Allgemein: "Games sind die Leitmedien der Zukunft"
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Allgemein: "Games sind die Leitmedien der Zukunft"
In einem Interview mit der Allgemein: "Games sind die Leitmedien der Zukunft"
- gunblade91
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...
gut das das mal einer erkennt. da nimand dvon gesprochen hat das der film verschwinden soll, sondern viel mehr das sich das spiel und der film gegeseitig ersetzen können. daher unterstütze ich seine meinung.
- crewmate
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Das Medium Videospiele ist gerade mal 20 Jahre alt und noch in der Entwicklung. Es ist noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wir befinden uns gerade quasi in einer ähnlichen Phase wie die Filmkust in Zeiten der Stummfilme. Berichte über Videospiele in bürgerlichen Zeitschriften sind immer noch eine Randerscheinungen. Mir fällt da nur der Spiegelbericht zu Bioshock und der WAZ Beitrag zu Heavy Rain ein.
Um sich weiter zu entwickeln müssen bessere Spiele erscheinen und es muss ein Publikum geben, das bessere Spiele will.
Erinnere mich gerade an Jörgs Miramax Kommentar
http://www.4players.de/4players.php/kom ... index.html
Um sich weiter zu entwickeln müssen bessere Spiele erscheinen und es muss ein Publikum geben, das bessere Spiele will.
Erinnere mich gerade an Jörgs Miramax Kommentar
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- nellson
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Herr Freyermuth lehnt sich da meiner Meinung nach zu weit aus dem Fenster, wenn er Videospielen den Status Leitmedium zuspricht, den real sind wir weit, weit davon entfernt. Auch die Beeinflussung von Videospielen auf Filme sehe ich keinesfalls so stark wie er. Das scheint mir alles sehr bemüht herbeigeholt. Die Beispiele die er nennt sind nach wie vor Ausnahmen und die Regel ist immer noch das klassische, nachvollziehbare Dreiakt Modell, das jeder nachvollziehen kann und muss. Sonst würden Filme zu komplex um sie der breiten Masse zu verkaufen.
Experimente mit erzählerischen Ebenen und Zeitsprüngen gab es übrigens weit vor Memento und Lola. Man erinnere sich an Kurosawa, oder Godard in den 50ern und 60ern.
Ich halte nichts von seiner These...
Damit Spiele als Leitmedium begriffen werden können, müssen sie einen unglaublichen Spagat zwischen Anspruch und Bedienbarkeit schaffen und darüber hinaus inhaltlich so gehaltvoll und gleichzeitig massenkompatibel wie nur möglich sein. Davon sind Videospiele im Jahre 2010 und sicher auch in den nächsten 20 Jahren, wie gesagt, weit, weit entfernt.
Experimente mit erzählerischen Ebenen und Zeitsprüngen gab es übrigens weit vor Memento und Lola. Man erinnere sich an Kurosawa, oder Godard in den 50ern und 60ern.
Ich halte nichts von seiner These...
Damit Spiele als Leitmedium begriffen werden können, müssen sie einen unglaublichen Spagat zwischen Anspruch und Bedienbarkeit schaffen und darüber hinaus inhaltlich so gehaltvoll und gleichzeitig massenkompatibel wie nur möglich sein. Davon sind Videospiele im Jahre 2010 und sicher auch in den nächsten 20 Jahren, wie gesagt, weit, weit entfernt.
Zuletzt geändert von nellson am 26.12.2010 15:52, insgesamt 2-mal geändert.
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Bobipuegi
- Beiträge: 124
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nellson hat geschrieben:Herr Freyermuth lehnt sich da meiner Meinung nach zu weit aus dem Fenster, wenn er Videospielen den Status Leitmediumzuspricht, den real sind wir weit, weit davon entfernt. Auch die Beeinflussung von Videospielen auf Filme sehe ich keinesfalls so stark wie er. Das sscheint mir alles sehr zwanghaft herbeigeholt. Die Beispiele die er nennt sind nach wie vor Ausnahmen und die Regel ist immer noch das klassische, nachvollziehbare Dreiakt Modell, die jeder nachvollziehen kann und muss. Sonst würden Filme zu komplex um sie der breiten Masse zu verkaufen.
Experimente mit erzählerischen Ebenen und Zeitsprüngen gab es übrigens weit vor Memento und Lola. Man erinnere sich an Kurosawa, oder Godard in den 50ern und 60ern.
Ich halte nichts von seiner These...
Damit Spiele als Leitmedium begriffen werden können müssen sie einen unglaublichen Spagat zwischen Anspruch und Bedienbarkeit schaffen und darüber hinaus inhaltlich so gehaltvoll und massenkompatibel wie nur möglich sein. Davon sind Videospiele im Jahre 2010, wie gesagt, weit, weit entfernt.
Meiner Meinung nach befinden wir uns sogar in einer der These entgegengesetzten Entwicklung:
Spiele imitieren seit Jahren die Filme anstatt sich als eigenständiges Medium zu entwickeln. Wenn man will könnte man hier Heavy Rain als Beispiel benennen. Aber ein besseres beispiel sind Videospiele wie Metal Gear Solid(sehr extremes Beispiel) oder das jüngste Final Fantasy, die ihre ganze Erzählung beinahe völlig von der Spielmechanik trennen und in Videos verpacken um die etablierten filmischen Methoden zu nutzen.
Oder die Erfindung der Quicktime-Events, welche nur dazu dienen,die Spieler ja nicht die Bemühungen der Designer(ein möglichst filmhaftes Epos zu erschaffen) zerstören zu lassen.
Dass sich Filme an Videospielen orientieren kann erst recht nicht behaupten..
Mir fällt gerade rein gar kein Film ein, auf den das zutreffen würde(Spielverfilmungen mal aussenorgelassen).
Die genannten Beispiele (Lola rennt...
Abgesehen davon lassen sich mit Spielen schlichtweg zu wenig unterschieldiche Geschichten erzählen.
Das liegt einerseits daran, dass in einem Spiel (im Gegensatz zu allen anderen Medien) die meiste Zeit "was los" sein muss, damit der Spieler was zu tun hat.Sprcih Dramen lassen sich besser mit Büchern oder Filmen darstellen.
Ein anderer Grund (und eig. der wichtigste) ist das Publikum.
Solange der großteil der Spieler "Filme zum selberspielen" haben möchte bleiben Versuche die Möglichkeiten des Mediums auszukundschaften selten(Flowers) oder unbeachtet (The Path).
Meine These:
Film bleibt Leitmedium, Spiele werden weiterhin zwischen "Jungenfantasie"(CoD,GoW) und "Familienunterhaltung" hängenbleiben.
- nellson
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Je mehr ich drüber nachdenke, um so mehr muss ich dir Recht geben.Bobipuegi hat geschrieben: Spiele imitieren seit Jahren die Filme anstatt sich als eigenständiges Medium zu entwickeln. Wenn man will könnte man hier Heavy Rain als Beispiel benennen. Aber ein besseres beispiel sind Videospiele wie Metal Gear Solid(sehr extremes Beispiel) oder das jüngste Final Fantasy, die ihre ganze Erzählung beinahe völlig von der Spielmechanik trennen und in Videos verpacken um die etablierten filmischen Methoden zu nutzen.
Oder die Erfindung der Quicktime-Events, welche nur dazu dienen,die Spieler ja nicht die Bemühungen der Designer(ein möglichst filmhaftes Epos zu erschaffen) zerstören zu lassen.
Ausnahmen sind natürlich die großen Sandbox Spiele, die aber immer noch eine, eher untergeordnete Rolle spielen (was das Spielprinzip angeht).
Aber gerade die Quicktime Events, widersprechen dem Spielgefühl "Ich steuere das Spiel, ich bestimme was geschieht". Somit hast du schon recht, das sich Spiele viel zu oft filmischen Prinzipien annähern.
Der Trend geht doch generell eher in die Casual Richtung, oder in grafisch aufgebauschte, eher lineare Spielwelten (Ausnahmen bestätigen die Regel...).
Generell klärenswert ist der Begriff "Linear". Da schweigt sich der Herr Freyermuth ein bisschen drüber aus. Meint er die Zeitebenen, oder den Handlungsverlauf? Oder vermischt er beides?
Im Grunde sind nahezu alle, mir bekannten Spiele linear aufgebaut, was die Zeitebene angeht. Was die Handlungsfreiheit angeht, das ist eine ganz andere Sache.
Wenn er also von linear spricht und als filmisches Beispiel Lola und Memento angibt, dann muss er wohl die Zeitebene meinen, die non-linear verläuft. Welche Spiele haben also dann im großen Maße Film beeinflusst?
Je mehr ich drüber nachdenke und je mehr ich Bobipuegis Zusatz durchlese, komme ich zu dem Schluß, das der Herr Freyermuth ganz großen Blödsinn erzählt.
- crewmate
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Jaja, Pong erschien schon 1972 und Atari 2600 erschien um 1980. Ich habe hier einfach einen Mittelwert genommen, keinen Grund Erbsenzählerei zu machen. Genauso wenig wie sich die Waffe gegen den Kopf zu halten und den Abzug zu drücken, wie ihr das gerne tut.nellson hat geschrieben:20 Jahre? nee, nicht wirklich, oder?Crewmate hat geschrieben:Das Medium Videospiele ist gerade mal 20 Jahre alt und noch in der Entwicklung.
Leg nochmal 30 drauf, dann kommts etwa hin.
Freyermuth hat das Medium lobend hervorgehoben und alles was euch einfällt ist mehr rumzukacne, als hättet ihr Brechdurchfall vom Weihnachtsbraten. :wink:
Wie ich schon geschrieben hatte, das Medium ist jung und mitten in der Entwicklung. Die Entwicklung ist vielseitiger, als ihr sie darstellt. Von eben sehr Kinoartigen Erfahrungen wie Heavy Rain und Silent Hill: Shattered Memories über retro wie Mega Man10, Sin&Punishment2, DKCR und Contra4 bis hin zu kreativen Werken wie Killer7, Flower, The Graveyard oder Braid.
Auf der anderen Seite werden andere Medien durch Spiele beeinflusst.
Namentloch die Filme Crank (Aussage vom Produzenten) und Gamer sowie die Spieleverfilmungen. Es gibt Bands die mit Atarisoundchips Musik machen (Crystal Castles). Die Demoszene darf wohl als eigene Kunstform bezeichnet werden.
Es ist eine Frage von Vielfalt, Differenzierung und Definition.
Ihr macht es zu einer Frage von Verhältnis, Verblendung und Pessimismus.
4players hat nur einen kurzen Ausschnitt des Artikels der berliner Zeitung gedruckt, den ihr zerfetzt, als sei es politischer Aschermittwoch statt des zweiten Weihnachtsfeiertags.
Das Medium hat mehr zu bieten, als ihr es darstellt und Freyermuth komplette Aussage wurde hier gar nicht abgedruckt. Hier hat jemand mit Namen (Die Internationale filmschule köln ist immerhin kein Puff in Wanne-Eickel) eine Lanze gebrochen, nachdem das Medium jahrelang von Politikern und anderen Profilierungssüchtigen penetriert wurde. Kommt mal wieder auf den Teppich.
- nellson
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Sorry Crewmate. Eine Falschaussage bleibt aber eine Falschaussage, wenn du 30 Jahre einfach unter den Teppich kehrst. Ich mein, das hat nix mit Erbsenzählerei zu tun. Erbsenzählerei wäre wohl, wenn ich dich drauf hingewiesen hätte das es Videospiele seit genau 52 Jahren , soundsoviel Monaten und soundsoviel Tagen gibt.Crewmate hat geschrieben:Jaja, Pong erschien schon 1972 und Atari 2600 erschien um 1980. Ich habe hier einfach einen Mittelwert genommen, keinen Grund Erbsenzählerei zu machen.
In anbetracht der spielmechanisch eher schleppenden Entwicklung sind +30 Jahre ein bemerkenswerter Faktor, den man gerade in diesem Kontext nich unterschlagen sollte.
Aber das ist hier erstmal gar nicht so wichtig...
Ich tu was gerne? Ich hab hier noch nichtmal 20 Posts, bin ziemlich neu hier und versuche sachlich und nüchtern zu agumentieren, also was redest du denn da? Erklär mal!Crewmate hat geschrieben: Genauso wenig wie sich die Waffe gegen den Kopf zu halten und den Abzug zu drücken, wie ihr das gerne tut.
Deinen Sarkasmus in allen Ehren, aber wirklich nachvollziehen konntest du nicht was Bobipuegi und ich geschrieben haben, oder?Crewmate hat geschrieben: Freyermuth hat das Medium lobend hervorgehoben und alles was euch einfällt ist mehr rumzukacne, als hättet ihr Brechdurchfall vom Weihnachtsbraten. :wink:
Rumgekackt hat wohl keiner von uns beiden. Wir haben seiner These widersprochen, die nun mal offensichtlich auf tönernen Füssen steht.
Dazu ist das Forum da.
Sicher ist die Entwicklung vielschichtig, aber anscheinend ist dir die Essenz der Diskussion nicht ganz klar. Wieviel Spiele gibt es die non-linear zeitlich ablaufen und somit die angesprochenen Filme beeinflusst haben? Freyermuths These ist: Videospiele sind non-linear und beeinflussen in zunehmendem Maße Film. Eine weitere These ist, das Spiele in Zukunft Leitmedium sind.Crewmate hat geschrieben: Wie ich schon geschrieben hatte, das Medium ist jung und mitten in der Entwicklung. Die Entwicklung ist vielseitiger, als ihr sie darstellt. Von eben sehr Kinoartigen Erfahrungen wie Heavy Rain über retro wie Mega Man10, Sin&Punishment2, DKCR und Contra4 bis hin zu kreativen Werken wie Killer7, Flower oder Braid.
Ich meine das ist Quatsch, denn die Mehrheit, wenn nicht alle Spiele sind zeitlich linear aufgebaut. Auch die, die du eben genannt hast.
Ausführungen warum Spiele kein Leitmedium in naher Zukunft sein können, habe ich bereits genannt.
Sorry, aber du scheinst nicht zu verstehen worum es Bobipuegi und mir geht...Crewmate hat geschrieben: Es ist eine Frage von Vielfalt, Differenzierung und Definition.
Ihr macht es zu einer Frage von Verhältnis, Verblendung und Pessimismus.
Alter, es ist sogar ein Link zum Interview in den News und darauf stütze ich mich. Nur darauf.Crewmate hat geschrieben: 4players hat nur einen kurzen Ausschnitt des Artikels der berliner Zeitung gedruckt, den ihr zerfetzt, als sei es politischer Aschermittwoch statt des zweiten Weihnachtsfeiertags.
Unterstelle mir nicht Sachen, von denen du nichts wissen kannst.
Es ist mein gutes Recht diesen Artikel in der BZ (bzw. dieses Interview zu zerfetzen, denn wenn du mal drüber nachdenkst, kommst auch du zu dem Entschluss, das Freyermuth einfach nur Quatsch erzählt). Seine These ist nicht haltbar. Das ist superleicht widerlegbar. Das ist der Punkt.
Ich werde den Eindruck nicht los, das du nicht wirklich verstanden hast, worum es mir und Bobipuegi geht. Eine sachliche Diskussion findet statt, es wird eine These mit Argumenten widerlegt und du redest komplett an der Diskussion vorbei und unterstellst uns Unsachlichkeit.Crewmate hat geschrieben: Das Medium hat mehr zu bieten, als ihr es darstellt und Freyermuth komplette Aussage wurde hier gar nicht abgedruckt. Hier hat jemand mit Namen (Die Internationale filmschule köln ist immerhin kein Puff in Wanne-Eickel) eine Lanze gebrochen, nachdem das Medium jahrelang von Politikern und anderen Profilierungssüchtigen penetriert wurde. Kommt mal wieder auf den Teppich.
Wasnlos?
Hier gehts nicht darum das Medium schlecht zu reden. Hallo!!!
Der Kern der Diskussion besteht daraus, das Herr Freyermuth an Hand von nicht haltbaren Thesen eine Zukunftsvision entwirft, die so nicht stattfinden kann, weil das Medium Videospiel noch lange nicht soweit ist, und noch lange nicht so sein wird, wie er erhofft oder wünscht.
In über 50 Jahren Videospielgeschichte (und jetzt kommen wir wieder zum Anfang, merkste?) hat sich das Medium Videospiel hauptsächlich grafisch verändert. Gesamtheitlich gesehen sind entscheidende Spielmechanische Veränderungen erst in den letzten 15 - 20 Jahren von statten gegangen. Das ist eine zu schleichende Entwicklung, um diesem Medium einen zukünftigen (würde man die Entwicklung theoretisch an diesem Maßstab messen) Leitkulturstellenwert zuzusprechen meine ich. Um Videospiele diesen Stellenwert zuzusprechen müssen Sie von einer breiten Mehrheit anerkannt, begreifbar und spielbar sein. Das wird auf lange Sicht nicht der Fall sein. Nicht vom Stand der aktuellen Entwicklung aus gesehen und auch nicht mit Blick auf die historische Entwicklung.
Hier will überhaupt niemand Pessimismus verbreiten, hier will auch niemand irgendwelche Spiele schlecht reden. Ehrlich nicht.
Lies doch bitte noch mal was ich und Bobipuegi geschrieben habe.
Is ja schön wenn der Herr Freyermuth Lanzen bricht, aber es ist und bleibt Quatsch was er da ablässt, wenn man Spielmechaniken, Ansprüche, Entwicklungen und Möglichkeiten vergleicht und abwägt.
Danke fürs aufmerksame lesen... :wink:
Zuletzt geändert von nellson am 26.12.2010 17:45, insgesamt 5-mal geändert.
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Bobipuegi
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Nun, die Aussage ist (zumidnest in der Form, in der sie hier zu lesen ist) schlichtweg falsch. Und dass eine falsche Aussage gelobt wird, nur weil sie zu den seltenen positiven Kommentaren über Spiele gehört ist eig. nur ein weiteres Zeichen dafrü, wie weit Spiele von "Leitkultur" entfernt sind.Crewmate hat geschrieben:Jaja, Pong erschien schon 1972 und Atari 2600 erschien um 1980. Ich habe hier einfach einen Mittelwert genommen, keinen Grund Erbsenzählerei zu machen. Genauso wenig wie sich die Waffe gegen den Kopf zu halten und den Abzug zu drücken, wie ihr das gerne tut.nellson hat geschrieben:20 Jahre? nee, nicht wirklich, oder?Crewmate hat geschrieben:Das Medium Videospiele ist gerade mal 20 Jahre alt und noch in der Entwicklung.
Leg nochmal 30 drauf, dann kommts etwa hin.
Freyermuth hat das Medium lobend hervorgehoben und alles was euch einfällt ist mehr rumzukacne, als hättet ihr Brechdurchfall vom Weihnachtsbraten. :wink:
Wie ich schon geschrieben hatte, das Medium ist jung und mitten in der Entwicklung. Die Entwicklung ist vielseitiger, als ihr sie darstellt. Von eben sehr Kinoartigen Erfahrungen wie Heavy Rain und Silent Hill: Shattered Memories über retro wie Mega Man10, Sin&Punishment2, DKCR und Contra4 bis hin zu kreativen Werken wie Killer7, Flower, The Graveyard oder Braid.
Auf der anderen Seite werden andere Medien durch Spiele beeinflusst.
Namentloch die Filme Crank (Aussage vom Produzenten) und Gamer sowie die Spieleverfilmungen. Es gibt Bands die mit Atarisoundchips Musik machen (Crystal Castles). Die Demoszene darf wohl als eigene Kunstform bezeichnet werden.
Es ist eine Frage von Vielfalt, Differenzierung und Definition.
Ihr macht es zu einer Frage von Verhältnis, Verblendung und Pessimismus.
4players hat nur einen kurzen Ausschnitt des Artikels der berliner Zeitung gedruckt, den ihr zerfetzt, als sei es politischer Aschermittwoch statt des zweiten Weihnachtsfeiertags.
Das Medium hat mehr zu bieten, als ihr es darstellt und Freyermuth komplette Aussage wurde hier gar nicht abgedruckt. Hier hat jemand mit Namen (Die Internationale filmschule köln ist immerhin kein Puff in Wanne-Eickel) eine Lanze gebrochen, nachdem das Medium jahrelang von Politikern und anderen Profilierungssüchtigen penetriert wurde. Kommt mal wieder auf den Teppich.
(nochmal:mein Kommenatr bezieht sich auf die Aussage, wie sie hier auf 4players dargestellt wird).
Und ich stimme dir zu, dass es viele tolle Beispiele für Spielekultur gibt.
Nur haben Videospielemeienr Einschätzung nach einfach nicht das Zeug zur "Leitkultur", da es einmal erwähnte enge Grenzen gibt, die die narrativen Möglichkeiten stark einschränken.Zudem fehlt eig. auch immer noch eine ernstzunehmende Präsenz in der "mainstrem"-kultur, gerade was die eher Interesanteren Projekte angeht.
Spielekultur ist hauptsächlich Internetkultur.
- nellson
- Beiträge: 12
- Registriert: 21.05.2010 02:15
- Persönliche Nachricht:
Ob man nun die Zusammenfassung oder das Interview in der BZ als Grundlage nimmt, macht kaum einen Unterschied.Bobipuegi hat geschrieben: (nochmal:mein Kommenatr bezieht sich auf die Aussage, wie sie hier auf 4players dargestellt wird).
Im Interview in der BZ antwortet der Herr Freyermuth so beliebig und schwammig, das man Ihn als Medienexperten kaum ernstnehmen kann.
Konkrete Aussagen, wenn es sie gibt, werden kaum belegt. Am liebsten hält er die Antworten allgemein und darüber hinaus neigt er zum dramatisieren.
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[Shadow_Man]
- Beiträge: 2218
- Registriert: 11.12.2009 03:17
- Persönliche Nachricht:
Das finde ich die schlimmste Entwicklung in der Spielebranche in den letzten Jahren. Viele Spiele sind heute in der Form keine Computerspiele mehr, sondern immer mehr interaktive Filme. Eigentlich besteht das Spielprinzip fast nur noch daraus von Filmsequenz zu Filmsequenz zu laufen und die eigentliche Interaktion und Selbstbestimmung, die ein Spiel ja ausmacht, rückt immer mehr in den Hintergrund. Ist diese Entwicklung wirklich gut? Schließlich will man ja ein Spiel SPIELEN und kein Spiel schauen. Daher würde es mich freuen, wenn sie sich bei Computerspielen wieder davon trennen und ihren eigenen Weg gehen. Wieder mehr das Gameplay und das eigentliche Spielerlebnis im Vordergrund stehen und nicht irgendwelche teuren Filmsequenzen.Bobipuegi hat geschrieben:nellson hat geschrieben:Herr Freyermuth lehnt sich da meiner Meinung nach zu weit aus dem Fenster, wenn er Videospielen den Status Leitmediumzuspricht, den real sind wir weit, weit davon entfernt. Auch die Beeinflussung von Videospielen auf Filme sehe ich keinesfalls so stark wie er. Das sscheint mir alles sehr zwanghaft herbeigeholt. Die Beispiele die er nennt sind nach wie vor Ausnahmen und die Regel ist immer noch das klassische, nachvollziehbare Dreiakt Modell, die jeder nachvollziehen kann und muss. Sonst würden Filme zu komplex um sie der breiten Masse zu verkaufen.
Experimente mit erzählerischen Ebenen und Zeitsprüngen gab es übrigens weit vor Memento und Lola. Man erinnere sich an Kurosawa, oder Godard in den 50ern und 60ern.
Ich halte nichts von seiner These...
Damit Spiele als Leitmedium begriffen werden können müssen sie einen unglaublichen Spagat zwischen Anspruch und Bedienbarkeit schaffen und darüber hinaus inhaltlich so gehaltvoll und massenkompatibel wie nur möglich sein. Davon sind Videospiele im Jahre 2010, wie gesagt, weit, weit entfernt.![]()
Meiner Meinung nach befinden wir uns sogar in einer der These entgegengesetzten Entwicklung:
Spiele imitieren seit Jahren die Filme anstatt sich als eigenständiges Medium zu entwickeln. Wenn man will könnte man hier Heavy Rain als Beispiel benennen. Aber ein besseres beispiel sind Videospiele wie Metal Gear Solid(sehr extremes Beispiel) oder das jüngste Final Fantasy, die ihre ganze Erzählung beinahe völlig von der Spielmechanik trennen und in Videos verpacken um die etablierten filmischen Methoden zu nutzen.
Oder die Erfindung der Quicktime-Events, welche nur dazu dienen,die Spieler ja nicht die Bemühungen der Designer(ein möglichst filmhaftes Epos zu erschaffen) zerstören zu lassen.
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johndoe797130
- Beiträge: 488
- Registriert: 05.12.2008 15:59
- Persönliche Nachricht:
Heißt das wir rennen in 10-20 Jahren in dicke Pelzmäntel und Anzüge gehüllt ins Kino, so wie das heute die spießigen Alten mit dem Theater machen? Na prost Mahlzeit!
Die Spielebranche baut allerdings seit Jahren in Sachen Kreativität nur noch ab. Was bei Wing Commander mal was ganz tolles war, das bißchen "Entscheiden" zwischen den Baller- und Videosequenzen, ist heutzutage scheinbar wieder das Ziel der großen Produzenten. Vom anspruchsvollen Leitmedium entfernen wir uns mit jeder Triple-A-Produktion ein Stückchen weiter.
Das wahre Leitmedium sind seit Jahrtausenden die Bücher und weil sich die Spielebranche immer häufiger auf geradlinige Produkte für Kleinkinder aus dem Sandkasten konzentriert, wird das auch noch lange so bleiben.
Die Spielebranche baut allerdings seit Jahren in Sachen Kreativität nur noch ab. Was bei Wing Commander mal was ganz tolles war, das bißchen "Entscheiden" zwischen den Baller- und Videosequenzen, ist heutzutage scheinbar wieder das Ziel der großen Produzenten. Vom anspruchsvollen Leitmedium entfernen wir uns mit jeder Triple-A-Produktion ein Stückchen weiter.
Das wahre Leitmedium sind seit Jahrtausenden die Bücher und weil sich die Spielebranche immer häufiger auf geradlinige Produkte für Kleinkinder aus dem Sandkasten konzentriert, wird das auch noch lange so bleiben.
- Shadow_Flüsterer
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Vaedian hat geschrieben:Heißt das wir rennen in 10-20 Jahren in dicke Pelzmäntel und Anzüge gehüllt ins Kino, so wie das heute die spießigen Alten mit dem Theater machen? Na prost Mahlzeit!
Die Spielebranche baut allerdings seit Jahren in Sachen Kreativität nur noch ab. Was bei Wing Commander mal was ganz tolles war, das bißchen "Entscheiden" zwischen den Baller- und Videosequenzen, ist heutzutage scheinbar wieder das Ziel der großen Produzenten. Vom anspruchsvollen Leitmedium entfernen wir uns mit jeder Triple-A-Produktion ein Stückchen weiter.
Das wahre Leitmedium sind seit Jahrtausenden die Bücher und weil sich die Spielebranche immer häufiger auf geradlinige Produkte für Kleinkinder aus dem Sandkasten konzentriert, wird das auch noch lange so bleiben.
Und genau das hat Crewmate unter anderen gemeint, immer das selbe Lied.
- crewmate
- Beiträge: 18865
- Registriert: 29.05.2007 15:16
- Persönliche Nachricht:
Gerade bei 4P gab es viele Unkennrufe nach News mit abgehackten, aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten. Meist von Firmenbossen, meist schlampig übersetzt. Das in den Fall der ganze Artikel vorliegt habe ich übersehen.nellson hat geschrieben:Ob man nun die Zusammenfassung oder das Interview in der BZ als Grundlage nimmt, macht kaum einen Unterschied.Bobipuegi hat geschrieben: (nochmal:mein Kommenatr bezieht sich auf die Aussage, wie sie hier auf 4players dargestellt wird).
Im Interview in der BZ antwortet der Herr Freyermuth so beliebig und schwammig, das man Ihn als Medienexperten kaum ernstnehmen kann.
Konkrete Aussagen, wenn es sie gibt, werden kaum belegt. Am liebsten hält er die Antworten allgemein und darüber hinaus neigt er zum dramatisieren.
Bleibt weiter die Frage, was wir unter Leitmedium verstehen. Durch die Casualgames werden große Massen an Videospiele herangeführt. Nicht das die dann direkt zu Bioshock wechseln, aber es ist ein erster Kontakt. Beim Metal (Hotten Totten Musik) war das das Schwarze Album von Metallica beim Horrorfilm war es Das Schweigen der Lämmer. (Moment ist WiiSportsResort dann das "Nothing else Matters" der Videospiele?Shadow_Flüsterer hat geschrieben:Und genau das hat Crewmate unter anderen gemeint, immer das selbe Lied.Vaedian hat geschrieben:Heißt das wir rennen in 10-20 Jahren in dicke Pelzmäntel und Anzüge gehüllt ins Kino, so wie das heute die spießigen Alten mit dem Theater machen?
