Ein wunderschöner Film und das ist wohl auch gleichzeitig sein größtes Problem. Dem Film fehlt die Zielgruppe sowohl bei den Zuschauern als bei den Kritikern. Bei letzteren sind zurzeit große Dramen beliebt, mit schwarzem Humor, Gewalt und extremen Charakteren. Wolf of Wall Street, 12 Years as Slacve, American Hustle usw.
Dieser Film dagegen ist etwas anderes...eine Hommage an die Autorin von Mary Poppins und genau das ist das tolle, es geht nicht um Mary Poppins als Figur, es geht nicht um die Verfilmung oder um Disney sondern P.L. Travers. Der Film ist in etwa vergleichbar mit dem letzjährigen Hitchcock-Film und beschreibt die Entstehung von Marry Poppins und vor allem den Konflikt von Travers und Disney. Hier muss man ebenfalls lobend anmerken das der Film kein Werbenostalgieren für den Konzern ist sondern er sehr ironisch daherkommt und auch ganz offen zugegeben wird, dass Mary Poppins eine miserable Buchverfilmung ist.
Ganz große Klasse ist Emma Thompson, die in Würde altert und für mich im Grunde die Oscarperformance liefert, den sie aber nicht kriegen wird. Hanks ist ebenfalls Klasse und auch der restliche Cast. Schwäche ist das Finale des Films, bei dem es von Auflösung des Konflikts zum Ergebnis zu schnell geht. Insgesamt ein schöner Film...aber wer soll ihn sehen? Junge Leute bestimmt nicht, Drama-Fans auch nicht...Mary Poppins-Fans? Gibt es das? Hier im Lande sicherlich kaum. Guckt ihn euch an wenn ihr auf ruhige, schöne, lustige und ein bisschen traurige Filme steht die auf das spektakuläre verzichten.
Ps: Ach ja, man muss Mary Poppins nicht gesehen haben, um den Film zu checken. Die Nanny mit dem Regenschirm kennt ja jeder, aber auch ich habe den Film nicht gesehen.