Die Kritik & der Fan
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- Feanarth
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Eine sehr schöne Kolumne, die man auch vom logischen Ansatz her gut nachvollziehen kann. Nun würde mich aber interessieren, wie Herr Langer's "Survival Guide für nicht-Fanboy-behaftete Spielekritik" nun genau aussieht. :wink:
Zu Deutsch: Wie bewerte ich ein (von mir als Individuum beurteiltes) Spiel, dessen Vorgänger ich "über alle Maßen schätze"?
Holt Ihr Euch da von den Mitautoren die berühmte "2. Meinung" ein und bildet eine Mittelwertung, oder darf jeder frei walten?
Ansonsten zitiere ich User "freda", da sehr passend und kurz formuliert:
"%Wertung abschaffen, Awards behalten."
Das hätte zudem den netten Nebeneffekt, dass Leute mal wieder zu Lesen beginnen, statt sich gleich auf Zahlenspiele einzulassen.
Zu Deutsch: Wie bewerte ich ein (von mir als Individuum beurteiltes) Spiel, dessen Vorgänger ich "über alle Maßen schätze"?
Holt Ihr Euch da von den Mitautoren die berühmte "2. Meinung" ein und bildet eine Mittelwertung, oder darf jeder frei walten?
Ansonsten zitiere ich User "freda", da sehr passend und kurz formuliert:
"%Wertung abschaffen, Awards behalten."
Das hätte zudem den netten Nebeneffekt, dass Leute mal wieder zu Lesen beginnen, statt sich gleich auf Zahlenspiele einzulassen.
- Robiwan87
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@ Jörg: Eine sehr gute Kolumne.
Es wurde schon so oft gesagt, dass die Tests hier subjektiv sind. Es wird zwar auf technische Fehler hingewiesen aber wenn es es um den Eindruck geht, den ein Spiel im Endeffekt macht, steht meistens ein 'ich' und 'ich', die eigene Person, bewerte das Spiel. Ob die Anderen damit zufrieden sind oder nicht. Aber es gibt hier auch die Möglichkeit jedes Spiel selbst individuell zu bewerten und wer sich mal das angeschaut hat, weiß wie stark diese Tests doch manchmal abweichen können, wenn sie dann auch wirklich ernst gemeint sind.
Über Geschmack lässt sich halt nicht streiten, und so soll es auch bleiben...
Wir brauchen Kritik, wir brauchen Kritik an der Kritik, die eigene Kritik an etwas. Und wir wollen Tests, egal ob sie einem gefallen oder nicht, und keinen Hype, sonst könnten wir uns ja eigentlich nur die Werbung anschauen...
Es wurde schon so oft gesagt, dass die Tests hier subjektiv sind. Es wird zwar auf technische Fehler hingewiesen aber wenn es es um den Eindruck geht, den ein Spiel im Endeffekt macht, steht meistens ein 'ich' und 'ich', die eigene Person, bewerte das Spiel. Ob die Anderen damit zufrieden sind oder nicht. Aber es gibt hier auch die Möglichkeit jedes Spiel selbst individuell zu bewerten und wer sich mal das angeschaut hat, weiß wie stark diese Tests doch manchmal abweichen können, wenn sie dann auch wirklich ernst gemeint sind.
Über Geschmack lässt sich halt nicht streiten, und so soll es auch bleiben...
Wir brauchen Kritik, wir brauchen Kritik an der Kritik, die eigene Kritik an etwas. Und wir wollen Tests, egal ob sie einem gefallen oder nicht, und keinen Hype, sonst könnten wir uns ja eigentlich nur die Werbung anschauen...
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Hab sie letztens erst wieder zufällig in deinem Büchlein durchgelesen und hab direkt daran gedacht, dass man sie eigtl. 1:1 mal wieder hervorkramen könnte... Zack, da ist sie4P|T@xtchef hat geschrieben:Die Kolumne ist aufgrund einer gewissen sportlichen Aktualität wieder aufgelaufen...quasi als Joker. :wink:
Auf dass sie ein paar Leser, die den Text noch nicht kennen, lesen und man die Kolumne in 5 Jahren wieder auspacken kann
- DM1664
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Und was ist mit uns Genre-/Hype-Hassern?„Nur 81%? Achh, ihr habt doch keinen Plan! Das Teil hat mindestens 82% verdient!“
Bestes Beispiel: Half Life 2
"Wie 'ne Bewertung von 93%? Achh, ihr habt doch keinen Plan! Das Teil hat höchstens 79% verdient!"
Abgesehen von guter Grafik und tollen Animationen nix zu bieten....Linearität und Langeweile pur. Abgesehen von Bug-Gothic 3 meine bisher größte Fehlinvestition (meine Meinung).
- muecke-the-lietz
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Das Ding ist aber: Hier wird Lessing herangezogen und das ist schon fast Größenwahn.
Einerseits sollte man bedenken, dass Lessing nicht der alleinige Begründer war, es gibt bereits Text von Aristoteles und Diogenis, die sich kritisch mit einigen Werken befassen. Andererseits handelt es sich dabei um Literaturwissenschaft oder allgemein um Kunstwissenschaft, also die Wissenschaft des Ästhetischen. Analyse und Kritik auf einem ganz anderem Niveau also.
Spieletests sind Produkttest, gerade im Sportspielbereich. Der ästhetische Wert mag zwar mit steigener Filtionalität zunehmen, wodurch die Differenzen der Meinungen größer werden, im allgemeinen ist aber eine "subjektive" Produktbewertung nur zum Teil sinnvoll. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt und ich werde sie nicht aufzählen. Ich will damit nur sagen, dass selbst ein Theaterkritiker eine analytische Wissenschaft betreibt, die allerdings einen starken emotionalen Einfluss hat. Produktkritiken sollten den emotionalen Teil aber so klein wie möglich halten. Das tut 4p ja auch meistens, aber es gibt eben emotionale "Ausrutscher" wo die Nüchternheit zu sehr hinten angestellt wird, z.B. hat ein Shadow of the Collossus aus spielerischer Sicht keine 92 % verdient, da spielte mir zu sehr der ästhetische Teil mit rein und das sollte bei Games eben jeder selbst entscheiden.
Wie gesagt: Kunstwissenschaften sind komplexer und tiefgreifender als schnöde Spielekritiken, deswegen sind Vergleiche mit Lessing für mich schauderhaft.
Einerseits sollte man bedenken, dass Lessing nicht der alleinige Begründer war, es gibt bereits Text von Aristoteles und Diogenis, die sich kritisch mit einigen Werken befassen. Andererseits handelt es sich dabei um Literaturwissenschaft oder allgemein um Kunstwissenschaft, also die Wissenschaft des Ästhetischen. Analyse und Kritik auf einem ganz anderem Niveau also.
Spieletests sind Produkttest, gerade im Sportspielbereich. Der ästhetische Wert mag zwar mit steigener Filtionalität zunehmen, wodurch die Differenzen der Meinungen größer werden, im allgemeinen ist aber eine "subjektive" Produktbewertung nur zum Teil sinnvoll. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt und ich werde sie nicht aufzählen. Ich will damit nur sagen, dass selbst ein Theaterkritiker eine analytische Wissenschaft betreibt, die allerdings einen starken emotionalen Einfluss hat. Produktkritiken sollten den emotionalen Teil aber so klein wie möglich halten. Das tut 4p ja auch meistens, aber es gibt eben emotionale "Ausrutscher" wo die Nüchternheit zu sehr hinten angestellt wird, z.B. hat ein Shadow of the Collossus aus spielerischer Sicht keine 92 % verdient, da spielte mir zu sehr der ästhetische Teil mit rein und das sollte bei Games eben jeder selbst entscheiden.
Wie gesagt: Kunstwissenschaften sind komplexer und tiefgreifender als schnöde Spielekritiken, deswegen sind Vergleiche mit Lessing für mich schauderhaft.
- Meleemaru
- Beiträge: 372
- Registriert: 14.03.2008 20:52
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Aber aber...och Mensch! :/ Hätteste nich wenigstens eiskalt das Datum auf 09 setzen können? Das kommt nun so...lieblos rüber, weils schon das 2te mal in kurzer Zeit ist, das da ne alte Kolumne hervorgekramt wird. :/4P|T@xtchef hat geschrieben:Die Kolumne ist aufgrund einer gewissen sportlichen Aktualität wieder aufgelaufen...quasi als Joker. :wink:
Aber die Kolumne ist echt ganz nett :3
"Schlecht ist schlecht, und gut ist gut." <- Fand ich ganz klasse auf den Punkt gebracht.
Aber trotzdem, mir fällt grad spontan ein Vergleich ein:
Wenn jemand eine Fernsehserie toll findet, sei es der Charaktere wegen oder weil der Handlungsstrang super ist, so kann wer anders die Serie total schrecklich finden weil eben ihm Charaktere oder die Präsentation nicht gefallen wollen.
Und nehmen wir nun den Kritiker: Der kann sagen, das er die Charaktere super und originell findet, aber die Präsentation beschissen ist - aka das letztere gibt Minus punkte. Dem Fan is die Präsentation natürlich egal, weil er die Serie vielleicht nur wegen den Charakteren guckt. Von daher passiert es also oftmals, das der Fan viel subjektiver bewertet, als der vermeidlich total dumme und sowasvon gemeine Kritiker.
Aber: Gibt auch genug Fans die sich die schwächen ihrer Lieblingsserie eingestehen - das macht sie ja nicht schlechter, für sie selbst. Was die Wertung sagt, kann einem egal sein wenn man etwas toll findet. Vielleicht stimmt man dann am Ende einfach dem Kritiker zu, und rechnet für sich nochmal 5-20% drauf.Dann hat man seine eigene Wertung und ist glücklich, und kann mit anderen Fans den Spaß an der Sache teilen.
Aber²: Auch Kritiker machen Fehler.
Aber³ fassen wir einmal zusammen: "Fans" werten Kritikpunkte völlig anders als Kritiker oder "nicht-Fans".
o_o Entschuldigt das wirre Gerede, das musste raus - ich sollte ins Bett...
Btw: Shadow of the Colossus hat immer 1% mehr verdient als jeder Kritiker sagt!!!11!1!
EDIT: Wieso hat hier wer auch SotC als Beispiel genommen?! FFFFFFF! D: Aber gut gesagt, es stimmt das SotC aus spielerischer Sicht eigentlich keine 92% verdient hätte. Dafür hatte es ne Atmosphäre die kein anderes Game so schnell wieder hinbekommt. Aber da gehen auch die Meinungen auseinander, denn SotC ist teilweise mehr Kunst und Epik als ein konventionelles Spiel. Trotzdem hat es eben diese 92 in meinen Augen verdient, weil es extrem abgerundet und harmonisch wirkt - ich hatte eigentlich keinen Moment, wo mich bei SotC irgenwas gestört hat. :3
Aber das sehen andere Leute wieder anders. Ist genauso wie bei Games, wo ich nen Lebensbalken habe oder eben keinen. Der eine findet keinen Lebensbalken positiv, und der andere nicht. Da gibt es kein richtig oder falsch.
So, jetze trink ich mehr Kaffee und geh doch nicht ins Bett. D:< PAH!
- muecke-the-lietz
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Keine Frage, SotC forever. Nur wenn es davon mehr gäbe, die ähnlich gut wären, müsste man eben die Ästhetik außen vor lassen und sich stattdessen eher auf den Kern konzentrieren. Und ich denke dann hätte SotC keine 92 % bekommen. Ist aber auch egal, meinem ästhtischen und emotionalen Empfinden nach, sind die 92 % gerechtfertigt, hätte auch 110 % bekommen können, weils das einzige seiner Art ist und mich zu TRÄNEN gerührt hat. Und das passiert nicht so oft.
- KleinerMrDerb
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Das ist dein SUBJEKTIVE Meinung denn alle professionellen Kritiker waren sich mit diesem Spiel erstaunlich einig und haben es nicht umsonst in den höchsten Wertungshimmel gehobenmuecke-the-lietz hat geschrieben:z.B. hat ein Shadow of the Collossus aus spielerischer Sicht keine 92 % verdient, da spielte mir zu sehr der ästhetische Teil mit rein und das sollte bei Games eben jeder selbst entscheiden.
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langhaariger bombenleger
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- Registriert: 14.07.2005 16:42
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Bei etwas sorgsameren lesen und nicht erzwungenem besserwissen wollen, wäre aufgefallen, dass der Text von deutscher Kritik redet und von Kritik im Allgemeinen spricht. So ist dein Verweis auf ausländische Kritiker genauso mangelhaft wie dein herumreiten auf der Literaturkritik. Nicht in einem Wort wurde angedeutet das Spielekritik der Literaturkritik gleichzusetzen wäre.muecke-the-lietz hat geschrieben:Das Ding ist aber: Hier wird Lessing herangezogen und das ist schon fast Größenwahn.
Einerseits sollte man bedenken, dass Lessing nicht der alleinige Begründer war, es gibt bereits Text von Aristoteles und Diogenis, die sich kritisch mit einigen Werken befassen. Andererseits handelt es sich dabei um Literaturwissenschaft oder allgemein um Kunstwissenschaft, also die Wissenschaft des Ästhetischen. Analyse und Kritik auf einem ganz anderem Niveau also.
Vielmehr wurde behauptet, das Lessing als deutscher Vater der Literaturkritik auch der Vater der deutschen Kritik an sich ist und dann kann man Spielekritik selbstredend miteinbeziehen, ohne dem Größenwahn verfallen zu sein.
Es ist zwar durchaus informativ zu lesen was du schriebst und ich danke dir für diese Einsichten über Lessing, aber sie wären als frei stehende Info, die sicher auch deinem Geltungsdrang nachgekommen wäre, besser aufgehoben gewesen als in eine schwache "Nehme du den Namen Lessing nicht in den Mund!" -Polemik verpackt.
- Sevulon
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