Vegan Gamer hat geschrieben:Wieso rosarote Brille? Genau das habe ich auch gemeint! Die Möglichkeiten der Darstellung waren noch nicht so weit, darum gab's auch kaum Probleme mit Spielen die so brutal waren, dass sie für uns als Kids nicht geeignet gewesen wären. Darum konnten wir auch nahezu aus dem vollen Schöpfen und alle "großen" Spiele dieser Ära genießen. Das sollte jetzt aber kein "Früher war alles besser"-Statement sein.
Das ist ja das Problem - das ist eine persönliche Definitionssache.
Ich habe damals mehr rote Pixel gesehen als heute.
Auch damals kamen viele Sachen auch nur geschnitten hier rüber.
Der Anteil an Beat em Ups war viel höher und Sega hatte sich die Gewalt mehr oder minder auf die Fahne geschrieben, weils "cooler" war - nicht nur weil sich Nintendo mit MK bald selbst zerlegt hat.
Klar, damals gab's Mortal Kombat und Doom. Aber es gab lange nicht ein solch großes Angebot an Spielen mit erwachsenem Inhalt wie heute.
Ich denke, im Verhältnis schon - es wird nur mehr über diese Spiele gesprochen und vor allem werden die völlig falschen Spiele dafür genutzt.
Mir fällt da aktuell nur der Dauerbrenner CS ein, GTA und Manhunt. Das sind drei Spiele, an denen sich die Geister scheiden.
Aber richtig - die ganz großen Kracher waren recht "gewaltfrei" - Zelda, Mario, Sonic.
Aber es gab auch Mortal Kombat, Street Fighter, Golden Axe, Custers Revenge...
Und zur Komplexität: Einen leichten Ego-Shooter von heute finde ich immer noch komplexer als ein schweres Jump'n'Run von damals.
Hmm, wir müssten jetzt eigentlich anfangen, dass bei einem alkoholischen Getränk der Wahl und viel Zeit auszuphilosophieren.
Besonders die Definition von "Komplexität".
Als Fallbeispiel könnte man ein Crysis mit einem Super Metroid vergleichen. (Meine Meinung gleich vorweg - SM schlägt Crysis im Gameplay um Längen)
Jeder Anfänger wird bei einem Retro-Spiel sehr schnell rausfinden welcher Knopf welche Aktion auslöst. Und damit kann er das Spiel dann bedienen, aber wahrscheinlich wird er nicht weit kommen. Wenn jemand ohne "Vorbildung" vor einem Ego-Shooter sitzt wird er bestimmt ein paar Probleme haben bis er rausgefunden hat wie alles funktioniert. Das stelle ich jetzt einfach mal so als These in den Raum.
Hmm, Standard Jump 'n' Run:
Ein Knopf zum springen, einer zum Schießen, evtl. einer für Sonderaktion.
Komplexes JnR (Prince of Persia z.B.):
Springen, diverse Angriffe + Combos, Zusatzfunktionen (hier: Zeit beeinflußen)
Shooter: Umsehen, laufen, schießen 1, schießen 2
Aber ich glaube, wir reden da aneinander vorbei:
Ich meine nicht die Bedienung an sich - dass die bei Shootern auch jeder Depp ohne Studium des Handbuches hinbekommt, sieht man alleine am Begriff "CS-Kiddie", also Leute, die sogar zu dusselig sind, automatische Updates ihres OS zu fahren (Ich spreche da aus Erfahrung, wir hatten da mal zwei Klischeeexemplare).
Ich meine den Inhalt des Spieles. Bei CoD hast Du einen Hinweis, wo Du hin musst, die Level sind eh Schläuche und ausser Waffengewalt gibt es keine Alternative, eine Herausforderung zu meistern.
Sogar Sonic 1 war in der Beziehung offener, es gab immer mehrere Wege durch ein Level, einige setzen Voraus, dass man sich erst mit der Spielmechanik auseinander setzt.
Und Gods war jetzt ein gerade aktuelles und sehr heftiges Beispiel dafür, da gibt es so viele undokumentierte Schalterrätsel...
"Komplexität" habe ich jedenfalls nicht im Sinne von "Schwierigkeitsgrad" gemeint.
Ich sag ja, wir reden da ein wenig aneinander vorbei...
Und auch die genannten aktuellen Renn- oder Sportspiele finde ich schon recht komplex, jedenfalls glaube ich nicht das Kinder problemlos damit klarkommen, so wie wir mit den Renn- und Sportspielen von damals.
Gut, traue keinem Vergleich, den Du nicht selber aufgestellt hast:
NFS Underground - NFS Porsche
NFS Pro Street - 4D Sports Driving
Speedball 2 - Speedball 2
Ähm, Kinder kommen aktuell mit diesen Spielen so zurecht, wie wir damals mit unseren.
Aber auch nur, weil sie mit den aktuellen Spielen aufwachsen, so wie wir mit unseren aufgewachsen sind.
Aber Du kannst gerne den Test machen, ob sie mit alten Spielen zurecht kommen. Nimm einfach einen beliebigen CnC3 Fan und gib ihm Dune 2.
Nimm einen WoW Fan und gibt ihm UO.
Nimm einen Mass Effect Fan und gib ihm Bards Tale oder Might & Magic oder Wizardry.
Solche Spiele bekommst Du heute nicht mehr verkauft, weil eine Menge Komfort erfunden wurde.
Nimm jemanden, der Titan Quest mag und lass ihn Diablo 1 spielen - der wird sich nie wieder über den Schwierigkeitsgrad von TQ beschweren.
Wo wir dann wieder bei der Definition sind - früher fehlten eine Menge heute selbstverständlicher Optionen, die heutige Spiele zwar komplexer scheinen lassen, sie aber unter dem Strich simpler machen als alte.