Rockstar-Vorwurf: Inoffizielle Reaktion

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Spunior
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Beitrag von Spunior »

Ich finde den Mangel an Empathie bei einigen Leuten geradezu erstaunlich. Das scheint, wenn man die bisherigen Threads so sieht, auf die folgenden Argumentationsgrundladen hinauszulaufen: 1. Die sollen mal nicht so rumheulen. Mein Job ist noch beschissener. (Alternativ: Mein Job ist genauso, ich finde es aber ok.) 2. Die sollen mal nicht so rumheulen. Es gibt wesentlich beschissenere Jobs. Außerdem sitzen die ja nur im Büro rum. 3. Das muss so sein. Sonst würden Spiele ja teurer werden.

Zu 1. und 2.: Ja, es gibt beschissenere Jobs. Natürlich geht es jemanden, der in irgendeiner Diamantenmine irgendwo in Afrika schuftet nicht besser, und natürlich würde sich eine Frau, die sich in den USA mit 2 oder gar 3 Jobs abplagt, um die Familie ernähren zu können, optimalere Verhältnisse wünschen.

Das heißt aber nicht, dass diese Jobs der Maßstab sein sollten, an dem man sich orientiert. Ich geh auch nicht ins Restaurant und bin schon zufrieden, so lange es nur besser schmeckt als bei der ranzigen Pommesbude um die Ecke.

Und wenn ihr selbst vergleichbare Arbeitsbedingungen haben und damit nie ein Problem hattet: Schön für euch! Aber macht nicht euren Maßstab zum Maßstab der anderen. Ihr könnt ja auch gerne weiter so arbeiten. Aber das muss deswegen nicht gleich für jeden akzeptabel sein. Man nehme mal den jungen Familienvater - wenn der, um mal beim den hier von jemand genannten Bedingungen, um 5 Uhr losdackelt und bis 20 Uhr werkelt, dann sieht er sein Kind (welches i.d.R. um 7 Uhr aufsteht, spätestens um 20 Uhr wieder in Bett kommt) nur noch an dem einen Tag, an dem er vielleicht mal nicht arbeiten muss. Klasse.

Klar geht es nie ohne Crunch, und auch in guten Firmen muss vor Milestones mal 2-4 Wochen ordentlich was runtergeschrubbt werden. Damit können sich die meisten sicherlich auch arrangieren. Nicht aber mit sinnlosem Dauer-Crunch. Ich glaub auch nicht, dass irgendjemand erwartet, dass es in den nächsten 15 Jahren so etwas wie die 37,5 Stundenwoche in der IT-Branche geben könnte oder muss.

Zum Thema 'Ist doch nur Büroarbeit!' - Das Geräusch, das ihr gerade hört, ist das kollektive Augenrollen aller Arbeits-, Organisations- und Betriebspsychologen.

Zu 3. Es geht hier um ein Managementproblem. Und um den Irrglauben, dass Leute, die 40 Prozent mehr arbeiten, auch 40 Prozent mehr leisten. Wer glaubt, dass dieses Opfer in der Spielebranche gebracht werden muss, dass es nur so Großproduktionen geben kann, der sollte sich mal bei anderen Firmen umschauen. Bei Ubisoft Montreal gibt es eine recht hohe Arbeitszufriedenheit und eine gute Bezahlung - und da musste niemand seine Seele verkaufen, um Assassin's Creed II zu stemmen.
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Sid6581
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Beitrag von Sid6581 »

TheFango hat geschrieben:Es ist nicht Rockstar, sonder der Zocker, der die Entwickler zwingt so lange zu Arbeiten. Der will nämlich perfekte Spiele, die saubillig sind und am besten im Zweijahrestakt erscheinen.

Das Schicksal der armen Entwickler interessiert den Konsumenten nämlich nur, wenn sein ach so wichtiges Zockerelebnis dadurch nicht beeinträchtigt wird.
Also, zum einen regen mich schlechte Arbeitsbedingungen immer auf, habe ich selbst schon mitbekommen. Zum anderen geht es in der Spielebranche auch anders, siehe Ubisoft in Kanada oder Naughty Dog und dort werden die Spiele auch qualitativ und innerhalb der Zeit abgeliefert.

Darüber hinaus werden die meisten Spieler hier doch wohl eher das Statement unterschreiben, dass ein Entwickler sich die nötige Zeit nehmen soll, ein Spiel wirklich gut zu machen, selbst wenn es dann ein Jahr länger dauert. Ich glaube keiner hier stellt sich mit der Peitsche hinter die Entwickler, nur damit sie schneller ihr GTA V haben können.

Was das Preisliche angeht: Es ist doch ein Skandal, dass Activision MW2 teurer macht, die Angestellten wie Dreck behandelt und dann trotzdem 1 Milliarde damit einfährt. Hier stimmt es doch an allen Ecken und Enden nicht, eine Preiserhöhung hatte wohl noch nie damit zu tun, dass man damit bessere Arbeitsbedingungen finanziert hat.
Fallraen
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Re: ...

Beitrag von Fallraen »

hans-karl petersen hat geschrieben:
Pallino22 hat geschrieben:
RobertSince1988 hat geschrieben:
Zitat: "...und Postbote werden."
Tut mir leid, aber du hast eindeutig verloren. Hast du eigentlich überhaupt eine Ahnung was es heißt bei Wind und Wetter zu jeder Jahreszeit die Post auszuliefern ? Allein wenn ich daran denke das die Postboten mit ihrem Fahrrad, welches hinten und vorne mit was weiß ich wie viel Kilogramm Papier beladen ist, Berge hochfahren oder durch verstopfte Innenstädte usw. fahren müssen, UND das für einen Lohn der sicher auch nicht der gerechtfertigste ist, tut es mir jetzt schon in den Knochen weh !
Also sei bitte wirklich lieber still oder überdenke deine Argumentation das nächste Mal besser !
Hier muss ich einhaken. Du musst hier ganz klar ne Unterscheidung treffen zwischen Akademischen Berufsstand und einem Ausbildungsniedrigem Stand. Sicher ist der Job als Postpote nicht einfach, Körperlich, sicher ist er nicht so gut bezahlt wie ein Akademischer Beruf, der einen Akademischen Abschluss erfordert. Und ein Postpote hat geregelte Arbeitszeiten. Es ist nunmal so, je höher man in der Ausbildungsleiter steigt, desto mehr Druck muss man verkraften und desto extremer und flexibler muss man sein, und desto besser muss das gehalt sein, da die Ausbildungslänge Proportional steigt. Und die Anspielung trifft hier schon recht, gut, wer den Druck eines hohen Berufes nicht aushält, muss sich als "einfacher" arbeitnehmer vielleicht, körperlich oder monotoneren Arbeitsbereichen wittmen.

Das Problem an der Sache ist, das Spieleentwickler für den Ausbildungszeitraum und der Kosten der Ausbildung (In Deutschland gibt es glaub eine Privat(Uni) die sich mit Computerspielen beschäftigt im vergleich zum verdienst extrem mickrig. Ein durchschnittlicher ausstudierter Informatiker verdient 30-35% mehr. Die Arbeitsbedingungen in Projektzeiten sind in etwa die gleichen.
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crewmate
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Beitrag von crewmate »

Sid6581 hat geschrieben:
TheFango hat geschrieben:Es ist nicht Rockstar, sonder der Zocker, der die Entwickler zwingt so lange zu Arbeiten. Der will nämlich perfekte Spiele, die saubillig sind und am besten im Zweijahrestakt erscheinen.

Das Schicksal der armen Entwickler interessiert den Konsumenten nämlich nur, wenn sein ach so wichtiges Zockerelebnis dadurch nicht beeinträchtigt wird.
Also, zum einen regen mich schlechte Arbeitsbedingungen immer auf, habe ich selbst schon mitbekommen. Zum anderen geht es in der Spielebranche auch anders, siehe Ubisoft in Kanada oder Naughty Dog und dort werden die Spiele auch qualitativ und innerhalb der Zeit abgeliefert.

Darüber hinaus werden die meisten Spieler hier doch wohl eher das Statement unterschreiben, dass ein Entwickler sich die nötige Zeit nehmen soll, ein Spiel wirklich gut zu machen, selbst wenn es dann ein Jahr länger dauert. Ich glaube keiner hier stellt sich mit der Peitsche hinter die Entwickler, nur damit sie schneller ihr GTA V haben können.

Was das Preisliche angeht: Es ist doch ein Skandal, dass Activision MW2 teurer macht, die Angestellten wie Dreck behandelt und dann trotzdem 1 Milliarde damit einfährt. Hier stimmt es doch an allen Ecken und Enden nicht, eine Preiserhöhung hatte wohl noch nie damit zu tun, dass man damit bessere Arbeitsbedingungen finanziert hat.
Es gibt genug Egomanen hier,
denen das Scheißegal ist.
Menschen wie Pallino differenzieren nicht und scheren alle über einen kamm.
Wenn sich jemand über Arbeitsbedingungen beschwert, dann ist er faul
oder ein schwächling. Den Eindruck bekomme ich dabei, wenn ich solche Posts lese.

Leigt aber auch daran, das man über die Entwicklung wenig weiß.
Man sieht die cool designten Studio und Publisherlogos.
Geeks sehen Lead-Designer mit Zahnpastalächeln, die Intervies geben.

Spieleentwicklung ist eine unpersönliche Sache für die Spieler.

Es sind vor allem kleine Studios, die eine gewisse Volksnähe halten.
Da gibt es Vlogs, Entwicklertagebücher. Ich erinner mich an den Vlog von Sproing, die "Cursed Mountain entwickelt haben.
scorpion or monkey
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Beitrag von scorpion or monkey »

Das sind schon wieder ziemlich harte Vorwürfe und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass da nichts dran ist. So viele Beschwerden hatte ich über Rockstar bis dato nicht erwartet, ich dachte wirklich, dass Rockstar eines der kreativsten und professionellsten Unternehmen der Spielebranche ist. Hoffentlich bestätigen sich nicht alle Negativnarichten.
Rockstar sollte endlich Stellung beziehen!
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M_Coaster
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Beitrag von M_Coaster »

scorpion or monkey hat geschrieben: Rockstar sollte endlich Stellung beziehen!
Und selbst wenn, die Chefetage einschließlich der BWL-Wasserköpfe haben doch keine Eier in der Hose um da Fehler zuzugeben. Aus deren Sicht gibt es da wahrscheinlich nicht mal welche. Kenne ich ja selber... die ganzen Optimierungsspasten im Schlips kennen ja nur ihre Zahlen und BWL-Modelle und scheren sich einen Dreck um Menschen und reale Arbeitsabläufe. Man hört, man kennt es, den neuen tollen Workflow, der Unsummen an Geld in Form von stundenlangen Meetings und Projektarbeit gekostet hat, denkt sich derjenige aus, der von der Praxies selbst am wenisgtens Ahnung hat.
dabrain00
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Beitrag von dabrain00 »

M_Coaster hat geschrieben:
scorpion or monkey hat geschrieben: Rockstar sollte endlich Stellung beziehen!
Und selbst wenn, die Chefetage einschließlich der BWL-Wasserköpfe haben doch keine Eier in der Hose um da Fehler zuzugeben. Aus deren Sicht gibt es da wahrscheinlich nicht mal welche. Kenne ich ja selber... die ganzen Optimierungsspasten im Schlips kennen ja nur ihre Zahlen und BWL-Modelle und scheren sich einen Dreck um Menschen und reale Arbeitsabläufe. Man hört, man kennt es, den neuen tollen Workflow, der Unsummen an Geld in Form von stundenlangen Meetings und Projektarbeit gekostet hat, denkt sich derjenige aus, der von der Praxies selbst am wenisgtens Ahnung hat.
Da kennt sich aber einer aus... :roll:
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Levi 
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Beitrag von Levi  »

Sid6581 hat geschrieben:
Darüber hinaus werden die meisten Spieler hier doch wohl eher das Statement unterschreiben, dass ein Entwickler sich die nötige Zeit nehmen soll, ein Spiel wirklich gut zu machen, selbst wenn es dann ein Jahr länger dauert. Ich glaube keiner hier stellt sich mit der Peitsche hinter die Entwickler, nur damit sie schneller ihr GTA V haben können.
glaub mir, so dachte ich auch .... aber les hier mal ein wenig in anderen threads, da stellt man ganz schnell fest, dass eine woche Verschiebung nicht akzeptabel ist, und ein jahr, dem weltuntergang gleicht.

"Die "scheiß Entwickler" sollen sich doch mal gefälligst zusammenreißen und das spiel fertig machen. ..... "

ungefähr so ist hier wohl oder übel der tenor. und ich glaube 4players bietet nen ziemlich guten durchschnitt was die Spielergemeinschafft angeht.
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KingDingeLing87
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Beitrag von KingDingeLing87 »

Heutzutage muss man doch auf sovieles verzichten.
Die Rockstarjungs sind also nicht die einzigen die zu tode schuften müssen. :cry:
Aber da ich nicht bei Rockstar arbeite und somit nix dazu sagen kann, muss man einfach abwarten wie sich das entwicklet. :wink:
Aber ich denke alle beteiligten werden schon einen Kompromis finden.
Titioesi
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Beitrag von Titioesi »

Vandyre hat geschrieben:
Wo ist das ein Widerspruch? Wer kein Geld hat, kann kein Geld ausgeben, oder? Um mal ein Besipiel zu nennen: Mit 500€ netto kann ich nunmal nur kleine Brötchen backen. Und von wem bekommen wir da Geld? Von den Arbeitgebern. Denkt die Spirale doch mal umgekehrt.
Einerseits muss ich dir recht geben. Wenn ich wenig verdiene kann ich mir nur, das billigste vom billigsten leisten. Dieser Aussage stehe ich auch in nichts nach. Aber anderseits beziehe ich meinen Kommentar auf eine Aussage vorher, die sich auf eine Gruppe Menschen bezieht, die sich Videospiele leisten kann. Auf eine Gruppe in der Mittelschicht bis Oberschicht, im Gewöhnlichen. (Ausnahmen bestätigen die regeln). Und die eigene Gier (Ich nehme mich dort nicht aus) bringt mich einfach zur eigenen Profitmaximierung. Bzw. Man ist doch nicht blöd und bezahlt den Vollpreis. Es sind beides Sichtweisen.
Die Welt ist irgendwo einfach. Um einen Haufen zu bilden muss ich irgendwo etwas wegnehmen. Von nichts kommt nichts.[/quote]