4P|Zierfish hat geschrieben:Nehmen wir einfach mal an, dass ein Megakonzern wie Sony über eine Vielzahl sehr fähiger Programmierer, Soft- und Hardwarewareentwickler, Marketingexperten, Finanzbuchhalter und Controller verfügt.
Das ist sicherlich zum großen teil korrekt. Obgleich wir uns über das "sehr" streiten könnten. Denn ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass dort nur Genies sitzen. Zo oft wurde von Firmen wie EA, Ubisoft und Activion die Lage falsch eingeschätzt. Und später zurückgerudert. Man denke nur an das Debakel bei Spore. Oder Ubisoft in letzter Zeit.
Sollte dies der Grund sein, gestehst du entweder eindeutig Linux als Sicherheitsrisiko ein (wenn wir davon ausgehen, dass Sony fähige Leute hat) und legitimierst somit die Maßnahme oder du legst zu Grunde, dass bei Sony nur Amateure arbeiten, die die Bedrohung schlechter einschätzen können als du und viele andere, die hier posten. Letzteres halte ich doch für sehr unwahrscheinlich.
Ich weiß nicht, ob die offene Funktion das ganze System unsicherer Macht. Ich bin kein Informatiker/Hacker. Ich glaube auch nicht, dass die Leute bei Sony keine Ahnung haben. Ich kann mir schon vorstellen, dass es so ist und dass das "Hacken" länger dauert, wenn die Funktion gesperrt wurde.
Wie gesagt: Zeitgewinn. Ich sage auch nicht, dass bei Sony viele Amateure arbeiten. Aber Naivität und Weitsichtigkeit sind kein Nebenprodukt von Fachidiotie =)
Zu deiner zweiten Annahme:
Das klingt doch schon viel logischer und wahrscheinlicher.
Nur muss ich mich dann fragen, wieso Sony trotzdem ein paar wenige Käufer prellt, die aber in Foren ihren Unmut lauthals kundtun und somit am Ruf der Firma kratzen können, wenn man diese paar Leute doch auch einfach ignorieren und trotzdem irgendwann kostenpflichtige Gadgets anbieten kann?
Also wenn ich mir bei sonst nichts sicher bin, aber Sony hat die Reaktion der Käufer zu 100% unterschätzt. Da die Leute beim release der Slim kaum Kritk geäußert hatten, haben sie damit mit Sicherheit nicht gerechnet!
Also warum nimmt Sony rufschädigende Aufschreie und eventuelle Produkthaftungsklagen in Kauf?
War sich Sony über das Ausmaß überhaupt im Klaren?
Überleg du doch mal

Gerne, ich überlege mal:
Gehen wir davon aus, dass Sony ein Unternehmen wie jedes andere auch ist. In erster Linie soll Geld verdient werden.
Womit wird Geld verdient? Mit verkaufter Hard- und Software, mit zufriedenen Kunden, die auch in Zukunft Sonyprodukte kaufen wollen.
Nehmen wir weiterhin an, dass Sony weiß, dass mit der Streichung des features Linux niemand "Yuhuuu, endlich!" schreien wird, sondern das es einem Großteil der Leute einfach egal ist und ein paar wenige damit nicht einverstanden sind.
Im Grunde wird man damit erst mal niemanden zufriedener und glücklicher machen.
Warum machen die das trotzdem und nehmen negative Effekte in Kauf?
Der Grund
kann nur sein, dass man ohne diese Maßnahme deutlich negativere Auswirkungen auf das Firmenkonto befürchtet.
Und hierfür
kann der Grund nur sein, dass Sony ernsthaft und tatsächlich davon überzeugt ist, dass Linux ein Sicherheitsrisiko darstellt, welches in naher Zukunft ermöglichen wird, dass Raubkopien und Fremdsoftware auf der PS3 laufen. Alles andere ergibt wirtschaftlich und logisch absolut keinen Sinn.
Und da
niemand hier auch nur ansatzweise über die Kompetenz verfügt, genau dieses Sicherheitsrisiko zu widerlegen und Sony´s Annahmen Lügen zu strafen, müssen wir glauben und davon ausgehen, dass es so ist.
Und dann ist dieser Schritt, diese Maßnahme komplett und vollständig logisch und nachollziehbar und in keinster Weise verwerflich.
Nur müssen jetzt die wenigen User, die dieses feature wirklich nutzen, einmal über den eigenen, so oft zitierten Tellerrand schauen und sich eingestehen, dass sie als kleineres Übel im Sinne des größeren Ganzen über die Klinge springen mussten.