Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

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Hongii
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Beitrag von Hongii »

Ich hasse dieses Pussyland, immer kocht USK ihr eigenes Süppchen...ihr Deutschen immer mit eurem Hitlerkomplex, zum Kotzen..keine Eier alle nur femministische, moralpredigende Laberheulsusen, die ganze Welt lacht über euch und "Angie"!!
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Zappes
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Beitrag von Zappes »

Wulgaru hat geschrieben:In Anbetracht der Tatsache, wieviele Menschen bei dieser Flughafenszene sterben, gibt es nicht viele realistische Terrorszenarien, die schlimmer wären.
Ein Geheimdienst, der Kenntnis über einen solchen Vorgang erlangen und ihn zulassen würde, wäre meiner Meinung nach überflüssig. Das "höhere" Ziel dem das dienen würde, also einen größeren Anschlag zu verhindern, ist kaum moralisch begründbar.
Und wie war das im zweiten Weltkrieg, als die Briten die Enigma bereits geknackt hatten? Die haben die kleineren Konvois trotzdem den Deutschen geopfert, damit Dönitz nicht kapiert, dass seine Wunderverschlüsselung nichts taugt. Das nur als Beispiel für eine solche Sache im richtig großen Stil, kleiner gibt es das aber auch.

Natürlich funktionieren Geheimdienste so, und beim Militär sieht es nicht anders aus. Die Details zu solchen Operationen findet man nur nicht gerade in der Zeitung, sofern nicht irgendwas schief läuft und die Presse spitz kriegt, was passiert ist.
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MrLetiso
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Beitrag von MrLetiso »

Hongii hat geschrieben:Ich hasse dieses Pussyland, immer kocht USK ihr eigenes Süppchen...ihr Deutschen immer mit eurem Hitlerkomplex, zum Kotzen..keine Eier alle nur femministische, moralpredigende Laberheulsusen, die ganze Welt lacht über euch und "Angie"!!
Sorry, aber ich musste über deinen Kack-Kommentar grad so herzlich lachen...
Kaufs uncut, freu Dich ein Nichtdeutscher zu sein und troll Dich.
bad robot hat geschrieben:Die Inszenierung durch Infinity Ward erscheint mir nicht so plump und unreflektiert, wie Dir, Jörg.
Sicher, das Marketing-Kalkül spielt immer eine Rolle. Aber darüber hinaus bietet die Szene gerade im Spielschema des Egoshooters einen ganz eigenen Reiz, indem nämlich die Identifikation mit der Figur, die man übernimmt, durch den Rückstoß in eine Beobachterposition (selbst wenn man auf die Zivilisten schießen dürfte) unterlaufen und damit einem Ambivalenzeffekt preisgegeben wird. Anders ausgedrückt: Das sensomotorische Schema des Egoshooters wird hier über den Inhalt reflektiert. Die vermeintliche Unvermitteltheit des Ballerns wird in dem Moment suspendiert, da sich der Spieler fragt, was er da eigentlich mache und ob das Ganze in Ordnung gehe. Das Spiel kommt zu sich selbst, indem der Spieler aus seiner Immersion katapultiert wird. In diesem Sinne entbehrt die Szene auch nicht einer gewissen Ironie, trotz aller Grausamkeit, die zur Darstellung kommt bzw. erlebbar wird, wenn beispielsweise die Anzeigetafel in den Wirren des Massakers plötzlich alle Flüge als gecancelt anzeigt.
Ich möchte daher dem Verdikt widersprechen, die Inszenierung sei mißlungen. Schon der Vorgänger konnte mit ähnlichen Ambivalenzeffekten aufwarten, wobei natürlich dahingestellt bleibt, ob dies den Machern zu Gute zu halten ist, oder doch vielmehr nur ein glückliches Nebenprodukt darstellt. Hinzu kommt, daß ich den Vergleich mit dem grandiosen "Dragon Age" für zu weit hergeholt halte, nicht zuletzt aufgrund des gänzlich anderen inszenatorischen Ansatzes, bei dem der Reiz sich eher aus reflektierten moralischen Dilemmata ergibt und nicht so sehr aus einer auf Identifikation abstellenden Darstellung.
Wenn also die Stilkritik nicht greift, besteht kein Anlaß mehr, eine kontroverse Debatte über die Flughafenszene zu führen. Aber solange die Einsicht, daß in der Kunst und im Spiel alles möglich ist und auch sein darf, nicht zum common sense gehört, werden solche Auseinandersetzungen weiter geführt werden, mit all ihren Platitüden und künstlichen Erregungszuständen.
Ich finde Deinen Gedankengang hierzu wirklich gut und kann dem eigentlich nur zustimmen.
Noch als kleine Ergänzung meinerseits: Gerade die Sterilität dieser Szene und die Tatsache, dass die „Terroristen“ nicht schreiend in die Massen rennen, stellt meiner Ansicht nach genau das Befremdliche und scheinbar Gnadenlose dar, und jegliche Dramatisierung durch „Kamerafahrten durch die Entsetzten Gesichter“ würde dem gesamten Szenario jegliche Authentizität rauben – da genau das dieser eine publizistische Ansatz gewesen wäre, den Jörg doch eigentlich immer so (zu Recht) verteufelt.
Durch eben diese Emotionslosigkeit des Alter-Ego’s wird meines Erachtens nach der größte Effekt erzielt. Ich für meinen Teil war beim ersten Anblick dieser gesamten Szene doch sehr aufgewühlt – und das haben sonst nicht einmal Spiele wie die hierzulande nicht erhältliche Menschenjagd geschafft.

Grüße
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

ZappesBPD hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:In Anbetracht der Tatsache, wieviele Menschen bei dieser Flughafenszene sterben, gibt es nicht viele realistische Terrorszenarien, die schlimmer wären.
Ein Geheimdienst, der Kenntnis über einen solchen Vorgang erlangen und ihn zulassen würde, wäre meiner Meinung nach überflüssig. Das "höhere" Ziel dem das dienen würde, also einen größeren Anschlag zu verhindern, ist kaum moralisch begründbar.
Und wie war das im zweiten Weltkrieg, als die Briten die Enigma bereits geknackt hatten? Die haben die kleineren Konvois trotzdem den Deutschen geopfert, damit Dönitz nicht kapiert, dass seine Wunderverschlüsselung nichts taugt. Das nur als Beispiel für eine solche Sache im richtig großen Stil, kleiner gibt es das aber auch.

Natürlich funktionieren Geheimdienste so, und beim Militär sieht es nicht anders aus. Die Details zu solchen Operationen findet man nur nicht gerade in der Zeitung, sofern nicht irgendwas schief läuft und die Presse spitz kriegt, was passiert ist.
Hinkender Vergleich.
Der 2WK war ein symmetrischer Krieg der an einigen Punkten auch hätte kippen können. Enigma war einer davon. Hier stand ein ganzes System auf dem Spiel.
Der so genannte "Kampf gegen den Terror" ist ein asymmetrischer Konflikt, dessen Ziel es ist, ob einem diese Ideologie nun zusagt oder nicht, die jeweilige Zivilbevölkerung des eigenen bzw. anderer verbündeter Länder zu beschützen. Daher ist es nach dieser Logik sicherlich legitim für das "höhere" Ziel den einen oder anderen Zivilisten zu opfern (wohlgemerkt nach dieser Doktrin, nicht nach meiner). Allerdings wäre das zulassen von großangelegten opferreichen Terroranschlägen (wie die Flughafensituation einer wäre), nicht mit dieser Logik vereinbar. Das hebt den Zweck des Ganzen Terrorkampfes im Grunde auf, egal nach welcher Logik hier vorgegangen wird
Help
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Re: Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

Beitrag von Help »

Kajetan hat geschrieben: Zielgruppe von CoD Modern Warfare?

Männliche Jugendliche, die sich vom Rest ihrer Altersgruppe absetzen wollen, in dem sie vermeintlich "erwachsene" Spiele zocken, bei denen Erwachsene instiktiv sagen, dass dies nichts für Jugendliche ist.

Erwachsene Gamer hingegen zucken angesichts dieser Spiele nur müde und gelangweilt mit den Achseln, weil an CoD NICHTS, aber auch GAR NICHTS "erwachsen" ist, sondern wie auf dem Handy rumgereichte angebliche Snuff-Videos nur die Illusion von "erwachsen sein" erzeugen.
Sehe ich auch so! "Es gibt bald ein Spiel für Erwachsene namens Call of Duty: Modern Warfare 2.". Formal (Altersbeschränkung) mag das Spiel für Erwachsene sein, ist es aber inhaltlich definitiv nicht! Zumindest ist es bei mir so. So paradox das für Einige klingen mag: Wii-Sports ist wesentlich Erwachsener!
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ColdFever
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Beitrag von ColdFever »

bad robot hat geschrieben:Solange die Einsicht, daß in der Kunst und im Spiel alles möglich ist und auch sein darf, nicht zum common sense gehört, werden solche Auseinandersetzungen weiter geführt werden, mit all ihren Platitüden und künstlichen Erregungszuständen.
Sorry, aber in einer Gesellschaft, die auf gemeinsame Werte und ein Grundgesetz dieser Werte gebaut ist, kann nicht "alles möglich" sein, nicht einmal in der Kunst. Ist das in unserem Grundgesetz festgelegte höchste Gute die Menschenwürde, dann endet auch die Freiheit der Kunst an diesem Punkt. Wem das nicht gefällt, der kann über entsprechende Parteien eine Änderung des Grundgesetzes betreiben, aber er kann nicht die "Freiheit der Kunst" in Anspruch nehmen, um hinter diesem Feigenblatt ungeschoren Verstöße zu inszenieren, seien es Massentötungen, Vergewaltigungen, Pädophilie oder Sonstiges.

Kunst hat per se etwas mit Kultur und mit den Werten dieser Kultur zu tun. Natürlich kann man sich völlig andere Kulturen als die Unsrige vorstellen, und natürlich kann man sich auch Kulturen vorstellen, die völlig andere Werte haben als die Unsrige. Wer also beispielsweise als deutscher Nazi in seiner Kultur an Kriegsüberfälle und Judenvergasungen gewohnt war, der hatte auch einen anderen Kunst- und Kulturbegriff als wir heute. Beispielsweise war die amerikanische "Negermusik" verboten. Und auch viele heutige Amerikaner, die beim Thema Gewalt und Völkerrecht andere Vorstellungen als wir haben (Todesstrafe, Präventivkriege usw.), haben eine andere Kultur als wir. In dieser Kultur ist die Inszenierung extremer Gewalt gegen Zivilisten offenbar kein Problem mehr, ein blanker Busen kann dagegen zu Schadensersatzklagen in Millionenhöhe führen, was wiederum bei uns kaum nachvollziehbar ist.

Wir haben nun hier den Fall, dass ein Produkt der amerikanischen Kultur mit seinen vom Spieler aktiv erlebten Massenerschießungen von Zivilisten gegen das Empfinden vieler Deutscher und möglicherweise gegen das Prinzip der Menschenwürde unseres Grundgesetzes verstößt. Wer bei uns vorwiegend amerikanische Kultur konsumiert, der findet vielleicht tatsächlich Massentötungen am Bildschirm zur Unterhaltung ganz normal. Solange eine Mehrheit von Deutschen derartiges aber ablehnt und entsprechende Dinge gesetzlich festgelegt sind, müssen sich Publisher an die vorhandenen Gesetze halten. Offenbar wurde in diesem Fall eine Gesetzeslücke gefunden (obwohl ich eher glaube, dass da jemand geschlafen hat). Aber das könnte ein Pyrrhussieg für Activision und Liebhaber entsprechender Werke werden, denn wenn eine Mehrheit der Deutschen die bestehenden Gesetze bei einer einsetzenden öffentlichen Diskussion für zu lasch befinden wird (der nächst Amoklauf kommt bestimmt), dann werden die Gesetze logischerweise halt verschärft werden.
IronsteffL
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Beitrag von IronsteffL »

"Sie haben einen Zivilisten getroffen! Vorsicht beim Feuern!"

Köstlich! Sehr guter Kommentar.
Jetzt freu ich mich auf GTA 5, wo es bei der ersten Mission heißt "Sie haben soeben ein Verbrechen begangen. Vorsicht mit der Kettensäge!".
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Max @ home
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Beitrag von Max @ home »

Sehr guter Kommentar!

Die plumpe wie hässliche Propaganda-Message und die klischeehafte (in meinen Augen nahezu rassistische) Darstellung der Gegner von "Modern Warfare" waren mir sowieso schon ein Dorn im Auge, nun kommen Lügen an die Kunden sowie das produzierte Wasser auf die Mühlen von Videospiel-Gegnern dazu. Es ist für mich nahezu tragisch, dass ein eigentlich so gutes Videospiel durch diese unsäglichen Tatsachen als so zwiespältig angesehen werden muss.

Ich versuche jedenfalls aufgrund der neuen Begebenheiten, das Spiel zu boykottieren… oO
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USERNAME_1588196
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Beitrag von USERNAME_1588196 »

Im ersten Teil (MW1) haben wir unbewaffnete, schlafende (sic!) Seeleute erschossen.

Jetzt kriegen wir auf einmal moralische Bedenken bei der Erschießung von unbewaffneten Zivilisten auf einem Flughafen.


Wenn das nicht heuchlerisch ist, was dann?

Zu dem kriegstreiberischen Pathos, mit dessen Hilfe Gewalt hier als DAS Mittel zur endgültigen Terminierung des Terrorismus auf der Welt zelebriert wird incl. Gratis-Werbung für den militärisch-industriellen Komplex (ich erinnere an die Intro-Videos in Teil 1, in dem mir Waffensysteme in einem hippen Flashvideo - ganz so wie auf einer Waffenverkaufsmesse - präsentiert werden, bevor wir uns dann in den Gunship/Kampfpanzer-Simulator setzen und selbst erleben wie cool und hilfreich asymmetrischer Krieg doch sein kann).

Da dies jedoch die Verkaufszahlen und nach Gore & Explosionen lechzenden Kleinkinderklientel verschrecken würde, erwähnen wir das im Test mal besser... nicht!

Benutzen wir stattdessen die gute alte Faustformel:
Die "Erwachsen"-Heit des Spiels steht in direkter quantitativer Proportionalität zu den im Spiel vorkommenden Litern Blut sowie der Anzahl der Enthauptungen/Headshots/abgetrennter Gliedmaßen...

Was auch sonst?


PS: Viele schreiben, COD enthalte keinerlei Moral und sei beliebig auslegbar. Also ich kann da durchaus etwas von mitnehmen: Waffen abfeuern macht Spaß, es gibt komplette Volksgruppen, die per se böse sind (Russen, Araber - also alles, was nicht in die Schublade WASP fällt) und: forcierter Gewalteinsatz löst alle Probleme und bringt nachhaltigen Frieden (wer's glaubt).
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Zappes
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Beitrag von Zappes »

Wulgaru hat geschrieben:Hinkender Vergleich.
Der 2WK war ein symmetrischer Krieg der an einigen Punkten auch hätte kippen können. Enigma war einer davon. Hier stand ein ganzes System auf dem Spiel.
Der so genannte "Kampf gegen den Terror" ist ein asymmetrischer Konflikt, dessen Ziel es ist, ob einem diese Ideologie nun zusagt oder nicht, die jeweilige Zivilbevölkerung des eigenen bzw. anderer verbündeter Länder zu beschützen. Daher ist es nach dieser Logik sicherlich legitim für das "höhere" Ziel den einen oder anderen Zivilisten zu opfern (wohlgemerkt nach dieser Doktrin, nicht nach meiner). Allerdings wäre das zulassen von großangelegten opferreichen Terroranschlägen (wie die Flughafensituation einer wäre), nicht mit dieser Logik vereinbar. Das hebt den Zweck des Ganzen Terrorkampfes im Grunde auf, egal nach welcher Logik hier vorgegangen wird
Ich habe nie behauptet, dass das logisch, sinnvoll oder für Normalmenschen nachvollziehbar ist - aber die Geheimdienst- und Militärfalken mit ihrer Vision vom gerechten Kampf gegen das abgrundtief Böse halten das alles nicht für halb so bekloppt wie Du oder ich. Ich befürchte, dass solche Dinge weit häufiger passieren, als Dir oder mir lieb sein kann, und wenn man sich mal anschaut, wie lange russische Spezialeinheiten sich im Zweifelsfall mit Gedanken an Geiseln aufhalten, wenn Sie ein Kino stürmen, wissen wir ja.

Das aber nur zum Realitätsgehalt der Grundidee. Ansonsten bleibe ich weiterhin bei meiner Aussage, dass ich es besser gefunden hätte, die Szene mit einem Gewissenzwiespalt im Jack-Bauer-Stil unter Vermeidung ziviler Opfer zu erzählen. Das wäre einfach spannender und emotional aufgeladener als so.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

ZappesBPD hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Hinkender Vergleich.
Der 2WK war ein symmetrischer Krieg der an einigen Punkten auch hätte kippen können. Enigma war einer davon. Hier stand ein ganzes System auf dem Spiel.
Der so genannte "Kampf gegen den Terror" ist ein asymmetrischer Konflikt, dessen Ziel es ist, ob einem diese Ideologie nun zusagt oder nicht, die jeweilige Zivilbevölkerung des eigenen bzw. anderer verbündeter Länder zu beschützen. Daher ist es nach dieser Logik sicherlich legitim für das "höhere" Ziel den einen oder anderen Zivilisten zu opfern (wohlgemerkt nach dieser Doktrin, nicht nach meiner). Allerdings wäre das zulassen von großangelegten opferreichen Terroranschlägen (wie die Flughafensituation einer wäre), nicht mit dieser Logik vereinbar. Das hebt den Zweck des Ganzen Terrorkampfes im Grunde auf, egal nach welcher Logik hier vorgegangen wird
Ich habe nie behauptet, dass das logisch, sinnvoll oder für Normalmenschen nachvollziehbar ist - aber die Geheimdienst- und Militärfalken mit ihrer Vision vom gerechten Kampf gegen das abgrundtief Böse halten das alles nicht für halb so bekloppt wie Du oder ich. Ich befürchte, dass solche Dinge weit häufiger passieren, als Dir oder mir lieb sein kann, und wenn man sich mal anschaut, wie lange russische Spezialeinheiten sich im Zweifelsfall mit Gedanken an Geiseln aufhalten, wenn Sie ein Kino stürmen, wissen wir ja.
Das kann durchaus möglich sein, aber dann finde ich genau wie du diese Szene noch einmal aus anderen Gründen schlecht:
COD hat nicht den Anspruch die von dir angesprochene fatalistische Situation der Geheimdienste kritisch darzustellen. Das was COD hier leistet, beschränkt sich auf reine Schockwirkung ohne kritischen Anspruch + eben das man es wie du auch richtig sagst, besser hätte inszenieren können.
johndoe300991
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Beitrag von johndoe300991 »

Man darf nicht vergessen, dass ein Herr Luibl auch aus Eigeninteresse dagegen schreibt. Kurzfristig sind durch solche Spiele natürlich strengere Gesetze möglich und die wären für eine deutsche Spieleseite natürlich weniger gut.

Jedenfalls, ich bin wirklich nicht der Einzige in der Branche, der über IW den Kopf schüttelt und seien wir mal ehrlich, die Szene hat keinerlei spielerischen Wert - sich so in die Diskussion zu bringen, ist unnötig, denn wir reden hier von einem Spiel, was sich auch ohne diese Art von Aufreger wie geschnitten Brot verkauft hätte.
USERNAME_1648515
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Beitrag von USERNAME_1648515 »

Ich sehs genauso. Die Idee wird überhaupt net sinnvoll umgesetzt und wird leider allen Kritikern die Möglichkeit geben, solch (tatsächlich) sinnlose Gewalt zu verbieten...
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wesii
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Beitrag von wesii »

Sorry Jorg, für mich der bis jetzt schlechteste Kommentar von dir. Gerade ein Mensch wie du, der immer so liberal tut, sollte so etwas nicht schreiben. Genau das ist die denke mit der Politiker solche Spiele verbieten wollen.

Mag ich nicht. Warum sollten es denn andere mögen?

Nun ich bin auch nicht gerade Call of Duty Fan, aber glaube, dass dieses Blutbad später im Spiel wieder wichtig werden könnte. Ich weiß es natürlich nicht, aber der Autor wollte, dass dieses Massaker in dem von ihm gestalteten Universum geschieht. Und dazu hat er jedes Recht. Außerdem finde ich keinesfalls, dass die Szene technisch schlecht umgesetzt ist.
Natürlich sagst du als Rollenspieler, dass man dem Spieler eine Entscheidung geben sollte. Aber in einem Spiel wie Call of Duty, welches wie ein Actionfilm funktioniert, wäre es blöd den Spieler vor so eine Entscheidung zu stellen. Denn hätte der Spieler eine Entscheidung, hätte er die Terroristen sofort erschossen. Zumindest hätte ich so gehandelt. So aber steigt mit jedem getöteten Zivilisten der Hass gegen den Anti Protagonisten. Denn genau solche Gefühle sollen Szenen wie diese in einem auslösen. Diese Methode wird in Filmen wirklich oft angewandt und sollte auch in Spielen möglich sein. Die Szene an sich ist für die Story nicht wirklich von Wichtigkeit, Brutal und Unnötig, aber wenn man das Spiel, die Serie oder den Film im ganzen betrachtet erkennt man plötzlich warum diese Szene eingebaut wurde. Wer mir nicht glaubt, sollte sich Elfen Lied angucken. Ist zwar ein Anime, aber nirgend wo sonst erkennt man diesen Kniff besser.

@Yoshi 256
Sie funktioniert wie eine Zwischensequenz, in der man sich bewegen kann. Dass so eine Szene keinen spielerischen Wert hat ist doch klar.
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crewmate
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Beitrag von crewmate »

bad robot hat geschrieben:...
Hamlet hat geschrieben:PS: Viele schreiben, COD enthalte keinerlei Moral und sei beliebig auslegbar. Also ich kann da durchaus etwas von mitnehmen: Waffen abfeuern macht Spaß, es gibt komplette Volksgruppen, die per se böse sind (Russen, Araber - also alles, was nicht in die Schublade WASP fällt) und: forcierter Gewalteinsatz löst alle Probleme und bringt nachhaltigen Frieden (wer's glaubt).
Wie Hamlet gesagt hat. Zudem finanziert das US Militär solche Projekte.
Wie es bei Michael Bays Transformers 1 und 2 war. Mit AA haben die sogar ihren eigenen Shooter.
Sonst wären in COD nicht all die Waffen und Wagen lizensiert.

Das Shootergenre stagniert seit Jahren inhaltlich.
Und es ist kein Spiel in Sicht, das daran etwas ändern würde.