Der 4P-Kommentar: APB - Flagshipped
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- Spunior
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@BigBamDaddy Ich bin mir jetzt nicht sicher, was die langen Ausführungen sollen. Dass die Produktion von Spielen ein komplexer und teuerer Prozess ist, ist den meisten Leuten tatsächlich bekannt. Und trotzdem gibt es auch genug Triple-A-Titel, die mit weniger als 70+ Mio. Dollar Budgets und 250+ Entwicklern hergestellt werden.
Ja, das Entwickeln von Spielen, besonders wenn es sich um neue Konzepte handelt, ist ein iterativer Prozess. Genau das habe ich hier auch schon an anderer Stelle in einem anderen Artikel festgehalten. Das heißt aber nicht, dass man dabei nicht vieles falsch machen kann.
Was die Quellen angeht - das absolut gar keine Infos zur Situation bei RTW vorliegen, ist nicht richtig. Ein paar Sachen sind im Artikel verlinkt, u.a. auch Luke Halliwells Blog. Auch gibt es diverse Kommentare zu oder Anmerkungen bei einigen Artikeln, die Hinweise darauf geben, wo es denn so gehakt haben könnte. Das übliche Getratsche in der Szene zähle ich hier noch nicht mal dazu.
Es fällt sicher immer leicht, das "Der Redakteur schreibt da was in seinem kleinen Elfenbeintürmchen, hat aber keine Ahnung von Softwareentwicklung oder Marketing"-Muster anzuwenden. Deswegen sei nur kurz und knapp angemerkt: Ich hab schon mal ein paar Zeilen Code getippt - wie das bei Leuten mit Informatik-Background überraschenderweise mal vorkommt. Ich hab schon im Marketingbereich gearbeitet. Und kenne das Prozedere von Entwicklerseite aus.
Der Artikel muss dir deswegen nicht besser gefallen - die "Hat null Ahnung"-Rethorik nehme ich an der Stelle aber mal spontan nicht an.
Ja, das Entwickeln von Spielen, besonders wenn es sich um neue Konzepte handelt, ist ein iterativer Prozess. Genau das habe ich hier auch schon an anderer Stelle in einem anderen Artikel festgehalten. Das heißt aber nicht, dass man dabei nicht vieles falsch machen kann.
Was die Quellen angeht - das absolut gar keine Infos zur Situation bei RTW vorliegen, ist nicht richtig. Ein paar Sachen sind im Artikel verlinkt, u.a. auch Luke Halliwells Blog. Auch gibt es diverse Kommentare zu oder Anmerkungen bei einigen Artikeln, die Hinweise darauf geben, wo es denn so gehakt haben könnte. Das übliche Getratsche in der Szene zähle ich hier noch nicht mal dazu.
Es fällt sicher immer leicht, das "Der Redakteur schreibt da was in seinem kleinen Elfenbeintürmchen, hat aber keine Ahnung von Softwareentwicklung oder Marketing"-Muster anzuwenden. Deswegen sei nur kurz und knapp angemerkt: Ich hab schon mal ein paar Zeilen Code getippt - wie das bei Leuten mit Informatik-Background überraschenderweise mal vorkommt. Ich hab schon im Marketingbereich gearbeitet. Und kenne das Prozedere von Entwicklerseite aus.
Der Artikel muss dir deswegen nicht besser gefallen - die "Hat null Ahnung"-Rethorik nehme ich an der Stelle aber mal spontan nicht an.
- Bloody Sn0w
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Soraldor
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Die Kolumne war mal wieder eine Gute. Hat mir persönlich gefallen und hat gezeigt, wie schnell eine Firma, auch wenn große Namen dran werkeln untergehen können. Stellenweise fühlte ich mich an das glorreiche Ion Storm erinnert, mit dem (wie war das noch...) vollverglasten Luxusbüro auf Kosten von Eidos bei der Produktion des Blockbusters/Megasellers "Daikatana"...
Auch wenn bei Ion Storm mit Eidos ein Publisher dahinterstand, seh ich doch ein paar Parallelen und es ist erschreckend, das irgendwo und irgendwann sicher wieder eine Firma dem unberechtigten Größenwahn verfällt.
Und so Leute touren dann durch die Gegend und wollen anderen Firmenchefs erzählen, wie mans richtig macht...
Auch wenn bei Ion Storm mit Eidos ein Publisher dahinterstand, seh ich doch ein paar Parallelen und es ist erschreckend, das irgendwo und irgendwann sicher wieder eine Firma dem unberechtigten Größenwahn verfällt.
Und so Leute touren dann durch die Gegend und wollen anderen Firmenchefs erzählen, wie mans richtig macht...
- bruchstein
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Horsti015
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Gefehlt haben Leute in den Führungspositionen, die sich nicht nur im früheren Erfolg der Firmengründer, deren Aura der Unfehlbarkeit und der aktuellen Aufmerksamkeit sonnen wollten, sondern stattdessen auch frühzeitig als kritische Stimme wirken und auf die Bremse treten hätten können. Ob diese bei RTW vorhanden waren, aber mit ihrem Feedback ignoriert oder gar untergebuttert wurden und schließlich das Weite suchten, wird nur Insidern bekannt sein.
Bin ich jetzt schwer von Begriff oder macht das geschrieben keinen Sinn? Mal langsam:
Gefehlt (konkret!) haben Leute in Führungspositionen [...]. Ob diese bei RTw vorhanden waren [...] ist nur Insidern bekannt.
Ja was denn nun? Haben sie gefehlt oder nicht? Erst klare Aussage und dann direkt im nächsten Satz alles wieder zurückziehen? Das geschriebene macht doch so überhaupt keinen Sinn. Was ist denn jetzt überhaupt der Punkt von den beiden Sätzen? Entweder hat man Einblick oder eben nicht. Aber man kann ja auch einfach mal wild rumspekulieren und Gerüchte in die Welt setzen bzw. irgendwie irgendwas schreiben. Ich kapiers nicht, ernsthaft.
- Spunior
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Nein.Erst klare Aussage und dann direkt im nächsten Satz alles wieder zurückziehen?
Es geht darum, dass es bei Realtime Worlds auf Dauer nie ein wirkliches Gegengewicht zur jenen gegeben zu haben scheint, die den Kurs des Studios prägten. Mehrere ehemalige Angestellte attestieren Dave Jones ja geradezu magische Überzeugungskräfte. Alle haben irgendwie Zweifel, hoffen aber darauf, dass Jones doch irgendwie noch ein Karnickel aus dem Hut zieht. Gegenpole sehen anders aus.
Das 'ob' bezieht sich jetzt eher darauf, ob es irgendwann Leute mit jener Eignung überhaupt in der Form in den entsprechenden Positionen gegeben hat, und wenn ja, warum sie sich da nicht langfristig gehalten haben. (Eingeknickt, angepasst, aufgegeben und abgetreten, rausgeekelt - alles möglich.)
- EvilNobody
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johndoe776539
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- KONNAITN
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Re: Der 4P-Kommentar: APB - Flagshipped
Ich frage mich welche zusätzlichen paar Story- bzw. Rendersequenzen, die Flagship später noch spontan für viel Geld in Auftrag gegeben haben soll, hier gemeint sind? Denn wenn ich mich recht erinnere gab es in HL: London überhaupt nur zwei Rendersequenzen. Ein recht langes Intro, und ein eher kurzes Outro. Es kann doch nicht sein, dass Bill Roper irgendwann überraschend festgestellt hat, dass sein Spiel sowohl einen Anfang als auch Ende braucht. (?)4P|Bot hat geschrieben:Als ich seinerzeit mit einem damaligen Kollegen auf der Game Developers Conference 2006 weilte, machte eine Geschichte die Runde: Bei Flagship habe man festgestellt, dass Hellgate: London noch ein paar Storyszenen fehlen. Die hätte man dann einfach mal spontan bei Blur in Auftrag gegeben, wo auch die anderen Renderszenen produziert worden waren. Jenes Konferenzgeschwätz dürfte je nach Empfänger mal Neidgefühle, mal Erstaunen ausgelöst haben, denn Animationsspezialisten wie Blur - den meisten Spielern sicherlich auf ewig dank des Intros von Warhammer 40.000: Dawn of War vertraut - setzen sich in der Regel erst in Bewegung, wenn mindestens sechsstellige Beträge im Spiel sind. Flagship? Tja, die konnten sich das ja leisten.
Also entweder diese Geschichte stimmt, oder sie war eben nur ein Gerücht. Aber wenn letzteres der Fall ist, ist sie in dem Zusammehang doch ziemlich irrelevant.
- Spunior
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Re: Der 4P-Kommentar: APB - Flagshipped
The point - you've missed it.KONNAITN hat geschrieben:Also entweder diese Geschichte stimmt, oder sie war eben nur ein Gerücht. Aber wenn letzteres der Fall ist, ist sie in dem Zusammehang doch ziemlich irrelevant.
Es geht nicht darum, ob diese spezielle Geschichte nun genau stimmt, per Stiller Post verfremdet wurde, oder eben völlig aus der Luft gegriffen wurde. Die Tatsache, dass es sie gab und kaum jemand spontan gesagt hätte "Humbug!" ist exemplarisch für das Image (vielleicht auch: das Selbstverständnis) des Studio zu jenem Zeitpunkt. Dass das Team mit reichlich Geld ausgestattet war, dementsprechend viel Leute anheuerte und sonst nicht knauserte, war durchaus bekannt, denn soooo groß ist die Szene ja nun auch wieder nicht - über drei Ecken kannte man da sicherlich immer jemanden, der da war oder mal was für sie gemacht hatte. Die haben ja nicht nur ein dickes Projekt gehabt, sondern gleich mal nebenbei noch einen eigenen Online-Dienst aufgebaut und halt mal noch lässig kommuniziert, dass man sich Mythos quasi als Test-Projekt dafür leistet.
Bei RTW war es durchaus ähnlich - reichlich Kapital, mehrere Standorte aus dem Boden gestampft, das Team auf 300 Leute aufgeblasen und dann mal noch schnell die Publishingrechte bei Webzen ausgelöst.
In beiden Fällen war das dann irgendwann schon so, dass sich Leute - unabhängig davon, ob es Neid oder Bewunderung ist - gefragt haben, was diese Teams 'richtig' machen und warum das andere nicht so einfach hinbekommen. Und am Ende des Tages stellt sich dann heraus, dass die tatsächlich auch nur mit Wasser gekocht haben. Und das nicht mal wirklich effizient.
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Xyluz
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Du hast natürlich die entscheidenden Punkte aus dem Zitat rausgeschnitten.Dr.Rush hat geschrieben:
Bin ich jetzt schwer von Begriff oder macht das geschrieben keinen Sinn? Mal langsam:
Gefehlt (konkret!) haben Leute in Führungspositionen [...]. Ob diese bei RTw vorhanden waren [...] ist nur Insidern bekannt.
Ja was denn nun? Haben sie gefehlt oder nicht? Erst klare Aussage und dann direkt im nächsten Satz alles wieder zurückziehen? Das geschriebene macht doch so überhaupt keinen Sinn. Was ist denn jetzt überhaupt der Punkt von den beiden Sätzen? Entweder hat man Einblick oder eben nicht. Aber man kann ja auch einfach mal wild rumspekulieren und Gerüchte in die Welt setzen bzw. irgendwie irgendwas schreiben. Ich kapiers nicht, ernsthaft.
Da steht
Also war die Frage: Gabs die Leute nicht oder wurden sie untergebuttert?ob diese bei RTW vorhanden waren, aber mit ihrem Feedback ignoriert oder gar untergebuttert wurden und schließlich das Weite suchten, wird nur Insidern bekannt sein.
Oder: Es sieht so aus als gab es diese Leute nicht. Wenn es sie gab wurden sie untergebuttert.
Dann haben sie aber nicht die Attribute erfüllt, die hier
aufgezählt werden. Was nun zutrifft dürfte nur Insidern bekannt sein.Gefehlt haben Leute in den Führungspositionen, die sich nicht nur im früheren Erfolg der Firmengründer, deren Aura der Unfehlbarkeit und der aktuellen Aufmerksamkeit sonnen wollten, sondern stattdessen auch frühzeitig als kritische Stimme wirken und auf die Bremse treten hätten können.
So schwer zu verstehen ist das nicht, du darfst natürlich den Satz nicht aus dem Kontext reißen.
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Xyluz
- Beiträge: 142
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Er will uns seine Sicht der Dinge mitteilen, das ist der Hauppunkt eines Kommentares. Das trifft auf deinen und auf meinen ebenfalls zu.BigBamDaddy hat geschrieben:Der Kommentar ist reichlich sinnfrei. Was will der Autor denn nun wirklich sagen?
Das für dich eventuell nichts neues geschrieben wurde mag ja angehen, aber dass keine Informationen in dem Kommentar stecken ist schlichweg gelogen.Wir alle wissen was mit Hellgate passiert ist (und die wahren Gründe wurden woanders detailiert erörtert und nicht so oberflächlich/zynisch abgehandelt wie hier) und auch zum Thema APB ist der Informationsgehalt quasi Null.
Hellgate wurde erwähnt, um eine vergleichbare Situation zu beschreiben, damit der Leser besser nachvollziehen kann was der Kommentator sagen will.
Kommentare sind keine Berichte. Da können die wildesten Spekulationen drin stehen, da Kommentare eben eine subjektive Sicht des Autors ist.Wenn man schon einen Kommentar abgibt, dann doch bitte mit mehr Informationen und weniger Mutmaßungen.
Ob du dem zustimmst oder nicht ist eine andere Frage, dass aber keine Infos drin sind ist falsch, und das er nicht mutmaßen darf ist ebenfalls falsch.
Das entschuldigt garnichts. Es gibt Entwicklerstudios die es bei weniger Kapital besser hinbekommen.Man sollte sich einfach mal vor Augen führen was alles nötig ist um ein Spiel zu entwickeln. Der Aufwand und damit verbundene Kosten sind riesig. Hinzu kommt nunmal auch ein eigentlich ebenso großer Kostenfaktor: Das Marketing. Dass sich kleinere Studios das nicht leisten können ist klar und so versucht man nunmal als Alternative sehr präsent auf Messen zu sein um über die Spielepresse an die Spielermassen zu kommen.
"Ist alles so teuer" gilt ja auch nicht als Argument bei Raubkopien, oder?
Doch Spieleentwicklung ist sogar ein hoch durchgeplantes Geschäft. Es gehört zur Aufgabe jedes Verantwortlichen bei fehlenden Informationen diese einzuholen, sei es bei einem Unternehmensberater oder sonst wo.Man muss das ganze einfach aus wirtschaftlicher Sicht betrachten. Spieleentwicklung ist kein fest planbarer Prozess (es sei denn man verfällt in eine Franchiseproduktion ohne große Neuerungen). Kleinere Studios wissen nicht wieviel Zeit und wieviel Arbeitseinsatz sie benötigen, sie können das auch nicht wissen.
Das man es nicht bis ins aller kleinste Detail planen kann ist richtig, aber das ist überall so. Wenn du Planung und Kalkulation verschlafen wurde geht man zurecht unter, nicht nur in der Spielentwicklung. Meist bekommt man als Selbständiger nicht mal Startkapital, wenn man solch elementare Dinge vergisst.
Schlechte Planung. Wenn man so überzeugt von seinem vorhaben ist, kann man immernoch Fremdkapital aufnehmen. Das ist nun nichts ungewöhnliches in der freien Wirtschaft. Im Gegenteil, ein zu hoher Eigenkapitalanteil deutet auf ineffizienz hin. (Stichwort: Leverageeffekt)Geht das Geld irgendwann aus, muss das Produkt fertiggestellt sein, egal ob es fertig ist oder nicht.
Das scheint ja eben nciht passiert zu sein. Sonst hätten die Entwickler nicht solch ein Bezahlmodell gewählt.Auch die Wahl des Bezahlmodells ist keineswegs eine Entscheidung die sich der Entwickler frei aussuchen kann, hier drängt die wirtschaftliche Realität einen Entwickler zu Entscheidungen, die er selber nicht gern hat.
Ein großer Publisher hätte das Projekt eingestampft, wie ein Vorposter schon erwähnte. Dass das Konzept keine Käuferschicht findet war absehbar.Ich vermute mal, dass APB ein wesentlich besseres Produkt geworden wäre, wenn man fester Teil eines großen Publishers gewesen wäre und damit aber auch ein Stück Unabhängigkeit aufgegeben hätte.
Das ist bei allen Branchen so, die hohe Investitionskosten haben, sieht man schön an der Automobilbranche. Da gab es auch mal weit über 100 verschiedene Hersteller, die alle nach und nach pleite gegangen sind.Es ist kein Zufall, dass heutzutage fast alle Entwickler Teil oder stark Verbunden mit einem bestimmten Publisher sind und es kaum noch unabhängige Studios gibt, die große Titel entwickeln.
Heute gibt es weltweit ungefähr ein dutzend.
Das hat aber erstmal nichts damit zu tun, dass man auch mit einem kleineren Budget gute Titel machen kann. Es war im Endeffekt die Überheblichkeit von RTW, die sie hat scheitern lassen. Nicht das mangelnde Kapital.
Wenn schon mangelnde Planung als Entschuldigung herhalten muss ist aber einiges im Argen. So überlebt nicht mal ein Kiosk.
