Allgemein: "Games sind die Leitmedien der Zukunft"
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- paulisurfer
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- Nimi
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Ich erinnere mich, mal gelesen zu haben daß es erst seit relativ kurzer Zeit (20 Jahre?) in Filmen z.B. das Stilmittel gibt, den Protagonisten/die Protagonisten kurz vor Ende des Films nochmal einen harten Kampf gegen den Oberschurken (oder irgendwas anderes starkes) führen zu lassen. So als Höhepunkt. Inspiriert sei das ganze natürlich (entweder bewusst oder unbewusst) durch die Bosskämpfe in Videospielen. Vorher wäre sowas nicht wirklich üblich gewesen.
Leider finde ich da jetzt auf die Schnelle nix zu und so gut kenn ich mich in Filmgeschichte nicht aus. Der Artikel geht auf solche "kleinen" Beeinflussungen auch nicht wirklich ein.
Würde mich mal interessieren inwieweit da was dran ist und was sich sonst noch so durch Spiele verändert hat, was man auf den ersten Blick nicht vermuten würde.
Leider finde ich da jetzt auf die Schnelle nix zu und so gut kenn ich mich in Filmgeschichte nicht aus. Der Artikel geht auf solche "kleinen" Beeinflussungen auch nicht wirklich ein.
Würde mich mal interessieren inwieweit da was dran ist und was sich sonst noch so durch Spiele verändert hat, was man auf den ersten Blick nicht vermuten würde.
- tonyvercetty
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Re: ...
gunblade91 hat geschrieben:gut das das mal einer erkennt. da nimand dvon gesprochen hat das der film verschwinden soll, sondern viel mehr das sich das spiel und der film gegeseitig ersetzen können. daher unterstütze ich seine meinung.
- Max Headroom
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Knapp ... aber nur gaaaaanz knapp
Die Kommentare von nellson und Bobipuegi unterschreibe ich gerne doppelt und dreifach. Dem ist wahrlich kaum was hinzuzufügen 
@Crewmate
Und diesbezüglich halte ich die These, Computerspiele werden zu "Leitmedien" in etwa genauso schlüssig wie die These, Kartenspiele werden zu Leitmedien oder Brettspiele werden zu Leitmedien. Also gar nicht.


Was Du ansprichst, ist womöglich der kommerzielle Erfolg. Wenn ein "Nischenprodukt" plötzlich zum "Mainstream" wird. Dadurch wird es aber nicht zum Leitmedium, sondern nur zu einem besonders erfolgreichem Produkt. Produkte kommen und gehen.
Bezogen auf Computerspiele kann man sagen, dass das Computerspiel wahrlich nur in Ausnahmefällen einen Ausbruch aus dem bekannten "Start-Play-Credits" Schema erfolgt. Das erwähnte offenendige Sandbox-Genre oder offenendige (MMO) Rollenspiele würde ich dazu zählen.
Die Filme hingegen, sie werden weiterhin gesondert laufen. Sie werden neue Zielgruppen erschließen, weil sie die Geschichte bzw. ihre Elemente ggf. in unorthodoxer Form wiedergeben. "Open End" Filme gehören genauso der Seltenheit an, wie es "Open End" Games sind. Selbst wenn Nintendo jedem Bürger eine Wii schenken würde, bleiben Computerspiele weiterhin "Reaktionsspiele" und Filme eine "bebilderte Unterhaltung". Der große Durchbruch in Form von offenen und non-linearen Spielverläufen wird wohl noch eine Weile lang auf sich warten lassen. Der überwältigende Teil aller Computerspiele dieser Welt, ob es Mario oder Call of Duty sind, funktionieren stets nur in linearer Form:
1. Münze in den Schlitz / START drücken
2. Spielen
3. Abspann sehen
Und die wird mit einer Story zusammengehalten. Der Spieler möchte einfach nur unterhalten werden. Er will Erfolgserlebnisse haben. Beim Film ist sowas nicht von Bedeutung, da gilt es den literarischen Stoff als Film nachzuerzählen. Selbst wenn der Hauptcharakter stirbt oder die Welt von Aliens zerstört wird ... der Film erzählt dies.
Ein Computerspiel erzählt nur die Rahmenhandlung, aber der Charakter wird vom Spieler gesteuert und hat dementsprechend andere Ziele. Der Spieler wird gewinnen (= den Level meistern) können. Daraufhin zielen Spieledesigns aus. Der Spieler schreibt entweder das Schicksal des Hauptcharakters ständig neu, oder der Spieler wird das geschriebene Schicksal ereilen, den der Designer auserkoren hat - siehe Mass Effect.
Bis dies zum "Leitmedium" für die gesammte deutsche Gesellschaft wird, haben wir noch sehr sehr viele Jahre vor uns. Also noch sehr sehr viele Call of Dutys, Marios und Tekkens
@Nimi
Das Filme nun die "Boss Battles" nutzen, ist nur ein Trugschluss. Den großen Bösewicht, den Helden und die Reise vom Anbeginn zum Schluß, mit dem großen Kampf inklusive der Gewinnung der Liebe der Prinzessin, ist sicherlich keine Erfindung von Shigeru Miyamoto
@Crewmate
Kann sehr gut sein, dass wir hier erst einmal eine genauere Definition benötigen, bevor man aneinander vorbei redet. Vielleicht sollte man Wikis Definition nehmen: http://de.wikipedia.org/wiki/LeitmediumBleibt weiter die Frage, was wir unter Leitmedium verstehen.
Ich habe mir erlaubt, bestimmte Wörter mal hervorzuheben.Als Leitmedium bezeichnet man in der Publizistik- und Medienwissenschaft ein spezifisches dominierendes Einzelmedium in einer bestimmten historischen Phase der Medienentwicklung, welchem „eine Hauptfunktion in der Konstitution gesellschaftlicher Kommunikation und von Öffentlichkeit zukommt
Und diesbezüglich halte ich die These, Computerspiele werden zu "Leitmedien" in etwa genauso schlüssig wie die These, Kartenspiele werden zu Leitmedien oder Brettspiele werden zu Leitmedien. Also gar nicht.
Es ist nichts anderes als die Erschließung neuer Kunden. Das Computerspiel an sich ist weiterhin ein Reaktionsspiel mit ggf. thematischem Rahmen. Entweder weichen Pixeln andere Pixel aus, welche laut Storyline "ausserirdische Invasoren" sind, oder man muss per Quicktime-Event möglichst viele Filmszenen aneinanderreihen. Das war schon bei Dragon's Lair so. Und schon damals galt dies nicht als neue Form der KommunikationDurch die Casualgames werden große Massen an Videospiele herangeführt. Nicht das die dann direkt zu Bioshock wechseln, aber es ist ein erster Kontakt.
Beim Horrorfilm waren andere Filme weitaus wichtiger. Nosferatu ließ Angstschweiß runterrieseln, als Jodie Fosters Geburt nur den Sternen bekannt war. Und das der alte Exorzist in den Top-Listen der Welt stets hoch oben anzufinden ist, dürfte ebenfalls kein Zufall seinBeim Metal (...) war das das Schwarze Album von Metallica beim Horrorfilm war es Das Schweigen der Lämmer.
Was Du ansprichst, ist womöglich der kommerzielle Erfolg. Wenn ein "Nischenprodukt" plötzlich zum "Mainstream" wird. Dadurch wird es aber nicht zum Leitmedium, sondern nur zu einem besonders erfolgreichem Produkt. Produkte kommen und gehen.
Bezogen auf Computerspiele kann man sagen, dass das Computerspiel wahrlich nur in Ausnahmefällen einen Ausbruch aus dem bekannten "Start-Play-Credits" Schema erfolgt. Das erwähnte offenendige Sandbox-Genre oder offenendige (MMO) Rollenspiele würde ich dazu zählen.
Die Filme hingegen, sie werden weiterhin gesondert laufen. Sie werden neue Zielgruppen erschließen, weil sie die Geschichte bzw. ihre Elemente ggf. in unorthodoxer Form wiedergeben. "Open End" Filme gehören genauso der Seltenheit an, wie es "Open End" Games sind. Selbst wenn Nintendo jedem Bürger eine Wii schenken würde, bleiben Computerspiele weiterhin "Reaktionsspiele" und Filme eine "bebilderte Unterhaltung". Der große Durchbruch in Form von offenen und non-linearen Spielverläufen wird wohl noch eine Weile lang auf sich warten lassen. Der überwältigende Teil aller Computerspiele dieser Welt, ob es Mario oder Call of Duty sind, funktionieren stets nur in linearer Form:
1. Münze in den Schlitz / START drücken
2. Spielen
3. Abspann sehen
Und die wird mit einer Story zusammengehalten. Der Spieler möchte einfach nur unterhalten werden. Er will Erfolgserlebnisse haben. Beim Film ist sowas nicht von Bedeutung, da gilt es den literarischen Stoff als Film nachzuerzählen. Selbst wenn der Hauptcharakter stirbt oder die Welt von Aliens zerstört wird ... der Film erzählt dies.
Ein Computerspiel erzählt nur die Rahmenhandlung, aber der Charakter wird vom Spieler gesteuert und hat dementsprechend andere Ziele. Der Spieler wird gewinnen (= den Level meistern) können. Daraufhin zielen Spieledesigns aus. Der Spieler schreibt entweder das Schicksal des Hauptcharakters ständig neu, oder der Spieler wird das geschriebene Schicksal ereilen, den der Designer auserkoren hat - siehe Mass Effect.
Bis dies zum "Leitmedium" für die gesammte deutsche Gesellschaft wird, haben wir noch sehr sehr viele Jahre vor uns. Also noch sehr sehr viele Call of Dutys, Marios und Tekkens
@Nimi
Da gebe ich Dir den Rat, die Dramaturgie beim Theater mal zu studieren. Diesbezüglich auch den Hinweis, die Historie in den alten griechischen und römischen Dramen mal zu erforschen. Du wirst feststellen, dass schon seit sehr langer Zeit die Geschichtenerzählung das bekannte "Theatermuster" (3-5 Akten) nutztIch erinnere mich, mal gelesen zu haben daß es erst seit relativ kurzer Zeit (20 Jahre?) in Filmen z.B. das Stilmittel gibt, den Protagonisten/die Protagonisten kurz vor Ende des Films nochmal einen harten Kampf gegen den Oberschurken (oder irgendwas anderes starkes) führen zu lassen. So als Höhepunkt. Inspiriert sei das ganze natürlich (entweder bewusst oder unbewusst) durch die Bosskämpfe in Videospielen. Vorher wäre sowas nicht wirklich üblich gewesen
Das Filme nun die "Boss Battles" nutzen, ist nur ein Trugschluss. Den großen Bösewicht, den Helden und die Reise vom Anbeginn zum Schluß, mit dem großen Kampf inklusive der Gewinnung der Liebe der Prinzessin, ist sicherlich keine Erfindung von Shigeru Miyamoto
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DerArzt
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Es ist wohl so das das Medium Viedeospiel immer mehr in den Vordergrund rückt und verschiedene Dinge beeinflusst bzw.sich von ihnen beeinflussen lässt, und das immer stärker. Es gibt doch inzwischen schon Bands die Lieder über Games schreiben die sie mögen.
Z.B. "Escape the Fate" mit ihren Guillotine-Songs, welche auf die Halo-Reihe Bezug nehmen sollen (auch wenn man das aus den Liedern nicht eindeutig raushört).
Auch Musiker, wie z.B. "Kool Savas" betonen Videospiele immer mehr und betrieben so Werbung; in diesem Fall rede ich vom CoD BO Mitternachtsverkauf.
Das Medium wird, wie man hier auch im Falle vom oben genannten CoD sehen kann immer mehr kommerzialisiert. Das beste Beispiel ist eigentlich Nintendos "Wii".
Außer dem gibt es noch zig andere Beispiele für eine Kommerzialisierung des Videospiels (Heavy Rain, mit seiner cineastisch aufgebauten Erzählweise z.B.) und ich glaube das es in Zukunft eine ähnlich große Rolle wie die Filmindustrie spielen kann, auch wenn ich mir wünschen würde, dass dies dem Medium Viedeospiel nicht "zustößt", da dadurch die "Casualisierung" extrem vornschreiten würde.
Das ist aber ein anderer Punkt.
Z.B. "Escape the Fate" mit ihren Guillotine-Songs, welche auf die Halo-Reihe Bezug nehmen sollen (auch wenn man das aus den Liedern nicht eindeutig raushört).
Auch Musiker, wie z.B. "Kool Savas" betonen Videospiele immer mehr und betrieben so Werbung; in diesem Fall rede ich vom CoD BO Mitternachtsverkauf.
Das Medium wird, wie man hier auch im Falle vom oben genannten CoD sehen kann immer mehr kommerzialisiert. Das beste Beispiel ist eigentlich Nintendos "Wii".
Außer dem gibt es noch zig andere Beispiele für eine Kommerzialisierung des Videospiels (Heavy Rain, mit seiner cineastisch aufgebauten Erzählweise z.B.) und ich glaube das es in Zukunft eine ähnlich große Rolle wie die Filmindustrie spielen kann, auch wenn ich mir wünschen würde, dass dies dem Medium Viedeospiel nicht "zustößt", da dadurch die "Casualisierung" extrem vornschreiten würde.
Das ist aber ein anderer Punkt.
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- Dominius
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Wenn Videospiele eines Tages als Kunst- bzw. Kulturform denselben Stellenwert erreichen wollen wie Bücher, Musik oder Filme, müssen sie mehr tun als Elemente der genannten Formen zusammenzuführen. Sie müssen sich auf ihre besondere Eigenart konzentrieren, die sie von den anderen Formen unterscheidet: Die Interaktivität.
Videospiele als "Leitmedium" sehe ich ähnlich weit entfernt wie manch andere hier im Thread. Dazu bedarf es mehr als weite Verbreitung und kommerziellen Erfolg. Die Fußball-Bundesliga ist auch bekannt und kommerziell erfolgreich, prägt sie deswegen aber die Gesellschaft in einem relevanten Maße? (Naja, vielleicht ist der Vergleich etwas schief, aber ich glaube, es ist zu erkennen, worauf ich hinaus will.)
Was Videospiele können, ist eine Erfahrung zu vermitteln, die kein anderes Medium vermitteln kann - und diese hängt mit der genannten Interaktivität zusammen. Es ist eine völlig andere Sache, einem Videospiel zuzusehen oder es selbst zu spielen. (mMn kommen so auch viele Missverständnisse zwischen den Generation zustande, da die eine die Spiele meist nur aus der passiven Perspektive kennt.)
In einem Videospiel kann ich Held*in sein, die Welt retten, etwas tun, was ich sonst nicht tun kann. Trotzdem bleibe ich gewissen Regeln unterworfen, was ein Unterschied zu einem bloßen Gedankenspiel ist, in dem keine Regeln gelten. Ich muss mich den Gesetzen einer neuen Welt anpassen und mich danach richten oder versuchen, sie irgendwie zu umgehen. Statt nur passiv etwas eräzhlt zu bekommen, schreiben wir unsere eigene Geschichte, wenn wir ein Spiel spielen - unsere Erfahrungen dabei sind einzigartig.
Bleiben die Spiele wie heute und versuchen weiterhin interaktive Filme zu sein, werden sie das Medium nicht voranbringen. Im Bereich der populären Spiele hoffe ich da auch nicht auf Besserung, ebensowenig wie ich bei Hollywoodfilmen auf Tiefgang und Anspruch hoffe. ("Inception" ist keine Ausnahme, ein netter Film übers Träumen, aber kein Vergleich zu bspw. "Waking Life".) Doch dank der Indie-Szene werden Gameplay-Expeimente erfahrbar und erschwinglich
.
Vielleicht brauchen wir ja Spiele, in denen wir niemals gewinnen können, in denen das Scheitern Programm ist und ein "Game Over" unausweichlich, egal, was wir versuchen. Spiele, die uns uns sein lassen und kein Ziel haben oder vorgeben und uns überlassen bleibt, was wir daraus machen (s.a. Minecraft). Und vielleicht auch Spiele, die uns die Illusion geben, nach den Regeln unserer Welt zu funktionieren, diese im Endeffekt aber auf den Kopf stellen und uns damit nicht nur verwirren, sondern auch zum Denken anregen.
Gegen sowas wäre auch jeder kommende "Call of Duty"-Teil bloß Kleinkram
.
Videospiele als "Leitmedium" sehe ich ähnlich weit entfernt wie manch andere hier im Thread. Dazu bedarf es mehr als weite Verbreitung und kommerziellen Erfolg. Die Fußball-Bundesliga ist auch bekannt und kommerziell erfolgreich, prägt sie deswegen aber die Gesellschaft in einem relevanten Maße? (Naja, vielleicht ist der Vergleich etwas schief, aber ich glaube, es ist zu erkennen, worauf ich hinaus will.)
Was Videospiele können, ist eine Erfahrung zu vermitteln, die kein anderes Medium vermitteln kann - und diese hängt mit der genannten Interaktivität zusammen. Es ist eine völlig andere Sache, einem Videospiel zuzusehen oder es selbst zu spielen. (mMn kommen so auch viele Missverständnisse zwischen den Generation zustande, da die eine die Spiele meist nur aus der passiven Perspektive kennt.)
In einem Videospiel kann ich Held*in sein, die Welt retten, etwas tun, was ich sonst nicht tun kann. Trotzdem bleibe ich gewissen Regeln unterworfen, was ein Unterschied zu einem bloßen Gedankenspiel ist, in dem keine Regeln gelten. Ich muss mich den Gesetzen einer neuen Welt anpassen und mich danach richten oder versuchen, sie irgendwie zu umgehen. Statt nur passiv etwas eräzhlt zu bekommen, schreiben wir unsere eigene Geschichte, wenn wir ein Spiel spielen - unsere Erfahrungen dabei sind einzigartig.
Bleiben die Spiele wie heute und versuchen weiterhin interaktive Filme zu sein, werden sie das Medium nicht voranbringen. Im Bereich der populären Spiele hoffe ich da auch nicht auf Besserung, ebensowenig wie ich bei Hollywoodfilmen auf Tiefgang und Anspruch hoffe. ("Inception" ist keine Ausnahme, ein netter Film übers Träumen, aber kein Vergleich zu bspw. "Waking Life".) Doch dank der Indie-Szene werden Gameplay-Expeimente erfahrbar und erschwinglich
Vielleicht brauchen wir ja Spiele, in denen wir niemals gewinnen können, in denen das Scheitern Programm ist und ein "Game Over" unausweichlich, egal, was wir versuchen. Spiele, die uns uns sein lassen und kein Ziel haben oder vorgeben und uns überlassen bleibt, was wir daraus machen (s.a. Minecraft). Und vielleicht auch Spiele, die uns die Illusion geben, nach den Regeln unserer Welt zu funktionieren, diese im Endeffekt aber auf den Kopf stellen und uns damit nicht nur verwirren, sondern auch zum Denken anregen.
Gegen sowas wäre auch jeder kommende "Call of Duty"-Teil bloß Kleinkram
- Wulgaru
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War mal so frei mir die bisherige Diskussion nur zu überfliegen...
Wenn ich das richtig verstanden habe, sollen bisher Filme das Leitmedium gewesen sein.
Das ist einfach falsch. Sicher lässt sich mit ihnen das meiste Geld verdienen und auch die meisten Leute...aber absolut alle guten Filme basieren entweder direkt als Adaption oder Interpretation oder indirekt als Ideenklau/Inspiration auf Büchern. Daher sind Bücher das Leitmedium und werden es auch in Zukunft sein. Schlicht und einfach, weil Bücher die komplexesten Geschichten erzählen können und dazu grafisch auf einen Rechner zugreifen können, von dem Gamer nur träumen...der menschlichen Vorstellungskraft.
Der Einfluss von Games auf den modernen Actionfilm ist natürlich zu beobachten, allerdings gilt das nur für den absoluten Actionmainstream ala Bay und Co.
Was hat Nolans Inception primär mit Games zu tun? Mit verschiedenen Realitäts-Illusions und Traumebenen haben Phillip K. Dick und Stanislaw Lem schon in den 50er und 60er Jahren gearbeitet. Das hat nichts mit einer wie auch immer gearteten Levelstruktur von Games zu tun.
Auch bei den meisten anderen stilbildenden Filmen sehe ich eigentlich keinerlei Einfluss von Games. Ausnahmen bestätigen da natürlich die Regel, aber mir fällt wenig ein.
Scott Pilgrim wäre vielleicht so etwas...Lola rennt dagegen hat eher das, was man Videoclipästhetik nennt, zu diesem Zeitpunkt waren Games noch lange nicht so weit als Vorbilder für so eine Optik zu dienen.
Wenn ich das richtig verstanden habe, sollen bisher Filme das Leitmedium gewesen sein.
Das ist einfach falsch. Sicher lässt sich mit ihnen das meiste Geld verdienen und auch die meisten Leute...aber absolut alle guten Filme basieren entweder direkt als Adaption oder Interpretation oder indirekt als Ideenklau/Inspiration auf Büchern. Daher sind Bücher das Leitmedium und werden es auch in Zukunft sein. Schlicht und einfach, weil Bücher die komplexesten Geschichten erzählen können und dazu grafisch auf einen Rechner zugreifen können, von dem Gamer nur träumen...der menschlichen Vorstellungskraft.
Der Einfluss von Games auf den modernen Actionfilm ist natürlich zu beobachten, allerdings gilt das nur für den absoluten Actionmainstream ala Bay und Co.
Was hat Nolans Inception primär mit Games zu tun? Mit verschiedenen Realitäts-Illusions und Traumebenen haben Phillip K. Dick und Stanislaw Lem schon in den 50er und 60er Jahren gearbeitet. Das hat nichts mit einer wie auch immer gearteten Levelstruktur von Games zu tun.
Auch bei den meisten anderen stilbildenden Filmen sehe ich eigentlich keinerlei Einfluss von Games. Ausnahmen bestätigen da natürlich die Regel, aber mir fällt wenig ein.
Scott Pilgrim wäre vielleicht so etwas...Lola rennt dagegen hat eher das, was man Videoclipästhetik nennt, zu diesem Zeitpunkt waren Games noch lange nicht so weit als Vorbilder für so eine Optik zu dienen.
- bruchstein
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Ich glaube eher das Viedeospiele sich sehr gut für z.B: politische Botschaften und zur Manipulation eignen und das wird auch so kommen.......der aufwand um ein Game zu Produzieren ist einfach riesig, und da will man dann gerne mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Und die Interessen der verschiedenen Aktionärsgruppen kommen dazu auch noch ins Spiel. dadurch wird das Game an sich schon fast zur Nebensache und durch diese verwässerung wird es schwierig sein den Status Leitmedium zu bekommen, auch wenn man versucht ein Hype in diese Richtung zu starten....
Ein einzelner Schriftsteller ist viel unabhängiger und kreativer, deswegen wird das geschrieben wort noch lange das Leitmedium bleiben, von dem alle kopieren und Ideen aufnehmen......
Ein einzelner Schriftsteller ist viel unabhängiger und kreativer, deswegen wird das geschrieben wort noch lange das Leitmedium bleiben, von dem alle kopieren und Ideen aufnehmen......
- crewmate
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Dafür, das Max Videospiele auf FPS, Beat em Up und Jump n Run begrenzt und damit bedeutende Genre wie P&C Adventure und Rundenstrategie ausklammert? Also Spielegenres, in denen es eben nicht um schnelle Reaktionen und "Pixel gegen Pixel" geht, sondern um räumliches Denken und strategisches Planen. Oder dafür das er all das aus seinem Kontext reißt und Videospiele eben auf Knöpfchendrücken reduziert? Dieser Logik nach würde er auch Brettspielen wie Monopoly jede Kapitalismus-Kritik absprechen, oder das Bioshock oder Deus Ex eine tiefere Bedeutung hat als Polygone abzuschießen. Dinge ergeben in einem anderen Kontext einen völlig anderen Sinn.Suppression hat geschrieben:Wo ist der "Danke" Button, den ich für Max Headrooms Beitrag gleich 3 x drücken möchte?
So kann ich leider nur meinem Monitor stürmischen Beifall gönnen, den bekommt aber außer meinen Katzen keiner mit.
Seinem Wikipedialink nach wäre die Zeitung sowohl auf Papier, als auch Online als auch als Fernseh Nachrichten das unbezwingbare Leitmedium. Max hat nur das "Hauptfunktion"hervorgeheoben. Der Wikipedia Definition nach können aber mehrere Medien ein Leitmedium sein.
Inwiefern ist "Der Exorzist" weniger Kommerz als "Das Schweigen der Lämmer"?Max Headroom hat geschrieben:Beim Horrorfilm waren andere Filme weitaus wichtiger. Nosferatu ließ Angstschweiß runterrieseln, als Jodie Fosters Geburt nur den Sternen bekannt war. Und das der alte Exorzist in den Top-Listen der Welt stets hoch oben anzufinden ist, dürfte ebenfalls kein Zufall seinBeim Metal (...) war das das Schwarze Album von Metallica beim Horrorfilm war es Das Schweigen der Lämmer.
Was Du ansprichst, ist womöglich der kommerzielle Erfolg.)
Tu ihn dir doch bitte mal an:
http://www.youtube.com/watch?v=N34jjArTgqA
Im Feuliton spricht wohl niemandem den Grusel eines Max Schreck ab, aber der Film erschien in den 20er Jahren. Dazwischen liegen zwei Weltkriege, der Farbfilm und jede menge Tote. Das sich der Horrorfilm etablieren konnte, haben wir doch eher der böhsen Kommerzscheiße wie "Das Schweigen der Lämmer" oder dem "Blair Witch Project" zu verdanken. Was sonst könnte das, wenn nicht ein Mainstream Produkt. Warum wird Kommerz erwähnt, als sei das was schlechtes? Ist es das Profitding, von dem ihr nichts habt? Heutzutage erscheinen die MEISTEN Horrorfilme WEITGEHEND ungeschnitten. Das war gerade mitte der 80er und in den 90ern anders mit wahren Massakern im Schneideraum. Es gibt über 4 Fassungen von "From Dust til Dawn"! Ok, sagen wir, es regt sich keine größere Gruppe mehr über Dinge wie "Saw" auf. Diese Karawane beschränkt sich jetzt auf Videospiele. In Australien hingegen verweigert man Metalkapellen wie Canibal Corpse Auftritte. In Deutschland berichtet das ZDF über Wacken. Ach, stimmt, wieder Kommerz, sorry!
- Suppression
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- Registriert: 23.02.2008 14:00
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Crewmate, ich glaube, du hast ein ernstes Problem. Ständig fühlst du dich wegen irgend einer Scheiße angekackt und interpretierst Texte so falsch, dass man meinen könnte, du machst das mit voller Absicht.Crewmate hat geschrieben: Im Feuliton spricht wohl niemandem den Grusel eines Max Schreck ab, aber der Film erschien in den 20er Jahren. Dazwischen liegen zwei Weltkriege, der Farbfilm und jede menge Tote. Das sich der Horrorfilm etablieren konnte, haben wir doch eher der böhsen Kommerzscheiße wie "Das Schweigen der Lämmer" oder dem "Blair Witch Project" zu verdanken. Was sonst könnte das, wenn nicht ein Mainstream Produkt. Warum wird Kommerz erwähnt, als sei das was schlechtes? Ist es das Profitding, von dem ihr nichts habt? Heutzutage erscheinen die MEISTEN Horrorfilme WEITGEHEND ungeschnitten. Das war gerade mitte der 80er und in den 90ern anders mit wahren Massakern im Schneideraum. Es gibt über 4 Fassungen von "From Dust til Dawn"! Ok, sagen wir, es regt sich keine größere Gruppe mehr über Dinge wie "Saw" auf. Diese Karawane beschränkt sich jetzt auf Videospiele. In Australien hingegen verweigert man Metalkapellen wie Canibal Corpse Auftritte. In Deutschland berichtet das ZDF über Wacken. Ach, stimmt, wieder Kommerz, sorry!
Wo zum Geier liest du denn in Max' Posting "Scheiß Mainstream!" Gequäke? Darf man die Wörter "Kommerziell" und "Mainstream" inzwischen nicht einmal mehr verwenden, ohne dass man gleich der krasse Pseudoundergroundsepp ist, oder wie?
Reg dich doch nicht immer gleich so (hoffentlich künstlich!) auf, oder lern lesen, aber bitte, mach dich doch nicht ständig zum Idioten, indem du Leute für etwas anmaulst, was sie gar nicht geschrieben haben.
Danke.
Und ich hoffe, ich muss dir nun nicht auch noch den Teil von Max' Posting, den du zitiert (und dabei auch noch den Rest abgeschnitten hast, was den Sinn entfremdet) hast erklären.
Der einzige Punkt, in dem du Recht hast, ist, dass der Exorzist ebenfalls zu den kommerziell sehr erfolgreichen Filmen zu zählen ist.
- Max Headroom
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- Registriert: 05.08.2002 13:11
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And now?
@Crewmate

Ich habe explizit Open End erwähnt, denn offene Titel ermöglichen jederzeit einen Wechsel in ungelenkte Bahnen. Ich spreche nicht von der Sammlung von Minigames, in die man durch einen Vorraum gelangt (Levelanwahl), sondern explizit von der ungeplanten Interaktion mit der Spielewelt, die durch Aktion und Reaktion sich weiterentwickelt.
Auf dieser Ebene unterscheiden sich selbst das statische Pong, das statische Modern Warfare 2 und das statische Monkey Island nicht sehr groß. Gut, die Grafik ist schicker, die Polygone haben den Screen erfüllt, und die Rätsel sind lustig, aber unter der Haube tickt noch das exakt selbe Arcade-Herz der frühen 80er Jahre. Münze in den Schlitz, (geleitetes) Spiel mit Erfolgserlebnis genießen und Abspann anschauen. Dies hatte man zu Zork-Zeiten genauso, wie heute im neuem Back to the Future Adventure.
Würde das Spiel - und dazu haben wir leider wohl noch nicht ganz die Möglichkeiten dazu - seine Geschichte offen und dynamisch erzählen, und würde der Spieler auch immer eine Motivation zur Weitererzählung der neu gegründenen Handlungsstränge bekommen, würde das bekannte Muster aufgesprengt und wir hätten tatsächlich eine vollkommen neue Form der digitalen Unterhaltung erfunden
So aber unterscheidet sich das hochglanzpolierte und mit Renderanimationen gespickte taktische Strategiespiel nicht im geringstem von Ataris E.T. der 80er Jahre, welches "gerüchteweise" zum damaligem Crash führte. Trotz E.T. im Namen, wurde es kein Leitmedium. Und das schaffen taktische Strategiespiele, Point&Click Adventures oder selbst das (auch von mir) sehr geschätzte Braid und Limbo nicht. Ja, selbst das (in begrenztem Rahmen) dynamische Heavy Rain ist noch ein gutes Stück weit von einem wirklichen Sprung in ein neues Medienzeitalter entfernt.
Nur weil die Spiele im Vergleich zum "bewährtem Alltagsbrei" erfrischend sind, macht es sie noch nicht zum Zugpferd eines (verdienten) Leitmediums.

Die Metaphysik ist nicht das alleinige Thema, was für den Begriff eines Leitmediums notwendig ist. Der Transport von Geschichten, ob sie mit einer Leinwand statisch, oder mit einer Maus dynamisch ausgeübt wird, hätte wohl alleine schon den Begriff "Leitmedium" sofort dem Computer zugeschrieben. Und zwar, weil es meiner Meinung nach das einzigste Medium für eine funktionale interaktive Erzählung ist. Filme mit unterschiedlichen Szenen zu drehen, um sie per Kapitelwahl auszuwählen oder Bücher mit ständigen Querverweisen zur Spaltung der Geschichte zu schreiben, finde ich ein wenig sperriger als ein digitales und durch AI gesteuertes Script in einem Computerspiel. Aber ein Computerspiel nutzt die Geschichte nur als Rahmenhandlung für seine Spielemechanik, auch in Bioshock oder Deus Ex. Denn es gibt schon einen vorgefertigen Anfang und ein vorgefertigtes Ende, wie im Kino. Nur der Weg dazwischen, der wird mit unterschiedlichen Auswahlmöglichkeiten und Handlungen gefüllt. In BioShock war es nicht möglich, die Geschichte der Mädchen selbst zu schreiben. Es war so nicht im Spieldesign vorgesehen. Die Geschichte des Schicksales war von den Designern vorgegeben und durfte - der "Freiheit" des Designs sei Dank - vom Spieler gelenkt werden. Das vorgefertige Ende, der Abspann, wurde nur in zwei Teile geteilt. Vorgefertigt war das ganze aber immer noch, und daran konnte dieses "mausgesteuerte Leitmedium" nichts daran ändern. Eine aussergewöhnliche Erweiterung der vorhandenen und etablierten Medien brachte es nicht gerade hervor. Es war meiner Meinung nach nur eine dynamischere Erzählung des (festgelegten) Stoffes.
Die Grenzen eines festgelegten Stoffes besitzen auch Filme, Bücher und Theatervorführungen. Doch es ist nicht die Funktion des Filmes, den Spieler interaktiv zu lenken. Genausowenig ist es die Funktion des Buches, den Spieler mit rumgefuchtele zu unterhalten. Und in einer Theatervorstellung geht man nicht, um Sport auszuüben

. Danke für die Doku, die war wirklich sehr interessant. Im Kontext der damaligen Gesellschaft gesehen, stimmt der Eindruck ja auch. In der heutigen Zeit ist aber noch die Aufklärung mit einzubeziehen. Wir könnten relativ problemlos die Distanz zwischen Realität und Fiktion aufzeigen. Unsere Wissenschaft ist dementsprechend weit fortgeschritten. Und wir haben auch genügend Studien, welche unsere Thesen stützen. Die FSK hat dies ja auch selbst (in Teilen) schon geschafft, aber gewisse gesetzliche Vorschriften dürfen einfach nicht "durchgewunken" werden. Freiheiten haben ihre Grenzen ... wenn sie die Freiheiten der Anderen verletzen. Hier ist die Grenze leider noch verwaschen. Ich finde, es ist unsere Aufgabe, hier klare Linien zu ziehen. Die CSU plant, mit einem Verbot von Dead Space 2 diese Linien zeigen zu können. Mir ist das nicht klar genug. Ich möchte fundierte Argumente sehen. Die Wissenschaft spricht für uns. Die Statistik spricht für uns. Es geht meiner Meinung nach um Aufklärung. Und so wie es aussieht, spricht selbst die für uns 
Ich sehe keine argumentative Größe, die "Gefahr" von (damaliger) harter Musik, brutalen Zombiefilmen oder menschentötenden Militärsimulationen irgendwie hervorzuheben. Da ist nichts, wofür wir uns verstecken müssten. Nicht im Jahre 2010/2011. Nicht mehr.
Aufklärung ist gut und toll, aber das Computerspiel alleine wird uns nicht dahingehend bringen. Es war, ist und bleibt ein Zeitvertreib. Die Geschichtenerzählung dahinter ist nur der Rahmen für die Aktion, aber nicht die Funktion des Werkes. Du spielst nicht ein Strategiespiel, um dich tiefgründiger mit der Materie des zweiten Weltkrieges zu beschäftigen, sondern um zu gewinnen. Dasselbe gilt für Adventures, Shooter oder Tanzspiele.
Kritik gab es schon zu Rock'n'Roll Zeiten. Den Zensus einzuschalten, war aber stets mit Auflagen gebunden, da wir AFAIK laut Grundgesetz keine Zensur ausüben dürfen. Und so galt der gesellschaftliche Konsenz als Maßstab, anhand man ungewollte Szenen oder Handlungen erkannte und sie entfernte. Exakt das selbe Schicksal ereilt ja unsere heutigen Titeln, nur eben in einem moderneren und aufgeklärteren Umfeld.


Könntest Du dies mir bitte genauer erklären? Ein Film, der kommerziell erfolgreich ist, also Geld in die Produktionskasse spült, soll der Grund für die Etablierung sein? Natürlich! Was denn sonst? Wenn der Film nicht erfolgreich ist, wenn er also von den Menschen nicht mit Eintrittskartenkäufen belohnt wird, dann war das Angebot anscheinend nicht interessant genug. Es mag künstlerisch besonders wertvoll sein und bei den Kritikern auf Lob stoßen, aber es ist schlicht und einfach nicht lukrativ und kann sich somit keinen Platz im breiterem Bekanntenkreis verschaffen. Es ist nicht etabliert bei den Zuschauern.
Habe ich da was missverstanden? Sehe ich da etwas falsch?

Da mögen die anderen Spiele besonders toll sein, tiefere Geschichten erzählen oder sexy sein ... doch der Mainstream möchte eben diesen Level beibehalten und sich nicht umgewöhnen.
Um sich mit etwas Neuem zu etablieren, sind gewaltige Anstrengungen und umfangreiche Forschungen nötig. Aber manchmal gelingt dies auch mit einem extrem bescheidenen Budget, wie es "The Blair Witch Project" bewies. Das die Wackelkamera dann allerdings in nahezu jede andere filmische Produktion benutzt wurde, selbst wenn es um Krankenhausserien ging, zeigt die Dominanz dieses Stiles. Es wurde damit zum Mainstream. Im Musikbereich gab es ebenso gewisse Stile, die prägend waren. Sie waren auch kommerziell erfolgreich. Und daran orientierte sich die Konkurrenz, welche die Bedürfnisse mit (immer ähnlich klingenden) Stücken füllte. Der Mainstream im Musikbereich ward damit geboren.

Du solltest lieber den heutigen ethischen Maßstab in Angriff nehmen. Du benötigst wahrlich keine Vergleiche mit der Vergangenheit, denn sie sind in dieser Diskussion irrelevant. Es gab mal ein Damals, da waren nur lange Röcke erlaubt. Heute geht man teilw. schon in Bikinis einkaufen. Die Veränderung hat längst stattgefunden. Es gilt nun, diese Veränderung auch in der Gesellschaft - von Alt bis Uralt - zu verankern
Ich fasse zusammen:
1. Spiele sind Spiele, und unterscheiden sich maßgebend von der geschichtenerzählenden Funktion eines Filmes oder Buches. In erster Linie durch ihre Interaktivität, die jedoch an das selbe lineare Element gekoppelt ist, die auch andere (Leit)Medien besitzen.
2. Die Metaphysik ist zur Bestimmung eines Leitmediums nicht das ausschlaggebende Element. Die ist in allen Medien präsent, ob man nun ein Buch liest oder ausserirdische Invasoren vom Screen fegt.
3. Der Maßstab zur "Zerschnippelung" von Medieninhalten hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Dem Zeitgeist und der Aufklärung entsprechend. In unserer liberaleren, pluralistischen, aufgeklärteren und global vernetzten Welt besitzen wir einen anderen Maßstab als unsere erzkatholischen, im Dorf aufgewachsenen Urgroßeltern, die ihre moralisch vorgefilterten Informationen entweder vom Pfarrer oder vom Nachbarn auf dem Marktplatz bekamen.
4. Kommerz und Mainstream sollte man unterscheiden. Doch sie bauen aufeinander auf.
5. Hat irgendwas mit Wacken, Saw und Canibal Corpse zu tun. Ist mir aber noch ein wenig zu wirr
Du hast Beispiele wie die Benutzung von Chiptunes, die Demoszene und die Erschließung neuer Kunden angegeben. Sie dienen sicherlich zur Festigung unserer Kultur in der Gesellschaft, daran habe ich absolut keinen Zweifel. Nur sind sie noch lange nicht als Argument für die These von Herrn F. nutzbar. Laut seiner These sind Spiele in Zukunft die Leitmedien vor Film und TV. Dann erwähnte er die Beeinflussung der Filme durch die Spiele. Schon hier kann ich damit kein Hinweis an eine zukünftige Leitkultur erkennen, denn Rock'n'Roll, Punk oder Techno waren ebenfalls Jugendkulturen mit Einfluss auf das die Medienlandschaft, sind aber nicht dominant gewesen. Um den Film oder das Buch zu ersetzen und somit zum Leitmedium in diesem Bereich zu werden, bedarf es mehr als neue Special Effects oder frischen Beats.
Wir werden noch viele Filmumsetzungen erleben. Auch Verstrickungen wie bei Matrix oder TRON werden sicherlich zunehmen ... wenn der Markt es so will. Und wir werden auch viele Filme sehen, die Elemente von Computerspiele nutzen. Scott Pilgrim, Gamer, TRON o.ä. sind nur Beispiele. Stilmittel aus dem Spielebereich inklusive. Aber ob all dies tatsächlich zum Leitmedium reicht?
Meine wenigen Kritikpunkte, in dem ansonsten guten Artikel, sind:

Ansonsten finde ich seine Feststellungen an sich schon sehr gut. Sie beschreiben das heutige Geschehen. Doch als Indiz für ein künftiges Leitmedium kann ich die erwähnten Punkte nicht nehmen. Dazu sind sie meiner Meinung nach am Kern vorbei gedacht.
Ich bin der Meinung, Spiele werden (hoffentlich bald!) als eigenständige Kunstform etabliert. Wenn nötig, durch Mainstream-Casual-Wii-Gehüpfe und Kinekt-Fuchtelei
Spiele werden uns immer klarer in der Öffentlichkeit präsentiert. Und hier schließt sich der Kreis. Denn ich stimme Dir zu ... solche Spiele fördern den gesellschaftlichen Umgang mit diesem Medium. Nur teile ich nicht die Auffassung, dass sie ein Leitmedium werden können. Ein zusätzliches Medium? Vielleicht. Wohl aber ein wichtiges und nicht mehr wegzudenkendes Unterhaltungsmedium, welches mit ihrer Interaktivität sich von den etablierteren Medien absetzt und damit eine andere Schicht anspricht. Nämlich die, welche sich auf diese Interaktivität einlassen wollen. Die ihre Zeit zur "Lösung des Schalterrätsels" oder zur "Austüftelung der besten Strategie" nutzen wollen. Als polygonale Form des Brettspieles.
Doch das non-interaktive Medium, den Film oder das Kino, wird das Computerspiel nicht ablösen können. Das Ziel des Spieles ist ein anderes als im Film, trotz der vielen Anleihen zwischen diesen beiden Welten.
In wiefern unterscheiden sich die Spiele a la Civilisation oder Sam & Max von Tekken oder Crysis? In all diesen Spielen beginnt der Spieler eine Partie, geht rüber zur Planungsphase/Actionphase, kommt zum großem Showdown und beendet den Titel mit einem Abspann. Oder haben Sam & Max ein offenes Ende und können zu jeder Zeit im Spiel ihre Geschichte umschreiben? Definieren diese Titel das Bild der Geschichtenerzählung neu? Dies wäre mir neuDafür, das Max Videospiele auf FPS, Beat em Up und Jump n Run begrenzt und damit bedeutende Genre wie P&C Adventure und Rundenstrategie ausklammert? Also Spielegenres, in denen es eben nicht um schnelle Reaktionen und "Pixel gegen Pixel" geht, sondern um räumliches Denken und strategisches Planen.
Ich habe explizit Open End erwähnt, denn offene Titel ermöglichen jederzeit einen Wechsel in ungelenkte Bahnen. Ich spreche nicht von der Sammlung von Minigames, in die man durch einen Vorraum gelangt (Levelanwahl), sondern explizit von der ungeplanten Interaktion mit der Spielewelt, die durch Aktion und Reaktion sich weiterentwickelt.
Auf dieser Ebene unterscheiden sich selbst das statische Pong, das statische Modern Warfare 2 und das statische Monkey Island nicht sehr groß. Gut, die Grafik ist schicker, die Polygone haben den Screen erfüllt, und die Rätsel sind lustig, aber unter der Haube tickt noch das exakt selbe Arcade-Herz der frühen 80er Jahre. Münze in den Schlitz, (geleitetes) Spiel mit Erfolgserlebnis genießen und Abspann anschauen. Dies hatte man zu Zork-Zeiten genauso, wie heute im neuem Back to the Future Adventure.
Würde das Spiel - und dazu haben wir leider wohl noch nicht ganz die Möglichkeiten dazu - seine Geschichte offen und dynamisch erzählen, und würde der Spieler auch immer eine Motivation zur Weitererzählung der neu gegründenen Handlungsstränge bekommen, würde das bekannte Muster aufgesprengt und wir hätten tatsächlich eine vollkommen neue Form der digitalen Unterhaltung erfunden
So aber unterscheidet sich das hochglanzpolierte und mit Renderanimationen gespickte taktische Strategiespiel nicht im geringstem von Ataris E.T. der 80er Jahre, welches "gerüchteweise" zum damaligem Crash führte. Trotz E.T. im Namen, wurde es kein Leitmedium. Und das schaffen taktische Strategiespiele, Point&Click Adventures oder selbst das (auch von mir) sehr geschätzte Braid und Limbo nicht. Ja, selbst das (in begrenztem Rahmen) dynamische Heavy Rain ist noch ein gutes Stück weit von einem wirklichen Sprung in ein neues Medienzeitalter entfernt.
Nur weil die Spiele im Vergleich zum "bewährtem Alltagsbrei" erfrischend sind, macht es sie noch nicht zum Zugpferd eines (verdienten) Leitmediums.
Gut, dann addiere auch das Maustastengedrücke bei P&C Adventures dazu. Das Nachdenken, um ein vorgefertigtes Spielziel in ein Adventure-Verließ zu erreichen, fällt bei mir unter den "Schalterrätseln", wie sie schon Half-Life 1 boten. Oder, um etwas in die Vergangenheit zu reisen, schon im Atari VCS "Adventure" vorhanden waren.Oder dafür das er all das aus seinem Kontext reißt und Videospiele eben auf Knöpfchendrücken reduziert?
Schön das Du mir durch die Erkennung der "Logik" absprichst, eine Kritik nicht erkennen zu können. Ein guter Ansatz zur sachlichen DiskussionDieser Logik nach würde er auch Brettspielen wie Monopoly jede Kapitalismus-Kritik absprechen, oder das Bioshock oder Deus Ex eine tiefere Bedeutung hat als Polygone abzuschießen.
Die Metaphysik ist nicht das alleinige Thema, was für den Begriff eines Leitmediums notwendig ist. Der Transport von Geschichten, ob sie mit einer Leinwand statisch, oder mit einer Maus dynamisch ausgeübt wird, hätte wohl alleine schon den Begriff "Leitmedium" sofort dem Computer zugeschrieben. Und zwar, weil es meiner Meinung nach das einzigste Medium für eine funktionale interaktive Erzählung ist. Filme mit unterschiedlichen Szenen zu drehen, um sie per Kapitelwahl auszuwählen oder Bücher mit ständigen Querverweisen zur Spaltung der Geschichte zu schreiben, finde ich ein wenig sperriger als ein digitales und durch AI gesteuertes Script in einem Computerspiel. Aber ein Computerspiel nutzt die Geschichte nur als Rahmenhandlung für seine Spielemechanik, auch in Bioshock oder Deus Ex. Denn es gibt schon einen vorgefertigen Anfang und ein vorgefertigtes Ende, wie im Kino. Nur der Weg dazwischen, der wird mit unterschiedlichen Auswahlmöglichkeiten und Handlungen gefüllt. In BioShock war es nicht möglich, die Geschichte der Mädchen selbst zu schreiben. Es war so nicht im Spieldesign vorgesehen. Die Geschichte des Schicksales war von den Designern vorgegeben und durfte - der "Freiheit" des Designs sei Dank - vom Spieler gelenkt werden. Das vorgefertige Ende, der Abspann, wurde nur in zwei Teile geteilt. Vorgefertigt war das ganze aber immer noch, und daran konnte dieses "mausgesteuerte Leitmedium" nichts daran ändern. Eine aussergewöhnliche Erweiterung der vorhandenen und etablierten Medien brachte es nicht gerade hervor. Es war meiner Meinung nach nur eine dynamischere Erzählung des (festgelegten) Stoffes.
Die Grenzen eines festgelegten Stoffes besitzen auch Filme, Bücher und Theatervorführungen. Doch es ist nicht die Funktion des Filmes, den Spieler interaktiv zu lenken. Genausowenig ist es die Funktion des Buches, den Spieler mit rumgefuchtele zu unterhalten. Und in einer Theatervorstellung geht man nicht, um Sport auszuüben
Deshalb ja auch meine bitte, es genauer zu definieren. Ansonsten redet man sehr schnell aneinander vorbei.Der Wikipedia Definition nach können aber mehrere Medien ein Leitmedium sein.
Beides waren Kinofilme, die Geld in die Kasse spülen sollten. Dementsprechend waren beide kommerziell sehr erfolgreich, dies habe ich auch nicht bestritten. Nur kam der Exorzist ein paar Jahre früher raus und setzte dementsprechend Maßstäbe für das Genre. Künstlerische wie auch kommerzielle. Diese Meinung wird von den meisten Kritikern auch so geteilt. Dies wertet die schweigenden Lämmer nicht ab, verweist sie aber mindestens auf den 2. Platz in der "Horror-Wichtigkeitstabelle"Inwiefern ist "Der Exorzist" weniger Kommerz als "Das Schweigen der Lämmer"?
Die 80er sind bekannt für ihre "Experimente" im filmischen BereichKritik und Rufe nach Zensur wurde bei Filmen (...) laut, die alle in den 80ern erschienen.
Ich sehe keine argumentative Größe, die "Gefahr" von (damaliger) harter Musik, brutalen Zombiefilmen oder menschentötenden Militärsimulationen irgendwie hervorzuheben. Da ist nichts, wofür wir uns verstecken müssten. Nicht im Jahre 2010/2011. Nicht mehr.
Aufklärung ist gut und toll, aber das Computerspiel alleine wird uns nicht dahingehend bringen. Es war, ist und bleibt ein Zeitvertreib. Die Geschichtenerzählung dahinter ist nur der Rahmen für die Aktion, aber nicht die Funktion des Werkes. Du spielst nicht ein Strategiespiel, um dich tiefgründiger mit der Materie des zweiten Weltkrieges zu beschäftigen, sondern um zu gewinnen. Dasselbe gilt für Adventures, Shooter oder Tanzspiele.
Kritik gab es schon zu Rock'n'Roll Zeiten. Den Zensus einzuschalten, war aber stets mit Auflagen gebunden, da wir AFAIK laut Grundgesetz keine Zensur ausüben dürfen. Und so galt der gesellschaftliche Konsenz als Maßstab, anhand man ungewollte Szenen oder Handlungen erkannte und sie entfernte. Exakt das selbe Schicksal ereilt ja unsere heutigen Titeln, nur eben in einem moderneren und aufgeklärteren Umfeld.
Wenn Du eher den Kommerz, die Lieblingsstelle oder die Anzahl von Schockmomenten als Maßstab nehmen möchtest, so sei es Dir gestattet. Ich orientiere mich da lieber an den neu gesetzten Maßstäben der Industrie. Und da waren Nosferatu als Vampirfilm und der Exorzist als schockierender Film für mich ausschlaggebender. Übrigens ... dicht gefolgt von Shining. Aber Geschmack ist eben unterschiedlichIm Feuliton spricht wohl niemandem den Grusel eines Max Schreck ab, aber der Film erschien in den 20er Jahren. Dazwischen liegen zwei Weltkriege, der Farbfilm und jede menge Tote.
Ich habe gerade sehr große Fragezeichen über meinem Kopf.Das sich der Horrorfilm etablieren konnte, haben wir doch eher der böhsen Kommerzscheiße (..) zu verdanken.
Könntest Du dies mir bitte genauer erklären? Ein Film, der kommerziell erfolgreich ist, also Geld in die Produktionskasse spült, soll der Grund für die Etablierung sein? Natürlich! Was denn sonst? Wenn der Film nicht erfolgreich ist, wenn er also von den Menschen nicht mit Eintrittskartenkäufen belohnt wird, dann war das Angebot anscheinend nicht interessant genug. Es mag künstlerisch besonders wertvoll sein und bei den Kritikern auf Lob stoßen, aber es ist schlicht und einfach nicht lukrativ und kann sich somit keinen Platz im breiterem Bekanntenkreis verschaffen. Es ist nicht etabliert bei den Zuschauern.
Habe ich da was missverstanden? Sehe ich da etwas falsch?
Ein Mainstream Produkt ist ein Produkt, welches auf den Massenmarkt abgestimmt ist. Aber irgendwo gab es immer einen Anfang. Und exakt dieser Initiator ist das berühmte kommerzielle goldene Kalb. Im Spielesektor besonders leicht erkennbar. Das magische Stichwort lautet "World of Warcraft" oder "Modern Warfare"Was sonst könnte das, wenn nicht ein Mainstream Produkt.
Da mögen die anderen Spiele besonders toll sein, tiefere Geschichten erzählen oder sexy sein ... doch der Mainstream möchte eben diesen Level beibehalten und sich nicht umgewöhnen.
Um sich mit etwas Neuem zu etablieren, sind gewaltige Anstrengungen und umfangreiche Forschungen nötig. Aber manchmal gelingt dies auch mit einem extrem bescheidenen Budget, wie es "The Blair Witch Project" bewies. Das die Wackelkamera dann allerdings in nahezu jede andere filmische Produktion benutzt wurde, selbst wenn es um Krankenhausserien ging, zeigt die Dominanz dieses Stiles. Es wurde damit zum Mainstream. Im Musikbereich gab es ebenso gewisse Stile, die prägend waren. Sie waren auch kommerziell erfolgreich. Und daran orientierte sich die Konkurrenz, welche die Bedürfnisse mit (immer ähnlich klingenden) Stücken füllte. Der Mainstream im Musikbereich ward damit geboren.
Entschuldige bitte, aber an welchen Aussagen kannst Du das negative am Kommerz herauslesen? Das klingt für mich eher nach einem Strohmann-ArgumentWarum wird Kommerz erwähnt, als sei das was schlechtes? Ist es das Profitding, von dem ihr nichts habt?
Und im Mittelalter wurden Hände abgehackt! Hurra!Heutzutage erscheinen die MEISTEN Horrorfilme WEITGEHEND ungeschnitten. Das war gerade mitte der 80er und in den 90ern anders mit wahren Massakern im Schneideraum.
Du solltest lieber den heutigen ethischen Maßstab in Angriff nehmen. Du benötigst wahrlich keine Vergleiche mit der Vergangenheit, denn sie sind in dieser Diskussion irrelevant. Es gab mal ein Damals, da waren nur lange Röcke erlaubt. Heute geht man teilw. schon in Bikinis einkaufen. Die Veränderung hat längst stattgefunden. Es gilt nun, diese Veränderung auch in der Gesellschaft - von Alt bis Uralt - zu verankern
Und ab hier kann ich Dir schon nicht mehr folgen. War es eine Kritik? Wolltest Du auf etwas aufmerksam machen?Es gibt über 4 Fassungen von "From Dust til Dawn" (..)
Ich fasse zusammen:
1. Spiele sind Spiele, und unterscheiden sich maßgebend von der geschichtenerzählenden Funktion eines Filmes oder Buches. In erster Linie durch ihre Interaktivität, die jedoch an das selbe lineare Element gekoppelt ist, die auch andere (Leit)Medien besitzen.
2. Die Metaphysik ist zur Bestimmung eines Leitmediums nicht das ausschlaggebende Element. Die ist in allen Medien präsent, ob man nun ein Buch liest oder ausserirdische Invasoren vom Screen fegt.
3. Der Maßstab zur "Zerschnippelung" von Medieninhalten hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Dem Zeitgeist und der Aufklärung entsprechend. In unserer liberaleren, pluralistischen, aufgeklärteren und global vernetzten Welt besitzen wir einen anderen Maßstab als unsere erzkatholischen, im Dorf aufgewachsenen Urgroßeltern, die ihre moralisch vorgefilterten Informationen entweder vom Pfarrer oder vom Nachbarn auf dem Marktplatz bekamen.
4. Kommerz und Mainstream sollte man unterscheiden. Doch sie bauen aufeinander auf.
5. Hat irgendwas mit Wacken, Saw und Canibal Corpse zu tun. Ist mir aber noch ein wenig zu wirr
Du hast Beispiele wie die Benutzung von Chiptunes, die Demoszene und die Erschließung neuer Kunden angegeben. Sie dienen sicherlich zur Festigung unserer Kultur in der Gesellschaft, daran habe ich absolut keinen Zweifel. Nur sind sie noch lange nicht als Argument für die These von Herrn F. nutzbar. Laut seiner These sind Spiele in Zukunft die Leitmedien vor Film und TV. Dann erwähnte er die Beeinflussung der Filme durch die Spiele. Schon hier kann ich damit kein Hinweis an eine zukünftige Leitkultur erkennen, denn Rock'n'Roll, Punk oder Techno waren ebenfalls Jugendkulturen mit Einfluss auf das die Medienlandschaft, sind aber nicht dominant gewesen. Um den Film oder das Buch zu ersetzen und somit zum Leitmedium in diesem Bereich zu werden, bedarf es mehr als neue Special Effects oder frischen Beats.
Wir werden noch viele Filmumsetzungen erleben. Auch Verstrickungen wie bei Matrix oder TRON werden sicherlich zunehmen ... wenn der Markt es so will. Und wir werden auch viele Filme sehen, die Elemente von Computerspiele nutzen. Scott Pilgrim, Gamer, TRON o.ä. sind nur Beispiele. Stilmittel aus dem Spielebereich inklusive. Aber ob all dies tatsächlich zum Leitmedium reicht?
Meine wenigen Kritikpunkte, in dem ansonsten guten Artikel, sind:
Hier beschränkt er sich auf die fehlende Interaktivität bei diesen Medien. Doch das Medium Film hat keine Interaktivität nötig. Ihre Funktion ist der reine Transport einer Geschichte, nicht das Erreichen des Zieles, welches der Autor im Buch oder der Regisseur im Film bestimmt hat. Interaktive Filme sind gefloppt. Nicht ohne Grund! Der Zuschauer (Zu-Schauer!) will nicht per Kinekt rumhampeln, sondern eine Geschichte passiv erleben. Bond bei seinem Auftrag beobachten. Van Helsing über die Schulter schauen, wie er die Frau flachlegt ... und pfählt. Hätte er dies nicht gewollt, hätte er schon viel früher die Weichen gestellt.Und so gesehen erleben wir eben heute nicht nur eine Krise des Kinos, sondern auch ein Krise der audiovisuellen Leitmedien Film und Fernsehen.
Ob der Film nun vom Daumenkino oder vom trigonomisch-gepoltem Laserstrahl kommt und mit einer polarisierten 3D-Brille betrachtet wird ... die Funktion des Filmes bleibt stets die selbe, nur die Technik wird verfeinert. Unsere Kommunikationsform wird von der künstlerischen Fähigkeit des Regisseurs und der Tricktechnik bestimmt. Ob ein Film von Spielberg oder Cameron kommt, können Kenner anhand der Szenenwahl erkennen, egal ob der Film schwach aufgelöst oder in HD gezeigt wird. Diese Art der Kommunikation wird definitiv unverändert bleiben. Und dass das Kino über Nacht zur interaktiven Schaltzentrale wird, kann ich mir nun beileibe nicht vorstellen. Somit bleibt nur die Möglichkeit offen, den zu erzählenden Stoff mit Elementen der Pop- oder sonstigen Jugendkultur zu bereichern, um sie damit "ansprechender" zu gestalten. Interaktiver geht es nicht, denn dann müssen schon Spiele dafür herhalten. Und die laufen in diesem medialem Wettbewerb dann gesondertMit der Durchsetzung digitaler Technik und Kultur rücken neue audiovisuelle Erzählformen ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit, weil sie unseren neuen Weisen zu arbeiten und zu kommunizieren näher sind.
Dasselbe gilt für Computerspiele im gleichem Maße. Das erste Doom kam mit einem Start und Select Knopf aus. Heutige 3D-Spiele bedienen sich am der cineasten Erzählung, inklusive Intro, (gerenderten) Zwischensequenzen und filmischem Abspann. Und dennoch existieren auch "klassische" Filme ohne "technischen Schnickschnack", genauso wie es auch das Retro-Spiel mit dem altbekannten Start und Select Knöpfen gibt. Man entwickelt den Titel, wie er der jeweiligen Zielgruppe angemessen erscheint (siehe "Mainstream"). Im Film, wie auch im Spielebereich.Denken Sie an die zahlreichen Experimente, im linearen Kinofilm nonlineares Erzählen zu simulieren (...)
Ansonsten finde ich seine Feststellungen an sich schon sehr gut. Sie beschreiben das heutige Geschehen. Doch als Indiz für ein künftiges Leitmedium kann ich die erwähnten Punkte nicht nehmen. Dazu sind sie meiner Meinung nach am Kern vorbei gedacht.
Ich bin der Meinung, Spiele werden (hoffentlich bald!) als eigenständige Kunstform etabliert. Wenn nötig, durch Mainstream-Casual-Wii-Gehüpfe und Kinekt-Fuchtelei
Spiele werden uns immer klarer in der Öffentlichkeit präsentiert. Und hier schließt sich der Kreis. Denn ich stimme Dir zu ... solche Spiele fördern den gesellschaftlichen Umgang mit diesem Medium. Nur teile ich nicht die Auffassung, dass sie ein Leitmedium werden können. Ein zusätzliches Medium? Vielleicht. Wohl aber ein wichtiges und nicht mehr wegzudenkendes Unterhaltungsmedium, welches mit ihrer Interaktivität sich von den etablierteren Medien absetzt und damit eine andere Schicht anspricht. Nämlich die, welche sich auf diese Interaktivität einlassen wollen. Die ihre Zeit zur "Lösung des Schalterrätsels" oder zur "Austüftelung der besten Strategie" nutzen wollen. Als polygonale Form des Brettspieles.
Doch das non-interaktive Medium, den Film oder das Kino, wird das Computerspiel nicht ablösen können. Das Ziel des Spieles ist ein anderes als im Film, trotz der vielen Anleihen zwischen diesen beiden Welten.
