GDC 2010 - Im Zensurland nichts Neues

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muskeljesus
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Beitrag von muskeljesus »

Chrissler hat geschrieben:
-BloodyShinobi- hat geschrieben:Für mich sind diese "Schnitte", "Indizierung" und "Zensur" ein Zeichen für die Unfähigkeit unserer Regierung/Politiker sich mit dieser Thematik kompetent auseinander zu setzen
Die bekommen schon Schweißausbrüche,wenn in Videospielen Hakenkreuze vorkommen............oh wie Böse ist das denn?? 8O
Ja ist sobieso eine komische Zensurart in Deutschland. Ich meine was verbieten die einem da zu sehen? Ein Hackenkreuz. Auf welcher Seite spielt man in der regel? Auf der Seite der Allianz? Also warum zensieren die die Nazis in Spielen obwohl man ja eigentlich die welt von dennen befreit!!

Naja, Hakenkreuze sind verfassungsfeindliche Symbole, dürfen also nicht dargestellt werden, außer in Kunstwerken (dazu zählen auch Filme, Comics, etc.). Da Spiele jedoch explizit NICHT als Kunstwerke gelten (was natürlich totaler Quatsch ist), müssen Hakenkreuze hier entfernt werden.

Warten wir ab wie sich die Situation weiter entwickelt. Auch ich bin Anhänger der These, dass sich die Video- und Computerspiele in die Mitte der Gesellschaft bewegen werden, ähnlich wie das Fernsehen (oder früher die Romane, die wurden ebenfalls verteufelt). Alles eine Frage der Zeit.
Arkune
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Beitrag von Arkune »

Ausgenommen Vorbehaltsfilme...
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monotony
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Beitrag von monotony »

Wulgaru hat geschrieben:Ich weiß nicht warum ich am Thema vorbeirede nur weil ich einen Aspekt anders sehe als du.
Was ich an deiner Ansicht nicht verstehe, ist die Entwicklung die du daraus schließt.

[...]

Das Gegenteil ist der Fall. Heute können wir deutschen Spiele spielen, die früher schneller indiziert worden wären als du Bücherverbrennung schreiben kannst. Das merkt man doch an dieser Debatte. Wir reden heute nur noch von Zensur einzelner Elemente eines Spiels, nur noch selten von generellen Verboten.
Und die Entwicklung wird weiter gehen, in 5-10 Jahren wird auch das kein Thema mehr sein, dann ist mir das persönlich immer noch nicht wichtig und du bist zufrieden gestellt.

Das ist die natürliche Entwicklung eines Mediums. In den 80ern wurden Scarface oder Tanz der Teufel oder Songs der Ärzte auch indiziert, heute würde niemand mehr daran denken so etwas zu tun. Spiele haben diese Entwicklungen noch vor sich.
Solange behalte ich es mir dann eben vor den Kopf zu schütteln, wenn ein Crytek-Typ rumweint, weil er nicht realistischer Krach-Bumm-töten kann....mal überspitzt formuliert. :wink:
meine güte. genau das meine ich, wenn ich schreibe, dass du am thema vorbei redest. es ging nie, ich wiederhole NIE, um die zensur einzelner bestandteile eines video- oder computerspiels oder deren indizierung. es ging in diesem artikel sowie in der debatte ausschließlich um den verbot von computerspielen aufgrund der gewaltdarstellung.

nun sagst du, dass dich das fehlen von blut, also jener gewaltdarstellung, die theoretisch zu einem verbot führen würde, nicht interessiert. ich interpretiere das so, dass du somit indirekt dem verbot solcher spiele, die diese beinhalten, billigst. nun wollte ich dich darauf aufmerksam machen, dass du nicht der nabel der welt bist und habe daher einen utopischen vergleich herangezogen, um dir das eigentliche problem verständlich zu machen.

die USK ist keine staatliche institution, und hat weder mit der indizierung noch dem theoretischen verbots von spielen etwas zu tun. somit ist es schnurz, ob die alterseinstufungen der USK in den letzten jahren lockerer geworden ist. die BPJM, welche die indizierungen vornimmt, ist immernoch fleißig am indizieren. auch diese mögen subjektiv genommen inzwischen weniger streng vorgehen. das hat aber ebenso nichts mit dem tatsächlichen verbot von "killerspielen" zu tun. die ehrenwerten herren in den politischen reihen, die da diskutieren, wollen übrigens nicht nur kein blut in videospielen sehen. sie wollen alle spiele verbieten, in denen z.B. menschen von dir als spieler getötet werden können. darunter fällt dann leider auch sowas wie ein blutleeres bioshock.
Du scheinst von einer bösartigen Instanz Staat auszugehen, die immer mehr Verbote bei Spielen beschließt, soll heißen einer negativen und immer schlimmer werdenden Entwicklung.
bisher gibt es keinerlei verbote, vergiss das nicht. da es bisher mehr als ausreichende jugendschutzbestimmungen (respektive indizierung) gibt, wäre ein "killerspielverbot" also sehrwohl eine wie du sagst schlimmer werdende entwicklung. weil dann nicht nur die bewerbung und offener verkauf solcher spiele unterbunden wäre, sondern der generelle verkauf und herstellung innerhalb deutschlands. ein verdammtes verbot eben.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Tony hat geschrieben:
nun sagst du, dass dich das fehlen von blut, also jener gewaltdarstellung, die theoretisch zu einem verbot führen würde, nicht interessiert. ich interpretiere das so, dass du somit indirekt dem verbot solcher spiele, die diese beinhalten, billigst. nun wollte ich dich darauf aufmerksam machen, dass du nicht der nabel der welt bist und habe daher einen utopischen vergleich herangezogen, um dir das eigentliche problem verständlich zu machen.

die USK ist keine staatliche institution, und hat weder mit der indizierung noch dem theoretischen verbots von spielen etwas zu tun. somit ist es schnurz, ob die alterseinstufungen der USK in den letzten jahren lockerer geworden ist. die BPJM, welche die indizierungen vornimmt, ist immernoch fleißig am indizieren. auch diese mögen subjektiv genommen inzwischen weniger streng vorgehen. das hat aber ebenso nichts mit dem tatsächlichen verbot von "killerspielen" zu tun. die ehrenwerten herren in den politischen reihen, die da diskutieren, wollen übrigens nicht nur kein blut in videospielen sehen. sie wollen alle spiele verbieten, in denen z.B. menschen von dir als spieler getötet werden können. darunter fällt dann leider auch sowas wie ein blutleeres bioshock.
Du unterstellst mir am Thema vorbeizureden, pickst dir aber selbst einen einzelnen Aspekt meines Postes aus dem Zusammenhang heraus und dichtest Meinungen an?

Noch einmal:
Zensur/Indizierung und Verbote gehören zusammen, das ist auch das Thema der News und die ist das Topic, nicht etwas was du willkürlich festlegst. Wenn du nicht mit mir diskutieren willst lass es, aber unterstelle mir nicht Sachen damit dein Weltbild funktioniert...oder lies zumindest die News einmal ordentlich durch...du hast schließlich auf einen meiner Posts reagiert, ich nicht auf deine.

Und zu deinem Thema Verbote:
Die ehrenwerten Herren in den politischen Reihen? Wer soll das sein? Die Leute von denen wir reden stellen eine so verschwindend geringe Minderheit im rechten Flügel der Union dar, dass es fast schon traurig mit anzusehen sind. Sie sind lediglich ein weiterer Ausdruck des konservativen Verzweiflungskampfes gegen die Bedeutungslosigkeit. Es gibt keine politische Mehrheit für solche Verbote, es ist purer Populismus. Selbst wenn die gesamte Partei CDU/CSU bundesweit für ein Verbot eintritt, wird sie keine politische Mehrheit dafür finden. Sie bekommen dafür weder die Zustimmung der SPD, FDP oder den Grünen. Zumindest eine dieser Parteien bräuchten sie im Boot..
Was ich damit sagen will:
Eine Angst vor dem Verbot ist nicht logisch begründbar.

Der Rest ist wie gesagt die Entwicklung des Mediums Videospiel, die natürlich ist und zwangsläufig weiter voranschreiten wird und damit steigt auch die Akzeptanz, dass ist nicht subjektiv sondern an konkreten Beispielen begründbar, ganz platt eben an der Resident Evil Serie. Wenn du dem widersprechen willst okay, aber tue es bitte mit Argumenten und nicht mit Unterstellungen, das versuche ich auch.
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VA1N
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Beitrag von VA1N »

Oh Gott, kommt mir nicht mit diesem Kunst-Gelaber an. Ich krieg jedes mal das Kotzen, wenn jemand meint, alles zur Kunst erheben zu müssen, das ging mir schon beim Dadaismus auf die Nerven. Überhaupt, wenn ein Künstler ein Kunstobjekt vorstellt, das auf den ersten Augenblick keins ist, dann tut er das, um über den Kunstbegriff zu reflektieren. Duchamp spielt mit den Erwartungen des Betrachters. Es wäre kein Kunstwerk, wenn er sich nichts in die Richtung gedacht hätte. Und es war bestimmt nicht seine Absicht, zu sagen, dass alles, was man am Straßenrand findet Kunst ist. Und ein Gegenstand ist keine Kunst, nur weil seine Erschaffung mit Arbeit, Denkprozessen und Design verbunden ist. Gebäck aus der Konditorei ist keine Kunst, mein Handy ist keine Kunst, meine Tischlampe ist keine Kunst. Es wird erst zur Kunst, wenn ich es mit entsprechenden Gedanken verbinde. Auch in der Musik gibt es eine klare Unterteilung zwischen funktioneller Musik (zweckgerichteter) und autonomer Musik (um der Kunst willen).

Und zu guter letzt, Spiele wie CoD, GoW, CS, sowie einige schlimmere, indizierte Werke sind KEINE Kunst, es sind Unterhaltungsmedien und sie können als solche gut sein. Aber sie werden niemals als Kunst angesehen werden. Es gibt auch Ausnahmen, wie besagtes Bioshock. Wie aber schon Wulgaru gesagt hat, wurde Bioshock ja auch nicht inhaltlich zensiert, also warum der Wirbel um Kunst? Wenn etwas ganz offensichtlich künstlerischen Stellenwert verdient wird es auch nicht einfach zensiert. Gewalt ist aber keine Kunst. Die meisten solcher Spiele wurden nur in dem Zweck erschaffen, zu unterhalten, daher sind es funktionelle Medien. Sie verdienen keinen künstlerischen Stellenwert, der sie vor der Zensur schützt, wenn sie es mit der Gewalt ganz offensichtlich übertreiben. Versteht mich nicht falsch, ich habe einige indizierte Spiele gespielt, ich lasse mich von der Zensur auch nicht einschränken, trotzdem finde ich es gut, dass der Staat das tut, erstens für die Menschen, für die solche Medien unzumutbar sind (in erster Linie Kinder), zweitens weil ich selbst in ein paar Jahren nicht stolz darauf sein werde, Condemned, Prototype und ähnliches gespielt zu haben. Es ist nicht so, dass ich irgendwie geschockt war und diese Spiele bei irgendwem traumatische Erlebnisse hinterlassen, aber mein Gott, Unterhaltung geht auch anders, irgendwelche virtuellen Menschen quer und längs durchtrennen, zu zerstückeln und zerquetschen etc muss einfach nicht sein, das sollte niemand brauchen, um unterhalten zu werden. Und das ist keine Kunst.
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monotony
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Beitrag von monotony »

Wulgaru hat geschrieben: Du unterstellst mir am Thema vorbeizureden, pickst dir aber selbst einen einzelnen Aspekt meines Postes aus dem Zusammenhang heraus und dichtest Meinungen an?
falls es dir nicht aufgefallen ist, ich habe deinen post in zwei teile gepackt, nichts weggelassen oder einzeln rausgepickt. und das tat ich aus dem grund, weil diesen zwischenpart nunmal separat beantworten wollte.
Wulgaru hat geschrieben: Noch einmal:
Zensur/Indizierung und Verbote gehören zusammen, das ist auch das Thema der News und die ist das Topic, nicht etwas was du willkürlich festlegst.
als kommentar zum thema: ja. innerhalb einer diskussion: nein. schon gar nicht, wenn man sich auf einen einzelnen teil des artikels, hier der vergleich zur bücherverbrennung, bezieht.
Wenn du nicht mit mir diskutieren willst lass es, aber unterstelle mir nicht Sachen damit dein Weltbild funktioniert...oder lies zumindest die News einmal ordentlich durch...du hast schließlich auf einen meiner Posts reagiert, ich nicht auf deine.
was heißt hier unterstellen? ich interpretiere, was du mir lieferst. und mein weltbild funktioniert tadelos. natürlich handelt der artikel auch von schnitten und zensur. unsere diskussion aber nicht. es ging darum, dass du den vergleich zur bücherverbrennung nicht siehst. angeführt mit dem argument, dass aus z.B. bioshock nur einzelne teile herausgeschnitten werden. das zitat der bücherverbrennung spricht aber von folgendem: "Videospiele zu verbannen ist die moderne Art der Bücherverbrennung." du kannst wohl davon ausgehen, das mit verbannung ein verbot gemeint ist. keine zensur von gewaltelementen.

du hast nämlich von vornherein auch den kommentar von Crewmate falsch aufgefasst. bioshock wurde deshalb erwähnt, weil dessen kritischer inhalt als gedankengut im vergleich zum buch gesehen wurde. schließlich würde das bei einem kompletten verbot mitsamt der beanstandeten gewalt über den jordan gehen. deshalb der vergleich zur bücherverbrennung.
Wulgaru hat geschrieben: Und zu deinem Thema Verbote:
Die ehrenwerten Herren in den politischen Reihen? Wer soll das sein?
reichen dir alle innenminister deutschlands? Quelle
oder soll ich zusätzlich noch erwähnen, dass diese forderung sogar den weg in den koalitionsvertrag gefunden hat? Quelle

die restlichen statements aus der politik darfst du dir ergooglen.

Wulgaru hat geschrieben: Die Leute von denen wir reden stellen eine so verschwindend geringe Minderheit im rechten Flügel der Union dar, dass es fast schon traurig mit anzusehen sind. Sie sind lediglich ein weiterer Ausdruck des konservativen Verzweiflungskampfes gegen die Bedeutungslosigkeit. Es gibt keine politische Mehrheit für solche Verbote, es ist purer Populismus. Selbst wenn die gesamte Partei CDU/CSU bundesweit für ein Verbot eintritt, wird sie keine politische Mehrheit dafür finden. Sie bekommen dafür weder die Zustimmung der SPD, FDP oder den Grünen. Zumindest eine dieser Parteien bräuchten sie im Boot..
Was ich damit sagen will:
Eine Angst vor dem Verbot ist nicht logisch begründbar.
hey in sachen populismus stimme ich dir voll und ganz zu. nur gibt es leider noch politiker anderer parteien, die außerhalb der rechten seite selbiges fordern. z.B. Hier und Hier

natürlich gibt es sowohl befürworter als auch gegner des verbots in den politischen reihen. aber es steht in der luft. und allein das sollte wenigstens ein fünkchen angst erzeugen und zu gegenmaßnahmen wie z.B. aufklärung und zu einer medienwirksamen und vor allem fairen debatte führen.
Wulgaru hat geschrieben: Der Rest ist wie gesagt die Entwicklung des Mediums Videospiel, die natürlich ist und zwangsläufig weiter voranschreiten wird und damit steigt auch die Akzeptanz, dass ist nicht subjektiv sondern an konkreten Beispielen begründbar, ganz platt eben an der Resident Evil Serie. Wenn du dem widersprechen willst okay, aber tue es bitte mit Argumenten und nicht mit Unterstellungen, das versuche ich auch.
in dem punkt will ich dir auch mit keinem wort widersprechen (weiß auch gar nicht wie du darauf kommst).
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Tony hat geschrieben:
Wenn du nicht mit mir diskutieren willst lass es, aber unterstelle mir nicht Sachen damit dein Weltbild funktioniert...oder lies zumindest die News einmal ordentlich durch...du hast schließlich auf einen meiner Posts reagiert, ich nicht auf deine.
was heißt hier unterstellen? ich interpretiere, was du mir lieferst. und mein weltbild funktioniert tadelos. natürlich handelt der artikel auch von schnitten und zensur. unsere diskussion aber nicht. es ging darum, dass du den vergleich zur bücherverbrennung nicht siehst. angeführt mit dem argument, dass aus z.B. bioshock nur einzelne teile herausgeschnitten werden. das zitat der bücherverbrennung spricht aber von folgendem: "Videospiele zu verbannen ist die moderne Art der Bücherverbrennung." du kannst wohl davon ausgehen, das mit verbannung ein verbot gemeint ist. keine zensur von gewaltelementen.

du hast nämlich von vornherein auch den kommentar von Crewmate falsch aufgefasst. bioshock wurde deshalb erwähnt, weil dessen kritischer inhalt als gedankengut im vergleich zum buch gesehen wurde. schließlich würde das bei einem kompletten verbot mitsamt der beanstandeten gewalt über den jordan gehen. deshalb der vergleich zur bücherverbrennung.
Das Zitat des von Reichart ist im Kontext des restlichen Artikels auf zwei Arten zu bewerten:
Im Kontext der Diskussion kann es sich nicht ausschließlich auf Verbote beziehen, denn die dreht sich um Akzeptanz von Videospielen.
Wörtlich genommen bleibt das Zitat unangemessen.
Es gibt in diesem Land kein böswilliges Regime, welches explizit das Ziel verfolgt oppositionelles Gedankengut zu vernichten.
Das war die Bücherverbrennung.

Das Videospiele zensiert oder teilweise verboten werden (was wie gesagt zurück geht), ist nur Teil der Mechanismen der bestehenden Regeln. Daher bleibt genau dieser Vergleich völlig unangemessen. Vergleichbar wäre es maximal wenn es tatsächlich zu einem Verbotsgesetz kommen sollte. Dieses Verbotsgesetz ist lediglich eine populistische Forderung, die politisch nicht durchsetzbar ist. Daher ist dieser Vergleich schlicht und einfach unangemessen.

Gesetzt den äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass es zu einem Verbotsgesetz von...sagen wir mal Killerspielen kommen sollte (und wieder ein Hindernis: "Was zur Hölle ist ein Killerspiel", wie definiert man das und begründet das Verbot?), also dem systematischen Verbot von Spielen aufgrund ihrer Gewaltdarstellung, ist der Vergleich zur Bücherverbrennung immer noch unangemessen.
Auch hier würde nichts aufgrund der Verbreitung von Gedankengut und Aussage vernichtet werden, wie bei der Bücherverbrennung. Wenn ein Bioshock verboten werden würde, geschähe dies nicht aufgrund der Aussage von Bioshock, sondern nur wegen der Gewaltdarstellung.

Natürlich kann man argumentieren, das Verbote in jedem Fall ein schlechter Weg wären, aber der konkrete Vergleich zur Bücherverbrennung bleibt trotz allem unangemessen. Aber wie gesagt, das passiert sowieso nicht. In wenigen Jahren werden auch Games als Kunst anerkannt, dann fallen wieder ein paar Elemente weg, die heute noch zensiert werden usw usw.

So, genug auf dein auf dich zugeschnittenes Thema eingegangen? Schon wieder verfehlt? Schade auch (übrigens interessante Diskussionstaktik, dass muss ich mir merken. :wink: )
-Therion-
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Beitrag von -Therion- »

VA1N hat geschrieben:Oh Gott, kommt mir nicht mit diesem Kunst-Gelaber an. Ich krieg jedes mal das Kotzen, wenn jemand meint, alles zur Kunst erheben zu müssen, das ging mir schon beim Dadaismus auf die Nerven. Überhaupt, wenn ein Künstler ein Kunstobjekt vorstellt, das auf den ersten Augenblick keins ist, dann tut er das, um über den Kunstbegriff zu reflektieren. Duchamp spielt mit den Erwartungen des Betrachters. Es wäre kein Kunstwerk, wenn er sich nichts in die Richtung gedacht hätte. Und es war bestimmt nicht seine Absicht, zu sagen, dass alles, was man am Straßenrand findet Kunst ist. Und ein Gegenstand ist keine Kunst, nur weil seine Erschaffung mit Arbeit, Denkprozessen und Design verbunden ist. Gebäck aus der Konditorei ist keine Kunst, mein Handy ist keine Kunst, meine Tischlampe ist keine Kunst. Es wird erst zur Kunst, wenn ich es mit entsprechenden Gedanken verbinde. Auch in der Musik gibt es eine klare Unterteilung zwischen funktioneller Musik (zweckgerichteter) und autonomer Musik (um der Kunst willen).

Und zu guter letzt, Spiele wie CoD, GoW, CS, sowie einige schlimmere, indizierte Werke sind KEINE Kunst, es sind Unterhaltungsmedien und sie können als solche gut sein. Aber sie werden niemals als Kunst angesehen werden. Es gibt auch Ausnahmen, wie besagtes Bioshock. Wie aber schon Wulgaru gesagt hat, wurde Bioshock ja auch nicht inhaltlich zensiert, also warum der Wirbel um Kunst? Wenn etwas ganz offensichtlich künstlerischen Stellenwert verdient wird es auch nicht einfach zensiert. Gewalt ist aber keine Kunst. Die meisten solcher Spiele wurden nur in dem Zweck erschaffen, zu unterhalten, daher sind es funktionelle Medien. Sie verdienen keinen künstlerischen Stellenwert, der sie vor der Zensur schützt, wenn sie es mit der Gewalt ganz offensichtlich übertreiben. Versteht mich nicht falsch, ich habe einige indizierte Spiele gespielt, ich lasse mich von der Zensur auch nicht einschränken, trotzdem finde ich es gut, dass der Staat das tut, erstens für die Menschen, für die solche Medien unzumutbar sind (in erster Linie Kinder), zweitens weil ich selbst in ein paar Jahren nicht stolz darauf sein werde, Condemned, Prototype und ähnliches gespielt zu haben. Es ist nicht so, dass ich irgendwie geschockt war und diese Spiele bei irgendwem traumatische Erlebnisse hinterlassen, aber mein Gott, Unterhaltung geht auch anders, irgendwelche virtuellen Menschen quer und längs durchtrennen, zu zerstückeln und zerquetschen etc muss einfach nicht sein, das sollte niemand brauchen, um unterhalten zu werden. Und das ist keine Kunst.
http://www.amazon.de/Die-120-Tage-von-S ... 3866470479 erhältlich ohne Altersnachweis
Dagegen stinkt jedes noch so gewaltätiges krankes Spiel ab, sogar irgendwelche verrückten Vergewaltigungsspiele aus Japan.
Ich würde gern Condemned kaufen und spielen da der Gruselfaktor ziemlich hoch ist, aber es wurde beschlagnahmt. Und ich bin es leid mich wie ein Krimineller behandeln zu lassen wenn ich als erwachsener mündiger Bürger versuche dieses Spiel zu erwerben was aufgrund des "Jugendschutzes"!!! beschlagnahmt wurde.
Weißt du was ich nicht gut finde das unser Staat virtuelle Gewalt zensiert aber auf der anderen Seite realle Gewalt in Form von Krieg unterstützt. Wie schon öfters in der Zensurdiskussion geäußert wurde "Ich darf mit 18 legal ungestraft Menschen töten, darf aber nicht Gewaltspiel XY kaufen."

Und jedem empfehle ich mal oben genanntes Buch zu lesen um einfach die Scheinheiligkeit dieser Zensur zu erkennen.

PS: Und es geht mir einfach auf den Keks das man jedes Mal mit dieser verkalkten Schicht von Elterngeneration die selbe Diskussion führen muss. Das war bei der "Gefahr" durch Kino, Filme, Comics, Rockmusik, Pornos, Internet usw. so.
johndoe1044785
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Beitrag von johndoe1044785 »

seit wann darf man "ungestraft mit 18 legal menschen töten"? was für ein nonsens hier wieder verbreitet wird, unglaublich. bleibt mal alle locker und kommt wieder runter.
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monotony
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Beitrag von monotony »

Wulgaru hat geschrieben:Das Zitat des von Reichart ist im Kontext des restlichen Artikels auf zwei Arten zu bewerten:
Im Kontext der Diskussion kann es sich nicht ausschließlich auf Verbote beziehen, denn die dreht sich um Akzeptanz von Videospielen.
aber die aussage nicht. da war klar und deutlich von "verbannen" die rede. und das kannst du nunmal nur mit einer unzugänglichkeit, ergo einem verbot gleichsetzen.
Wulgaru hat geschrieben: Wörtlich genommen bleibt das Zitat unangemessen.
Es gibt in diesem Land kein böswilliges Regime, welches explizit das Ziel verfolgt oppositionelles Gedankengut zu vernichten.
Das war die Bücherverbrennung.
dir ist wie hoffentlich allen anderen klar, dass es nicht nur im nationalsozialismus bücherverbrennungen gab, oder?
http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung
Wulgaru hat geschrieben: Das Videospiele zensiert oder teilweise verboten werden [...]
wie gesagt, bisher gibt es keine verbote. auch nicht "teilweise" ^^

Wulgaru hat geschrieben: Daher bleibt genau dieser Vergleich völlig unangemessen.
ja aber warum? weil der inhalt ein anderer ist? weil die theoretische zerstörung von gedankengut nicht dieselbe hausnummer trägt wie die größten bekannten bücherverbrennungen?

Wulgaru hat geschrieben: Auch hier würde nichts aufgrund der Verbreitung von Gedankengut und Aussage vernichtet werden, wie bei der Bücherverbrennung. Wenn ein Bioshock verboten werden würde, geschähe dies nicht aufgrund der Aussage von Bioshock, sondern nur wegen der Gewaltdarstellung.
wenn man mal vom theoretischen, gesellschaftlichen wert von gewaltdarstellungen absieht (der durchaus existiert), leidet doch das gesamtprodukt unter einem verbot, oder nicht? bücherverbrennungen sind seit jeher unterschiedlich motiviert. religiös, politisch; oder wie eine kurze recherche ergeben hat auch homophob (2001 wurden in ägypten 6000 exemplare homoerotischer poesie eines bestimmten authors verbrannt). von daher geht es mir persönlich in dem vergleich nicht um den inhalt des unzugänglich gemachten mediums. sondern um den fakt an sich. nämlich eine machthabenes organ, dass auf diese art und weise einen nutzen für volk (in diesem falle "schutz") und/oder sich selbst erzielen will. unabhängig von der unwiederbringlichkeit des zerstörten mediums und dessen sonstigen inhalten.

neben bei kannst du dir sicher sein, dass wenn im iran ein kinderbuch mit einer mohammed karikatur erscheint, ebenso das ganze buch zerstört wird. völlig egal wie der sonstige inhalt aussieht ^^
Wulgaru hat geschrieben: So, genug auf dein auf dich zugeschnittenes Thema eingegangen? Schon wieder verfehlt? Schade auch (übrigens interessante Diskussionstaktik, dass muss ich mir merken. :wink: )
och ich hab nie eine taktik gehabt. das hat sich so ergeben :D
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Robby1234
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Beitrag von Robby1234 »

Immer dieser Naziwahn überall immer aktuell, einfach nur traurig :roll:

Wieso ist dieser Bücherverbrennungskommentar so dumm?
Sind Bücher NUR zur Nazizeit verbrannt wurden? Lächerlich ...

Ich persönlich denke bei dem Stichwort Bücherverbrennung eher ans Mittelalter, aber nun gut wir sind ja schließlich in Deutschland da muss der Nazi ja überall und immer present sein.
Randall Flagg
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Beitrag von Randall Flagg »

Warum macht man es nicht einfach so in Deutschland: Alle Videospiele uncut verkaufen, dafür aber nur in Läden, wo man nur ab 18 reinkommt. Sexshops von mir aus oder ne extra Ladenkette dafür aufmachen. So sind alle zufrieden. Kiddies kommen nicht in die Läden rein (zumindest nicht die ganz jungen) und wir Erwachsenen kriegen unsere uncut-spiele.
johndoe1044785
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Beitrag von johndoe1044785 »

petition?
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Levi 
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Beitrag von Levi  »

Randall Flagg hat geschrieben:Warum macht man es nicht einfach so in Deutschland: Alle Videospiele uncut verkaufen, dafür aber nur in Läden, wo man nur ab 18 reinkommt. Sexshops von mir aus oder ne extra Ladenkette dafür aufmachen. So sind alle zufrieden. Kiddies kommen nicht in die Läden rein (zumindest nicht die ganz jungen) und wir Erwachsenen kriegen unsere uncut-spiele.
weil die hauptzielgruppe <18 vielleicht ist, und somit es zum Großteil einfach nicht rentabel wäre, überhaupt noch Games in Deutschland zu publishen?

und Robby1234 Mittelalter-Bücherverbrennung ... ja Bücherverbrennungen gab es schon häufiger und überall ... aber ausgerechnet Mittelalter oo ... ich mein: welcher bauer hatte schon groß ne Bibliohtek ... im Mittelalter gabs glaub ich andere Sorgen, als böses Gedankengut ;)
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Tony hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben: Wörtlich genommen bleibt das Zitat unangemessen.
Es gibt in diesem Land kein böswilliges Regime, welches explizit das Ziel verfolgt oppositionelles Gedankengut zu vernichten.
Das war die Bücherverbrennung.
dir ist wie hoffentlich allen anderen klar, dass es nicht nur im nationalsozialismus bücherverbrennungen gab, oder?
http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung
Habe ich von Nationalsozialismus gesprochen? Ich denke nicht. :wink:
Bei einem kurzem überfliegen des Wikipedia-Links kann man feststellen das der Vergleich "böswilliges Regime" und "oppositionelles Gedankengut" so gut wie immer gegeben ist. Auch das Beispiel von dir, Agypten ist da einzuordnen.

Aber ich glaube da billigen wir beide Reichart zu viel zu, ich würde mit dir um Geld wetten, dass er es im direkten Kontext zur Naziverbrennung gemeint hat.
Und da bleibt es unangemessen. Ich habe es versucht zu erklären, ich kann es noch weiter ausführen:
Hätten die Entwickler eines Spiels was mit einem imaginären "Killerspielverbotsgesetz" belegt wird, um Leib und Leben zu fürchten?
Mit willkürlichen Gefängnisstrafen außerhalb jeglicher rechtsstaatlicher Ordnung? Das blühte nämlichen den noch lebenden Autoren, deren Bücher verbrannt wurden und nicht klug genug waren frühzeitig abzuhauen (aber das weißt du selbst).

Oder die Konsequenzen für mich als Spieler:
Hätte es die oben beschriebenen Konsequenzen für mich, wenn man bei mir ein solches verbotenes Spiel entdecken würde. Stünde ich Gefahr von einer wie auch immer gearteten Staatspolizei abgeführt zu werden und zu verschwinden?

Wenn du das alles bejahen kannst, revidiere ich mich und gebe dir Recht, dann wäre der Bücherverbrennungsvergleich absolut angemessen (übrigens auch alles keine Merkmale die sich nur auf die Nazizeit beziehen lassen). Aber wie gesagt, es kommt zu keinem Verbot. Reichart ist offenkundig jemand der gerne provoziert, sein Vergleich Basterds und Dragon Age (der ebenfalls sinnfrei ist) zeigt das ganz gut. Und solange solche Leute Verbände repräsentieren, muss man sich nicht wundern, wenn die Debatte so einseitig negativ gegen Videospiele geführt wird. Reichart kommt weniger als Vertreter der Interessen der Entwickler, als als beleidigte Leberwurst daher.