word!Götterkomplex hat geschrieben:
Mehr als der fehlende spielerische und erzählerische Anspruch an Shooterspielen wundert mich die fehlende Abwechslung, was die Szenarien angeht: Früher gab es da einfach mehr. Da sah nicht jeder Shooter fast identisch aus. Es gab da zum Beispiel Wheel of Time, ein "Shooter" in dem gezaubert wurde. GoldenEye, das einzige Lizenzspiel, dass ich als gutes Spiel in Erinnerung habe und das mit Agentensetting. Time Splitters, Jedi Knight, (Aquanox), das WIRKLICH grandiose Apocalypse feat. Bruce Willies,...Irgendwie hatten die Spiele alle eine andere Geschichte erzählt und wirkten somit frisch. Jetzt wird nur noch zwischen 2 Arten von Shootern unterschieden: Die mit den normalen amerikanischen Soldaten und die mit den amerikanischen Supersoldaten.
Der 4P-Kommentar: Call of Iran
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- mr archer
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- Kajetan
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Wenn jemand, der nicht schreiben kann oder keine Filem drehen kann, so eine Szene beschreibt/nachstelllt, dann werden auch keine Emotionen geweckt.Howdie hat geschrieben: Nein, eben nicht. Wenn du in einem Film ein KZ, eine Vergewaltigung oder einen Kriegsverbrecher siehst fühlst du dich schlecht. Wenn du siehst wie in Platoon Menschen hingerichtet werden ist das schon eine harte Nummer. Wenn man dann den Flughafen-Level dagegen stellt ist das ein Witz. Da es keinerlei Emotionen weckt. Es sind Pixel.
Schau Dir zB. einen Uwe Boll-Film an. Der gute Mann KANN KEINE FILME DREHEN, meint aber recht oft total tolle Botschaften und Messages in seine Machwerke einbauen zu müssen. Die einzige Emotionen, die das beim Zuschauer geweckt werden, sind entweder entsetztes Fremdschämen oder schallendes Gelächter.
Und genau darum müssen fähige Game-Designer das Spiel weiterentwickeln und Mittel und Wege finden, wie man auch interaktiv entsprechende Aussagen treffen kann. Genau das fordert der Hr. Luibl. Weiterentwicklung, Evolution, Innovation.Stellt man das Spiel jetzt auf die Stufe eines Antikriegsfilms bin ich nicht mehr nur der Beobachter. Ich agiere und ich töte Menschen. Der Unterschied zwischen Spaß und Simulation ist eben, die Emotion. Wenn ich Krieg ernsthaft simulieren will, dann läuft das nur über Schrecken und Grauen.
Wie das genau gehen soll, weiß derzeit noch niemand. Aber es wird jemand einen Weg finden, denn das Bedürfnis nach niveauvolleren Spielen wächst, je mehr die Mainstream-Publisher den Markt mit dem immer gleichen Rammbamm-Schrunz zuballern.
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Kyanon
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Du hast die Aussage immer noch nicht völlig begriffen. Es geht doch gar nicht darum das Handeln des Soldaten zu rechtfertigen. Es geht darum die ANDERE Seite zu zeigen. Einen Deserteur, oder ein Soldaten der zurückkehrt und seine zerstörte Heimat vorfindet und in dieser apokalyptischen Szenerie durch die Runden kommen muss.Howdie hat geschrieben: Deine Beispiele sind aber mindestens genauso dämlich. Du willst einen ernsten Umgang mit Krieg. Dann erklär mir mal wie du das Handeln des Spielers moralisch rechtfertigen willst. Wie rechtfertigt man das Töten von Menschen. Wie soll das in einem ernsten Umfeld Spaß machen. Erklär mir das mal... Die "Es sind nur Pixel"-Mentalität ist doch das einzige, was Militärshooter überhaupt möglich macht.
Du greifst dir schön ein zwei Sätze raus, gehst aber auf meine Grundaussage gar nicht ein.
Reicht das als Setting?
Moral und Gewissen führt auch zu kritischen Entscheidungen: Bringst du einen um, um die Sicherheit der Gruppe zu gewährleisten?
Es geht aber keineswegs darum Krieg zu visualisieren oder auch nur zu rechtfertigen
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kemy
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Schade, dass Brothers in Arms: Hells Highway in keinem Wort erwähnt wird. Der Titel ist in seiner Originalfassung meiner Meinung nach schon eher ein Antikriegsspiel. Die Geschichte hat mich sehr gefesselt, ohne dass (bis auf die unnötige Action Camera) man die Schattenseiten des Krieges auslässt und nur Drauf-Los-Baller-Action, wie bei Medal of Honor, zeigt.
Zuletzt geändert von kemy am 14.10.2010 14:45, insgesamt 1-mal geändert.
- Howdie
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Nett als Buch oder Film, aber wo ist da das Gameplay?Kyanon hat geschrieben:Du hast die Aussage immer noch nicht völlig begriffen. Es geht doch gar nicht darum das Handeln des Soldaten zu rechtfertigen. Es geht darum die ANDERE Seite zu zeigen. Einen Deserteur, oder ein Soldaten der zurückkehrt und seine zerstörte Heimat vorfindet und in dieser apokalyptischen Szenerie durch die Runden kommen muss.
Reicht das als Setting?
Moral und Gewissen führt auch zu kritischen Entscheidungen: Bringst du einen um, um die Sicherheit der Gruppe zu gewährleisten?
@Kajetan: Und ich sage eben, dass diese Forderung mit dem Shootergenre nicht vereinbar ist. Ich will auch Innovationen, aber eben nicht so. Ist halt meine Meinung.
Zuletzt geändert von Howdie am 14.10.2010 14:48, insgesamt 2-mal geändert.
- Levi
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er kommt nach hause, stellt fest das dort der Krieg auch schon wahr, und rächt sich im alleingang, indem er die pösen pösen Gegner alle killt ... muahahahaHowdie hat geschrieben:Nett als Buch oder Film, aber wo ist da das Gameplay?Kyanon hat geschrieben:Du hast die Aussage immer noch nicht völlig begriffen. Es geht doch gar nicht darum das Handeln des Soldaten zu rechtfertigen. Es geht darum die ANDERE Seite zu zeigen. Einen Deserteur, oder ein Soldaten der zurückkehrt und seine zerstörte Heimat vorfindet und in dieser apokalyptischen Szenerie durch die Runden kommen muss.
Reicht das als Setting?
Moral und Gewissen führt auch zu kritischen Entscheidungen: Bringst du einen um, um die Sicherheit der Gruppe zu gewährleisten?
*scnr* ... aus irgend einen grund kann ich das alles nicht wirklich ernst nehmen, und ich glaube nicht, dass es etwas mit fehlender Sensibilität zu tun hat.
- JesusOfCool
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Das und nichts anderes.Howdie hat geschrieben: Die "Es sind nur Pixel"-Mentalität ist doch das einzige, was Militärshooter überhaupt möglich macht.
Wer anderes behauptet fährt auf der gleichen Schiene wie die Leute, die Killerspiele verbieten wollen. Die wollen das nämlich aus genau dem Grund verboten haben. In einem Spiel tötet man keine Menschen, man fühlt sich nicht schlecht dabei wenn man jemanden in seine Einzelteile zerlegt und man hat auch kein schlechtes Gewissen wenn man es getan hat. Warum nicht? Weil man vielleicht abgestumpft ist durch die ganze Spielerei? Sicher nicht! Es sind eben nur Pixel.
Für mich heißt das letztenendes aber nicht, dass man kein Anti-Kriegsspiel machen kann. Das meiner Ansicht nach wichtige steckt im Kommentar: Es geht um die Inszenierung. Um das und um sonst nichts. Es würde meiner Meinung nach ausreichen, wenn man einen Ego-Shooter macht, der in einem Krieg spielt, den die Seite des Spielers verliert. Ziel des Spiels? Überleben natürlich. Missionsgestaltung? Leute retten, sich selbst retten, fliehen usw.
Der Abschluss wäre ein Ende des Krieges und das nach Hause kommen des Protagonisten, dessen Ehefrau mittlerweile einen neuen Mann hat und der von seinen Kinder nicht mehr wiedererkannt wird. Dramaturgie genug?
- Bedlam
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Haben Filme wie Full Metal Jacket oder Apocalypse Now keinen Unterhaltungsfaktor? Vor dem Schreiben mal das Gehirn anwerfen. Niemand sagt, dass diese Spiele keinen Unterhaltungsfaktor haben dürfen. Sie könnten sogar einen viel besseren Unterhaltungsfaktor haben als die Hurra-Helden-Shooter wie Call of Duty.BloodyJoe hat geschrieben:Jetzt dürft ihr mal raten wie sehr ich Anti-Kriegsspiele ohne Entertainmentfaktor mögen würde! Schwachsinn!
Mir war schon beim Lesen klar, dass es einige nicht raffen werden, dass Jörg die Videospielumsetzung anspricht und nicht den Film.Vittras hat geschrieben:Allerdings fällt mir als selbsternannten Filmkenner auf, dass Jörg wohl Rambo (1982) mit Rambo 2 (1985) verwechselt
Zuletzt geändert von Bedlam am 14.10.2010 14:51, insgesamt 1-mal geändert.
- Masakado
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@Howdie:
Je nach Gesinnung der jeweiligen Partei und des jeweiligen Individuums könnten unterschiedliche Reaktionen auf unterschiedliches Kanonenfutter (Männer, Frauen, Kinder, Zivilisten an der Front) das weitere Kriegsspiel erschweren.
Was ist also so schlimm daran, den feindlichen Soldaten auf die Arme und Beine zu zielen, damit einem nicht das Spiel 'unnötig' erschwert wird?
Erklär mir das Bitte.
Je nach Gesinnung der jeweiligen Partei und des jeweiligen Individuums könnten unterschiedliche Reaktionen auf unterschiedliches Kanonenfutter (Männer, Frauen, Kinder, Zivilisten an der Front) das weitere Kriegsspiel erschweren.
Was ist also so schlimm daran, den feindlichen Soldaten auf die Arme und Beine zu zielen, damit einem nicht das Spiel 'unnötig' erschwert wird?
Erklär mir das Bitte.
- Redd1990
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Ich versteh euch alle nicht. Spiele wo sinnlos geballert wird und wo das Ziel ist, so viele Gegner umzubringen wie nur möglich findet ihr gut.
Aber wenn man sich ein Spiel wünscht, wo man durch Tiefe in der Story oder sonstige Mittel erreichen kann, dass man auch mal die Seite sieht, dass es realen Soldaten nicht spaß macht die jeweiligen Menschen abzuschiessen... da seid ihr (zb Howdie) auf einmal empört.
Für mich völlig absurd.
Aber wenn man sich ein Spiel wünscht, wo man durch Tiefe in der Story oder sonstige Mittel erreichen kann, dass man auch mal die Seite sieht, dass es realen Soldaten nicht spaß macht die jeweiligen Menschen abzuschiessen... da seid ihr (zb Howdie) auf einmal empört.
Für mich völlig absurd.
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Stone82
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Daumen hoch, aber...
Ich finde die Aussage sehr gut! Mal etwas Neues im Military-Shooter-Bereich wäre sicherlich ein interessanter Aspekt.
Das einzige, was mich an dem Ganzen stört ist, dass einerseits Spiele wie Medal of Honor hier von 4P stark (und vllt. zu Recht!) kritisiert werden, aber auf der anderen Seite besteht derzeit fast 40% der gesamten 4P-Homepage aus eben jener Medal of Honor-Werbung.
Um die Spieleszene dahingehend aufzurütteln ist ein kleiner Artikel schon ein guter Anfang, aber wenn die kolossale Werbung gleichzeitig daneben steht, dann wird sich da auch nicht schnell was ändern...
Das einzige, was mich an dem Ganzen stört ist, dass einerseits Spiele wie Medal of Honor hier von 4P stark (und vllt. zu Recht!) kritisiert werden, aber auf der anderen Seite besteht derzeit fast 40% der gesamten 4P-Homepage aus eben jener Medal of Honor-Werbung.
Um die Spieleszene dahingehend aufzurütteln ist ein kleiner Artikel schon ein guter Anfang, aber wenn die kolossale Werbung gleichzeitig daneben steht, dann wird sich da auch nicht schnell was ändern...
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Kyanon
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Mir fehlt hier im Forum noch zu oft eine gewisse Reife für so eine Diskussion.
Ich würde mal über Masakados Gedankengang nachdenken statt Argumente dagegen zuwerfen Howdie. Er versucht das Thema Krieg als solches zu hinterfragen und das es nicht sinnvoll ist sich gegenseitig zu töten und damit Leben auszulöschen.
Gameplay lässt sich doch locker einbinden. Ich fand hierfür Fallout 3 sehr gut. Da gabs ja genug Gewissenskonflikte
@ BloddyJoe:
-_- entschuldige, aber wenn man nichts zu berichten hat sollte man lieber auch erst gar nicht schreiben, schweigen ist gold und so...
also bitte wie flach ist das denn, wer verlangt von dir so etwas zu spielen?
und wenn du auch nur ein Gedanken an die Materie verschwendest, weißt du selbst, dass kein Publisher ein Spiel ohne Entertainment Faktor rausbringen würde.
Ich würde mal über Masakados Gedankengang nachdenken statt Argumente dagegen zuwerfen Howdie. Er versucht das Thema Krieg als solches zu hinterfragen und das es nicht sinnvoll ist sich gegenseitig zu töten und damit Leben auszulöschen.
Gameplay lässt sich doch locker einbinden. Ich fand hierfür Fallout 3 sehr gut. Da gabs ja genug Gewissenskonflikte
@ BloddyJoe:
-_- entschuldige, aber wenn man nichts zu berichten hat sollte man lieber auch erst gar nicht schreiben, schweigen ist gold und so...
also bitte wie flach ist das denn, wer verlangt von dir so etwas zu spielen?
und wenn du auch nur ein Gedanken an die Materie verschwendest, weißt du selbst, dass kein Publisher ein Spiel ohne Entertainment Faktor rausbringen würde.
Zuletzt geändert von Kyanon am 14.10.2010 14:55, insgesamt 1-mal geändert.
- Jörg Luibl
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@ Kajetan und Kyanon: Genau darum geht es. Genau das ist der Kern des Kommentars.
Es geht mir natürlich nicht um eine möglichst drastische Auslebung abartiger Gewalt, es geht um Gewalt als Stilmittel innerhalb eines reiferen Shooterdesigns, das die Kehrseite(n) der üblichen Verherrlichungen aufzeigt und Handlungsalternativen anbietet.
Ich bin davon überzeugt, das ein Spiel das so inszenieren kann, dass das ganze Genre umgewälzt und gleichzeitig Umsatz damit gemacht wird. Kommt Zeit, kommt Anti-Kriegsspiel.
Es geht mir natürlich nicht um eine möglichst drastische Auslebung abartiger Gewalt, es geht um Gewalt als Stilmittel innerhalb eines reiferen Shooterdesigns, das die Kehrseite(n) der üblichen Verherrlichungen aufzeigt und Handlungsalternativen anbietet.
Ich bin davon überzeugt, das ein Spiel das so inszenieren kann, dass das ganze Genre umgewälzt und gleichzeitig Umsatz damit gemacht wird. Kommt Zeit, kommt Anti-Kriegsspiel.
