Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

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SG1984
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von SG1984 »

Sevulon hat geschrieben:Stimmt, Marx schrieb vom Klassenkampf, nicht Klassenfeind. Mein Fehler.
SG1984 hat geschrieben:Und Stalin hat diesen Träumen von der Weltrevolution eine endgültige Absage erteilt.
Ja. Deshalb besetzte man auch den Osten Polens, führte Krieg gegen Finnland, das Teile seines Staatsgebietes in Karelien abtreten musste um die Karelo-Finnische Sozialistische Sowjetrepublik entstand und annektierte 1940 Estland, Lettland und Litauen sowie die rumänischen Gebiete Bessarabien und die Bukowina. Deshalb stellte man zuvor auch Spanien, wie beschrieben, unter die Wahl Kommunistisch oder Faschistisch zu sein und erschoss neben den Faschisten auch gleich noch jeden, der sich nicht entscheiden wollte. Deshalb gliederte man nach dem Krieg auch Albanien, Bulgarien, Polen, Rumänien, Ungarn, Tschechoslowakei und die 1949 gegründete DDR ein. Deshalb wurde der ungarische Volksaufstand 1956 von der Roten Armee blutig niedergeschlagen. Weil Stalin ein so netter Mensch war, der den Völkern die freie Wahl lies, ob sie nun kommunistisch oder nicht sein wollten.
Hauptsache alles in eine Topf werfen, gell? Ohne historischen Kontext, ohne zeitlichen Zusammenhang.
Du hast schlicht gesagt keinen Durchblick, du bist absolut unfähig historische Ereignisse auch nur in Ansätzen einzuordnen - aber deine Verbohrtheit und Rechthaberei hindert dich, das einzusehen.
Lernt man sowas heutzutage in der Schule?
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KATTAMAKKA
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von KATTAMAKKA »

Wie kann man eigentlich den Tabletten Junky Hitler und den paranoiden Machtgeilen Stalin ins Rennen schicken und dabei den Psychopath Mao vergessen? Für mich sind das die selbstverliebten dreieiige Drillinge des Wahnsinns und des Millionenfachen Völker Mordes. Zudem ist da keiner dieser strunzdummen, radikal ideologisch über Leichenberge gehende narzistische Perverse besser als der andere , die sind alle drei gleich schlecht . Man könnte jetzt noch die Weltreligionen hinzufügen und schon hätte man das Grauen der Menschheit vereint und gleichzeitig Probleme sie voneinander zu unterscheiden.

Die hätten heute allerdings keine Chance mehr mit ihrer primitiven und rückständische Art eine Ideologie durchzusetzen . Heutzutage muss man nicht mehr Millionenfach Menschen töten um eine Ideologie durchzudrücken und die Menscheit zu versklaven. Da ist die heutige Welt , das globale System des Kapitalismus mit ihren gekauften, manipulativen Medien/Journalisten deutlich ``Fortschrittlicher`` , effizienter und radikaler . Man könnte auch sagen das eigentlich alle mit der selben Bibel des ultimativen Wachstums rummrennen. Problem wird sein das das ganze in eine Art Kanibalismus von Gleichen ausartet und am Schluss das beschleunigte Ende der Menschheit steht. So ne Art NEXT GEN eiskalter brutaler Radikalismus ohne einen greifbaren Schuldigen, Wo jeder blöderweise glaubt der Winner zu sein.

Ok vielleicht könnte man den Konzern USA mit Goldman Sachs und NSA als die treibende Kraft des modernen und Fortschrittlichen Wahnsinns benennen. Die Russen und Putin sind da einfach zu doof dafür und die Chinesen glauben der immer lächelnde Dritte zu sein. Die Europäer dagegen begnügen sich damit die ``DEMOKRATISCHEN`` Doggy Stile Schlampen des globalen Kapitalismus zu sein :mrgreen:

Es wird Zeit das sich die Menscheit in körperlose ,geschlechtsneutrale, selbstbefruchtende und natürlich politisch korrekte Gehirnmassen ummodeliert . Sonst wird das nichts mehr mit der Zukunft auf dem Mars :mrgreen:

Das war ein Komentar der Antifake Gaming Cooperation

Wir bleiben am Ball, ihr Sklaven des Konsums :mrgreen:
Zuletzt geändert von KATTAMAKKA am 10.08.2013 01:10, insgesamt 23-mal geändert.
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Kajetan
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von Kajetan »

SG1984 hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:
Sevulon hat geschrieben:Die Weltrevolution dagegen ergibt sich schon aus der Ideologie des Kommunismus heraus von selbst, der den imperalistischen Kapitalismus als Klassenfeind ansieht, der notfalls auch mit Gewalt vernichtet werden muss.
Ähhh, nein! Beschäftige Dich doch mal mit der kommunistischen Theorie von Marx. Das ist von "Weltrevolution" und "Klassenfeind" und "Gewalt" nirgendwo die Rede. Das alles haben erst später die russischen Marxisten unter Lenin ins Spiel gebracht. Marx und Engels haben lediglich postuliert, dass eine Lösung der dem Kapitalismus innewohnenden Probleme nur international/global erfolgen kann.
Und Stalin hat diesen Träumen von der Weltrevolution eine endgültige Absage erteilt.
Und Stalin war "Schuld" daran, dass mein Urgroßvater (mütterlicherseits), der noch als Soldat unter dem Zaren gedient hat, nach Sibirien strafversetzt wurde, weil Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili einen Banküberfall (http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberf ... von_Tiflis) verübt hatte. Als deutscher Aussiedler, die von Katahrina der Großen eigentlich von jedem Wehrdienst befreit wurden, war seine Motivation, sich wegen zaristischem Gold von Bolschewiken zusammenschiessen zu lassen, nicht so sonderlich ausgeprägt ...

Ach, Familiengeschichte. Je älter man wird, um so mehr stellt man fest, wie faszinierend sie eigentlich ist :)
Nathanael
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von Nathanael »

In der Geschichtswissenschaft besteht trotz aller Kontroversität Einigkeit darüber, dass alle Pauschalisierungen, die darauf hinauslaufen, NS Deutschland und die SU in einen Topf zu werfen, um das Gewissen der Deutschen hinsichtlich der Kriegsverbrechen zu entlasten, grobe Entstellungen der historischen Realität sind. Auch konservative Historiker haben diesen Grundsatz anerkannt.
Hör bitte damit auf. Dabei geht es nicht darum Hitler zu verharmlosen. Was ist das für ein Argument? Ich bin kein deutscher, Ich brauche mein Gewissen nicht zu "entlasten". Jedes mal behauptest du, das ganze soll nur Hitler verharmlosen, wo hast du das her? Ich habe schon was dazu geschrieben.

Es geht einfach darum, dass man durchaus die Verbrechen Stalins als ählich mit denen von Hitler ansehen kann.

Warum bist du so fixiert darauf, dass Hitler dogmatisch der Bösewicht Nr. 1 ist und alle Versuche andere Massenmörder auf einer Stufe mit ihm zu stellen Geschichtsverdrehung darstellen und Hitler verharmlosen sollen (was soll überhaupt diese Aussage)?

Ich respektiere, dass du deine eigene Meinung hast und sie verteidigst. Nur stört mich ständig diese Unterstellung, die es so aussehen lässt als ob ich (und einige andere) Altnazis wären, die versuchen unser Gewissen zu beruhigen.

Nicht einverstanen bin ich mit dem Argument, dass das töten anderer schlimmer ist als das töten der eigenen Bevölkerung. Massenmord ist Massenmord. Es macht auch keinen Unterschied, dass Hitler aus rassistischen Gründen gemordet hat und Stalin aus "ideologischen".

Ich stelle die SU nicht auf eine Stufe mit dem NS-Regime sondern eher den Stalinismus.

Mein Gott, wir streiten uns hier ob Massenmöder X ganauso schlimm war wie Massenmöder Y.

(Nur warum sind manche Menschen so fixiert darauf Hitler unbedingt als die absolute "Nr.1" aussehen zu lassen, hm?)

@SG1984: wirst du mir (abseits von unserer Meinungsverschiedenheit) in einem Punkt recht geben:

Nähmlich, dass die Verbrechen des Ns-Regimes ziemlich stark aufgearbeitet wurden und sehr bekannt sind aber im Bereich der bolschewistischen Verbrechen man noch viel Aufklärungsarbeit leisten muss?
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Exist 2 Inspire
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von Exist 2 Inspire »

Bei der ganzen Diskussion bekomme ich grade Lust Hearts of Iron II zu spielen! :Häschen:
Pichelmaster
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von Pichelmaster »

@kattamakka
du sagst leider die wahrheit!
die wahnsinnigen der welt haben sich weiterentwickelt...der "goldene Käfig" klappt einfach besser ;)
und zu Hitler, Stalin und Mao also echt mal, die Verbrechen unterscheiden sich nur in nuancen! Alle drei gehen als die größten massenmörder der geschichte ein. Sich darüber zu streiten wer nun der schlimmere war ist kleingeisterei...
Aber man sollte nicht vergessen, dass zu jener Zeit auch die Japaner und Amerikaner KZ's hatten und Versuche an Menschen durchgeführt haben...also dieses dämliche schwarz - weiss denken sollte mal jeder ablegen. DA ging es nie um Freiheit oder Menschenrechte, sondern darum die Gier nach mehr Macht zu befriedigen...egal ob Kapitalismus / Kommunismus / Faschismus
und wenn man die USA heute betrachtet muss man leider schon fast sagen : Der Faschismus ist salonfähig und wieder da :(
bip
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von bip »

Ich hatte in dem anderen Thread schon meine Meinung zu der ganzen Geschichte gepostet, aber dieser Kommentar von Herrn Cramer enttäuscht mich doch sehr an einer Stelle. Zwar kritisiert Cramer das Ausblenden deutscher Verbrechen, jedoch equalisiert er in diesem Aspekt auch die deutsche und die sowjetische Seite durch die undifferenzierte Anwendung des Begriffes Vernichtungskrieg und das anschließende Gegenüberstellen deutscher und sowjetischer Verbrechen, die den gleichermaßen schweren Beitrag beider Seiten zu den Kriegsgräueln belegen sollen. Der besonderen Dimension der deutschen Verbrechen an der Ostfront wird diese Darstellung nicht gerecht und zeichnet ein verzerrtes Bild.

Eike Cramer schreibt:

"Dass es an der Ostfront einen brutalen Vernichtungskrieg gab, an dem Millionen Rotarmisten, Wehrmachtssoldaten und vor allem Zivilisten den Tod fanden, ist natürlich Fakt. "

Der Vernichtungskrieg war nicht einfach ein schlimmer, unkontrollierbarer Umstand, der sich einfach so ergeben hat und dem beide Kriegsparteien gleichermaßen unterworfen waren, er war keine schicksalhafte höhere Gewalt.
Der Vernichtungskrieg war eine sorgfältig ausgearbeitete und offiziell von der Führung des deutschen Reiches befohlene Art der Kriegsführung, die die physische Vernichtung von Millionen von Menschen auf dem Gebiet der Sowjetunion zum Ziel hatte (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Generalplan_Ost). Als explizit befohlene und von der Wehrmacht, der SS und dem SD durchgeführte Vernichtungsmaßnahmen sind die systematische Ermordung der jüdischen Bevölkerung (http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-So ... #Holocaust), das allgemeine aushungern der Zivilbevölkerung (http://de.wikipedia.org/wiki/Hungerplan) und die Ermordung politischer Kommissare (http://de.wikipedia.org/wiki/Kommissarbefehl).
Begründet wurde dieses Vorgehen durch die offen und aggressiv propagierte Rassen- und Lebensraumdoktrin, die im Rahmen der nationalsozialistischen Staatideologie von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung akzeptiert oder zumindest geduldet wurde. Adolf Hitler hatte seinen Plan eines solchen Vorgehens gegen die Sowjetunion schon in den zwanziger Jahren in „Mein Kampf“ publik gemacht und es war seit dem ein fester Bestandteil der nationalsozialistischen Agenda.
Der Vernichtungskrieg ist also der Überfall der Deutschen auf die Sowjetunion mit dem auf höchster Ebene eindeutig deklarierten Ziel, Millionen von Menschen umzubringen. In der Geschichte der zivilisierten Staaten ein vollkommen einmaliger Vorgang.
Davon zu sprechen, dass in diesem Vernichtungskrieg „Millionen Rotarmisten, Wehrmachtssoldaten und vor allem Zivilisten den Tod fanden“ ist eine Umschreibung, die diese tatsächlichen Verhältnisse völlig ausblendet und das Geschehene relativiert (nach dem Motto: alle waren brutal, allen gings dreckig).
Richtig müsste es heißen: in diesem Vernichtungskrieg wurde Millionen von Zivilisten planmäßig ermordet. Beim Umsetzen dieses Vernichtungsplanes wurden auch viele Wehrmachtssoldaten von den sich dagegen wehrenden Rotarmisten umgebracht.

Cramer schreibt weiter:

"Waffen-SS und Sonderpolizeieinheiten verübten hinter den Linien im Zuge des Holocaust unbeschreibliche Kriegsverbrechen, und auch sowjetische Soldaten wurden in diesem Konflikt zu Tätern. Das Massaker von Katyn, oder die Versenkung von Flüchtlingsschiffen wie der Wilhelm Gustloff sind nur einige Beispiele eines auf beiden Seiten unmenschlich geführten Krieges."


Nachdem wir nun also geklärt haben, dass die von Herrn Cramer hier erwähnten deutschen Verbrechen Teil eines staatsideologischen Plans waren, schauen wir uns mal die angesprochenen Verbrechen der Sowjets an, die quasi in einem Atemzug erwähnt werden und somit gleichwertig sein sollen. Der Krieg sei „von beiden Seiten unmenschlich“ geführt worden. Zu Katyn hat Herr Cramer glücklicherweise selber einen Wikipedia Link mitgeliefert. Es handelte sich dabei um die Ermordung von Zehntausenden von polnischen Militärangehörigen durch die sowjetische Geheimpolizei NKWD im Jahre 1940 im besetzten Polen. Ein sehr schlimmes, widerwärtiges Verbrechen, ebenfalls von der Staatsführung befohlen. Bis auf die Tatsache, dass es im Gegensatz zu den deutschen Vernichtungsaktionen eine streng geheime Operation war, ist es diesen sicherlich „ebenbürtig“. Allerdings ist es auch das einzige (mir) bekannte Verbrechen dieser Art, das die Sowjets damals begangen haben und meiner Meinung nach nicht Grund genug, um damit den Millionenfachen geplanten und offen propagierten Mord des deutschen Vernichtungskrieges pauschal zu relativieren und zu behaupten, der Krieg sei von beiden Seiten „unmenschlich geführt worden“. Das verzerrt die Geschichte und -- auch wenn es jetzt nur noch wie eine Floskel klingen mag -- verharmlost den Nationalsozialismus.
Pichelmaster
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von Pichelmaster »

unglaublich....wir kann man nur die Stalinsche Säuberung bei so etwas auslassen!
Man geht bei diesen Säuberungen von rund 20 Millionen Toten aus. Für mich ist es egal ob Menschen aufgrund von rassischen oder ideologischen einstellungen umgebracht wurden. Beides Seiten haben unvorstellbares Grauen über die Zivilbevölkerung und ihre Soldaten gebracht...wie kann man da nur behaupten Stalin wäre nicht so schlimm....
Pichelmaster
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von Pichelmaster »

achja und nur so zur info bzg. der Strafbataillone, die gab es bei den deutschen auch! Sie wurden genauso wie die Russen als Kanonenfutter missbraucht....oder in Minenfelder gejagt!
Hij@ck3r
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von Hij@ck3r »

Guter Artikel zu diesem merkwürdigen Ereignis. Mir persönlich kommt es ohnehin so vor, als ginge es hier niemandem wirklich um das Spiel/die Inhalte. Das wird hier, so scheint es mir nur als eine Basis verwendet. Ansonsten hätte man solch ein Aufsehen wegen "fehlerhaften" Spielinhalten schon x-mal gehabt. Wie Eike Cramer mMn ganz richtig schreibt:
Das Ganze ist ja nicht neu und wurde und wird auch in Zukunft in jedem Spiel mehr oder weniger thematisiert, welches sich irgendeines echten historischen Szenarios als Schauplatz bedient. Und auch dass die Entwickler womöglich "den Krieg realistisch" wiedergeben wollten/wollen hat man schon von einigen anderen Entwicklern gehört und im Grunde hat es bisher noch niemand geschafft.

Die Entwickler suchen sich schließlich stets nur Brocken zusammen, insbesondere bei historischen Kriegs/Weltkriegsszenarien. Im Grunde reicht das auch denke ich, weil selbst wenn es einem Spieleentwickler gelingen sollte, Ereignisse etwa aus dem WKII einmal tatsächlich realistisch und historisch in einem Genre wie den FPShootern u.ä. darzustellen - kein vernünftiger Spieler und Mensch hätte Spielspaß daran, das tatsächliche Grauen in all seinen Facetten tatsächlich bei sich auf dem Bildschirm und in seinen Verstand projiziert zu bekommen.

PS:
@bip
Entschuldige den Einwand, aber was du hier in den beiden Zitaten von Cramer "kritisierst" ist in erster Linie deine Interpretation dieses Satzes - du hast schneller und weiter gedacht und gleich eine Expertise aufgestellt, als dass dies Inhalt der Zeilen Cramers auch nur im geringen erfordern oder rechtfertigen würde. Es ist nicht wirklich eine Stelle auszumachen, in der Gräuls wie etwa den Vernichtungskrieg und die Untaten aller Kriegsparteien auf eine Ebene stellt oder wie du so schön schreibst, equalisiert. Ebensowenig wie Cramer hier einen Anspruch auf Vollständigkeit seiner Zeilen erhebt.
Nichtsdestotrotz ist natürlich nicht ganz falsch, was du trotz dieses Irrtums dazu schreibst, wenngleich sicher nicht objektiv - und eben der Anker an Cramers Zitaten greift nicht. Und deine Wikipedia-Expertise mag detaillierter, aber ebensowenig vollständig sein, wie Cramers Zeilen.
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Sevulon
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von Sevulon »

bip hat geschrieben:Allerdings ist es auch das einzige (mir) bekannte Verbrechen dieser Art, das die Sowjets damals begangen haben und meiner Meinung nach nicht Grund genug, um damit den Millionenfachen geplanten und offen propagierten Mord des deutschen Vernichtungskrieges pauschal zu relativieren und zu behaupten, der Krieg sei von beiden Seiten „unmenschlich geführt worden“. Das verzerrt die Geschichte und -- auch wenn es jetzt nur noch wie eine Floskel klingen mag -- verharmlost den Nationalsozialismus.
Die russische Soldatenpresse hat nach überschreiten der deutschen Grenzen massiv und wiederholt dazu aufgefordert sich an den Deutschen zu rächen, in Form von Mord, Brandschatzung und Vergewaltigung. Wörtlich wurde dort geschrieben, dass ein Tag, an dem man keinen Deutschen erschossen hat, ein verlorener Tag wäre und man sich die Zeit bis zum nächsten Gefecht am Besten dadurch vertreiben sollte, indem man einfach noch ein paar deutsche Zivilisten töte. Sämtliche Wertgegenstände seien sowieso von Russland gestohlen und "man solle die Bedürfnisse deutscher Frauen nicht ignorieren". Zusammen mit der sowieso angespannten Stimmung in einem Heer führte dies nicht gerade zu geringen Übergriffen und die oben genannten Punkte wie Mord an Zivilisten, Plünderungen und Vergewaltigungen standen an der Tagesordnung. Auch bei der Deportation deutscher Kriegsgefangener starben mindestens eine Million.
Die Russen haben sich in Deutschland nicht wirklich besser verhalten, als umgekehrt die Deutschen in Russland. Höchstens vielleicht nicht ganz so organisiert und methodisch und dadurch in gleichhoher Zahl - Vorbildlich war das aber auch nicht gerade.
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mr archer
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von mr archer »

Sevulon hat geschrieben:
Die Russen haben sich in Deutschland nicht wirklich besser verhalten, als umgekehrt die Deutschen in Russland. Höchstens vielleicht nicht ganz so organisiert und methodisch.
Ich hasse eigentlich dieses beschissene Aufgerechne. "Die Russen" (ein paar Ukrainer, Georgier, Tadschiken, Goralen usw. sollen übrigens auch dabei gewesen sein ...) haben also in Deutschland etwas Vergleichbares zu dem hier veranstaltet:

http://de.wikipedia.org/wiki/Leningrader_Blockade

Aber eigentlich ist diese Diskussion so was von müßig, dass man im Grunde mitten im Satz aufhö
Zuletzt geändert von mr archer am 09.08.2013 19:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Sevulon
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von Sevulon »

Wir sind uns alle der deutschen Schuld bewusst. Niemand verharmlost den Nationalsozialismus. Man muss nicht in jedem zweiten Posting zu den russischen [oder sonstiger dazugehöriger Nationen] Verbrechen, um die es hier geht, mit "ja, aber die Deutschen haben doch auch.." antworten. Das ist soweit schon geklärt und negiert die Verbrechen der Sowjetunion auch nicht.
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mr archer
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von mr archer »

Sevulon hat geschrieben:Wir sind uns alle der deutschen Schuld bewusst. Niemand verharmlost den Nationalsozialismus. Man muss nicht in jedem zweiten Posting zu den russischen [oder sonstiger dazugehöriger Nationen] Verbrechen, um die es hier geht, mit "ja, aber die Deutschen haben doch auch.." antworten. Das ist soweit schon geklärt und negiert die Verbrechen der Sowjetunion auch nicht.
Und da haben wir schwarz auf weiß den Grund dafür warum genau Du Dir hier von einigen scheele Blicke gefallen lassen musst. Schön (wie mans nimmt) das mal so deutlich aufgezeigt zu bekommen. Die Deutschen haben eben nicht "auch". Die Deutschen haben den Krieg begonnen. Und nicht "nur" irgendeinen Krieg. Sondern einen Unterwerfungs- und Vernichtungskrieg, vor allem "im Osten". Nicht einer Deiner mordlüsternden, aufgehetzten Bolschewiken wäre westlich der Weichsel mit einer Waffe aufgetaucht, wenn das Deutsche Reich nicht diesen Krieg begonnen hätte. Dieses "auch" ist eine historische Frechheit. Es ist eine Gleichmacherei, wo es keine Gleichmacherei geben kann.

Im übrigen: Du bist hier doch derjenige, der permanent versucht, deutsche und sowjetische Taten in Relation zu setzen. Und wenn man dann mal mitmacht, passt´s plötzlich dann auch wieder nicht, gelle?

Was solls. Diese Diskussion ist absolut unfruchtbar und endet sowieso wieder an den selben Punkten, an denen diese "ja aber" - Aufrechnereien immer enden. Man kann sich von so etwas einfach nur fern halten. Mein Fehler.
Zuletzt geändert von mr archer am 09.08.2013 19:37, insgesamt 1-mal geändert.
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GamepadPro
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Re: Kommentar: Kompanie der historischen Verzerrung?

Beitrag von GamepadPro »

Sevulon hat geschrieben:
bip hat geschrieben:Allerdings ist es auch das einzige (mir) bekannte Verbrechen dieser Art, das die Sowjets damals begangen haben und meiner Meinung nach nicht Grund genug, um damit den Millionenfachen geplanten und offen propagierten Mord des deutschen Vernichtungskrieges pauschal zu relativieren und zu behaupten, der Krieg sei von beiden Seiten „unmenschlich geführt worden“. Das verzerrt die Geschichte und -- auch wenn es jetzt nur noch wie eine Floskel klingen mag -- verharmlost den Nationalsozialismus.
Die russische Soldatenpresse hat nach überschreiten der deutschen Grenzen massiv und wiederholt dazu aufgefordert sich an den Deutschen zu rächen, in Form von Mord, Brandschatzung und Vergewaltigung. Wörtlich wurde dort geschrieben, dass ein Tag, an dem man keinen Deutschen erschossen hat, ein verlorener Tag wäre und man sich die Zeit bis zum nächsten Gefecht am Besten dadurch vertreiben sollte, indem man einfach noch ein paar deutsche Zivilisten töte. Sämtliche Wertgegenstände seien sowieso von Russland gestohlen und "man solle die Bedürfnisse deutscher Frauen nicht ignorieren". Zusammen mit der sowieso angespannten Stimmung in einem Heer führte dies nicht gerade zu geringen Übergriffen und die oben genannten Punkte wie Mord an Zivilisten, Plünderungen und Vergewaltigungen standen an der Tagesordnung. Auch bei der Deportation deutscher Kriegsgefangener starben mindestens eine Million.
Die Russen haben sich in Deutschland nicht wirklich besser verhalten, als umgekehrt die Deutschen in Russland. Höchstens vielleicht nicht ganz so organisiert und methodisch und dadurch in gleichhoher Zahl - Vorbildlich war das aber auch nicht gerade.
edit: damit hast du dich nun aber wirklich ins abseits geplappert. du Clown.
die deutschen Soldaten waren dort schlimmer als die russen hier, und die deutschen kriegsgefangenen wurden dort besser behandelt als die russischen hier.
akzeptier es!