Feed The Croc hat geschrieben:
Ich komm da irgendwie nicht mit. Was genau ist jetzt z.B. an Fallout 3 so schrecklich designt und abgespeckt?
Oder liegt´s an mir, bin ich etwa ein Casual Gamer geworden? Das dachte ich eigentlich nicht, und ich hoffe dass es nicht so ist.
Das soll kein Angriff oder geflame oder sonst was sein, ich will "euch" nur verstehen. :wink:
Nay. Schon okay. Und selbst wenn...ich teile ja selbst ganz gut aus.
Ich nehme mal Megaton als Beispiel. Die Stadt ergibt keinen Sinn. Warum sollten die Leute, die nicht diesen Kinder des Atoms-Quatsch mitmachen da wohnen wollen? Schön in Reichweite einer scharfen Bombe, die brav darauf wartet dass der Spieler 25 Skillpoints in Sprengstoff investiert und das Ding entweder entschärft oder hochgehen lässt?
Dann Tenpenny. Okay...Burke erklärt ja ganz nachvollziehbar warum er Megaton loswerden will...es versperrt die Sicht...auf was denn? Dreck? Der Tenpenny Tower ist ewig weit weg. Der Spieler soll sich jetzt vorstellen, dass mit ohne die Enginebeschränkungen Megaton die Aussicht irgendwie verschandelt wird...das muss man sich mal überlegen. Da sind nur Trümmer und Staub.
Tenpenny wirkt auch nicht soo irre, als dass man den Schwachsinn damit erklären könnte. Die ganze Quest diente imo nur, wie oben schon erwähnt, dazu, so zu tun als ob das Spiel voll mit entscheidungsfordernden Aufgaben wäre die richtige Konsequenzen nach sich ziehen. Der Spieler wird hier schamlos verarscht.
Machen wir weiter mit Moira. Die kleine Verrückte ist ja an sich ja echt süß mit ihrer verschrobenen Art. Aber was sollen diese Überlebenshandbuch-Quests? "Verstrahl dich bitte so schlimm wie möglich damit ich gucken kann was passiert?"
Fallout 3 soll keine Überlebenssimulation sein, das ist mir schon bewusst...aber ist echt niemandem aufgefallen wie lächerlich das klingt?
Dann die Aufgabe mit dem Einkaufszentrum. "Ich hab gehört da gibt es Vorräte. Plünder das mal bitte alles damit der Eintrag im Buch sinnlos wird. Die Sachen sind *hier genaue Wegbeschreibung einfügen*, also hätt ich das auch so reinschreiben können - aber Quests wachsen ja auch nicht auf Bäumen und vernünftige Questdesigner obviously erst recht nicht." Hallo?
Ähnlicher Blödfug wird einem ja gleich zu Anfang ins Gesicht geschlagen.
"Die Vault die nie jemand betritt und nie jemand verlässt?" - Mann...die Leute kommen und gehen da offensichtlich ein und aus wie es ihnen passt. Das die Charaktere in der Vault sowas von sich geben wär ja okay...die werden damit ja vom Aufseher verarscht. Aber gleich im Intro Ron Perlman den gleichen Kram von sich geben zu lassen...auch hier fühl ich mich für dumm verkauft. Wahrscheinlich sollte das einfach nur cool und grimdark klingen. So "ihr seid alle lebendig begraben!! *grusel*"
Nahezu jede Location, jedes Versteck, jede Waffe ist nur zum Selbstzweck wahllos im Ödland platziert worden und ergibt in den meisten Fällen nur so viel Sinn wie unbedingt nötig.
Vergleicht man das mit New Vegas, wo fast jeder Ort, jede Anlage irgendwie mit anderen Locations zusammenhängt und sich wunderbar zu einem Ganzen zusammenfügt, wird einem der Unterschied zwischen gutem und schlechtem Weltdesign schmerzlich bewusst.
Das gilt auch für die Fraktionen. Ihre Geschichte und wie einzelne Stützpunkte und Patrouillen in der Mojave platziert sind hat alles seinen Hintergrund und Sinn.
In Fo3 gibt es Little Lampligt und Big Town. Geil.
Ich möchte hier noch die Talon Company in den Raum werfen. WARUM?! Und mehr fällt mir dazu auch nicht ein.
Ganz zu schweigen von der miesen Hauptstory...langweiliger und peinlicher gehts echt nicht.
Dazu kommt noch das Skill/Character/Level/Wasauchimmer-System.
Man kann im Spiel problemlos alles auf den höchsten Wert pushen und steht am Ende so oder so mit einem Gottcharakter im Ödland.
Ich versteh das ja...mir fällts auch schwer mich auf bestimmte Sachen festzulegen und nutze jeden Exploit um irgendwie mehr zu können und möglichst vielseitige Skills zu haben. Aber das macht das Spiel für "Rollenspieler" praktisch wertlos.
Jeder hat da so seine Kritikpunkte.
Genau genommen ist nicht einmal Baldur's Gate 2 ein richtiges Oldschool-Computer-Rollenspiel, wenn man den Begriff so definiert wie man ihn nunmal definieren sollte.
Es ist unmöglich als reiner Rede-und-Schleich-Charakter irgendwie durch zu kommen. Es gibt da keine Möglichkeit. Nimm Fallout 1 als Beispiel...da geht das. Muss man nicht machen. Muss ich auch nicht. Will ich auch gar nicht. Aber es geht, es lässt einem unzählige Möglichkeiten dieses Spiel zu spielen und zu bewältigen und alles hat seinen Sinn und seinen Platz.
Damit will ich keineswegs alle Spiele schlecht machen, die ein RPG sein möchten, diese Qualitäten aber nicht vorweisen können. BG2 ist toll. Es gibt ne Menge zu lesen und zu Entdecken und viele tolle kleine Geschichten zu erleben. Fantasy in Bestform. Keine Frage. Aber es gibt Unterschiede zwischen guten Spielen und schlechten Spielen und Fallout 3, sorry, ist ein verdammt mieses Spiel.