No Man's Sky: Sean Murray (Chef-Entwickler) spricht über den Umgang mit massiver Kritik und das Aussitzen

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CritsJumper
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Re: No Man's Sky: Sean Murray (Chef-Entwickler) spricht über den Umgang mit massiver Kritik und das Aussitzen

Beitrag von CritsJumper »

DitDit hat geschrieben: 16.07.2019 07:39 Wie kommt man immer auf diesen Mythos?
Ja neue Spiele sind größer und umfangreicher aber nicht viel komplexer oder schwieriger bugfrei zu entwickeln. Alte Spiele hatten ihre Herausforderungen in anderen Bereichen aber das heißt nicht das sie auch mal eben so erstellbar waren.
Da hattest du dann solche Vereinfachungen wie bei der Textur, Model und 3D Engine erstellung nicht.
....
Einzige Unterschied heute? Alles viel größer. Größerer Markt, größerer Umfang, größere Teams, größere PR, größere Ausgaben, größere Einnahmen, größerer Shitstorms.
Ich spreche ja nicht davon das es damals nicht schwieriger war. In den Anfängen musste man sogar die Boards noch löten! Ja auch da war es Neuland und das ganze war noch entsprechend schwieriger.

Aber schau dir doch mal ein Secret of Mana im Original oder im Remake an. Auch wie viele Menschen daran gearbeitet hatten. Vergleiche mal den Anfang von Linux (1 Mann) mit dem was es heute 2019 darstellt.

Vergleiche Windows 1.0 oder MS-Dos mit dem was so ein Programm heute aus macht.

Man kann das alles in Arbeitsstunden umrechnen und am Ende kommt etwas raus wie "Teile davon waren schon verfügbar.." und "Manche Werkzeuge sparten X zusätzliche Arbeitsstunden.". Sicher auch am Ende gibt es Bugs und so weiter, oder mehr Liebe zum Detail.

Aber im Grunde gibt es eine Korrelation von Bugs, pro Lines of Code und mehr Lines = Mehr Bugs, Abzüglich effizientes, automatisiertes Testing.

Aber unter dem Strich: Können wir uns darauf einigen, das mehr Informationen (größeres Spiel) entspricht meistens einer höheren Komplexität und auch mehr Arbeitsstunden, mehr Informationen..

...was dann dazu führt das die nun mal Aufwendiger sind als vorherige Titel.

Es gibt natürlich immer eine Eigenleistung für Pioniere auf jedem Gebiet.
ronny_83 hat geschrieben: 16.07.2019 07:54 Ich kann nichts bemerkenswertes an dieser Entwicklung finden. Mich interessiert wenig, wie gut das Spiel nach zwei Jahren wäre, wenn es am Anfang eine Katastrophe ist.
Mit der Einstellung bist du halt klar dafür das sie statt Gratisupdates, ein 2.0 hätten für 50 Euro verkaufen sollen, das total rund lief und du würdest diesem Titel, weil du den Vorgänger ausgeblendet hast dann einfach ein 85% Rating geben, eine gute Note, ein Empfehlenswerter Kauf und es deinen Freunden empfehlen.

Den alten Titel mit der schlechten Basis, aber abstrafen...

So mal als Zahlen nebenbei: Das Spiel ist von 5 auf 14 GB angewachsen mit den ganzen Addons. Es hat sich wirklich fast verdreifacht und es gibt mehr zusätzliche Inhalte als bei den meisten MMOs die eine monatliche Gebühr fordern.
Klar das sollte auch dazu beitragen das die Kunden gerne wieder 30 bis 40 Euro für die Version ausgeben...
Piyo
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Re: No Man's Sky: Sean Murray (Chef-Entwickler) spricht über den Umgang mit massiver Kritik und das Aussitzen

Beitrag von Piyo »

Leider scheint der gute Mann zu vergessen, dass seine mangelnde Kommunikation überhaupt erst das Problem war.

Er hätte einfach vor dem Release mitteilen können, welche Features es zum Start geben wird. Und er hätte klar mitteilen müssen, dass es trotz AAA-Vollpreis nur Early Access ist.

Er stellt sich als Opfer da, der einen Shitstorm überstehen musste. Mir kommen da auch Jahre später noch eher Wörter wie Betrüger in den Sinn. Denn der Mist auf Disk hatte rein gar nichts mit dem gemeinsam, was uns Sean Murray vollmundig versprochen hatte.

Entgegen aller Behauptungen, was sie noch alles an Content geliefert haben, hat mir Hello Games bis heute noch keine aktualisierte Disk zugeschickt, die die bereits bezahlte Vollversion von No Man‘s Sky enthält.
Heruwath
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Re: No Man's Sky: Sean Murray (Chef-Entwickler) spricht über den Umgang mit massiver Kritik und das Aussitzen

Beitrag von Heruwath »

Doc Angelo hat geschrieben: 16.07.2019 16:24
Heruwath hat geschrieben: 15.07.2019 18:53 Hello Games musste es wiedergut machen, durch Taten und nicht Worte.
Ich bin grundsätzlich bei dir. Es hilft meistens die Perspektive von Anderen besser zu verstehen, wenn man mal in einer ähnlichen Situation war.

Allerdings ist eines ganz klar ein Fakt: Worte schließen Taten nicht aus. Öffentlich zu sagen, das er bei den Interviews Dinge gesagt hat, die nicht den Fakten entsprachen, hätte in keiner Weise die Taten beeinflusst. Es ist ja nicht so, das ihn niemand hätte verstehen können: Das "Molyxneu-Syndrom" kennen sehr viele. Außerdem weiß so gut wie jeder Mensch, das man manchmal bei dem was man sagt gerne etwas übertreibt. Potential für Verständnis ist definitiv da.

Das den nicht ganz aufrichtigen Worten Taten folgten ist eine sehr gute Sache. Die Worte im Nachhinein klar zu stellen hätte den Taten nichts genommen.
Bei diesem Punkt bin ich mir nicht so sicher. Eine Entschuldigung bzw. Richtigstellung ändert so einiges, was man durchaus als "den Taten genommen" ansehen kann. In erster Linie ist es der Aufwand, welcher zusätzlich zu dem Aufwand der Taten betrieben werden sollte. Natürlich wäre dieser vielleicht nicht so groß gewesen, dass es einen gravierenden Einfluss gehabt hätte. In zweiter Linie ist es der Fokus auf ein bestimmtes Thema. Wenn man sich auf Taten fokusiert, dann sollte man vermeiden andere Themen mit zu behandeln, das verlagert den Fokus. Das kann durchaus als "den Taten den Fokus nehmen" gesehen werden.

Das alles hängt von der genauen Definition ab und basierend auf dieser Definition ist selbst der von dir genannte Fakt, nicht mehr so faktisch. Auf theoretischer Basis gebe ich dir recht. Aus praktischer Erfahrung kann ich sagen, dass es durchaus sehr viele Situationen gibt, wo Worte Taten ausschließen.

Das ist auch ein Teil von dem, was ich versucht habe zu beschreiben. Vielleicht ist es mir nicht wirklich gelungen. Wenn man mal in einer ähnlichen Situation gewesen ist, dann lernt man solche Zusammenhänge etwas besser zu sehen.

Ich glaube auch, dass eine Entschuldigung ein richtiger Schritt wäre, aber ich möchte trotzdem etwas vorsichtiger mit solch einer Aussage umgehen. Es gibt vielleicht etwas, was ich nicht sehe oder bedacht habe, geschweige denn etwas von jemand anderem zu verlangen bzw. zu erwarten, dessen Konseuqnezen ich selbst vielleicht nicht komplett verstehe.

Oder um mal eine Aussage aus diesem Thread zu zitieren:
Schiffmeister hat geschrieben: 16.07.2019 16:45 In dem Fall war das Aussitzen wahrscheinlich tatsächlich das Beste was sie machen konnten...
Vielleicht ist auch wahrscheinlich besser Sachen nicht klarzustellen, sondern sich voll und ganz darauf zu konzentrieren es beim nächsten mal besser zu machen.

Aus diesem Grund bin ich genrell vorsichtiger mit Aussagen, die nach Fakten klingen können, was mich allerdings in andere Schwierigkeiten bringt.
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Usul
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Re: No Man's Sky: Sean Murray (Chef-Entwickler) spricht über den Umgang mit massiver Kritik und das Aussitzen

Beitrag von Usul »

Heruwath hat geschrieben: 17.07.2019 14:04Vielleicht ist auch wahrscheinlich besser Sachen nicht klarzustellen, sondern sich voll und ganz darauf zu konzentrieren es beim nächsten mal besser zu machen.
Wenn alles relativ emotionslos und gesittet ablaufen würde, wäre es auch leicht, Dinge klarzustellen - auch falsche eigenen Aussagen zuzugeben - und dann weiterzumachen.
Aber wenn sich die Stimmung - aus welchen Gründen auch immer - so sehr aufgeschaukelt hat, daß keine Aussage wertfrei aufgenommen wird, sondern alles irgendwie auf die eine oder andere Art interpretiert wird, kann man meines Erachtens mit Klarstellungen niemanden mehr sinnvoll erreichen. Im Falle von NMS gibt es dann eben die Leute, die auch heute noch darauf beharren, daß das alles gelogen war und daß NMS und Hello Games deswegen bis in alle Ewigkeit Scheiße sind (überspitzt formuliert). Egal, was man sagt, die (nicht unbedingt falschen) Grundargumente bleiben davon unangetastet... da kann man einfach nicht das Geringste machen.

Von daher finde ich das, was Murray da sagt, sehr nachvollziehbar.
Doc Angelo
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Re: No Man's Sky: Sean Murray (Chef-Entwickler) spricht über den Umgang mit massiver Kritik und das Aussitzen

Beitrag von Doc Angelo »

Heruwath hat geschrieben: 17.07.2019 14:04 Aus praktischer Erfahrung kann ich sagen, dass es durchaus sehr viele Situationen gibt, wo Worte Taten ausschließen.
Meinst Du das wortwörtlich so, das er nicht gleichzeitig ein Interview geben kann während er am Spiel arbeitet? Oder wie meinst Du das?

Ich meine... klar... es gibt wahrscheinlich eine Menge an Gründen, so etwas nicht in der Öffentlichkeit zu sagen. Ein paar davon habe ich ja auch schon spekuliert. Aber menschlich verständliche oder moralische Gründe sind das mit Sicherheit nicht. Das sind eher Gründe der PR, des Marketings und Verträge mit Sony. Der Zweck heiligt für mich nicht immer die Mittel.
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Re: No Man's Sky: Sean Murray (Chef-Entwickler) spricht über den Umgang mit massiver Kritik und das Aussitzen

Beitrag von Heruwath »

Usul hat geschrieben: 17.07.2019 14:25
Heruwath hat geschrieben: 17.07.2019 14:04Vielleicht ist auch wahrscheinlich besser Sachen nicht klarzustellen, sondern sich voll und ganz darauf zu konzentrieren es beim nächsten mal besser zu machen.
Wenn alles relativ emotionslos und gesittet ablaufen würde, wäre es auch leicht, Dinge klarzustellen - auch falsche eigenen Aussagen zuzugeben - und dann weiterzumachen.
Aber wenn sich die Stimmung - aus welchen Gründen auch immer - so sehr aufgeschaukelt hat, daß keine Aussage wertfrei aufgenommen wird, sondern alles irgendwie auf die eine oder andere Art interpretiert wird, kann man meines Erachtens mit Klarstellungen niemanden mehr sinnvoll erreichen. Im Falle von NMS gibt es dann eben die Leute, die auch heute noch darauf beharren, daß das alles gelogen war und daß NMS und Hello Games deswegen bis in alle Ewigkeit Scheiße sind (überspitzt formuliert). Egal, was man sagt, die (nicht unbedingt falschen) Grundargumente bleiben davon unangetastet... da kann man einfach nicht das Geringste machen.

Von daher finde ich das, was Murray da sagt, sehr nachvollziehbar.
Ja genau, das ist ein sehr großer Teil davon. Wobei noch hinzukommt, dass allein das Erwähnen des Themas bei einigen wieder die Erinnerungen wach werden läßt und somit einen Einfluss auf die tatsächlich positive Entwicklung durch Taten hat. Es wäre vielleicht sogar besser, wenn Sean gar kein Interview gegeben hätte.
Doc Angelo hat geschrieben: 17.07.2019 14:39
Heruwath hat geschrieben: 17.07.2019 14:04 Aus praktischer Erfahrung kann ich sagen, dass es durchaus sehr viele Situationen gibt, wo Worte Taten ausschließen.
Meinst Du das wortwörtlich so, das er nicht gleichzeitig ein Interview geben kann während er am Spiel arbeitet? Oder wie meinst Du das?

Ich meine... klar... es gibt wahrscheinlich eine Menge an Gründen, so etwas nicht in der Öffentlichkeit zu sagen. Ein paar davon habe ich ja auch schon spekuliert. Aber menschlich verständliche oder moralische Gründe sind das mit Sicherheit nicht. Das sind eher Gründe der PR, des Marketings und Verträge mit Sony. Der Zweck heiligt für mich nicht immer die Mittel.
Zum einen ja, die Zeit, die er für ein Interview verwendet, fehlt beim Ausüben von der creative direction. Zum anderen beziehe ich es auch nicht nur darauf, sondern auch z.B. auf das mentale Auschließen. Da es zwei unterschiedliche Themen sind, neigen sehr viele dazu das eine Thema gedanklich auszuschließen, vor allem, wenn das andere Thema ein viel größeres emotionales Gewicht hat. Bei einer Erwähnung von "sorry ich habe gelogen. Wir machen es durch unsere Taten jetzt besser" ist das emotionale Gewicht auf dem ersten Teil höher und somit besteht eine größere Wahrscheinlichkeit, dass der zweite Teil der Aussage weniger bis gar nicht wahrgenommen wird. Der erste Teil nimmt dem zweiten den Fokus. Das kennen wir allein sprachlich mit dem Wort "aber". Ein aber sorgt dafür, dass das Vorhergehende wahrscheinlich weniger wahrgenommen wird.

Das ist nur ein Beispiel der Gründe und wie du selbst sagst gibt es viele. Und viele von denen gehören immer noch zur "menschlich verständlich oder moralisch" Kategorisierung. Selbst PR und Marketing überschneidet sich sehr oft mit menschlich verständlichem und moralischem, in der heutigen Zeit sogar mehr als noch früher. Die Grenze hier ist sehr schwammig.

Wie oft muss ich bei meiner Arbeit ganz genau darauf achten was ich wie darstelle um die Leute nicht zu verwirren, und nicht vom Thema abzulenken. Wie oft ich merke, dass ein Zeigen durch Taten viel effektiver zum Verständnis führt, als ein Versuch es zu beschreiben. Wie oft ich blogs geschrieben habe und in jedem einzelnen davon gab immer ein Missverständnis, weil eben das "menschlich verständliche oder moralische" nicht so objektiv ist, wie wir es uns manchmal wünschen würden.

Edit: Mir ist gerade so ein extremes Beispiel zu einem anderen Thema eingefallen. Man mach folgende Aussage: "Ein Man ist im Durchschnitt physikalisch stärker als eine Frau". In erster Linie eine rein sachliche Aussage, welche einen Fakt beschreibt. Sehr viele Leute haben allerdings sehr schwere emotionale Erinnerungen allein an den Vergleich zwischen Man und Frau, unabhängig von dem Thema des Vergleichs. Bei solchen Menschen wird das emotionale Gewicht die Interpretation und das Verständnis der Aussage beeinflussen. Bei solchen Aussagen habe ich sehr oft die folgende Reaktion gesehen: "Willst du damit sagen, dass eine Frau nicht so stark ist wie ein Mann". Der Einfluss hat dazu geführt, dass einige Wörter aus der eigentlichen Aussage entfern wurde, unabhängig davon ob bewusst oder nicht.