Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlaubt

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johndoe702031
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von johndoe702031 »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Wenn meine Forderung "höhere Aufklärungsrate und 2.000 EUR Strafe" umgesetzt würde, wird es immer noch Kopierer und Sauger geben. Nur wenn mehrmals im Jahr Fälle von solchen Strafen bekannt werden, werden Kopien abnehmen, weil eben der Status sich verändert. "Gelegenheitssauger" werden abspringen, weil ihnen das Ding zu heikel ist.
Ja klar, man kann den Weg der Abschreckung gehen. Sozusagen im "Roland Schill Style" den pickelgesichtigen 16-jährigen schon beim Erstvergehen mal richtig pauschal einen vor den Bug knallen und hoffen, dass daraus ein "Lerneffekt" resultiert (nämlich Angst und Verunsicherung!). Und auf das öffentliche Bekanntwerden als mahnendes Beispiel setzten . Man könnte sogar 4000 Euro verlangen. 6000? Oder Warnschussarrest, wäre doch ein toller Anwendungsbereich. Wo zieht man da die Grenze? Die ganze Geschichte der Raubkopiererverfolgung ist doch jetzt schon durchzugen von Peinlichkeiten, Missverständnissen, von absurd hohen Geldforderungen, von noch viel absurd höheren Anwaltskosten, von verlorenen und fallengelassenen Prozessen, oberpeinlichen falschen Verdächtigungen (Kopiergerät, Oma etc. abgemahnt...). Abmahnanwälte haben zur Zeit selber den Ruf von parasitären Kriminellen, viel eher, als dass das in der öffentlichen Wahrnehmung für Raubkopierer gilt! Die Henker sind zur Zeit die Bösen :D ! Für die auftraggebenden Spieleschmieden gilt dasselbe - massiver Imageverlusst, wenn man nur vorsichtig erwägt, sich mit solch anwaltlichem Gesindel einzulassen. In dieser Situation wäre es das völlig falsche Signal, auf drakonischere Strafen, mehr Abschreckung und mehr Angst zu setzen. Mal davon abgesehen, dass mich Abschreckungsstrafen generell abtörnen, weil eine Strafe immer im angemessenen Verhältnis zur Tat stehen sollte und mitnichten die Aufgabe hat, durch zusätzliche plumpe Angsterzeugung soweit zu verunsichern, dass Folgetaten möglicherweise (!) ausbleiben könnten (ist ja nicht mit Läuterung zu verwechseln, siehe USA als Negativbeispiel).

Also auch hier wieder eine Frage der Blickrichtung, ob man seine Maßnahmen auf die "Bösen" ausrichtet (höhere Strafen, Zero Tollerance, Abschreckung...) oder ob man sich vornehmlich auf die "Guten" konzentriert (Keine Kriminalisierung und argwöhnischer Generalverdacht des zahlenden Kunden durch Zwangsmaßnahmen, Vertrauen aufbauen, zahlende Kunden langfristig binden, sie mit ins Boot holen bei der Stimmung gegen Raubkopierer und für das faire Bezahlen...)
Da muss man dann entscheiden, welcher Weg im digitalen Zeitalter mit seinen ubiquitären Gütern der schlauere ist.
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The Incredible Hojo
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von The Incredible Hojo »

Ich bin dabei, wenn Firmen auf DRM verzichten, solange es eben eine klare Gesetzeslage und -anwendung gibt, wenn die Ware dann illegal vervielfältigt oder beschafft wird. Dann kann ich als Firma sagen: "Sauger sind mir relativ egal. Wir haben Möglichkeiten, die zu erfassen, stellen Strafantrag, dann kommt Verurteilung und Strafzahlung (die aber, wie bei anderen Strafen auch, ja nicht in die Kasse der Firma wandert. Den "Schaden" muss sie ja im Zivilrecht nachweisen ein einklagen), fertig."
Dann kann man sich um die Sauger weniger kümmern, weil ja dadurch die Anzahl sinken würde, nicht verschwinden. Aber bei steigenden Anteil von illegalen Downloads kann ich mich doch nur dann den Käufern zuwenden, wenn sichergestellt ist, dass der Zunahme nicht Tür und Tor offenstehen. Wenn ich verkenne, dass immer mehr mein Produkt saugen, verkenne ich die Gefahr, dass irgendwann mal nicht genügend Leute das Spiel kaufen, damit es sich trägt. Das allein war meine Aussage.
Und natürlich sollen Strafen abschrecken und vorbeugend verhindern, Illegales zu tun. Steuern werden auch immer hinterzogen werden, lösen wir deshalb die Steuergesetze auf? Meinetwegen könnte man da im digitalen Bereich auch eine Amnestie machen: Kaufe die Ware, die du illegal beschafft hast und du kommst bei Selbstanzeige mit einer sehr geringen Strafe davon.
Aber Realität ist, dass es sich keine Firma leisten kann, illegale Ware außer Acht zu lassen. Und das werden sie auch nie tun. Konzentration auf Kunden und das Produkt allein gibt es nirgends, auch nicht bei Indies, wird es auch nicht geben. Und eine Welt, in der sich Publisher auf die Spiele konzentrieren und für die Masse und die Speziellen herstellen, die dann in Scharen von allen gekauft werden, ohne dass man sich um illegale Kopien Gedanken machen muss, ist nicht status quo heute sondern Utopie.
johndoe702031
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von johndoe702031 »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Aber Realität ist, dass es sich keine Firma leisten kann, illegale Ware außer Acht zu lassen. Und das werden sie auch nie tun.
Wenn eine "Welt", in der sich Firmen vornehmlich um die zahlenen Kunden kümmern, eine Utopie ist, dann baust du die entgegengesetzte Dystopie auf. Ich glaube, es ist weniger idealistisch und traumtänzerisch, als es klingt. Möglicherweise wird den Firmen ganz nüchtern-ökonomisch betrachtet langfristig gar keine andere Wahl bleiben, als diesen Weg zu gehen. Das schließt rechtliche Maßnahmen gegen Raubkopierer erstmal nicht zwangsläufig aus, aber der Hauptteil der Anstrengungen und Ressourcen sollte immer auf das konzentriert sein, was ich unmittelbar beeinflussen kann: und das ist nunmal der zahlende Kunde. Du implizierst in deiner gesamten Argumentation auch immer noch, dass mehr illegale Downloads automatisch zu weniger legalen Verkäufen führen und eine schwere, existenzielle Bedrohung für die Firmen sind, die es zu bekämpfen gilt. Weiter setzt du voraus, dass man diese Bedrohung auch wirkungsvoll bekämpfen kann, nämlich z.B. durch höhere Strafen. Du schließt da von deinen eigenen schlechten Erfahrungen auf die Allgemeinheit, was auch absolut verständlich ist. Aber es macht das Diskutieren schwer, wenn man diese Prämissen so nicht teilt. Ich kann deinen Standpunkt gut nachvollziehen, teile ihn aber nicht und leite auch andere Folgerungen ab. Macht ja nüscht, bin ich halt Utopist. Kann ich mit leben :) .
The Incredible Hojo hat geschrieben:Steuern werden auch immer hinterzogen werden, lösen wir deshalb die Steuergesetze auf?
Hehe, Polemiker. Ich bin durchaus Fan vom geistigen Eigentum und vom Urheberrechtsgedanken. Ich fordere sicher nicht die Aufhebung jeglicher rechtlicher Handhaben. Allerdings müssen Gesetze bzw. Strafen/Sanktionen immer zur Tat passen, hier darf imho nicht zum reinen Zwecke der Abschreckung zusätzlich über die Stränge geschlagen werden. Es sind die Grundsätze der Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit zu beachten. Natürlich auch bei Raubmordkopieren.
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The Incredible Hojo
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von The Incredible Hojo »

Das Modell, das hier präferiert wird, ist, dass sich Firmen AUSSCHLIESSLICH um die zahlenden Kunden bemühen und andere Faktoren außer Acht lassen. Das ist Utopie. Genauso wie das Spiel, das allen gefällt und alle kaufen. Genauso wie ein Casting-Show-Gewinner, der auch in 20 Jahren noch erfolgreich Musik macht. Aber es ist doch genauso realitätsfern, dass bei einer kompletten Ausblendung der Saugerproblematik Spiele wieder besser werden. Es gibt Indies, die sich nicht auf DRM konzentrieren, es gibt Indies, die ihre Spiele sichern. Da gibt es gute und schlechte Spiele (was aber sehr subjektiv ist, denn Ich != Alle), das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Das ist eben auch auf die Majors übertragbar. Entweder ich beziehe die Kopierersituation in mein Produkt ein oder nicht, es hat aber keinen Einfluss auf die Qualität des Produkts. Dagegen habe ich aber unterschiedlich hohe Zahlen von Saugern und Kopierern, wo man sich zwangsweise fragt "Da würde tatsächlich keiner mein Spiel kaufen, wenn es nicht so einfach wäre, es zu kopieren?". Und genauso wie man nicht sagen kann "Doch, alle!" kann man "Nein, keiner!" sagen. Beides nicht nachweisbar, beides nicht prüfbar, beides schwarz/weiß. Nochmal: Ich weiss, dass man Kopien nicht verhindern kann. Will ich nicht, wollte ich nie. Ich finde illegal beschaffter Inhalt (kann ich das ibi abkürzen..? Weiss ja auch, dass dabei kein Raub durchgeführt wird...) ist ein Problem, wird es auch immer bleiben, allein der Ausmaß ist entscheidend. Aber deshalb muss man es so behandeln, damit es nicht weiter immer größere Kreise zieht und jedes Unrechtsbewusstsein bei den Spielern verloren ist. Kapieren sie das mit Appellen nicht, kapieren sie es mit dem Portemonnaie.

Ich sträube mich ein wenig gegen die Gleichung Polemik=Stammtisch=falsch.
Wenn Strafen in einem Verhältnis stehen sollen, warum sind dann Steuerstrafen so exorbitant hoch? Warum zahlt ein Händler, der ein 18er Titel an einen 17-Jährigen verkauft, vierstellige Strafen? Warum zahlt der gleiche Händler ähnlich hohe Beträge, wenn er auf der Demokonsole im Laden ein Spiel mit der USK 12 laufen lässt?
Es gibt zahlreiche Beispiele für empfindliche Strafen, die abschreckend wirken sollen, die auch funktionieren.
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danke15jahre4p
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von danke15jahre4p »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Das Modell, das hier präferiert wird, ist, dass sich Firmen AUSSCHLIESSLICH um die zahlenden Kunden bemühen und andere Faktoren außer Acht lassen. Das ist Utopie.
immerhin bringt der zahlende kunde in deutschland einen umsatz von 17 mrd. euro pro jahr!

wer da nicht in der lage ist mit seiner software geld zu machen und DRM als den heilsbringer ansieht hat es nicht anders verdient als gnadenlos unterzugehen!

nach drakonischen strafen für raubkopierer und DRM zu schreien ist das eigeständniss der eigenen unfähigkeit am markt mit seinem produkt geldverdienen zu können, mehr nicht!

greetingz
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The Incredible Hojo
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von The Incredible Hojo »

okay, das war ja jetzt mal Polemik pur. Ist aber auch nicht schlimm.

Was ihr alle immer mit dieser Ausschliesslichkeit habt... Davon redet hier kein Mensch, zumindest ich nicht, und ein paar andere, die es halt als fragwürdig ansehen, wenn man sich Produkte zulegt, ohne diese zu bezahlen. Diese Ausschliesslichkeit kommt immer aus der anderen Seite. Nochmal zum Mitmeißeln: ibi's schließen wirtschaftlichen Erfolg nicht aus. ibi's allein stürzen ein Unternehmen kaum in den Ruin, außer, es ist von einem (meist dem ersten) Titel abhängig und schert sich nicht um DRM (ist dann mein Fall gewesen...). Nicht ALLE Sauger werden zu Käufern, wenn das strenger bestraft wird, nicht ALLE bleiben es weiterhin. Die KOMPLETTE Abschaffung von DRM schafft keine besseren Spiele, die KOMPLETTE Ausrichtung an DRM schafft nicht mehr Sicherheit.
Ich rede von Anteilen, die sich verschieben, wenn unterschiedliche Methoden, wie man damit umgeht, greifen. Und jedes Unternehmen stellt sich die Frage, was mit den Saugern ist. Wie hoch ist der Anteil, machen wir da was gegen, also versuchen wir es? Was kommt denn aus dem Lager der Gesetze? Wie effektiv ist denn das?
Und da kommt eben meine Meinung, dass Firmen, auch Indies und Firmen die noch so tolle Spiele auf den MArkt werfen, sich fragen, wie viele von den Saugern ihr Spiel gekauft hätten. Denn es bleibt eben so: diese Gruppe besorgt sich Ware ohne dafür zu bezahlen, was eben der falsche Weg ist. Ich sage aber nicht, dass sich Firmen ausschließlich über DRM Gedanken machen sollen, im Umkehrschluss ist es eben aber auch Unsinn, wenn Firmen das Problem überhaupt nicht beachten sollen.

Wenn es nach Umsatz in Deutschland geht, gibt er meiner Argumentation ja recht, denn es sind die Spiele, die hier regelmäßig als Negativbeispiel dienen, vollgepackt mit DRM, die die ganz großen Erfolge feiern. Wer sind denn die erfolgreichsten Videospielfirmen in Deutschland? EA, Ubisoft, Activision Blizzard, Sony, Microsoft. Wie sieht es da aus mit DRM? Danke. Das zeigt doch, dass die Realität anders aussieht. Firmen, die sich darum kümmern, machen nebenbei erfolgreiche Spiele und sind erfolgreich. Die sehen DRM als Heislbringer an und sind in der Lage, mit ihrer Software Geld zu machen.

Drakonische Strafen für Raubkopierer abzulehnen ist das Eingeständnis, dass man nicht in der Lage ist, digitale Produkte zu wertschätzen vermag.
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Boesor
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von Boesor »

leifman hat geschrieben:
nach drakonischen strafen für raubkopierer und DRM zu schreien ist das eigeständniss der eigenen unfähigkeit am markt mit seinem produkt geldverdienen zu können, mehr nicht!

greetingz
Als kunde bin ich auch für empfindliche Strafen für Raubkopierer.
Nicht weil mir da geld durch die lappen geht,sondern weil ich das gerecht finde.
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Kajetan
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von Kajetan »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Drakonische Strafen für Raubkopierer abzulehnen ist das Eingeständnis, dass man nicht in der Lage ist, digitale Produkte zu wertschätzen vermag.
Weißt Du ... wenn Du für diese Deine Position entsprechende Argumente hättest, welche die Nützlichkeit von DRM belegen können, dann könnten wir uns hier wunderbar konstruktiv austauschen.

Während wir hier aber Fallbeispiel um Fallbeispiel bringen, kommt von Dir nur ein stures "Nö, ich sehe das anders!", bestenfalls anektodische Erfahrungsberichte aus dem persönlichen Umfeld. Deswegen sind diese ständigen Diskussionen auch so ermüdend und sinnlos. Du versteifst Dich auf eine bestimmte moralische Position, die aber angesichts aberdutzender Indizien und Fakten, die Jahr für Jahr mehr werden, immer unhaltbarer wird.

Doch wie schon gesagt, wenn Du willst, dann vertrete halt diese Position und bilde Dir was drauf ein. Es ist nämlich sinnlos, was Du davon persönlich hälst. Die Wirklichkeit hat mit diesen Deinen Vorstellungen nichts zu tun. DRM is on the way out. DRM und Kopierschutz haben keine Zukunft. Das mag im Spielebereich vielleicht etwas länger dauern als in anderen Bereichen, aber es wird stattfinden. Wie gesagt, die Musikbranche blüht derzeit mit einem geradezu explodierenden Download-Bereich, wo man endlich VOLLSTÄNDIG auf DRM verzichtet hat. Aber das muss Dich ja nicht interessieren ...
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danke15jahre4p
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von danke15jahre4p »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Ich sage aber nicht, dass sich Firmen ausschließlich über DRM Gedanken machen sollen, im Umkehrschluss ist es eben aber auch Unsinn, wenn Firmen das Problem überhaupt nicht beachten sollen.
das problem was hier wohl die meissten, inkludiert mir, mit DRM haben ist einfach, dass du die leute die DRM treffen sollen, nämlich die "masse" an raubkopierern die sich crysis 2 gezogen haben, einfach nicht triffst!

die millionen sauger sind vermutlich schon seit jahren auf anti-leechtrackern, ftp-rings etc. unterwegs, die werden sich auch das nächste spiel saugen, denn, kein kopierschutz bringt dir die 100% sicherheit!

also was passiert, DRM trifft in einer höheren wahrscheinlichkeit die käufer, welche durch den irrsinn mit DRM die sauger treffen zu wollen, in ihrer entscheidung sich ein spiel zu kaufen benachteiligt werden, durch social club gehabe, starforce, accountbindung und always on mist!

ich bin ja nicht gegen kopierschutz, ich finde eine key abfrage oder einmalige freischaltung eines spiels ja ordnung, nur der wahn der die letzten 10 jahre über die käufer hereingebrochen ist, hat mit sicherheit dem markt mehr schaden als nutzen zugeführt, und dieser meinung bin ich einfach!

wenn ich seh wie jetzt mit DRM versucht wird den gebrauchthandel zu unterbinden, nutzerdaten erspäht werden, spielverhalten festgehalten und analysiert wird, kommt mir als käufer eines spieles echt die galle hoch!

jeder der in den markt der videospiele tritt meint erstmal er wird auf anhieb millionär, alles super, alles toll!

die goldgräberstimmung gab es schoneinmal und dann hat der markt sich ganz schnell sondiert!

heutzutage haben wir einerseits das glück, dass der markt einigermaßen breit aufgestellt ist und die kunden in einer vielzahl vorhanden sind, andererseits haben wir aber auch das pech, dass videospiele ein massenprodukt geworden sind, es ist nicht mehr so einfach geld zu verdienen, das ist halt die konsequenz eines massenmarktes, das hat erstmal wenig mit (nicht-)funktionierendem DRM zu tuen!

wenn du mich fragst, bringt DRM dem markt nicht den vorteil den man sich erhofft, eher im gegenteil, er entzieht dem markt geld, verärgert käufer, schnürt alles mehr ein, raubt kreativität, fördert datenmissbrauch, führt zu einheitsbrei-spiele etc.!

DRM trägt dazu bei den markt zu vernichten!

leider bekommst du mich von diesem standpunkt durch den ruf nach moral und strafen nicht runter, denn genau das ist mein problem mit DRM, nicht das ich alles umsonst haben will und mich feier wenn ich ein spiel 3 tage früher als der retail-handel hab!

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_Semper_
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von _Semper_ »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Wenn meine Forderung "höhere Aufklärungsrate und 2.000 EUR Strafe" umgesetzt würde, wird es immer noch Kopierer und Sauger geben. Nur wenn mehrmals im Jahr Fälle von solchen Strafen bekannt werden, werden Kopien abnehmen, weil eben der Status sich verändert.
du forderst also eindämmung einer straftat durch abschreckung der täter. sagt dir todesstrafe etwas? steinigungen? das abhacken der allzu gierigen diebeshände? meinst du ernsthaft, dadurch hätte sich etwas geändert? dabei spreche ich hier noch nichma von den opfern eines solches systems, die durch unglückliche umstände unverschuldet zwischen die mühlen eines solchens systems gerieten... aber ja, in deiner vorstellung spielst du direkt den kanzleien in die hände, die nur darauf warten, den schnellen euro abzocken zu können -.-

in deiner realität gibt es aber scheinbar nur handfeste beweise und täter, die verurteilt gehören. seit es tauschhandel gibt, wird kopiert - seit jahrtausenden. schau doch mal, wo wir heute sind: im turbokapitalismus. die kopie als solche hat die marktwirtschaft noch nie gefährden können. das große und kleine geld ist ganz woanders zu holen ;)
mr archer hat geschrieben:die Witcher-Spiele. Beide deutlich in der Gewinnzone. Ohne DRM. Und von einem Entwickler, den ich nicht ein einziges Mal in einem öffentlichen Statement über Saug-Kopien habe klagen hören.
das is jetzt aber auch aus dem märchenbuch. cdp hat sich sehr wohl über die anzahl der sich in umlauf befindenten kopien der witcherreihe beschwert, und das nich nur einmal... sie waren sogar derart frivol, dass sie witcher 2 später ohne drm anboten, nur um mit hilfe "korrupter" kanzleien die leecher abzuzocken. als das die runde machte, sich erste opfer beschwerten, die grundlos zahlen sollten und cdp ein imageschaden drohte, haben sie sich erst rausgeredet, um sich später zu entschuldigen und die sache fallen zu lassen.

das war übrigens keine einmalige sache. auf die strategie wurde auch scho beim ersten witcher gesetzt... erst als sich da die englischen medien und verbraucherrechtsgruppen einsetzten, wurde damit aufgehört. cdp is also kein drolliges lämmchen, die alles für die commmunity geben :D
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Kajetan
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von Kajetan »

_Semper_ hat geschrieben:als das die runde machte, sich erste opfer beschwerten, die grundlos zahlen sollten und cdp ein imageschaden drohte, haben sie sich erst rausgeredet, um sich später zu entschuldigen und die sache fallen zu lassen.
Um genau zu sein ... rein "zufällig" hat man bei CD Project das Ende der Abmahnungen ein halbes Jahr nach Release von TW2 bekanntgegeben. Und rein zufällig gelten sechs Monate als die Zeit, in denen Gerichte hohe Schadenssummen auf Grund der Aktualität des jeweiligen Inhaltes akzeptieren. Kopien älterer Releases mit hohen Schadensersatzforderungen zu verfolgen, hat vor Gerichten mittlerweile keinen Bestand mehr.

Ich persönlich finde den No-DRM-Ansatz von CD Project lobenswert und nachahmenswert. Dennoch halte ich die Jungs charakterlich für scheinheilige Arschlöcher und Leute, die ihn ihnen the Second Coming of Christ sehen für naive Schafe.
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von The Incredible Hojo »

Kajetan hat geschrieben:
The Incredible Hojo hat geschrieben:Drakonische Strafen für Raubkopierer abzulehnen ist das Eingeständnis, dass man nicht in der Lage ist, digitale Produkte zu wertschätzen vermag.
Weißt Du ... wenn Du für diese Deine Position entsprechende Argumente hättest, welche die Nützlichkeit von DRM belegen können, dann könnten wir uns hier wunderbar konstruktiv austauschen.
Arrrrggghhhh!
Wenn man meine Aussagen nicht entsprechend liest, nicht mein Fehler. Ich halte von DRM nichts, ich bin nicht dafür! Ich bin für Strafen bei strafbaren Handlungen, das ist alles. Argument dafür: Man bezieht Ware, für die man nicht einen entsprechenden Gegenwert dem Eigentümer der Ware übergibt. Das muss grundsätzlich strafbar sein, eine Änderung für den digitalen Bereich dahingehend ist für andere Bereiche schädlich.
Deine Behauptung: DRM ist way out. Dein Beispiel: Musikindustrie. Deine Forderung: DRM abschaffen, sich um Spiele kümmern. Dein Argument: Dann werden Spiele besser, Leute kaufen mehr, Firma ist glücklich. Dein Beweis: Indie-Games. Anteil derer, die das Spiel kaufen weil sie von der Illegalität des Saugens abgeschreckt sind: Unbekannt, nicht nachweisbar. Anteil derer, die das Spiel kaufen, weil sie es für richtig halten und die Firma unterstützen wollen: Auch unbekannt, weil nicht nachweisbar.

Meine Behauptung: DRM sind doof, manchmal aber nötig (wie in meinem Fall), braucht aber eigentlich kein Mensch. Aber idi's müssen geahndet werden. Meine Forderung: Möglickeiten der besseren Aufspürung von Saugern, diese empfindlich bestrafen. Mein Argument: Es schreckt ab und EIN TEIL derer, die vorher gesaugt haben oder saugen wollen, kaufen. Mein Beweis: Der momentane Umsatz auf dem Markt. Denn es gibt Strafen für idi's, es gibt den Kopiererbereich und dennoch stürzen die Majors nicht ab, im Gegenteil. Anteil derer, die das Spiel kaufen, weil sie von der Illegalität des Saugens abgeschreckt sind: Unbekannt, nicht nachweisbar. Anteil derer, die das Spiel kaufen, weil sie es für richtig halten und die Firma unterstützen wollen: Auch unbekannt, weil nicht nachweisbar. Aber hört man sich die Foren an (die absolut nicht repräsentativ sind...), dann gibt es nicht viele "EA-Supporter" oder "Ubi-Ultras"

Mal das Ganze zusammengefasst haben: Unbezahlbar.

Kajetan, wir beide reden eigentlich das Gleiche, mit ein paar Nuancen Unterschied. Wir wollen auch das Gleiche, nur beachte ich einen Bereich, der für dich obsolet ist. Wahrscheinlich haben wir mit den gleichen Spielen begonnen und mögen die gleiche Art von Spielen. Aber uns beiden würde der totale Durchblicksstrudel nichts bringen, weil wir meinen, in unserem Universum die wahre Realität gefunden zu haben.
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von _Semper_ »

Kajetan hat geschrieben:Kopien älterer Releases mit hohen Schadensersatzforderungen zu verfolgen, hat vor Gerichten mittlerweile keinen Bestand mehr.
einen prozess bei geringem tatbestand verfolgen zu lassen, hatte noch nie erfolg. dadurch kommen die kanzleien ja erst an die adressen bzw. die kopplung der ip an einen anschluss/name ran. durch akteneinsicht, nachdem der fall durch die staatsanwaltschaft verworfen oder zumindest zurückgestellt wurde.

die kanzlei als solche bekommt keine klarnamen zu einer ip.
Zuletzt geändert von _Semper_ am 11.07.2012 14:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von The Incredible Hojo »

_Semper_ hat geschrieben:
The Incredible Hojo hat geschrieben:Wenn meine Forderung "höhere Aufklärungsrate und 2.000 EUR Strafe" umgesetzt würde, wird es immer noch Kopierer und Sauger geben. Nur wenn mehrmals im Jahr Fälle von solchen Strafen bekannt werden, werden Kopien abnehmen, weil eben der Status sich verändert.
du forderst also eindämmung einer straftat durch abschreckung der täter. sagt dir todesstrafe etwas? steinigungen? das abhacken der allzu gierigen diebeshände? meinst du ernsthaft, dadurch hätte sich etwas geändert? dabei spreche ich hier noch nichma von den opfern eines solches systems, die durch unglückliche umstände unverschuldet zwischen die mühlen eines solchens systems gerieten... aber ja, in deiner vorstellung spielst du direkt den kanzleien in die hände, die nur darauf warten, den schnellen euro abzocken zu können -.-
Bitte, wenn sich Befürworter der Bestrafung von Saugern nicht mit Vergleichen aus anderen Bereichen bedienen dürfen, musst du von der anderen Seite nicht damit anfangen.
Wenn ich sage "Muss bestraft werden, Diebstahl ist doch auch strafbar" prügelt man, teilweise zurecht, auf mich ein, weil es nicht vergleichbar ist. Todesstrafe und Steinigen? In welche Richtung willst du das Thema drehen? Grundsätze der Strafverfolgung und Rechtsprechung? Bist dafür überhaupt qualifiziert? Auch wenn ich einen gewissen juristischen Hintergrund zum Thema Software, Lizenzen etc. habe, würde ich mich da ausklinken. Ich weiss nur aus anderer Erfahrung: Sind Strafen für ein Vergehen auch in verharmlosender Richtung dem Vergehen nicht angemessen, wird die Straftat von mehr Menschen als nicht absolut abwegig erachtet, als wenn es entsprechende Strafen dafür gibt. Beispiel: zu schnelles Fahren: Wenn ich mit 25 EUR davon komme, wenn man in einer 30iger Zone 40 fahre und sich anschaut, wie oft ich erwischt werde, dann ist man eher dazu geneigt, grundsätzlich mit 40 da durch zu fahren. Wenn man von 5 mal zu schnell fahren dort 4 mal erwischt wird und 75 EUR zahlen muss - würdest du da nicht eher bei 30 bleiben?
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von _Semper_ »

The Incredible Hojo hat geschrieben:In welche Richtung willst du das Thema drehen? Grundsätze der Strafverfolgung und Rechtsprechung?
genau in die richtung, aus der du kommst. du forderst klar die abschreckung der täter und in direkter korrelation die eindämmung der tat. beispiele aus gelebten rechtssprechungen zeigen klar, dass selbst die größte abschreckung absolut gar nichts bringt. zu diesem thema gibt es auch genügend wissenschaftlich evaluierte studien. ich glaube nich, dass man dazu noch in's detail gehen muss ;)

genau diese abschreckungen ziehen aber weitere opfer in den strudel. was ist mit wlan-hijacking? was mit doppelten namen und einem vertausch dieser? was mit einem simplen tippfehler innerhalb der ip? was mit sammelanschlüssen (studentenbuden oder wg)? denn wo sich schnell geld holen lässt, is der gierig ausgestellte sammelbrief nich weit, kollateralschäden inklusive.

deine drakonischen maßnahmen haben in diesem bereich zu große lücken, als dass ein geistig gesunder mensch diese abnicken dürfte. von der zweckmäßigkeit abgesehen.
Zuletzt geändert von _Semper_ am 11.07.2012 14:20, insgesamt 1-mal geändert.