Was ist denn schon Kunst? Muss Kunst etwas interpretierbares sein? Ist Kunst etwas literarisches, etwas schönes, etwas sprachlich gewandtes? Oder ist Kunst nicht alles, was dem Menschen etwas über sich selbst erzählt, etwas in ihm anrührt? Gewalt ist eine Emotion, die praktisch jeder in sich trägt, bei manchen sehr schwach ausgeprägt, bei einigen äussert sie sich verbal, bei anderen in einem Amoklauf. Wenn es ein Spiel schafft, mir durch Darstellung von Gewalt einen Spiegel vorzuhalten, einen Zugang und vielleicht eine neue Perspektive zum Thema zu finden, dann ist das für mich Kunst. Und gerade dadurch, dass ein Spiel mich persönlich involviert, hätte es die besten Voraussetzungen dafür, auch wenn diese bisher leider praktisch ungenutzt bleiben.IxAxUx hat geschrieben:Daher kann ich Gewalt in Videospielen nicht als Kunst ansehen.
Als Beispiel seien die Kriegsspiele genannt. Hirnloses Rumgeballer, dramatischer Höhepunkt ist der Fall eines Kameraden. Doch wie ging es den Soldaten damals im 2. Weltkrieg wirklich? Sie kämpften monatelang und als sie nach Hause kamen, für was? Diese Leere, die einen Soldaten heimsuchen muss, warum schafft es kein Spiel einem genau das mit einem Schlag in die Magengrube zu vermitteln? Die ganze Bedeutungslosigkeit eines Krieges, eigentlich könnte kein Medium das so gut wie das Computerspiel vermitteln - und versagt darin so gründlich.
