Der 4P-Kommentar: Die wertvolle Gewalt
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- BloodyJoe
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Sehr guter Kommentar, dem ich in Teilen sogar zustimme.
Das Gewalt allein in Actionspielen niemals ein Qualitätszeichen sein kann ist logisch. Regie, Dramturgie, Story, Charaktere und Spielbarkeit, darauf kommts an! Wenn dann noch nette Gewaltspritzen wie z.B. bei RE5 eingebaut werden umso besser, aber als alleiniger Spielinhalt wie in MadWorld ist das eher langweilig und nichtssagend.
Ich gebs zu ich bin Gorehound und von Spielen wie Crysis sehr enttäuscht was den Gewaltgrad und das Leichenverschwinden angeht, dennoch hatte ich sehr viel Spass mit dem Titel.
Anders als Filme oder Bücher sind Spiele noch lange nicht so weit, dass sie ganze Generationen bewegen und beeinflussen können, wie das diverse Filme schon getan haben. Games sind für mich ein netter, fordernder, kreativer und vor allem spannender Zeitvertreib doch tief berührt war ich bis jetzt selten von Games, jetzt mal Day of the Tentacle ausgeklammert :wink: . Deshalb habe ich die Killerspieldebatte nie richtig verstanden, aber es gibt halt leider auch Menschen die nicht so gut zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können.
p.s.:
"No Country for Old Man" halte ich aber trotzdem für sehr überbewertet wie die meisten Coen Filme, aber das nur so am Rande.
Das Gewalt allein in Actionspielen niemals ein Qualitätszeichen sein kann ist logisch. Regie, Dramturgie, Story, Charaktere und Spielbarkeit, darauf kommts an! Wenn dann noch nette Gewaltspritzen wie z.B. bei RE5 eingebaut werden umso besser, aber als alleiniger Spielinhalt wie in MadWorld ist das eher langweilig und nichtssagend.
Ich gebs zu ich bin Gorehound und von Spielen wie Crysis sehr enttäuscht was den Gewaltgrad und das Leichenverschwinden angeht, dennoch hatte ich sehr viel Spass mit dem Titel.
Anders als Filme oder Bücher sind Spiele noch lange nicht so weit, dass sie ganze Generationen bewegen und beeinflussen können, wie das diverse Filme schon getan haben. Games sind für mich ein netter, fordernder, kreativer und vor allem spannender Zeitvertreib doch tief berührt war ich bis jetzt selten von Games, jetzt mal Day of the Tentacle ausgeklammert :wink: . Deshalb habe ich die Killerspieldebatte nie richtig verstanden, aber es gibt halt leider auch Menschen die nicht so gut zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können.
p.s.:
"No Country for Old Man" halte ich aber trotzdem für sehr überbewertet wie die meisten Coen Filme, aber das nur so am Rande.
- mr archer
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@ annigunner
danke für deine antwort. wir sind da ja ziemlich schnell am neuralgischen punkt angekommen. nämlich der frage, ob ich einem pixelhaufen gegenüber die selben moralischen grundsätze aufstelle, nach denen ich mich meinen mitmenschen gegenüber im alltag bewege. muss ich permanent das schild des ethos hoch halten? ist es nicht komplett nachvollziehbar, dass man einfach mal seinen atavistischen bedürfnissen nach gemetzel nachgehen möchte? wenn es durch die kulturgeschichte hindurch immer auch ein stück weit die aufgabe der kunst war, die in uns allen vorhandenen gewalttätigen impulse zu kanalisieren, ist es dann verwerflich, wenn genau das jetzt das videospiel mit seinen mitteln wieder tut? das sind im grunde ewige fragen und solange es kunst gibt, wird es diese debatte um realismus und fiktion in jeder generation immer wieder geben. aber wie du schon sagst: die pixelhaufen der 90er sind nicht mehr mit den gegnern aus condemned vergleichbar. und natürlich ist der wii-controler der nächste schritt auf der stufe. bald können wir uns alle in den schönen beruf des scharfrichters im mittelalter zurückversetzen wenn wir wollen, mit anatomisch korrekter ausholbewegung der axt und chirurgisch wie physikalisch korrektem klatschen des kopfes auf die bretter der richtstätte. das wird kommen. damit ist die grenze zwischen realität und fiktion immer noch dieselbe wie eh und je. aber die frage ist doch an dem punkt: sind wir gerade argumentativ noch in der lage, sie klar so zu sehen? wenn sich jede generation immer wieder neu mit den mitteln ihres jeweiligen kulturbetriebes an den ewigen fragen abarbeiten muss um zu der immer wieder gleichen erkenntnis zu gelangen: du sollst nicht töten - wo stehen dann gerade wir als spielerschaft und wo steht unser hobby in diesem prozess? warum, wenn es nur ums pixel plätten geht, werden spiele immer realistischer im von dir analysierten sinne? wieso boomen nach wie vor ausgerechnet kriegs-shooter mit ihrem stupiden militarismus so sagenhaft?
und um deine kritik an meinem bild aufzunehmen: würden wir uns ein spiel kaufen, in dem wir in der rolle eines arztes in der notaufnahme wären, der in sekundenbruchteilen lebenswichtige entscheidungen für seine pixel-patienten treffen muss? was man da allein an real time events einbauen könnte! adrenalin pur! und die möglichkeiten beim gore-grad und mit der ragdoll-physik!! na, hättste interesse?
danke für deine antwort. wir sind da ja ziemlich schnell am neuralgischen punkt angekommen. nämlich der frage, ob ich einem pixelhaufen gegenüber die selben moralischen grundsätze aufstelle, nach denen ich mich meinen mitmenschen gegenüber im alltag bewege. muss ich permanent das schild des ethos hoch halten? ist es nicht komplett nachvollziehbar, dass man einfach mal seinen atavistischen bedürfnissen nach gemetzel nachgehen möchte? wenn es durch die kulturgeschichte hindurch immer auch ein stück weit die aufgabe der kunst war, die in uns allen vorhandenen gewalttätigen impulse zu kanalisieren, ist es dann verwerflich, wenn genau das jetzt das videospiel mit seinen mitteln wieder tut? das sind im grunde ewige fragen und solange es kunst gibt, wird es diese debatte um realismus und fiktion in jeder generation immer wieder geben. aber wie du schon sagst: die pixelhaufen der 90er sind nicht mehr mit den gegnern aus condemned vergleichbar. und natürlich ist der wii-controler der nächste schritt auf der stufe. bald können wir uns alle in den schönen beruf des scharfrichters im mittelalter zurückversetzen wenn wir wollen, mit anatomisch korrekter ausholbewegung der axt und chirurgisch wie physikalisch korrektem klatschen des kopfes auf die bretter der richtstätte. das wird kommen. damit ist die grenze zwischen realität und fiktion immer noch dieselbe wie eh und je. aber die frage ist doch an dem punkt: sind wir gerade argumentativ noch in der lage, sie klar so zu sehen? wenn sich jede generation immer wieder neu mit den mitteln ihres jeweiligen kulturbetriebes an den ewigen fragen abarbeiten muss um zu der immer wieder gleichen erkenntnis zu gelangen: du sollst nicht töten - wo stehen dann gerade wir als spielerschaft und wo steht unser hobby in diesem prozess? warum, wenn es nur ums pixel plätten geht, werden spiele immer realistischer im von dir analysierten sinne? wieso boomen nach wie vor ausgerechnet kriegs-shooter mit ihrem stupiden militarismus so sagenhaft?
und um deine kritik an meinem bild aufzunehmen: würden wir uns ein spiel kaufen, in dem wir in der rolle eines arztes in der notaufnahme wären, der in sekundenbruchteilen lebenswichtige entscheidungen für seine pixel-patienten treffen muss? was man da allein an real time events einbauen könnte! adrenalin pur! und die möglichkeiten beim gore-grad und mit der ragdoll-physik!! na, hättste interesse?
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orbithunter
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gewalt, sex, der drang stärker als andere sein zu "müssen" ist ein bestandteil des Menschlichen wesens.
Gehört alles zur fortpflanzung und überleben. Das ist mehr als bewiesen denke ich. Es ist einfach da, entweder mann lernt damit umzugehen oder man geht daran kaput. Und solange die medien das befriedigen wird es immer dafür konsumenten geben. Ganz einfach.
Es geht doch schon so weit das damit berworben wird das ein spiel verschiedene sterbe animationen hat, oder mann bekommt extra punkte wenn mann beim killen besonders creativ war. Es reicht nicht das dein gegner stirbt, du kannst gleich bewundern wie er stirbt. Es ist irrelevant ob der einzelne ein blumen pflückender pazifist ist. Die masse ist wichtig, und die wollte immer blut und sex sehen. Das war in der ganzen Menscheits geschichte so.
Natürlich kann man bei guter regie und story mit einem tropfen blut so viel spannung hervorrufen das viele möchte gern grusel spiele daneben wie kinder märchen ausschauen. Aber kauft das jemand, wenn ja wieviele? Nur das zählt nähmlich.
PS: Ich bin nicht gegen gewalt in medien aber alle 2 sekunden jemanden
killen oder dabei zusaschauen müssen egal ob spiel oder film ist schon lange nicht mehr mein ding.
Gehört alles zur fortpflanzung und überleben. Das ist mehr als bewiesen denke ich. Es ist einfach da, entweder mann lernt damit umzugehen oder man geht daran kaput. Und solange die medien das befriedigen wird es immer dafür konsumenten geben. Ganz einfach.
Es geht doch schon so weit das damit berworben wird das ein spiel verschiedene sterbe animationen hat, oder mann bekommt extra punkte wenn mann beim killen besonders creativ war. Es reicht nicht das dein gegner stirbt, du kannst gleich bewundern wie er stirbt. Es ist irrelevant ob der einzelne ein blumen pflückender pazifist ist. Die masse ist wichtig, und die wollte immer blut und sex sehen. Das war in der ganzen Menscheits geschichte so.
Natürlich kann man bei guter regie und story mit einem tropfen blut so viel spannung hervorrufen das viele möchte gern grusel spiele daneben wie kinder märchen ausschauen. Aber kauft das jemand, wenn ja wieviele? Nur das zählt nähmlich.
PS: Ich bin nicht gegen gewalt in medien aber alle 2 sekunden jemanden
killen oder dabei zusaschauen müssen egal ob spiel oder film ist schon lange nicht mehr mein ding.
- BloodyJoe
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@mr archer:
Als Actionfan will man halt schon gerne des öfteren einen gut gemachten, Waffenporno ala Max Payne, Killzone2, RE5, GOW, Army of 2 oder Crysis spielen. Würden die überall auf der Welt nicht mehr produziert, gäbe es für mich nur noch Adventures und JRPGs ala Final Fantasy. Und richtig gute sind da auch rar gesät und die Game Industrie würde viel weniger Geld von mir bekommen. Und ich bin halt vor allem eines : Actiongameliebhaber!
Als Actionfan will man halt schon gerne des öfteren einen gut gemachten, Waffenporno ala Max Payne, Killzone2, RE5, GOW, Army of 2 oder Crysis spielen. Würden die überall auf der Welt nicht mehr produziert, gäbe es für mich nur noch Adventures und JRPGs ala Final Fantasy. Und richtig gute sind da auch rar gesät und die Game Industrie würde viel weniger Geld von mir bekommen. Und ich bin halt vor allem eines : Actiongameliebhaber!
- mr archer
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@BloodyJoe
bin ich auch. und, nimm das jetzt nicht persönlich, deswegen tut es mir sehr, sehr weh wenn du Max Payne mit Killzone, Army of two oder Crysis in einem atemzug nennst. gerade max payne 1 war nun alles, alles andere als ein konventioneller shooter. und was er dem genre eigentlich geschenkt hat, war nicht die BulletTime, sondern tatsächlich mal richtige figuren mit erkennbaren handlungsmotiven. und es ist natürlich bezeichnend, dass so ein spiel in deutschland noch immer indiziert ist, weil es rache als handlungsmotiv thematisiert, wogegen militärsettings als akzeptabel durchgewunken werden und das ausknippsen von irgendwelchen aliens als gerade noch so ok angesehen wird. das ist ja genau das schizophräne. spielansätze, in deren entwicklungslinie man sich in zukunft mal das hier von jörg herbeigewünschte actionspiel mit gewaltreflektion vorstellen könnte, werden tabuisiert. und der übrige mist wird mit nem ab 18 button durchgewunken. da kann das warten auf eine irgendwie geartete reifung des gemeinen action-spielers halt noch etwas dauern.
bin ich auch. und, nimm das jetzt nicht persönlich, deswegen tut es mir sehr, sehr weh wenn du Max Payne mit Killzone, Army of two oder Crysis in einem atemzug nennst. gerade max payne 1 war nun alles, alles andere als ein konventioneller shooter. und was er dem genre eigentlich geschenkt hat, war nicht die BulletTime, sondern tatsächlich mal richtige figuren mit erkennbaren handlungsmotiven. und es ist natürlich bezeichnend, dass so ein spiel in deutschland noch immer indiziert ist, weil es rache als handlungsmotiv thematisiert, wogegen militärsettings als akzeptabel durchgewunken werden und das ausknippsen von irgendwelchen aliens als gerade noch so ok angesehen wird. das ist ja genau das schizophräne. spielansätze, in deren entwicklungslinie man sich in zukunft mal das hier von jörg herbeigewünschte actionspiel mit gewaltreflektion vorstellen könnte, werden tabuisiert. und der übrige mist wird mit nem ab 18 button durchgewunken. da kann das warten auf eine irgendwie geartete reifung des gemeinen action-spielers halt noch etwas dauern.
Zuletzt geändert von mr archer am 12.03.2009 12:15, insgesamt 1-mal geändert.
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seethis123
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http://www.welt.de/vermischtes/article3 ... piele.html
es geht schon los! .. jetzt darf diskutiert werden
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anigunner
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Diese Frage stellt sich doch nur den Leute, die Spiele nicht kennen und nur das sehen was sie auch wollen. Für 99,9999% der Spieler stellt sich diese Frage nicht wo die Grenzen zwischen Realität und Funktion sind. Sie wissen das genau. Die Realität sitzt vor dem Bildschirm, die Fiktion dahinter. Natürlich kommt es vor, ist unvermeidbar das viele Menschen (meiste jüngeren Alters) gewisse Verhaltensarten mit aus dieser Fiktionswelt übernehmen. Das kann harmlos sein wie der Junior der mit seinem Freund drausen nach einer Partie Dragonball Z wild fuchtelnd Kung-Fu Sprünge immitiert... es kann aber auch so laufen das Jugendliche die Gewalt so unreflektivert übernehmen das sie es cool finden andere zusammenzuschlagen und dabei mit dem Handy alles aufzunehmen. Aber hier ist nicht alleine das Medium Schuld, sondern sehr viel andere Komponenten. Die Eltern, deren Aufgabe es eigentlich ist die Entwicklung der kleinen zu "überwachen" und gewisse moralische Grundwerte zu vermitteln. Ebenso wie die Gesellschaft, die demensprechendes Verhalten wirklich ablehnt und Zeichen setzt.. und damit meine ich auch seinen direkten Freundeskreis, deine Umgebung....mr archer hat geschrieben:@ annigunner
.... damit ist die grenze zwischen realität und fiktion immer noch dieselbe wie eh und je. aber die frage ist doch an dem punkt: sind wir gerade argumentativ noch in der lage, sie klar so zu sehen? wenn sich jede generation immer wieder neu mit den mitteln ihres jeweiligen kulturbetriebes an den ewigen fragen abarbeiten muss um zu der immer wieder gleichen erkenntnis zu gelangen: du sollst nicht töten - wo stehen dann gerade wir als spielerschaft und wo steht unser hobby in diesem prozess?
Der Schnitt Realität und Fiktion ist absolut gegeben, das größere Problem ist in wie weit die Fiktion die Realität beinflusst? Anfällige Menschen sind dafür empfänglicher als "gefestigte" Charakteure. Aber diesen Menschen hilft micht nicht dadurch das man generell den Verbot ausspricht, sondern das man sich mit Ihren Problemen auseinandersetzt. Aber wer macht das? Die Lehrer sind überlastet, die Eltern schaffen beide oder haben keine Lust auf Erziehung, die Gesellschaft ist eh auf dem Egoistentrip.... und die Freunde gehören leider mit zum Problem, nicht zur Lösung. Nicht zu vergessen die Medien, die zum Teil wirklich falsche Akzente setzen und moralisch bedenkliche Verhaltensweisen als vorbildlich darstellen.
Es geht also nicht um den Anspekt du sollst nicht töten... das tut keiner und wird auch nie jemand in einem Spiel tun. Ich zerdrücke Pixelhaufen, elektronische Bits und Bytes denen man eine ungefähre, beliebige Form gegeben hat. Das ist genauso als würde ich Schach spielen, und die Figuren des anderen quasi "töten" und aus dem Spiel nehmen. Oder beim Bowling die Pins, beim Bingo die Zahlen und und....
Die Form ändert sich, auch die Möglichkeiten. Früher gab es nur die Phantasie, dann die Zeichnungen, Sprache, Schriften, Lieder, darstellende Kunst, später Bücher, Filme und jetzt die virtuellen Welten eines PC der fas alles mehr oder weniger verbindet. Sehr komplexe Welten, die in ihrer Art und Möglichkeit etwas darzustellen für viele unwissenden Zeitgenossen gefährlich erscheint. Alles was neu ist weckt Ängste. Zum Teil berechtigt. Aber wie so oft gesagt.. jede Medaille hat seine Licht- und Schattenseite.. wie man mit ihr umgeht, das ist die Frage.
Wie gesagt, weil es einfaches Szenario ist. Und weil das Militär schon seit ewigen Zeiten durch Progaganda und verzerrte Darstellung Menschen dazu gebracht hat sich in dieses zweifelhafte "Abenteuer" zu stürzen. Manchmal sogar mit einem Hurra, wie es z.B im ersten Weltkrieg der Fall war. Richtig eklig wird es wenn das ganz mit Patriotismus gewürzt wird, wie man es bei unseren Kollegen in Amerika so oft sieht.mr archer hat geschrieben: warum, wenn es nur ums pixel plätten geht, werden spiele immer realistischer im von dir analysierten sinne? wieso boomen nach wie vor ausgerechnet kriegs-shooter mit ihrem stupiden militarismus so sagenhaft?
Krieg steht für viele noch für Abenteuer, Kameradschaft, Helden und das töten für einen guten Zweck... nämlich für Vaterland und die vermeidlich Gute Sache. Das ist ein Bild, was seit Jahrhunderten aufrecht erhalten wird, und ich fürchte das wird sich auch nie ändern.
Wie gesagt, die Spiele sind ein Spiegel der Gesellschaft, weil es deren Bedürfnisse stillt. Da kann ich jeder zu seinen eigenen Reim machen. Plumpe Propagande ist immer zugänglicher als die sperrige Wahrheit.
Du wirst lachen, aber das Spiel gibt es in ähnlicher Form schon für den Nintendo DS. Und soweit ich die Tests hier gelesen habe sollen sie sogar recht unterhaltend sein. Was spricht denn dagegen zur Abwechslung nicht zu "töten", sondern zu "retten"? Das gibt es ja schon länger, halt in abgeschwächter Form. Der Sanitäter im Kriegsspiel, der Heiler/Mönch im Rollenspiel... über die Darstellung und den Detailgrad kann man wie immer streiten. Was ich aber an deiner Aussage interesant finde, zu was bitte Ragdoll? Meinst du die Patienten zappeln wären der OP herum? Das ist etwas, was nicht mal in der Realität zutrifft. Im Mittelalter, wo es noch keine Narkose gab, da ok... aber das wäre ja denn mehr ein Geschicklichkeitsspiel. Und wegen dem Blut, auch das ist begrenzt da der Patient ansonsten ins Koma fallen und sterben würde. Dieser Aspekt ist selbst bei dumpfen Egoshootern mit drin... noch mehr bei Rollenspielen wie Guild Wars.mr archer hat geschrieben: und um deine kritik an meinem bild aufzunehmen: würden wir uns ein spiel kaufen, in dem wir in der rolle eines arztes in der notaufnahme wären, der in sekundenbruchteilen lebenswichtige entscheidungen für seine pixel-patienten treffen muss? was man da allein an real time events einbauen könnte! adrenalin pur! und die möglichkeiten beim gore-grad und mit der ragdoll-physik!! na, hättste interesse?
Wie du siehst, das Prinzip Goooooooore lässt sich nicht beliebig auf alle Unterhaltungsformen übertragen. Es betrifft nur einen bestimmten Kreis an spielen, wo dieses Mittel sich auch "entfalten" kann.. wo wir Spieler das "wollen".
- N-Dee
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Der Fortschritt der Technik bringt natürlich auch die Entwickler dazu sich auszutoben. Was damals bei Splatterhouse aufm Megadrive noch sehr cartoonig aussah, wirkt heute bei Spielen wie God Of War schon sehr realistisch.
Aber muss man wirklich, wie in Fallout 3, sehen wie ein Kopf in Bullet-Time explodiert?
Ich muss zugeben, auch ich hatte meinen Spaß dran, aber vielleicht gehen die Entwickler in der Hinsicht auch zu weit.
Nach dem gestrigen Amoklauf spricht der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung sich auch wieder mal für ein Verbot von entsprechenden Videogames aus.
Man sollte aber bedenken, dass der Täter nicht mit einem Computerspiel, sondern mit einer Handfeuerwaffe geschossen hat, die im Besitz eienr Privatperson war.
Eher sollte man überlegen, ob Privatpersonen Schusswaffen besitzen dürfen.
Euch allen noch einen gesegneten "virtuellen" Headshot.
Aber muss man wirklich, wie in Fallout 3, sehen wie ein Kopf in Bullet-Time explodiert?
Ich muss zugeben, auch ich hatte meinen Spaß dran, aber vielleicht gehen die Entwickler in der Hinsicht auch zu weit.
Nach dem gestrigen Amoklauf spricht der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung sich auch wieder mal für ein Verbot von entsprechenden Videogames aus.
Man sollte aber bedenken, dass der Täter nicht mit einem Computerspiel, sondern mit einer Handfeuerwaffe geschossen hat, die im Besitz eienr Privatperson war.
Eher sollte man überlegen, ob Privatpersonen Schusswaffen besitzen dürfen.
Euch allen noch einen gesegneten "virtuellen" Headshot.
- BloodyJoe
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@mr archer:
Weiß ich ja alles, und Max Payne gehört auch zu meine absoluten Favoriten weswegen ich das Game da auch genannt habe, und nicht weil Killzone 2 vergleichbar mit Max Payne wäre.
Dennoch ist Max Payne ein Waffenporno, Killerspiel und eine gewaltverherrlichende Endzeitvision von einem Rachethriller, der Charakterentwicklung und eine gut erzählte Story in 3d Shootern etabliert hat.
Mir wurde fast das Herz gebrochen als ich diese beschissene Verfilmung letztes Jahr im Kino miterleben musste. Ich bin Hardcore Max Payne Fan aber dennoch muss ich ihn in einem Atemzug mit anderen Meilensteinen des Actiongenres nennen ua. gehören da HL und CS auch dazu.
Weiß ich ja alles, und Max Payne gehört auch zu meine absoluten Favoriten weswegen ich das Game da auch genannt habe, und nicht weil Killzone 2 vergleichbar mit Max Payne wäre.
Dennoch ist Max Payne ein Waffenporno, Killerspiel und eine gewaltverherrlichende Endzeitvision von einem Rachethriller, der Charakterentwicklung und eine gut erzählte Story in 3d Shootern etabliert hat.
Mir wurde fast das Herz gebrochen als ich diese beschissene Verfilmung letztes Jahr im Kino miterleben musste. Ich bin Hardcore Max Payne Fan aber dennoch muss ich ihn in einem Atemzug mit anderen Meilensteinen des Actiongenres nennen ua. gehören da HL und CS auch dazu.
- mOrs
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Absolut großartiger Kommentar!
Als ich ihn gestern gesehen hatte, dachte ich auch erstmal an das typische ins Wespennest Stechen, aber nach der Lektüre des ganzen Artikels (und zum Großteil auch der Forenbeiträge, was ich aber irgendwann für überflüssig befunden habe, da doch die Meisten reflexartig ihre Meinung zur Motivation für Amoklauf"-Diskussion darstellen mussten, obwohl der Artikel selbst das Thema Gewalt in Medien so weit es geht von realen Gewalttaten trennt.
Zunächst also sollten sich diejenigen, die hier diskutieren, ob Amoklauf und Killerspiele zusammenhängen fragen, ob sie nicht selbst schon so weit konditioniert sind, es beides sofort miteinander in Verbindung zu bringen. Diejenigen, die brutale Spiele für den oder zumindest einen Auslöser eines Blutbads halten, denken vielleicht sogar wirklich wechselseitig, also auch wenn sie ein "Killerspiel" sehen oder spielen sofort an die realen Greueltaten.
Doch auch die Fraktion, die glaubt, dass es keinen absoluten Zusammenhang zwischen Spiel und Amoklauf gibt (zu der ich mich auch zählen würde), denkt doch immer bei den Nachrichten einer solchen Tat an EgoShooter und Co.
Man kann dieses Denken in den Zusammenhang mit dem Artikel bringen, auch wenn diese Verbindung nicht direkt durch den Artikel gegeben ist:
Denn wieso denkt jeder nach einem Amoklauf an CounterStrike, Unreal Tournament und ähnliches und niemand an "Natural Born Killers", der, wenn ich das nicht falsch verstehe, "toto pro pars" mit Oliver Stone im Artikel Erwähnung findet?
Die Antwort: weil es obsolet geworden ist; Filme und auch Gewalt in selbigen haben sich in der Gesellschaft und unserer Kultur etabliert. Selbst die, die heute am liebsten "Gewaltspiele" komplett verbieten würden, haben sich mit Gewalt in Filmen arrangiert (ob sie sie mögen oder nicht, sie mussten wohl feststellen, dass es auch eine Kunstform sein, bzw. zumindest erfahren, dass die Zunahme der Produktionen brutaler Filme nicht auch zur proportionalen Zunahme von Blutbädern führt). Gute Regisseure haben die kunstvollen Möglichkeiten entdeckt, die die gezielte Darstellung von Gewalt bietet. Es waren zumeist Trashfilme, die zu der Zeit, als die Gewaltfilme als Sündenbock herhalten mussten, genannt wurden (ich sage "Trashfilme" als objektive Bezeichnung von Streifen wie den Argento Filmen; nicht abwertend).
Vor allem Stones "Natural Born Killers" (als drastischstes und vielleicht auch nicht vollkommen gelungenes Beispiel) stellt aber Gewalt exzessiv dar, vornehmlich, um sie zu verurteilen (was nebenbei bemerkt der Grund war, warum Tarantino, der das Drehbuch geschrieben hatte, sich davon distanziert hat, da er keine Filme mit Moral machen will). Doch auch das Darstellen von Gewalt als Kunstform (und als nichts sonst) ist in Filmen weit fortgeschrittener als in Spielen.
Somit lassen sich die "ersten Schritte" der Spieleindustrie in diese Richtung, die natürlich wacklig und plump sind; vielleicht nicht einmal gewollt, in jedem Falle aber nicht bedacht sind, perfekt als nächster Schuldiger für einen Amoklauf benutzen. Es ist Gewalt, übertrieben, vielleicht unnötig, in jedem Falle aber nicht als Kunst zu bezeichnen, die in 90% aller brutalen Spiele gezeigt wird.
Und nicht nur diese Gewalt, auch Spiele im Allgemeinen sind den meisten derer, die solche Spiele verurteilen, völlig fremd. Sie können es nicht beurteilen und wissen, dass auch die, die ihnen Gehör schenken, das nicht können (oder wollen).
Der Artikel zeigt meiner Meinung auch Jörg Luibls Vorfreude darauf, dass sich die Spieleentwickler des Potentials, dass die dramaturgisch eingesetzte Gewalt in Videospielen hat, bewusst werden und sie dementsprechend einsetzen.
Und allerspätestens dann wird auch die Diskussion, ob Killerspiele Spieler zu Killern machen obsolet. Ein Fortschritt für die Gesellschaft wäre das leider nur, wenn es bald passiert - noch bevor all jene, die mit der Materie "Game" vertraut sind, alt genug sind, um die heutigen "Alten", die über selbige Games wettern, sowieso als unwissend abzutun.
Auf die "nächste Stufe" von Gewalt in Spielen freue ich mich so oder so; würden Games wirklich den im vorherigen Absatz genannten Fortschritt der Gesellschaft herbeiführen können, dann - und vielleicht auch nur dann - könnte man auch Spiele endlich mit Fug und Recht als Kunstform bezeichnen.[/b]
Als ich ihn gestern gesehen hatte, dachte ich auch erstmal an das typische ins Wespennest Stechen, aber nach der Lektüre des ganzen Artikels (und zum Großteil auch der Forenbeiträge, was ich aber irgendwann für überflüssig befunden habe, da doch die Meisten reflexartig ihre Meinung zur Motivation für Amoklauf"-Diskussion darstellen mussten, obwohl der Artikel selbst das Thema Gewalt in Medien so weit es geht von realen Gewalttaten trennt.
Zunächst also sollten sich diejenigen, die hier diskutieren, ob Amoklauf und Killerspiele zusammenhängen fragen, ob sie nicht selbst schon so weit konditioniert sind, es beides sofort miteinander in Verbindung zu bringen. Diejenigen, die brutale Spiele für den oder zumindest einen Auslöser eines Blutbads halten, denken vielleicht sogar wirklich wechselseitig, also auch wenn sie ein "Killerspiel" sehen oder spielen sofort an die realen Greueltaten.
Doch auch die Fraktion, die glaubt, dass es keinen absoluten Zusammenhang zwischen Spiel und Amoklauf gibt (zu der ich mich auch zählen würde), denkt doch immer bei den Nachrichten einer solchen Tat an EgoShooter und Co.
Man kann dieses Denken in den Zusammenhang mit dem Artikel bringen, auch wenn diese Verbindung nicht direkt durch den Artikel gegeben ist:
Denn wieso denkt jeder nach einem Amoklauf an CounterStrike, Unreal Tournament und ähnliches und niemand an "Natural Born Killers", der, wenn ich das nicht falsch verstehe, "toto pro pars" mit Oliver Stone im Artikel Erwähnung findet?
Die Antwort: weil es obsolet geworden ist; Filme und auch Gewalt in selbigen haben sich in der Gesellschaft und unserer Kultur etabliert. Selbst die, die heute am liebsten "Gewaltspiele" komplett verbieten würden, haben sich mit Gewalt in Filmen arrangiert (ob sie sie mögen oder nicht, sie mussten wohl feststellen, dass es auch eine Kunstform sein, bzw. zumindest erfahren, dass die Zunahme der Produktionen brutaler Filme nicht auch zur proportionalen Zunahme von Blutbädern führt). Gute Regisseure haben die kunstvollen Möglichkeiten entdeckt, die die gezielte Darstellung von Gewalt bietet. Es waren zumeist Trashfilme, die zu der Zeit, als die Gewaltfilme als Sündenbock herhalten mussten, genannt wurden (ich sage "Trashfilme" als objektive Bezeichnung von Streifen wie den Argento Filmen; nicht abwertend).
Vor allem Stones "Natural Born Killers" (als drastischstes und vielleicht auch nicht vollkommen gelungenes Beispiel) stellt aber Gewalt exzessiv dar, vornehmlich, um sie zu verurteilen (was nebenbei bemerkt der Grund war, warum Tarantino, der das Drehbuch geschrieben hatte, sich davon distanziert hat, da er keine Filme mit Moral machen will). Doch auch das Darstellen von Gewalt als Kunstform (und als nichts sonst) ist in Filmen weit fortgeschrittener als in Spielen.
Somit lassen sich die "ersten Schritte" der Spieleindustrie in diese Richtung, die natürlich wacklig und plump sind; vielleicht nicht einmal gewollt, in jedem Falle aber nicht bedacht sind, perfekt als nächster Schuldiger für einen Amoklauf benutzen. Es ist Gewalt, übertrieben, vielleicht unnötig, in jedem Falle aber nicht als Kunst zu bezeichnen, die in 90% aller brutalen Spiele gezeigt wird.
Und nicht nur diese Gewalt, auch Spiele im Allgemeinen sind den meisten derer, die solche Spiele verurteilen, völlig fremd. Sie können es nicht beurteilen und wissen, dass auch die, die ihnen Gehör schenken, das nicht können (oder wollen).
Der Artikel zeigt meiner Meinung auch Jörg Luibls Vorfreude darauf, dass sich die Spieleentwickler des Potentials, dass die dramaturgisch eingesetzte Gewalt in Videospielen hat, bewusst werden und sie dementsprechend einsetzen.
Und allerspätestens dann wird auch die Diskussion, ob Killerspiele Spieler zu Killern machen obsolet. Ein Fortschritt für die Gesellschaft wäre das leider nur, wenn es bald passiert - noch bevor all jene, die mit der Materie "Game" vertraut sind, alt genug sind, um die heutigen "Alten", die über selbige Games wettern, sowieso als unwissend abzutun.
Auf die "nächste Stufe" von Gewalt in Spielen freue ich mich so oder so; würden Games wirklich den im vorherigen Absatz genannten Fortschritt der Gesellschaft herbeiführen können, dann - und vielleicht auch nur dann - könnte man auch Spiele endlich mit Fug und Recht als Kunstform bezeichnen.[/b]
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sorbey
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Gehen wir also von der These aus, der Mensch trage die Gewalt wie ein verborgenes, unter bestimmten Bedingungen ausbrechendes Ungeheuer in sich. Dann stellt sich uns die Frage wie wir damit umgehen können, also was wir angesichts der in jedem Menschen in potentia schlummerenden Gewalt tun können und/oder tun sollten: in unserem Zusammenhang bei dem Design von Videospielen.Gute Frage, wichtige Frage, denn sie trifft den Kern. Warum also? Weil Gewalt vielleicht ein menschliches Ungeheuer ist, das in jedem von uns steckt - und genau deshalb erschreckt es uns genau so wie es uns fasziniert.
Meine erste Frage nach dem "Warum?" zielte von der Fragestellung her natürlich eher auf einen funktionalen Zusammenhang ab (was sind die Ursachen oder Gründe, die uns dazu bewegen, Gewalt in Computer- resp. Videospielen zu suchen). Bekanntermaßen können wir aus der Einsicht in einen solchen funktionalen Zusammenhang (ob er nun stimmt oder nicht) keine Wertungen ableiten.
Die Frage, auf die ich in meinem ersten Post bereits abheben wollte, war eigentlich eher eine ethische, nach dem was wir wollen bzw. wollen sollten: wollen wir einfach eine gewisse Ökonomie in unserem Triebleben walten lassen in dem Sinne, dass wir unseren Drang nach Gewalt lieber in einem Spiel ausleben, als dass er sich aufstaut und irgendwann in fatalen Handlungen ausbricht (es wird ja durchaus die These vertreten, das regelmäßiges Spielen - auch von Shootern - das Agressionspotential deutlich senkt)? Oder wollen wir uns - und das ist ein Ansatz, den ich eher befürworten würde - mit Gewalt, mit diesem Drang nach Gewalt auseinandersetzen, indem wir mit ihm konfroniert werden; und zwar nicht als Metzelangebot, was uns vielleicht eine Weile lang psychisch beruhigt, sondern als ein Bildungsangebot, welches uns mit uns und unseresgleichen konfrontiert und auffordert, unser Verhältnis zu anderen Menschen und dieser Menschen zueinander zu reflektieren. Das setzt natürlich voraus, wie es im Kojima-Zitat auch zu lesen ist, dass wir die Gewalt im Spiel zu spüren zu bekommen und zwar nicht zum Aufgeilen, sondern zum Nachdenken. In den meisten Spielen ist es jedoch einfach nicht so...
Es bleibt natürlich die Frage, ob ein Videospiel das - zu einem Bildungsprozess anzuregen - überhaupt leisten soll oder ob wir da nicht viel geeignetere Institutionen haben - Familie, Schule, soziale Arbeit usw.
Jedoch bin ich über jedes Spiel dankbar, welches mit seiner Gewalt eben nicht nur unterhalten, sondern auch zu kritischem Denken anregt, also nicht nur auf Spielspass abhebt, sondern auch einen Anspruch hat. Aber wer will das schon haben? Die Spieleindustrie ist auch nur eine Industrie und es verkauft sich, was nachgefragt wird.
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Termix
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Nunja, heutzutage hat JEDER einen PC und jeder männliche Spieler, egal ob "jung" oder alt hat schonmal nen "Killerspiel" gespielt, 99% meiner ehemaligen Mitschüler (schon ne Weile her) kannten zum Beispiel Quake I, trotzdem hat niemals jemand von einem Amoklauf geträumt. Niemand sagte "Boah war Columbine geil", es mag sein, dass Spiele einen etwas "abstumpfen" lassen, aber selbst wenn ich in einem Spiel jemanden anzünde, wieder "ablösche" und dann wieder anzünde, habe ich NICHT das Bedürfnis das nun auch mal im echten Leben auszuprobieren. Im Gegenteil, ich finde Gewalt in Filmen richtig abstoßend, wenn ich sehe wie eine Frau verprügelt wird, wird mir sogar übel, Horrorfilme mag ich teilweise, je nach Genre, ich finde es 10x schlimmer, wenn ein Killer echte Menschen tötet, als wenn Zombies sterben.
Und das GEWALTSPIELE so positiv von der Gemeinschaft der Spieler aufgenommen werden liegt zu einem großen Teil an der Zensur in Deutschland.
Man kann die Spiele hier nicht bekommen, gut werden sie über eBay in UK bestellt, kostet eh 20 Euro weniger. Oder man geht nach 3 Wochen zum Me**a Ma*r*t und kauft dort die extra blutige "uncut" US Version, obwohl diese in Deutschland eigentlich verboten ist, wie kann das sein?
Und ich möchte nun wirklich etwas anregen, was JEDEM langsam mal wieder klar werden sollte.
FILME HABEN DIESELBE WIRKUNG WIE SPIELE.
Und das schon länger, wer erinnert sich nicht an die Nachahmungstäter von Freitag dem 13.?
Bericht über Deutschland (unten auch weltweit)
, weltweit gab es seit den 80er Jahren viele solcher Taten, sie wurden aber komischerweise nicht so hervorgehoben. Studierte Idioten, aeh Kriminologen sagen die tatsächliche Aktion ist entscheidend, durch den Finger am Abzug (der Maus) kann ich töten, ich habe selber die Macht, in Filmen schaue ich ja nur zu
Ob sie es aber jemals selbst gespielt haben wird mit "Muss isch Baum in Regenwald sein, um sehen das scheisse?" beantwortet
Nunja, sollen sie mal versuchen weltweit die Spiele zu verbieten, geht es wenigstens der richtigen Industrie an die Geldbörse, die Waffenindustrie ist viel wichtiger und hat einen viel geringeren Anteil der Schuld.
Und das GEWALTSPIELE so positiv von der Gemeinschaft der Spieler aufgenommen werden liegt zu einem großen Teil an der Zensur in Deutschland.
Man kann die Spiele hier nicht bekommen, gut werden sie über eBay in UK bestellt, kostet eh 20 Euro weniger. Oder man geht nach 3 Wochen zum Me**a Ma*r*t und kauft dort die extra blutige "uncut" US Version, obwohl diese in Deutschland eigentlich verboten ist, wie kann das sein?
Und ich möchte nun wirklich etwas anregen, was JEDEM langsam mal wieder klar werden sollte.
FILME HABEN DIESELBE WIRKUNG WIE SPIELE.
Und das schon länger, wer erinnert sich nicht an die Nachahmungstäter von Freitag dem 13.?
Bericht über Deutschland (unten auch weltweit)
, weltweit gab es seit den 80er Jahren viele solcher Taten, sie wurden aber komischerweise nicht so hervorgehoben. Studierte Idioten, aeh Kriminologen sagen die tatsächliche Aktion ist entscheidend, durch den Finger am Abzug (der Maus) kann ich töten, ich habe selber die Macht, in Filmen schaue ich ja nur zu
Ob sie es aber jemals selbst gespielt haben wird mit "Muss isch Baum in Regenwald sein, um sehen das scheisse?" beantwortet
Nunja, sollen sie mal versuchen weltweit die Spiele zu verbieten, geht es wenigstens der richtigen Industrie an die Geldbörse, die Waffenindustrie ist viel wichtiger und hat einen viel geringeren Anteil der Schuld.
- Jörg Luibl
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Hi mOrs,
da triffst du den Nagel mit einem Schlag:
Zunächst also sollten sich diejenigen, die hier diskutieren, ob Amoklauf und Killerspiele zusammenhängen fragen, ob sie nicht selbst schon so weit konditioniert sind, es beides sofort miteinander in Verbindung zu bringen.
Ja, sind sie. Amok = Jugendliche = Böse = Spiele = Counterstrike. Alle, die von uns angepasste Berichterstattung verlangen, sind bereits so konditioniert, dass sie sich anmaßen, bei Spielewebseiten besondere Sensibilität zu verlangen. Gleichzeitig geilt sich die gesamte Nachrichtenpresse ohne Scheu oder Zurückhaltung am Thema auf.
Ja, das wird auch im Spiel vermehrt passieren. Ich würde es allerdings dennoch als Unterhaltungsangebot und erst in zweiter Linie als Bildungsangebot einordnen. Denn auch Film und Buch lassen viel Raum zum Reflektieren über das Gesehene oder Gelesene.
da triffst du den Nagel mit einem Schlag:
Zunächst also sollten sich diejenigen, die hier diskutieren, ob Amoklauf und Killerspiele zusammenhängen fragen, ob sie nicht selbst schon so weit konditioniert sind, es beides sofort miteinander in Verbindung zu bringen.
Ja, sind sie. Amok = Jugendliche = Böse = Spiele = Counterstrike. Alle, die von uns angepasste Berichterstattung verlangen, sind bereits so konditioniert, dass sie sich anmaßen, bei Spielewebseiten besondere Sensibilität zu verlangen. Gleichzeitig geilt sich die gesamte Nachrichtenpresse ohne Scheu oder Zurückhaltung am Thema auf.
sorbey hat geschrieben:Oder wollen wir uns - und das ist ein Ansatz, den ich eher befürworten würde - mit Gewalt, mit diesem Drang nach Gewalt auseinandersetzen, indem wir mit ihm konfroniert werden;
Ja, das wird auch im Spiel vermehrt passieren. Ich würde es allerdings dennoch als Unterhaltungsangebot und erst in zweiter Linie als Bildungsangebot einordnen. Denn auch Film und Buch lassen viel Raum zum Reflektieren über das Gesehene oder Gelesene.
Ja, Spiele sind das letzte Glied und haben per se natürlich keinen Bildungsauftrag zu erfüllen. An erster Stelle steht die Familie.sorbey hat geschrieben:Es bleibt natürlich die Frage, ob ein Videospiel das - zu einem Bildungsprozess anzuregen - überhaupt leisten soll oder ob wir da nicht viel geeignetere Institutionen haben - Familie, Schule, soziale Arbeit usw.
Stimmt, aber auch die Unterhaltungsindustrie erreicht ihre kritischen Zyklen (Anti-Kriegsfilme) immer dann, wenn es in der Gesellschaft brodelt.[/i]sorbey hat geschrieben:Die Spieleindustrie ist auch nur eine Industrie und es verkauft sich, was nachgefragt wird.
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JamalAnal
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Der Amoklauf am 11.03.2009 sorgte für ein Schauer, der mir eiskalt den Rücken herunterlief. Ich habe seit gestern so ziemlich alle Informationen aus den Medien aufgenommen, die veröffentlicht wurden. In allen sogenannten Analysen von Psychologen fällt immer wieder der Begriff "Killerspiele". Dieser Diskussion stellt sich Deutschland schon seit Ewigkeiten, doch diesmal glaube ich, wird sich in diesem Segment etwas weitergehend ändern.
Die Politik wird bestimmt irgendwann ein Verbot aller Killerspiele in Deutschland fordern , nur wird dieses Verbot nicht im Ansatz etwas nutzen, da man sich im Ausland weiterhin alles ohne Alterskontrolle über das Internet bestellen kann. Kinderleicht. Solange man nicht weltweit Killerspiele verbietet und Filme wie SAW weiterhin in Deutschen Kinos laufen, ist jegliche Diskussion darüber nun wirklich verschwendete Zeit.
Die Amokläufer glauben oft, sie hätten Macht und Ansehen für diese Tat....Macht über das Leben dieser unschuldigen Menschen. Sie täuschen sich allerdings Gewaltig....Macht hat nur derjenige, der sich für das Leben entscheidet.... derjenige der sich trotz seiner kranken Gedanken für das Leben entscheidet.... dieser Mensch hat Macht über seinen eigenen Geist.
Es gibt eine Instituition , in dem Menschen sich selbst einliefern lassen, weil sie kranke Gedanken an junge Mädchen hegen. Obwohl diese Menschen, wie auch so mancher Amokläufer krank sind, erkennen sie es und lassen sich behandeln. Diese Menschen haben Macht.
Wird nicht frühzeitig erkannt, dass ein Mensch Probleme hat, wird man niemals einen Amoklauf verhindern können. Und Killerspiele sind niemals der Initiator für eine Gewalttat, sie können aber mit Sicherheit der letzte Tropfen eines überfüllten Fasses sein ( das sagte bereits jemand zu Beginn des Fred)
Sollten Killerspiele jemals verboten werden, meinetwegen, ändern wird sich nichts. Und ich freue mich auch, bei den Mario-Spielen einen Fantasiegegner durch einen gezielten Kopfsprung unschädlich zu machen, ganz ohne Blutvergießen...aber Gewalttätig ist das in meinen Augen auch.
Die Politik wird bestimmt irgendwann ein Verbot aller Killerspiele in Deutschland fordern , nur wird dieses Verbot nicht im Ansatz etwas nutzen, da man sich im Ausland weiterhin alles ohne Alterskontrolle über das Internet bestellen kann. Kinderleicht. Solange man nicht weltweit Killerspiele verbietet und Filme wie SAW weiterhin in Deutschen Kinos laufen, ist jegliche Diskussion darüber nun wirklich verschwendete Zeit.
Die Amokläufer glauben oft, sie hätten Macht und Ansehen für diese Tat....Macht über das Leben dieser unschuldigen Menschen. Sie täuschen sich allerdings Gewaltig....Macht hat nur derjenige, der sich für das Leben entscheidet.... derjenige der sich trotz seiner kranken Gedanken für das Leben entscheidet.... dieser Mensch hat Macht über seinen eigenen Geist.
Es gibt eine Instituition , in dem Menschen sich selbst einliefern lassen, weil sie kranke Gedanken an junge Mädchen hegen. Obwohl diese Menschen, wie auch so mancher Amokläufer krank sind, erkennen sie es und lassen sich behandeln. Diese Menschen haben Macht.
Wird nicht frühzeitig erkannt, dass ein Mensch Probleme hat, wird man niemals einen Amoklauf verhindern können. Und Killerspiele sind niemals der Initiator für eine Gewalttat, sie können aber mit Sicherheit der letzte Tropfen eines überfüllten Fasses sein ( das sagte bereits jemand zu Beginn des Fred)
Sollten Killerspiele jemals verboten werden, meinetwegen, ändern wird sich nichts. Und ich freue mich auch, bei den Mario-Spielen einen Fantasiegegner durch einen gezielten Kopfsprung unschädlich zu machen, ganz ohne Blutvergießen...aber Gewalttätig ist das in meinen Augen auch.
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Termix
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Ohne jetzt auf die psychologische Schiene zu geraten und viele Leser zu verwirren, möchte ich einfach mal anmerken, dass mittlerweile jeder der das Wort "Killerspiel" hört sofort an einen Amoklauf denkt, auf Grund der geschickten Negativierung dieses Wortes. Von Spielern selbst wurde es nie verwendet, in Diskussionsrunden der Öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist es hingegen eines der meistbenutzten Wörter im Zusammenhang mit Amokläufen, sodass man dieses Wort, selbst als vermeintlich Neutraler direkt damit assoziiert.4P|T@xtchef hat geschrieben:Hi mOrs,
da triffst du den Nagel mit einem Schlag:
Zunächst also sollten sich diejenigen, die hier diskutieren, ob Amoklauf und Killerspiele zusammenhängen fragen, ob sie nicht selbst schon so weit konditioniert sind, es beides sofort miteinander in Verbindung zu bringen.
Der Rest wäre nur eine Wiederholung meines Posts.
