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Vittras
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Beitrag von Vittras »

anigunner hat geschrieben:Mal ehrlich, wer erwartet denn noch etwas brauchbares von der Politik? Wenn ich mir die letzten Jahre so ankucke dann kriege ich nur noch das kalte Krausen. Es ist mittlerweile 365 Tage Wahlkampf, und alles was die interessiert ist der eigene Machterhalt. Mutige Reformen? Eingestehen eigener Fehler? Ein Konzept für die Gesellschaft? Alles Fehlanzeige. Man windet sich durch, passt sich den Gegebenheiten an.
Da liegt eine Frau Merkel an der Spitze der Beliebheit, obwohl sie die letzten Jahre kaum Stellung bezogen hat und mehr durch Schweigen geglänzt hat. Da wird tagelang über eine völlig unwichtige "Dienstwagenaffäre" rumgemacht, während eine tiefgreifende Krise durch das Land fegt. Da nimmt man alles zu Ableckung was geht, auch diese Amokfälle. Ändern tut sich daran gar nichts. Außer Polemik und Aktionismus kann man da nichts erwarten. Internetsperre anyone? Kostet nichts, und man kann dem Volk vorgaukeln das was passiert. Wir sperren das "böse" Internet aus.

Ich habs neulich auf dem Marktplatz erlebt, an einem Stand der Piratenpartei. Da standen doch echt ein paar Renter, die die Leute dort angebrüllt haben das sie Kinderpornos gutheißen würden. Nur weil Sie gegen die Internetsperre sind. Das kommt auch aus der Politik, diese hirnlose Verbindung. Politik ala Bush. Mit uns, oder gegen uns. Und jeder der Kritik übt, der ist ein nicht patrio, ähm, der kuckt auch Kinderpornos.

Was soll man von solchen Leuten denn erwarten, die dem ganzen Mist so auf dem Leim gehen? Wenn man denen sagt Computerspiele machen Akokläufer, dann fressen die das so. Wer fragt da bitte nach? Ich meine es gibt zig Studien, die darlegen das dem nicht so ist, aber das interessiert keinen. Lieber sucht man die Gründe in den Medien, als sich selbst man an die Nase zu fassen. Überfüllte Klasse, junge Menschen die immer noch ohne Abschluss von der Schule gehen, fehlgeschlagene Integration von Ausländern, fehlgeschlagende Erziehung seitens der Eltern und und und. Es gibt so viele Dinge die einen jungen Menschen zum Amokläufer werden lassen, aber davon hört man gar nichts. Kostet ja alles Geld, und wer von den Politikern hat den Mumm den Leuten zu sagen ihr seid auch selbst mit dran Schuld?

Man kann es den Leuten nicht verübeln das sie politikverdrossen sind. Ich meine wenn ich mir diesen ganzen Mist jeden Tag ankucken muss, dann kiege ich auch Bluthochdruck. Ich hoffe das nach den Wahlen sich wenigtens ein bisschen was ändern, und das mehr Parteien auch mal etwas mehr Bewegung bedeutet. Ich würde man gerne wieder eine Politik für Deutschland sehen, nicht für den eigenen Arsch oder die Partei. Oder einfach damit der andere Arsch von der anderen Partei dumm darsteht.

Daher, wenn der nächste Amoklauf kommt (und der wird kommen... versprochen) dann geht das ganze Theater wieder los. Aber ändern wird sich nichts. Irgendwie ist das doch echt ne Ohrfeige für die ganzen Hinterbliebenen der Opfer.
Danke Anigunner, besser hätte ichs wohl auch nicht schreiben können!

Das dumme ist nur dass wir hier in diesem Forum, oder auch auf heise.de und anderen "einschlägigen" Seiten ohnehin größtenteils die selbe Meinung vertreten. Da kann man diskutieren soviel man will, aber die Außenstehenden, die es interessieren sollte werden hier bzw. auch auf den lesenwerten Kommentar niemals einen Blick werfen.

Dabei ist dieses Amoklaufgeschmarre im Prinzip noch Kinderkram, grade die Punkte Websperren, Vorratsdatenspeicherung, Inlandseinsatz der Bundeswehr etc. haben noch viel weitergehende Konsequenzen als eine Nichtveröffentlichung von Gears of War.

Was bleibt und was ich jedem hier auch nur empfehlen kann ist seine Umwelt aufzuklären, sei es die Eltern, Großeltern oder die Nachbarn. Grade jetzt, sprecht über die Themen versucht aufzuklären!!!

Man muss nicht zwangsweise die Piraten wählen, die sind auch nicht die Heilung aller Krankheiten, aber man sollte doch zumindest soviel Verstand besitzen um nicht CDSU zu wählen!

Mich wundert es überhaupt dass in Berlin noch keine Zustände wie in Paris herrschen, aber der deutsche Michel ist halt zu bequem/feige sich zu wehren....

Gruß
Vittras
nawarI
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Beitrag von nawarI »

Gut, dass ihr keinen Kommentar zu dem Thema schreibt. Von Wiederkauen zu sprechen wäre da immernoch untertrieben. All diese Fakten sind längst bekannt und die Politiker sehen es seit Monaten nicht ein.
Sarnar hat geschrieben: Mal davon abgesehen, dass man doch dann auch Kriegsfilme etc. auch verbieten müsste?
Erinnert ihr euch an die Amokläufe in den USA, wo zuerst alle auf Merilin Manson rumgehackt haben?
Es war schon immer so, dass alle möglichen Menschen, die überhaupt keine Ahnung haben auf, neuen Medien rumgehackt haben. Das war bei Filmen so, bevor sie sich ethabliert hatte, das war bei bestimmten Künstern so, und jetzt sind es die Videospiele. Nur nimmt es hier dermaßen abstruse Formen an, dass man schon an die Bücherverbrennung erinnert wird.
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monotony
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Beitrag von monotony »

Bedlam hat geschrieben:
Tony hat geschrieben:
Sarnar hat geschrieben:Ich hätte mal eine Frage: FPS sind doch genau genommen Kunst oder nicht? Und Kunst sowie Medien müssen doch jedem Bürger unzensiert etc. zur Verfügung stehen oder?(So in der Art hab ich das zumindest Verstanden) Wäre ein Verbot von Shootern dann nicht gesetzeswidrig? (Mal davon abgesehen, dass man doch dann auch Kriegsfilme etc. auch verbieten müsste?)

Wär super wenn mir jemand, der sich mit der Materie auskennt, eine pm schreiben könnte.

Grüße
video- und computerspiele sind in deutschland in allen genres nicht als kunst anerkannt.
Es gibt keine Institution, die irgendetwas offiziell als Kunst anerkennt oder eben nicht.

Es gibt aber wohl die offizielle Bezeichnung "Kulturgut" welche den künstlerischen Aspekt beinhaltet (siehe Begründung). Und als das sind Videospiele mittlerweile offiziell anerkannt: http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeu ... 52,00.html

"Zur Begründung hieß es, die Branche sei Auftraggeber für Künstler unterschiedlichster Sparten wie Designer, Drehbuchautoren bis hin zu Komponisten."
und warum dürfen dann immernoch keine hakenkreuze oder gar das wort "hitler" ( Quelle ) in videospielen verwendet werden?
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Bedlam
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Beitrag von Bedlam »

Tony hat geschrieben:
Bedlam hat geschrieben:
Tony hat geschrieben: video- und computerspiele sind in deutschland in allen genres nicht als kunst anerkannt.
Es gibt keine Institution, die irgendetwas offiziell als Kunst anerkennt oder eben nicht.

Es gibt aber wohl die offizielle Bezeichnung "Kulturgut" welche den künstlerischen Aspekt beinhaltet (siehe Begründung). Und als das sind Videospiele mittlerweile offiziell anerkannt: http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeu ... 52,00.html

"Zur Begründung hieß es, die Branche sei Auftraggeber für Künstler unterschiedlichster Sparten wie Designer, Drehbuchautoren bis hin zu Komponisten."
und warum dürfen dann immernoch keine hakenkreuze oder gar das wort "hitler" ( Quelle ) in videospielen verwendet werden?
Weil Beschlüsse des Kulturrats nicht für die Zensur bindend sind. D.h. der Kulturrat erkennt Spiele (einzelne Aspekte) als Kunst an, die Zensoren aber nicht. ;)
langhaariger bombenleger
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Beitrag von langhaariger bombenleger »

Billie_the_man hat geschrieben:Ich lasse mich hier mal aus, auch wenn das vielleicht nicht das ist, worauf man hier hinaus möchte.
Wieso zur Hölle sind sogennante Amokläufe überhaupt ein Thema?
Wie viele Menschen sind bis heute an einem dieser Amokläufe gestorben. Ich weiß es nicht. 100-200? Weltweit, versteht sich. Die Bundeswehr hat in einem Augenblick ca. 100 Menschen in einem für unser Land unrelevanten Auftrag getötet. Autounfälle raffen jährlich tausende dahin. Krebs und Krankheit sind die topkiller nr.1.
Aber Amokläufe? Um ehrlich zu sein, es ist ein nichtiges, wintziges Problem. Es kommt nicht häufig vor, es gibt wenig Opfer - im Vergleich zu anderen "Katastropfen". Gewissen Risiken gehören zum Leben eben dazu und haben die Menschen dazu geformt, was sie ist. Durch diese nicht adäquate Aufmerksamkeit zu diesen Tragödien geben wir ausgegrenzten, psychisch labilen Jugendlichen eine Sprungchance aus der Bedeutungslosigkeit.
Nur weil noch kein Zusammenhnag zwischen Killerspielen und Krebs bewiesen wurde, heißt nicht das es da keinen gibt!
Ausserdem lernt man durch solche Spiele das Zielen und es wird dadurch womöglich eine Generation von alles vergewaltigenden Supersoldaten herangezogen die durchaus auch Autounfälle verursachen können.
Auch sind es immer dieselben Risikogruppen die diese Spiele spielen:
Familienväter, Söhne, Nazis. -Das ganze Spektrum.

Die Bundeswehrsoldaten töten übrigens aus anderen Gründen als ein Amokläufer und auch die angepeilten Ziele unterscheiden sich bei genauerer Betrachtung. Das Töten aus kriegstechnischer Notwendigkeit gewichte zumindest ich anders als das töten aus Geltungssucht oder ähnlichem. Das eine ist irgendwie schrecklich, das andere irgendwie abstoßend. Das eine ist möglicherweise moralisch vertretbar, das andere niemals.

Wenn du meinst es kommen zuwenig Leute durch Amokläufe um, damit es Beachtung bekommen sollte, dann bau bei dir in der Nähe die Stoppschilder an den Straßen ab. Das Resultat wären auch nur wenige Tode im Gegensatz zu Krebs und man sollte deshalb dir zu Folge da auch keine neuen Schilder errichten. (Bitte komm mir nun niemand das sei ein schlechter Vergleich, es ist ein richtiger, lieber nachdenken als übereilig zu kritisieren. Alle meine Vergleiche sind wohl überlegt, abgewogen und formuliert. Ja ich kenne dich und dich und dich auch, Sven!)

Denn wenn es einen starken kausalen Zusammenhang zwischen diesen Gewaltspielen und Amokläufern gibt (den es nicht gibt), dann wäre ein handeln diskutierbar, aber durchaus auch legitim, auch bei "wenigen" Toten.
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monotony
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Beitrag von monotony »

Bedlam hat geschrieben:
Tony hat geschrieben:
Bedlam hat geschrieben:Es gibt keine Institution, die irgendetwas offiziell als Kunst anerkennt oder eben nicht.

Es gibt aber wohl die offizielle Bezeichnung "Kulturgut" welche den künstlerischen Aspekt beinhaltet (siehe Begründung). Und als das sind Videospiele mittlerweile offiziell anerkannt: http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeu ... 52,00.html

"Zur Begründung hieß es, die Branche sei Auftraggeber für Künstler unterschiedlichster Sparten wie Designer, Drehbuchautoren bis hin zu Komponisten."
und warum dürfen dann immernoch keine hakenkreuze oder gar das wort "hitler" ( Quelle ) in videospielen verwendet werden?
Weil Beschlüsse des Kulturrats nicht für die Zensur bindend sind. D.h. der Kulturrat erkennt Spiele (einzelne Aspekte) als Kunst an, die Zensoren aber nicht. ;)
und welche institution gibt vor, was wo zensiert wird, und was nicht?
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Kid Icarus
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Beitrag von Kid Icarus »

Ich finde den Kommentar zwar treffend, aber dieser Text ist so in der Form keinen Artikel wert. Dieser Kommentar beschreibt, was jeder denkt und jeder weiß - aber viel zu oberflächlich. Es ist mir klar, dass man nicht zu aggressiv gegen den Staat schreiben will, aber eine Sache muss meiner Meinung nach einfach erwähnt werden: die Politiker wollen mit ihren Entscheidungen nicht helfen, sondern auf sich aufmerksam machen. Man will den Eindruck erwecken, zu helfen - in Wirklichkeit aber hat man sich nicht genug mit dem Thema beschäftigt und besitzt nichtmal im Ansatz das Grundwissen, das für ein Urteil über Killerspiele und deren Auswirkungen nötig ist, für die nichtwissende Gesellschaft soll aber der Eindruck entstehen, dass man sich bemühe, um zu helfen - was aber gar nicht der Fall ist. Bald stehen die Wahlen an, da ist es selbstverständlich, dass man sich nicht die Zeit für tiefgründigere Untersuchungen nimmt. Das Volk muss wissen, dass ich der Beste bin - also treffe ich eine frühe Entscheidung, damit auch jeder mitbekommt, was ich geleistet habe!

Solange in einem Kommentar nicht zu so ausschlaggebenden Dingen Stellung genommen wird, ist das kein richtiger Kommentar - sondern eher eine Feststellung der Tatsachen. Mir ist der Text einfach zu oberflächlich und ich finde, ein Kommentar muss subjektiv sein. Und wenn das alles ist, was bei Julian im Kopf vorgeht in Bezug auf Killerspiele und Amoklauf, dann hätte lieber jemand anderes den "Kommentar" geschrieben.

Bezüglich Tim K. und Amokläufen allgemein, bleibt mir nichts anderes übrig als zu sagen: Killerspiele haben nicht den Ausschlag für eine solche Tat gegeben. Wer in seiner Freizeit exzessiv mit realen Waffen hantiert, mit denen man Leute umbringen kann, der wird wohl auch nicht durch Killerspiele zu Mord veranlasst. Ich verstehe nicht, warum man als Politiker solch großen Wert auf virtuelle, unrealistische Sachen legt, obwohl die Ursache ganz klar auf der Hand liegt - Tim K. hatte Waffen, und er konnte töten. Kein Far Cry und auch kein Counter-Strike gibt jemandem die Möglichkeit, jemanden zu töten. Vielleicht sollte man den Menschen nicht das entziehen, was die Idee auslösen kann, sondern die Möglichkeit, es zu tun.

Ich habe gesprochen. Hough.
Tony hat geschrieben: und warum dürfen dann immernoch keine hakenkreuze oder gar das wort "hitler" ( Quelle ) in videospielen verwendet werden?
Ganz einfach: weil unser Land nicht mit unserer eigenen Geschichte klarkommt. Aber das ist eine andere Sache ...
Zuletzt geändert von Kid Icarus am 11.09.2009 15:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Sonnie
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Beitrag von Sonnie »

Denkt doch mal an die "Mittelsmänner" solcher Neuigkeiten. Die meisten Fernsehsender haben gar keine Nachrichten mehr, sondern nur noch "News".

Habt ihr nie RTL 2 um 20.00Uhr gesehn? Oder Pro7 vor den Simpsons? Die sind immer gleich: Schreckensmeldungen aus dem Ausland, der Talkmaster ist traurig;
dann Kleidungs- Musik- und Einrichtungstrends, der Talkmaster ist plötzlich glücklich, und zum Schluss noch das Wetter und die Programmaussicht...

Ende...


Die graue, träge, (Wähler-)Masse, kapiert doch in den meisten Fällen gar nicht mehr was um sie herum passiert. Und wenn doch, dann gibts eben einen Explosion hier und ein Scheintragödie dort und schon tritt das übliche Goldfischgedächtnis in Kraft.


Der Zug ist sowie so schon abgefahren, wir können nur warten bis die Computerspiele endlich auch wirklich als stink normale Sache angesehen wird.
Schließlich muss man sich heutzutage (meistens) auch nicht mehr darüber verantworten Rock Musik zu hören
oder Comics zu lesen
oder Schwarz zu sein
oder Jüdisch zu sein
etc. ....
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Blind Talamasca
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Beitrag von Blind Talamasca »

Bedlam hat geschrieben:"Das sture Festhalten an eigenen Überzeugungen und das Vermitteln einer statistisch nicht beweisbaren Gewissheit ist nicht einfach ärgerlich - es ist schlichtweg verantwortungslos."

Erstmal vorweg: Das Thema Videospiele beeinflusst meine Wahlentscheidung eigentlich überhaupt nicht - dazu ist es zu trivial und unwichtig. Aber man muss damit rechnen, dass diese Politiker bei anderen Themen ähnlich agieren - nämlich ahnungslos aber dennoch aktionistisch. Und wegen diesem Augen-öffnenden Vorgang sind die Parteien, in denen diese Politiker Führungsrollen übernehmen, für mich als Wähler tabu.
dazu muss man eigentlich nichts mehr hinzufügen ... dieser entscheidung stimme ich im vollen umfang zu ... der sachverhalt selber ist nicht entscheidend aber immerhin ein indiz ... meine wahlentscheidung wird nicht zuletzt sich auch an solchen fragen orientieren ...
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Billie?
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Beitrag von Billie? »

IxAxUx hat geschrieben: Das sehe ich komplett anders. Nach dieser Logik dürften in den Nachrichten und Talkshows nur noch Themen behandelt werden, die zu den Top-Ten der Rubrik "Tote Menschen" gehören. Keiner, auch nicht die Politiker, bestreiten, dass die Anzahl der Toten durch einen Amoklauf niedriger ist, als die Anzahl der Toten in einem Krieg. Aber die Frage ist: Darf ein Thema nur Bedeutung erlangen, wenn viele Opfer vorhanden sind? Wohl kaum! Das einzige, was man in den Nachrichten noch hören/sehen würde wären Themen über Aids und Krebs und Herzinfakt und Autounfälle (wobei bei einem einzigen Autounfall meist weniger Menschen sterben, als bei einem Amoklauf, nur die Gesamtanzahl an Autounfälle ergibt eine wirklich hohe Opferzahl).
Deine Rechung von 100-200 Amoklauf-Opfern weltweit sind übrigends sowas von unrealistisch und wahrscheinlich hundertfach bis tausendfach unter der eigentlichen "Opferzahl-Marke", dass ich einfach nur den Kopf schütteln kann. Ich glaube, du unterschätz das Thema viel zu sehr.

Falsch. Es ist Gott sei dank die freie Entscheidung der Medien über was sie berichten und verständlich, dass sie über Amokläufe berichten. man sollte, so einfältig das klingen mag, das Thema totschweigen . Wenn niemand mehr weiß, dass es sowas abscheuliches wie Amokläufe gibt, dann würde niemand auf die Idee kommen so etwas zu machen. Das läge außerhalb der Vorstellungskraft.
Sagen wir mal so, hätte man jemandem vor 50 Jahren gesagt, dass in der Zukunft Jugendlich in ihre Schule gehen und ihre Klassenkameraden abballern, dann hätte der gesagt "Was? Sowas macht doch keiner, erzähl das deiner Großmutter" - heute sagt man "Boah, schon wieder?" Es ist ein Teil dieser verrottenden Gesellschaft. Früher Gab es das nicht, obwohl man viel leichter an Waffen rankam. Der erste, der das frisch renovierte Schulklo beschmiert ist mutig, der erbärmlich Rest sind Nachahmer ...

Edit.: @ Bombenleger:
Ich mach keinem Bundeswehrsoldaten einen Vorwurf. Sie sind Soldaten und stehen im Dienste unserer Regierung. Also befiehlt die Regierung (indirekt) das Töten von unschuldigen und Schuldigen, regt sich aber gleichzeitig über den Amokläufer auf, der 16 Menschen an seiner Schule umbringt. Bitte, welches Opfer in Afghanistan trägt zur Sicherung unseres Landes bei, und ist somit gerehctfertigt?
Zuletzt geändert von Billie? am 11.09.2009 15:56, insgesamt 1-mal geändert.
Jimbei
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Beitrag von Jimbei »

Ich wäre mit dem Autor einer Meinung, hätte ich diesen Kommentar geschrieben.
k1ll0raffe
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Beitrag von k1ll0raffe »

mahlzeit!
Zud0
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Beitrag von Zud0 »

Billie_the_man hat geschrieben:
Sagen wir mal so, hätte man jemandem vor 50 Jahren gesagt, dass in der Zukunft Jugendlich in ihre Schule gehen und ihre Klassenkameraden abballern, dann hätte der gesagt "Was? Sowas macht doch keiner, erzähl das deiner Großmutter" - heute sagt man "Boah, schon wieder?" Es ist ein Teil dieser verrottenden Gesellschaft.
Charles Whitman erschoss 1966 17 Menschen an der University of Texas at Austin...
Das ist jetzt das frühste bekanntere Beispiel was ich gefunden habe, auf Wikipedia gabs mal ne Liste bis in die 20er Jahre hinein...
Es stimmt zwar das die häufigkeit von Amokläufen derzeit zunimmt, aber das ist kein Phänomen unserer heutigen verottenden Gesellschaft, weil das war sie schon immer, leider :(
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Bedlam
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Beitrag von Bedlam »

Tony hat geschrieben:und welche institution gibt vor, was wo zensiert wird, und was nicht?
Was Medien angeht: die BPjM
Super Wario hat geschrieben:Ganz einfach: weil unser Land nicht mit unserer eigenen Geschichte klarkommt. Aber das ist eine andere Sache ...
Japp
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Bedlam
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Beitrag von Bedlam »

Zud0 hat geschrieben:Es stimmt zwar das die häufigkeit von Amokläufen derzeit zunimmt, aber das ist kein Phänomen unserer heutigen verottenden Gesellschaft, weil das war sie schon immer, leider :(
Naja, dass sowas potentielle Täter zur Nachahmung inspiriert ist nicht von der Hand zu weisen. Vor allem wenn diese Ereignisse durch alle Medien gehen und so ungeheure Aufmerksamkeit bekommen.

Beispiel: Holzklotzwurf. In den Wochen danach gab es immer wieder Fälle, wo Gegenstände wie z.b. Pflastersteine von Autobahnbrücken geschmissen wurden.