TheLaughingMan hat geschrieben:
Äpfel und Birnen. Wir reden hier nicht vom nächsten DmC oder God of War oder sonst einem Schnetzler Actiongame wo halbnackte, mitunter äußerst lasziv auftretende Frauen mit zumeist nicht nennenswerter charakterlicher Tiefe oder Eigenschaften eh an der Tagesordnung sind.
Äpfel und Birnen vielleicht, aber kein Äpfel und Birnen-Vergleich, weil ich damit nur auf deine Unterstellung, man hätte ein grundsätzliches Problem mit weibl. oder gar homosexuellen Protagonisten, geantwortet habe.
Aber ja, wieso sind das denn Äpfel und Birnen? Eben weil die genannten Spiele in ihrem ganz eigenen Universum mit ihren ganz eigenen Regeln spielen. Und die müssen sich nur gegenüber diesen eigenen Regeln rechtfertigen, wobei es natürlich auch da Logiklöcher geben kann, wenn das Skript nicht konsequent ist.
GTA hat dagegen einen ganz anderen Ansatz, was man insbesondere im Vergleich zu Saints Row sehen kann. Es bezieht sich viel stärker auf die Regeln und Vorlagen der realen Welt, und muss sich deshalb ganz anderen Anforderungen der Authentizität stellen.
Und wieso wäre das automatisch dramaturgisch schlecht? Es ist ja nicht so als gäbe es Ingame keine weiblichen Gangster. Elizabeta ist bestimmt nicht in ihre Position gekommen weil sie den vorherigen Drogen Lord der Projects nett gefragt hab ob sie jetzt auf mal Chef spielen darf. Es wäre also auch innerhalb der Logik des Games durchaus möglich eine Frau zu spielen ohne dass das Game sich der Unglaubwürdigkeit (sofern man das bei einem GTA sagen kann) preisgeben muss.
man weiss nicht wirklich viel von dem Charakter, ausser dass sie Drogendealerin ist. Es gibt da kein detaillierten Hintergrund
Ein Kniff, der in Filmen oder Spielen gerne benutzt wird, entweder ganz einfach aus Zeitgründen und um sich nicht in Nebensächlichkeiten zu verlieren, oder doch um unangenehmen Konstruktionen aus dem Weg zu gehen. Sowas kann wohl kaum als Beispiel dienen
Wie auch immer, sie ist Drogendealerin, hockt in ihrem Appartment und rennt nicht mit ihrem dicken Hintern (

) durch die Stadt und mischt wie Niko die ganze Unterwelt auf allmögliche Weise auf : P
Natürlich wäre es dramaturgisch schlecht gelöst wenn besagte Dame zum Gangsterleben käme wie die Jungfrau zum Kinde. Was auch soweit ich weiß bei keinem der Männer je der Fall war. Aber das ist ja auch nicht nötig. Es gibt genug Möglichkeiten Frauenrollen mit Kampferfahrung zu benutzen. z.B. eine ehemaliger Marine. Eine Polizistin die die Seiten gewechselt hat. Oder eine junge Frau die aus prekären Verhältnissen flieht (ähnlich der Haupfigur von Winters Bone) und deren Vergangenheit sie einholt. Die Möglichkeiten sind da.
Das sowas nicht die Norm ist ist dabei natürlich klar. Eine Frau als Enforcer IST eine Ausnahme. Was sich dann auch in der Story des Games widerspiegeln kann.
Und meine Begründung ist übrigens: Es hätte mehr Potential eine interessante Geschichte abzugeben als das was jetzt in GTA V wohl kommt. Nichts gegen Franklin, aber ich wage zu bezweifeln das die Geschichte vom schwarzen Ghetto Jungen der sich an den Gangs vorbei nach oben arbeitet noch dermaßen viel erzählerisches Potential hat.
Ich denke es würde die Qualität der Story erhöhen, gerade weil das Geschlecht in dem Bereich in dem das Game spielt, namentlich das kriminelle Milieu, ein wichtiger sozialer Faktor ist. Für mich ist GTA in seinen besten Momenten eine Mischung tiefschwarzem Humor und Charakter Studie der amerikanischen Unterwelt. Weswegen ich mir sehr gut vorstellen kann das die Story in Sachen Blickwinkel und Vielschichtigkeit davon profitieren würde.
Ja, die Möglichkeiten sind da. Hab ja zuvor auch schon gesagt, wenn man will, kann man sowieso alles machen, sogar die Schwerkaft aufheben. Aber wie du auch selber sagst,
eine Frau als Enforcer IST eine Ausnahme.. Und soviel ich weiss ist es die Philosophie hinter der Serie, den Finger in real existierende Klischee-Wunden zu stecken. Sie persiflieren die reale amerik. (Pop-)Kultur, treiben es auf die Spitze, aber sie erfinden letztlich keine neue fiktionale.
Auch RDR triefte nur so voller Western-Klischees, sogar die Vistas wirkten eher so als hätte man die alten Plakat-Hintergründe aus den Filmstudios geklaut. Machte das ganze imo nur noch geiler. Man spielte nicht einfach nur eine Geschichte, die im 100 Jahre alten amerik. Westen spielte, sondern einen regelrechten Westernfilm, der alle Elemente der klassischen Western vereinte.
Auch hier hätte man es anders machen können, aber es ist legitim so zu machen, es macht Spass und es war letztlich eine künstlerische Entscheidung der Game Designer.
Wenn Frauen nicht zur Authenzität der Spielwelt passen, wie kommt es das man sie dann als Mitglieder/ vielleicht NPC`s für seine Crew anheuern und sich für den Online Part auch einen weiblichen Char erstellen kann? Man ist wohl selbst bei Rockstar der Meinung das Frauen in aktiven Rollen der Immersion des Games nicht zwangsläufig schaden. Und für mich nur ein weiterer Beweis dafür das man wohl schon mal mit dem Gedanken gespielt hat eine Frau als Main Char einzusetzen, aber sich nicht dem sehr wahrscheinlichen Shit Storm der Gamer „Gemeinde“ aussetzen will.
Der MP ist sowieso was ganz anderes. Da kann jeder seinen Charakter erstellen und ihn nennen wie er will. Die Spielwelt wird aber nicht exakt so auf diese random Charaktere wie xxx5niperMa5ter89xxx reagieren, wie sie auf Michael, Trevor, Franklin in der Hauptgeschichte reagieren. Im MP geht es immer etwas weniger um Immersion sondern vielmehr um Gameplay und hauptsache gewinnen.
Wenn auf einem MP-Server plötzlich nur weibl. Gangster rumlaufen, ist das wurscht, in der Mainstory dagegen würde das seltsam, falsch wirken und die Immersion zerstören.
Und ja, wenn Rockstar irgendwann meint sie wollen einen weibl. Protagonisten machen, dann sollen sie doch. Die können machen was sie wollen. Und wenn es daraufhin einen Shitstorm gibt, dann sollte man schauen, wogegen sich dieser Shitstorm genau richtet. Grundsätzlich gegen die weibl. Hauptfigur, oder doch gegen eine zu stark, mit dem Brecheisen konstruierte Geschichte?