Nanimonai hat geschrieben:
Ich denke, es ist eine Mischung aus den beiden letztgenannten Gründen. "Vertriebspolitik, DRM, Marketing" sind meines Erachtens nach ausschliesslich vorgeschobene Gründe, denn schliesslich kann man dann ja auch immer noch Konsumverzicht wählen, was offensichtlich nicht gemacht wird.
Wenn man sich solche Zahlen ankuckt, dann kommt einem wirklich dieser Gedanke auf. Wenn ich hier lese wie alle Welt über die DRM-Maßnahmen schimpft, aber dennoch runterlädt wie ein Weltmeister dann ist dieses Geschrei wirklich "gewissensberuhig" bei vielen. So nach dem Motto die Publisher sind selbst Schuld wenn Sie mich als "ehrlichen" Kunden verlieren... saug ich es mir halt! Damit sie merken was für einen Mist sie da in die Welt setzen.
Ich halte diese Argumentation für völlig hirnrissig. In meinem Fall, wenn die DRM-Maßnahmen für mich persönlich nicht hinnehmbar sind, dann wird das Produkt nicht gekauft... und auch nicht anderweitig besorgt. In dem Fall mache ich von meinen Recht als Kunde gebrauch das Produkt zu meiden, es ist aber nicht mein Recht das Spiel runterzuladen und damit dem Publisher zu schaden.
Nanimonai hat geschrieben:
Es ist einfach extrem leicht, am PC Schwarzkopien zu konsumieren, seien es Spiele, Filme oder Musik. Das ist mit ein paar Mausklicks und einem rapidshare Account simpel, schnell, effektiv.
Das wird vermutlich mit ein Hauptgrund sein. Eine Konsole umzubauen ist doch eine ganz andere Liga als beim PC.. der durch seine Flexibilität mehr oder weniger alles mitbringt um schnell und einfach eine Raubkopie zu starten. Ich habe schon von Kollegen gehört das man sich mittlerweile zwei Konsolen anlegt. Einmal eine für Raubkopien, und eine fürs Onlinespielen mit dem gekauften Sachen. Das ist doch echt pervers....
Nanimonai hat geschrieben:
Eine Folge dessen ist, dass darunter das Unrechtsbewußtsein leidet. Es macht halt doch einen riesigen Unterschied, ob man sich ohne Eintritt zu zahlen ins Kino schmuggelt, einen Datenträger (mit Spiel, Film oder Musik) im Kaufhaus unter den Pullover schiebt oder einfach im eigenen Zimmer ein paar Mausklicks macht, um in den Genuss der gewünschten Medien zu kommen.
Da man sich keiner wirklichen Gefahr aussetzt, einem das "Unrechte" nicht direkt vor Augen geführt wird und man sich selbst moralisch recht schnell aus der Nummer rausziehen kann ("Ich hätte mir das ja eh nicht gekauft"), ist es so verlockend und relativ konsequenzlos.
Auch das stimmt. Nicht nur alleine durch die begrenzten Mögklichkeiten die Raubkopierer zu fassen, sondern einfach auch durch die breite Masse. Würde die Industrie versuchen wirklich jeden Raubkopierer zu erwischen, dann würden die Kosten dazu explodieren... und in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.
Meines achtens nach ist es aber der falsche Weg immer nur die Raubkopierer für diese Mißstände anzuprangern... die Entwickler und die Publisher sollten sich auch mal an der eigenen Nase packen. Und überlegen ob es nicht auch mit an den eigenen Produkten liegt. Zu kurzer Umfang, "Grafikupdate" im Gegensatz zum Vorgänger, Betaversion die unfertig oder fehlerhaft auf den Markt kommt, einfach schlechte Konzepte die mit erhöhtem "Gorefaktor" versuchen zu Punkten, lieblose Konsolenkonvertierungen und und und.... zumindest sind das Produkte die mich immer öfter vom Kauf abhalten. Ich habe einfach keine Lust für dieses "Fastfood" Geld auf den Tisch zu legen, und daher geht auch mein Spielekonsum zurück. Oder ich packe einfach mal die älteren Sachen aus.
Dann kommen noch solche Fehler wie bei Veröffentlichung keine Demo unters Volk zu schmeissen. Ich habe da auch nicht immer Lust in die Videothek zu gehen, zudem neue Titel da immer verliehen sind und man kaum rankommt. Hier sage ich mir dann auch, Pech gehabt. Blind wird nicht gekauft, und somit ein weiterer Titel der es nicht in mein Regal schafft.
Härter DRM-Maßnahmen bringen da gar nichts... außer das man Kunde Probleme damit hat. Ich musste mal Silent Hunter III cracken, weil mein Laufwerk die Original-DVD nicht lesen konnte. Soweit isses schon gekommen.
Wenn mir ein Produkt gefällt, dann zahle ich auch den Entwickeln den Lohn dafür. Eigentlich eine ganz simple Sache. Nur durch die modernen Medien ist es zu einfach geworden das auszuhebeln. Also jeder der sich über die schlechte Qualität der PC-Spiele oder den schwindenden Support für den PC selbst aufregt... aber gleichzeitig alles aus dem Nezt zieht... der brauch sich nicht wundern wenn er damit beiträgt das es so bleibt. Und den Publisher die Munition liefert ihre Fehler immer auf die Raubkopierer selbst abzuschieben. Hier ist also auf beiden Seiten ein umdenken erforderlich.