Es geht nicht um ein Entweder - Oder, sondern um ein Sowohl - Als auch.roman2 hat geschrieben: Oh ja, ich vergass. Es sind natuerlich nur die boesen, boesen publisher. Die nichts anderes im Sinn haben, als ehrliche Kunden zu vergraulen, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen und den Gebrauchtmarkt trocken zu legen.
Nicht zu vergessen die ganze Verschwoerungen die da im Hintergrund laufen:
"Oh, wir schieben jetzt mal Raubkopieren die Schuld fuer alles zu und geben $$$ fuer Kopierschutzmechanismen aus, damit der ehrliche Kunde so richtig unter unserem Produkt zu leiden hat. Dann wandert er zu Konsolen ueber, und wir koennen uns die Entwicklungskosten fuer einen PC Port sparen. Muahahahaha"
"Und was machen wir morgen Abend?"
"Morgen werden wir die Weltherrschaft an uns reissen!!!"
Wenn du deinen Standpunkt vom heutigen Standpunkt aus betrachtest, hast du vielleicht sogar recht. Aber wenn man das Ganze mal historisch betrachtet, sind es gerade die "Raubkopierer", die die Computerspiele bekannt und groß gemacht haben. Danach haben große Publisher natürlich Blut geleckt und wollen natürlich auch maximalen Gewinn mit ihnen erwirtschaften. So ist das nunmal im Kapitalismus.
Aber: ich möchte mal sehen wie die Leute auf die Barrikaden gehen, wenn es wirklich zu einer PKW-Maut kommen sollte. Vielleicht werden dann in einigen Jahren auch die "Autobahn-Schwarzfahrer" als böse Menschen abgestempelt, als Parasiten und als Kriminelle.
Aber klar: das System hat immer recht und ist immer richtig.
"Raubkopierer" hat es immer gegeben und wird es immer geben. Ich sage nicht, dass es richtig ist. Ich bin kein Freund von dieser "Art des Protestes" (ich sage auch nicht, das alle Raubkopierer protestieren). Ich lasse da lieber die Spiele in den Regalen stehen.
Aber wenn es den Publishern um die kriminelle Handlung gehen würde, würden sie bzw. müssten sie rechtlich gegen die illegalen Zocker vorgehen. Aber das tun und interessiert sie offensichtlich nicht, weil das ja kein Geld bringt. Es sind ja eigentlich potentielle Kunden.
Der ehrliche Kunde soll nicht leiden, wie du es nennst, sondern ehrlich sein und bleiben (durch die Schaffung von Unrechtsgefühle z. B.), sie sollen die Kopierschutzsysteme akzeptieren und am Besten noch solche, die restriktiv sind. Das bringt den Publishern ja zusätzliche Vorteile wie z. B. Daten oder die Austrocknung des Gebrauchthandels. Man sieht ja bei UBI, wie weit die Publisher gehen (Steam wurde ja akzeptiert). Und das machen die so lange, bis sich zu viele Leute dagegen wehren. Und 3. sollen sie vor allen Dingen die illegalen Zocker verteufeln, um es mal vereinfacht auszudrücken. Weil Leute, die illegal handeln, ja per se böse Menschen sind.
Ich hab nichts gegen Kopierschutz, im Gegenteil: ich verstehe und befürworte, dass Unternehmen ihre Produkte schützen wollen. Aber: dafür gibt es Grenzen. Wo diese ist/sind, ist für jeden unterschiedlich.
Und man sollte doch ein wenig über das System nachdenken, bevor man es bedingungslos unterstützt. Die Welt ist nicht so einfach, wie man es vielleicht gerne hätte.
