Der 4P-Kommentar: Call of Iran

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gh0
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Beitrag von gh0 »

Doch das ist Antikrieg. Warum? Weil die Taten im Krieg dich sonst fertigmachen würden, wenn du nicht deinen Kameraden neben dir hättest. Im Krieg gehts nur darum dich UND deinen Nebenmann heil rauszubringen. Um nichts anderes. Was danach seelisch mit den Soldaten passiert ist nicht 'Thema eines Antikriegsdramas. Man kann nach Gefechten in den Gesichtern Streß, Trauer etc hervorbringen (was in BoA auch zu genüge vorkommt), aber ein posttraumatisches Streßsyndrom einfügen? Wäre ein Einzelschicksal und nur ein kleiner Teil der Story, kaum der Rede wert, wie bei Band of Brothers. (was übrigens im Film falsch erzählt wurde. Mr. Blithe war danach noch im Korea Krieg beteiligt)
http://en.wikipedia.org/wiki/Albert_Blithe
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Wurmjunge
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Beitrag von Wurmjunge »

Wurmjunge hat geschrieben:Ich muß nochmal anmerken, daß ich nicht glaube, daß ein Antikriegsspiel mit der Darstellung von Grausamkeiten bezogen auf Einzelschicksale funtioniert. Gerade dieses Darstellungsmittel wird doch heutztage im Übermaß dazu gebraucht, das Gegenteil, also eher kriegsverherrlichende Inhalte zu vermitteln, meistens noch auf der Grundlage christlich-fundamentalistischer Glaubens- und Leidenslehre.
muß ich mich doch glatte selbst zitieren :lol:

persönliches Leid zu zeigen reicht allein nicht aus, meiner Meinung nach muß der Krieg an sich hinterfragt werden.
Zuletzt geändert von Wurmjunge am 15.10.2010 12:23, insgesamt 1-mal geändert.
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NXO-17
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Beitrag von NXO-17 »

Ein auf aktuelle Ereignisse abzielendes und hyperrealistisches Kriegsspiel ist über wie ein Stein um Schuh. Leider sieht man an der aktuellen Umfrage der Startseite, daß nicht viele Player dieser Meinung sind.
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Howdie
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Beitrag von Howdie »

Wulgaru hat geschrieben:Bei Vergewaltigungsszenen in so genannten anspruchsvollen Filmen oder zumindest welchen die eine Aussage transportieren wollen, gibt es die Zielgruppe der "runterholer" und "Aufgeiler" ebenfalls. Das ist kein Grund so etwas nicht zu versuchen.
Ich kann Penny da nur beipflichten...
Dazu müssten Spiele aber zwangsweise aus der Ecke raus, in der sie seit 30 Jahren sitzen. Spiele sind reine Unterhaltung. Das ganze Medium dient dediziert nur diesem Zweck. Filme haben sich einen anderen Status erarbeitet. Ein Film wie Antichrist oder Apocalypse Now ist nicht mehr nur Unterhaltung sondern eben mehr. Diesen Schritt haben Spiele in meinen Augen aber noch nicht getan und werden sie mMn auch in den nächsten Jahren wohl nicht. Serious Games sind sehr rar. Spiele mit (echtem) künstlerischen Anspruch (ich rede jetzt nicht von Design) noch nicht vorhanden. Solange diese Schritte nicht vollzogen sind, sollten Spiele Themen, die die Menschenwürde behandeln, nur sehr zaghaft behandeln.

Sonst landet man eben schnell bei den Folterszenen aus COD oder der überflüssigen Moral eines SC: Double Agent.

Auch wenn sich jetzt alle wieder aufregen, dass die Zeit längst reif ist und Spiele sich längst emanzipiert haben: Ich finde das eben nicht. ;) Und wer es anders sieht möge mir bitte ein Beispiel nennen, in dem der Spieler echte Entscheidungen aufgrund seiner Moral triftt und nicht aufgrund von Sympathien, Antipathien oder Vorteilen im weiteren Verlauf. Und auch ein Spiel wie The Void sehe ich nicht als Kunst. Denn es kopiert Kunst nur, und sowas kann ich nicht als Kunst akzeptieren.

Aber wer weiß... vielleicht in ein paar Jahren. Aber noch bin und bleibe ich da sehr skeptisch.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Howdie hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Bei Vergewaltigungsszenen in so genannten anspruchsvollen Filmen oder zumindest welchen die eine Aussage transportieren wollen, gibt es die Zielgruppe der "runterholer" und "Aufgeiler" ebenfalls. Das ist kein Grund so etwas nicht zu versuchen.
Ich kann Penny da nur beipflichten...
Dazu müssten Spiele aber zwangsweise aus der Ecke raus, in der sie seit 30 Jahren sitzen. Spiele sind reine Unterhaltung. Das ganze Medium dient dediziert nur diesem Zweck. Filme haben sich einen anderen Status erarbeitet. Ein Film wie Antichrist oder Apocalypse Now ist nicht mehr nur Unterhaltung sondern eben mehr.

Aber wer weiß... vielleicht in ein paar Jahren. Aber noch bin und bleibe ich da sehr skeptisch.
Nun ja...wann ist der Film denn aus der Ecke herausgekommen? Ende des 19. Jahrhunderts war er auch nur eine Spielerei, ab den 20ern ging es erst richtig los...also ebenfalls ca. 30 jahre...in dieser Phase befinden wir uns jetzt.

Der Roman war sogar noch länger als Trivial verpönt, bevor er sich im 19. Jahrhundert mehr und mehr durchgesetzt hat und heute quasi für Literatur steht, während Dichtung nur noch eine kleine Nische besetzt.

Für mich besteht daher kein Zweifel, dass wir in den nächsten Jahren auch ein Antikriegsspiel bekommen werden. Wir sind jetzt auf dem Niveau, bei dem sich Spiele stilistisch mehr oder weniger gut an Filmen orientieren, also wie früher Stummfilme an Literatur. Es gibt wie du selbst sagt, visuell immer interessantere Spiele, die auch mehr oder weniger erfolgreich eine zusehend vielfältigeres Angebot an verschiedenen Erzählungen und Ansätzen bieten. Nur weil dies alles noch nicht auf dem Niveau anderer Medien angekommen ist...ich wieder hole mich. :wink:
Venator_86
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Beitrag von Venator_86 »

Auch Black Ops wird sich wieder toll verkaufen, weil man seinen Gegnern im Close-Up und Zeitlupe das Gehirn rauspustet und weil man in first person Schlafenden die Kehle durchtrennt. Es ist pervers.
Wie toll sich Call of Duty verkauft ob wohl es sich seit dem ersten durchaus guten Spiel kein bischen entwickelt hat zeigt den jämmerlichen Anspruch des Mainstream-Publikums.

In Operation Flashpoint hat man wenigstens den unsichtbaren Tot, in Form von Kugeln aus der Ferne, zu jeder Zeit gefürchtet. Man hat sich ein Bild vom Krieg machen können und war froh nicht wirklich in dieser Situation zu sein.
Und wie sieht das heute aus? Man versteckt sich nach einem Treffer kurz bis man wieder fit ist und macht dann weiter damit, auf kurze Distanz dumme Soldaten/Terroristen im Sekundentakt umzunieten. Krieg ist ja soooo cool. Dumme Menschheit.
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Howdie
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Beitrag von Howdie »

@Wulgaru: Mit dem Unterschied, dass das Kino sich durch den Krieg und die Wochenschauen emanzipiert hat vom reinen Unterhaltungsmedium. Das Kino hatte gar keine andere Wahl, da es als eine der wichtigsten Informationsquellen für das Volk galt. So einen Zwang gibt es bei Videospielen nicht.

Und Romane galten zwar als trivial. Sie waren es teilweise aber eben nicht. Videospiele hingegen sind tirivial. Ich zumindest kenne kein Spiel, dass ich nicht als trivial bezeichnen würde. Egal ob es nun MGS oder ICO ist. Trivialer geht es kaum.

Und Dichtung ist nur eine spezielle Form der Literatur, genauso anspruchsvoll oder eben nicht wie Romane auch. Nur weil etwas gedichtet ist, muss es noch lange nicht anspruchsvoller sein als der Zauberberg. Daher verstehe ich dein Argument mit der Dichtung nicht... Oder meinst du, das Dichtung das schöne kleine nette Videospiel von heute ist, dass durch den schweren Roman verdrängt wird... das wäre nämlich seeeeehr weit hergeholt.^^

Und ich glaube auch, dass es kommt. Ich wünsche mir sogar, dass es irgendwann kommt. Aber nicht jetzt und nicht im Shooter-Genre. ;) Ich wiederhole mich übrigens auch.^^
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Vino
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Beitrag von Vino »

Wulgaru hat geschrieben: Nun ja...wann ist der Film denn aus der Ecke herausgekommen? Ende des 19. Jahrhunderts war er auch nur eine Spielerei, ab den 20ern ging es erst richtig los...also ebenfalls ca. 30 jahre...in dieser Phase befinden wir uns jetzt.

...
Für mich besteht daher kein Zweifel, dass wir in den nächsten Jahren auch ein Antikriegsspiel bekommen werden. Wir sind jetzt auf dem Niveau, bei dem sich Spiele stilistisch mehr oder weniger gut an Filmen orientieren, also wie früher Stummfilme an Literatur. Es gibt wie du selbst sagt, visuell immer interessantere Spiele, die auch mehr oder weniger erfolgreich eine zusehend vielfältigeres Angebot an verschiedenen Erzählungen und Ansätzen bieten. Nur weil dies alles noch nicht auf dem Niveau anderer Medien angekommen ist...ich wieder hole mich. :wink:
jep, zumal in der Anfangszeit des Films Pornos der absolute Kassenmagnet waren. Da sind wir mit den aktuellen Waffen-Pornos also auch inhaltlich gar nicht soweit von entfernt :twisted:
Und das der Film überhaupt erst mit Kunst in Verbindung gebracht wurde - zumindest in Deutschland - hat es bis in die 20er Jahre gedauert (Expressionismus). Kassenmagnet ist im Wesentlichen trotzdem der einfache Unterhaltungsfilm geblieben - und das hat sich bis heute nicht geändert. Der Unterschied zu damals ist aber, dass es genug Platz für Experimente gibt (größeres Publikum).

Und das wird sich auch bei Spielen nicht ändern, aber je mehr leute spielen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Entwickler auch an schwierige Themen heranwagen - ganz einfach, weil dann auch die Nische, die das Game kauft, eventuell groß genug ist, um sich nicht in den wirtschaftlichen Ruin zu treiben.
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Howdie
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Beitrag von Howdie »

isaak-imanuel hat geschrieben:Und das wird sich auch bei Spielen nicht ändern, aber je mehr leute spielen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Entwickler auch an schwierige Themen heranwagen - ganz einfach, weil dann auch die Nische, die das Game kauft, eventuell groß genug ist, um sich nicht in den wirtschaftlichen Ruin zu treiben.
Das bringt es eigentlich perfekt auf den Punkt.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

@Howdie
Nein Dichtung wäre eher ein beispiel für ein etabliertes Medium gewesen...
Und was trivial angeht...definiere trivial...ich finde ein Videospiel nicht zwingend trivial, nur weil ich keinen Abschluss brauche um es zu verstehen. Die meisten großen Romane und Filme sind ebenfalls leicht zugänglich (es sei denn sie beziehen ihren "Ruhm" aus dem Gegenteil heraus).

Und nun ja..man könnte jetzt eine Riesendiskussion aufmachen, was "trivial" und was "anspruchsvoll" und ab wann irgendetwas "Kunst" ist. Ich finde so etwas mitunter schon in Videospielen (nach meiner Vorstellung dieser Begriffe). Ich will dir jetzt nichts unterstellen, aber ich glaube wenn man der Erwartungshaltung eines Buches oder eines Filmes an ein Game herangeht, ist man zwangsläufig zu "handlungslastig". Ein Spiel hat andere Möglichkeiten.

Nun ja, da ich jetzt erst einmal weg bin, werde ich gleich erst einmal nicht kontern können. Ich überlasse dir das letzte Wort Howdie. :wink:

@isaak
Ja, ist doch klar. Als wenn die Masse des Films anspruchsvoll wäre...oder einfach mal in eine Buchhandlung schauen...da wird der Dreck fein säuberlich ausgestellt.
Den Expressionismus meine ich ja mit den 20ern...Caligari unc Co eben.
Zuletzt geändert von Wulgaru am 15.10.2010 12:54, insgesamt 2-mal geändert.
AlastorD
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Beitrag von AlastorD »

{immt09}Centurion-SW hat geschrieben: Wir wollen ja alle unterhalten werden, sonst würden wir uns alle im Keller einsperren, die Frage ist, wie man den Spagat schafft. Und das ist sicher auch für die Entwickler schwerer als man denkt, denn das Spiel soll sich ja doch zumindest finanzieren. / einen kleinen Gewinn abwerfen.
Das ist die Frage, muss ein gutes Spiel unterhaltsam sein?
Ein guter Film muss das nicht.
Ein Schindlers Liste unterhält mich nicht, er deprimiert mich sogar und dennoch ist es ein guter Film.

Muss ein Shooter ständig Action bieten damit ich mich nicht langweile?
Nein, in Half Life 1 und 2 gehören die Szenen in denen ich unbewaffnet bin für mich sogar zu den stäksten.
Wenn ich durch die deprimierenden Strassen von City 17 wandere ist das ein Erlebnis und das ohne das ich eine Waffe trage.
Vielleicht wäre bei einem Anti-Kiregsshooter auch mal ein grösserer Gameplay Technischer Schritt wichtig. Vielleicht bräuchten wir mal das Videospiel Äquivalent zu Colonel Kurtz Lager aus Apocalypse Now.

Allerdings muss eine Anti-Kriegsbotschaft nicht immer in ein Drama verpackt sein. Warum das ganze nicht als Satire angehen?
Zuletzt geändert von AlastorD am 15.10.2010 12:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Howdie
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Beitrag von Howdie »

Wulgaru hat geschrieben:@Howdie
Nein Dichtung wäre eher ein beispiel für ein etabliertes Medium gewesen...
Und was trivial angeht...definiere trivial...ich finde ein Videospiel nicht zwingend trivial, nur weil ich keinen Abschluss brauche um es zu verstehen. Die meisten großen Romane und Filme sind ebenfalls leicht zugänglich (es sei denn sie beziehen ihren "Ruhm" aus dem Gegenteil heraus).
Trivial heißt jedermann (also leicht) zugänglich. Das Gegenteil ist eben anspruchsvoll. Und das sind weder Videospiele noch leicht zugängliche Romane. Du magst es anders sehen, aber das ist die Definition und auf der Grundlage habe ich argumentiert. ;)

EDIT: Und nicht leicht zugänglich heißt nicht zwangsweise, dass man einen Abschluss braucht, aber man muss den Willen und die Zeit haben sich mit der Materie zu beschäftigen. Sich Gedanken zu machen. Ein Videospiel steckt man in die Konsole und zock los... das ist das exakte Gegenteil davon.
AlastorD
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Beitrag von AlastorD »

Howdie hat geschrieben:Und das sind weder Videospiele noch leicht zugängliche Romane. Du magst es anders sehen, aber das ist die Definition und auf der Grundlage habe ich argumentiert. ;)
Kommt auf die Sorte Spiel an.
Ein ADOM ist sicher schwer zugänglich, man muss sich gänzlich darauf einlassen oder man wirds hassen.
Bei einem Civ ist das im Grunde ebenso.
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Sid6581
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Beitrag von Sid6581 »

Ich würde ja gerne was zu dem Thema schreiben und wie sehr ich Jörg beipflichte, aber ich habe es längst aufgegeben. Medal of Honor wird sich gut verkaufen und man muss es einfach akzeptieren: Unseres liebstes Medium wird noch ewig minderwertig ggü. Literatur und Film bleiben.

Das Problem ist nämlich Folgendes: Um ein Kriegsspiel zu inszenieren braucht es Geld, viel Geld. Möchte man ein Anti-Kriegsspiel mit eindringlichen Szenen verwirklichen, wird dieses kaum weniger kosten als ein Medal of Honor, weil man eine Engine braucht, weil man Models braucht, Texturen und alles weitere. Hier wird kein Publisher ein finanzielles Risiko eingehen. Anders ist das bei Filmen, für einen Independent-Film braucht man nur eine RED-Kamera, ein paar unbekannte und daher günstige Darsteller und eine überschaubare Crew. Man gucke sich nur mal Heavy Rain an - als Film hätte diese Geschichte einen Bruchteil gekostet.

Es ist unendlich schade, dass die Kraft dieses Mediums, welche den Konsumenten auf eine vollkommen neue Weise einbeziehen könnte, so verpufft. Man ist nur Knöpfchendrücker, der dafür sorgt, dass eine statische Geschichte weitererzählt wird. Diese Mechanik ist leicht durchschaut, doch könnten einem Spiele so viel mehr erzählen. Das hat bei Shadow of the Colossus geklappt, welches einem aufzwang, majestätische Wesen zu töten und das aus purem Egoismus. Oder Heavy Rain, welches einen als Architekten der Story verstand, beinahe noch auf die Spitze getrieben von Minecraft, in welchem die Spieler eigene Regeln und Welten erstellen.

Mit diesen Werkzeugen könnte sich ein Anti-Kriegsspiel schreiben lassen, welches erschütternder wäre als jeder Film und in seiner Wirkung nachhaltiger. Doch wie schon geschrieben, ich habe es aufgegeben. Spiele werden in Chefetagen konzipiert und von Game-Designer umgesetzt, deren Verständnis für Dramaturgie sich an jungen Männern orientiert. Traurig, traurig.
AlastorD
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Beitrag von AlastorD »

Sid6581 hat geschrieben: Das Problem ist nämlich Folgendes: Um ein Kriegsspiel zu inszenieren braucht es Geld, viel Geld. Möchte man ein Anti-Kriegsspiel mit eindringlichen Szenen verwirklichen, wird dieses kaum weniger kosten als ein Medal of Honor, weil man eine Engine braucht, weil man Models braucht, Texturen und alles weitere. Hier wird kein Publisher ein finanzielles Risiko eingehen. Anders ist das bei Filmen, für einen Independent-Film braucht man nur eine RED-Kamera, ein paar unbekannte und daher günstige Darsteller und eine überschaubare Crew. Man gucke sich nur mal Heavy Rain an - als Film hätte diese Geschichte einen Bruchteil gekostet.
Glaubst du wirklich das ein Anti-Kriegs Spiel auch technisch mit den derzeitigen Shootern mithalten können muss um seine Botschaft zu vermitteln?
Ich würde sagen das selbst Indipendent Spiel in Comic Grafik so etwas schaffen könnte.