Der 4P-Kommentar: Call of Iran

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Jörg Luibl
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Beitrag von Jörg Luibl »

Kann man mal von dem reichlich dämlichen KZ-Totschlagargument absehen? Oder davon, dass ein Anti-Kriegsspiel mir als Spieler eine aktive Vergewaltigung aufzwingt?

Das ist doch alles alberne Hysterie. Es geht um die Fratze des Krieges. In der spielerischen Praxis kann das bedeuten, dass man beim Anblick der Gräuel, die eine gute Dramaturgie all den PR- und Militär-Lügen im Laufe der Kapitel entgegen stellt, endlich mal handeln kann.

Und damit meine ich eher die Erschießung der Vorgesetzten, der Täter oder die panische Flucht als das Mitmachen.
Zuletzt geändert von Jörg Luibl am 14.10.2010 14:37, insgesamt 2-mal geändert.
presGomacho
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Re: Rambo 1?

Beitrag von presGomacho »

Vittras hat geschrieben:Wie meistens eigtl. ein Kommentar der zum Denken anregt, auch wenn ich nicht immer der Meinung des Autors bin. Allerdings fällt mir als selbsternannten Filmkenner auf, dass Jörg wohl Rambo (1982) mit Rambo 2 (1985) verwechselt. Oder aber er geht nach den tatsächlichen Titeln, und nicht dem im allgemeinen Sprachgebrauch verbreiteten, First Blood und Rambo: First Blood Part 2?

Bitte genauer Differenzieren, da man sonst über den eigtl. guten ersten Stallone Film etwas anderes denken könnte als er tatsächlich zeigt.

Das ist natürlich nur eine Kleinigkeit, aber auch das zählt zur Recherche eines Artikels.
Vittras
Erstmal vorweg: Gut geschriebener Artikel, dem ich in den meisten Punkten auch zustimme.

Aber: Wie mein Vorredner schon erwähnt sollte man nicht den Fehler machen, den durchaus usa-kritischen "First Blood" (Rambo 1) mit den Nachfolgern gleichzusetzen.

"First Blood" beschreibt wunderbar das Trauma, welches viele Vietnam-Heimkehrer durchleben mussten.
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M_Coaster
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Beitrag von M_Coaster »

Das Artikel spiegelt das wieder was ich seit COD Mw2 denke... ES REICHT! Ein Multiplayer a la CoD oder BF spiele ich immer noch gern, aber die SP können mir gestohlen bleiben. Die sind für unendlich schlecht! Auch ich will ein wahres Antikriegsspiel und nicht diesen bisherigen scheiß!
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Infi88
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Beitrag von Infi88 »

Barzano hat geschrieben:
Infi88 hat geschrieben:
Barzano hat geschrieben: Das hier ist keine Diskussion über MoH, sondern eine Grundsatzdiskussion. Hier darf jeder mitreden der lustig ist, dafür muss man kein MoH gespielt haben :roll:
Du hast den Post nicht richtig verstanden.
Er meinte wohl damit, das wer den Verfall des Shooter Genres nicht versteht oder verstehen will, MOH gespielt haben muss, sonst kann man sich dazu gar nicht äußern ;).
Ahja, ich hab den Post nicht richtig verstanden. Großzügige Interpretation deinerseits, aber meine Antwort würde die gleiche bleiben. MoH hat mit dem Thema hier nur indirekt zu tun und es ist furchtbar egal, wer das Spiel gespielt hat und wer nicht. Der Verfall des Shooter Genres wurde schließlich nicht erst durch MoH eingeläutet.

ne aber fortgeführt, und hat eigentlich schon direkt was mim Thema zu tun, wenn aktuell "kreative Stagnation" herrscht dann ist wohl MOH unter anderem gemeint, welches die Aufregung gar nicht Wert war.
Evlt. die Motivation von Jörg diesen Beitrag zu schreiben.
Und der hat auch die schlechten ihres Genres gespielt, das ist wohl der Unterschied im Vergleich zu denen die sich ansonsten hier auslassen ;)
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Levi 
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Beitrag von Levi  »

Howdie hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:
Howdie hat geschrieben: Wir reden von Videospielen und nicht von Kriegssimulationen.
Und was unterscheidet Videospiele von Büchern und Filmen, wo solche Thematiken selbstverständlich behandelt werden?
Ein Spiel soll mich unterhalten und im besten Fall zum Nachdenken anregen. Aber mit Sicherheit soll es nicht dafür sorgen, dass ich mich schlecht fühle.
Was es soll oder nicht, entscheidest nicht Du, sondern derjenige, der so ein Spiel macht. Du entscheidest nur, was Dir gefällt oder eben nicht. Wenn Dir sowas nicht gefällt, dann spiele es nicht. Es zwingt Dich ja auch niemand Apokalypse Now anzuschauen, wenn Du eigentlich nur den Tag mit einer netten Komödie abschliessen willst.

Ist eigentlich ganz einfach, nicht?
Nein, eben nicht. Wenn du in einem Film ein KZ, eine Vergewaltigung oder einen Kriegsverbrecher siehst fühlst du dich schlecht. Wenn du siehst wie in Platoon Menschen hingerichtet werden ist das schon eine harte Nummer. Wenn man dann den Flughafen-Level dagegen stellt ist das ein Witz. Da es keinerlei Emotionen weckt. Es sind Pixel.

Stellt man das Spiel jetzt auf die Stufe eines Antikriegsfilms bin ich nicht mehr nur der Beobachter. Ich agiere und ich töte Menschen. Der Unterschied zwischen Spaß und Simulation ist eben, die Emotion. Wenn ich Krieg ernsthaft simulieren will, dann läuft das nur über Schrecken und Grauen.

Wenn ein Spiel das wirklich schaffen würde könnte es niemand mehr spielen. Wenn ich wirklich das Gefühl hätte im Krieg zu sein und eben nicht nur auf Pixel schieße... dann könnte ich nicht mehr abdrücken und viele andere eben auch nicht. Das ist die Crux beim Spiel. Der aktive Part. Deswegen gibt es in dem Fall auch eine nicht zu überwindende Kluft zwischen Film und Spiel. Während Filme sehr realistisch und hart sein können um den Zuschauer zu packen müssen Spiele immer sagen: Hallo ich bin nur ein Spiel. Es sind nur Pixel auf die du schießt. In dem Moment wo diese Grenze fällt wird es pervers. Diese Grenze soll doch bitte unantastbar werden, denn sonst droht durch Spiele wirklich die Verrohung der Gesellschaft. ;)

@Jörg: Ich sehe einen großen Unterschied zwischen dem Beobachten in Büchern und dem Agieren in Spielen. Zumindest in Bezug auf deine Forderung. Es ist etwas anderes in einem Buch über eine Vergewaltigung zu lesen oder eine "nachzuspielen". Das sind ganz klar 2 Paar Schuhe.
kleiner tipp für die fortführende Diskussion:

Begrenze dich auf Ego-Shootern ... bei denen nunmal das Hauptspielelement darin liegt, die Gegner nieder zu mähen. Dort bin ich deiner Meinung: wenn du das erreichen würdest, was hier gefordert wird, kannst du aufhören zu spielen....

bei einen Schleichspiel hingegen ist es zum Beispiel durchaus möglich. Wenn du dich schlecht fühlst, nachdem du einen Soldaten getötet hast ... obwohl es vielleicht anders ginge ... dort ist sowas dann sehr wohl möglich ;)
... und da ist es dann egal ob es pixelmänchen sind ... pixelmänchen, polaroid oder Buchstaben ... alle sind sie nicht echt.... das ist dementsprechend kein wirkliches Argument ;) ...
Zuletzt geändert von Levi  am 14.10.2010 14:36, insgesamt 1-mal geändert.
Kyanon
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Beitrag von Kyanon »

Wieso muss man bitte den Krieg detailgetreu nachspielen?

Es geht darum ein Helden mit Konflikten zu haben und diese mitfühlen zu können. Keineswegs geht es hier um die Echtheit des Krieges in Spielen, noch geht es darum Leute vor dem PC zu schocken oder Ihnen etwas aufzuzwingen.

Ich dachte es geht um neue Perspektiven um kritisches und mal REIFERES Material.

Ich weiß gar nicht wie du, Howdie, auf die Idee kommst unbedingt Mord und Totschlag so gut wie möglich zu visualisieren. Darum geht es nicht. Benutze deine Fantasie. Man kann auch anders kritisches Material liefern.

Und ob das Bild von einer schrecklichen Tat visualisiert wird oder bis ins feinste Detail beschrieben wird macht kein Unterschied, für mich jedenfalls.
Das eigene Vorstellungsvermögen erschreckt einen genug in diesem Moment
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mr archer
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Beitrag von mr archer »

4P|T@xtchef hat geschrieben:Kann man mal von dem reichlich dämlichen KZ-Totschlagargument absehen? Oder davon, dass ein Anti-Kriegsspiel mir als Spieler eine aktive Vergewaltigung aufzwingt?

Das ist doch alles alberne Hysterie. Es geht um die Fratze des Krieges.
Also KZ ist sicherlich kein strukturelles Moment der "Fratze des Krieges". Vergewaltigungen dagegen volle Kanne. Ich muss so ein Spiel wirklich nicht spielen, gebe da Howdie in gewisserweise Recht. Ich spiele aber auch schon keine Military-Shooter, weil mich das ganze Setting aus tiefstem Herzen ankotzt.
Aber so ein Spiel zur "Wirklichkeit des Krieges" - da ist ne Vergewaltigung locker drin.
Ich meine, stellt euch ne Weile vor einen Otto Dix. Habt ihr Lust, das zu spielen?
Zuletzt geändert von mr archer am 14.10.2010 14:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Howdie
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Beitrag von Howdie »

4P|T@xtchef hat geschrieben:Kann man mal von dem reichlich dämlichen KZ-Totschlagargument absehen? Oder davon, dass ein Anti-Kriegsspiel mir als Spieler eine aktive Vergewaltigung aufzwingt?

Das ist doch alles alberne Hysterie. Es geht um die Fratze des Krieges.
Deine Beispiele sind aber mindestens genauso dämlich. Du willst einen ernsten Umgang mit Krieg. Dann erklär mir mal wie du das Handeln des Spielers moralisch rechtfertigen willst. Wie rechtfertigt man das Töten von Menschen. Wie soll das in einem ernsten Umfeld Spaß machen. Erklär mir das mal... Die "Es sind nur Pixel"-Mentalität ist doch das einzige, was Militärshooter überhaupt möglich macht.

Du greifst dir schön ein zwei Sätze raus, gehst aber auf meine Grundaussage gar nicht ein.

EDIT: Das Beispiel aus deinem Edit ist aber nicht Krieg. Das ist vielleicht die romantisierte Fassung des aufrichtigen Helden und Soldaten. Aber das ist es mit Sicherheit nicht, wenn man echten Krieg erleben soll. Der sieht dann doch anders aus. ;)
Zuletzt geändert von Howdie am 14.10.2010 14:39, insgesamt 1-mal geändert.
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bruchstein
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Beitrag von bruchstein »

Wiso labern hier die meiste wieder über Antkriegsgame....der Artikel zeigt nur auf das Shooter etwas mehr möglichkeiten bieten sollten als im Schlauch hüpfender Weise rumzuruschen und rummzuballern.....

Die Fassetten und Gesichter eines Krieges sind extrem Vielfältig und ganz sicher keine Emotionslose und Tröge rummballer Orgie.....Da werden unmengen von Möglichkeiten verschenkt einen Shooter aufregend u anregend zu Gestalten....

Das einzigste was die Puplisher uns allerdings gönnen ist ein verdünnter Hustensaft oder noch schlimmer abgestandenes Bier aus der Dose mit Ziggiasche aufgepeppt und zum xten Mal aufgewärmt.....

Hr. Luibl war allerhöchste Eisenbahn das sie mal den faden Shooteralltag in die Mangel nehmen
Zuletzt geändert von bruchstein am 14.10.2010 14:45, insgesamt 4-mal geändert.
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Masakado
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Beitrag von Masakado »

Howdie hat geschrieben:
Was ist mit den physischen und psychischen Folgen des Krieges? Was ist mit Deserteuren auf allen Seiten? Was ist mit den hoch dekorierten Krüppeln? Was ist mit den Bomberpiloten, die mal ein ganzes Dorf einäschern? Was ist mit den Veteranen, die nach dem Krieg ohne Psychopharmaka nicht mehr leben können? Was ist mit dem Bundeswehrsoldaten, der nach seinem ersten Gefecht kotzen muss? Was ist mit dem zwölfjährigen Afghanen, der von den Taliban entführt und an die Front geschickt wird? Was ist überhaupt mit der Frage nach dem Sinn dieses Krieges?

Das kann ein Spiel nicht thematisieren? Oh doch - das kann es und das muss es endlich! Wenn es als Medium ernster genommen werden will, dann muss es auch Reife zeigen. Das verkauft sich nicht? Oh doch - man muss es nur genau so geschickt in die Schlagzeilen bringen wie das x-te idiotische Moorhuhnschießen in Uniform!
Nein das kann es nicht! Denn es ist ein Spiel! Es sind Pixel. Die können nicht die Gräuel des Krieges widerspiegeln. Ich kann mich nicht fühlen wie ein kotzender Soldat im Schützengraben.
Wir reden von Videospielen und nicht von Kriegssimulationen. Ein Spiel soll mich unterhalten und im besten Fall zum Nachdenken anregen. Aber mit Sicherheit soll es nicht dafür sorgen, dass ich mich schlecht fühle.

Lassen wir doch mal die Kriche im Dorf und sehen Shooter als das was sie sind: Unterhaltung. Ein Edutainment-Shooter macht in meinen Augen überhaupt keinen Sinn, denn die Folge kann nur sein, dass das Töten der Gegner schlecht ist. Denn Krieg ist schlecht. Wenn ich das dem Spieler vermittele... wie soll er dann noch Spaß am spielen haben? Wie soll ich Gegner töten, wenn mir das Spiel ständigt sagt dass das was ich tue schlecht ist. Dass ich ein Mörder bin...

Sorry Jörg, aber die Forderung halte ich persönlich für völlig überflüssig und nicht praktikabel. Wenn sich ein interaktives Medium damit auseinandersetzt macht es den Spieler automatisch zum Täter, denn es gibt keine moralische Rechtfertigung für das Töten von Menschen... wer sollte so etwas spielen wollen? Ich jedenfalls nicht!
Das Ziel in einem Anti-Kriegs-Shooter darf nicht das Töten der Gegner, sondern sollte, meiner Meinung nach, die Entwaffnung der Feinde sein. (Sowie heil und je nach Story siegreich in die Heimat zurückzukehren)
Fürs Töten fände ich eine indirekte Bestrafung, in Form von Karma und Konzentrationsverlust gut geeignet.
Götterkomplex
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Beitrag von Götterkomplex »

4P|T@xtchef hat geschrieben:..., es müsste ein Abbild der Realität sein, die für sich spricht und mir evtl. eine Entscheidung abverlangt...

...Selbst wenn geschossen wird, was immer noch sehr wichtig wäre, müsste der Kontext ein anderer, die Inszenierung eine andere sein...

...mit der fortschrittlichsten Engine vor der Brust...
Klingt meiner Meinung nach doch irgendwie ein wenig nach MGS3, bzw. MGS4 :)

@topic: Ich habe als Kind gerne Shooter gespielt. Da war es noch etwas besonderes. Mittlerweile beschäftige ich mich wie viele andere erwachsene Spieler lieber mit guten Rätseln und Geschichten statt mit Moorhuhnschießen.

Mehr als der fehlende spielerische und erzählerische Anspruch an Shooterspielen wundert mich die fehlende Abwechslung, was die Szenarien angeht: Früher gab es da einfach mehr. Da sah nicht jeder Shooter fast identisch aus. Es gab da zum Beispiel Wheel of Time, ein "Shooter" in dem gezaubert wurde. GoldenEye, das einzige Lizenzspiel, dass ich als gutes Spiel in Erinnerung habe und das mit Agentensetting. Time Splitters, Jedi Knight, (Aquanox), das WIRKLICH grandiose Apocalypse feat. Bruce Willies,...Irgendwie hatten die Spiele alle eine andere Geschichte erzählt und wirkten somit frisch. Jetzt wird nur noch zwischen 2 Arten von Shootern unterschieden: Die mit den normalen amerikanischen Soldaten und die mit den amerikanischen Supersoldaten.
johndoe828470
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Habe nicht das Gefühl, dass das Genre stagniert.

Beitrag von johndoe828470 »

Die Qualität variiert, aber die Nachfrage ist ebenso ungebrochen hoch, wie Sie es auch bei dem X-ten Fußballspiel ist, das rauskommt.

Das Spielprinzip ist einfach, die Komplexität jedes Gefechts ist gemäß der teilnehmenden SpielerInnen und Rahmenbedingungen bzw. des Regelwerkes ansprechender oder auch nicht und das reicht vielen SpielerInnen aus. Warum auch nicht? Zu sehen wer besser ist - egal ob im Sport, im Job oder beim Spielen ist für viele Menschen das einfachste Mittel um Befriedigung zu bekommen. Das mag man gut oder schlecht finden, jedenfalls zieht es. Ob da ein Skandal dazu kommt oder nicht, ist für mich nachrangig - jedenfalls schafft es eine Öffentlichkeit, die zuvor nicht mitbekommen hätte, dass hier ein Spiel rauskommt.

Ich finde es jedenfalls scheinheilig - vielleicht sogar verlogen - zu sagen, dass die virtuelle Abbildung oder Aufbereitung eines real bestehenden Konflikts egal ob qualitativ oder moralisch fragwürdig, schlimmer und daher moralisch verwerflicher ist als der reale Konflikt selbst.

Warum die Glorifizierung solcher Konflikte, egal ob in Medien oder in den Lebenswelten bestimmter Bevölkerungsgruppen so weit verbreitet ist, kann leicht beantwortet werden: Welche DeppIn tut sich den sowas relativ freiwillig - also meistens gegen Bezahlung - an, wenn man sich nicht in irgendeiner Weise moralisch vor der Gesellschaft rechtfertigen kann? Welcher Menschentyp muss das sein, der gerne und freiwillig mit geladener Waffe in einer Krisenregion unterwegs ist, in Erwartung jemanden zu töten wenn es notwendig wird oder auch einfach so? Ich denke dieser Menschenschlag ist relativ selten, bzw. ich wünsche es mir zumindest. Daher spielen alle brav mit und finden und erfinden Gründe, warum diese oder jene Region gerade befriedet werden muss, wie sonst könnten wir die MörderInnen oder GewalttäterInnen - zu der ein Krieg nun mal die AkteurInnen macht - wieder in unsere Gesellschaft aufnehmen?
johndoe478604#4
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Beitrag von johndoe478604#4 »

Visionäre, Visonäre, Visionäre... Jörg, hör mal bitte auf, zu träumen. Ich gehe auch nicht in ein Zoo und erhoffe mir, einen Säbelzahntiger zu entdecken.
Durch deine Innovationshurerei und Tagträumerei wird sich die Branche auch nicht zum Besseren wenden, also, steig endlich von deinem hohen Ross, hol tief Luft und hab' wieder unaffektierten Spass am Spielen.
Du sinnierst über Unnötiges und wünschst dir Dinge, für die das Medium schlicht nicht reif und anerkannt genug ist.
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Dimpelmoser!
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Beitrag von Dimpelmoser! »

Klar wäre ich auch dafür das es solche spiele irgendwann gibt!
Aber kann man das wirklich so machen wie es den Leuten bzw Soldaten in heutigen Konflikten geht!?!
Ich bezweifle es stark im Spiel hab ich keine Freunde mit denen ich vor 10h nen kaffee getrunken hab und einer davon neben mir mit nem loch im kopf liegt,! Nein ich spiele nur einen namenlosen Soldaten ohne jegliche Hintergrundinfos[Familie,Heimatort,etc.]! Sowas müsste dann eingebaut werden das man vlt das Intro zuhause spielt und die Ausbildung durchläuft und soweiter aber ist das überhaupt im Medium Videospiel möglich??

Meiner Meinung nach nicht
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Howdie
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Beitrag von Howdie »

Masakado hat geschrieben:Das Ziel in einem Anti-Kriegs-Shooter darf nicht das Töten der Gegner, sondern sollte, meiner Meinung nach, die Entwaffnung der Feinde sein. (Sowie heil und je nach Story siegreich in die Heimat zurückzukehren)
Fürs Töten fände ich eine indirekte Bestrafung, in Form von Karma und Konzentrationsverlust gut geeignet.
Das hat dann aber mit Krieg etwa so viel zu tun wie Hanuta mit ausgewogener Ernährung. ;)