Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

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Damidias
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Beitrag von Damidias »

@ Dent:

Okay, gut gekontert - mag sein, dass die Szene im Gesamtzusammenhang einen Sinn ergibt und auch seine Berechtigung hat. Wenngleich ich auch nicht verstehe, warum du mir und anderen vorgeworfen hast, Luibl - Fanboys zu sein, jetzt aber das Urteil eines anderen 4players - Redakteurs zur Untermauerung nimmst (vielleicht, weil er der Haupttester ist, okay), der uns ja genauso gut das Blaue vom Himmel herunterlügen könnte. Aber das nur am Rande.

Also, nichts für ungut - wie in meinem ersten Beitrag geschrieben. Die Flughafenszene an sich wird sich in meinen Augen wohl nicht verändern, aber mal abwarten, was die Zeit bringt; womöglich stehe ich dem ganzen auch zu kritisch gegenüber.

Schönes Wochenende @ all
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[ Zero ]
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Beitrag von [ Zero ] »

also ich persönlich find die szene auch moralisch an der grenze, das muss nicht in ein spiel rein. und dass in deutschland solche spiele geschnitten werden, war doch klar, auch wenn sie behaupten es wär nicht so
Sensei
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Beitrag von Sensei »

Ich fand es schon bei MW1 seltsam, dass sich keiner über die moralischen Exesse aufgeregt hat. Ich war an einigen stellen (erschießen von schlafenden Seemännern, Folter von gefangenen) drauf und dran meine eigenen Kameraden nierderzuschlagen.

und DAS wäre auch in der Flughafenszene das einzig moralsch vertretbare vorgehen!
Hunter909
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Beitrag von Hunter909 »

Und dann wird es bald in den Medien zu sehen sein, Killerspiele, man kann auf Passanten schießen etc .... oh man...(nehmt den Beitrag nicht zu ernst, ich will jetzt keine Diskussion über Killerspiele starten!!!)
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JunkieXXL
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Beitrag von JunkieXXL »

Na ja, ich erinnere mich noch an das Spiel "Die Hard" auf der PS1. Da kann man im Grunde auch nach Lust und Laune Geiseln abknallen und Zivilisten überfahren und das Spiel legt es sogar darauf an. Bei "GTA2" kann man im Auftrag der krupellosen Mafia Zivilisten in einer Fabrik zu Hundefutter verarbeiten lassen. Und es gibt z.B. auch ein Spiel namens "Left Behind: Eternal Forces" indem man afaik Andersgläubige töten kann oder sogar muss. Bei Fallout 3 kann man Leichen fressen und Kinder an Sklavenhändler verkaufen. Bei CoD 6 ist in einem kleinen Abschitt Zivilisten abmurksen nun explizit erwünscht.

Das ist alles am Rande des guten Geschmacks und man kann sich drüber streiten, ob sowas wirklich sein muss. Ich meine, solange man sich legal Filme kaufen kann die derartiges Zeigen - und das kann man - sollte man sich sowas auch legal in Videospielen geben dürfen.
Dreamdancer23
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Beitrag von Dreamdancer23 »

Hallo. Ich finde den Bericht von Jörg sehr gut geschrieben. Er bringt einiges wirklich auf dem Punkt. Der Spieler Agiert in dem Spiel teilweise auch steriel und arbeitet alles ab was die Entwickler von Infinity Ward ihm vorsetzen. Als ich bei anderen Spielern die fragwürdige Scene ansprach, war ich von einigen schon entäuscht das alles als Harmlos dargestellt wird! Nach dem Motto:Bloß nicht das heilige Objekt Call of Duty kritiesieren. Das sind dann auch die Spieler die alles annehmen was ihnen vorgesetzt wird und dann ohne nachzudenken auf der Jagt nach dem Gamerscore sind. Ich muß dringend meine Freundesliste überprüfen. Gruß Thorsten
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Also ich habe es spaßeshalber mal zwei Freunden vorgespielt, die zwar durchaus mal zocken, aber die Branche sonst eher belächeln.
Reaktionen:
Der eine nam es locker, O-Ton: "Typisch Videospiele, völlig lächerlich."
Der andere wurde dagegen richtig sauer, er ist bestimmt kein Zensur- Befürworter, aber den hättet ihr mal hören sollen. Videogames haben bei dem erst einmal verschissen. O-Ton: "SO EIN HALS!!!".
Nur mal so als Außenwirkung die das Spiel eventuell haben könnte.
Entweder trägt es zum kindischem Ruf des Videogames bei, oder eben als Munition für Diskussionen über die Grenzen des guten Geschmacks.
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Erynhir
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Beitrag von Erynhir »

Wulgaru hat geschrieben:[...] oder eben als Munition für Diskussionen über die Grenzen des guten Geschmacks.
Ist es denn festgelegt, dass Videospiele die Grenze des "guten Geschmacks" nicht überschreiten dürfen?

Ich finde die ganze Diskussion...unnötig. Lasst doch die Gutmenschen einfach nörgeln. In (spätestens) einem Jahr interessiert sich dann auch niemand mehr für. Dann kommt irgendein anderes Spiel, was ebenfalls angeblich geschmackslose Inhalte hat. Und die "Diskussion" geht wieder los.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Das hat nichts mit Gutmenschen zu tun, ich sage nur das das die beiden Möglichkeiten sind wie Videospiele dadurch wahrgenommen werden.
Der Freund, der eben sauer wurde, ist sicher kein Gutmensch, er hat eben moralische Werte die er irgendwann überschritten sieht. Diese Maßstäbe hat er bei Filmen aber auch. Das Problem daran ist, das wir bei Filmen nach "Genuss" einer solchen Szene eine Weile nach "besserem" suchen, und dann einen anständigen "Antikriegsfilm" finden würden...
bei Games gibts halt nur Call of Duty und Ableger. Das kann ein "Nichtgamer" mit Anspruch bei der Thematik Krieg, nicht wirklich ernst nehmen.

Edit:
Eines der wenigen Spiele die das Grauen des Krieges zwar eher nebenbei, aber doch ganz gut eingefangen haben, ist Eternal Darkness.
Kapitel "Ein Krieg alle Kriege zu beenden", nichts mit zwei Seiten, Moral oder Ehre, sondern einfach nur Grauen (was natürlich gut zum Spiel passte). Nur einmal so am Rande.
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Erynhir
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Beitrag von Erynhir »

Ganz ehrlich: Na und?

Man kann solche Sachen auch zu ernst nehmen.
bwort_baggins
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Beitrag von bwort_baggins »

Klar es ist nur ein Spiel. Aber bitte hinterher niemand wundern, wenn dadurch wieder Amok-Diskussionen angeregt werden. Ich finde diese Szene ziemlich peinlich und total überflüssig. Das Problem ist, es wird genug pubertierende Jungen geben, die so etwas total "geil" finden. "Boah guck mal, ich knall alle ab ".

Ich hasse Schnitte wie die Pest, hier wäre es mir egal. CoD wird für mich immer uninteressanter. Keine DED Server, Konsolen MP auf dem PC und solche billigen "schockierenden" Szenen.

@ Erinhyr: deine lässige Einstellung in allen Ehren, aber mit Gleichgültigkeit kommt man im Leben auch nicht so weit.Wenn man bei einem Spiel viel positives sagt (Grafik, Gameplay usw.) dann darf man doch auch kritisieren und darüber diskutieren. Ohne Diskussionen in der Welt wären wir wahrscheinlich noch in der Steinzeit....
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ColdFever
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Beitrag von ColdFever »

Erynhir hat geschrieben:Ich finde die ganze Diskussion unnötig. Lasst doch die Gutmenschen einfach nörgeln. In (spätestens) einem Jahr interessiert sich dann auch niemand mehr für.
Kommt darauf an. Falls im nächsten Jahr irgendein Amokläufer die Shooter wieder in die Diskussion und die COD2-Massenerschießungen in die deutschen Medien bringt, dürfte es das bei dieser Steilvorlage in Deutschland für "Killerspiele" gewesen sein. Dann dürfte sich der Markt für solche Spiele selbst soweit geächtet und ins gesellschaftliche Abseits gebracht haben, dass kein Politiker ihn mehr schadlos verteidigen kann.

Bedanken für den Totalschaden können sich dann alle vernünftigen Spieler und Publisher bei den COD2-Kollegen von Activision, die für den kurzfristigen Umsatz mit Schockeffekten langfristig den ganzen Markt riskieren. Wer als Spieler dann meint, die heiße Ware ja noch übers Ausland konsumieren zu können, wird Zensursula die nächste Steilvorlage für weitere Sperrungen liefern. Mitgefangen, mitgehangen werden auch dann wieder alle.
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Chabbo
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Beitrag von Chabbo »

Sensei hat geschrieben:Ich fand es schon bei MW1 seltsam, dass sich keiner über die moralischen Exesse aufgeregt hat. Ich war an einigen stellen (erschießen von schlafenden Seemännern, Folter von gefangenen) drauf und dran meine eigenen Kameraden nierderzuschlagen.

und DAS wäre auch in der Flughafenszene das einzig moralsch vertretbare vorgehen!
und sich die chance entgehen zu lassen, diese organisation zu unterwandern, und damit vielleicht später millionen zu retten?

auf dem flughafen rettet man vielleicht paar dutzend.
lässt man die aber ungehindert weiter agieren, zünden die vielleicht ne atombombe in ner metropole.
was wär jetzt die klügere entschiedung?
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

ReideenEagle hat geschrieben:
Sensei hat geschrieben:Ich fand es schon bei MW1 seltsam, dass sich keiner über die moralischen Exesse aufgeregt hat. Ich war an einigen stellen (erschießen von schlafenden Seemännern, Folter von gefangenen) drauf und dran meine eigenen Kameraden nierderzuschlagen.

und DAS wäre auch in der Flughafenszene das einzig moralsch vertretbare vorgehen!
und sich die chance entgehen zu lassen, diese organisation zu unterwandern, und damit vielleicht später millionen zu retten?

auf dem flughafen rettet man vielleicht paar dutzend.
lässt man die aber ungehindert weiter agieren, zünden die vielleicht ne atombombe in ner metropole.
was wär jetzt die klügere entschiedung?
In Anbetracht der Tatsache, wieviele Menschen bei dieser Flughafenszene sterben, gibt es nicht viele realistische Terrorszenarien, die schlimmer wären.
Ein Geheimdienst, der Kenntnis über einen solchen Vorgang erlangen und ihn zulassen würde, wäre meiner Meinung nach überflüssig. Das "höhere" Ziel dem das dienen würde, also einen größeren Anschlag zu verhindern, ist kaum moralisch begründbar.
b0genlampe
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Beitrag von b0genlampe »

Interessant an dieser Debatte, die sich letztlich wie immer nur um den per se bigotten Dauerbrenner der moralischen Fragwürdigkeit eines Spielinhaltes dreht, ist im Gewimmel all der belanglosen Empörungen und snobistischen Verteidigungen Jörgs Positionierung in seiner Kolumne. Mit dieser kommt eine ganz eigene Schwierigkeit in den Blick, denn für den aufgeklärten und gebildeten Konsumenten von Computer- und Videospielen bleibt am Ende nur der Rückzug auf eine ästhetische Argumentation.
Es ist vollkommen klar, daß ein moralisierendes Plädoyer gegen den "fragwürdigen" Spielinhalt überhaupt nicht zur Debatte steht, wäre dies doch Ausdruck mangelnder Medienkompetenz. Allerdings birgt der Rückzug auf ästhetische Gesichtspunkte die Gefahr, daß die Kritik allzu zahnlos daherkommt. Und daß sie von den meisten Lesern eben doch als eine moralische Empörung aufgefaßt wird. In diesem Fall kommt hinzu, daß sie als solche nicht zu überzeugen weiß. Die Inszenierung durch Infinity Ward erscheint mir nicht so plump und unreflektiert, wie Dir, Jörg.
Sicher, das Marketing-Kalkül spielt immer eine Rolle. Aber darüber hinaus bietet die Szene gerade im Spielschema des Egoshooters einen ganz eigenen Reiz, indem nämlich die Identifikation mit der Figur, die man übernimmt, durch den Rückstoß in eine Beobachterposition (selbst wenn man auf die Zivilisten schießen dürfte) unterlaufen und damit einem Ambivalenzeffekt preisgegeben wird. Anders ausgedrückt: Das sensomotorische Schema des Egoshooters wird hier über den Inhalt reflektiert. Die vermeintliche Unvermitteltheit des Ballerns wird in dem Moment suspendiert, da sich der Spieler fragt, was er da eigentlich mache und ob das Ganze in Ordnung gehe. Das Spiel kommt zu sich selbst, indem der Spieler aus seiner Immersion katapultiert wird. In diesem Sinne entbehrt die Szene auch nicht einer gewissen Ironie, trotz aller Grausamkeit, die zur Darstellung kommt bzw. erlebbar wird, wenn beispielsweise die Anzeigetafel in den Wirren des Massakers plötzlich alle Flüge als gecancelt anzeigt.
Ich möchte daher dem Verdikt widersprechen, die Inszenierung sei mißlungen. Schon der Vorgänger konnte mit ähnlichen Ambivalenzeffekten aufwarten, wobei natürlich dahingestellt bleibt, ob dies den Machern zu Gute zu halten ist, oder doch vielmehr nur ein glückliches Nebenprodukt darstellt. Hinzu kommt, daß ich den Vergleich mit dem grandiosen "Dragon Age" für zu weit hergeholt halte, nicht zuletzt aufgrund des gänzlich anderen inszenatorischen Ansatzes, bei dem der Reiz sich eher aus reflektierten moralischen Dilemmata ergibt und nicht so sehr aus einer auf Identifikation abstellenden Darstellung.
Wenn also die Stilkritik nicht greift, besteht kein Anlaß mehr, eine kontroverse Debatte über die Flughafenszene zu führen. Aber solange die Einsicht, daß in der Kunst und im Spiel alles möglich ist und auch sein darf, nicht zum common sense gehört, werden solche Auseinandersetzungen weiter geführt werden, mit all ihren Platitüden und künstlichen Erregungszuständen.