Ok, vielleicht kann ich eine Mitschuld der Spieler auch sehen, immerhin sind Publisher gewinnorientierte Unternehmen und müssen daher (in Grenzen!) auf erkennbare Nachfragetrends reagieren, wenn sie überleben wollen.Balmung hat geschrieben: ↑04.09.2017 19:14Nö, ich sehe die Schuld so ziemlich bei 50:50. Es klingt bei mir nur oft einseitig, weil über die Entwickler schon Andere immer genug herziehen und ich mich daher mehr auf die Spielerseite konzentriere.Wigggenz hat geschrieben: ↑04.09.2017 19:10Wieder möchtest du den Spielern die Schuld für die Entwicklung der Industrie geben.Balmung hat geschrieben: ↑04.09.2017 19:04 Wären nicht so viele heutige Spieler solche egoistischen Deppen, dann könnten wir viele gute Spiele haben, die tatsächlich auch vom Spielkonzept aufgehen und auf Dauer extrem viel Spaß für Alle machen würden. Aber nein, nach mir die Sintflut gilt bei zu vielen Spielern. Früher hatte man noch so etwas wie Spielerehre, wozu auch gehört sich an Spielregeln zu halten und das Spiel zu respektieren, heute wird man bei dem Wort nur noch vom Großteil der möchtegern Spieler schief angeguckt und ausgelacht.![]()
Auch hier nochmal: wie sich die Spiele entwickeln, entscheiden immer noch die Publisher. Klar, die Spieler können durch ihr Konsumverhalten Signale senden, tun es jedoch gerade nicht und verdienen deshalb Kritik (hier lohnt mal wieder ein Verweis auf die MW2-Boykott-Steamgruppe). Aber die letzte Entscheidung treffen immer noch die Publisher und nicht die Spieler. Es liegt ganz bei den Publishern, auf irgendwelche Trends oder erkennbare Hypes aufzuspringen und in die Richtung die Spiele zu gestalten, oder zu Lasten des Gewinns etwaigen Prinzipien treu zu bleiben.
Du hingegen schiebt die Schuld immer wieder allein auf die Publisher/Entwickler und das ist definitiv falsch. Beide Seiten tragen ihre Schuld an der Entwicklung. Beide Seiten wurden über die Jahre zu egoistisch und haben das eigentlich wichtige aus den Augen verloren: das Spiel selbst.
Die 50:50 kann ich jedoch nie und nimmer nachvollziehen, wo doch nur der Publisher Spiele direkt beeinflusst und die Spieler dies durch kaufen oder nicht kaufen höchstens indirekt können. Völlig egal, wie die Trends und Hypes aussehen, der Publisher hat IMMER die Möglichkeit zu sagen: "Scheiß drauf, dem schließe ich mich nicht an, ich setze lieber eine ursprüngliche Vision um." Es sei denn, das würde das Unternehmen in die Pleite führen, aber wann ist das denn mal der Fall? Auch wenn der Spieler ein williges Ziel abgibt, den Abzug betätigt immer noch der Publisher.
Außerdem sind die Spieler auch eine große und extrem heterogene Gruppe von Individuen ohne irgend eine Art von einheitlicher Willensbildung, im Gegensatz zu den hierarchisch organisierten Publishern, die ohne Weiteres (bzw. lediglich durch Beschluss des jeweiligen vorsitzenden Gremiums) einen einheitlichen Willen bilden und danach handeln können.
Letztlich ist es Spielern stets nur möglich zu reagieren, während die Publisher agieren und als Einzige neue Akzente in der Videospielwelt (positive sowie auch vor allem negative) setzen können.
Im Zusammenspiel dieser Punkte kann ich zwar durchaus eine Teilschuld der Spieler eingestehen, aber niemals zu gleichen Teilen.
