Deutscher eSport Bund: Reaktion auf Killerspiel-Passus
Moderatoren: Moderatoren, Redakteure
-
4P|Bot
- Persönliche Nachricht:
Deutscher eSport Bund: Reaktion auf Killerspiel-Passus
Wie wir kürzlich <A href="http://www.4players.de/4players.php/dis ... 47862.html" target=_blank>berichtet haben</A>, plant die große Koalition aus SPD und CDU/CSU einige Neuregelungen für das Jugendschutzgesetz. Innerhalb des Koalitionsvertrages findet man unter Punktes 6.3 das Thema "Aufwachsen ohne Gewalt", das auch den umstrittenen Passus: <EM>Verbot von „Killerspielen“</EM> enthält. Es wurde viel darüber gestritten und diskutiert, jetzt gibt es einen konstruktiven Vorschlag aus Spielerkreisen.<BR><BR>Der deutsche eSport-Bund (esb) hat sich in einer <A href="http://www.readmore.de/index.php?cont=c ... 704&page=1" target=_blank>offiziellen Pressemitteilung</A> zu Wort gemeldet und will Aufklärungsarbeit sowie Fortbildungen zum Thema Medienkompetenz für Eltern und Pädagogen anbieten. Außerdem möchte der esb bei der weiteren Entwicklung der Gesetzesgrundlagen involviert werden und mit den politischen Entscheidungsträgern in Dialog treten.<BR><BR>Hier der komplette Text:<BR><BR>---<BR><BR><STRONG>Gemeinsam für Deutschland - Der Deutsche eSport-Bund (esb) bietet seine Unterstützung und Hilfe bei der Neuregelung des Jugendschutzes an</STRONG> <BR><BR>Berlin, 15.11.2005. Der Deutsche eSport-Bund (esb) begrüßt ausdrücklich die politische Auseinandersetzung mit PC- und Videospielen sowie den Regelungen zum Jugendschutz in der zukünftigen Arbeit der neuen Bundesregierung aus CDU und SPD. Die Koalitionspartner haben verabredet, den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Bis spätestens Frühjahr 2008 will die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern eine Reihe von Bestimmungen, zu denen neben der Frage zu den Altersgrenzen bei der Freigabe von PC- und Videospielen auch ein Verbot von "Killerspielen? (Quelle: Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, S.106) gehören, evaluieren und erörtern. Gleichzeitig soll die Wirksamkeit der freiwilligen Selbstkontrolleinrichtungen und das damit zusammenhängende Modell der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Staat beim Jugendschutz geprüft werden. <BR><BR>Der esb distanziert sich ausdrücklich von Spielen, die gewaltverherrlichende oder menschenrechtsverletzende Inhalte darstellen und unterstützt die Regelungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Dabei würdigt der esb die herausragende Arbeit der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) in den letzten Jahren. Gleichzeitig fordert der esb die Stärkung der Medienkompetenz von Eltern und Pädagogen. Aufklärung im Umgang mit PC- und Videospielen beginnt bereits im Kinderzimmer - durch die Eltern. Daher zählt die Förderung von Medienkompetenz zu den wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft. Kinder und Jugendliche kommen heutzutage unweigerlich mit Massenmedien und damit auch mit PC- und Videospielen in Berührung. Eltern kennen die Spiele und Filme meist nicht und scheinen damit überfordert zu sein. Als Folge werden Kinder allzu oft mit ihrem Medienkonsum allein gelassen. <BR><BR>Der esb bietet zur Klärung von Genre- und Wirkungsfragen an, mit den entsprechenden politischen Gremien in den Dialog zu treten und darüber hinaus aktiv den Aufbau von Maßnahmen zur Erhöhung der Medienkompetenz der Eltern, Pädagogen und Jugendlichen zu unterstützen. Als erste konkrete Maßnahme kann der esb entsprechende Fortbildungsseminare durchführen. In diesem Zusammenhang möchte der esb darauf verweisen, dass die aktive Ausübung von Bildschirmspielen im sportlichen Wettkampf weltweit immer stärkere politische und gesellschaftliche Unterstützung sowie Anerkennung erfährt. <BR><BR>---<BR><br><br>Hier geht es zur News: <a href="http://www.4players.de/rendersite.php?L ... wsid=47951" target="_blank">Deutscher eSport Bund: Reaktion auf Killerspiel-Passus </a>
-
Idun
- Beiträge: 139
- Registriert: 21.10.2005 22:58
- Persönliche Nachricht:
eSport-Bund reagiert auf Killerspiel-Passus
Wäre zu begrüßen, wenn sich jemand der Thematik annimmt, der von der Materie auch Ahnung hat und \"Killerspiele\" nur von einem dürftigen Blick auf den Computer des Enekels her kennt.
Zumindest wird die Defintion von Killerspielen nicht verwässert.
Ich erinnere mich noch gern an die letzte wirkliche Zusammenarbeit zwischen Spielern und Jugenschützern, die es doch tatsächlich geschafft haben CS nicht auf den Index landen zu lassen, obwohl es ja offensichtlich von der Politik gewüscht war.
Hoffe, daß auch die Politik dieses Angebot annimmt und sich mal wirklich Mühe macht, hinter die (teils) komplexen Zusammenhänge von Computer- und Videospielen zu schauen.
Auf Aussagen auf Bildzeitungsniveau à la \" Rennspiele sind verantwortlich für zu schnelles Fahren\" oder \"Killerspiele sind für die Verrohung der Jugend verantwortlich\" können wir so in Zukunft hoffentlich verzichten.
Und vielleicht, aber das wäre wohl ein Wunschgedanke, ändert sich auch mal was zum Positiven für uns erwachsene Spieler.
MfG Idun
Zumindest wird die Defintion von Killerspielen nicht verwässert.
Ich erinnere mich noch gern an die letzte wirkliche Zusammenarbeit zwischen Spielern und Jugenschützern, die es doch tatsächlich geschafft haben CS nicht auf den Index landen zu lassen, obwohl es ja offensichtlich von der Politik gewüscht war.
Hoffe, daß auch die Politik dieses Angebot annimmt und sich mal wirklich Mühe macht, hinter die (teils) komplexen Zusammenhänge von Computer- und Videospielen zu schauen.
Auf Aussagen auf Bildzeitungsniveau à la \" Rennspiele sind verantwortlich für zu schnelles Fahren\" oder \"Killerspiele sind für die Verrohung der Jugend verantwortlich\" können wir so in Zukunft hoffentlich verzichten.
Und vielleicht, aber das wäre wohl ein Wunschgedanke, ändert sich auch mal was zum Positiven für uns erwachsene Spieler.
MfG Idun
-
Idun
- Beiträge: 139
- Registriert: 21.10.2005 22:58
- Persönliche Nachricht:
Re: eSport-Bund reagiert auf Killerspiel-Passus
Der Satz sollte so lauten:Idun hat geschrieben:Wäre zu begrüßen, wenn sich jemand der Thematik annimmt, der von der Materie auch Ahnung hat und "Killerspiele" nur von einem dürftigen Blick auf den Computer des Enekels her kennt.
Wäre zu begrüßen, wenn sich jemand der Thematik annimmt, der von der Materie auch Ahnung hat und "Killerspiele" nicht nur von einem dürftigen Blick auf den Computer des Enekels her kennt.
Hier fehlt immer noch eine Edit-Funktion, ich wollte das nur noch mal erwähnen.
MfG Idun
-
johndoe-freename-82163
- Beiträge: 19
- Registriert: 26.05.2005 18:53
- Persönliche Nachricht:
killerspiel passus
hat sich eigentlich schonmal jemand überlegt was die ahnungslose presse jetzt mit sowelchen wortschöpfungen wie \"killerspiele\" anstellt?
pffffftttttt....
pffffftttttt....
- the_smoker
- Beiträge: 211
- Registriert: 15.11.2005 20:54
- Persönliche Nachricht:
Wer entscheidet denn was ein \\\"Killerspiel\\\" ist? Wenn es nach denen geht, denke ich mal, wird jeder Ego-Shooter zum Killerspiel. Ich finde es andererseits auch erschreckend, da schleppen die Kids, um die 10 Jahre, ihre Eltern mit in den Laden damit sie ihnen Mortal Kombat kaufen. Von den Eltern wird auch nichts kritisch hinterfragt, vom Spielinhalt keine Ahnung. Und da liegt wirklich der Hund begraben.
- 4P|Bodo
- Beiträge: 978
- Registriert: 23.10.2002 11:53
- Persönliche Nachricht:
Kein Verbot in Sicht!
Hi Leute,
es würde mich wundern, wenn bei allen momentanen Aufgeregtheiten auf Seiten der Spieler am Ende wirklich ein Verbot von gewaltverherrlichenden Spielen (Killerspielen) herauskommen würde. Die eigentlichen Probleme unseres Landes liegen ja ganz wo anders. Der Passus im Koalitionsvertrag wurde wohl nur aufgenommen, weil das so klingt, als täte man da was. Stichwort: sich kümmern drum. Tun wird man aber wohl nichts, da schon jetzt viele Politiker vergessen haben, dass der Passus überhaupt existiert. Wer liest schon solche Vereinbarungen? Außerdem ist die neue Kanzlerin neuen Technologien (nutzt ausgiebig Handy, SMS, E-Mail) wesentlich aufgeschlossener als (Alt)kanzler Schröder, der auf der Cebit ja selbst mal zugab, dass er überhaupt nicht wisse, wie man einen Computer einschalte. Kein Wunder, dass sich in punkto Informationsgesellschaft in den vergangenen Jahren nichts getan hat. Der designierte Innenminister Schäuble scheint mir im Gegensatz zu Beckstein auch kein ausgewiesener Spielehasser zu sein. Ich sehe also nicht ganz so schwarz, wie die Sache jetzt hochgekocht wird. Der Begriff Killerspiele müsste außerdem erst einmal gerichtsfest definiert werden, was schon wieder Jahre (Kommission, verschiedene Gutachten, Expertenstreit etc.) in Anspruch nehmen dürfte.
In diesem Sinne,
4P|Bodo
es würde mich wundern, wenn bei allen momentanen Aufgeregtheiten auf Seiten der Spieler am Ende wirklich ein Verbot von gewaltverherrlichenden Spielen (Killerspielen) herauskommen würde. Die eigentlichen Probleme unseres Landes liegen ja ganz wo anders. Der Passus im Koalitionsvertrag wurde wohl nur aufgenommen, weil das so klingt, als täte man da was. Stichwort: sich kümmern drum. Tun wird man aber wohl nichts, da schon jetzt viele Politiker vergessen haben, dass der Passus überhaupt existiert. Wer liest schon solche Vereinbarungen? Außerdem ist die neue Kanzlerin neuen Technologien (nutzt ausgiebig Handy, SMS, E-Mail) wesentlich aufgeschlossener als (Alt)kanzler Schröder, der auf der Cebit ja selbst mal zugab, dass er überhaupt nicht wisse, wie man einen Computer einschalte. Kein Wunder, dass sich in punkto Informationsgesellschaft in den vergangenen Jahren nichts getan hat. Der designierte Innenminister Schäuble scheint mir im Gegensatz zu Beckstein auch kein ausgewiesener Spielehasser zu sein. Ich sehe also nicht ganz so schwarz, wie die Sache jetzt hochgekocht wird. Der Begriff Killerspiele müsste außerdem erst einmal gerichtsfest definiert werden, was schon wieder Jahre (Kommission, verschiedene Gutachten, Expertenstreit etc.) in Anspruch nehmen dürfte.
In diesem Sinne,
4P|Bodo
-
Evin
- Beiträge: 6372
- Registriert: 07.11.2004 08:56
- Persönliche Nachricht:
Jupp, spätestens wenn man beweisen muss das Spiele töten, wird's schwierig.
Und "Spiele, welche bei zu übermäßigen Konsum in einem verschwindend geringen Ausmaß bei einem minimalen Prozentsatz kranker Menschen vielleicht ein Trigger für eine Straftat sein können" klingt als Terminus Technicus nicht mehr ganz so schmissig wie "Killerspiele".
Und "Spiele, welche bei zu übermäßigen Konsum in einem verschwindend geringen Ausmaß bei einem minimalen Prozentsatz kranker Menschen vielleicht ein Trigger für eine Straftat sein können" klingt als Terminus Technicus nicht mehr ganz so schmissig wie "Killerspiele".
- arvid [I]
- Beiträge: 169
- Registriert: 17.02.2005 14:04
- Persönliche Nachricht:
Der Markt im Bereich der Spiele, welche Gewaltszenen (in welcher Form auch immer) beinhalten, ist zu lukrativ, um politisch durch mehr als verantwortungsvoll auf die Wählereltern beruhigende Verbotsträumerei eingeschränkt zu werden. Deutschland würde sich nur wieder einen sinnlosen Gesetzespassus mehr schaffen, der dann durch allerlei Ausweiskopietrickserei jugendlicher Findigkeit umgangen werden kann. Man kann Interessen, Meinungen und Freiheitsgrundrechte auch nicht unter dem Deckmantel des Jugendschutzes verbieten. Da halte ich eine Aufklärungsinitiative seitens des esb für eher begrüßenswert, die wirklichen Anreize von Spielen mit härteren Gewaltszenen mehr in die öffentliche Diskussion zu bringen. Warum existiert denn die hohe Nachfragenach Simulationen aus dem kriegerischen Bereich? (bspw. Battlefield 2, Counterstrike uvm.) Geschicklichkeitstraining oder Gewaltbegeisterung? Das eine oder andere, oder beides.
-
Maclord
- Beiträge: 25
- Registriert: 19.11.2005 14:47
- Persönliche Nachricht:

