Der 4P-Kommentar: Call of Iran
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- Klammeraffe
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Dazu müsste man überhaupt erstmal definieren was einen Antikriegsshooter überhaupt ausmacht, für mich macht einen Antikriegshooter aus, das ich eigentlich von Beginn an nicht wirklich mehr kämpfen will, es muss ein "storypfad" erzählt werden, der so mit sinnloser Gewalt und toten Schicksalen gepackt ist, das der Spieler schon vorab die Lust aufs "virtuelle" Töten verlieren muss. Erst jetzt dürfte man in die eigentliche Handlungslage eingriff haben und von hier an entscheidet man selber was richtig und was falsch ist.Kaos hat geschrieben:Mal ne kurze Frage zwischendurch...
WOHER wissen wir das ein Antikriegsshooter funktioniert? Schonmal einen gespielt? Ich nicht!
Ich finde man kann darüber diskutieren ob die Zeit für einen Versuch mal reif wäre, aber nicht ob er funktionieren würde oder nicht, weil keiner einen gespielt hat.
Also macht euch mal locker und trinkt Tee oder Jack Daniels oder wasauchimmer...
-
johndoe533741
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Und? Sowas schonmal gespielt?Zulustar hat geschrieben:Dazu müsste man überhaupt erstmal definieren was einen Antikriegsshooter überhaupt ausmacht, für mich macht einen Antikriegshooter aus, das ich eigentlich von Beginn an nicht wirklich mehr kämpfen will, es muss ein "storypfad" erzählt werden, der so mit sinnloser Gewalt und toten Schicksalen gepackt ist, das der Spieler schon vorab die Lust aufs "virtuelle" Töten verlieren muss. Erst jetzt dürfte man in die eigentliche Handlungslage eingriff haben und von hier an entscheidet man selber was richtig und was falsch ist.Kaos hat geschrieben:Mal ne kurze Frage zwischendurch...
WOHER wissen wir das ein Antikriegsshooter funktioniert? Schonmal einen gespielt? Ich nicht!
Ich finde man kann darüber diskutieren ob die Zeit für einen Versuch mal reif wäre, aber nicht ob er funktionieren würde oder nicht, weil keiner einen gespielt hat.
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- Zulustar
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ne ich wüsste nicht, oder fällt dir irgendein titel ein der den Kriterien entspricht?Kaos hat geschrieben:Und? Sowas schonmal gespielt?Zulustar hat geschrieben:Dazu müsste man überhaupt erstmal definieren was einen Antikriegsshooter überhaupt ausmacht, für mich macht einen Antikriegshooter aus, das ich eigentlich von Beginn an nicht wirklich mehr kämpfen will, es muss ein "storypfad" erzählt werden, der so mit sinnloser Gewalt und toten Schicksalen gepackt ist, das der Spieler schon vorab die Lust aufs "virtuelle" Töten verlieren muss. Erst jetzt dürfte man in die eigentliche Handlungslage eingriff haben und von hier an entscheidet man selber was richtig und was falsch ist.Kaos hat geschrieben:Mal ne kurze Frage zwischendurch...
WOHER wissen wir das ein Antikriegsshooter funktioniert? Schonmal einen gespielt? Ich nicht!
Ich finde man kann darüber diskutieren ob die Zeit für einen Versuch mal reif wäre, aber nicht ob er funktionieren würde oder nicht, weil keiner einen gespielt hat.
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Caspaurichacha
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Ich denke, dass der erste Schritt sein sollte, den Krieg nicht mehr so zu glorifizieren. In CoD ist es ja so, dass man quasi als die tolle Task Force die Welt rettet, Krieg wird nicht als etwas Schlimmes dargestellt.
Deswegen denke ich, sollte man einfach ein paar Sachen einfügen, durch die auch der Spieler merkt, wie schlimm der Krieg wirklich ist.
Ich brauch da jetzt nicht Angst zu bekommen , während ich es spiele, oder alles zu verabscheuen, so funktioniert ja das Spielprinzip gar nicht mehr richtig. Aber es wäre zum beispiel gut, wenn man während des Spiels emotionale Bindungen zu den Teammitgliedern aufbaut, aber dann einer von ihnen stirbt etc. Auch RPG ähnliche Entscheidungen wären gut. Zb, greife ich den Stützpunkt der Gegner an, riskiere so aber das Leben meiner Freunde(die dann nicht wiederkommen), oder halte ich mich zurück, halte mich aber so nicht an die Anweisungen etc. So kann das normale Shooterprinzip ja nochj funktionieren, aber ich denke nach so einem Spiel, würde man den Krieg anders betrachten als nach beispielsweise CoD6
Deswegen denke ich, sollte man einfach ein paar Sachen einfügen, durch die auch der Spieler merkt, wie schlimm der Krieg wirklich ist.
Ich brauch da jetzt nicht Angst zu bekommen , während ich es spiele, oder alles zu verabscheuen, so funktioniert ja das Spielprinzip gar nicht mehr richtig. Aber es wäre zum beispiel gut, wenn man während des Spiels emotionale Bindungen zu den Teammitgliedern aufbaut, aber dann einer von ihnen stirbt etc. Auch RPG ähnliche Entscheidungen wären gut. Zb, greife ich den Stützpunkt der Gegner an, riskiere so aber das Leben meiner Freunde(die dann nicht wiederkommen), oder halte ich mich zurück, halte mich aber so nicht an die Anweisungen etc. So kann das normale Shooterprinzip ja nochj funktionieren, aber ich denke nach so einem Spiel, würde man den Krieg anders betrachten als nach beispielsweise CoD6
- Alking
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Der Artikel lieber Jörg zeigt, wie sehr EA mit MoH versagt hat.
Generell gibt es aber wenige Shooter im Bereich des "modernen" bzw. gegenwärtigen Krieges. MW 1 und 2 waren gerade von der Kampagne her sehr gut. Evtl. kann das kommende Homefront dahingegehend mal etwas Neues bieten.
Das Ding ist aber, dass Story-Games verschrien sind. Man nehme Alan Wake oder Enslaved. Sobald es um eine Geschichte geht, um Emotionen die im Vordergrund stehen sollten, wird es bei Entwicklern eng. Gerade im Shooterbereich wo Krieg ja auch eine emotionale Sache ist, könnte man vom Einzug in den Krieg, Verlust des besten Kumpels, bis hin zur Heimkehr tolle Dinge inszenieren. Nur will das scheinbar der Pöbel nicht. 80% der MoH und CoD Käufer sind leider MP Gamer, die auf Kampagne nicht viel wert legen. Da soll es nur fett knallen und vor allen Dingen MUSS Blut spritzen, denn sonst ist das ja nicht "tight".
Die Jugend von heute fährt auf sowas eher ab als auf tiefgründige Fragestellungen und kritisches Befassen mit dem Thema Krieg.
Ich hoffe dass ihr das kommende CoD Black Op ähnlich gut durchleuchtet und vor allen Dingen schwerpunktmäßig auf die Kampagne eingeht. Denn die interessiert mich seit Jahren zum ersten mal wirklich. Das Setting ist nämlich gänzlich unverbraucht und kann wirklich spannend werden.
Generell gibt es aber wenige Shooter im Bereich des "modernen" bzw. gegenwärtigen Krieges. MW 1 und 2 waren gerade von der Kampagne her sehr gut. Evtl. kann das kommende Homefront dahingegehend mal etwas Neues bieten.
Das Ding ist aber, dass Story-Games verschrien sind. Man nehme Alan Wake oder Enslaved. Sobald es um eine Geschichte geht, um Emotionen die im Vordergrund stehen sollten, wird es bei Entwicklern eng. Gerade im Shooterbereich wo Krieg ja auch eine emotionale Sache ist, könnte man vom Einzug in den Krieg, Verlust des besten Kumpels, bis hin zur Heimkehr tolle Dinge inszenieren. Nur will das scheinbar der Pöbel nicht. 80% der MoH und CoD Käufer sind leider MP Gamer, die auf Kampagne nicht viel wert legen. Da soll es nur fett knallen und vor allen Dingen MUSS Blut spritzen, denn sonst ist das ja nicht "tight".
Die Jugend von heute fährt auf sowas eher ab als auf tiefgründige Fragestellungen und kritisches Befassen mit dem Thema Krieg.
Ich hoffe dass ihr das kommende CoD Black Op ähnlich gut durchleuchtet und vor allen Dingen schwerpunktmäßig auf die Kampagne eingeht. Denn die interessiert mich seit Jahren zum ersten mal wirklich. Das Setting ist nämlich gänzlich unverbraucht und kann wirklich spannend werden.
- Wurmjunge
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Ich muß nochmal anmerken, daß ich nicht glaube, daß ein Antikriegsspiel mit der Darstellung von Grausamkeiten bezogen auf Einzelschicksale funtioniert. Gerade dieses Darstellungsmittel wird doch heutztage im Übermaß dazu gebraucht, das Gegenteil, also eher kriegsverherrlichende Inhalte zu vermitteln, meistens noch auf der Grundlage christlich-fundamentalistischer Glaubens- und Leidenslehre.
Mein Opa hat manchmal davon erzählt, wie er bei der Schlacht um die Seelower Höhen in einem Unterstand ein MG bedient hat - die Rotarmisten kamen den Hügel rauf wie Ameisen und mein Opa hat vom frühen Morgen bis zum späten Abend nur geschossen und geschossen, bis die Munition alle war. Aber was meinen Opa fürs Leben traumatisiert und nie wieder losgelassen hat, an einem einzigen Tag hunderten Menschen unwiederbringlich das Leben und ihren Familien die geliebten Ehemänner, Väter und Söhne geraubt zu haben, läßt sich sowas denn überhauptin ein Ballerspiel übertragen?
Was ich mir vorstellen könnte wäre eher eine Kriegsgroteske nach dem Vorbild von "Wie ich den Krieg gewann". Generäle, verrückt wie Eichhörnchen auf LSD; komplett unfähige Kommandeure, naiv wie Schulmädchen; Soldaten reines Menschenmaterial, nur mehr Lämmer auf dem Weg zur Schlachtbank. Der Krieg als Maschinerie des Absurden. Das könnte Spaß machen UND Kriege bekämpfen.
Mein Opa hat manchmal davon erzählt, wie er bei der Schlacht um die Seelower Höhen in einem Unterstand ein MG bedient hat - die Rotarmisten kamen den Hügel rauf wie Ameisen und mein Opa hat vom frühen Morgen bis zum späten Abend nur geschossen und geschossen, bis die Munition alle war. Aber was meinen Opa fürs Leben traumatisiert und nie wieder losgelassen hat, an einem einzigen Tag hunderten Menschen unwiederbringlich das Leben und ihren Familien die geliebten Ehemänner, Väter und Söhne geraubt zu haben, läßt sich sowas denn überhauptin ein Ballerspiel übertragen?
Was ich mir vorstellen könnte wäre eher eine Kriegsgroteske nach dem Vorbild von "Wie ich den Krieg gewann". Generäle, verrückt wie Eichhörnchen auf LSD; komplett unfähige Kommandeure, naiv wie Schulmädchen; Soldaten reines Menschenmaterial, nur mehr Lämmer auf dem Weg zur Schlachtbank. Der Krieg als Maschinerie des Absurden. Das könnte Spaß machen UND Kriege bekämpfen.
- mr archer
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Alter Schalter, was du hier schreibst ist wirklich der größte Humbug, den ich seit langem auf den Seiten dieses Forums gelesen habe (meine Beiträge inklusive)! Hast du da jetzt Ittenbacher im Hinterkopf oder was? Nicht jeder, der auf youtube seine Jagdpächter-Versammlung hochlädt, ist deswegen ein Filmemacher. Und gerade Filme, die über den Festival-Umweg Bekanntheit erlangen, sind häufig mit extrem viel Herzblut, Talent und unter Verzicht auf Selbstverständlichkeiten in der Lebensführung gedreht worden, auf die der gemeine Programmierer in der Spiele-Industrie nicht mal im Traum verzichten würde.carbo hat geschrieben:Naja Filme und Spiele kann man nicht unbedingt miteinander vergleichen.
Einen Film kann ja fast jeder "Depp" machen. Man schnappt sich ne Kamera. Ein paar Leute und dreht nen film. Ok hört sich einfach an aber von den Kosten und vom technischen Können her ist das nicht der Aufwand. Dann gibts hunderte Filmfestivals und dein Film wird vielleicht sogar berühmt. Blair Witch ist z.B. so ein Fall.
Aber klar, wahrscheinlich verstehst du unter Filmfestivals das FFF, wo die Gore-hounds rumlungern und warten, mit dem nächsten Gewaltporno geflasht zu werden.
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johndoe533741
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Ich eben auch nicht. Deswegen finde ich nicht das man darüber sprechen kann das es funktionieren würde oder eben nicht, imho.Zulustar hat geschrieben:ne ich wüsste nicht, oder fällt dir irgendein titel ein der den Kriterien entspricht?Kaos hat geschrieben:Und? Sowas schonmal gespielt?Zulustar hat geschrieben: Dazu müsste man überhaupt erstmal definieren was einen Antikriegsshooter überhaupt ausmacht, für mich macht einen Antikriegshooter aus, das ich eigentlich von Beginn an nicht wirklich mehr kämpfen will, es muss ein "storypfad" erzählt werden, der so mit sinnloser Gewalt und toten Schicksalen gepackt ist, das der Spieler schon vorab die Lust aufs "virtuelle" Töten verlieren muss. Erst jetzt dürfte man in die eigentliche Handlungslage eingriff haben und von hier an entscheidet man selber was richtig und was falsch ist.
- Wurmjunge
- Beiträge: 417
- Registriert: 11.11.2004 14:31
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ja aber alles wird schön verpackt in eine "wir taten, was getan werden mußte"-Story um Kameradschaftsromantik und soldatischen Ehrbegriffskitsch. Das ist allerbestenfalls noch neutral aber bestimmt nicht antikrieg.gh0 hat geschrieben:BROTHERS IN ARMS entspricht einem Antikriegsspiel, ze fix! wie oft soll ichs noch schreiben?
Da wird sinnlos getötet, Frauen erhängt usw. usf.
Zuletzt geändert von Wurmjunge am 15.10.2010 11:56, insgesamt 1-mal geändert.
- ElGrmpel
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Erst wenn man als Held nicht mehr aufsteigt, weil man seinen hundertsten Feind niedergemäht hat, sondern weil man auf der Flucht von der Front allen Fratzen des Krieges begegnet ist, macht das Spiel einen Schritt nach vorne. Erst wenn man im letzten Akt nicht die achtundvierzigste Waffe als Belohnung versteht, sondern die letzte mit einem Hurra wegschmeißt, weil Zuhause der Abspann lockt oder weil man sie im Schlamm der blutigen Realität nicht mehr tragen kann, macht das Spiel einen Schritt nach vorne.
Aber solange EA/A/B weiter ausschliesslich auf Drehbuch schreiber setzen, welche die unegfähr die Qualität von Galileo Mysteri-Folgen erreichen seh ich da eher schwarz. Wober die Story bei MW1 ja noch halbwegs iO war, war MW2 dann schon eher, hm naja wenns nen Film gewesen wäre hätte Dolph Lundgren eine seiner schwächeren Rollen darin gehabt aka brutaler Unfug.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Anti-Kriegspiel funktioniert, nur müsste dann endlich mal ein wenig Geld vom PEWPEW ins Storytelling investiert werden.
- mosh_
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Dennoch geht BIA:HH von allen Shootern die ich kenne noch am meisten in die Richtung.Wurmjunge hat geschrieben:ja aber alles wird schön verpackt in eine "wir taten, was getan werden mußte"-Story um Kameradschaftsromantik und soldatischen Ehrbegriffskitsch. Das ist allerbestenfalls noch neutral aber bestimmt nicht antikrieg.gh0 hat geschrieben:BROTHERS IN ARMS entspricht einem Antikriegsspiel, ze fix! wie oft soll ichs noch schreiben?
Da wird sinnlos getötet, Frauen erhängt usw. usf.
- Wulgaru
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Bei Vergewaltigungsszenen in so genannten anspruchsvollen Filmen oder zumindest welchen die eine Aussage transportieren wollen, gibt es die Zielgruppe der "runterholer" und "Aufgeiler" ebenfalls. Das ist kein Grund so etwas nicht zu versuchen.Pennywise hat geschrieben:Darum geht es doch auch , einige Personen mit den Folgen ihrer Handlungen zu konfrontieren , das sich Kiddie XY das Scheiß egal ist soll kein Grund dafür sein jeglichen Anspruch bzw. Versuch im Keim zu ersticken.Levi hat geschrieben:Ich kenn glaub ich genug (auch hier ausn Forum) die sich bei der Vergewaltigungsszene wahrscheinlich sogar noch einen runterholen würden und laut schreien: "nimm das du bitch" ..... leider
Wer jegliche Selbstreflektion ablehnt der hat doch noch hundert andere Shooter die ihn kurzweilig die Popcorn Inszenierung liefern die er/sie möchte.
Ich kann Penny da nur beipflichten...
Generell...nun ja...ich weiß nicht ob und wie oft das hier schon gefallen ist...aber warum muss ein Antikriegsspiel eigentlich ausgerechnet ein Shooter sein? Gäbe es da nicht andere Möglichkeiten? Ein Third-Person Game mit Stealth- bzw. Fluchtelementen zum Beispiel? Oder ein Action Adventure bzw. Adventure bei dem man einem Kriegsverbrechen auf der Spur ist? Mir fallen noch andere Genres ein...dazu müsste man nicht einmal das Rad neu erfinden...ich glaube man fixiert sich bei der Darstellung von Krieg einfach zu sehr auf Ego-Shooter.
Vielleicht kann man auch dieses Genre reformieren, aber im Kern ist ein Ego-Shooter eben doch erst einmal eine Schießbude...
- BlueSDiceS
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Das mit den Exekutionen gibts schon in CoD4, man wird dort sogar selbst exekutiert, man ist Teil einer Videobotschaft. Und als man dorthin transportiert wird (zu dem Ort seiner eigenen Erschiessung) sieht man, wie Zivilisten an die Wand gestellt werden und exekutiert werden.mosh hat geschrieben:Um wirklich zu schockieren und aufzuzeigen wie schlimm ein Krieg doch ist, muss imo mit Tabus gebrochen werden. Was ebenso nötig ist, ist ein Bezug zu der Person die man spielt, bestenfalls auch zu den Opfern. Das Handeln „muss“ Konsequenzen haben. Wenn ich als Soldat in ein Dorf komme in dem Beispielsweise die Guerilla sich versteckt und die eigene Einheit wahllos Exekutionen unter den Bewohnern durchführt, sollte man selbst mit einer solchen Erschießung konfrontiert werden. Als erstes Extrem selbst Kinder und Frauen exekutieren die weinend und um Gnade flehend vor einem knien.
Hier wäre eine Entscheidungsmöglichkeit angebracht. Erschieße ich sie, ist meine Einheit mit mir zufrieden und ich muss „nur“ mit diesem Gedanken daran leben. Weigere ich mich allerdings, werden die Unschuldigen vor meinen Augen hingerichtet und es gibt in keiner Form ein Happy End.
Oder als weiteres Extrem welches auch oft in Kriegsfilmen vorkommt, Vergewaltigung. Nicht selbst ausführen, eher wie in die Verdammten des Krieges eine verhindern wollen, dabei aber scheitern. Man muss vor Augen geführt bekommen was einen Krieg schlimm macht und vor allem, was es aus den Menschen macht. Das Spiel sollte nicht einfach nur ein „Boah wie hart ey“ entlocken sondern ein Gefühl des Unbehagens hervor rufen.
Pennywise „verlangt“ Genrevermischung. Der Meinung bin ich auch. Als reinen Shooter kann man das keineswegs bringen. Vlt. Sollte man auch gar keinen Soldaten spielen sondern einen ganz normalen Unbeteiligten der erst glücklich mit seiner Familie lebt und die Anfänge des Krieges mitbekommt, bis seine Familie und Freunde zu denen man genug Bezug hat irgendwann verliert. Das ganze als einfacher „Ich baller mich durch“ Racheakt zu präsentieren wäre quatsch, wie es sonst aussehen soll weiß ich aber auch noch nicht.
Man sieht auch wie Leute beider Seiten gefoltert und dann sogar, als der gefolterte nicht mehr gebraucht wird, erschossen wird. Man sieht auch, wie sich ein verzweifelter, gejagter schliesslich selbst erschiesst, weil er keinen Ausweg mehr sieht. Man muss Soldaten im Schlaf töten, die gar keine Bedrohung darstellen usw usw...
Ich würde nicht sagen, dass Spiele wie CoD keine kritik ausüben. Ich würde nur sagen, dass sie sich das nicht als Hauptaufgabe gemacht haben, sondern dass ihr "Primärziel" ist, die Leute zu unterhalten. Grundsätzlich nichts verwerfliches, nur wollen wir ja eben mal ein wirkliches Antikriegsspiel, und da sollte man den momentan existierenden Spielen nichts vorwerfen, sondern vielmehr die Entwickler darum bitten auch solche Spiele zu entwickeln und herauszubringen.
Wir wollen ja alle unterhalten werden, sonst würden wir uns alle im Keller einsperren, die Frage ist, wie man den Spagat schafft. Und das ist sicher auch für die Entwickler schwerer als man denkt, denn das Spiel soll sich ja doch zumindest finanzieren. / einen kleinen Gewinn abwerfen.
