Activision: Einigung mit Raubkopierern

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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

Tr1xIx hat geschrieben:Es werden keine Raubkopien oder ähnliches verkauft. Höchsten im (fernen) Osten auf einem Schwarzmarkt.
Bist Du schon mal in LA ein klitzeklein wenig abseits der üblichen Touristenpfade durch die Gegend gelaufen? Schwarzhandel mit Musik, Film und Spielen en masse und alltäglich. Die Bullerei verhaftet zwar regelmäßig ganze Wagenladungen Händler, doch nur wenige Tage später stehen die nächsten am Strassenrand.

Weil es nämlich mitten in LA, dem güldenen Pflaster Hollywoods, soviele arme Leute gibt, die sich die regulären Preise schlicht und einfach nicht leisten können.
Und auch wenn er Geld verlangt hätte, würde es von der Raubkopie eine Raubkopie geben, die umsonst ist. Und 100k Dollar holt man damit sicherlich nicht raus. Nicht mal annäherungsweise.
Im Gegensatz zu den vollkommen übertriebenen, pseudotheoretischen Beinahe-Vielleicht-Verlusten beim privaten Filesharing, werden auf dem Schwarzmarkt Jahr für Jahr Abermillionen Dollar umgesetzt. Und nein, nicht nur irgendwo in Bangok im Hinterhof ...
maxx2xs
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Beitrag von maxx2xs »

Der wird schon ordentlich Geld mit dem Verkauf illegaler Kopien geamcht haben. Sonst würde der nicht "einfach so" 100.000USD für einen Vergleich locker machen können
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North McLane
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Beitrag von North McLane »

maxx2xs hat geschrieben:Der wird schon ordentlich Geld mit dem Verkauf illegaler Kopien geamcht haben. Sonst würde der nicht "einfach so" 100.000USD für einen Vergleich locker machen können
Naja, ob er das "einfach so" macht kann man nicht wissen!
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cerberµs
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Beitrag von cerberµs »

naja selber schuld ne?
BtW der wird die 100k ja wohl nicht am stück bezahlen müssen, wohl ehr einige jahre abbezahlen
Oberdepp
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Beitrag von Oberdepp »

Außerdem hat er selbst sich mit Activision auf die Summe außergerichtlich geeinigt. Soll heißen, er wird die Summe wohl zahlen können, ob in Raten oder an einem Stück steht auf einem ganz anderen Papier. Wenn zumindest die News so richtig ist, kann man ja nie wissen.
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dobpat
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Beitrag von dobpat »

Na klar werden auch Raubkopien verkauft.
Das gibts ja schon auf dem Schulhof und nicht nur im fernen Osten.
Opa
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Beitrag von Opa »

Erinnert sich noch jemand an die Zeiten in denen Hacker & Cracker eigentlich von der Industrie akzeptierte Subjekte waren, die Sicherheitslücken aufgedeckt haben und denen man auf eine gewisse Art dankbar war?!

Ich verstehe durchaus, dass es für entsprechend spezialisierte Progger eine Herausforderung ist Programme zu cracken - auch wenn es falsch ist. Früher gab´s das auch nur haben da die Leute lieber Originale gekauft als sich den Streß mit den Cracks, die Gefahr der Viren und all das zu geben. Das den Firmen daraus ein (vermeintlich) derartigiger Schaden entsteht ist aber höchstens ein gesellschaftliches Problem. Ich denke es mangelt vielen Haushalten einfach (interessanterweise auch durch Gewinnoptimierungen und damit verbundene Entlassungen/Gehaltseinsparungen verursacht) an Geld um die (witzigerweise von der Industrie durch werbung geweckte) Kaufsucht abzudecken.

Vielleicht funktioniert dieses System auch ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr, den möglichst höchsten Gewinn für sich selbst einzustreichen dabei dem Volk grademal genug zum Leben auszuzahlen und die Preise hochzuhalten bei einer "musst du haben" Werbestrategie. Glaube jedenfalls es gibt nur sehr wenige Raubkopierer, die das Risiko aus Spaß eingehen.


Ich denke jedenfalls, dass man sehr vorsichtig sein sollte mit seinem Schwarz-Weißen Denken. sicherlich ist illegal nicht richtig und bleibt dies auch aber in bestimmten Konstellationen kann ich die andere Seite menschlich auch verstehen.

Und by the way - das Raubkopierer dem zahlenden Kunden Schaden, das glaubt doch hoffentlich eh keiner mehr?! Ich meine jeder den nen Raubkopierer kennt wird wissen, dass der jede Menge an Games da hat aber die niemals kaufen könnte. Es gehen also keine Einnahmen verloren sondern es wird lediglich das Produkt Leuten zugänglich gemacht, die´s sonst nicht bezahlen könnten. Die Musikindustrie merkt es ja selbst...man hat schon die illegalen Quellen deutlich reduzieren können bzw. deren Attraktivität eingeschränkt im Vergleich zu Napster Zeiten und dennoch geht der Umsatz stetig bergab. Entweder gibt es sehr viele musikalische Menschen, die sich ihre Musik einfach selber machen oder aber auch ohne illegale MP3´s hat der durchschnittsbürger weniger Geld in der Tasche für haufenweise Original CD´s.

Wenn ich mir die CD Sammlung meines Vaters aus guten Zeiten ansehe...das könnte man so heute nicht mehr einkaufen ohne ein sehr sehr ordentliches Gehalt.

Ich selbst verdiene z.B. normal Geld (also nicht toll viel aber es geht eben) und kann meinen Musikbedarf beiweitem nicht decken. Gut ich liebe aber auch Musik und höre sehr viel. Gebe im Monat um die 100,- bis 150,- Euro für CD´s & Software aus. Mehr ist aber einfach nicht drin. Ich schneide halt Internetradio mit und bastel mir dann MP3 Files draus bzw. das macht dieses Programm selbst. Ist wohl legal aber zeigt auch deutlich...selbst wenn alle Internetradios Offline gehen kann ich dennoch nicht mehr Geld ausgeben für Musik & Software. Mehr Geld wächst mir ja nun nicht aus der Geldbörse. In meinem Fall würde ein Wegfallen der Onlineradios vermutlich dazu führen, dass ich ein wenig mehr Musik kaufen muss (is halt die große Liebe) aber dafür weniger Games holen kann...also unterm Strich kein Gewinn für die Industrie im Gesamten. Sony Music würde sozusagen merh verkaufen, dafür würde sony Playstation ein Bissl weniger einnehmen mit mir...
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Ugauga01
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Beitrag von Ugauga01 »

Opa völlig richtig was du sagst.

Gerade im Bezug auf die Musik finde ich es merkwürdig.
Wie du schon sagtest: Die Eltern haben ORIGINALE Musiksammlungen da könnten wir nur von Träumen.

Mein Vater erzählte mir mal, dass es damals so war, dass man beim Kauf einer Kassette automatisch die Lizenzgebühren an die GEMA mitbezahlt hat und dann durfte man die Kassette so oft kopieren wie man wollte usw.
Die Preise der Kassetten waren auch ok. Ich weiß den genauen Preis zwar nicht mehr, aber ich weiß, dass ich damals als 6-Jähriger voll stolz dauernd Kassetten von meinen paar Pfennig Taschengeld kaufen konnte... :D

Wenn ich das mit heute vergleiche:
Musik ist unmenschlich teuer (Musik = 3,5min 3-4 Sätze die sich wiederholen, die mit bisschen Melodie die sich auch 3,5min lang ununterbrochen wiederholt) und wenn man dann seine eigene MusikCD die man zum Schweinepreis gekauft hat kopieren will ist man direkt gleichgestellt mit Kinderschändern (teilweise sogar noch schlimmer, weil die Haftstrafen bei Kinderf. noch geringer sind)... :roll:

Erst verpassen die arroganten Major-Labels den Sprung auf den Online-Zug und meinen dann am Ende sie müssten den Leuten ihre Rechte nehmen, indem sie Kopierschütze auf ihre CDs packen, die schädliche Rootkits auf PCs installieren... Und wenn sie merken dass es nichts bringt fangen sie endlich mal an mit der Internetdistribution - zum überteuerten Preis.
Ich weiß ja nicht warum es Leute gibt, die bereit sind 1€ pro Musiktitel zu bezahlen. Wenn man das auf ne DoppelCD von damals umrechnet... Wären bei 2x 20 Liedern 40€ also rund 80DM. Und ich hätte mal gerne gesehen, wer damals 80DM für ne DoppelCD bezahlt hätte...

Was kann die Musikindustrie also tun?
Ganz einfach. Zuerst Mal wieder auf den Boden kommen und mal lernen wieviel 1€ auch wert ist. Wenn ich das sehe, dass die da ständig Millionenverträge abschließen mit Eintagsfliegen und so... Warum hat eine Britney Spears z.B. mit 18 schon zig Millionen aufm Konto? Bestimmt nicht, weil sie in ihrem Leben dafür hart gearbeitet hat, oder?
Die sollten mal lieber den "Künstlern" (wasn lächerlicher Ausdruck für diese Individuum-Gruppe) richtiges Gehalt zahlen und dann könnten sie auch problemlos Musiktitel für 0,10€/Stück anbieten (dann würden auch viele Leute das kaufen). Solche "Künstler" müssten sich eigentlich glücklich schätzen wenn sie nur 50.000€ im Jahr bekommen würden, wenn man mal vergleicht wielange eine normalarbeitende Familie dafür arbeiten muss und was diese deswegen nur noch vom Leben hat (im Vergleich zu den "Künstlern", dessen Kunst es ist 3 gleiche Sätze 3min lang ununterbrochen aneinander zu hängen)...

Boah jetzt hab ich wieder mehr geschrieben als ich wollte, aber bei sowas kommt der Grell in mir auf... :D
Oberdepp
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Beitrag von Oberdepp »

Also bezüglich Musik bin ich ganz anderer Meinung.

Gut, ich bin jetzt auch nicht so der Kassetten-Käufer gewesen. Wenn ich mir Tapes gekauft habe, dann war es von Independent/Underground-Künstlern. Die waren aber nicht so billig, weil es die Kassette war, sondern weil es halt Underground-Künstler waren. Sonst habe ich mir eher Schallplatten gekauft, wobei ich ab Mitte 90er auch auf CDs umgestiegen bin, einfach weil die PSX da rauskam, sie CDs abspielen konnte, jeder verdammte Kassetten-Recorder mit einem CD-Player ausgestattet war und natürlich wegen den Discmen. Und da muss ich sagen, dass der Umstieg auf CD viel billiger war als sich eine Schallplatte zu kaufen.

Auch nach der Euro-Umstellung sind CDs billiger, als früher. Kann natürlich daran liegen, dass das gerade durch die ganzen Raubkopierer passiert ist. Denn, früher hat ein Album zwischen 32 und 40 DM gekostet, heute zahle ich für ein Album maximal 16€, meist sogar nur 12 - 14€. Dazu kommt, dass heutzutage auf Alben nicht mehr nur 5-8 Tracks vielleicht drauf sind, sondern in der Regel zwischen 14 und 20 Tracks. Sprich, ich bekomme heute für weniger Geld mehr Musik.

@Ugauga: früher waren die einzigen Doppel-CDs die Sampler gewesen, wo eh nur Pop-Scheiße drauf war ;). Und ein Album, was im Doppel-CD Format rauskommt, kostet heute maximal 20€. Ich weiß ja nicht, wo du einkaufen gehst, aber dort würde ich auf jeden Fall aufhören einkaufen zu gehen ;).
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Ugauga01
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Beitrag von Ugauga01 »

Mit den Preisen von heute habe ich den Online-Distributionsservice gemeint. ;)

Wobei ich mich nicht dran erinnern kann, dass ein Album mit 5-8 Liedern damals so teuer waren... :roll: