Bei Synchros spielen m.E. zwei Faktoren eine entscheidende Rolle: die tatsächliche Qualität der Arbeit, die bis zu einem gewissen Grad Geschmackssache ist. Wenn einem ein Sprecher nicht passt oder fehlbesetzt vorkommt, können seine Fähigkeiten noch so gut sein. Aber darüber hinaus erlebt man (zunehmend seltener), dass Texte offenbar eingesprochen wurden, ohne dass der Sprecher den Zusammenhang kannte - äußert sich dann entweder in falscher Tonlage oder falscher Betonung. Außerdem gibts (zunehmend seltenere) Fälle von falscher/unglücklicher Übersetzung ("Got it" im Sinne von "Ich habs", das als " verstanden" übersetzt wird oder andersrum), die dann scheinbar stumpf eingesprochen wird ("Is it just me..." - "Bin nur ich das..."). Sowas läuft mir praktisch in jedem Spiel übern Weg, und treibt immer wieder kleine Keile unter die Atmosphäre. Und sowas erlebe ich eigentlich nur bei Games, die lokalisiert wurden.
Die zweite Sache ist, dass Englisch nicht unsere Muttersprache ist und deswegen aus den vielfältigsten Gründen bei identischer Qualität der Synchro anders rezipiert wird als die Muttersprache. Am deutlichsten war der Effekt bei mir in den MGS-Spielen, deren Texte (jedenfalls im Englischen) bestenfalls Seifenopern-Niveau haben. Spielt man die ohne/mit englischen Untertiteln, fallen einige rhetorische Nuancen hinten raus, was das Gesamtergebnis deutlich verbessert hat.
Aber ganz unabhängig davon steh ich auch drauf, wenn Gesprochenes lippensynchron ist. Deswegen ist englisch (jedenfalls als O-Sprache) bei mir meistens die Sprache der Wahl.
(Wenn man ein Dark Souls auf englisch spielt, hat das für mich allerdings nicht das geringste mit sprachlichen Präferenzen zu tun, sondern ist einfach nur Gamer-Hipstertum

)