Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad
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- Jörg Luibl
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@ColdFever: Unterschätz den gemischten Salat nicht! :wink:
...Farbe bekennen ist ja auch gut, auch das Überspitzen. Es würde sich nur besser diskutieren lassen, wenn man aus dem Pochen auf Freiheit nicht gleich das Donnern vor einem virtuellen Auschwitz macht - können wir da als erwachsene deutsche Spieler einen gemeinsamen Nenner finden? Denn letztlich geht es auf der einen Seite um die persönliche Abscheu vor diesen oder jenen Szenen, die jeder für sich definieren kann. Und ich kann nachvollziehen, dass sich bei manchen der Magen umdreht - mich hat diese Flughafen-Szene aus den im Kommentar erklärten Gründen eher kalt gelassen.
Auf der anderen Seite geht es aber um die Kunst- und Meinungsfreiheit - und da braucht man sich gerade in Deutschland nicht darum sorgen, dass zu viel gezeigt wird. Deshalb sage ich auch hysterisch, wenn die sadistischen Gespenster an die Wand gemalt werden, denn hier wird doch schon alles aus Spielen weggeschnitten, was nicht bei drei auf den politisch/moralisch korrekten Bäumen ist. Der Staat sitzt doch schon wie eine Glucke auf seinen Erwachsenen.
Ich wollte gerade etwas über das Recht auf Burger und die Angst vor Gammelfleisch schreiben, aber die Metapher könnte zu veganen Verstimmungen führen. Außerdem passt sie mir nicht...
...Farbe bekennen ist ja auch gut, auch das Überspitzen. Es würde sich nur besser diskutieren lassen, wenn man aus dem Pochen auf Freiheit nicht gleich das Donnern vor einem virtuellen Auschwitz macht - können wir da als erwachsene deutsche Spieler einen gemeinsamen Nenner finden? Denn letztlich geht es auf der einen Seite um die persönliche Abscheu vor diesen oder jenen Szenen, die jeder für sich definieren kann. Und ich kann nachvollziehen, dass sich bei manchen der Magen umdreht - mich hat diese Flughafen-Szene aus den im Kommentar erklärten Gründen eher kalt gelassen.
Auf der anderen Seite geht es aber um die Kunst- und Meinungsfreiheit - und da braucht man sich gerade in Deutschland nicht darum sorgen, dass zu viel gezeigt wird. Deshalb sage ich auch hysterisch, wenn die sadistischen Gespenster an die Wand gemalt werden, denn hier wird doch schon alles aus Spielen weggeschnitten, was nicht bei drei auf den politisch/moralisch korrekten Bäumen ist. Der Staat sitzt doch schon wie eine Glucke auf seinen Erwachsenen.
Ich wollte gerade etwas über das Recht auf Burger und die Angst vor Gammelfleisch schreiben, aber die Metapher könnte zu veganen Verstimmungen führen. Außerdem passt sie mir nicht...
- JoeDreck
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- muecke-the-lietz
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Oh Mann, langsam wird es echt haarig.
So richtig versteh ich das Drama immer noch nicht. MW II ist doch nicht das erste Spiel dieser Art.
Postal, Die Hard (PsOne), GTA, Saints Row, usw.
Und jetzt kommt mir nicht: "Aber da muss man ja auch nicht".
Das ist Schwachsinn.
1. Doch, auch in GTA kann man durch einen gewissen Terror Punkte bekommen.
2. Darf man in der dt. Version von MWII nicht einmal auf die Zivilisten schießen.
Ich halte es, auf gut Deutsch gesagt, für eine Schweinerei, wie sich hier einige über dieses Spiel ergötzen, es zum Sündenbock der gesamten Spielebranche machen wollen.
Ich finde es wichtig, seiner moralischen Meinung Ausdruck zu verleihen. Dann tut das aber jetzt bitte überall und nicht nur hier. In dieser Form ist es nämlich peinlich und unsachlich und verliert vor allem die Realität vor Augen.
Jörg: Jetzt, wo die Allegorie schon angedeutet wurde...nein, aber ich hab meinen Pausenkaffee vor Lachen fast über die Tastatur gespuckt.
So richtig versteh ich das Drama immer noch nicht. MW II ist doch nicht das erste Spiel dieser Art.
Postal, Die Hard (PsOne), GTA, Saints Row, usw.
Und jetzt kommt mir nicht: "Aber da muss man ja auch nicht".
Das ist Schwachsinn.
1. Doch, auch in GTA kann man durch einen gewissen Terror Punkte bekommen.
2. Darf man in der dt. Version von MWII nicht einmal auf die Zivilisten schießen.
Ich halte es, auf gut Deutsch gesagt, für eine Schweinerei, wie sich hier einige über dieses Spiel ergötzen, es zum Sündenbock der gesamten Spielebranche machen wollen.
Ich finde es wichtig, seiner moralischen Meinung Ausdruck zu verleihen. Dann tut das aber jetzt bitte überall und nicht nur hier. In dieser Form ist es nämlich peinlich und unsachlich und verliert vor allem die Realität vor Augen.
Jörg: Jetzt, wo die Allegorie schon angedeutet wurde...nein, aber ich hab meinen Pausenkaffee vor Lachen fast über die Tastatur gespuckt.
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b0genlampe
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Es ist in der Tat so, daß auf die wenigen elaborierteren Gedanken in dieser Diskussion gar nicht eingegangen wird, sei es aus hitziger Streitlust, sei es aus anderen Gründen. Aber von einer Forumsdebatte zu erwarten, einen vernünftigen Konsens zu erreichen, ist natürlich auch ziemlich ambitioniert. Ich möchte nur noch einmal darauf hinweisen, daß alles, was sich nicht auf Jörgs ästhetisches Argument eingeht, sondern moralinsaure Erörterungen betreibt, im Prinzip off topic ist. Es wäre daher schön, wenn all die Streithähne hier sich einmal zu diesem Punkt äußerten: Ist die Inszenierung der Flughafenszene wirklich mißlungen? Ja oder nein? Alles andere ist bei Frank Plasberg oder Frontal21 zu verhandeln!4P|T@xtchef hat geschrieben:Komplexe Gedanken werden meist zwischen Gut und Böse zermalmt. Dabei geht es hier um wichtige Schattierungen, die die kreative Auseinandersetzung mit Gewalt in allen Medien benötigt.
- muecke-the-lietz
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bad robot:
tatsächlich ist die szene selbst so blass und aussagelos, dass sie im spiel selbst irgendwie...naja, deplatziert wirkt. nicht der gewalt wegen. aber wie jörg schon sagte. sie wirkt, als habe man sie schnell zusammengeschustert.
die szene selbst bietet also kaum einen grund sich darüber aufzuregen, außer aus qualitativer sicht natürlich. und aus dieser sicht betrachtet wirkt sie aufgesetzt, denn präsentiert ist das spiel ja sonst ganz großartig auch wenn ich selbst damit nicht viel anfangen kann.
tatsächlich ist die szene selbst so blass und aussagelos, dass sie im spiel selbst irgendwie...naja, deplatziert wirkt. nicht der gewalt wegen. aber wie jörg schon sagte. sie wirkt, als habe man sie schnell zusammengeschustert.
die szene selbst bietet also kaum einen grund sich darüber aufzuregen, außer aus qualitativer sicht natürlich. und aus dieser sicht betrachtet wirkt sie aufgesetzt, denn präsentiert ist das spiel ja sonst ganz großartig auch wenn ich selbst damit nicht viel anfangen kann.
- ColdFever
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Nein und Ja.4P|T@xtchef hat geschrieben:Letztlich geht es auf der einen Seite um die persönliche Abscheu vor diesen oder jenen Szenen, die jeder für sich definieren kann... Auf der anderen Seite geht es aber um die Kunst- und Meinungsfreiheit... Der Staat sitzt doch schon wie eine Glucke auf seinen Erwachsenen.
Ja zu Punkt 2: Ich gebe Dir so weit Recht, dass auch ich in den Blödsinn geschnittene Spiele ablehne. Werden beispielsweise Menschen durch Roboter ersetzt oder rotes Blut durch grünes, dann verdreht da die Zensur in platter Weise ein Werk, was auch ich ablehne.
Nein zu Punkt 1: Es geht auf der anderen Seite eben nicht nur um "persönliche Abscheu", sondern auch um Grundwerte, auf deren Basis wir ein Leben in Freiheit und Frieden führen. Ein Angriff auf diese Grundwerte ist in bestimmten Fällen m.E. nicht mehr durch die Kunst- und Meinungsfreiheit gedeckt.
Die heikle Frage: Wo die Grenze ziehen? Hier bietet es sich an, den weisen Begriff der Menschenwürde in unserer Verfassung zu nutzen. Ein Shooter verstößt m.E. nicht dadurch gegen die Menschenwürde, dass im Spiel ein Söldner auf den anderen schießt. "Schießsimulatoren" wie Counterstrike gehören zwar nicht in Kinderhände, aber sie als Killerspiel zu bezeichnen ist m.E. so wenig hilfreich, wie den Schießsimulator der Bundeswehr als Killerspiel zu bezeichnen. Ich persönlich lehne diese Schießsimulatoren zwar ab, aber die Menschenwürde ist dadurch nicht per se gefährdet, ich habe das deshalb zu tolerieren, und es gibt m.W. auch keine Zensur bei diesen Programmen.
Wenn Spieler andererseits in einem Schießsimulator wie COD2 unreflektiert und alternativlos an Massenerschießungen von Zivilisten teilnehmen, um ein Level weiterzukommen, dann verstößt dieses m.E. in drastischer Weise gegen die Menschenwürde. Dabei geht es nicht nur um eine unglaubwürdige Umsetzung oder schlechte Regie, wie von Dir angeprangert. Selbst ein äußerst glaubwürdiger und mit ausgefeilter Regie inzenierter Massenmord an Zivilisten oder eine Erschießung von Juden in einem Landserspiel über zweiten Weltkrieg wäre m.E. nicht mit der Menschenwürde vereinbar, wie wir sie heute verstehen. Wenn wir die Menschenwürde ernst nehmen, dann können wir m.E. manche Dinge einfach nicht zum Spaß spielen. Deshalb sehe eine gesetzliche Beschränkung in diesen Fällen als erforderlich an.
- muecke-the-lietz
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GoldFever:
Du redest dich nicht nur um Kopf und Krage, drehst dich ständig im Kreis und wirst immer absurder. Du ignorierst einfach alle Beiträge, die ganz besonders an dich gerichtet sind.
Du gehst überhaupt nicht auf andere Meinungen ein, versuchst andere nicht zu verstehen und ziehst in jedem Post die Nazi-Karte. Und langsam wird es mir einfach zu bunt.
Ich verstehe deine Meinung schon irgendwie, aber eigentlich habe ich das Gefühl, dass du nur zoffen willst. MW II bietet gar nicht die Grundlage, für so eine existenzielle Diskussion, aber du schaffst dir selber eine, indem du in deinem Kopf ein ganz anderes Spiel vor Augen zu haben scheinst. Und auch eine andere Spielewelt.
Ich verweise dich nochmal auf meinen Post, der ungefähr ein oder zwei Posts zurückliegt.
Dann verstehst du vielleicht, dass es, selbst wenn du mit deiner Moralkeule Recht hättest, dafür längst zu spät ist.
Du redest dich nicht nur um Kopf und Krage, drehst dich ständig im Kreis und wirst immer absurder. Du ignorierst einfach alle Beiträge, die ganz besonders an dich gerichtet sind.
Du gehst überhaupt nicht auf andere Meinungen ein, versuchst andere nicht zu verstehen und ziehst in jedem Post die Nazi-Karte. Und langsam wird es mir einfach zu bunt.
Ich verstehe deine Meinung schon irgendwie, aber eigentlich habe ich das Gefühl, dass du nur zoffen willst. MW II bietet gar nicht die Grundlage, für so eine existenzielle Diskussion, aber du schaffst dir selber eine, indem du in deinem Kopf ein ganz anderes Spiel vor Augen zu haben scheinst. Und auch eine andere Spielewelt.
Ich verweise dich nochmal auf meinen Post, der ungefähr ein oder zwei Posts zurückliegt.
Dann verstehst du vielleicht, dass es, selbst wenn du mit deiner Moralkeule Recht hättest, dafür längst zu spät ist.
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Z101
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Fakt ist das solche gewalthaltigen Spiele schonmal bei vielen Testern und Spielern (und die "Hardcore"-Shooter-Freunde sind nunmal mehrheitlich pubertäre Jungs) einen Bonus haben.
Fakt ist auch das MW2 nur ein leicht verändertes MW1 ist. Wer die neu erschienene Wii Version von MW1 spielt wird inhaltlich keine nennenswerten Unterschied zu MW2 bemerken (ok der lokale Mehrspielermodus sticht beim Wii MW1 positiv heraus). Und weder MW1 noch MW2 sind überhaupt der Diskussion wert, wer diskutiert denn über den neuesten Bruckheimer- oder Emmerich-Film, der wird konsumiert und danach vergessen.
Warum man sich deswegen allerdings auf Heavy Rain freuen sollte bleibt mir ein Rätsel. Interaktive Filme gab es schon immer, ob eine Extra-Prise Schmalz und hübsche Grafik da wirklich einen Fortschritt bringt?
Ein Spiel wie Cursed Mountain, das im letzten Drittel eine ungeheuer dichte und mit Monologen des "Helden" durchzogene Atmosphäre erschafft und zudem in einem erstaunlich nachdenklichen Ende mündet wird dagegen von den Wertungsrichter der Spielemagazine abgestraft weil es nicht "actionreich" genug ist.
Da lobt man sich New Super Mario Bros das es schafft ohne pubertäre Blut- und Gewalt-Orgien hervorragend zu unterhalten und durch den hervorragenden lokalen Mehrspielermodus sogar soziale Kontakte fördert, statt diese durch Online-Play zu verhindern.
Fakt ist auch das MW2 nur ein leicht verändertes MW1 ist. Wer die neu erschienene Wii Version von MW1 spielt wird inhaltlich keine nennenswerten Unterschied zu MW2 bemerken (ok der lokale Mehrspielermodus sticht beim Wii MW1 positiv heraus). Und weder MW1 noch MW2 sind überhaupt der Diskussion wert, wer diskutiert denn über den neuesten Bruckheimer- oder Emmerich-Film, der wird konsumiert und danach vergessen.
Warum man sich deswegen allerdings auf Heavy Rain freuen sollte bleibt mir ein Rätsel. Interaktive Filme gab es schon immer, ob eine Extra-Prise Schmalz und hübsche Grafik da wirklich einen Fortschritt bringt?
Ein Spiel wie Cursed Mountain, das im letzten Drittel eine ungeheuer dichte und mit Monologen des "Helden" durchzogene Atmosphäre erschafft und zudem in einem erstaunlich nachdenklichen Ende mündet wird dagegen von den Wertungsrichter der Spielemagazine abgestraft weil es nicht "actionreich" genug ist.
Da lobt man sich New Super Mario Bros das es schafft ohne pubertäre Blut- und Gewalt-Orgien hervorragend zu unterhalten und durch den hervorragenden lokalen Mehrspielermodus sogar soziale Kontakte fördert, statt diese durch Online-Play zu verhindern.
- Steppenwaelder
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Liebe.Frieden.TNT
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sollte man als erwachsener mensch nicht sowieso versuchen den selbsterhaltungstrieb zu selbstzwecken abzutrainieren? also was ist daran so verwunderlich? irgendwann muss man doch kapiert haben, daß man nicht ewig lebt.ColdFever hat geschrieben:Nein. Man muss in der Kindheit nicht missbraucht worden sein, um gegen Pädophilie zu sein.Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:ich glaube diejenigen, die diese flughafen szene verbieten wollen haben wohl selber schlimme erfahrungen mit realer gewalt gehabt und konnten es nicht verarbeiten...
Glückwunsch, Treffer. Ich gebe sofort zu, Massenerschießungen am Flughafen niemals erleben zu wollen und mich davor zu fürchten. Wer diese Situation nicht fürchterlich findet, muss das irgendwie abtrainiert haben.Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:...oder zumindest fürchten sie sich zu sehr davor.
das heisst natürlich nicht, das man so eine situation zu provozieren hat, oder sich gar wünscht, aber wir reden hier auch immer noch über ein videospiel. es ist kein echtes massaker. da stirbt niemand. da wird von niemanden die würde verletzt, weil das gegen niemand bestimmten gerichtet ist, sondern lediglich unterhalten soll.
das gilt auch für die pädophilie. ich will selbstverständlich auch nicht, daß kinder missbraucht werden. wenn es aber um die virtuelle darstellung von pädophilie in einem videospiel geht, kann mir das doch egal sein. ich fänd sowas zwar trotzdem widerlich, aber warum sollte ich anderen geschmäckern ihren spaß damit nicht gönnen?
ich schau es mir nicht an, und damit ist gut. es kommt niemand zu schaden und es wird auch von niemanden persönlich die würde verletzt.
und welcher zug soll das sein? wenn ich da was nicht begriffen habe, sollte es an dir liegen, mich darüber aufzuklären.ColdFever hat geschrieben:An einem bestimmten Punkt wird Ironie ziemlich schmerzhaft. Wenn Du zur winzigen Minderheit der Weltbevölkerung gehörst, denen der Kapitalismus "wohlstand und sorglosigkeit" gebraucht hat, dann Glückwunsch. Immer mehr Menschen führen allerdings ein Leben in stummer Verzeiflung und sind von Sorglosigkeit weit entfernt. Viele arme Schweine kompensieren das dann mit Gewaltspielen, die kann ich sogar verstehen. Wer sich dagegen in "wohlstand und sorglosigkeit" am Bildschirm an Gewalt gegen Zivilisten ergötzt, hat den Zug offenbar noch nicht vernommen, der bereits auf seine Spielwelt zurollt.
mit dem kapitalismus hast du irgendwas durcheinander gebracht. sorgenfrei kann jeder in einem land wie diesem leben, zumindest aus finanzieller sicht. kriegt er das nicht hin, ist es seine eigene schuld. die sorgenfreien sind doch diejenigen, die sich den luxus des videospiels überhaupt leisten können. die armen säue, die unter unserem kapitalismus zu leiden haben, können sich so etwas doch garnicht leisten. die führen lieber drogen- oder bürgerkriege.
da ich aber zu den kapitalistischen gewinnern gehöre, fehlt mir einfach etwas im leben, was die meisten menschen immer noch haben. existenzielle sorgen, oder auch stress z.b.
deswegen lechze ich nach gewaltdarstellungen, um mich eben selber in diesem stress auszusetzen. diese situationen, wo mein leben selber auf dem spiel steht, das gibt einen den kick, den man im echten leben bisher immer vermeiden wollte.
wenn ich größere probleme im leben hätte oder selber dementsprechende erfahrungen mit gewalt gemacht hätte, würden mir solche sachen bestimmt auch nicht gefallen. aber das habe ich nicht.
für mich sind gewaltverherrlicher solche, denen es mental eigentlich viel zu gut geht. eher ein zeichen von überfluß als von verzweiflung.
- USERNAME_1588196
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Die COD-Hersteller haben sich einiges getraut.
Eines werden sie jedoch niemals schaffen:
Eine Kampagne aus der Sicht eines Terroristen spielen.
DAS wäre mal eine wirkliche Herausforderung.
Zu zeigen wie diese Menschen leben, warum sie das tun und warum sie und nicht die amerikanischen Soldaten mit ihrer Hi-Tech-Ausrüstung, Gunship- und Airstrike-Support die wahren Mutigen, Tapferen, Furchtlosen sind...
[Wird natürlich nicht passieren - zum Schluss tragen die COD-Spieler noch davon, dass auch Terroristen Menschen sind, weil altbekannterweise des einen Freiheitskämpfer des anderen Terrorist ist]
George Bush hat mal gesagt, die Attentäter hinter 9/11 seien Feiglinge gewesen. In meinem Buch ist jemand, der bereit ist, seinen eigenen Tod in Kauf zu nehmen, um seinem Gegner einen Schaden zuzufügen alles andere als ein Feigling...
In meinen Augen sind die Insurgenten im Irak die wahren Helden.
Diese Menschen mit ihren Motiven darzustellen, das wird den Herstellern niemals gelingen.
Stattdessen Klischees:
- In COD4 fahren wir durch die Straßen und alle 2m Erschießungen, damit auch der hinterletzte Blödi kapiert, dass das DIE BÖÖÖSEN sind. Was ein Bullshit...
Statt einem wirklichen Blick in Hintergründe erhalten wir seit Jahren nur das übliche Pathosgeschrammel und Werbespielchen für die U.S. Army...
Das fängt mit dem 2. Weltkrieg an, den die Amerikaner wie's scheinen soll eigenhändig gewonnen haben... und hört bei diesen Tom-Clancy-Wichsvorlagen von einer Invasion Amerikas auf... sonst noch alles frisch?
Die Mauer steht nicht mehr, der Eiserne Vorhang ist gefallen - aber wenn man sich mal auf sein Kommunistenfeindbild eingeschossen hat, lässt man ungern von ab, gelt?
In diesen fiktiven Welten werden die USA angegriffen und Truppen landen in Nordamerika.
Warum nicht Irak aus Sicht der Iraker darstellen? Da haben wir unsere Invatsion... Der Schwierigkeitsgrad gegen den überlegenen Feind in einem asymmetrischen Krieg wäre auch gleich viel höher, wenn man mit russischem Kriegsmaterial, das über 30 Jahre auf dem Buckel hat gegen haushoch überlegene Feinde antreten muss...
___
Ich frage mich ernsthaft, warum dieses unerträgliche Pathos bei allen COD-Kritiken dermaßen unter den Teppich gekehrt wird?
Eines werden sie jedoch niemals schaffen:
Eine Kampagne aus der Sicht eines Terroristen spielen.
DAS wäre mal eine wirkliche Herausforderung.
Zu zeigen wie diese Menschen leben, warum sie das tun und warum sie und nicht die amerikanischen Soldaten mit ihrer Hi-Tech-Ausrüstung, Gunship- und Airstrike-Support die wahren Mutigen, Tapferen, Furchtlosen sind...
[Wird natürlich nicht passieren - zum Schluss tragen die COD-Spieler noch davon, dass auch Terroristen Menschen sind, weil altbekannterweise des einen Freiheitskämpfer des anderen Terrorist ist]
George Bush hat mal gesagt, die Attentäter hinter 9/11 seien Feiglinge gewesen. In meinem Buch ist jemand, der bereit ist, seinen eigenen Tod in Kauf zu nehmen, um seinem Gegner einen Schaden zuzufügen alles andere als ein Feigling...
In meinen Augen sind die Insurgenten im Irak die wahren Helden.
Diese Menschen mit ihren Motiven darzustellen, das wird den Herstellern niemals gelingen.
Stattdessen Klischees:
- In COD4 fahren wir durch die Straßen und alle 2m Erschießungen, damit auch der hinterletzte Blödi kapiert, dass das DIE BÖÖÖSEN sind. Was ein Bullshit...
Statt einem wirklichen Blick in Hintergründe erhalten wir seit Jahren nur das übliche Pathosgeschrammel und Werbespielchen für die U.S. Army...
Das fängt mit dem 2. Weltkrieg an, den die Amerikaner wie's scheinen soll eigenhändig gewonnen haben... und hört bei diesen Tom-Clancy-Wichsvorlagen von einer Invasion Amerikas auf... sonst noch alles frisch?
Die Mauer steht nicht mehr, der Eiserne Vorhang ist gefallen - aber wenn man sich mal auf sein Kommunistenfeindbild eingeschossen hat, lässt man ungern von ab, gelt?
In diesen fiktiven Welten werden die USA angegriffen und Truppen landen in Nordamerika.
Warum nicht Irak aus Sicht der Iraker darstellen? Da haben wir unsere Invatsion... Der Schwierigkeitsgrad gegen den überlegenen Feind in einem asymmetrischen Krieg wäre auch gleich viel höher, wenn man mit russischem Kriegsmaterial, das über 30 Jahre auf dem Buckel hat gegen haushoch überlegene Feinde antreten muss...
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Ich frage mich ernsthaft, warum dieses unerträgliche Pathos bei allen COD-Kritiken dermaßen unter den Teppich gekehrt wird?
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Liebe.Frieden.TNT
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@hamlet
ja komm, stell dir mal vor, jemand würde aus der sicht eines terroristen erzählen. schau dir doch an, was es jetzt schon für ein rumgeheule gibt, weil man als doppelagent einen terroristen mimen muss. der aufschrei wäre riesengroß.
außerdem wird cod denke ich mal auch vom amerikanischen militär bezuschußt, zumindest damit die waffen-authenzität gegeben ist.
das budget dürfte bei der dementsprechenden politischen provokation erheblich schrumpfen.
ich glaub nicht, daß sich irgendjemand traut so etwas als triple a zu produzieren.
ja komm, stell dir mal vor, jemand würde aus der sicht eines terroristen erzählen. schau dir doch an, was es jetzt schon für ein rumgeheule gibt, weil man als doppelagent einen terroristen mimen muss. der aufschrei wäre riesengroß.
außerdem wird cod denke ich mal auch vom amerikanischen militär bezuschußt, zumindest damit die waffen-authenzität gegeben ist.
das budget dürfte bei der dementsprechenden politischen provokation erheblich schrumpfen.
ich glaub nicht, daß sich irgendjemand traut so etwas als triple a zu produzieren.
- USERNAME_1588196
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