Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

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xKepler-186f (f*ck marquard)
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Beitrag von xKepler-186f (f*ck marquard) »

Damidias hat geschrieben:
Aaaargh.... Junge, reg' dich nicht auf. Du interpretierst viel zu viel in diese Szene hinein, die sicherlich nicht eingebaut wurde, um emotional aufzurütteln - sondern um eine Kontroverse zu schaffen und das Spiel in die Medien zu bringen, Killerspiel hin oder her. Publicity, mehr nicht.


Da du ja den Großteil der Spielerschaft für ausgemachte Idioten hälst, solltest du eigentlich eher sehen, wie gefährlich die Flughafenszene für jemanden ist, der nicht deinen überragenden, gottgleichen Intellekt besitzt und sich vom virtuellen Terror in seiner Wertschätzung des realen, menschlichen Lebens beeinflussen lässt.

Abschließend möchte ich noch einmal drauf eingehen, dass dich vom Gezeigten so schockiert gezeigt hast - "emotional effektiv" hast du diese Szene genannt. Ja, zur Hölle, hast du denn noch niemals Tagesschau gesehen und von den toten Kindern im Irak gehört? Oder, um weiter zu gehen, jemals Bilder aus Vietnam, oder Aufnahmen der Überlebenden von Hiroshima oder Nagasaki zu Gesicht bekommen? Zeig dich mal von der Wirklichkeit emotional geschockt.
Zum ersten Fettgedruckten:

Es ist schlicht eine Fehleinschätzung, dass man Spiele nicht auch interpretieren kann. Nenne mir nur ein einziges Argument, warum man Bücher und Filme interpretieren kann, Spiele aber nicht. Ich bin mir bewusst, dass ein Spiel, wie Guitar Hero keinen tiefgründigen Sinn hat. Das hat der Groschenroman am Kiosk oder der (bereits berechtigt genannte) Michael Bay-Film im Regelfall auch nicht.

Dann zum zweiten Fettgedrucktem:

Wenn wir Videospiele als gleichwertiges Medium sehen sage ich Folgendes: Nur, weil es dumme Menschen gibt, sollen also keine tiefgründigen (ja, ich benutze das Wort noch einmal) Bücher und Filme mehr erscheinen? Das ist wirklich sinnfrei.
Wenn ich Lonsdale trage und mich jemand auf der Straße als Nazi beschimpft, zeige ich ihm den Vogel. Verstanden?

Zum dritten Fettgedruckten:

Ach bitte, wir können doch von realer und virtueller Gewalt schockiert sein. Wenn wir um 20:00 Schreckensbilder aus irgendeinem Teil der Welt sehen und auch danach, wenn wir ein Videospiel spielen, einen Film sehen oder ein Buch lesen. Priorität hat natürlich Ersteres. Aber jetzt unterhalten wir uns über etwas, was ohnehin Selbstverständlich ist. Nämlich Menschlichkeit.

Generell zum Thema:

Zurecht wurde hier genannt, dass diese Mission rein vom Profit her, keinen Sinn ergibt. Das Spiel hat zwar durch die Szene mehr Aufsehen erregt, aber ob dadurch die Verkaufszahlen erhöht werden, bin ich mir nicht sicher. Und wenn ein Teil des Spiel nicht aus geschäftlichen Gründen implementiert wurde, muss dieser Teil auch eine andere Intention verfolgen, die nicht Spaß heißt.

Wie du richtig beschrieben hast, wird der Spieler in der Szene nicht direkt mit einer Meinung konfrontiert (ausgenommen der dt. Version, bei der ich dir völlig recht gebe). Aber ganz genau das ist doch der Pluspunkt des Mediums Videospiel! Es ist möglich, dem Spieler selber die Regie in die Hand zu drücken und ihn die Geschichte schreiben zu lassen, während ein Buch oder ein Film nicht vom Konsument beeinflusst werden kann. Auch wenn die Mission schlauchartig ist, so ist die Reaktion des Spielers vollkommen frei. Ja, über Filme und Bücher kann der Konsument auch selber nachdenken, logisch. Aber i.d.R. gibt es eine bestimme Meinung, die der Autor/Regisseur vertritt.
Videospiele haben den Vorteil offener zu sein, weil das Geschehen in die Hand des Spielers gelegt wird. Sicher wird in der Mission (indirekt) vorgeschrieben: Töte Zivilisten und töte Polizisten. Dabei wird uns aber nicht gesagt, ob das gut oder schlecht ist. Nur das Ende sagt etwas aus.

Um an die Schlauchartigkeit anzuknüpfen: Ja, es stimmt. Da hat IW Mist gebaut. Die Mission hätte z.B. sehr viel eher beginnen können. Die Anfahrt, das Betreten, die unmittelbare Vorbereitung. Das hätte die Situation intesiviert. Auch die Möglichkeit, die Terroristen zu erschießen wäre ein Möglichkeit gewesen. Insofern hat IW nicht alles aus der Szene herausgeholt, was möglich gewesen wäre.

Was ich etwas schizophren finde, ist, dass einige hier die Schlauchartigkeit/Konzipiertheit des Levels verurteilen, dann aber sagen, dass mehr daraus gemacht werden hätte können, im Sinne von Herrn Luibls zitternde Händen. Also mehr gescriptete Ereignisse. Einerseits das Bedürfnis mehr Handlungsfreiheit genießen zu wollen, andererseits aber mehr Vorgaben haben zu wollen ist für mich ein Widerspruch.

Insgesamt ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Wie viele Diskussionen gab es nun über diese Mission? Wie viele Leute haben sich konkreter mit Videospielen auseinandergesetzt? Viele. Schon alleine deswegen ist die Mission ein Erfolg für Videospiele.

@ArthurDentist

Fand den Vergleich mit dem Trailer sehr gut. Blickpunktwechsel sind immer ein überzeugendes Argument.
Zuletzt geändert von xKepler-186f (f*ck marquard) am 07.11.2009 14:01, insgesamt 4-mal geändert.
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Zappes
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Beitrag von Zappes »

Sevulon hat geschrieben:Man ist ein Double-Agent. Das man die Morde nicht verhindern kann, ohne das die Tarnung auffliegt, ist eine Sache.. SELBST Amok zu laufen und PERSÖNLICH ein Haufen unschuldige Zivilisten abzuknallen eine ganz andere. Das würde auch kein Jack f'n Bauer tun, weshalb ich es nur realistisch und konsequent finde, wenn in diesem Fall ein "Game Over" kommt, aufgrund falscher vorgehensweise. War als James Bond in GoldenEye damals ja auch nicht anders.

Das Einzige, was man hier ankreiden kann, ist eben, dass es so nicht auch in der internationalen Version ist. Hier finde ich den 'Cut' bzw. die Modifikation nämlich mal äußerst sinnvoll.
Hier stimme ich Sevulon komplett zu. Ich habe zwar prinzipiell kein Problem mit der Stelle im Spiel - ich kann nämlich eigentlich ganz gut zwischen Spiel und Wirklichkeit zu unterscheiden, und mit 3D-Modellen habe ich nur begrenztes Mitleid. Ich glaube nicht, dass ein Grafikchip mit seinen kleinen Speicherbausteinen traurig in der Konsole sitzt, weil Pixelpapa nie mehr heimkommen wird... Es ergibt aber spielerisch (siehe Sevulon) und erzählerisch keinen Sinn und schadet dem Spiel mehr, als es nutzt.

Von der Erzähldramatik her finde ich die deutsche Version besser, oder zumindest hat sie eine bessere Ausgangsposition. Der Agent sollte auf keinen Fall die Töten, die er beschützen soll, und so eine Stelle könnte gut zeigen, wie die Situation dem Agenten zu schaffen macht. Sogar, wenn sich sein Mitleid in Grenzen halten sollte, müsste er sich nämlich immer noch an die Regeln halten und muss ständig befürchten, deshalb aufzufliegen. Sowas ergibt eigentlich eine sehr spannende Situation, und mir ist unklar, wieso Infinity Ward diese Chance vergeben hat.

Optimal wäre es hier gewesen, keine Zivilisten töten zu können, aber das immerhin vortäuschen zu können. Wenn man z.B. eine Figur in eine Ecke ziehen, in die Luft schießen und ihr sagen müsste, dass sie sich tot stellen soll - das wäre ein spannender Aspekt des Settings. So, wie ich das Level bisher in den Filmchen gesehen habe, finde ich es aber eigentlich ziemlich belanglos und unemotional - und verstehe die ganze Aufregung beim besten Willen nicht.
Jim_P.
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Beitrag von Jim_P. »

Ich muss mal sagen du hast einen grandiosen Schreibstil, der abgesehen von der Thematik, zum Nachdenken einlädt, nicht zuletzt durch Schmankerl a'la

"Aber zurück zum fiktiven Blut in einem Spiel, das heutzutage scheinbar mehr Aufregungspotenzial birgt als der perverse Alltag um uns herum."
Grossartig!

Aber zur besagten Mission selber.
Persöhnlich find ich ist sie nicht nur unnötig sonndern geht dann doch zuweit.
Was wohl auch der Sinn sein soll. Der Missionsinhalt soll nicht nur Marketing sein, sondern einfach eine Grenze überschreiten. Ein Tabu brechen, auf das Infinity sich dieses (fragwürdige) Sternchen geben kann. Erinnert mich ein wenig an die Politik von i.d. Software, welche oft darauf hinauslief Tabu's zu brechen, für die PR und um ihre Spiele in gewissen Maße "unsterblich" zu machen.

Grüsse Jim
Liebe.Frieden.TNT
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Re: Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

Beitrag von Liebe.Frieden.TNT »

RosaElfe hat geschrieben: Wer beim Zusammenbruch der Ordnung mordend und/oder vergewaltigend durch die Straßen zieht ist das Monster. Wer sich eines solchen Monsters erwehrt, ist deswegen noch lange keines, auch wenn das Monster dabei umkommt. Und um sich zu wehren, muss man nicht selber mordend und schändend durch die Straßen ziehen.
man tötet aber nur ein metaphorisches monster. es ist immer noch ein mensch, den man da umbringt. und wer weiß wo das endet. beim ersten mal kotzt man noch. irgendwann tötet man dann schon, nur um den anderen das essen zu klauen. die bedingungen werden ja nicht besser, da wird die hemmschwelle auf dauer sinken.
Wieso fängst du stets ganz neue Themen an? Davon habe ich nicht geredet. Ich rede von diesem Thread und den Kommentaren die ich teilweise lese. Und an dem Indikator "Beurteilung dieser Spielszene"
lese ich Dinge ab, die ich als nicht gerade positiv bewerte.
ich versuche dir nur zu zeigen, daß diese bewertung kein fundament hat. wenn du sagst, wir hätten heute eine so unmoralische gesellschaft, obwohl wir wahrscheinlich eine der moralischsten gesellschaften aller zeiten haben, dann ist das schon wieder irreführende polemik. sei doch froh, daß ich es so differenziert darstelle, anstatt es einfach mit einer floskel abzulehnen.
Das ist doch Kleinkram. Unwichtiger Mist. Es geht um echte Werte, grundlegendes des menschlichen Zusammenlebens, nicht ums Herunterladen von schlechten songs.
mir gefallen diese werte aber nicht 100%. wir könnten auch in dieser gesellschaft mit einer besseren moral auch ein menschlicheres zusammenleben finden. ich sag nur mal zivilcourage. ich führ das jetzt nicht weiter aus, sonst heisst es wieder, ich würde ein neues thema anfangen :)
Dann such nach einem Taschentuch....manche Werte sind nicht verhandelbar. Und keine Ansichtssache.

Oder ist aufeinmal okay, wenn Menschenwürde nicht für Blonde gilt, weil das nunmal die Meinung einer Person ist das das so sein sollte?
Hier wird nicht geschachert. Das ist ein Gesamtpaket. Wenn einer meint, dass sei doof und er fühlt sich unterdrückt indem er irgendeine Art von Mensch nicht totschlagen darf, dann sollte er sich verziehen. Wenn nicht, dann muss er sich fügen und die Blonden in Ruhe lassen. Wenn er das nicht tut, braucht er keine Gnade erwarten, nur weil er meint die Blonden sind keine Menschen und hätten daher keine Menschenwürde. Das interessiert nicht.
das geht aber in richtung diskriminierung. ich will niemand wegen seiner natürlichen eigenarten diskriminieren, sondern lediglich wegen seinem verhalten. warum sollte ich jemandne würdevoll behandeln, der würde garnicht verdient hat?
warum sollte ich menschen überhaupt mehr würde einräumen als anderen lebewesen?
man sollte alles und jeden mit respekt behandeln und nicht nur ein paar wenige. und wer sich selber respektlos benimmt, der braucht auch keine würde mehr.

das klingt natürlich selbstgerecht, das ist mir klar.
Gar nichts sollst du da. Denn ohne Problembewusstsein bringt es nichts. Man kann dann nur hoffen, dass die Kontrollmechanismen der Gesellschaft nicht ausfallen und derjenige dann ohne die Androhung von Strafe seine Wünsche in die Tat umsetzt, weil zum Beispiel die öffentliche Ordnung durch 2 Wochen ohne Strom zusammengebrochen ist. Oder man sollte hoffen, dass dann jemand in der Nähe ist, der solchem Treiben ein Ende setzt.
man muss doch sowieso immer hoffen, daß neben einem ein serienkiller wohnt, daß man nicht zufällig mal in einen amoklauf gerät, oder das der zug jetzt nicht von terroristen in die luft gesprengt wird. vor menschen ist man nie hundertprozentig sicher.
vor mir selber fühle ich mich jedenfalls noch sicher. ich würde ein problem erst erkennen, wenn mein handeln dementsprechend wäre. aber solang ich mich für psychisch stabil halte und einigermaßen gesellschaftsfähig, sollte ich für niemanden eine gefahr sein.
Intelligenz ist genauso eine Waffe wie jede andere auch. Kann man so oder so einsetzen. Und es steht einem nicht gut zu Gesicht, sich einfach mal über "den Pöbel" zu erheben. Man glaube es kaum, aber wir alle zusammen sind "die Masse".
wenn ein intelligenter mensch gewalttätig ist, ist das natürlich viel gefährlicher. hitler ist ja sehr bekannt ^^
aber das sind in der anzahl eben nur wenige und diese intelligenten hätten niemals so viel schaden anrichten, wenn es nicht auch noch die dumme masse gäbe, die ihnen folgen würden.
dazu sind diese einfachen dummen auch nunmal in der überzahl. wenn die ordnung mal zusammenbrechen sollte, dann sind es erstmal diese, die die unmittelbare bedrohung darstellen.
Es gibt keine Neutralität in diesem Fall, wenn man über Grundwerte redet. Man kann sich nicht in jedem Bereich als neutral bezeichnen, sich bequem zurücklehnen und von seinem Berg aus kryptische und sinnlose Pseudoweisheiten von sich geben.

Aber du kommst hoffentlich auch irgendwann noch darauf, dass man sich in manchen Bereichen einfach entscheiden muss. Es haben nicht immer alle gleich viel Recht oder gleichviel Schuld. Es ist nicht alles gleichgut, gleichschlecht oder Ansichtssache. Dieser Trugschluss war lange genug intellektuell chic.
es ist ja nicht so, daß ich nicht meine religion, meine götzen und meine ansichten hätte. ich bin doch auch nur ein mensch. nur gehört das für mich nicht in diese diskussion. das kann man auch mal ausblenden und auf seine bewertungen im interesse der debatte verzichten. wörter wie "gut" und "schlecht" sind nichtig, wenn irgendjemand eine andere meinung dazu hat.
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Hongii
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Beitrag von Hongii »

ColdFever hat geschrieben:
Luceruzz 555666 hat geschrieben:dieses dumme geschwafel von blaahh ist das moralisch richtig falsch??? ... das is natürlich totaler schwachsinn genau wie dieses ganze hohle blalba um diese mission) , aber leute wacht mal auf ES IST NUR FIKTION!!!!! ich werd mir das spiel auf jedenfall kaufen und auch dieses verdammte level spielen denn dafür hab ich schließlich bezahlt!!!
Also fassen wir zusammen:
Wer eine andere Meinung als Du hat, verbreitet "totalen Schwachsinn".
Alles was Fiktion ist, ist damit automatisch harmlos.
Man sollte alles konsumieren, wenn man dafür bezahlt hat.


Wenn Du so etwas bei vollem Bewusstsein schreibst, darfst Du das Spiel wahrscheinlich noch gar nicht spielen, denn unter 18 Jahren ist das Spiel nicht freigegeben. Solltest Du dagegen tatsächlich schon 18 sein, lieferst mit diesen Ansichten die besten Argumente dafür, derartige Spiele am besten vorsorglich zum Schutz unreifer Teile der Bevölkerung zu verbieten, die offenbar bereits für jede Form der Gewalt unempfindlich geworden sind, solange sie nur "fiktiv" am Bildschirm geschieht.

Ich finde es schade, dass in Deutschland der Staatsanwalt wohl erst einschreitet, wenn in einem Spiel Juden von Nazis erschossen werden müssen, um ein Level weiterzukommen. Solange es sich dagegen nur um Massenerschießungen nomaler Zivilisten handelt, herrscht offenbar noch "künstlerische Freiheit? Ich finde das unbegreiflich und frage mich, warum so ein schreckliches Gewaltspiel nicht sofort auf dem Index landet.


WARUM bist du so anmaßend? Ich habe nichts dagegen wenn es DEINEM Geschmack und DEINEM Gewissen nicht gut tut aber lass doch die anderen ihren Spaß haben. Nur weil DU dich in diese Szene reinsteigerst denkste, kannst den Künstlern ihre Grenzen aufzeigen? Kannst du nun über Leite die weniger empfindlich sind und einfach ein Vollprodukt für ihr hart verdientes Geld ürteilen, denen Unreife unterstellen oder gar Verohung und Beschränktheit??? Zwingt dich keiner dass spiel zu kaufen, doch hör auf mit deinem Schrei nach Index hier andere zu bevormunden! Guck dir Japan an mit ihren ganzen Vergewaltigungsspielen...und spreche nun dein Urteil über das Land mit einer extrem niedrigen Vergewaltigungsrate!!
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ArthurDentist
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Beitrag von ArthurDentist »

Damidias hat geschrieben: Um es noch einmal zu sagen: dem Level fehlt ein klares Statement! Das ist das Kernproblem - der Spieler darf Zivilisten über den Haufen schießen bzw. in der deutschen Version dabei zusehen, ihm bleibt die Interpretation des Geschehens aber selber überlassen
woher weißt du das?
weil es Herr Luibl gesagt hat (nachdem er die Szene aus dem Kontext gerissen, zerfleischt und festgestellt hat, dass sie nichts mit dem Rest des Spieles zu tun hat?)
Mal ehrlich glaubst du ihm das?
Nachdem, was IW bis jetzt vorgelegt hat?
Hier sei an die Einstiegsszene von MW - die mit den Credits - erinnert. Die Fahrt durch die Stadt. Auch hier werden Zivilisten über den Haufen geballert!
Aber halt! passiert das nicht ganz woanders? Dort unten in Arabien? Die kennen das ja nicht anders!

Wie wäre es, wenn IW eine Szene eingebaut hätte, wo ein "Terrorist" in einem mit Sprengstoff beladenen Wagen mitten in Bagdad in die Menge rast? Sicher schockierend - aber doch ganz was anderes.
Ich meine - im Westen - bei uns - auf Zivilisten! Das geht doch nicht!
wie gesagt, verlogen.

Und Herr Luibl nimmt, wie immer, den einfachen, beifallheischenden Weg. Klar, wenn man sich nur mit seinem Zielpublikum auseinandersetzt.
Die Flughafenszene wirkt vielleicht befremdlich, die Szene wirbelt moralische Fragen auf, aber sie ist einfach schlecht gemacht. Infinity Ward präsentiert das Ganze erstens mit technischen Macken, wenn zwanzig Zivilisten kollektiv zusammen zucken, und zweitens ohne dramaturgische Qualität - primitiv und steril
Na, das ging ja schnell!
Warum sich fragen, ob solch eine Szene in irgend einem Kontext einen Sinn ergeben kann oder, wichtiger, ob sie in ein Videospiel gehört, ob das Medium schon so weit ist?
Wozu denn, wenn man die Szene mit einem Schlag entmündigen kann. Schlecht gemacht. Erledigt. Wir müssen nicht mehr darüber reden!
Wir bringen uns ihn eine sichere, erhöhte Position und können von oben munter auf das Spiel runterballern!
Das ist so, wie wenn Uwe Boll Apocalypse Now gedreht hätte. Müll. Fall erledigt. Nun gut, auch Herr Luibl versteht nichts von guter Regie (siehe unten) ...
Und die Meinung seiner Fans (die, auf die er es anlegt!) gibt ihm recht - und sie werden gleich konkreter, was hier unter schlecht gemacht zu verstehen ist:
Guter Kommentar, hätte ich nicht gedacht das die deutsche Version doch geschnitten wurde. Das ist schlicht und einfach eine Konsumentenverarsche. Activision sollte mal eine Definition für ungeschnitten verfassen.
Was für ein Schwachsinn!
Pah, von wegen ungeschnitten.
Ist für mich jedoch immernoch fragwürdig, warum Spiele
in denen man "nur" auf Leute schießen würde geschitten werden,
aber ein Ninja Gaiden 2 rauskommen darf, wo man Leute
auf brutalste Weise metzelt rausgebracht wird, bloß weil
da jetzt weniger Blut spritzt oO
GTA 4 ist eine Satire, die den American Way of Life großartig auf die Schippe nimmt, während CoD nicht weiter ist als ein Ego-Shooter mit vielen Höhepunkten - aber wenig Befriedigung
Ich konnte es eh nicht glauben - aber dass die SO lügen...Activision? Ihr seid für immer bei mir unten durch!
Dabei klang es so, als könnte es unzensierter nicht sein...NEIN, ES IST JA GAR KEINE ZENSUR, MAN SIEHT JA NOCH ALLES...Man kann es nur nicht mehr spielen.
um realistisch zu sein, müsste das spiel dies auch grafik- und animationsmäßig besser darstellen. wimmernd blutende menschen auf dem boden liegen zu sehen, das hab ich schon besser erlebt.
die figuren sehen allesamt zu geklont aus. alle haben die gleichen körpermaße und auch noch ähnliche klamotten an.
warum fallen die auch alle tot um? könnten da nicht auch welche nur angeschossen sein und noch weglaufen?
kinder gibt es natürlich auch keine. wahrscheinlich wollte man ja doch nicht zu sehr schockieren.
Geb der Kolumne vollkommen Recht. Ist einfach schlecht gemacht, einfach eine plumpe Werbemaßnahme auf kosten aller anderen. Das mindeste währe ja mal der Sound gewesen. Gerade Call of Duty ist doch für den tollen Sound bekannt, aber ich hör nur ein bischen geschrei.
Ich weiß natürlich, was dieser Artikel soll. "Call of Blutbad". Schon bei der Bildzeitung beworben?
Wir kennen doch diese Filme, wo ein Undercover-Agent (welche Ironie!) in seiner Bande mit einer ihm nahe stehenden Person konfrontiert wird. Um diese (das Genre) zu "schützen", schlägt er sie vor den Augen der Bande (der Bild-Zeitung) halb tot, damit diese eventuell von ihrem Opfer ablässt. Nennen wir es Präventivschlag :wink: . Ehrenhaft, aber verlogen. Hatte ich schon erwähnt? Tschuldigung!

IW wollte also unbedingt Aufmerksamkeit erregen? Aber hätte man das nicht einfacher haben können? Wo sind den nun die Granaten, die man in die Menge werfen kann? Warum explodiert nichts? Warum gibt es keinen Bodycount? Wenn ich erfahre, wie viele Zivilisten auf mein Konto gehen, erhöht das den Wiederspielwert doch ganz erheblich! Oder altenative Waffen? Oder Bestzeiten! Wie lange brauche ich, um den Flughafen zu "säubern?" aber dann hätte ich auch rumlaufen dürfen müssen - und nicht in diese elende Zeitlupe gezwungen werden! laaangweilig! Und warum packen die Entwickler dies nicht als "Bonuslevel" in eine 20 Euro teurere Special-Edition? Da kann das moralisch entrüstete Zielpublikum dann an der Kasse die "richtige" Antwort geben! :wink:

Bei Filmen gibt es auch immer wieder kontroversen. Man denke an "Natural Born Killers". Nur gibt es da eher seltener Kommentare wie:"viel zu harmlos! Im Film X gibt es viel geilere Tötungsszenen! Weiß gar nicht, was das soll!"
Und deswegen (und nicht weil die Szene "schlecht gemacht" wäre) gehört diese Szene in kein Videospiel - wie auch diese Diskussion nicht hierher.

Und doch: wenn IW etwas mutiger gewesen wäre und ihr Spiel etwa so begonnen hätte:
Der Bildschirm wird schwarz.
wir hören Gesprächsfetzten, klicken und klappern (offenbar von Waffen und Magazinen, die vorbereitet werden).
Langsam werden Namen und Titel eingeblendet. Weiß, auf schwarzem Grund.
Schließlich hören wir ein "DING!". Langsam kommt Licht auf die Leinwand. Der Fahrstuhl hat sein Ziel erreicht. Das letzte, was wir für lange Zeit hören werden: "kein Russisch!"
Die Truppe verlässt den Fahrstuhl. Stoisch und präzise eröffnen sie das Feuer auf die Menge und beginnt ihren blutigen Weg durch den Flughafen. Die nächsten zehn Minuten folgt die Kamera dem Protagonisten - ohne eine Blende, einen Zwischenschnitt. Völlig emotionslos.
Erst als die Polizei eintrifft, wird der hypnotische Rhythmus des Films aufgelöst. Wir wachen auf, der Film blendet zurück. 2 Jahre zuvor....
...dann hätten sie einen Platz in der Ruhmeshalle meiner mutigsten Entwickler sicher.
Nein - dieser Level kann mit dem üblichen CoD wahrlich nicht mithalten. schon lustig, dass ihnen das jetzt vorgeworfen wird.
...es so kalt ist das es in keinster Weise irgendwo berührt und total unnötig erscheint.
GTA, Borderlands - das ist primitiver Müll für pubertierende! Diese Szene steht in Machart, Regie und Intention um mindestens zwei Klassen drüber! Auch wenn sie beim Großteils des Zielpublikums nicht so ankommen wird - und bei vielen wohl zum Lieblingslevel wird...
Zuletzt geändert von ArthurDentist am 07.11.2009 14:50, insgesamt 2-mal geändert.
Liebe.Frieden.TNT
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Beitrag von Liebe.Frieden.TNT »

@arthur
sicher kannst du jörg verlogenheit vorwerfen, aber du vergisst natürlich die zwickmühle in der er steckt. er ist eine öffentliche person, er hat moralisch einwandfreie inhalte zu verkaufen.
er ist nicht wie ich, der einfach sagen kann, was er denkt. alles was er sagt muss auch in umsatz für das magazin umgemünzt werden.
da wäre eine aussage wie "oh das ist mir zu gewaltarm und blutleer" von ihm sicher kontraproduktiv ^^
TitsMcghehey
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Beitrag von TitsMcghehey »

Haha, zu lustig der Titel. Call of Blutbad. Da sag ich nur Bild Niveau auf niedrigster Ebene.
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Beitrag von Zud0 »

Die Entwickler hätten das Undercover Problem ja wie in Splinter Cell: Double Agent lösen können, mit den beiden Vertrauensbalker der Agency (NSA) und der Terroristengruppe (JBA) Siehe im Test Absatz Gewissensfrage.
So hätte man in MW2 wenn man keine Zivilisten erschießt langsam das Vertrauen der Terroristen verloren, wenn man zuviele erschießt das Vertrauen der CIA, so dass man ständig die Balance halten muss.
Und dann halt noch was für Leute die ein Gewissen haben und auf die Terroristen schießen, damit aber ihre Undercover-Mission abbrechen.
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Linden
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Beitrag von Linden »

Neversoft hat geschrieben:Haha, zu lustig der Titel. Call of Blutbad. Da sag ich nur Bild Niveau auf niedrigster Ebene.
Naja mit Call of "Duty" hat es nun wirklich nicht mehr viel zu tun? ;) (Speziell die Flughafen Szene)

Unter die Pflicht Ruft, verstehe ich nen bissel was anderes - auch wenn man sich in der Mission vertrauen erschleichen soll.
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CoD ist ein gutes Spiel
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Beitrag von CoD ist ein gutes Spiel »

Haha mir ist soeben aufgefallen dass der Level nicht nur extrem schlecht und unötig ist sondern auch vollkommen unrealistisch. Wer schonmal an einem Flughafen war, weiß dass dort Polizisten nicht nur mit einer einfach Pistole ausgerüstet sind. Ich denke das ist in Russland nicht anders. Außerdem scheinen die meisten Menschen erst den Amoklauf zu bemerken als auf sie geschossen wird. Ich kann mir sonst nicht erklären wieso so viele Personen noch in der großen Halle waren in der gegen Ende einer der Terroristen von oben wild auf die Meute ballert. Außerdem stellt sich die Frage wie die Terroristen schwer bewaffnet und unbemerkt in den Aufzug kamen. Vielleicht klärt sich die Frage wenn ich das Spiel spiele, nur habe ich das Gefühl, dass es davor keine Mission gibt in der man unbemerkt mit 50 Meter dicken Waffen in die oberen Etagen eines Flughafen kommen muss...
CrimsonX99
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Beitrag von CrimsonX99 »

Warum heulen jetzt auf einmal alle so herum wegen dieser Flughafenszene? Verdammt nochmal!

Ihr wollt ein authentisches Kriegsspiel mit viel Geballer und alles drumherum und dann noch UNCUT, aber wenn mal eine Situation aus der Sicht der Terroristen gezeigt wird heult ihr rum?

Entscheidet euch mal!

Ich versteh die ganze Aufregung über diese Flughafenszene einfach nicht. Die Entwickler haben sich etwas getraut was noch niemand vorher gemacht hat. Man hat sowas vorher nicht gesehen. Es ist einfach etwas ungewohntes aus der Sicht der "Bösen" zu spielen. Aber genau diese Szene verdeutlicht wofür und wogegen man eigentlich kämpft.

Das ist nunmal die Kehrseite der Medaille, die vorher nie gezeigt wurde.
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Damidias
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Beitrag von Damidias »

ArthurDentist hat geschrieben:
Damidias hat geschrieben: Um es noch einmal zu sagen: dem Level fehlt ein klares Statement! Das ist das Kernproblem - der Spieler darf Zivilisten über den Haufen schießen bzw. in der deutschen Version dabei zusehen, ihm bleibt die Interpretation des Geschehens aber selber überlassen
woher weißt du das?
weil es Herr Luibl gesagt hat (nachdem er die Szene aus dem Kontext gerissen, zerfleischt und festgestellt hat, dass sie nichts mit dem Rest des Spieles zu tun hat?)
Mal ehrlich glaubst du ihm das?
Nachdem, was IW bis jetzt vorgelegt hat?
Hier sei an die Einstiegsszene von MW - die mit den Credits - erinnert. Die Fahrt durch die Stadt. Auch hier werden Zivilisten über den Haufen geballert!
Aber halt! passiert das nicht ganz woanders? Dort unten in Arabien? Die kennen das ja nicht anders!

Wie wäre es, wenn IW eine Szene eingebaut hätte, wo ein "Terrorist" in einem mit Sprengstoff beladenen Wagen mitten in Bagdad in die Menge rast? Sicher schockierend - aber doch ganz was anderes.
Ich meine - im Westen - bei uns - auf Zivilisten! Das geht doch nicht!
wie gesagt, verlogen.

Und Herr Luibl nimmt, wie immer, den einfachen, beifallheischenden Weg. Klar, wenn man sich nur mit seinem Zielpublikum auseinandersetzt.
Die Flughafenszene wirkt vielleicht befremdlich, die Szene wirbelt moralische Fragen auf, aber sie ist einfach schlecht gemacht. Infinity Ward präsentiert das Ganze erstens mit technischen Macken, wenn zwanzig Zivilisten kollektiv zusammen zucken, und zweitens ohne dramaturgische Qualität - primitiv und steril
Na, das ging ja schnell!
Warum sich fragen, ob solch eine Szene in irgend einem Kontext einen Sinn ergeben kann oder, wichtiger, ob sie in ein Videospiel gehört, ob das Medium schon so weit ist?
Wozu denn, wenn man die Szene mit einem Schlag entmündigen kann. Schlecht gemacht. Erledigt. Wir müssen nicht mehr darüber reden!
Wir bringen uns ihn eine sichere, erhöhte Position und können von oben munter auf das Spiel runterballern!
Das ist so, wie wenn Uwe Boll Apocalypse Now gedreht hätte. Müll. Fall erledigt. Nun gut, auch Herr Luibl versteht nichts von guter Regie (siehe unten) ...
Nein, weil ich mir die Szene mehrmals angesehen habe - wenn du den Beitrag vor meinem letzten gelesen hättest, wüsstest du das. Ich gebe normalerweise wenig auf den ollen Luibl seine Kolumnen, weil sie meiner Meinung nach meistens übers Ziel hinaus schießen und oft genug einfach viel zu aufgeblasen sind (Beispiel: "Per Anhalter in die Spielezukunft"). Genauso wie seine Artikel; er übertreibt für meinen Geschmack oft genug. Aber das jetzt bei Seite - wichtig ist, dass ich mir an Hand des verfügbaren Bildmaterials meine Meinung und nicht Jörgs bilden konnte, und was ich gesehen habe, ist vom dramaturgischen Standpunkt gesehen ein einziges Blutbad ohne tieferen Sinn und vor allem ohne Reflexion. Warum ich das als gefährlich erachte, habe ich geschrieben, in zwei lange Beiträgen, und das muss ich nicht wiederholen (du kannst ja selber lesen); im ersten habe ich sogar geschrieben, dass der einzige Anhaltspunkt für eine Intention der Regie für mich die Musik der Flughafenszene bildet, aber das ist einfach zu wenig, um eine Aussage zu treffen.

An der Szene ist, wie ich weiterhin ausgeführt habe, aber auch gar nichts zu deuten. Es ist ein Gemetzel, nichts weiter, das dem Spieler unkommentiert vor die Füße geworfen wird, um die Spielzeit zu strecken.

Und letztendlich... eine Frage habe ich ja nochmal: was ist denn das eigentlich für eine Doppelmoral seitens IW, dass keiner der Zivilisten am Flughafen noch im Kindesalter ist? Du hattest ausgesagt, dass die Szene den Terror in echt zeigen würden, die Realität, dass IW mutig wären, dieses in jener Weise darzustellen - aber letztendlich verzerren sie das Bild nur wieder und liefern eben kein Abbild des Terrors, sondern lediglich die typisch westlichen Ängste des "Anderen, der die größere Waffe hat"!

Mehr sagt diese Szene nicht aus - nur, wie sehr wir den Terror fürchten!

EDIT: CoD 4 habe ich nicht gespielt und auch bis jetzt keine Videos gesehen, weil ich normalerweise 'nen Scheiß auf Military - Shooter gebe. Darum kann ich auch keine Stellung dazu beziehen.

So. Nächster:
ZoSo_Capricorn hat geschrieben: Zum ersten Fettgedruckten:

Es ist schlicht eine Fehleinschätzung, dass man Spiele nicht auch interpretieren kann. Nenne mir nur ein einziges Argument, warum man Bücher und Filme interpretieren kann, Spiele aber nicht. Ich bin mir bewusst, dass ein Spiel, wie Guitar Hero keinen tiefgründigen Sinn hat. Das hat der Groschenroman am Kiosk oder der (bereits berechtigt genannte) Michael Bay-Film im Regelfall auch nicht.

Dann zum zweiten Fettgedrucktem:

Wenn wir Videospiele als gleichwertiges Medium sehen sage ich Folgendes: Nur, weil es dumme Menschen gibt, sollen also keine tiefgründigen (ja, ich benutze das Wort noch einmal) Bücher und Filme mehr erscheinen? Das ist wirklich sinnfrei.
Wenn ich Lonsdale trage und mich jemand auf der Straße als Nazi beschimpft, zeige ich ihm den Vogel. Verstanden?

Zum dritten Fettgedruckten:

Ach bitte, wir können doch von realer und virtueller Gewalt schockiert sein. Wenn wir um 20:00 Schreckensbilder aus irgendeinem Teil der Welt sehen und auch danach, wenn wir ein Videospiel spielen, einen Film sehen oder ein Buch lesen. Priorität hat natürlich Ersteres. Aber jetzt unterhalten wir uns über etwas, was ohnehin Selbstverständlich ist. Nämlich Menschlichkeit.

Generell zum Thema:

Zurecht wurde hier genannt, dass diese Mission rein vom Profit her, keinen Sinn ergibt. Das Spiel hat zwar durch die Szene mehr Aufsehen erregt, aber ob dadurch die Verkaufszahlen erhöht werden, bin ich mir nicht sicher. Und wenn ein Teil des Spiel nicht aus geschäftlichen Gründen implementiert wurde, muss dieser Teil auch eine andere Intention verfolgen, die nicht Spaß heißt.

Wie du richtig beschrieben hast, wird der Spieler in der Szene nicht direkt mit einer Meinung konfrontiert (ausgenommen der dt. Version, bei der ich dir völlig recht gebe). Aber ganz genau das ist doch der Pluspunkt des Mediums Videospiel! Es ist möglich, dem Spieler selber die Regie in die Hand zu drücken und ihn die Geschichte schreiben zu lassen, während ein Buch oder ein Film nicht vom Konsument beeinflusst werden kann. Auch wenn die Mission schlauchartig ist, so ist die Reaktion des Spielers vollkommen frei. Ja, über Filme und Bücher kann der Konsument auch selber nachdenken, logisch. Aber i.d.R. gibt es eine bestimme Meinung, die der Autor/Regisseur vertritt.
Videospiele haben den Vorteil offener zu sein, weil das Geschehen in die Hand des Spielers gelegt wird. Sicher wird in der Mission (indirekt) vorgeschrieben: Töte Zivilisten und töte Polizisten. Dabei wird uns aber nicht gesagt, ob das gut oder schlecht ist. Nur das Ende sagt etwas aus.

Um an die Schlauchartigkeit anzuknüpfen: Ja, es stimmt. Da hat IW Mist gebaut. Die Mission hätte z.B. sehr viel eher beginnen können. Die Anfahrt, das Betreten, die unmittelbare Vorbereitung. Das hätte die Situation intesiviert. Auch die Möglichkeit, die Terroristen zu erschießen wäre ein Möglichkeit gewesen. Insofern hat IW nicht alles aus der Szene herausgeholt, was möglich gewesen wäre.

Was ich etwas schizophren finde, ist, dass einige hier die Schlauchartigkeit/Konzipiertheit des Levels verurteilen, dann aber sagen, dass mehr daraus gemacht werden hätte können, im Sinne von Herrn Luibls zitternde Händen. Also mehr gescriptete Ereignisse. Einerseits das Bedürfnis mehr Handlungsfreiheit genießen zu wollen, andererseits aber mehr Vorgaben haben zu wollen ist für mich ein Widerspruch.

Insgesamt ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Wie viele Diskussionen gab es nun über diese Mission? Wie viele Leute haben sich konkreter mit Videospielen auseinandergesetzt? Viele. Schon alleine deswegen ist die Mission ein Erfolg für Videospiele.
...
Natürlich kann und soll man Spiele interpretieren können, das habe ich auch nicht ausgeschlossen; aber der gute Herr Dent redet hier gerade einen "Filler", also einen durchschnittlichen Spielzeitstrecker, zum tiefsinnigen Instant - Klassiker schön und sieht mehr in der Szene, als tatsächlich da ist. Ist ja schön, wenn ihm Filmideen dabei in den Sinn kommen - darauf bin ich ja in meinem ersten Beitrag in diesem Thema schon eingegangen; Fakt ist aber, dass IW diese Ideen anscheinend nicht hatte, so, wie sie auf mich wirkt.

Die Frage hingegen, ob ein Spiel einen festen Standpunkt vertreten muss, muss ich weiterhin mit ja beantworten, denn Spiele vom Kaliber eines CoD werden mittlerweile für die große Masse gemacht, und in der Masse gibt's Idioten. Und wenn ein Haufen von Idioten auf die Idee kommt, dass das Abschlachten von Zivilisten nicht bestraft wird und keinen moralischen Wert besitzt, "weil dem tut ja in Kohl off Djutie so sein", dann mache ich mir Gedanken, ob es tatsächlich der richtige Weg ist.

Und tiefgründiges muss nicht immer mit Gewalt einhergehen! Im Spielebereich erinnere ich da mal an Darwinia; in der Filmwelt natürlich an 2001. Natürlich, in einem Ego - Shooter ist das schwer umzusetzen, aber nun gut - Terror entsteht in unserem Kopf. Wir sind diejenigen, die Angst haben - wieso nicht einmal ein Spiel aus dieser Sicht (Ideen bekomm... führt nun zu weit)?

Kunst muss Grenzen überschreiten, keine Frage, aber immer auch bekannt geben, wie sie zu diesen Grenzen steht, und sich immer im Rahmen der Kunst bewegen. CoD 6 überschreitet eine Grenze, und das ist natürlich auch zu begrüßen; jetzt weiß CoD aber nicht, was es hinter dieser Grenze soll (ich hoffe, du verstehst, was ich meine) und warum es vergessen hat, einen fähigen Regiseeur mit einzustecken.
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ColdFever
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Beitrag von ColdFever »

Hongii hat geschrieben:lass doch die anderen ihren Spaß haben... Zwingt dich keiner dass spiel zu kaufen... hör auf andere zu bevormunden... Guck dir Japan an mit ihren ganzen Vergewaltigungsspielen...
Sorry, aber ich bekomme langsam Angst vor immer enthemmteren Leuten, die am Computer laut eigener Aussage sogar noch "Spaß haben" bei aktiven Massenerschießungen von Zivilisten oder Vergewaltigungen.

Wohin soll das denn noch führen?

Wollen wir wirklich eine Gesellschaft, in der die Menschen sich nach Feierabend in aktiver Mission an Massenerschießungen und Vergewaltigungen am Bildschirm ergötzen? Selbst wenn die meisten Konsumenten glücklicherweise auf dem Teppich bleiben, so dürften doch wahrscheinlich vielen von uns in ihrem Leben schon gestörte Menschen begegnet sein, die so etwas besser nicht in die Hände bekommen sollten - weil sie das Gezeigte nämlich so fasziniert und sie es so verinnerlichen, dass Sie es irgendwann für normal halten. Wer nicht glaubt, dass es solche Leute gibt, spreche mal mit Therapeuten. Ich möchte jedenfalls keine Gesellschaft, in welcher zunehmend mehr Menschen absolut keine Tötungshemmungen mehr zu haben scheinen oder Frauen sich abends nicht mehr allein ins Parkhaus wagen.

Es gibt doch wirklich massenhaft hochwertige Spiele für einen anspruchsvollen Spielspaß. Können wir da zum Schutz von Leuten, die daran Schaden nehmen könnten, und für eine lebenswerte Gemeinschaft nicht auf ein wenig "Spaß" durch derartige Schockprogramme verzichten?
Zuletzt geändert von ColdFever am 07.11.2009 18:03, insgesamt 1-mal geändert.
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ArthurDentist
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Beitrag von ArthurDentist »

Damidias hat geschrieben: CoD 6 überschreitet eine Grenze, und das ist natürlich auch zu begrüßen; jetzt weiß CoD aber nicht, was es hinter dieser Grenze soll (ich hoffe, du verstehst, was ich meine) und warum es vergessen hat, einen fähigen Regiseeur mit einzustecken.
Paul hat geschrieben:da wird die Patriotismus-Keule offensichtlich derart primitiv geschwungen, dass es für manche genug sein kann, angewidert den Raum zu verlassen - und das war nur das Intro. »Scheinbar« und »offensichtlich« haben hier aber schon ihren Sinn, denn es steckt weitaus mehr erzählerische Eleganz in dem Spiel, als man im ersten Moment vermuten möchte. Im Laufe der Zeit wächst auf einmal ein doppelter Story-Boden heran, spätestens im letzten der drei Kapitel gewinnt die Erzählung deutlich an Fahrt und Substanz - und auf ein Mal ergibt all die heiße Luft, all das nationalistische Schwadronieren einen Sinn!
Paul hat geschrieben:kein anderer Entwickler hat so wenig Scheu davor, Grenzen zu überschreiten. Helden sterben einfach so, als unantastbar gedachte Städte werden radikal zerstört, man blickt einem Gegner, dem man gerade ein Messer ins Herz getrieben hat, genau ins sich langsam wegdrehende Auge - und natürlich wäre da noch die im Vorfeld bereits mächtig aufgebauschte Flughafen-Szene, die das i-Tüpfelchen auf dem »Ehrlich - nur für erwachsene Spieler!«-Stempel ist. Wie der Vorgänger ist das Spiel hart, dreckig, laut, brachial, spannend und hochmotivierend. Okay, am Anfang könnte man über die plump die Patriotismuskeule schwingende Story noch kotzen, aber zum Ende hin ergibt auf einmal alles Sinn und man ist verblüfft darüber, wie die Entwickler diese clevere Wendung hinbekommen haben!
entschuldige diesen kleinen, gemeinen Kunstgriff, aber am Ende ist es oft ganz nützlich, sich ein Bild vom Ganzen und nicht nur von einem seiner Teile zu machen.
Womit ich dir Recht gebe: das Video-Spiel (besonders Ego-Shooter) ist nicht der ideale, ja noch nicht einmal der richtige Hafen für eine drastische Darstellung dieser Art, welche dem Konsumenten viel Reflexionsvermögen abverlangt. Der fähige Regisseur ist da - das peinigende Tempo ist bewusst so gewählt und auch nicht veränderbar - nur das reife Publikum fehlt großteils. Und so wird dieser Level zum Kultobjekt des falschen Zielpublikums avancieren, welches in immer und immer wieder spielen und stolz seinen Freunden zeigen wird. :cry: