.Lies dir diesen Absatz von dir noch mal in Ruhe und ich hoffe ernsthaft, dass du selbst erkennst, was du für einen Unsinn geschrieben hast.
Einmal davon abgesehen, dass das keine angemessene Art der Diskussionsführung mehr ist, stellt eben dies ein Grundproblem dar, das auf Seiten der Spieler häufig zu beobachten ist: Sie stellen wild irgendwelche unbelegten Behauptungen in den Raum und wenn ihnen dann die Argumente ausgehen (was leider oft sehr früh der Fall ist), dann werfen sie der Gegenseite vor, "Unsinn" zu schreiben.
Nur, dass ich überhaupt nicht auf der Gegenseite stehe! Ich habe auch nach wie vor den Verdacht, dass Du nicht verstehst, vorauf ich hinaus will. Es geht nicht um einen inhaltlichen Vergleich, sondern schlicht darum, dass gewisse Medien, die aus bestimmten Gründen sehr problematisch sind, selbstverständlich geächtet werden (was notwendig und richtig ist), andere jedoch nicht, obwohl hier ebenfalls anzunehmen ist, dass von ihnen schädliche Wirkungen ausgehen (können!).
Vielleicht war Pornographie aufgrund der Tatsache, dass es Leute gibt, die diesen unsinnigen Vergleich im Gegensatz zu mir tatsächlich anstellen, ein etwas unglückliches Beispiel. Zur Verdeutlichung dessen, was ich meine, daher noch ein anderes:
Wenn sich ein 13-Jähriger gemeinsam mit seinem 18-Jährigen Bruder einen Film mit eindeutig sexuellem Inhalt ansieht, gibt es viele Menschen, die dies als äußerst problematisch und "jugendgefährdend" einstufen. Wenn nun aber derselbe 13-Jährige gemeinsam mit seinem 18-Jährigen Bruder und einer Kettensäge fünf Stunden pro Tag virtuell von Checkpoint A zu Checkpoint B läuft und dabei alles zerfetzt, was Beine hat und kein Tisch ist, dann finden das viele Menschen - gerade aus der Spieler-Community - völlig in Ordnung (ich weiß nicht, ob Du schon einmal Befunde aus der funktionellen Bildgebung dazu gesehen hast, doch wenn nicht, dann würde ich Dir das dringend empfehlen...).
Dieser unterschiedlichen Bewertung liegt im Endeffekt die Überzeugung zugrunde, dass (auch normale) mediale Sexualität etwas Schmutziges, Schambehaftetes ist, während mediale Gewalt einfach akzeptiert wird (obwohl hier die Befundlage bedeutend ungünstiger und eindeutiger aussieht als im Falle sexualbetonter Medien, womit nicht gesagt werden soll, dass es hier keine Studien zu negativen Auswirkungen gäbe).
So, ich hoffe, ich habe mich jetzt verständlich ausgedrückt. Doch selbst, wenn das vorher nicht der Fall gewesen sein sollte, ist das kein Grund, in dieser Weise unfreundlich zu werden!
Zur internen Validität von Pfeiffers Studien zum Zusammenhang von Medienkonsum und schulischen Leistungen: Dass es hier eine negative Korrelation gibt, ist in Forscherkreisen völlig unstrittig! Die kausale Richtung des ganzen sowie die interne Validität sind in diesem Fall tatsächlich fragwürdig.
Es geht hier aber weder um den Zusammenhang von schulischen Leistungen und Medienkonsum, noch ergreife ich Partei für Herrn Pfeiffer!
Ich finde es nur ausgesprochen unsinnig, Studien von ihm grundsätzlich abzulehnen und ihn ständig als Prototypen für die angebliche Unseriösität der gesamten Forschung zum Thema hinzustellen (DAS ist "undifferenziert"!)! Grundsätzlich - und ich kann das nicht oft genug betonen - bin auch ich weder ein Pfeiffer-Freund (vielmehr werde ich sehr schnell misstrauisch, wenn ein Wissenschaftler ständig im TV herumspringt und offensive Statements abgibt), noch plädiere ich für ein Verbot bestimmter Spiele.
Ich plädiere aber schon dafür, dass man so ganz kritiklos und naiv auch nicht mit diesem Thema umgehen kann, als wäre es völlig absurd, dass es da funktionale Zusammenhänge geben könnte (denn das ist es ganz und gar nicht und die vorliegenden Daten sprechen da eine nicht eindeutige, aber dennoch recht deutliche Sprache!).
Sicher differenziert Pfeiffer zu wenig (was ich auch nie bestritten habe), aber differenzieren denn die Spieler? Es ist sehr einfach, von der Gegenseite Differenzierung zu verlangen, andererseits aber an den eigenen absolutistischen und ebenfalls undifferenzierten Sichtweisen festzuhalten! Und "Gerüchte", die zum gegenwärtigen Zeitpunkt völlig haltlos sind, machen die Debatte auch nicht sachlicher!
Das ist schon richtig, aber wer sagt denn, dass in jedem denkbaren Fall ein 18-Jähriger diese Kompetenz besitzt, ein 15-Jähriger aber noch nicht?! Wer sagt, dass sich die implizite Auswirkung solcher Medien auf einen 15- und einen 18-Jährigen grundsätzlich qualitativ unterscheidet? Das ist doch der Punkt!Jedes Medium benötigt eine gewisse Medienkompetenz, damit es vernünftig konsumiert werden kann.
Übrigens: Selbstverständlich könnte der Staat bei einem eindeutig kausalen Zusammenhang zwischen dem Konsum bestimmter Medien und massivem Anstieg von Gewalt den Konsum dieser Medien unterbinden, indem ihr Verkauf und Besitz schlicht und einfach verboten wird (entsprechende Beispiele im Medienbereich gibt es ja bereits)!
Wie sinnvoll das wäre und dass es natürlich auch dann immer Leute gäbe, die das Zeug in aller Heimlichkeit weiterhin konsumieren (vermutlich sogar vermehrt), ist Gegenstand einer anderen Diskussion!
ZockerManiac
