Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

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YBerion
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von YBerion »

SingendeElch hat geschrieben: Ich will Kickstarter ja gar nicht schlecht reden. Man sollte trotz der vielen Vorteile dennoch beachten, dass man dabei auch Geld verlieren kann. Was passiert, wenn nach einem Jahr das Geld aufgebraucht wurde und es noch kein fertiges Spiel gibt?
Einem nackten Mann kann man dann nicht mehr in die Tasche greifen.
Gut, verstehe ich dass man diese Sorge hat. Man sollte jedoch in Betracht ziehen, dass das bei Spielen über Publisher nicht anders ist. Da kann genauso Schrott bei rauskommen und die werten Spielemagazine bekommen ihr Schweigegeld. Ich denke da an Gothic 3, ich habe mir sagen lassen, dass die Verkaufsversion miserabel gewesen wäre :Blauesauge:
SingendeElch hat geschrieben: Darum geht es hier aber ja eigentlich auch nicht. Das sollte auch nur eine Randbemerkung sein.
Was ich zum Spiel sagen wollte ist, dass die guten Erinnerungen an Baldurs Gate doch nicht wegen der Grafik oder der fehlenden Sprachausgabe herrühren.
Das denkt man vielleicht, wenn man nur kurz drüber nachdenkt. Aber ich glaube Baldurs Gate und auch andere Rollenspiele (mein absoluter Liebling war da z.B. Might & Magic 6) hatten etwas an sich, dass sie so "genial" machte.
Das war aber nicht die Grafik. Der Grund warum viele das denken könnten ist, dass sie sehen, wie heute viele Spiele mit guter Grafik schlecht sind. Dann kommt schnell die Überlegung (bessere Grafik = schlechteres Spiel)
Tatsächlich sind heutige Spiele aber oft wegen der ganzen Begrenzung schlecht und nicht direkt wegen der Grafik.

Eine Story für Erwachsene mit viel Tiefgang, eine riesige Welt, viele Freiheiten, hunderte Stunden Spielzeit usw., das will ich sehen.
Dazu aber auch eine angemesse Grafik, guter Ton und Social Media Anbindung ... ok der letzte war ein Scherz. :-)
Ja, ich gebe dir da uneingeschränkt Recht, was die Grafik, Tiefgang etc. angeht. Jedoch nur mit einer Einschränkung!!: betrachte Spiele nicht auf einer Messlatte, wo es stets ein besser oder schlechter gibt. Ich hatte zuvor schon gesagt, dass diese alten D&D Spiele für mich nahe an Büchern stehen, moderne RPG's sind dagegen eher filmischer. Bücher sind jedoch mit Garantie nicht schlechter als Filme, nur weil sie keine Synchro oder gar "Grafik" bieten.
KnuP
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von KnuP »

SingendeElch hat geschrieben: Für mich wirken diese alten Herren wirklich wie Vertreter der "Gestern war alles besser"-Generation.
Aber es ist ja auch viel einfach alte Ideen aufzuwärmen anstatt sie in ein neues Gewand zu übertragen.
Jetzt überlege mal warum die Leute gerade Obsidian die Bude einrennen und mit Geld bewerfen.
Hier geht es nicht um "Früher war alles besser" sondern um "Früher war nicht alles schlecht".
Hier geht es nicht um eine Pseudo-Grafikdiskussion, sondern um eine Spielphilosophie, um Gameplay-Mechaniken, um Komplexität, Entscheidungsfreiheit, Story, Charakterentwicklung und "Seele".
Diese "alten Ideen" sind Grundlage einiger der größten CRPG Klassiker der Geschichte. Die Leute sind geraden deswegen begeistert, weil hier an alte Traditionen angeknüpft wird.
SingendeElch hat geschrieben: Was ich an dieser ganzen Kickstartergeschichte aber sehr lustig finde ist folgendes:
Seit Jahren höre ich in Foren immer wieder den Vorwurf "die großen Publisher benutzen uns als Betatester". Die gleichen Leute zahlen nun voller Freude teilweise hunderte Euro für ein Spiel, von dem es noch nicht mal Screenshots gibt.
Jetzt sind sie nicht mal mehr nur Betatester sondern auch noch Darlehensgeber.
Es ist eine seltsame Welt in der wir leben.
Weil bei Obsidian Leute arbeiten die für einige der besten Spiele der vergangenen 20 Jahre verantwortlich sind.
Weil Obsidian gezeigt hat das sie könnten, wenn man sie ließe.
Weil die Leute merken, das Obsidian diesen Weg gegangen ist, um kompromisslos ihr Ding durchzuziehen statt sich ihr Projekt von einem großen Publisher massenmarkttauglich bis zur Unkenntnis verwässern zu lassen, damit es noch der allerletzten 14jährigen Kawumm-Action-Dumpfbacke gefällt.
Ist es wirklich so schwer zu verstehen, das Leute gerne bereit sind in Vorleistung zu gehen, wenn sie merken das da Entwickler mit Herzblut bei der Sache sind, Entwickler die bewiesen haben das sie es können, und die jetzt ein Spiel machen können bei dem nicht sämtliche Ecken und Kanten abgeschliffen werden weil es mehr ist als eine Auftragsarbeit?
Nein vermutlich kann die Generation CoD das nicht. Da wird nur noch konsumiert und von Titel zu Titel gehetzt. Einlegen, spielen, vergessen.
_Semper_
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von _Semper_ »

Azurech hat geschrieben:aber es zu feiern, dass ein doch recht guter Entwickler so eine Unsumme an Geld verlangt und damit ein Spiel produziert, was vor zig Jahren vielleicht optisch und vom Gameplay her ansprechend war?
1.1mio als unsumme?! du scheinst nich zu wissen, dass 20-30mio normal sind, um ein spiel zu finanzieren. obsidian verbrennt derzeit im monat ca. 600-700k. nur so in etwa, damit du dir vorstellen kannst, wieviel man brauchen würde...

um zu beurteilen, wie's es optisch ausschauen wird, warten wir mal lieber screens ab, ja?

@synchro: hoffentlich habt ihr auch gelesen, dass es flavour lines geben wird. weil hier ständig davon gesprochen wird, dass es hoffentlich so is.
Chaftain
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Beitrag von Chaftain »

Stimme meinem Knup zu.. :)
Es gibt auch Kickstarter Projekte die in die Hose gegangen sind.....^^aus gutem Grund :)
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Kajetan
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von Kajetan »

adventureFAN hat geschrieben:Wisst ihr eigentlich wie aufwendig es ist Grafik ala Witcher 2 herzuzaubern?
Dafür sind viele, sehr gute Fachleute von Nöten und die Kosten eine Menge Schotter.
Angeblich hat The Witcher 2 so um die 12 Mio. Euro gekostet, was angesichts der Produktionswerte im Vergleich zu den sonst üblichen Spielen der Majors eine geradezu lächerlich winzige Summe ist.

Tolle Graphik kostet, ja. Aber Produtionskosten von etlichen Dutzend Millionen Dollar und ein Produktionsteam von 200-300 Leuten, wie das mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme bei den Spielen der Majors ist ... das ist nicht notwendig, um optisch aufwendige Spiele zu produzieren. Das ist nur ein Zeichen für Inkompetenz seitens der Publisher, die es einfach nicht mehr schaffen ihre Kosten in den Griff zu bekommen.
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haudida_dude
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von haudida_dude »

@ Sprachausgabe/Vertonung
Vertonte Dialoge sind eine feine Sache. Besser sind aber verzweigte Interaktionen und Reaktionen der Gruppenmitglieder auf die Umwelt, Skillabhängige Dialogoptionen (Planescape!), eine Charactersystem welches nicht nur auf Kampffertigkeiten basiert, nichtlineare Quests, alternative Lösungswege, und das alles eingebettet in eine lange, durchdachte, vielschichtige Storyline in einer glaubwürdigen Welt die vieles abseits der Hauptquest zu bieten hat. Und genau um so ein Spiel geht es hier. Das hat nichts mit Oldschool zu tun.

Im Endeffekt bedeutet dies, dass du bei einem Spieldurchgang nur etwa 10% der Dialoge eines Charakters (PC, companions, wichtige NPC) zu sehen bekommst. Will man das alles Vertonen, muss man zig gute Schauspieler 100te Stunden Tonaufnahmen machen lassen. Das lässt sich kaum bezahlen und mit Lokalisation fangen wir erst gar nicht an. Selbst bei AAA Spiele von Bioware mussten die Dialogoptionen auf ein Maß reduziert werden das keinem RPG mehr gerecht wird. Und diese Spiele haben ein Entwicklungsbudget was das eines großen Kickstarterprojekts um das zehn bis hundertfache übersteigt.

@2D vs 3D
3D macht sicherlich Sinn wenn man ein cinematisches Erlebnis a la Bioware produzieren will. Das steht hier gar nicht zur Disposition. Hier geht es um eine Echtzeit RGP aus isometrischer Perspektive. Bei einer fixen Kamera macht es viel mehr Sinn die Hintergründe vorzurendern und per Hand mit vielen Details zu versehen. Die beweglichen Objekte wie Charaktere werden dann in Echzeit 3D gerendert, siehe zB Shadowrun.
SingendeElch
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von SingendeElch »

KnuP hat geschrieben:Ist es wirklich so schwer zu verstehen, das Leute gerne bereit sind in Vorleistung zu gehen, wenn sie merken das da Entwickler mit Herzblut bei der Sache sind, Entwickler die bewiesen haben das sie es können, und die jetzt ein Spiel machen können bei dem nicht sämtliche Ecken und Kanten abgeschliffen werden weil es mehr ist als eine Auftragsarbeit?
Nein vermutlich kann die Generation CoD das nicht. Da wird nur noch konsumiert und von Titel zu Titel gehetzt. Einlegen, spielen, vergessen.
Dabei musste ich irgendwie sofort an Duke Nukem Forever denken.
Stell dir vor sowas hätten sie damals als Kickstarter angeboten. Die Leute hätten vielleicht ähnlich argumentiert wie du. "Entwickler mit Erfahrung" "Spiel mit Ecken und Kanten" usw..
Das alles um dann nach XX Jahren einen stupiden Shooter mit veralteter Technik zu bekommen.

Ich denke die ganze Kickstarter Idee hat zwei Seiten. Mehr Freiheit für Entwickler kann zu tollen neuen Spielerlebnissen führen, aber gleichzeitig wird damit auch ein Teil des Risikos ausgelagert.

Nun aber nochmal zu den interessanten Beiträgen über deinem. Ich denke es steck viel wahres in der Überlegung, dass sich viele Spiele mit ihrer Grafik überhoben haben.
Das warum ist dabei sicher nicht schwer zu beantworten. Mit Grafik lässt sich einfach sehr gut ein Hype aufbauen und es ist tolle Werbung. Wer sieht in Teaser Videos schon viel von der tatsächlichen KI oder vom Umfang der Story.

Es gibt aber dennoch auch andere Beispiele. Ich meine damit z.B. die Source Engine. Sie ist sicherlich von der reinen Grafikqualität schlechter als z.B. die Engine von Far Cry 2, aber sie hat einen gewissen Charme (sicherlich auch bischen subjektiv) und ist ziemlich funktional.
Ich glaube schon, dass ein Kickstarter mit 2-3 Mio Kapital mit dieser Engine ein sehr umfangreiches Spiel gestalten könnte. Dann vermutlich eher Ego-Shooter, wobei ich glaube, dass Dota 2 auch auf der Source Engine beruht.

Übertragen auf Rollenspiele kommt mir da die Grafik von Magicka in den Sinn. Sowas könnte ich mir gut vorstellen für das Project Eternity. Dabei fand ich vor allem auch solche Ideen, dass man Wasser einfrieren kann sehr witzig. Es sind nur Kleinigkeiten die einen aber tiefer in die virtuelle Umwelt einbeziehen.

Lange Rede kurzer Sinn. Ich denke Entwickler bewegen sich immer in einem Spannungsfeld zwischen: Grafik-KI-Umfang (und vermutlich noch einigen weiteren Punkten)

Aber eine gute KI und ein ordentlicher Umfang sind auch mit einer hübschen 3D Grafik möglich.
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Azurech
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von Azurech »

Die 2D Grafik von Shadowrun finde ich zB sehr hübsch. Bin mal gespannt auf den ersten Screenshot, der irgendwann kommen mag.
Bambi0815
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Beitrag von Bambi0815 »

Ohne paypal denke ich ist es schwerer geld zusammen zu bekommen.
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Jarnus
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von Jarnus »

_Semper_ hat geschrieben:
ProbeEtPylon hat geschrieben:
Jarnus hat geschrieben:viel mehr schafft man halt kaum zu zocken und wenn ich für 15€ nen Project Eternity bekomme, geb ich bestimmt keine 50€ mehr für nen hingeschludertes fastfood rpg allá Risen 2 oder MassEffekt 3 aus!
auch wenn jeder dollar hilft, genau die einstellung bringt keinen weiter... bei kickstarter geht's nich um ramschverkäufe, schnelle schnäppchen schießen oder steam sales, sondern darum, was dir das spiel wert ist. ich geh' ja damit konform, dass man für heutigen mainstream mist nich mehr als 20eus legen sollte. obsidian macht jetzt aber endlich wieder seit vielen jahren einen würdigen nachfolger der alten ie games (zumindest angekündigt) und dir ist das nichma 40-50euro wert?! schon iwo erbärmlich...
da hast du mich falsch verstanden! aktuell zahle ich für viele spiele gerne 40-50€! Steam sales, wo geniale - teilweise kein jahr alte games für 5€ verramscht werden, sind mir mir ein graus! aktuelle "blockbuster" kosten aber meist 10-50mio €+ in der entwicklung, ein 2d rpg ohne syncro und cut-szenes, vielleicht 3-5mio €...ein click-adventure trotz syncro vielleicht 2-3mio! wenn ich müsste, würde ich dafür sicher auch mehr als 15€ ausgeben, aber wenn Obsidian & co 15€ als passenden preis bestimmen, bin ich dann doch nicht soo idealistisch, dass ich freiwillig mehr zahle!

die großen 50€ blockbuster haben dann auf dem PC natürlich das nachsehen (zumindest wenn man 2d rpgs und adventures mag...)! auf der WiiU (schon vorbestellt) werd ich aber weiter einige dieser games zocken und natürlich teuer bezahlen (aktuell 70€ p/spiel bei vorbestellungen für Mario & co)...alle paar jahre nen neues Fifa und Tekken und gelegentlich nen shooter mit dicker grafik, muss ich dann doch haben!
KnuP
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von KnuP »

SingendeElch hat geschrieben:
Übertragen auf Rollenspiele kommt mir da die Grafik von Magicka in den Sinn. Sowas könnte ich mir gut vorstellen für das Project Eternity. Dabei fand ich vor allem auch solche Ideen, dass man Wasser einfrieren kann sehr witzig. Es sind nur Kleinigkeiten die einen aber tiefer in die virtuelle Umwelt einbeziehen.

Lange Rede kurzer Sinn. Ich denke Entwickler bewegen sich immer in einem Spannungsfeld zwischen: Grafik-KI-Umfang (und vermutlich noch einigen weiteren Punkten)

Aber eine gute KI und ein ordentlicher Umfang sind auch mit einer hübschen 3D Grafik möglich.
Man darf nicht vergessen, das Obsidian schon die selbst entwickelte Onyx Engine (Dungeon Siege 3) in der Hinterhand hat. Damit kann man schöne Landschaften bauen und die hat nette Licht- und Physikspielereien.
Ich vermute mal das Project Eternity auf einer (modifizierten) Version davon aufbaut.
Die Engine und Tools sind da, keine Lizenzkosten, Erfahrung damit hat man auch.
Wird schon hübsch werden.
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Wurmjunge
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von Wurmjunge »

SingendeElch hat geschrieben:2D nur wegen der Nostalgie ist einfach schlecht. Wenn es dafür andere gute Gründe geben würde wäre ich ja auch bereit meine Meinung zu ändern.
Ansonsten sieht dezentes 3D aus der Iso-Perspektive einfach viel besser aus.
Und die fehlende Synchro finde ich auch kritisch. Muss ja nicht eine Vollvertonung sein, aber an einigen wichtigen Stellen sollte es die schon geben.
Eine von Hand gezeichnete 2D-Welt erlaubt eine ausdrucksstarke künstlerische Stilgebung und läßt dem Betrachter/Spieler gezielt Freiräume um sie mit seiner Phantasie zu füllen. Das Gleiche gilt für die fehlende Vertonung der Texte - in diesem Fall eben keine Not sondern eine Tugend, zum Einen bleibt ein zusätzliches Spielfeld für den menschlichen Geist (es macht eben einen Unterschied ob man sich nun ein Hörbuch anhört oder das Buch tatsächlich selber liest), zum Anderen erlaubt die deutlich einfachere technische Realisierung eben ein hundertfaches an möglichem Umfang.

Hier geht es ja um ein Spiel, daß Tugenden aus einer Zeit hochhält, zu der die Spieleentwicklung sich häufig mehr an Malerei und Literatur orientierte als am schnöden Kino. Und grundsätzlich ist es, wenn man irgendwie festgefahren ist und keine Lösung für sein Problem findet, manchmal keine schlechte Idee, mit dem was man dazu gelernt hat, an einem bestimmten Punkt einfach neu anzufangen.
_Semper_
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von _Semper_ »

Jarnus hat geschrieben:da hast du mich falsch verstanden! aktuell zahle ich für viele spiele gerne 40-50€! [...] wenn ich müsste, würde ich dafür sicher auch mehr als 15€ ausgeben, aber wenn Obsidian & co 15€ als passenden preis bestimmen, bin ich dann doch nicht soo idealistisch, dass ich freiwillig mehr zahle!
wie du's auch drehst und wendest, du reitest dich immer weiter rein... typische "geiz ist geil"- und "hauptsache ich komm' billig weg" mentalität.
Ramireza
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von Ramireza »

Azurech hat geschrieben:Ich muss Kattamakka auch teilweise zustimmen. Hier sieht man wieder, wie viele etwas zu weit in der Vergangenheit (was Videospiele angeht) stecken geblieben sind.
Klar, bei so vielen schlecht umgesetzten RPG's heutzutage kann man das einem auch nicht immer verübeln, aber es zu feiern, dass ein doch recht guter Entwickler so eine Unsumme an Geld verlangt und damit ein Spiel produziert, was vor zig Jahren vielleicht optisch und vom Gameplay her ansprechend war?
Etwas zu enthusiastisch, wie ich finde.

Sollen die guten Herren da doch lieber zeigen, wie man die guten alten Qualitäten mit moderneren Elementen sinnvoll verknüpfen kann. Viele scheitern da ja anscheinend.

2D oder fehlende Sprachausgabe zum Beispiel muss echt nicht mehr sein (oder stand das gar nicht fest?)
Naja, ich lass mich mal überraschen, denn eigentlich fand ich ältere Spiele immer recht interessant, sobald ich sie aber gezockt habe, wurde mir eher langweilig und ich hab wieder aufgehört.
Mmh :)

Ich habe vor kurzem Baldurs Gate, Planescape Torment und Icewind Dale zum ersten mal gespielt, ich habe also nicht die die Retro Brille auf. Was Spieltiefe, komplexität, Storytelling und vor allem die Spielzeit angeht, hat KEIN neueres Spiel erreicht, nicht mal annähernd. Skyrim bietet zwar auch ne Menge Content, nur ist das Spiel nach 20 Stunden so simpel und vereinfacht, das es sich fast von alleine Spielt. Intellektueller Anspruch = Null.

Nun, warum ist das so?

Spiele mit weniger Anspruch gab es schon immer. Aktion Adventures, Arcade Games und Shooter, sie alle waren auch früher leicht zugänglich, waren deutlich besser Inszeniert und wenig Komplex was das Gameplay angeht, und auch damals haben sich diese Spiele besser verkauft als RPG´s. Da die Publisher natürlich Geld verdienen wollen, wurde begonnen RPG´s immer mehr mit den einfach zugänglichen (und besser verkaufbaren) Komponenten dieser Spiele zu würzen und komplexe Mechanismen zu entfernen. Schaut euch mal die Entwicklung der Bioware RPG´s an :

Baldurs Gate 2 (2000) > Neverwinter Nights (2002) > Kotor (2003) > Jade Empire (2007) > Mass Effect (2007 - 2012).

Die Spiele wurden von mal zu mal simpler, einfacher Zugänglich und auch der Aktionanteil wuchs, ebenso wie die Anzahl und Qualität der Inszenierung. Anfänglich waren zumindest Charaktere und Story noch anspruchsvoll und vielschichtig (Kotor, Jade Empire), geendet hat diese Verflachung allerdings dann mit Mass Effect 3, wo nebem dem COD artigen Gameplay auch Inhaltlich so weit runter gefahren wurde, das wirklich niemand mehr überfordert werden konnte. Und Bioware hat eigentlich nichts anderes gemacht als auf den Kunden zu hören :

Bei Mass Effect 2 lief Hintergrund ein Tool das wirklich jede Pause, jede Aktion und jede Entscheidung protokolliert wurde. Man hat zb herausgefunden, das ein Großteil der Spieler Dialoge weggeklickt hat, bzw. kaum Gespräche begonnen wurde. Das Ergebnis war das echte Interaktivität in Gesprächen noch weiter zurück gefahren wurde.

Das echte Rollenspiel wurde assimiliert, ausgelöscht und ausradiert. Viele Spieler um die 20 oder jünger wissen garnicht mehr was ein echtes RPG ist. Sie glauben Skyrim, Mass Effect oder sogar Darksiders II (!) wäre ein RPG, weil man da im Level aufsteigt. Natürlich wirken Spiele wie Baldurs Gate 2 oder Planescape Torment da völlig deplaziert und ewig gestrig.

Fakt ist aber :

Diese Spiele enthalten Dinge die viele garnicht mehr kennen und darum auch nicht vermissen.

Wir leben in einer Zeit in denen sich Spiele inhaltlich tatsächlich zurück entwickeln, sowas hat es wirklich in der Form noch nicht gegeben. Und nur weil man erkannt hat, das sich das immer Gleiche viel besser an die Gleichgemachten verkaufen lässt.

Tip an die Leute die diesen "alten Scheiss" nicht kennen : Gebt diesen Spielen eine Chance, und zwar eine richtige. Ihr werdet feststellen das dort Sachen Schlummern die völlig neu für euch sind, die euch begeistern, frustrieren, motivieren, reinlegen, fordern und manchmal überfordern aber am Ende doch belohnen.

Quasi Dark Souls fürs Hirn und die Seele!

Ein eigentlich Retro - nicht Möger
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KATTAMAKKA
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Re: Project Eternity: Rollenspiel-Finanzierung in Rekordzeit

Beitrag von KATTAMAKKA »

Ramireza hat geschrieben:
Azurech hat geschrieben:Ich muss Kattamakka auch teilweise zustimmen. Hier sieht man wieder, wie viele etwas zu weit in der Vergangenheit (was Videospiele angeht) stecken geblieben sind.
Klar, bei so vielen schlecht umgesetzten RPG's heutzutage kann man das einem auch nicht immer verübeln, aber es zu feiern, dass ein doch recht guter Entwickler so eine Unsumme an Geld verlangt und damit ein Spiel produziert, was vor zig Jahren vielleicht optisch und vom Gameplay her ansprechend war?
Etwas zu enthusiastisch, wie ich finde.

Sollen die guten Herren da doch lieber zeigen, wie man die guten alten Qualitäten mit moderneren Elementen sinnvoll verknüpfen kann. Viele scheitern da ja anscheinend.

2D oder fehlende Sprachausgabe zum Beispiel muss echt nicht mehr sein (oder stand das gar nicht fest?)
Naja, ich lass mich mal überraschen, denn eigentlich fand ich ältere Spiele immer recht interessant, sobald ich sie aber gezockt habe, wurde mir eher langweilig und ich hab wieder aufgehört.
Mmh :)

Ich habe vor kurzem Baldurs Gate, Planescape Torment und Icewind Dale zum ersten mal gespielt, ich habe also nicht die die Retro Brille auf. Was Spieltiefe, komplexität, Storytelling und vor allem die Spielzeit angeht, hat KEIN neueres Spiel erreicht, nicht mal annähernd. Skyrim bietet zwar auch ne Menge Content, nur ist das Spiel nach 20 Stunden so simpel und vereinfacht, das es sich fast von alleine Spielt. Intellektueller Anspruch = Null.

Nun, warum ist das so?

Spiele mit weniger Anspruch gab es schon immer. Aktion Adventures, Arcade Games und Shooter, sie alle waren auch früher leicht zugänglich, waren deutlich besser Inszeniert und wenig Komplex was das Gameplay angeht, und auch damals haben sich diese Spiele besser verkauft als RPG´s. Da die Publisher natürlich Geld verdienen wollen, wurde begonnen RPG´s immer mehr mit den einfach zugänglichen (und besser verkaufbaren) Komponenten dieser Spiele zu würzen und komplexe Mechanismen zu entfernen. Schaut euch mal die Entwicklung der Bioware RPG´s an : Baldurs Gate 2 > Neverwinter Nights > Kotor > Jade Empire > Mass Effect.

Die Spiele wurden von mal zu mal simpler, einfacher Zugänglich und auch der Aktionanteil wuchs, ebenso wie die Anzahl und Qualität der Inszenierung. Anfänglich waren zumindest Charaktere und noch anspruchsvoll und Vielschichtig (Kotor, Jade Empire), geendet hat diese Verflachung allerdings dann mit Mass Effect 3, wo nebem dem COD artigen Gameplay auch Inhaltlich so weit runter gefahren wurde das wirklich niemand mehr überfordert werden könnte. Und Bioware hat eigentlich nichts anderes gemacht als auf den Kunden zu hören :

Bei Mass Effect 2 lief Hintergrund ein Tool das wirklich jede Pause, jede Aktion und jede Entscheidung protokolliert wurde. Man hat zb herausgefunden, das ein Großteil der Spieler Dialoge weggeklickt hat, bzw. kaum Gespräche begonnen wurde. Das Ergebnis war das echte Interaktivität in Gesprächen noch weiter zurück gefahren wurde.

Das echte Rollenspiele wurde assimiliert, ausgelöscht und ausradiert. Viele Spieler um die 20 oder jünger wissen garnicht mehr was ein echtes RPG ist. Sie glauben Skyrim, Mass Effect oder sogar Darksiders II (!) wäre ein RPG, weil man da im Level aufsteigt. Natürlich wirken Spiele wie Baldurs Gate 2 oder Planescape Torment da völlig deplaziert und ewig gestrig. Fakt ist aber :

Diese Spiele enthalten Dinge die viele garnicht mehr kennen und darum auch nicht vermissen.

Wir leben wirklich in einer Zeit in denen sich Spiele inhaltlich tatsächlich zurück entwickeln, sowas hat es wirklich in der Form noch nicht gegeben. Und nur weil man erkannt hat, das sich das immer Gleiche viel besser an die Gleichgemachten verkaufen lässt.

Tip an die Leute die diesen "alten Scheiss" nicht kennen : Gebt diesen Spielen eine Chance, und zwar eine richtige. Ihr werdet feststellen das dort Sachen Schlummern die völlig neu für euch sind, die euch begeistern, frustrieren, motivieren, reinlegen, fordern und manchmal überfordern aber am Ende doch belohnen.

Quasi Dark Souls fürs Hirn und die Seele!

Ein eigentlich Retro - nicht Möger
Jetzt muss ich doch wieder hier posten :D

Deine argumente kann ich absolut nachvollziehen , nur Iso Sicht und diese nicht minder hässlichen knallbunte Kreise sind einfach nicht zu ertragen. Will sagen das ganze in 3rd und mit einem halbwegs Dark Soul ähnlichem Fightsystem ( bitte kein Skyrim holzlatten gefuchtel) dann lieber heute als Morgen. Die Grafik selber ist mir absolut zweitrangig. Aber so ne kickstarter Iso Sicht mit ihren knallbunten kreischen zum verschieben , also diese Art RPG Schwemme was da demächst auf uns zu kommt brauche ich nicht. Diese alternde Heros der Game Geschichte machen praktisch alle das selbe und das seit weis Gott wiviel Jahrzehnten.Von ihrem Uralt Fantasie design möchte ich erst gar nicht reden :D

Da muss man sich echt fragen , was haben diese Typen in den letzten 20 Jahren eigentlich gemacht . Oder wo ist deren ihre weiterentwicklung , Lernkurve , Fortschritt im Game Verständniss. Das sind genau so trübe Tassen wie die Typen von Risen . Für mich klingt das alles nach bezuschuste Beschäftigungs Therapie für Leute ohne Fantasie,Power und vor allem mit null Kreativität
Zuletzt geändert von KATTAMAKKA am 16.09.2012 14:44, insgesamt 6-mal geändert.