Der Chris hat geschrieben: ↑29.01.2018 16:07
Gesichtselfmeter hat geschrieben: ↑29.01.2018 15:30
Seh ich ähnlich, ein Werteverfall wird wohl oder übel eintreten. Vielleicht bin ich da zu altmodisch. Ich habe im letzten Jahr mit jedem Spiel, das ich gekauft habe, mindestens 50 Stunden verbracht, teilweise weit mehr. Dafür zahle ich die 60-70€ pro Spiel gerne.
Mir wäre viel lieber, wenn es zu jedem Spiel ne einstündige Demo zum Download geben würde. Dieses Resterampesytem sieht für den Kunden erst einmal wie ein no-brainer aus, so wie das Maxi-Menü beim Meckes, aber keine Firma hat irgendwas zu verschenken und will mehr Profit. Im worst case werden viele User mit 10,-€/Monat ihren Bedarf komplett decken - gut für MS, gut für diese User - schlimmer als jede Raubkopie oder der Gebrauchtmarkt für den Rest der Industrie. Dieses Abo wird für MS und 3rds nur lukrativ, wenn der Großteil der User mehr Zeit als zuvor ins Gaming steckt - Also weiterhin x Spiele pro Jahr kauf und dann noch die GP Library abarbeitet.
Erinnert mich stark damals an die Napster Zeiten oder die besten Steam Sale Tage - 1000 Lieder runtergeladen/ 100 Spiele im Steam Sale gekauft, davon nicht einmal 5% konsumiert. Solche Abos zielen auf das "Fehlverhalten"(z.B. Sammelgier) des Konsumenten. Quasi All-You-Can-Game-till-U-Die.
Nintendo wird sich da komplett querstellen, da sie das Gegenstück zu dieser Entwicklung darstellen - im Guten, wie im Schlechten- indem sie die Spielepreise sehr lange sehr hoch halten.
Naja das bevorzugte Szenario ist ja, dass die Leute das Abo eingehen und nichts nutzen. Das ist für MS dann der Best-Case und das ist auch sicherlich nochmal als Querfinanzierung mit einkalkuliert. Ich hab zum Beispiel auch ein Netflix und ein Amazon Prime Abo...ich bin mir nicht mehr sicher wann ich zuletzt mal was gestreamt habe. Das ist eigentlich immer so der feuchte Traum vom Phil.
Ich denk halt Spiele die wirklich langfristig laufen wie Online-Modi bei Gears oder halt Forza, die werden am Ende durch die User mehrfach über dem Preis abbezahlt wenn man das so will. Angenommen Spieler zocken über ein Jahr jeden Monat dasselbe "Endlosspiel" und haben parallel immer noch ein Kampagnenspiel am laufen, dann geht quasi die Hälfte der Abo-Gebühr auf das Endlosspiel, was dann ggf so um die 5-7€ pro Monat bedeuten könnte...nach einem Jahr ist das mit 60-90€ abbezahlt bzw. sogar überbezahlt wenn man es als Vergleichswert auf den Retailkauf umlegen würde.
Das ist nur mal so ein Gedankenspiel. Praxisnah ist natürlich genau das was du sagst...im Endeffekt wird dann natürlich ganz viel Müll gehortet, Spieler fangen 10 Spiele an und zocken davon vielleicht 2 zuende. Das ist so ein bisschen das was man aktuell schon in Steam Sales usw schon sieht...nur dann wahrscheinlich nochmal eine Ecke verschärfter. Ich würds eher mit einem All-you-can-eat vergleichen...einige werden versuchen so viel wie möglich zu zocken und andere schmeißen am Ende einfach nur 80% in die Tonne, wenn sie keinen Bock mehr haben. Der einzige Weg "den maximalen Gegenwert" zu bekommen besteht halt darin auf jedem Spiel eine möglichst geringe Durchlaufzeit zu haben. (Allein den Gedanken beim Zocken im Hinterkopf zu haben fänd ich schon fürchterlich)
Was Nintendo angeht hast du natürlich recht...das Problem an der Stelle ist allerdings, dass die ihr Verhalten relativ wenig als ein Statement positionieren. Am Anfang jeder Generation nehmen die sich ja schon proaktiv aus jedem Vergleich raus indem sie sagen, dass sie eigene Wege bestreiten wollen (was ja auch richtig ist), sich nicht als direkte Konkurrenz sehen und dann halt echt ihr eigenes Ding machen. Deswegen muss eigentlich echt MS mal herkommen, um da gegen Sony anzutreten. Grundsätzlich freu ich mich natürlich sehr, dass Nintendo noch vieles von den Werten hochhält, die mich seinerzeit zum Zocken gebracht haben. Aber auch das ist wahrscheinlich irgendwann mal vorbei.
Aber ich seh das so wie du. Ich hab gerne meine 60€ für Zelda gegeben und hatte da auch sehr sehr lange Spaß dran. Das ist mir alle Male lieber als einfach einen riesigen Haufen Crap vor die Füße geschmissen zu bekommen und alles mal so ein bisschen zu zocken und nichts davon so richtig. Zumindest ich geh halt auch mit den Sachen die ich besitze anders um als mit irgendwelchen Dingen für die ich temporär mal eine Lizenz bekomme.
Verstehe ich nicht ganz bzw. kann es nur teilweise nachvollziehen.
Ja, auch ich habe viel zu viele Songs auf meinem PC die ich nie höre - aber ich habe auch schon durch Steam/GOG Sales und Humble Bundles wohl hunderte Spiele, die ich noch nichtmal angespielt habe (bzw. in der Kindheit mal und jetzt aus Nostalgie heraus gekauft aber noch nicht wieder gespielt habe).
Da habe ich bis vor relativ kurzem jedes Jahr wohl mehr als die 120€ ausgegeben und trotzdem nur einen Bruchteil davon genutzt.
Ist also alles eher eine Persönlichkeitssache. Man muss einfach lernen zu filtern.
Bei Serien auf Netflix und Co. ist es doch auch so, dass man mal wo reinschaut und wenn es klickt zieht man die Serie auch durch. Wenn nicht, dann nicht.
War im Fernsehen damals auch nicht anders. Entweder man war gleich gehookt und wartete gespannt auf die nächste Woche - oder man hat nie wieder dran gedacht.
So ein All you can eat Buffet von Spielen bedeutet ja dann im besten Fall schon mal mindestens, dass es für jedes Spiel eine Demo gibt.
Etwas das momentan in der Breite doch fehlt.
Man muss da einfach lernen umzudenken und sich auf Inhalte zu fokussieren und sich nicht ständig ablenken zu lassen.
Das fällt auch mir schwer aber ich werde besser darin.