Sir Richfield hat geschrieben:Mag sein, aber wofür soll ich GOG dann Geld geben? Die Entwickler haben da sicher schon lange nichts mehr von.
Ich würde mal behaupten, dass bis auf ganz wenige Ausnahmen, wie zB. Spiele von Rebellion KEIN EINZIGER Entwickler irgendwas von Verkäufen auf GOG.com hat. Entweder gibt es die Firma nicht mehr, respektive der Publisher sackt alles ein.
Wenn man auf solche Dinge Wert legen möchte, sollte man möglichst direkt beim Entwickler einkaufen. Was wiederum auch nur bei manchen Indie-Studios der Fall ist.
In der Regel ist der Entwickler als solcher bereits längst bezahlt, wenn ein Spiel in den Handel kommt, da der Publisher während der Entwicklungsphase für seinen Unterhalt aufgekommen ist. Nur sehr selten erhalten Entwickler Boni und Royalties aus den eigentlichen Spieleumsätzen. Deswegen kommt es ja auch immer wieder zu Vorfällen wie zB. der Schliessung von Radon Labs, wo das Studio recht wenig davon hatte, dass sich die Drakensang-Spiele ordentlich verkauft hatten, musste man doch schliessen, weil sich nicht genug Investoren für die Produktion kommender Projekte fanden. Und es ist vor allen in den USA vollkommen normal, dass nach Fertigstellung eines Spieles haufenweise Leute beim Entwickler gefeuert werden, wenn es kein unmittelbar anschliessendes Folgeprojekt gibt. Und Freelancer, die zur Verstärkung eines Teams während der Crunch Time engagiert werden, nur um danach wieder auf der Strasse zu stehen, sind ebenso "Entwickler" wie der sich selbst Top-Gehälter auszahlende Geschäftsführer eines Studios.
Es wäre daher wirklich besser, man löst sich von der Vorstellung, man "bezahle" den Entwickler, wenn man ein Spiel kauft. Der ist längst vom Publisher, vom Studio bezahlt worden. Der Kunde bezahlt den Publisher für seine Investition, mehr nicht.
Spiele-Entwicklung, das ist heute oft genug nur ein Fliessband-Job, ein Angestellten-Job. Man sollte da wirklich jedwede rosarote Brille absetzen ...