Süddeutsche Zeitung: Kann man Krieg nachspielen?
Moderatoren: Moderatoren, Redakteure
-
4P|Bot
- Persönliche Nachricht:
Süddeutsche Zeitung: Kann man Krieg nachspielen?
Fernab des Getöses der E3 wirft die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung in diesen Tagen einen kritischen Blick auf die Darstellung des Zweiten Weltkrieges in aktuellen Shootern wie <B>Brothers in Arms <B><A class=DYNLINK onmouseover="DynToolTipp_Show('Klicken für <b>Gameinfos</b>')" onmouseout="DynToolTipp_Hide(); " href="javascript:DynCont_Display('Gamefinder','runmod.php?sid={SID}&LAYOUT=dyncont_gf&spielid=5358')"><IMG height=11 src="http://www.4players.de/grafik/icon_info.gif" width=14 border=0></A></B></B>. Können die Computerspiele ihren Teil zur Aufklärung über die Schrecken des Krieges beitragen? Kann der Spieler tatsächlich nachempfinden, wie es einem Soldaten im Schützengraben ergeht? Wie steht es um die Darstellung von Kriegsverbrechen wie dem Holocaust in Spielen? Der Autor Tobias Moorstedt kommt darin zu dem ernüchternden Ergebnis, dass sich die brutale Realität des Krieges letztlich gar nicht darstellen lässt. Den ganzen Artikel könnt ihr euch <A href="http://www.sueddeutsche.de/,kulm3/kultu ... 425/53372/" target=_blank>hier</A> durchlesen. <br><br>Hier geht es zur News: <a href="http://www.4players.de/rendersite.php?L ... wsid=41975" target="_blank">Süddeutsche Zeitung: Kann man Krieg nachspielen?</a>
-
johndoe-freename-69785
- Beiträge: 15
- Registriert: 16.07.2004 11:20
- Persönliche Nachricht:
Guter Artikel
IMO ein guter Artikel. Endlich mal einer der sich mit dem Thema beschäftigt und nicht ins \\\'Kriegsspiele machen gewalttätig\\\' Horn bläst.
-
johndoe-freename-2299
- Beiträge: 138
- Registriert: 09.08.2002 12:39
- Persönliche Nachricht:
-
johndoe-freename-79562
- Beiträge: 60
- Registriert: 16.03.2005 17:00
- Persönliche Nachricht:
Ist es nicht amüsant? War es nicht die Süddeutsche-Zeitung die damals den Artikel \"Verdoomung der gesellschaft\" oder so ähnlich pupliziert hatte? Was war damals noch die Anklage? Ach ja! Übermäßige und zu \"realistische\" Gewalt. Und nun macht die selbe intellektuelle Zeitung den modernen Weltkriegs-shootern den Vorwurf nicht reell, ja garnicht real genug sein zu können? Damit ich das nun richtig verstehe, zu zeigen wie ein virtueller Mensch in einem fiktiven Ereigniss gemartert wird (Mann an der Decke bei Doom³) ist also moralisch fragwürdiger als ein virtueller Jude der im Konzentrationslager dahinsiecht? Wie bitte? Da wird außerdem nach mehr Detail bei der Verwundung gefragt. Abgetrennte Gliedmaßen und Tinitus sind zu wenig? Da hatten wir schon mehr. Shellshock \'Nam 67 ist SZ\'Liebling. Alles komplett mit abgeschnittenen Ohren und LSD Trip. Das Spiel ist aber indiziert, passt also nicht ins Bild der für jedermann zugänglichen Gewaltspiele.
Medal of Honour, Soldier, Shellshock, Call of Duty, Brothers in Arms...das alles sind Spiele die nur einem Dienen wollen und sollen: Der Unterhaltung. Die Entwickler wollen ein Entertaiment-Produkt abliefern und das schaffen sie anscheinend auch. In Amerika ist eine Dauerhysterie für die \"Greatest Generation\", jene Mannen die damals Deutschland engenommen haben. (ich verwende absichtlich nicht das verharmlosende Wort \"Befreit\"). Es ist für die Amerikaner einfach befriedigend ihren größten militärischen Triumph nachzuspielen und nicht erst seit gestern wissen wir, was sich überm eich gut verkauft, kommt auch hier gut an. Wer ein Problem damit hat, dass die Amis nunmal auf Gewalt stehen und sich das auch hier gut verkauft, der soll doch bitte auf Arte umschalten, aber wie Reggie es sagen würde: \"That\'s their issue, not my problem!\"
Also die Amerikaner mögen ihren Krieg, sie mögen ihr Entertaiment. Aber es kommt noch etwas dazu: Amerikaner lieben ihre Geschichte. Wenn man die ganze Zeit eingeredet bekommt man sei Teil der großartigsten Nation der Welt, dann fragt man sich als denkender Mensch (Zwei Sachen hierzu: JA die Amerikaner denken wirklich zum größten Teil sie hätten ein Prestige als Verkünder der Freiheit und NEIN es sind nicht alles ungebildete Kretins wie es manchmal rüberkommen mag) warum das jetzt so ist. Sucht man einen Beweiß, dass der durchschnittsamerikaner nicht dümmer als der Europäer ist, muss man ihn zu zwei Themen und befragen: Geschichte udn vor allem Sport (Micheal Moore hat hier wirklich Recht, ich wollte es nicht glauben, aber man wird erschlagen von der Fülle von Fakten und Daten) zum Vergleich: Fragen Sie mal einen Deutschen nach dem wichtigsten Ereignissen der deutschen Geschichte. Es kommt garantiert: Hitler und der zweite Weltkrieg (ganz selten der erste Weltkrieg) und der Fall der Berliner Mauer. Das wirds wahrscheinlich gewesen sein. Weimarer Republik? Häh? Otto von Bismark? Gutenberg? Wer soll das erste Wörterbuch der Welt rausgebracht haben? So siehts mal aus. In Sache Landesgeschichte macht uns die USA platt. Natürlich kann ich nur von eigenen Erfahrungen berichten.
Nun egal: Also was macht Kriegsspiele so beliebt? Das: Die Historie, die Gewalt, der Nationalstolz. Die Ehre.
Ja. Das Gefühl von Ehre. Ich will jetzt keine Diskussion um die Ehre anfangen. Aber man sieht das so. Neben all den Verbrechen, all der Schmutz der Kriegsgewinnlerei, Ausbeutung und des Völkermordes steht bei Weltrkriegsshootern immer eins im Vordergrund:
Der Kampf. Wer ist stärker? Wer handelt taktischer? Ja es sind alles simulierte Soldaten. Die alle Tapfer (gezwungernermaßen) in die Schlacht ziehen. Auch der Nazi-Soldat der dem widerlichen Despotismus Hitlers diente, hat Zuhause wahrscheinlich ein Kind und eine Frau gehabt. Er hat sich diesen Krieg ganz bestimmt nicht ausgesucht. Er ist Soldat und das er sein leben gibt, dass ist eine Definition von Ehre, nicht unbedingt meine, aber es ist eine.
Eine Geschichte. Mut, Ehre, Leid. Und gewalt. Das waren schon seid ich denken kann die Zutaten für gute Videospiele. Nur dieses, fast kranke Szenaro läßt Sittenwächter und Weltverbesserer natürlich aufspringen. Aber es ist und bleibt nunmal eines: Entertaiment. Die Gründe die für den Erfolg sprechen habe ich aufgelistet. Soll mir einer die Gründe die dagegen sprechen sagen....EA hat unrecht. It\'s not in the game. It is in your head. das ist der entscheidene Punkt.
Medal of Honour, Soldier, Shellshock, Call of Duty, Brothers in Arms...das alles sind Spiele die nur einem Dienen wollen und sollen: Der Unterhaltung. Die Entwickler wollen ein Entertaiment-Produkt abliefern und das schaffen sie anscheinend auch. In Amerika ist eine Dauerhysterie für die \"Greatest Generation\", jene Mannen die damals Deutschland engenommen haben. (ich verwende absichtlich nicht das verharmlosende Wort \"Befreit\"). Es ist für die Amerikaner einfach befriedigend ihren größten militärischen Triumph nachzuspielen und nicht erst seit gestern wissen wir, was sich überm eich gut verkauft, kommt auch hier gut an. Wer ein Problem damit hat, dass die Amis nunmal auf Gewalt stehen und sich das auch hier gut verkauft, der soll doch bitte auf Arte umschalten, aber wie Reggie es sagen würde: \"That\'s their issue, not my problem!\"
Also die Amerikaner mögen ihren Krieg, sie mögen ihr Entertaiment. Aber es kommt noch etwas dazu: Amerikaner lieben ihre Geschichte. Wenn man die ganze Zeit eingeredet bekommt man sei Teil der großartigsten Nation der Welt, dann fragt man sich als denkender Mensch (Zwei Sachen hierzu: JA die Amerikaner denken wirklich zum größten Teil sie hätten ein Prestige als Verkünder der Freiheit und NEIN es sind nicht alles ungebildete Kretins wie es manchmal rüberkommen mag) warum das jetzt so ist. Sucht man einen Beweiß, dass der durchschnittsamerikaner nicht dümmer als der Europäer ist, muss man ihn zu zwei Themen und befragen: Geschichte udn vor allem Sport (Micheal Moore hat hier wirklich Recht, ich wollte es nicht glauben, aber man wird erschlagen von der Fülle von Fakten und Daten) zum Vergleich: Fragen Sie mal einen Deutschen nach dem wichtigsten Ereignissen der deutschen Geschichte. Es kommt garantiert: Hitler und der zweite Weltkrieg (ganz selten der erste Weltkrieg) und der Fall der Berliner Mauer. Das wirds wahrscheinlich gewesen sein. Weimarer Republik? Häh? Otto von Bismark? Gutenberg? Wer soll das erste Wörterbuch der Welt rausgebracht haben? So siehts mal aus. In Sache Landesgeschichte macht uns die USA platt. Natürlich kann ich nur von eigenen Erfahrungen berichten.
Nun egal: Also was macht Kriegsspiele so beliebt? Das: Die Historie, die Gewalt, der Nationalstolz. Die Ehre.
Ja. Das Gefühl von Ehre. Ich will jetzt keine Diskussion um die Ehre anfangen. Aber man sieht das so. Neben all den Verbrechen, all der Schmutz der Kriegsgewinnlerei, Ausbeutung und des Völkermordes steht bei Weltrkriegsshootern immer eins im Vordergrund:
Der Kampf. Wer ist stärker? Wer handelt taktischer? Ja es sind alles simulierte Soldaten. Die alle Tapfer (gezwungernermaßen) in die Schlacht ziehen. Auch der Nazi-Soldat der dem widerlichen Despotismus Hitlers diente, hat Zuhause wahrscheinlich ein Kind und eine Frau gehabt. Er hat sich diesen Krieg ganz bestimmt nicht ausgesucht. Er ist Soldat und das er sein leben gibt, dass ist eine Definition von Ehre, nicht unbedingt meine, aber es ist eine.
Eine Geschichte. Mut, Ehre, Leid. Und gewalt. Das waren schon seid ich denken kann die Zutaten für gute Videospiele. Nur dieses, fast kranke Szenaro läßt Sittenwächter und Weltverbesserer natürlich aufspringen. Aber es ist und bleibt nunmal eines: Entertaiment. Die Gründe die für den Erfolg sprechen habe ich aufgelistet. Soll mir einer die Gründe die dagegen sprechen sagen....EA hat unrecht. It\'s not in the game. It is in your head. das ist der entscheidene Punkt.
- Jörg Luibl
- Beiträge: 9619
- Registriert: 08.08.2002 15:17
- Persönliche Nachricht:
-
SZ
Sehr gut aufgepasst. Der Artikel fordert etwas, das der andere im Oktober 2004 am liebsten verbannen wollte. Seltsam, oder? Aber immerhin stammen die beiden Artikel ja nicht vom selben Autor.Fango hat geschrieben:Ist es nicht amüsant? War es nicht die Süddeutsche-Zeitung die damals den Artikel "Verdoomung der gesellschaft" oder so ähnlich pupliziert hatte? Was war damals noch die Anklage? Ach ja! Übermäßige und zu "realistische" Gewalt. Und nun macht die selbe intellektuelle Zeitung den modernen Weltkriegs-shootern den Vorwurf nicht reell, ja garnicht real genug sein zu können?
Ansonsten kann ich dem Tenor des Artikels insofern zustimmen, als dass die Stupidität und Masse der Weltkriegsspiele mittlerweile erbärmlich ist. Szenarien werden ausgetauscht, neue Konzepte gibts nicht.
Allerdings ist Unterhaltung dieser Sorte auch nicht dazu da, historisch aufzuklären - was der SZ-Artikel ja fordert. Sie kann höchstens den Anstoß geben, sich selber zu informieren. Für historische Bildung ist die Schule zuständig.
Aber wer weiß: Vielleicht kommt ja bald das erste Anti-Kriegsspiel, das aus der ewigen Heldenarie endlich mal ein Drama macht? Eines mit Gewissenskonflikten, Deserteuren und schrecklichen Bildern? Philosophisch durchzogen wie Max Payne?
Mal abwarten.
Bis denne
