[Fettgedrucke Hervorhebung von mir)DavidDelllaRocco hat geschrieben:Um eins klar zustellen. Ich beführworte nicht im geringsten das was die Taliban dort abziehen. Das sie grausam sind steht ausser Frage. Trotzdem bleibt für mich immer noch ein ganz wichtiger Aspekt das es sich um ein Spiel handelt.Splaesh hat geschrieben:[...]
Denn ich glaube nicht das man in dem Spiel auf Zivilisten schiesst und Frauen hinrichtet weil sie nicht nach dem Koran leben. Sondern man wird einfach nur in einem Multiplayer Gruppe gegen Gruppe nach dem alten Muster Capture the Flag gegeneinander antreten. Einige als Taliban andere als US Soldat. Und was soll daran jetzt so furchtbar sein? Nur weil ich in einem Spiel auf "irgend einer Seite" kämpfe heisst das ja nicht gleichzeitig das ich ihr Sympathiesant bin oder? Ich beführtworte ja auch nicht die organisierte Kriminalität nur weil ich MafiaII oder GTA spiele.
Wenn man die Taliban in dem Spiel einfach nur "Terroristen" nennen würde dann würde kein Schwanz danach krähen, obwohl es immer noch der gleiche Konflikt ist. Wenige hier mögen wirklich damit ein Problem haben aber die müssten dann auch mit anderen Shootern ein Problem haben. Aber die meissten die hier rumnörgeln sind doch die ersten denen es eine Freude sein wird "feinde" in so einem Shooter nieder zu mähen.
Ich finde es einfach unmoralisch, dass man nun die Taliban spielen kann/darf. Ich mag Kriegsshooter allgemein nicht. Das einige das Argument hervorzaubern, dass man sich doch über das Taliban-Thema nicht aufregen solle, weil andere Spiele doch nicht besser seien, ist totaler Humbug. Denn: Nur, weil andere Spiele ebenfalls unmorilische Inhalte haben, muss es ja nicht auch MoH zwingend haben. Im Sinne von: Unrecht+Unrecht=Recht argumentieren hier welche. Das ist Quatsch.
Dann kann ich auch nichts mit dem Argument anfangen, dass es ja nur um den Multiplayerpart geht. Was macht es dadurch nun weniger unmoralisch? Für mich macht es das erst noch schlimmer: Ich konnte vorher schon nicht diese Shooter-Multiplayer nicht ab. Dort geht es nur um eines: Töten. Töten um des Töten willens und dabei Spaß haben. Wozu denn eine Handlung einbauen oder auf irgend eine andere Weise eine Art Tiefe einbauen, wenn man doch nur Töten will. Ohne Handlung, ohne Tragik, ohne Gefühl. Nur Rumballern und Kills sammeln. Headshot!!!!! Mehr will man als MoH Spieler wohl nicht. Aber ich sehs schon kommen: Jetzt will man mir gleich klar machen, das es um Taktik undn eventuell Teamplay gehe. Alles klar. Die Leute im Schützenverein gehen natürlich auch nicht zum Schießen in den Verein, sondern um Teamgeist und Feingefühl kennen zu lernen. Jedoch ist meine Antwort darauf: Das lerne ich auch bei Brettspielen mit meinen Geschwistern/Kindern und da brauche ich nicht mit virtuellen/echten Waffen hantieren, sondern bewege Holzfiguren auf einem Stück Pappe mit buntem Aufdruck.
Um zurück zu kommen auf das Taliban-Thema und dem Multuiplayer: Der ja schon meiner Ansicht nach kranke Multiplayermodus hat nun auch den tollen Vorteil, dass ich nicht nur mit Amis killen/headshotten kann, sondern auch mit Taliban. Ist klar, dass kaum einer hier etwas dagegen hat. Denn wems sowieso nur ums Töten ohne Kopfeinschalten geht, dem ist es auch egal, mit wem er tötet.
So, nun kurz zum fettgedrucken im Zitat:
Ja, es ist irgendwie doch nur ein Spiel, sagen die Befürworter. Einach ein Allzweckargument für Videospieler. Ist fast schon so wichtig für sie, wie das schweizer Taschenmesser für die Pfadfinder. Dumm nur, dass es meiner Ansicht nach nicht ganz zutrifft. Und jetzt kommt erst das eigentlich perverse an der ganzen Sache: Wohl jeder Videospieler freut sich schon jetzt insgeheim auf die nächste Generation von Konsolen/Computertechnik, welche noch mehr Realismus bietet. Jeder will eine noch bessere Grafik, noch mehr "das-ist-echt-Gefühl". Nun stellt ich mir vor, wie gestört und geisteskrank man sein muss, solche Wünsche zu haben ... in dem Wissen, dass der ach so geniele Multiplayermodus in MoH Teil X dann wie eine echte Metzelei sein wird. Jetzt und in Zukunft wird dann wohl immernoch von der Videospielgemeinde das Allzweckargument (ist doch nur ein Spiel) hervorgebracht. Mekr eigentlich noch mal einer von euch, wann man mal ein Schlussstrich ziehen sollte? Findet keiner von euch, dass irgendwann mal das Argument nicht mehr gelten sollte? Ich finde die jetzte Stufe der Technik schon realistisch genug um zu erkennen, dass ich auf sehr real aussehende Pixelmänner schieße. Wie kann man da bitteschön von "ist nur ein Spiel" reden?
PS:Ich habe teils ironische Aussagen in meinem Kommentar, ich hoffe man erkennt sie auch als solche.
