Spielemarkt Deutschland: Knapp 13.000 Menschen entwickeln und vertreiben hierzulande Computer- und Videospiele

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Heruwath
Beiträge: 1023
Registriert: 26.03.2008 12:06
Persönliche Nachricht:

Re: Spielemarkt Deutschland: Knapp 13.000 Menschen entwickeln und vertreiben hierzulande Computer- und Videospiele

Beitrag von Heruwath »

sphinx2k hat geschrieben: So rar sind die Fachkräfte nun nicht wenn man der Berichterstattung glauben darf. Von Fachkräftemangel wird gesprochen wenn sich weniger als 6 (oder waren es sogar 8) Bewerber auf eine Stelle melden. So viele wie die nötigen Lehre/Studium abschließen die jedes Jahr auf den Markt geworfen werden, wundern sich dann auf einmal das sie doch nicht so einfach ne stelle bekommen.
Der Rest ist aber sicher richtig das es weit aus angenehmere Branchen gibt als die Spielebranche. In denen man geregelte Arbeitszeiten kennt und die Bezahlung ordentlich ist.
Wobei es ja auch anders gehen kann. Mitarbeiter bei Valve oder Blizzard haben zwar mit sicherheit auch Arbeitsreiche Zeiten um Termine zu halten. Dafür bieten die Firmen aber auch ordentlich was für ihre Mitarbeiter auf.
Ich denke, da ist ein kleiner Denkfehler. Stellenausschreibungen sind für Unterschiedliche Positionen. Schau dir doch mal an, wer so alles gesucht wird. Meistens sind es Stellen für einen Senior, Lead oder sogar Director. Diese Stellen können nicht von Studiumabsolventen besetzt werden. Diese haben einfach nicht die nötige Erfahrung, also können noch so viele von ihnen auf dem Markt geworfen werden. Dadurch wird der Fachkräftemangel in höheren Schichten nicht bedient.

Nicht nur Blizzard und Valve bieten ordentlich was für ihre Mitarbeiter. Sehr viele deutsche Firmen haben einen sehr hohen Standard. Dieser sorgt auch dafür, dass die Anforderungen an die Fähigkeiten der Mitarbeiter sehr hoch sind.
Seppel21
Beiträge: 1077
Registriert: 21.11.2014 16:18
Persönliche Nachricht:

Re: Spielemarkt Deutschland: Knapp 13.000 Menschen entwickeln und vertreiben hierzulande Computer- und Videospiele

Beitrag von Seppel21 »

sphinx2k hat geschrieben:Gehört übrigends auch zu den Sachen die ich nicht so ganz verstehe. Warum muss man sich als Softwareentwickler in einer teuren Großstadt ansiedeln? Klar bekommt man leichter Mitarbeiter die nach Frankfurt ziehen als nach Kuhhausen. Aber es gibt ja noch viel zwischen teurem Ballungzentren und Kuhkaff.
A. Mitarbeiter können Code überall schreiben, ein Paradefall für Heimarbeit. So sehen die Crunchtime Crytek Mitarbeiter wenigsten mal ihre Familie.
B. Wenn die Entwickler ohnehin an den Standort ziehen müssen bietet sich evtl. eine günstigere Region an.
Weil es in günstigeren Regionen kein schnelles Internet gibt. Beim Netzausbau ist Deutschland in Europa ein Entwicklungsland, hinter Ländern wie Rumänien
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/schm ... 01508.html.
Benutzeravatar
sphinx2k
Beiträge: 4057
Registriert: 24.03.2010 11:16
Persönliche Nachricht:

Re: Spielemarkt Deutschland: Knapp 13.000 Menschen entwickeln und vertreiben hierzulande Computer- und Videospiele

Beitrag von sphinx2k »

Heruwath hat geschrieben: Ich denke, da ist ein kleiner Denkfehler. Stellenausschreibungen sind für Unterschiedliche Positionen. Schau dir doch mal an, wer so alles gesucht wird. Meistens sind es Stellen für einen Senior, Lead oder sogar Director. Diese Stellen können nicht von Studiumabsolventen besetzt werden. Diese haben einfach nicht die nötige Erfahrung, also können noch so viele von ihnen auf dem Markt geworfen werden. Dadurch wird der Fachkräftemangel in höheren Schichten nicht bedient.

Nicht nur Blizzard und Valve bieten ordentlich was für ihre Mitarbeiter. Sehr viele deutsche Firmen haben einen sehr hohen Standard. Dieser sorgt auch dafür, dass die Anforderungen an die Fähigkeiten der Mitarbeiter sehr hoch sind.
Ja wenn man von einem Studio von 100 Mitarbeitern ausgeht wird man solche stellen ausschreiben. Aber es gibt einige großartige Spiele die mit Teams um die 10 Man entstanden sind. Zumindest bin ich von dem Standpunkt ausgegangen das wir einfach von Entwicklern sprechen.

Mir ging es auch ehr um den Spiele Bereich. Da fallen Deutsche Firmen in den News ehr durch Nagativmeldungen auf.
Seppel21 hat geschrieben: Weil es in günstigeren Regionen kein schnelles Internet gibt. Beim Netzausbau ist Deutschland in Europa ein Entwicklungsland, hinter Ländern wie Rumänien
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/schm ... 01508.html.
Ja wir sind was das angeht eine Bannrepublik.
Zum entwickeln braucht es erst mal nicht zwingend ne Glasfaser Leitung. Für Niedrige 5 Stellige Beträge bekommst du auch von der Telekom Glasfaser gelegt (Sofern irgendwo in der nähe schon ne Faser liegt). Ist dann eben eine Rechnung die man aufstellen muss, ab wie vielen Monaten sich der ansonsten Finanziell Günstige Standpunkt rechnet wenn man sich auf eigene Kosten anschließen lässt.
Heruwath
Beiträge: 1023
Registriert: 26.03.2008 12:06
Persönliche Nachricht:

Re: Spielemarkt Deutschland: Knapp 13.000 Menschen entwickeln und vertreiben hierzulande Computer- und Videospiele

Beitrag von Heruwath »

sphinx2k hat geschrieben: Ja wenn man von einem Studio von 100 Mitarbeitern ausgeht wird man solche stellen ausschreiben. Aber es gibt einige großartige Spiele die mit Teams um die 10 Man entstanden sind. Zumindest bin ich von dem Standpunkt ausgegangen das wir einfach von Entwicklern sprechen.

Mir ging es auch ehr um den Spiele Bereich. Da fallen Deutsche Firmen in den News ehr durch Nagativmeldungen auf.
Bei kleineren Firmen gehe ich irgendwie sogar von einem höheren Fachkräftemangel aus, denn der Bekannheitsgrad solcher Firmen ist nicht hoch. Wenn jamand von der Uni abgeht, dann wird es sich wahrscheinlich bei Crytek, Blue Byte, InnoGames, Goodgame oder Yager bewerben. Das sind bekannte Namen. Aber auch kleine Entwickler suchen nach erfahrenen Leuten.
Die Unis sind mit der Ausbildung von Entwicklern abseits von coding einige Jahre zu spät. Die Entwicklung der Branche und die Nachfrage sind schneller gewachsen als sie bedient wurden. Jetzt bilden sich mehr Leute in diesem Bereich aus, aber es wird noch ein paar Jahre dauern, bis die Absolventen von heute die Nachfrage bedienen können. Und ich weiß nicht, wie die Nachfrage in 3-5 Jahren hier in DE aussehen wird.

Ich weiß nicht ob positive news überhaupt so oft veröffentlicht werden. Hat jemand etwas darüber geschrieben, dass z.B. InnoGames ein zweites Studio in Düsseldorf eröffnet hat? Oder das sie in den letzten Jahren hunderte von Leuten eingestellt haben? Das BlueByte vor ungefähr 6 Jahren die Zahl der Mitarbeiter vervierfacht hat. Wofür es eine news gab war dass Goodgame 40 Mitarbeiter entlassen hat. Oder das Crytek komplette Studios leeren musste. Hat man aber geschrieben, wie diese Studios entstanden sind?
oliver74
Beiträge: 99
Registriert: 25.06.2012 09:45
Persönliche Nachricht:

Re: Spielemarkt Deutschland: Knapp 13.000 Menschen entwickeln und vertreiben hierzulande Computer- und Videospiele

Beitrag von oliver74 »

Seppel21 hat geschrieben: Weil es in günstigeren Regionen kein schnelles Internet gibt. Beim Netzausbau ist Deutschland in Europa ein Entwicklungsland, hinter Ländern wie Rumänien
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/schm ... 01508.html.
Ist aber auch etwas eine Verallgemeinerung... Z.B. USA: Ich bin zwar kein USA Spezialist, aber die Internet Versorgung soll dort weniger gut sein wie angenommen.. gibt ja da auch viel Regionen abseits der Metropolen, und was man da so liest durch was die Leute alles so gehen müssen damit die an Internet kommen... und generell ist hochqualitatives Internet tendenziell wohl teurer.. nicht die ganze USA hat Google Fiber.

In Statistiken wird wohl auch nicht unbedingt berücksichtigt WIE die Internet Anbindung erfolgt, wenn z.B. innerhalb der
Städte die Leitungen mal eben über Mäste geführt werden (was günstiger ist), dann wäre das für viele Bewohner hierzulande ein "No go", an ein Stadtbild wo viele Leitungen oberirdisch verlaufen sind wir nicht gewohnt, unterirdische Verlegung ist bei uns Standard. Anderswo ist man weniger zimperlich. Da gehen die Strippen auch schon mal quer.. mit optischen wie auch praktischen (Unwetteranfälligkeit) Nachteilen.

Und ländlich vs. Stadt.. ich hab hier ein Gewerbegebiet (!) in einer kleineren Stadt, da gab es bis vor kurzem nur DSL 2000 (!!!!) Ein paar Km weiter auf einem Dorf wo man auf die Schafe blickt gibt es schon länger immerhin "Fiber to the curb" und im Anschluß vectorisiertes VDSL ins Haus mit bis maximal 100 MBit/s, da hätten die Unternehmen hier von geträumt. für 300-400 Euro monatlich hat man mittels "Sondertechik" von der Telekom immerhin 10 MBit/s bekommen. Oder halt fünfstellig investieren, dann kann man vielleicht irgendwie Glasfaser bekommen.. schaun wir mal.. :P
Benutzeravatar
Hamurator
Beiträge: 813
Registriert: 20.03.2010 11:12
Persönliche Nachricht:

Re: Spielemarkt Deutschland: Knapp 13.000 Menschen entwickeln und vertreiben hierzulande Computer- und Videospiele

Beitrag von Hamurator »

Ich denke das primäre Problem ist, dass hierzulande bewusst für viele die Spielebranche nicht in Frage kommt. Hohe Anforderungen an Können und Zeit bei eher mittelmäßiger Bezahlung. Und wenn ein größeres Projekt schief läuft und auf dem Markt nicht ankommt, musst du evtl. um deinen Arbeitsplatz bangen. Sicherheit sieht anders aus.

Der Markt ist halt auch schwierig. Der Endverbraucher wird mit Spielen mittlerweile vollgeschmissen. Was Erfolg hat und was nicht, ist oft von Glück (das richtige Gameplay zur richtigen Zeit) abhängig.

Ich müsste mal die Kontakte zu meinen alten Kommilitonen auffrischen und mich mal rumhorchen, was aus den Leuten aus dem Spielestudiengang so geworden ist.