Der 4P-Kommentar: Der Forenmob lyncht GTA IV?

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thatsmyplace
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Beitrag von thatsmyplace »

nur sind solche allgemeinen Fehler, die eben nicht nur an einer bestimmten Stelle im Spiel auftauchen sondern über das ganze Spiel hinweg, deutlich einfacher zu beheben
Fehler die an einer bestimmten Stelle auftauchen sind deutlich einfacher zu fixen, als Fehler die bei einigen nicht auftauchen, bei anderen schon, und sich in vielfältiger Art und Weise äußern, dies ist bei GTA 4 leider der Fall.

Leider sind es eben nicht vereinzelte Probleme, sondern Probleme die bei sehr vielen vorkommen, ich spreche da leider auch aus Erfahrung.

In den gestern veröffentlichten Interviewsätzen von Rockstar stand nichts konkretes drin, das sie an den technischen Problemen arbeiten und wüssten woran es liegt. Eher ging es um die Beseitigung von Fehlern beim Bowling.
unknown_18
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Beitrag von unknown_18 »

Stimmt, mein Fehler, ist halt schon spä... äh früh. ;) Hast natürlich recht.

Ich weiß, dass die Fehler bei überdurchschnittlich vielen auftauchen, dementsprechend sollte Rockstar auch genug Daten von den Spielern kriegen um den Fehler finden zu können, es sei denn die Spieler motzen lieber anstatt mit zu helfen die Fehler einzugrenzen.

Also ich denke da kommt sehr wohl ein Patch. Vielleicht auch neue Grafiktreiber, die auch schon einiges verbessern könnten, da das Spiel ja auf NVidia deutlich besser läuft könnte ein neuer Treiber da schon was bringen. Aber ich muss zugeben, dass ich mich da schon mal geirrt hatte, bei Test Drive Unlimited für PC hab ich die ersten Tage auch immer beschwichtigt und ein Patch ließ etliche Monate auf sich warten und der brachte nicht mal viel. Rockstar ist allerdings nicht Atari...
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ColdFever
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Beitrag von ColdFever »

Verner hat geschrieben:Dort wurde es gut zusammen gefasst: http://boldarblood.de/artikel/details2, ... eft-Auto-4
...dem kann ich mich nur anschließen.
Danke für den Link. Diese Kolumne ist zwar sehr überspitzt geschrieben, aber dürfte denjenigen Leuten aus dem Herz sprechen, die die "4Players-Diva" auch nach stundenlangen Update-Therapiesitzungen und Forenyoga nicht zum Laufen bekommen. Vielleicht sollte der Gesetzgeber darüber nachdenken, als Entschädigung für die verlorenen Stunden eines Käufers einen Stundenlohn einzuführen, den ein Hersteller zu zahlen hätte, bis ein Kunde ein fehlerbehaftetes Produkt irgendwann zum Laufen gebracht hat. Wenn betroffene Käufer je 2-3 Stunden vergeblich herumexperimentieren und im Netz nach Lösungen suchen, bis sie aufgeben und auf einen Patch hoffen oder die nachweislich feherbehaftete Ware zurück in den Laden bringen, und der Hersteller für jede Arbeitsstunde 20 Euro zahlen müsste, wäre dieses bestimmt der letzte Fall eines fehlerhaften, aber rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft auf den Markt gebrachten Produkts.

Am übelsten finde ich aber, wie Rockstar in Interviews keinen eigenen Fehler zugibt, sondern den Schwarzen Peter an Kunden und Treiberhersteller weitergibt, die gefälligst aktuelle Treiber verwenden bzw. veröffentlichen sollen. Ein ATI-Treiber mit GTA-Anpassungen soll Mittwoch erscheinen:
http://pc.ign.com/articles/936/936304p1.html

Andere Hersteller gehen da anders mit ihren Kunden um. Als Civ4 erschien, gab es auch ein Problem mit einigen ATI-Karten, die bestimmte Grafikdateien nicht verarbeiten konnten. Die Entwickler haben seinerzeit sofort eine Entschuldigung veröffentlicht und gesagt: Es tut uns leid, wir haben hier Mist gebaut, der uns im Test nicht aufgefallen ist, weil wir in der letzten Minute vor dem Release noch etwas geändert haben. Bitte entschuldigt, so eine Last-Minute-Änderung soll uns nicht wieder passieren. Es wurde dann sofort ein provisorischer Patch über die Communities herausgegeben, um den Betroffenen möglichst schnell zu helfen, ein offizieller Patch erschien nach den üblichen Testverfahren.

Den Unwillen, eigene Fehler zuzugeben und die Kunden statt dessen mit Schwarzer Peter-Spielen im Regen stehen zu lassen, ist für mich der Gipfel dieses DRM/Marketing-verseuchten und fehlerbehafteten Verbrecherspiels. Möglicherweise haben die Entwickler dieses schon zu sehr verinnerlicht.
Zuletzt geändert von ColdFever am 07.12.2008 09:05, insgesamt 3-mal geändert.
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Pennywise
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Beitrag von Pennywise »

ColdFever hat geschrieben:
Verner hat geschrieben:Dort wurde es gut zusammen gefasst: http://boldarblood.de/artikel/details2, ... eft-Auto-4
...dem kann ich mich nur anschließen.
Danke für den Link. Diese Kolumne ist zwar sehr überspitzt geschrieben, aber dürfte denjenigen Leuten aus dem Herz sprechen, die die "4Players-Diva" auch nach stundenlangen Update-Therapiesitzungen und Forenyoga nicht zum Laufen bekommen. Vielleicht sollte der Gesetzgeber darüber nachdenken, als Entschädigung für die verlorenen Stunden eines Käufers einen Stundenlohn einzuführen, den ein Hersteller zu zahlen hätte, bis ein Kunde ein fehlerbehaftetes Produkt irgendwann zum Laufen gebracht hat. Wenn betroffene Käufer je 2-3 Stunden vergeblich herumexperimentieren und im Netz nach Lösungen suchen, bis sie aufgeben und auf einen Patch hoffen oder die nachweislich feherbehaftete Ware zurück in den Laden bringen, und der Hersteller für jede Arbeitsstunde 20 Euro zahlen müsste, wäre dieses bestimmt der letzte Fall eines fehlerhaften, aber rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft auf den Markt gebrachten Produkts.
Herrlich dann möchte ich das ganze aber auch für Montag Autos einführen :>
DarAnurin
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Beitrag von DarAnurin »

Mal ehrlich, wer von sich selbst behauptet objektiv Wertungen zu verteilen, sollte schon ein wenig kritikfähiger sein und einsehen, daß ein Spiel nicht allein vom Spaß beim Spielen lebt.

Ein Spiel lebt nicht nur von seinen potentiellen Spielspaß, sondern auch vom Drumherum. Eine Registrierung für das Speichern von Spielständen im Singleplayer zu verlangen ist nicht tolerierbar und überschreitet in Verbinndung mit dem Zwang sich zweimal registrieren zu müssen, das Spiel aktivieren zu müssen und auch noch die DVD im Laufwerk haben zu müssen, klar die Grenze des erträglichen und was man sich gefallen lassen sollte.

Allein das ist eine objektive und zulässige Berechtigung für eine Abwertung. Die Grenze des unzulässigen und unerträglichen wird nicht erst erreicht, wenn zusätzlich noch Fingerabdruck, DNS, Körpergeruchsproben und/oder Personalausweis für den Spielstart vorgelegt werden müssen.

Dabei zählt auch die persönliche Meinung des Testers nicht, der diese Zwangsmaßnahmen gerne hinnimmt, um sein GTA IV endlich auf dem PC spielen zu können, diese Zwangsmaßnahmen sind ein Störfaktor, der gravierend in die Wertung einfließen muß.

Sich rein auf den Spielspaß zu konzentrieren, ist auch nicht objektiver als das Potential eines Spieles zu bewerten, das irgendwann einmal in ferner Zukunft als Megareloadedversion erreichen könnte, wenn es mal fertiggepatcht ist.

Rockstar ist beim Kopierschutz klar zu weit gegangen. Kritiker des Tests gleich als Mob zu bezeichnen und berechtigte Kritik zu ignorieren ist auch nicht besser als, wenn jemand Securom+DRM Kritiker gleich als Raubkopierer, die Securom vom klauen abhält, verleumdet.
Fennec
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Beitrag von Fennec »

ColdFever hat geschrieben:
Verner hat geschrieben:Dort wurde es gut zusammen gefasst: http://boldarblood.de/artikel/details2, ... eft-Auto-4
...dem kann ich mich nur anschließen.
Danke für den Link. Diese Kolumne ist zwar sehr überspitzt geschrieben, aber dürfte denjenigen Leuten aus dem Herz sprechen, die die "4Players-Diva" auch nach stundenlangen Update-Therapiesitzungen und Forenyoga nicht zum Laufen bekommen. Vielleicht sollte der Gesetzgeber darüber nachdenken, als Entschädigung für die verlorenen Stunden eines Käufers einen Stundenlohn einzuführen, den ein Hersteller zu zahlen hätte, bis ein Kunde ein fehlerbehaftetes Produkt irgendwann zum Laufen gebracht hat. Wenn betroffene Käufer je 2-3 Stunden vergeblich herumexperimentieren und im Netz nach Lösungen suchen, bis sie aufgeben und auf einen Patch hoffen oder die nachweislich feherbehaftete Ware zurück in den Laden bringen, und der Hersteller für jede Arbeitsstunde 20 Euro zahlen müsste, wäre dieses bestimmt der letzte Fall eines fehlerhaften, aber rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft auf den Markt gebrachten Produkts.
Das wäre dann nicht nur das letzte veruggte Spiel, sondern das letzte Spiel überhaupt, da das Risiko viel zu hoch wäre. Es gibt ja auch einige europäische Firmen, die aus Angst vor Sammelklagen nicht in USA verkaufen und dein Vorschlag geht nochmal deutlich weiter. Bei einer so diversifizierten Hardwarebasis wie dem PC gibt es immer Leute, bei denen etwas nicht läuft - das macht den GTA Fall nicht besser, aber deinen Vorschlags absurd. Da freuen sich dann vor allem Anwälte drüber.

Was machst du eigentlich, wenn du Fußball guckst, deine Mannschaft verliert und du dich schlecht unterhalten fühlst? Richtig, drüber nachdenken, ob man du nächstes Mal wieder hingehst. Das gleiche Mittel sollte bei Spielen gewählt werden, beim nächsten Mal überlegen ob man drauf verzichten kann. Nach mehr Regulierung zu rufen, das kann's ja wohl nicht sein.

Fennec
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ColdFever
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Beitrag von ColdFever »

Fennec hat geschrieben:Was machst du eigentlich, wenn du Fußball guckst, deine Mannschaft verliert und du dich schlecht unterhalten fühlst?
Solange eine Mannschaft ihr Bestes gibt, werde ich gut unterhalten. Aber wie wäre die Reaktion der Zuschauer wohl, wenn sie nach dem Bezahlen am Samstag wieder nach Hause geschickt werden, da sie leider nicht über die aktuellen Fanschals verfügen? Und die nächste Lieferung passender Fanschals erst am Mittwoch kommt? Dann wäre es wohl schlauer vom Veranstalter, sich dafür zu entschuldigen und eventuell sogar eine Wiedergutmachung für die vergebliche Anfahrt und vertane Zeit zu gewähren, statt die Schuld auf die Kunden mit veralteten Fanschals und Hersteller der Fanschals zu schieben.
Fennec hat geschrieben:Bei einer so diversifizierten Hardwarebasis wie dem PC gibt es immer Leute, bei denen etwas nicht läuft.
Stimmt. Aber wir reden hier diesmal nicht von den üblichen 0.05% armen Schweinen, die beispielsweise Probleme mit ihrem DVD-Player haben, weil dessen Firmware den marktüblichen Kopierschutz nicht unterstützt. Dieses mal geht es um mindestens 50% der Käufer mit einer marktüblichen und laut Specs unterstützten Grafikkarte, die das Produkt nicht nutzen können, weil wahrscheinlich nachträglich auf ein getestetes Produkt ein inkompatibler neuartiger Kopierschutz sowie zwei Packungen Clubmarketing gestülpt wurden - was dann offenbar ungetestet geschah. Ich kann ja noch ein gewisses kapitalistisches Verständnis für die zweifelhaften Methoden aufbringen, mit denen die Verantwortlichen ihre Weihnachtsprofite maximieren wollen. Aber die Art und Weise, wie die Kunden in dem Rockstar-Interview dann auch noch für dumm verkauft werden, statt Farbe zu bekennen und sich zu entschuldigen, bringt für mich das Fass zum überlaufen.
Zuletzt geändert von ColdFever am 07.12.2008 11:44, insgesamt 1-mal geändert.
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AngelJdF
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Beitrag von AngelJdF »

Hier zieht euch mal die Lizenzbedingungen vom Socialclub rein:




Punkt II. Informationssammlung und -nutzung:
Durch das Installieren und Verwenden dieser Software erklären Sie Ihr Einverständnis zur Erfassung und Verwendung von Informationen sowie Weitergabe an den Lizenzgeber und Dritten!!! (soweit sinngemäß, jetzt Zitat):

Wenn Sie eine Verbindung mit dem Internet bei Nutzung der Software herstellen, "kann es sein, dass der Lizenzgeber Informationen von Hardware Herstellern oder Plattformbetreibern (Microsoft, Sony usw) erhält und automatisch bestimmte Informationen von Ihren Computer ... sammelt. Diese Informationen kann z. B. Benutzeridentifikationsmerkmale (wie Spielerbezeichnungen und Bildschirmnamen), Spielstände, Spielerfolge, Spielleistung, BESUCHTE ORTE, FREUNDELISTEN, HARDWARE MAC ADRESSE, INTERNETPROTOKOLL-ADRESSE und IHRE BENUTZUNG VERSCHIEDENER SPIELFEATURES enthalten. ALLE Informationen, die der Lizenzgeber sammelt, SOLLTEN (???) anonym sein und Ihre Identität nicht preisgeben oder persönliche Information darstellen; sollten Sie jedoch PERSÖNLICHE INFORMATIONEN in Ihren Benutzeridentifikationsmerkmalen aufnehmen (z. B. richtiger Name), werden auch solche persönlichen Informationen AUTOMATISCH WEITERGEGEBEN und wie beschrieben GENUTZT.

Die gesammelten INFORMATIONEN können durch den Lizenzgeber auf öffentlich zugänglichen Internetseiten eingestellt, mit Hardware-Herstellern, Platformbetreibern und mit den Marketingpartnern des Lizenzgebers geteilt oder für jeden anderen gesetzmäßigen Zweck verwendet werden.
spliffb
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Beitrag von spliffb »

Man kann es drehen und wenden wie man will, am Ende bleiben eine Vielzahl der Käufer momentan die Gearschten, wofür in erster Linie der Hersteller/Publisher die Verantwortung trägt.

Aber ich sehe auch Spielemagazine (z.B. 4Players=Für Spieler) in der Verantwortung, sich zu einem Vorfall in diesen Dimensionen kritisch zu äußern und in ihrem Platin-92%-Test eine deutliche Warnung für alle potentiellen Käufer auszusprechen, die auch den unbedarftesten Leser direkt ins Auge springt.
Auch wenn man bei Veröffentlichung des Reviews noch keine Kenntnis von dem Ausmaß und der Brisanz der Probleme hatte, sollte doch spätestens nach der Kenntnisnahme eine adäquate Reaktion erfolgen, die das stümperhafte und unzumutbare Verhalten des Herstellers/Publishers aufs Schärfste kritisiert und vor allem die Leser informiert.

Daß dies nicht erfolgte, und man sich mit kritischen Informationen und Meinungen seitens der Redaktion bisher sehr bedeckt hält, ist dem Vertrauen in diese Seite nicht unbedingt zuträglich, zumal man es gerade von 4Player in anderen Fällen, in denen ein Spiel aufgrund seines Zustandes keine Kaufempfehlung verdient hat, ja anders kennt.
Wie gesagt, ich mache ihnen keinen Vorwurf, daß sie bei Veröffentlichung des Tests noch keine genaue Kenntnis hatten, aber erwarte im Nachhinein doch mehr von einem kritischen Magazin für Spieler, als von einer Hexenjagd gegen GTA4 zu schwadronieren und die geneppten Käufer und Infos über ein unfertig veröffentlichtes Produkt so Stiefmütterlich abzuservieren.
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Jörg Luibl
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Beitrag von Jörg Luibl »

Hallo ColdFever,

erstmal danke für deinen ausführlichen und gut strukturierten Vorschlag zur Verbesserung des Wertungssystems. Und ich kann deine Zielrichtung durchaus nachvollziehen, denn das wäre der verbraucherfreundlichste und umfangreichste Service, den man anbieten könnte und der einer Stiftung Spieletest gut zu Gesicht stehen würde - das meine ich jetzt nicht abfällig, auch wenn dieses technische System einfach nicht unserer Testphilosophie entspricht und daher mit unserem Selbstverständnis kollidiert.

Es ähnelt im redaktionellen Ansatz ComputerBILD Spiele, die ja auch eine Art Verbraucherwertung inklusive Preis/Leistung und Spielumfeld anbieten. Und Gamestar & Co werten meines Wissens auch nach Patches ab oder auf. Das soll jede Redaktion für sich entscheiden. Aber mir widerstrebt diese Ignoranz vor dem absoluten Spielerlebnis: Damals wurde ein ausgezeichnetes Spiel wie Half-Life 2 z.B. in der CBS abgewertet, nur weil es eine Online-Aktivierung verlangte!

Aber mal konkret: Was würde dein Vorschlag abgesehen von einem kompletten Philosophiewechsel für 4Players bedeuten? Diese Variante der Berücksichtigung einer Nachlese und der Betriebsparameter, die zu einer dynamischen Gesamtwertung führen, würde dazu führen, dass wir pro Monat vielleicht noch vier Tests anbieten können und auf Handhelds, Spieletipps & Co komplett verzichten, weil man einen oder gar mehrere Redakteure so lange an ein PC-Spiel binden muss, bis alle Vor- und Nachwehen durch sind.

Du sagst: Zwar gäbe es einen Mehraufwand, aber ohne Fleiß kein Preis. Mit Fleiß, den wir hier alle jeden Tag investieren, hat das nichts zu tun, sondern nur mit Euros und Investitionen - da geht es um Arbeitsplätze. Ich bin froh, dass wir unser Kernteam in der Redaktion so lange und so sicher halten können. Wenn wir unseren aktuellen Output bei einer Umstellung auf dein System halten wollten, müssten wir die Redaktion mindestens verdoppeln oder nur noch PC-Spiele testen.

Du schlägst vor: Gibt es in der 4P-Redaktion selbst für einen Titel dann keinen aktuellen Spieler, könnte man Meldungen für eine Nachlese von freien Community-Mitarbeitern entgegen nehmen, beispielsweise den Betreibern der entsprechenden Partnerseiten, die dadurch umso wichtiger werden

Das wäre ein Minenfeld, weil 4Players seine finale Wertungsfindung letztlich in die Hände einer Community oder Fangruppe gibt. Wozu das führen kann, erlebt man ja ab und zu im Forum. Wir machen uns abhängig von der Einschätzung der Fans, denn niemand anderes betreibt eine Partnerseite. Dieser jemand kann zwar kompetent sein, aber das müssten wir erstmal prüfen und dann müsste dieser Service ordentlich bezahlt werden. Und bei dem Gedanken, dass einer unserer Tests nach zehn Wochen Communityprüfung noch mal geändert wird...oh je.

Was mir an deinem Vorschlag noch missfällt: Wir würden als Magazin die Fehleranfälligkeit, Unberechenbarkeit und Schlampigkeit von PC-Software auch noch mit einem System akzeptieren. Man muss auch mal berücksichtigen, dass wir mit Wii, Xbox 360, PlayStation & Co nicht solche Nachlese-Probleme haben! Warum nicht? Weil die Entwickler da einfach ordentlicher arbeiten müssen, vor allem in Japan eine bessere Qualitätssicherung haben und weil sie natürlich den Vorteil haben, nur für eine Konfiguration zu entwickeln! Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel (Myst DS! NfS: Undercover etc.), aber der PC ist als Spielsystem mit zig technischen Konfigurationen für Entwickler und Besitzer einfach zu oft ein Graus.

Der Begriff dynamische Wertung wäre nichts anderes als der Kniefall vor dem ersten, zweiten, dritten und allen folgenden Patches! Und man denke an all die Special und Deluxe Editions, die nicht nur einen Patch, sondern noch eine weitere Mission oder Items enthalten, so dass man dann noch positiv aufwerten müsste! Soll man da auch den Mehrwert von Figuren und Landkarten und Soundtrack-CD berücksichtigen?

Wir werten aus gutem Grund nicht nach. Wir wollen nur den Status der gekauften Spiels bewerten, also die Qualität des Spiels in dem Moment, wo ich auch Geld dafür auf den Tisch lege. Das kann natürlich dazu führen, dass bei uns im Archiv eine 30% steht, obwohl das Spiel nach drei Monaten auf 60% gepatcht wurde - oder umgekehrt. Der Nachteil unserer absoluten Wertung zeigt sich jetzt auch bei GTA IV: Wir können nicht relativ zur Lage der Nation nachbessern und das kann zu diesem verständlichen, aber auch maßlos überzogenen Unmut führen.

Man muss auch mal Folgendes klar stellen: Take-Two kann sein Produkt mit allem voll stopfen - das ist das Recht des Herstellers. In-Game-Werbung, Kino-Gutscheine, Club-Points, Opera-Pflichtinstallation oder sonstwas. Der Käufer eines GTA IV kann aber auf der Box genau nachlesen, was da alles installiert wird und was da alles zum Spielen benötigt wird. Wenn ich das nicht auf meiner Platte haben will, dann kaufe ich das als mündiger Bürger nicht - auch wenn 4Players 100% für Spielspaß geben würde!

Trotzdem noch mal zu den Betriebsparametern wie DRM & Kopierschutz: Ich weiß, dass nicht nur dir das Thema sehr am Herzen liegt. Ich weiß auch, dass gerade viele alte PC-Hasen sich da besonders aufregen. Aber da geht es um medienpolitische Entwicklungen. Ja, darüber kann man sich aufregen! Uns geht es in einem Test jedoch um den Spielspaß, nicht um das Produkt als juristische oder preisliche Größe innerhalb des Marktes.

Wir können und wollen keine Verbraucherberatung sein, wir sind im besten Fall eine Spielspaßberatung. Und glaub mir: Damit sind wir vollkommen ausgelastet.
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ColdFever
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Beitrag von ColdFever »

Hallo Jörg, danke für die ausführliche und plausible Antwort. Ich verstehe Euer Dilemma und bin gespannt, welche praktikablen Konsequenzen gezogen werden.

Vielleicht muss man Rockstar einfach dankbar sein. Würde das Spiel bei den meisten Leuten sauber laufen, würden sie über die DRM-Orgie bei der Installation letztlich hinweggesehen haben, so wie 4Players es letztlich bei der Wertung getan hat. Für manche Menschen zählt wirklich nur das "Spielerlebnis", egal welchen Preis dieses hat. "Liebe macht blind", sagte man früher dazu, alles geben, hauptsache, die Braut kommt ins Bett. Und GTA4 ist für viele Leute wohl eine so attraktive Braut, dass sie Rockstar bei der Installation auch eine Speichelprobe oder den Erstgeborenen gegeben hätten, um das DRM damit zu registrieren. Was mit den großen DRM-Aufklärungskampagnen nicht erreicht wurde, hat nun Rockstar geschafft: Die Leute haben die Hosen runtergelassen, um sich den DRM-Stempel auf den Lümmel brennen zu lassen und die Braut ins Bett zu holen. Und jetzt, wo die Braut nicht will, wacht der "Mob" auf. Angeschmiert, nächstes Mal behaltet ihr die Hosen an! Saubere Anti-DRM-Kampagne - danke, Rockstar!
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Brakiri
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Beitrag von Brakiri »

@Jörg

Die Nachlese halte ich persönlich auch für das falsche Signal. Bei sehr groben Patzern/Verbesserungen kann man mal darüber in einer News berichten, so wie bei The Witcher, aber ansonsten würde ich da auch nichts machen wollen.

Was DRM usw. angeht finde ich deine Einstellung sehr schade. Zumindest eine stärkere Beschreibung und Auseinandersetzung mit diesem Thema, und bei den Spielen, selbst sollte stattfinden(Achtung! Auseinandersetzung =! Wertungsrelevanz!). Das ihr das nicht machen wollt ist schade, aber eine klare Ansage.

Daraus müsste man eigendlich folgendes lernen:

Wenns um Spielspass geht, sind die 4Players-Tests geeignet, wenn einem der Geschmack des Redakteurs zusagt.

Für Bugs, DRM-Geschichten und sonstigen Gängeleien müssen aber zusätzlich andere Quellen hinzugezogen werden, da 4Players dies nicht ausreichend beschreibt/berücksichtig.

Eigendlich ist das genau das, was die meisten, nicht lernresistenten Spieler seid Jahren tun: Tests abwarten, Community-Reaktionen abwarten, einen Monat auf die gröbsten Patches warten, und dann überlegen ob mans kauft.

In den heutigen Zeiten sofort ein PC-Spiel zu kaufen, ist in fallende Messer greifen, und den PR-Bubis, die glauben, dass alle Spieler unmündige Vollidioten sind, rechtzugeben.

Das beste Beispiel und Meilenstein ist immernoch G3. 500000 verkaufte Einheiten können nicht lügen?
Aber hallo! ;)
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Jörg Luibl
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Beitrag von Jörg Luibl »

Hallo ColdFever,

erstmal: Ein schönes Bild. Vor allem auf den ersten Blick.

Nur darf man nicht vergessen, dass der "Mob" den ich meine, deshalb hysterisch war, weil da im Zuge der Entrüstung sehr viele unterschiedliche Dinge (DRM, Kopierschutz, Installation, Spielqualität, PC-Umsetzungen, GTA als Phänomen etc.) in einen Abwertungstopf geworfen wurden, damit er möglichst schnell überkocht. Ich halte hier keine Fahne für den Kopierschutz, DRM oder sonstwas hoch - es ging mir nur um den nicht akzeptablen Versuch, unsere sauber erarbeitete, auf eigener Erfahrung beruhende Wertung mit lautem Gebrüll und teilweise unsinnigen Behauptungen ins Wanken zu bringen.

Noch ein Wort zur Wortwahl "Mob", weil ich meine Rolle in deinem Bild schon erkenne: Nach acht Jahren Erfahrung in diesem Online-Magazin bleibe ich dabei, dass die Ähnlichkeiten zwischen der aufgebrachten Menge in einer Fankurve und in einem Forum den Begriff "Mob" rechtfertigen. Da wirken dieselben sozialen Phänomene der Massenpsychologie und Anonymität. Es geht mir bei der Hysterie und dem Mob nicht um alltägliche Wertungszickerei oder die Kritik an unseren Tests, sondern um die Art und Weise, wie Stimmungen entstehen und wie sie sich manchmal surreal potenzieren. Es wird irgendwann auch mal eine Kolumne dazu geben.

Aber: Wer mir jetzt vorwirft, dass ich aufgrund dieser Wortwahl alle über einen Kamm scheren oder gar die 4Players-Community als Ganzes beleidigen oder sonstwas würde, der kennt mich sehr schlecht und ignoriert mein Engagement für all die wichtigen und sinnvollen Zwischentöne hier im Forum. Ich habe ganze Kolumnen genau diesem Thema gewidmet, die Spielkultur-Rubrik widmete sich teilweise diesen Strömungen, ich habe sogar Autoren und langjährige Brieffreunde aus diesem Forum gewonnen.

Aber ein Forum ist auch ein verzerrter Spiegel der Gesellschaft mit all ihren Gesichtern. Da gibt es , individuelle und philosophische Glanzpunkte an Kommentaren, aber es gibt eben auch immer die primitive Seite der stupiden Brüllerei, die ab einem bestimmten Stadium der kollektiven Entrüstung für Vernunft und Argumente nicht mehr zugänglich ist.

@Brakiri:

Wenns um Spielspass geht, sind die 4Players-Tests geeignet, wenn einem der Geschmack des Redakteurs zusagt.

Ja, so ist es. Und weil wir alle weniger individuell sind, als wir uns einbilden, treffen selbst diese Tests auf viele Leser.

Für Bugs, DRM-Geschichten und sonstigen Gängeleien müssen aber zusätzlich andere Quellen hinzugezogen werden, da 4Players dies nicht ausreichend beschreibt/berücksichtig.

Über Bugs reden wir ja! Und zwar deutlicher als viele andere: Ich erinnere an Myst DS, an Gothic 3, STALKER etc. Im Fall von GTA IV hat Paul sogar als einer den wenigen eine ganze Seite diesem Thema gewidmet (ich meine Installation etc.).

Aber wir werden die ganze Aufregung natürlich nochmal diskutieren. Als nächstes steht erstmal die Spiel des Jahres-Wahl in den Startlöchern.

Schönen Sonntag noch!
Talish
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Beitrag von Talish »

Hallo

Jetzt nach dem letzten Post vom Textchef weiss man, im neutralem Sinne, wo 4Players steht und was man zu erwarten hat.

Vielleicht findet dieser Vorschlag jetzt mehr anklang als früher.
Gibt es eine Möglichkeit, das die Art des Kopierschutzes in einem Kasten erwähnt wird? Auch z.B. dieser extra Zwang wie jetzt Rockstar gemacht hat mit den Accs anlegen?
Das braucht noch nicht einmal in die Wertung einfliessen, sondern einfach nur im Fazit erwähnt werden. Kein Urteil darüber, einfach nur neutral geschrieben.

Ich könnte mir vorstellen, das damit viele der Kritiker die das in diesem und in den anderen Tests bemängelt haben, damit zufrieden wären. Der Punkt ist, es wird langsam immer mehr von Interesse. Zumindest wäre das ein Kompromis in meinen Augen womit beide Seiten leben könnten.
johndoe464488
Beiträge: 2419
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Beitrag von johndoe464488 »

Zwar wird die Installation erwähnt, von mir aus auf einer kompletten Seite. Ich finde aber, dass dies alles zu harmlos klang, besonders wenn man bedenkt, was SocialClub an Informationen sammelt und weiter geben darf.
Das klingt genauso grausam, wie die Millionen von Daten unserer Bundesbürger, die einfach für Geld verkauft werden...

Ich meine, sowas sollte viel drastischer ins Gewicht fallen, wenn man einen Test schreibt. Der Stalker Clear Sky Test hat doch auch deutlich gesagt, wie schlecht einfach das Spiel läuft. Warum kann man dies nicht so haarscharf formulieren bei GTA IV?

Ich finde den GTA IV Test viel zu harmlos geschrieben, die Kritik an der Installation verkommt viel zu sehr einer Streichelorgie im Zoo...

Ich kann euch absolut verstehen, dass in der letzendlichen Bewertung der Spielspaß-Faktor die Priorität ist.

Aber ihr solltet, wie es über mir der Vorschlag ist, am Ende mit einem extre Kasten noch einmal deutlich darüber hinweisen und den Test, besonders bei einer Installation die viele Stunden gekostet hat, etwas haarsträubender mit umgehen.

Ich denke, dann wären alle zufrieden...

Edit// Viele User warten ja erstmal euren Test ab und gehen nicht gleich in die Läden an für sich um auf die Verpackung zu schauen, welcher Mist da fabriziert wird und sich einschleust in den Rechner...

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Ich hab mit GTA IV nur 2 Probleme, außer das er abundzu mal nicht starten will...

Einerseits mit meiner 8800GTX Grafikfehler, die zum Absturz führen.

Andererseits, wird dauernd erwähnt, dass GTA IV nicht funktionieren kann, da ein Datenaustausch nicht statt finden kann. Ich frage mich nur, was hindert GTA IV? Die Launcher.exe hab ich hinzugefügt zu den Dateien, die ungestört mitdem Inet kommunizieren dürfen.
Die anderen Dateien, sollen laut meinem Vista uneingeschränkt reden dürfen...

Hmmm...