Und die Spiel-Universen können mit Sicherheit nicht mit der Komplexität eines Tolkien mithalten. Worum geht es denn dabei? Um eine möglichst komplexe, stimmige und weitgreifende Erschaffung eines Praralleluniversums, das keine logischen Fehler und Fauxpas enthält. Diese Komplexität kann (und soll) ein Spiel nicht liefern. Und das zeichnet nunmal ein gutes fiktionales Universum aus.
Und natürlich erschaffen Autoren wie Barrico auf 120 Seiten eine ganz andere Sprachgewalt als Tolkien. Aber auch darum geht es nicht.
Meine "Kritik" an Videospiele ist nunmal, dass die Story nie richtig gut sein kann, da sie vom Gameplay zerissen wird. Das Gameplay ist der Mittelpunkt des Spiels. Nicht die Story. Und das wird auch immer so bleiben, denn das zeichnet Spiele aus. Sollte es jemals jemand schaffen einen spielbaren Roman zu programmieren, der die Intensität und Emotionen des geschriebenen Wortes vermitteln kann, bin ich schwer beeindruckt. Aber das bezweifele ich doch stark.
EDIT
Heruwath hat geschrieben:Aber woran macht ihr die Komplexität fest? An der Anzahl der Protagonisten? An der Anzahl der Völker? Anzahl der Geschichten?
Stimmigkeit in Sich bei größtmöglichen Details. Und da kommen weder Halo (das nebenbei bemerkt eine unglaublich schwach ausgearbeitete Hintergrundgeschichte besitzt, an der sich drittklassige Autoren in Paperbacks vergehen durften) noch Mass Effect, noch sonst ein Spiel überhaupt auch nur in die Nähe.
Wir reden hier nicht von der Story an sich oder den Völkern. Wir reden von Details. Frag mal die Drakensang-Macher wie schwer es ist ein Spiel in einem komplexen Universum anzusiedeln.
Ach ja: Nebenbei strotzt auch Mass Effect (das ich persönlich vergöttere) nur so von Logiklöchern. Das ist teilweise schon nicht mehr feierlich. Stört es beim Spielen? Kaum. Ist es anspruchsvoller als Tolkien? Aus meiner Sicht mit Sicherheit nicht.
