Freakstyles hat geschrieben:alx-2009 hat geschrieben:
@ Freakstyles
Das ist eine Annahme der ich kritisch gegenüberstehe. Wenn ich unsere Jugend so anschaue und das was da teilweise mir beispielsweise als Verkäufer gegenübersitzt sehe ich eigentlich viel verschwendetes Potential. Menschen die eigentlich eine ganz andere Perspektive haben aber aufgrund von Restriktionen unseres Bildungssystems (nehmen wir den Gymnasiasten der nicht studieren konnte weil seine Eltern zu arm sind) ihre Chancen nicht wahrnehmen konnten gibt es meiner Meinung nach zu hauf. Insbesondere Frauen denen unsere "alte" Gesellschaft immer gesagt hat das die MINT Berufe für sie nix sind, könnten bei der Wahrnehmung ihrer Chancen die Stellen freigeben die wir benötigen.
Und insgesamt führen Investitionen in die Bildung langfristig dazu das die Zahl der "Raktenenwissenschaftler" weiter zunimmt und die Zahl der "Friseure und Verkaufer" abnimmt.
Da hast Du ja auch grundsätzlich recht mit, aber das hat doch nichts mit Lohngerechtigkeit zu tun!? Und die Leute sollen natürlich bessere Aufstiegschancen und Studienplätze bekommen auch wenn man aus armen verhältnissen kommt, aber es ändert doch nichts daran das wir immer eine nicht unwichtige Anzahl an Friseuren und Verkäufern brauchen. Und diese Schicht wird dann das gleiche verdienen wie jetzt. Ich verstehe das alles was Du sagst, ich verstehe nur nicht wie das zu einer besseren Lohngerechtigkeit führen soll.
Meine Annahme ist, dass es derzeit in dieser Gruppe "Friseuren und Verkäufern" noch zu viele gibt die da einfach nicht hingehören. Jede Arbeit hat einen Wert von dem man leben kann, gibt es aber zu viele die die Arbeit verrichten können (wollen, müssen), sinkt der Wert dieser Arbeit leider manchmal bis zu einem Punkt an dem davon keiner mehr leben kann. Wenn ich es also schaffe die Arbeitskraft durch Information und Bildung so zu verteilen das wir in unserer Zielgruppe "Friseuren und Verkäufern" wieder ein angemessenes Verhältnis aus Angebot und Nachfrage besteht, steigen zwangsläufig auch die Löhne wieder. (Und ein Haarschnitt wird das doppelte Kosten

hinzu kommt wie gesagt der Effekt das sich das allgemeine Bildungsniveau hebt und noch weniger Menschen in den fraglichen Berufen arbeiten werden.
Natürlich muss klar sein das wir aus der Zielgruppe "Friseuren und Verkäufern" keine High-Potentials machen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und da werden knappe Ressourcen sprich High-Potentials, eben immer besser bezahlt.
P.S.: nur zum Verständnis, unter Lohngerechtigkeit verstehe ich sowas hier:
Frank Bsirske (1), Vorstandsvorsitzender Verdi definiert gerechten Lohn folgendermaßen:
“Ein gerechter Lohn muss hoch genug sein, dass Beschäftigte mit einer Vollzeitstelle davon anständig ihren Lebensunterhalt bestreiten und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Er muss die Arbeitsbelastung, die Verantwortung und die Qualifikation berücksichtigen. Und zu einem gerechten Lohn gehört ein unbefristeter Arbeitsvertrag in Festanstellung, damit Beschäftigte ihr Leben und ihre Zukunft planen können.”
Wenn gerechter Lohn für dich heißt (Was ich jetzt nicht annehme) das alle sich ihren BMW aller 4 Jahre kaufen können, dann geht das mit Bildung natürlich nicht. Allerdings auch nicht mit einem Grundeinkommen.