Der 4P-Kommentar: Traumjob Spiele-Entwickler?

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
Zapp313
Beiträge: 68
Registriert: 24.03.2007 10:23
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Zapp313 »

Wirklich wieder mal eine interessante Kolumne, die diesmal sogar recht gut zu Überlegungen in meinem eigenen Leben passt.
Ich bin Illustrator (siehe Link :))und überlege, ob ich nicht auch irgendwie in die Spielebranche wechseln könnte. Diese Gedanken sind aber noch nicht zur Gänze gereift und daher kommen solche Artikel für die Meinungsfindung sehr gerecht :)

Bild
johndoe530347
Beiträge: 25
Registriert: 02.02.2007 17:59
Persönliche Nachricht:

Beitrag von johndoe530347 »

Es ist ja nun so, dass es in jeder Branche, jeder Firma und jedem Team schwarze Schafe gibt.

Aus eigener, nunmehr knapp 3-jährigen Erfahrung kann ich nur behaupten, dass (zumindest für mich) Spieleentwickler tatsächlich ein Traumjob ist. Ich glaube, für viele junge Leute wird er nur mit falschen Vorstellungen zum Alptraumjob.
johndoe530347
Beiträge: 25
Registriert: 02.02.2007 17:59
Persönliche Nachricht:

Beitrag von johndoe530347 »

Thems hat geschrieben:Auch wenn es mein Traumberuf ist, werde ich zunächst einen anderen Weg einschlagen. Erst wenn es gesittete Verhältnisse in diesem Beruf gibt, denke ich darüber nach.

Gesittete Verhältnisse sind doch langweilig. :twisted:
Ellepak
Beiträge: 73
Registriert: 01.12.2007 10:43
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Ellepak »

Je me demande qu'on expecte la qualification de la traduction a textes francais des lecteures aussi.
Okay...mein Französich ist verdammt schwach...aber was ich damit eigentlich sagen möchte ist, dass ich nicht verstehe, wie man davon ausgehen kann, dass jeder Englisch kann...
Englisch kann ja Weltsprache sein, wie es will...aber ich finde es respektlos den Leuten gegenüber, die die Sprache nicht richtig können und denen damit ganz klar ihre Bildungslücke klar gemacht wird...das könnte man durchaus als Diskriminierung bezeichnen...und ihr verlangt hier nicht gerade Englischgrundkenntnisse, sondern teilweise schon das, was über die normale Schulbildung hinaus geht (sogar über das Abitur - LK Niveau)
Ich meine man könnte ja auch ganz einfach darunter schreiben, was das auf Deutsch bedeutet...

PS. der erste Satz soll so viel bedeuten wie:
Ich frage mich, ob man von den Lesern auch die Fahigkeit der Übersetzung französischer Texte erwartet.

Edit: ok..das mit Abi LK nehm ich zurück, aber über die 10. Klasse geht es definitiv hinaus...
Liberty-Snake
Beiträge: 341
Registriert: 13.10.2008 17:43
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Liberty-Snake »

[quote="Ellepak"]
Englisch kann ja Weltsprache sein, wie es will...aber ich finde es respektlos den Leuten gegenüber, die die Sprache nicht richtig können und denen damit ganz klar ihre Bildungslücke klar gemacht wird...das könnte man durchaus als Diskriminierung bezeichnen...
Ich meine man könnte ja auch ganz einfach darunter schreiben, was das auf Deutsch bedeutet...quote]

Naja, Diskrimnierung ist dann doch etwas weit hergeholt...:D

Generell gebe ich dir Recht, aber man kann sich aus dem (deutschen) Kontext doch erschließen, was es heißen sollte^^
Metalsplitter
Beiträge: 290
Registriert: 27.02.2007 13:14
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Metalsplitter »

Nette Kolumne wie immer.

Die Ausbeutung geht heute durch die Globalisierung immer schneller.
Sobald man nicht 100% angewiesen ist durch die Infrastruktur/Stabilität des Landes oder bereits bestehende Investition in einem high Budget Land zu produzieren, werden die Arbeitsverhältnisse schnell verschlechtert.
Unsere indischen Kollegen erhalten ein Jahregehalt von 300 - 3000 EUR.
Und selbst diese haben teilweise studiert und machen einen hoch qualifizierten Job.
Bei diesen Preisen kann man als Deutscher nur noch durch Kreativität, Know how und Qualität bestehen.

Aber wie in Deutschland kann man nur duch starke Gewerkschaften etwas bewirken, ohne diese kommt man als einzelner oder in Grüppchen sehr schnell under die Management Räder.....
BlacksunGT
Beiträge: 28
Registriert: 03.11.2009 17:34
Persönliche Nachricht:

Beitrag von BlacksunGT »

Dieser Kommentar ist vollkommen in Ordnung und gut so.

Ich selbst arbeite auch in der Spielebranche und zwar für eine technische Support Dienstleistungs Firma. Wir machen Support für EA, Activision, THQ, Namco Bandai Partners, NBG, Crimson Cow, CDV und Buena Vista Interactiv.

Es kommt oft vor das wir nicht mal mit Informationen von den Publishern beliefert werden oder wir neu erscheinende Spiele gar nicht erst erhalten oder zuspät.

Bestes Beispiel ist das Spiel Darksider. Wir haben es erst 2 Tage nach dem Release erhalten und hatten somit KEINE Chance an einer Lösung für die Rätsel schon zu arbeiten. Ist nicht Kunden freundlich was der Publisher da macht, schließlich rufen die Leute bei der Hotline an und wollen Tipps haben und wir konnten es noch nicht soweit spielen, weil wir den Tag über ja auch was anderes machen müssen. Wir haben allerdings dranne gearbeitet und können den Kunden nun wunederbar weiterhelfen bei Ihren fragen.

Ich denke man sollte einen Job in der Spielebranche ernst nehmen und als harte Arbeit mit überstunden und Stress wahrnehmen. Alles andere wäre gelogen. Morgen am Schreibtisch sitzen mit nem Donut und nem Kaffee? NO GO!

So long,
Benutzeravatar
Kajetan
Beiträge: 27139
Registriert: 13.04.2004 10:26
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Kajetan »

mutex hat geschrieben:Es ist ja nun so, dass es in jeder Branche, jeder Firma und jedem Team schwarze Schafe gibt.
Gerade die IT-Branche zeichnet sich dadurch aus, dass die schwarzen Schafe so selten gar nicht sind. Solche Arbeitsbedingungen sind nicht die berühmte Ausnahme von der Regel ... sie SIND die Regel!
Aus eigener, nunmehr knapp 3-jährigen Erfahrung kann ich nur behaupten, dass (zumindest für mich) Spieleentwickler tatsächlich ein Traumjob ist. Ich glaube, für viele junge Leute wird er nur mit falschen Vorstellungen zum Alptraumjob.
Das hat nur am Rande etwas mit den Vorstellungen von jungen Menschen zu tun, die logischerweise auf Grund fehlender Erfahrungen eine ganz eigene Sichtweise haben. Das hat fast immer nur mit der Einstellung der Verantwortlichen zu tun, wie eine Firma mit ihren Mitarbeitern umgeht. Betrachtet man die Mitarbeiter als wertvolle Investition, die mit jedem Jahr Berufsangehörigkeit wertvoller wird und mehr Früchte trägt? Sieht man in seinen Mitarbeitern sogar richtige Menschen und nicht nur Arbeitsressourcen? Oder sind das alles nur billige Werkzeuge, die man nach gedankenlosem Gebrauch fortwirft und sich einfach neue holt, wenn die alten kaputtgegangen sind? Nach mir die Sinflut und Hauptsache, ich habe meinen eigenen finanziellen Schnitt gemacht?

Leider ist die letztere Einstellung so häufig anzutreffen, dass DIES der Normalzustand ist und man von den guten Firmen als weiße Schafen reden muss, die es (zum Glück) ab und an gibt.
johndoe530347
Beiträge: 25
Registriert: 02.02.2007 17:59
Persönliche Nachricht:

Beitrag von johndoe530347 »

Kajetan hat geschrieben: Gerade die IT-Branche zeichnet sich dadurch aus, dass die schwarzen Schafe so selten gar nicht sind. Solche Arbeitsbedingungen sind nicht die berühmte Ausnahme von der Regel ... sie SIND die Regel!

Ich weiß nicht, ob das *immer* die bösen, ausbeuterischen Chefs sind..
Fast alle meine ehemaligen Kommilitonen, die gerade irgendwo in irgendwelchen Branchen Software entwickeln, arbeiten deutlich über den klassischen 8-Stunden-Tag hinaus und gehen öfterdings am Wochenende ins Büro. Die werden allerdings nicht dazu geprügelt.

Das Bild des hart malochenden Arbeiters, der sich seine 37,5-Stunden-Woche mit Hilfe der Gewerkschaft auf der Straße erkämpft hat mag romantisch sein, greift aber gerade in der Software- oder Kreativ-Branche nicht. Das sind in den meisten Fällen ja keine Opfer ihrer Umwelt, sondern haben sich ihren "High-Performance-Job" bewusst ausgewählt.

P.S.:
Und in der Spiel-Branche gibts sehr wohl Kaffee und Donuts. Es gibt auch gemeinsame Zocksessions, Videoabende und Kickerturniere unter der Woche. ;)
Wer allerdings nur das sieht und dabei vergisst, dass zwischen Beginn und Release eines Spiels oft gut 2 Jahre harte Arbeit liegen, hat eben schlicht und einfach falsche Vorstellungen.
Benutzeravatar
Varothen
Beiträge: 1419
Registriert: 02.12.2008 18:45
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Varothen »

ich hoffe das spiel kackt ab! damit die mal aufwachen und sich ne scheibe von bioware abschneiden!

gute arbeitsbedingungen => gute qualität, so war und ist es schon immer.
Benutzeravatar
Queequeg
Beiträge: 323
Registriert: 13.07.2009 22:25
Persönliche Nachricht:

tja

Beitrag von Queequeg »

... nicht jeder kann so einen Faulenzer Traumjob wie ihr haben, liebe 4Players-Redakteure.
:lol:

Viele Menschen müssen für ihr Geld richtig hart arbeiten.

Und wenn man einen Job wirklich liebt, macht man auch gerne Überstunden. (Versucht euch mal selbständig zu machen.... da sind massig unvergütete Überstunden Pflicht.)
johndoe904387
Beiträge: 406
Registriert: 14.11.2009 14:30
Persönliche Nachricht:

Beitrag von johndoe904387 »

Die weisse Weste kriegt nen leichten Graustich!
Der Unmut der Angestellten ist verständlich.Hoffentlich kommt am Ende trotzdem ein gutes Spiel heraus.
Rockstar sollte aber imo jetzt reagieren,solange noch nicht totales Chaos herrscht.Zumindest eine kleine Geste in Richtung Mitarbeiter.
(Gehaltserhöhung wäre bestimmt nicht das Schlechteste.)
Nur zufriedene Mitarbeiter bringen wirklich gute Leistungen!
Benutzeravatar
Caphalor
Beiträge: 275
Registriert: 20.12.2008 22:46
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Caphalor »

Spieleentwickler wär auch mein Traumjob, da ich aber recht fokussiert auf die technische Seite bin hab ich mich für ein ganz normales Informatikstudium entschieden und gegen eine dieser direkten Ausbildungen zum Spieleprogrammierer. Man hört ja teilweise wirklich unangenehme Sachen, von denen RDR nur ein Beispiel ist. Letztendlich kommt es wohl einfach auf das Unternehmen an, in dem man landet.
Ist es ein Wunder, dass die Kanadier seit Jahren Top-Spiele präsentieren? Es ist wie mit den Pflanzen: Nur in einem gesunden Umfeld kann etwas Schönes wachsen. Nur wenn man sich wohl fühlt, kann man kreativ arbeiten.
Hmm, der Mass Effect 2 Test war die letzten 2 Wochen in Arbeit, jetzt wird er dort nicht mehr angezeigt... Ein gutes Omen? :)
Zuletzt geändert von Caphalor am 13.01.2010 18:25, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
KugelKaskade
Beiträge: 7437
Registriert: 23.11.2009 13:25
Persönliche Nachricht:

Beitrag von KugelKaskade »

Varothen hat geschrieben:ich hoffe das spiel kackt ab! damit die mal aufwachen und sich ne scheibe von bioware abschneiden!

gute arbeitsbedingungen => gute qualität, so war und ist es schon immer.
Ja, das würde den Entwicklern auch sicherlich sehr weiterhelfen :roll:
Ich hoffe für sie und für mich, weil ich mich drauf freue, dass es ein voller Erfolg wird und die Jungs humanere Arbeitsbedingungen bekommen.
Methadonmann
Beiträge: 58
Registriert: 02.12.2005 14:21
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Methadonmann »

Das ist nur ein Beispiel von vielen, ein aktueller Fall, auf den sich Jörg bezieht.

Wer ein bißchen Einblick in die Branche hat, weiß, dass man viel ranklotzen muss, und je nach Position auch noch beschissen dafür bezahlt wird. Wer will, kann ja mal bei EA anfragen, was man als Spieletester im europäischen Lokalisierungszentrum in Madrid verdient, warum man nur Verträge über 11 Monate bekommt, und was so ein WG-Zimmerchen in Madrid kostet. Oder warum Firmen wie Activision ein großes Büro in Irland haben. Oder warum französische Mitbürger freiwillig nach Deutschland wechseln, statt denselben Job bei Ubisoft in Frankreich zu machen; da spielt beileibe nicht der abenteuerische Freigeist die erste Geige bei der Entscheidung. Und das sind nur ein paar Beispiele.

Und somit ist die Branche ein hervorragendes Abziehbild der Gesellschaftspolitik, der man heutzutage ausgesetzt ist: Druck von mächtigen Arbeitgebern, man soll doch dankbar sein, überhaupt noch einen Job zu haben; schwache Gewerkschaften; die Generierung eines Bildes, das besagt, wer diese Bedingungen nicht akzeptieren will, wäre ein Arbeitsverweigerer; es ist Globalisierung und wir müssen immer schneller wachsen und wachsen, abartiger als jedes Krebsgeschwür.

Mir bleibt nur die Hoffnung, dass die ganze Branche, das ganze System, welches auch im ach so tollen Westen von den Politikern mitgetragen wird, kollabiert. Ich bin Ende 20, sehe, dass genug Geld im "Markt" vorhanden ist, und sehe für meine und die folgende Generation, sollten sie nicht zufällig durch ihre Vorfahren finanziell gut abgesichert sein, eine tolle Altersarmut auf uns zukommt, weil man in Sachen Bezahlung, Kosten und Mieten in Ballungsräumen ausgequetscht wird bis aufs letzte. Ein Hoch auf den vorgeheuchelten Sozialstaat.