eph hat geschrieben:Eigentlich wollte ich nie wieder etwas auf einer Gaming Seite posten, aber so langsam muß ich mir doch mal Luft machen, besonders nachdem ein paar Seiten zuvor in diesem Thread jemand meinte, die eigentlichen Verbrecher seien die, die sich ein Spiel teilen.
Ich bin also ein Betrüger, nur weil ich eine Ehefrau bin?!
Den Spieleschmieden nach zu urteilen anscheinend ja schon, besten Dank auch!
Ich finde dieses Vorgehen gegen den Gebrauchtmarkt unerhört, aus zwei Gründen.
Erstens gab es für Publisher niemals mehr Gelegenheit als jetzt, auch an Gebrauchtspielen zu verdienen, denn fast jedes Spiel kommt heutzutage mit kostenpflichtigem Download Content daher, den man nicht weitergeben kann. Wer gebraucht kauft muß trotzdem dutzende von Euro auf den Tisch legen, um ein komplettes Spiel mit allen Missionen zu haben. So mancher Gebrauchtkäufer wird sogar eher bereit sein das gesparte Geld so zu investieren. Ich jedenfalls tue das.
Und zweitens werden Geschwister, Ehepartner und andere nahe Familienangehörige gleich mit diskriminiert!
Wo ich herkomme war es immer völlig normal, daß z.B. jüngere Geschwister zusammenschmeißen, um sich ein teures Spiel(zeug) zu kaufen, oder daß einer das eine und der andere das andere kauft und man sich dann abwechselt, weil man eh nur eine Konsole hat.
Es war mir nicht bewußt, daß ich zwar einen eigenen Account auf unserer PS3 haben darf aber auf keinen Fall die gleichen Spiele spielen darf wie mein Mann!
Mal ein Beispiel, auch wenn es kein THQ sondern ein Sony Titel ist:
In unserem Haushalt gibt es zwei Konsolen und drei Spieler - meinen Mann, meinen Bruder und mich.
Als White Knight Chronicles erschien haben wir das Spiel zweimal gekauft, brandneu natürlich weil wir es gleich spielen wollten.
Mein Mann und ich wechseln uns ab beim Spielen, und wenn mein Bruder seins nicht braucht können wir gleichzeitig online gehen und zusammen questen.
Wir haben sogar darüber nachgedacht ein gebrauchtes drittes Exemplar des Spiels anzuschaffen und eine weitere Konsole zu leihen, um alle gleichzeitig spielen zu können. Warum gebraucht? Weil wir inklusive DLC schon 100+ Euro für unser eines Spiel ausgegeben haben. Nur um vielleicht einmal im Monat zu dritt spielen zu können geb ich doch nicht nochmal 60-70 Euro aus! (UK Import geht bei Sony Exclusives meist ja auch nicht mehr, weil sie dann mit deutschem DLC nicht kompatibel sind. Und Saturn hat nunmal nicht immer 20% Discount Aktionen!) Außerdem kann man bei vielen anderen Spielen wie z.B. Little Big Planet, Modnation Racers oder Resistance2 mit nur einem Spiel zusammen online spielen, da geb ich für eine Zweitkopie eines Spiels, das diese Funktion nicht hat, erst recht nicht doppelt Vollpreis aus.
So. Nun haben wir uns ein Bein abgefreut auf White Knight Chronicles 2. Bis die Meldung kam, daß es in Japan mit Onlinepass erschienen ist.
Ich soll jetzt also zusätzlich bezahlen, damit ich ein Spiel, das wir brandneu kaufen, mit meinem Mann abwechselnd spielen kann? Nur weil dieser Onlinepass nur für einen Account gültig ist? Als ob!
Das Ende vom Lied ist, daß wir es wahrscheinlich überhaupt nicht kaufen werden bis es in der Wühlkiste liegt, damit wir den zusätzlichen Betrag für den Onlinepass wieder raus haben.
Danke daß ich extra zahlen muß um ein Spiel, das zur Hälfte mir gehört, mit meinen eigenen Freunden online spielen zu dürfen.
Wohin führt diese ganze Gängelung seitens der Publisher?
Zumindest in unserem Fall zu derbem Umsatzverlust für sie. Früher haben wir 3-6 PS3 und PSP Spiele im Monat gekauft. Es war unser liebstes und fast einziges Hobby. Das Groß der Spiele war immer neu, ab und zu mal ein gebrauchtes oder eins aus einem Sonderverkauf.
Inzwischen kaufen wir höchstens noch eins im Monat, weil wir einfach keinen Bock haben auf abchecken ob auf UK deutsche Sprache vorhanden ist, abchecken ob UK-Version kompatibel ist mit deutschem DLC, Kundenkonto bei xyz machen um online spielen zu dürfen, prüfen ob man extra zahlen muß für 2 Personen etc pp. Kein Bock!
Mein Geld fließt inzwischen hauptsächlich in Handarbeitskram, nach über 14 Jahren Videospielen. 2010 kaufe ich mir nur noch Atelier Rorona und LBP2, vorausgesetzt es hat keinen Online Pass. Mein Mann kauft lieber Filme und beschränkt sich auf die wenigen Titel bei denen er weiß, daß er dabei nicht ans Bein gepißt wird. Gut gemacht, Publisher!
Ehefrauen zurück an den Herd, ihr dürft nicht mitspielen. Pfui.
Leider traurig, aber nicht ganz ungerecht. Du besitzt ziemlich viele Wünsche
- deutsche sprache
- dlc kompatibel
- online funktion
- features, welche in andere spielen enthalten sind
- kein Bock auf Informationssuche
Es mag vielleicht etwas hart klingen, aber genau dies Wünsche machen das Spiel für dich persönlich so teuer. Wer mit English zufrieden ist, der spart. Wer auf dlc verzichten kann, der spart. Und wenn man mit zwei Leuten bestimmten DLC spielen will, dann muss man dafür bezahlen. Die Konditionen sind bekannt. Im Internet kann man sich ganz genau darüber informieren welche features ein Spiel hat und welche Funktionen es unterstütz. Man kann nicht erwarten, dass alle Produkte den gleichen hohen Service bieten. Darüberhinaus bin ich der Meinung, wer für sein Hobby Zeit investiert um sich Informationen zu beschaffen der ist im Vorteil. Wer keine Lust darauf hat kann nicht verlangen diesen Vorteil trotzdem zu kriegen.
Ein Spiel wird vom Publisher mit bestimmtem Umfang angeboten. Wenn du das Spiel unbedingt haben willst, dann musst du die Konditionen akzeptieren, du kannst nicht erwarten, dass der Publisher deinen Wünschen nachkommt. Man kann nicht das beste aus beiden Welten haben. Spielen zu wollen und gleichzeitig verlangen unter welchen Bedingungen das ganze passieren soll.
Tut mir leid, wenn ich dir etwas zu nah getreten bin, aber das Leben ist nun mal nicht einfach und Publisher nicht fair oder lieb. Man darf nicht vergessen, dass nicht nur der Publisher sein Spiel verkaufen will, sondern der Kunde ein Spiel spielen will.
@Brakiri:
Der von dir beschriebene Alterungsprozess tritt nur unter bestimmten Bedingungen auf.
Der Spielspass wird nur durch den grafischen und soundtechnischen Fortschritt beeinflusst, wenn der Spieler Wert drauf legt. Genauso verhält es sich mit dem spielmechanischer/inhaltlichem Fortschritt. Wenn du nicht drauf verszichten möchtest, dann ja. Ein Sprachausgabe bei Dialogen steigert den Spielspass. Der Standard bleibt für mich aber der gleiche -> keine Sprachausgabe. Kompatibilitätsprobleme tretten nur auf, wenn der Spieler dieser durch Erwerb von neuer Technologie hervoruft. CDs altern nicht so lange man diese nicht nutzt. Denn sie sind kein magnetischen Medien sondern optische. Ein Auto altert allerdings auch wenn man es nicht nutzt.
Die selben Effekte tretten auch bei jedem anderen Produkt auf, wenn man es hervorruft. Ein Transrapid läßt alle Schienenfahrzeuge veralten, aber so lange er nicht gebaut ist tritt diese Effekt nicht ein. Eine Ökoplakette läßt alle Fahrzeuge ohne Kat veralten, ohne diese tritt der Effekt nicht ein.
Wenn man allerdings diese ganzen beinflussbaren Wertverluste herausnimmt, dann altert ein Spiel (Daten) nicht. Ein Auto allerdings schon