Todesglubsch hat geschrieben:Daedalic hat aktuell nen Haufen Adventures entwickelt und zwei Rollenspiele. "In alle Richtungen weiterentwickeln" ist für mich auch etwas anderes. Da ist kalypso z.B. etwas vielfältiger - wobei beide Firmen natürlich unter ihren lächerlich niedrigen Budgets leiden.
Ok, wir können uns gerne über die "Formulierung" streiten. Aber es kann kaum bestritten werden, dass Daedalic in ihrem möglichen Rahmen sich weiterentwickelt und eben gerade nicht dabei bleibt, einfach nur ein Adventure nach dem anderen Rauszuhauen. Das war die Quintessenz meiner Aussage.
Und daran ist eben nichts "Quatsch". Es ist einfach Tatsache. Schau dir mal z.B. Piranha Bytes an. Die machen seit Jahr und Tag immer das "selbe". Klar Gothic ist kein Risen und Piratensetting ist kein Mittelalter. Aber man merkt halt, dass PB als einer der wenigen einflussreichen deutschen Entwickler sich nicht allzu weit von ihrer Kernkompetenz entfernen. Auch mit Elex nicht.
Aber Daedalic baut eben aus und scheut sich dabei nicht, über ihre eigtl. Kernkompetenz hinaus zu expandieren.
Todesglubsch hat geschrieben:
Ich kann Rätseldesign und Co schlecht beurteilen, vor allem weil ich Deponia nie richtig gespielt habe, aber wie oben geschrieben: Monkey Island 3 hatte (in der dt. Version) die deutlich passenderen Sprecher.
Hm, das ist wieder ein sehr subjektiver Punkt. Rufus trottelige Stimme passt super, Goals navie Stimme passt genauso und der Kutter-Kapitän wird auch von einem bekannten Sprecher vertont. Klar deutsche Produktionen leiden generell wenn es um Syncronsprecher geht. Aber ich kann nicht wirklich erkennen, wo jetzt die Sprecher bei Deponia eine schlechtere Figur machen.
Todesglubsch hat geschrieben: Ich mag Monty Arnold, ernsthaft, aber auf Rufus will er mir einfach nicht passen. Aber der Punkt, den ich halt immer ankreide (und hier im Thread schon angekreidet habe) ist halt die Animation: Die handgezeichneten Trickfilmzwischensequenzen und Animationen von MI sehen halt besser aus, als diese Flash-Animationen von Deponia, wo man nur ein paar Körperteile umherschiebt um Bewegung anzudeuten.
Hm jetzt ist aber die Frage: Haben sie diese "Flash-Animationen" wirklich gemacht, weil sie kein Geld für bessere Animationen hatten oder wollten sie diesen Stil einfach haben?
Ich finde Deponia wirkt verdammt stilsicher. Da wirkt nichts wie "Naja, wir hatten halt kein Geld". Zumindest auf mich wirkten die Zwischensequenzen nicht so, als wären sie aus Bugetmangel so gemacht. Das ist halt ihr eigener Charme,
Und denk mal an dieses Meta-Element in Deponia. Wo Pokis Abbild immer musikalisch einen weiteren Akt einspielt. Alles auf hohem Niveau. Stilsicherer Humor. Vielleicht etwas flach an einigen Stellen aber nie peinlich oder zum Fremdschämen.
Wirklich...man sich drehen wie man will, so wirklich schlechter als MI3 ist Deponia nicht. Klar, es stellt auch keine wirkliche Weiterentwicklung dar. Aber es ist schon eine Leistung, wenn man es schafft an das Niveau der damaligen Genre-Größen anzuknüpfen.
Chibiterasu hat geschrieben:Kann sein dass du davon geredet hast, hast du nur nicht geschrieben.
Falsch:
EDIT: Ich rede natürlich nur von den Adventures nicht aber von LucasArts an sich. Bitte nicht verwechseln

Und das bezog sich auf generell alles.
Chibiterasu hat geschrieben:Das Lucasarts (und damit auch ein Tim Schafer) da mehr Pionierarbeit geleistet haben steht für mich daher nicht zur Diskussion.
Richtig. Da sind wir einer Meinung. Pionierarbeit heißt aber, dass jemand als Vorreiter etwas geschaffen hat, was vor ihm noch keiner gemacht hat oder keiner in der Qualität. Das heißt dann aber nicht, dass ein Spiel dann automatisch qualitativ besser ist, nur weil es Pionierarbeit war.
Ich z.B. stelle die Gothic-Reihe nicht wegen nostalgischer Verklärung über die meisten anderen RPGs, sondern weil die Atmosphäre die Gothic heute noch schafft, von anderen RPGs, die in sehr vielen Bereichen qualitativ DEUTLICH besser sind als Gothic, nicht erreicht wird. In der Kernkompetenz die Gothic so gut kann, versagen die meisten anderen RPGs einfach. Trotz besserer Grafik, erschaffen diese Offline-MMOs ala Dragon Age 3 keine wirklich dichte Atmosphäre, die einen in das Spiel eintauchen lässt.
Die LucasArts-Adventures hingegen wurden von Daedalic ganz klar erreicht. Natürlich erst 10 Jahre später. Darum ist Daedalic ja bissher auch noch kein wirklicher Visionär in dem Bereich. Aber dennoch erreicht Daedalic die inhaltliche und spielerische Qualität der damaligen LucasArts-Spiele wärend Broken Age auf mich wie ein kläglicher Versuch wirkt...
Chibiterasu hat geschrieben:Aber ich werde halt auch nicht anfangen so zu tun, dass sie das Genre total weiterentwickelt und beeinflusst haben wie damals Lucasarts.
Haben sie ja auch noch nicht. Ich sage nur, dass Tim Schafer offensichtlich kein Interesse daran hat, das Genre weiterzuentwickeln, sondern lieber sich selbst zitiert und das offenbar noch nicht mal besonders gut.
MfG Ska