aus (8-80Mio sagen wir mal)
und meldet Insolvenz an.

Zweites ist nicht wünschenswert, weil es bald keine Spiele mehr geben würde.
Aha, also ohne Publisher gäbe es in absehbarer Zeit keine Spiele mehr. So, so. Da frage ich mich, wie der Independent-Markt sich deiner Meinung nach erklären lässt, in dem tatsächlich unterdessen Geld verdient wird. Ich behaupte jetzt einfach mal glatt das Gegenteil, das ich genauso wenig mit Fakten untermauern kann, wie du dein Standart-Argument, das früher oder später ja in jeder dieser Diskussionen aufzutauchen pflegt:

Ohne Publisher ginge es uns allen besser. Entwickler müssten keine Rücksicht auf die Zielgruppenanalysten ihrer Verleger mehr nehmen, sondern wären nur noch ihrer Homebase verpflichtet, die sich das Spiel direkt beim Entwickler herunterläd (siehe frictional games mit "Amnesia"). Hätte remedy nicht MS mit seinem Wunsch nach einem X-Box-Exklusiv-Burner im Nacken gesessen, dann hätten wir jetzt nämlich das ursprünglich versprochene Twin-Peaks-Spiel, und zwar auch auf´m PC. Die Spielelandschaft wäre breiter gefächert und vielfältiger, da nicht mehr jedes Spiel auf den Massenmarkt in vordefinierte Genrekorsetts gezwungen werden müsste. Alles wäre schöner, besser. Und jetzt beweis mir mal, dass es nicht so wäre.
Wenn nicht der Publisher, wer investiert dann Geld in die Spiele? Woher sollen die Entwickler und das Studio an sich bezahlt werden? Muss dann vor jeder Produktion ein Kredit aufgenommen werden? Soll jeder im Voraus bezahlen? Bevor er weiß wie das Spiel überhaupt wird? Sollen dann Förderprogramme aufgebaut werden, von denen nur das beste Konzept Geld bekommt? Gibt es dann überhaupt noch große Produktionen? Oder nur noch CoD, weil der Entwickler nur das Geld investieren kann, was ihm die Lemminge gegeben haben und nicht an laufenden Kosten aufgefressen wurde. Eigentlich kann dann nur der Gewinn wieder investiert werden und der soll dann auch maximiert werden. Also dasselbe Spiel, nur mit weniger Stammkapital und wahrscheinlich weniger Produktionen, weil das ganze Risiko bei einer Firma sitzt, die im Regelfall bloß ein Produkt entwickelt und wenn das scheiße ist, gibt es keine 10 anderen Spiele die den Ausfall ausgleichen können. Wahrscheinlich würde niemand mehr das geringste Risiko eingehen und es gäbe nur noch Standardkost oder Low-Budget Produktionen, evtl. beides zusammen, was weiß ich. Auch nur eine Vermutung, dass das so läuft, aber mir am wahrscheinlichsten.
generell würde es ohne Publisher funktionieren. ABER: Man darf hier nicht Literatur und Musik als Beispiel nehmen. In diesen beiden Bereichen ist es wesentlich leichter unabhängig zu arbeiten.

Ein Autor erhält für seinen Roman so oder so kaum Geld -> nur ca. 2% aller Autoren können tatsächlich davon leben. Für alle anderen ist Schreiben ein Hobby oder Nebenberuf. Und das ist an sich okay. Schreiben kostet Zeit, kein Geld

Bei der Musik ist es ähnlich: Eine gute Studioaufnahme bekommt man bereits für ca. 1.500 Euro (Hobby-Bereich). Das kann sich so gut wie jede Dorf-Band leisten. Und das lässt sich auch übers Netz vermarkten, unabhängig einer Plattenfirma.

So, was ist nun mit Spielen? Das würde ich eher mit dem Film gleichstellen: Kleine Produktionen können unabhängig produziert werden - und so wird es ja auch gemacht (Indie-Games, Indie-Filme). Aber niemand kann unabhängig einen Blockbuster wie Avatar herstellen. Da geht es um richtig viel Geld, das irgendwie abgesichert sein will. Niemand möchte sich freiwillig in den Ruin treiben, wenn ein Spiel floppt.

Edit: Und es floppen viele Spiele, leider oft die falschen :twisted:
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Brakiri
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Beitrag von Brakiri »

Ach weisst du, wo mittlerweile 20% der Leute hier für eine ganze Stelle für 1100€ brutto arbeiten, und wir über 5 Mio H4ler haben, die nicht mehr am Konsum von Medien teilnehmen können, sind diese Phrasen von dir sehr hohl geworden.

Es ist nunmal so, das weniger Leute sich diese Dinge noch leisten können, und wenn ich die Wahl hätte, zwischen Diebstahl in Läden, Überfällen von Leuten auf der Strasse, und dem ziehen von SPielen, weil man sich es einfach nicht mehr leisten kann, trotz voller Stelle, dann weiss ich ohne gross zu überlegen mit was ich eher leben könnte.

Die meisten dieser Spiele verkaufen sich trotz dieser hohen Download-Zahlen wie geschnitten Brot, und keiner kann mir erzählen, dass wir jetzt für die armen Giganten EA/Actiblizzard Tränen vergissen müssten, weil es einige Leute gibt, die es gerne spielen würden, es sich aber nicht leisten können. Diese Leute sind nämlich TATSÄCHLICH Leute, die es sich nicht gekauft hätten. Bei diesen ist also der Schaden effektiv genau 0€.

Mir gefällt es auch nicht, aber man sollte schon in der Realtiät bleiben, denn Gesetze haben nicht notwendigerweise was mit Gerechtigkeit zu tun.

Just my 2 cents.

4P|Zierfish hat geschrieben:
HAHAHA, na zum Glueck bist du nicht dass Mass aller Dinge! Kann ja nur Geiz sein, wenn Leute sich ein Spiel saugen...
achso, also ist es Armut was?
Ich hab gehört dafür wurden Arbeitsplätze erfunden.
Und wenn man nicht genug Geld verdient muss man eben Prioritäten setzen.
Man könnte sich ein Spiel auch 1 Jahr nach dem Release für 20€ oder so kaufen.

Wenn man sich etwas nicht leisten kann, dann muss man es gebraucht kaufen oder darauf verzichten. Ich hätte auch gern nen Porsche, ne Villa, nen Privatjet usw. hab ich aber nicht. vllt sollte man sich sowas einfach nehmen. (Spar mir, man kopiert und stiehlt nicht Vergleiche)

Also was genau wolltest du mir jetzt mitteilen?
Verner
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Beitrag von Verner »

Brakiri hat geschrieben:Ach weisst du, wo mittlerweile 20% der Leute hier für eine ganze Stelle für 1100€ brutto arbeiten, und wir über 5 Mio H4ler haben, die nicht mehr am Konsum von Medien teilnehmen können, sind diese Phrasen von dir sehr hohl geworden.

Es ist nunmal so, das weniger Leute sich diese Dinge noch leisten können, und wenn ich die Wahl hätte, zwischen Diebstahl in Läden, Überfällen von Leuten auf der Strasse, und dem ziehen von SPielen, weil man sich es einfach nicht mehr leisten kann, trotz voller Stelle, dann weiss ich ohne gross zu überlegen mit was ich eher leben könnte.

Die meisten dieser Spiele verkaufen sich trotz dieser hohen Download-Zahlen wie geschnitten Brot, und keiner kann mir erzählen, dass wir jetzt für die armen Giganten EA/Actiblizzard Tränen vergissen müssten, weil es einige Leute gibt, die es gerne spielen würden, es sich aber nicht leisten können. Diese Leute sind nämlich TATSÄCHLICH Leute, die es sich nicht gekauft hätten. Bei diesen ist also der Schaden effektiv genau 0€.

Mir gefällt es auch nicht, aber man sollte schon in der Realtiät bleiben, denn Gesetze haben nicht notwendigerweise was mit Gerechtigkeit zu tun.

Just my 2 cents.
so ziemlich das beste posting in diesem thread.
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dobpat
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Beitrag von dobpat »

Brakiri hat geschrieben:Ach weisst du, wo mittlerweile 20% der Leute hier für eine ganze Stelle für 1100€ brutto arbeiten, und wir über 5 Mio H4ler haben, die nicht mehr am Konsum von Medien teilnehmen können, sind diese Phrasen von dir sehr hohl geworden.

Es ist nunmal so, das weniger Leute sich diese Dinge noch leisten können, und wenn ich die Wahl hätte, zwischen Diebstahl in Läden, Überfällen von Leuten auf der Strasse, und dem ziehen von SPielen, weil man sich es einfach nicht mehr leisten kann, trotz voller Stelle, dann weiss ich ohne gross zu überlegen mit was ich eher leben könnte.

Die meisten dieser Spiele verkaufen sich trotz dieser hohen Download-Zahlen wie geschnitten Brot, und keiner kann mir erzählen, dass wir jetzt für die armen Giganten EA/Actiblizzard Tränen vergissen müssten, weil es einige Leute gibt, die es gerne spielen würden, es sich aber nicht leisten können. Diese Leute sind nämlich TATSÄCHLICH Leute, die es sich nicht gekauft hätten. Bei diesen ist also der Schaden effektiv genau 0€.

Mir gefällt es auch nicht, aber man sollte schon in der Realtiät bleiben, denn Gesetze haben nicht notwendigerweise was mit Gerechtigkeit zu tun.

Just my 2 cents.
Da bin ich ehrlich gesagt ganz anderer Meinung, das Argument "nicht leisten können" zieht gar nicht.
Gerade im PC bereich gibt es bspw. die Software Pyramide die sehr gute Spiele für 5-10€ verkauft.
die Green Pepper Serie ebenfalls.
Kann man nichtmal ein Jahr oder mehr warten ?
Muss man sich von den Medien schon so zubomben lassen das man alles direkt haben will/muss ?

Ich persönlich könnte mit CoD holen, tu es aber nicht, weil selbst mir es den Erstverkaufspreis nicht Wert ist.
Nebenbei habe ich auch gar nicht die Zeit mir da immer weiter Spiele runterzuladen und zu zocken, aber das ist ein anderes Thema.

Und falls Leute wirklich zu arm sein sollten sich ein CoD für 45€ zu kaufen, dann haben sie mit Sicherheit auch nicht den dafür nötigen Gaming Rechner den das Spiel braucht.

Also auf die Tränendrüse zu drücken zieht hier gar nicht. Von den Millionen Raubkopien bei CoD sind mit Sicherheit und fast ausnahmslos Leute dabei die es sich hätten Leisten können, aber es lieber umsonst "mitnehmen" und das Geld dann lieber in andere Konsumgüter investieren.
Wer das Geld wirklich nicht hat, der hat es mit Sicherheit in einem Jahr für 10€ wie gesagt.
Und wer nach Abzug aller anderen Luxusgüter, also Zigaretten, Alkohol, Drogen, Musik, Kino usw. selbst dann noch nicht das Geld für die Budget Version hat, dem würde ich die Kopie echt gönnen, aber wie gesagt, das sind von den 4,4 Millionen vielleicht keine 1000.

Man kann viel pro/contra Raubkopien sagen, aber das "nicht leisten" können gilt nicht meiner Meinungn nach.
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jiyu
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Beitrag von jiyu »

mr archer hat geschrieben: ... und schon ist der Karren im Dreck. Es fällt mir nur leider in dem Fall schwer, Mitleid zu haben. [...] aber die Entscheidung, sich von der Plattform mit der solventesten Kundschaft und einer durch den höheren Altersdurchschnitt wachsenden Bereitschaft, für Kunst den Künstler auch zu bezahlen, zu verabschieden - die haben die Künstler eben selber gefällt.
Dieses Argument kommt auf dem PC-Markt öfter und ich finde es an sich auch schlüssig, aber scheinbar kommt das in den Modellen der Finanzabteilung noch nicht so richtig vor.

Wenn das mit den Kopien so schlimm wäre, würden die Publisher sich automatisch auf die Zielgruppe 35+ verlegen, da hier die Bereitschaft (und die finaziellen Mittel) für sein Hobby Geld auszugeben einfach größer ist. Wenn man mal die die Kosten eines Spiele-PCs + Games gegen ein schön ausgestattetes Hi-Fi Wohnzimmer hält 8O

Und ich rede noch nicht von den ganzen anderen "Männerspielzeugen", wie Modelleisenbahn, Autos, Bauwerkzeug etc..

Aber mit der jugendlichen Zielgruppe muss sich einfach noch genug umsetzen lassen trotz Kopien. Sonst hätten wir doch schon längst einen Umschwung erlebt. Kundschaft ist dort, wo das Geld ist.
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Zierfish
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Beitrag von Zierfish »

@mr archer

also langsam glaub ich du willst es nicht verstehen...
Kein Entwickler wird nach Vertragsabschluss vom Publisher gezwungen, bestimmte Plattformen nicht zu bedienen.
doch?
MS = Kunde
Remedy = Hersteller
Alan Wake = Produkt
so, wer genau entscheidet dann, was mit dem Produkt passiert, wenn der Kunde der Auftraggeber war? Diktiert dir denn der Schreiner in welchem Zimmer und in welchen Wohnungen sein Schrank aufgestellt werden darf? Er gibt vllt tipps, aber das interessiert doch am Ende den Kunden (MS) nicht.
Remedy hat nur von mir genausowenig Kohle für "Alan Wake" gesehen, wie Double Fine für "Brütal legend".
achso, du kannst die Qualität des Spiels nichtmal wirklich einschätzen und schimpfst darüber...
aber die Entscheidung, sich von der Plattform mit der solventesten Kundschaft und einer durch den höheren Altersdurchschnitt wachsenden Bereitschaft, für Kunst den Künstler auch zu bezahlen, zu verabschieden
na da hätte ich aber gern ne Quelle gesehen - das glaubt doch so sonst kein Mensch (v.a. der Teil mit solvent)
Konsolero braucht: Konsole + PC + mehr Geld für Spiele
PCler braucht: Geld für ausreichend potente Hardware

@Brakiri
Ach weisst du, wo mittlerweile 20% der Leute hier für eine ganze Stelle für 1100€ brutto arbeiten, und wir über 5 Mio H4ler haben, die nicht mehr am Konsum von Medien teilnehmen können, sind diese Phrasen von dir sehr hohl geworden.
Bildung, Qualifikation, Motivation
und für alle, die keinen Aufstieg mehr schaffen können, weil sie schon zu alt sind oder in irgendeiner Art und weise physisch und psychisch beeinträchtigt, is es natürlich schlimm. Aber um die ging es nie und jetzt hier über Arbeitsmarktpolitik zu reden wäre mir etwas zu viel des Guten.
Davon ab: Ich hab auch nicht viel mehr als deine eben beschworenen 1100€ brutto, siehst du mich jammern?
Es ist nunmal so, das weniger Leute sich diese Dinge noch leisten können, und wenn ich die Wahl hätte, zwischen Diebstahl in Läden, Überfällen von Leuten auf der Strasse, und dem ziehen von SPielen, weil man sich es einfach nicht mehr leisten kann, trotz voller Stelle, dann weiss ich ohne gross zu überlegen mit was ich eher leben könnte.
Is ja schön, dass die Gefahr so gering ist beim saugen erwischt zu werden ... und jetzt? Macht es das richtiger?

Die meisten dieser Spiele verkaufen sich trotz dieser hohen Download-Zahlen wie geschnitten Brot, und keiner kann mir erzählen, dass wir jetzt für die armen Giganten EA/Actiblizzard Tränen vergissen müssten, weil es einige Leute gibt, die es gerne spielen würden, es sich aber nicht leisten können. Diese Leute sind nämlich TATSÄCHLICH Leute, die es sich nicht gekauft hätten. Bei diesen ist also der Schaden effektiv genau 0€.
Ach nein? Hätten sie sich das Spiel dann nicht vllt für 5€ von der Softwarepyramide runter gezogen? Außerdem geht es nicht nur um den wirtschaftlichen Schaden. Es gibt auch den ideellen ... zumindest in meiner Welt.
Mir gefällt es auch nicht, aber man sollte schon in der Realtiät bleiben, denn Gesetze haben nicht notwendigerweise was mit Gerechtigkeit zu tun.
Wie auch immer du hier die Brücke zwischen Gesetz und Gerechtigkeit geschlagen hast...

bottom line: ich seh es nicht so
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mr archer
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Beitrag von mr archer »

4P|Zierfish hat geschrieben:@mr archer

also langsam glaub ich du willst es nicht verstehen...
Kein Entwickler wird nach Vertragsabschluss vom Publisher gezwungen, bestimmte Plattformen nicht zu bedienen.
doch?
MS = Kunde
Remedy = Hersteller
Alan Wake = Produkt
so, wer genau entscheidet dann, was mit dem Produkt passiert, wenn der Kunde der Auftraggeber war? Diktiert dir denn der Schreiner in welchem Zimmer und in welchen Wohnungen sein Schrank aufgestellt werden darf? Er gibt vllt tipps, aber das interessiert doch am Ende den Kunden (MS) nicht.
Mensch, was Gegenteiliges habe ich nirgends behauptet. Remedy hat mit Geld von MS "Alan Wake" entwickelt. MS wollte seine BOX pushen und dachte wohl, all die Payne-Fans kaufen sich nun wie bekloppt die BOX, um den geistigen Nachfolger zu spielen. Tja, haben sie nicht. Hätte Remedy tatsächlich Wert darauf gelegt, das Spiel multi vertreiben zu können, hätten sie sich das von MS in den Verträgen vor Bereitstellung des Produktes bestätigen lassen. Und will einem der Publisher das nicht bestätigen, gibt es keinen Vertrag und er wird nicht Kunde und sieht kein Produkt. Niemand hat Remedy dazu gezwungen, "Alan Wake" für MS zu produzieren.

Und es gibt ganz sicher Spiele, um die ich die Konsoleros beneide. "Alan Wake" gehört aber nicht dazu. Und nein, dafür muss ich es nicht erst gespielt haben. Aus dem Alter, wo ich erst auf eine Herdplatte greifen muss, um zu lernen, das Hitze weh tut, bin ich schon ne Weile raus. Um bei deinem Tischler-Beispiel zu bleiben: Wenn ein Vertreter der Zunft keinen guten Ruf genießt und ich immer wieder auf Warnungen vor seinen Schränken stoße, dann gehe ich eher nicht zu ihm, um mich selbst davon zu überzeugen. "Alan Wake" hat nirgends größeren Nachhall hinterlassen können. Und für ein So-la-la-Spiel hole ich mir wie gesagt keine Konsole ins Haus.
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Zierfish
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Beitrag von Zierfish »

@mr archer

na endlich, so wirdn Schuh drauß ;)
ich wollte es nur klar gestellt haben, dass remedy nicht einfach entscheiden konnte.

Bei Vertragabschluss (hier spekulier ich mal) wird MS sich die Klausel offen gehalten haben und Remedy war es egal, weil sie so oder so ihre Kohle bekommen würden. Außerdem ist die Reputation des Publishers auch nicht unerheblich. Es macht schon nen Unterschied, ob Sega dir das Geld gibt oder eben Microsoft.
Insofern wäre Remedy auch dumm gewesen nicht auf den deal einzugehen.

Zum Spiel selbst: ich fand es super
aber gut, das is natürlich alles auch eine Frage des Geschmacks.
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mr archer
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Beitrag von mr archer »

4P|Zierfish hat geschrieben:

Bei Vertragabschluss (hier spekulier ich mal) wird MS sich die Klausel offen gehalten haben und Remedy war es egal, weil sie so oder so ihre Kohle bekommen würden.
Klar, wir können nix anderes als spekulieren. Aber mal gesetzt den Fall, so ist es gelaufen: Soll mir das jetzt Remedy irgendwie sympathisch machen (und an dem Punkt hat unsere Diskussion ja eigentlich begonnen)? Ich hab meine Kohle und was der Verleger mit meinem Kunstwerk macht, ist mir egal? Und so ein Verhalten von einer Firma, die mit Max Payne 1 einen mit viel Herzblut produzierten Meilenstein geschaffen hat? Ein Spiel, das ins kulturelle Gedächtnis dieses Mediums Eingang gefunden hat? Nö, kein Mitleid von mir - da bin ich nachtragend und emotional. Ich kann diese reine Söldner-Mentalität, falls sie denn wirklich so bestehen solle, nicht nachvollziehen. Klar will man als Entwickler Geld verdienen, gerne auch viel. Aber wenn ich im Endprodukt kein Herzblut mehr spüren kann, dann interessiert mich dieses Endprodukt eben auch nicht sonderlich.
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Zierfish
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Beitrag von Zierfish »

meine Sentimentalität bezieht sich eher darauf, dass Alan Wake als Spiel wirklich gut war (imho) und ich es sehr sehr seeehr schade fände, wenn ich keinen Nachfolger spielen kann. Außerdem finde ich, dass Remedy eine gute Arbeit gemacht hat und auch nicht jeder Mitarbeiter bei Remedy für den Vertrag mit MS verantwortlich zu machen ist.

Und in dieser Hinsicht sehe ich mein "armes Remedy"

Ich denke so sind wir beide zu verstehen =)
EinfachNurIch
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Beitrag von EinfachNurIch »

Es hat immer noch keiner die Relevanz zwischen downloadzahlen und nicht verkauften Einheiten nachweisen können. Es spielt auch keinerlei Rolle, selbst wenn Black OP da jetzt mit 2 Milliarden gestanden hätte, heisst das nicht per se, daß damit auch nur eine einziger müder Euro an den Publishern vorbei gelaufen ist. Mit Logik ist das so eine Sache. Grosse Zahlen suggerieren da gerne was.

Es gibt ja auch Zahlen darübe wieviele Menschen täglich verhungern und wieviele Lebensmittel, alleine in Deutschland weggeschmissen werden. Trotzdem kann man nicht einfach sagen, daß man damit Menschenleben retten kann. Es ist traurig aber wahr. Und das ist ein Beispiel das mir wesentlich näher geht, als die Tatsache, daß ein Spiel ein paar Millionen mal geladen wurde.

Ebenso ist es eine Tatsache, daß viele Leute nicht das geringste Unrechtsbewusstsein zeigen, wenn es darum geht Versicherungen zu betrügen. Da lügt man sich auch wahnsinnig gerne was in die Tasche. Es gibt tausende Beispiele wo ganz normale Leute "betrügen" und keiner denkt sich gross was dabei. Der Mensch ist einfach mal so und das wird sich auch nicht wirklich ändern.

Und wir brauche auch nicht auf die Tränendrüse drücken, weil es Bevölkerungsgruppen gibt die sich bestimmte Sachen nicht leisten können. Das ist halt so und braucht auch nicht dramatisiert zu werden. Wenn es in diesem Land Leute gibt die hungern müssen und nicht wissen wie sie ihren Kindern ein halbwegs menschenwürdiges Dasein ermöglichen können, dann ist das schlimm und ein Armatszeugnis für einen so reichen Staat wie Deutschland. Wenn einer sich das neueste Spiel nicht leisten kann, dann ist das einfach nur, ich kann mit das Spiel nicht leisten. Nicht mehr und nicht weniger. Es geht nicht darum da irgendjemand die Schuld zuzuschieben, nur kann man nicht für alles auf der Welt irgendjemand verantwortlich machen. Manches ist einfach nur Scheisse ohne das jemand bestimmtes was dafür kann. Und die anderen können sich halt glücklich fühlen, daß es ihnen besser geht. Aber selbst die sind ja andauernd über irgendwas am jammern. Bäh, da gibt es Leute die noch viel mehr verdienen als ich, bäh die bringen das Spiele nicht für PC, PS3, XBox etc., bäh der mag ganz andere Spiele wie ich, bäh, bäh bäh...

Irgendwie recht ermüdend das Ganze.
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DARK-THREAT
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Beitrag von DARK-THREAT »

Brakiri hat geschrieben:Ach weisst du, wo mittlerweile 20% der Leute hier für eine ganze Stelle für 1100€ brutto arbeiten, und wir über 5 Mio H4ler haben, die nicht mehr am Konsum von Medien teilnehmen können, sind diese Phrasen von dir sehr hohl geworden.

Es ist nunmal so, das weniger Leute sich diese Dinge noch leisten können, und wenn ich die Wahl hätte, zwischen Diebstahl in Läden, Überfällen von Leuten auf der Strasse, und dem ziehen von SPielen, weil man sich es einfach nicht mehr leisten kann, trotz voller Stelle, dann weiss ich ohne gross zu überlegen mit was ich eher leben könnte.

Die meisten dieser Spiele verkaufen sich trotz dieser hohen Download-Zahlen wie geschnitten Brot, und keiner kann mir erzählen, dass wir jetzt für die armen Giganten EA/Actiblizzard Tränen vergissen müssten, weil es einige Leute gibt, die es gerne spielen würden, es sich aber nicht leisten können. Diese Leute sind nämlich TATSÄCHLICH Leute, die es sich nicht gekauft hätten. Bei diesen ist also der Schaden effektiv genau 0€.

Mir gefällt es auch nicht, aber man sollte schon in der Realtiät bleiben, denn Gesetze haben nicht notwendigerweise was mit Gerechtigkeit zu tun.

Just my 2 cents.
Das Argument zieht garnicht! Also ich gehe jetzt von mir aus: Ich verdiene 6,65 EUR/h Brutto, habe einen Monatslohn (Netto) von rund 850 EUR (mal mehr, mal weniger). Dennoch leiste ich mir (persönlich) gute Games, Musik, Filme usw. Wenn ich mir etwas nicht leisten kann, dann kann ich es nicht konsumieren. Ich hab zB Mafia 2 jetzt erst zu 20 EUR gekauft. Bei RDR werd ich dass ebenso machen. Ein GTA IV EfLC habt mir auch nur 25 EUR gekostet... man kann auch mal manchmal warten, wenn man etwas unbedingt haben will.
Sonst hab ich gelernt zu verzichten, wenn ich das nötige Geld nicht habe. Daneben bin ich ein guter Händler - selbst in MediaMarkt, Saturn usw drücke ich für Hard- und Software den Preis runter (das meiste war mal über 30%) - man muss sich nur trauen.

Wie gesagt. Wenig Geld zu haben ist KEINE Rechtfertigung, Medien illegal zu konsumieren. Auch selche Leute gehören mal hart bestraft (Geldstrafen bringen nichts, es muss ein Freiheitsentzug sein), um ein Zeichen zu setzen.

Peace.
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mr archer
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Beitrag von mr archer »

4P|Zierfish hat geschrieben:
aber die Entscheidung, sich von der Plattform mit der solventesten Kundschaft und einer durch den höheren Altersdurchschnitt wachsenden Bereitschaft, für Kunst den Künstler auch zu bezahlen, zu verabschieden
na da hätte ich aber gern ne Quelle gesehen - das glaubt doch so sonst kein Mensch (v.a. der Teil mit solvent)
Konsolero braucht: Konsole + PC + mehr Geld für Spiele
PCler braucht: Geld für ausreichend potente Hardware
Schön und gut. Aber wieviel von den Konsoleros haben sich die von dir beschriebene Ausrüstung von eigenem Geld gekauft - und wieviele vom Geld der Eltern?

Ich spreche hier nicht von Heranwachsenden. Ich spreche von 40jährigen, die seit den späten 1980ern am PC sozialisiert wurden und die sich die Liebe zum Genre bewahrt haben. Und die sind in vielen Fällen recht solvent. Nur haben die halt auch eine gewachsene Anspruchshaltung und tendieren dazu, gegenwärtige Titel an den Meilensteinen der 1990er und ihrer Gaming-Prägephase zu messen. Das ist ein Kundenkreis, bei dem sich mit der nötigen Bereitschaft vonseiten der Studios und Publisher ein Heidengeld verdienen ließe. Die sind nämlich in weiten Teilen mitlerweile verzweifelt genug, jeden nur so kleinen Strohhalm der Hoffnung auf wirkliche Weiterentwicklung zu ergreifen. Und oft täte es ja allein schon die Bereitschaft, die in den 1990ern betretenen Pfade mal weiter zu verfolgen. Kannst du dir vorstellen, wie ein wirklicher Nachfolger für System Shock oder Thief in diesen Kreisen aufgenommen würde? Oder für ein rundenbasiertes CRPG in Iso-Ansicht? Oder für einen wirklichen Old-School-Shooter? Ein Spiel, das sich nicht auf die schnelle Reizkurve von 16jährigen fokussiert - sondern auf im Medium gereifte alte Hasen?

Würde sich gut verkaufen, glaube mir. Nicht so häufig wie ein COD. Aber ausreichend häufig, um alle glücklich zu machen.